Theismus, Deismus, Agnostizismus, Atheismus usf.

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Einen Gruß an alle,

es ist ja allen bekannt, dass es die unterschiedlichsten Möglichkeiten gibt, zu glauben, oder nicht zu glauben.

Diese vier habe ich mir jetzt herausgesucht und zitiere die Erläuterungen nach Wikipedia:




Theismus

Der Begriff Theismus (vom griechischen θεος theos Gott) ist die Bezeichnung für die religiöse oder philosophische Überzeugung vom Dasein eines höchsten, überweltlichen, persönlichen Wesens (Gott), das die Welt erschaffen hat, erhält und regiert.

Der Theismus begreift Gott als Schöpfer der Welt, der sie auch erhält und lenkt. Gott ist immanent und gleichzeitig darüber hinaus transzendent.

Innerhalb des Theismus kann unterschieden werden zwischen

Monotheismus (es gibt nur einen Gott)
Polytheismus (es gibt mehrere Götter); der Polytheismus entspricht aber meist nicht der obigen Definition, da Polytheisten oft keine explizite Schöpfung (im Sinne eines "die Welt aktiv bauen") kennen und ihre Götter als innerweltliche Mächte verstehen.
Henotheismus und Monolatrie (es gibt mehrere Götter, aber ich verehre nur einen)
Theistische Religionen sind z.B. Christentum, Islam, Hinduismus, Judentum und Baha'i sowie historisch die Griechische Religion und Römische Religion.

Der Theismus grenzt sich ab

vom Atheismus, der die Existenz eines Gottes oder von Göttern ausschließt,
vom Agnostizismus, der die Frage der Existenz oder Nicht-Existenz von Göttern für nicht beantwortbar hält,
vom Deismus, der zwar einen Gott als Schöpfer der Welt annimmt, aber nicht an seine weitere Einwirkung auf sie glaubt,
vom Pantheismus, der die Natur und Gott als identisch ansieht,
vom Pandeismus, der zwar einen Gott als Schöpfer der Welt annimmt, aber nicht an seine weitere Einwirkung auf sie glaubt, weil Gott gewordene Natur hat
vom Panentheismus, der die Welt als Teil einer sich entwickelnden Gottheit sieht
vom Theokratismus, der in Gott auch den Herrscher und nicht nur den Schöpfer des Universums sieht
vom Kosmotheismus, der die Welt als eine Einheit begreift, die sich selbst ordnet, ohne den gewollten Akt eines Schöpfergottes zu bedürfen
Die Bezeichnung wurde als ein kategorisierender Begriff der Religionsphilosophie in der Aufklärung (17. Jahrhundert) geprägt gegenüber dem Atheismus, aber auch als Abgrenzung zum Deismus.


Deismus

Als Deismus [de:'ismus] (Gottgläubigkeit, nach lat. Deus ['de:(j)us]- Gott) bezeichnet man im Allgemeinen den Glauben an Gott aus Gründen der Vernunft. Allen Deisten gemeinsam ist die Kritik an der Verabsolutierung der Bibel.

Die Anhänger des Deismus gehen zwar von der Schöpfung des Universums durch Gott aus (etwa im Sinne eines perfekten Uhrmachers, der ein Uhrwerk in Gang setzt), aber sie nehmen an, dass Gott im Folgenden keinen Einfluss mehr auf die Geschehnisse im Universum nimmt.



Geschichte
Im engeren Sinne handelt es sich beim Deismus um eine freidenkerische Glaubensströmung, die sich in England am Ende des 17. Jahrhunderts entwickelte und nur die „natürlichen“ Gesetze der Vernunft, nicht aber die religiöse Offenbarung gelten ließ.

Für Lord Henry Bolingbroke (1678-1751) sind Religion, Christentum und Kirche lediglich Mittel, die dem Staat dazu dienen, die Instinkte des Menschen im Zaum zu halten. Nur soweit das Christentum mit den Grundsätzen der Vernunft zu vereinbaren sei, wohne ihm Wahrheit inne. Der ganze Kirchenglaube dagegen sei nichts als Menschenwerk, würde nur aus Gründen der Staatswohlfahrt aufrecht erhalten und von gut bezahlten Pastoren dem abergläubischen Volk trügerisch als göttliches Gebot dargestellt.

Auch für Matthew Tindal ist die Offenbarungsreligion nur ein Schwindel, der der Welt durch Priester untergeschoben wurde. Jede anthropomorphe Gottesvorstellung wird von ihm abgelehnt. Die Religion sollte nur auf rein moralischen Grundsätzen und auf einer toleranten Haltung gegenüber Andersdenkenden basieren. Wunder und Prophezeiungen, wie sie in der Bibel geschildert werden, seien Unsinn.

Der Deismus bildet in manchen Ländern einen religiösen Bezug in der Freimaurerei und hatte in der Zeit der Aufklärung bedeutende Anhänger wie Thomas Jefferson und Voltaire.


Deutschland

Er fand jedoch in Deutschland wenig Verbreitung. Neben Adam Weishaupt, dem Gründer des Illuminatenordens, ist Hermann Samuel Reimarus als ein weiterer deutscher Vertreter des Deismus erwähnenswert, da von Gotthold Ephraim Lessing veröffentlichte Fragmente seiner Schriften (Fragmente eines Ungenannten) zum sogenannten Fragmentenstreit führten. Deistisches Gedankengut findet man auch bei Albert Einsteins Sichtweise des Universums wie bei Lessing im Sinne des Spinozismus, auch wenn Einstein dafür nie direkt den Begriff Deismus verwendete.

Agnostizismus


Der Agnostizismus (latinisierte Form des griechischen αγνωστικισμός, agnostikismós, von griechisch a-gnoein, nicht wissen; vergleiche Gnostizismus) bezeichnet die philosophische Ansicht, dass bestimmte Annahmen – insbesondere theologischer Art, welche die Existenz oder Nichtexistenz eines höheren Wesens wie beispielsweise eines Gottes betreffen – entweder ungeklärt, grundsätzlich nicht zu klären oder für das Leben irrelevant sind (letztere Haltung wird auch als Ignostizismus bezeichnet).

Die Frage „Gibt es einen Gott?“ wird vom Agnostizismus dementsprechend nicht mit „Ja“ oder „Nein“, sondern mit „Es ist nicht geklärt“, „Es ist nicht beantwortbar“ oder mit „Es spielt keinerlei Rolle“ beantwortet. Er stellt eine Weltanschauung dar, die insbesondere die prinzipielle Begrenztheit menschlichen Wissens betont. Angesichts der aus seiner Sicht unzureichenden Informationen lehnt es der Agnostizismus ab, einen Glauben an die Existenz oder Nichtexistenz von Göttern anzunehmen. Der Sophist Protagoras schrieb im 5. Jahrhundert v. Chr.:

„Von den Göttern weiß ich nichts, weder dass es solche gibt, noch dass es keine gibt.“
Im Unterschied zur starken Form des Atheismus schließt der Agnostizismus nicht grundsätzlich die Möglichkeit der Existenz transzendenter Wesen oder Prinzipien aus. Die Agnostik ist damit als dritte Anschauung zwischen Theismus und Atheismus positioniert. In diesem Sinne ist Agnostizismus aber auch mit dem Theismus vereinbar, da der Glaube an Gott möglich ist, selbst wenn man die Möglichkeit der rationalen Erkenntnis Gottes verneint.

Thomas Henry HuxleyDer Begriff des Agnostizismus wurde maßgeblich durch Thomas Henry Huxley (1869) geprägt. Obwohl es sich um eine noch junge Begriffsbildung handelt, ist die dahinter stehende Auffassung deutlich älter und findet sich u. a. bei Buddha, Laotse sowie einigen griechischen Vorsokratikern und Sophisten.





Starker und schwacher Agnostizismus [Bearbeiten]Die Auffassung, dass die Existenz von Göttern und anderen höheren Wesen grundsätzlich unerkennbar sei, wird auch als starker Agnostizismus bezeichnet. Dagegen bezeichnet schwacher Agnostizismus die Auffassung, dass die Existenz von höheren Wesen nicht grundsätzlich unerkennbar ist, sondern nur zum gegenwärtigen Zeitpunkt unbekannt ist. Während ein schwacher Agnostiker auf die Frage, ob es einen Gott gibt, mit „Ich weiß nicht“ antworten würde, wiese ein starker Agnostiker diese Frage als unsinnig zurück.


Agnostizismus und Theismus [Bearbeiten]Der Agnostizismus ordnet die im Theismus, also z. B. die in Judentum, Christentum, Islam oder Hinduismus angeführten Hinweise und Beweisversuche dafür, dass es ein göttliches Wesen gebe, als unzureichend ein. Eine (vermeintlich) nicht falsifizierbare Gottestheorie sei unwissenschaftlich – zumindest aus Sicht von Karl Popper und Albert, allerdings nicht aus der Sicht Paul Feyerabends – weiterhin müsse eine solche Theorie nach der als Ockhams Rasiermesser bekannten Denkregel vermieden werden, da sie eine unnötig verwickelte Erklärung sei. Die Gottesbeweise des Theismus, Offenbarungswissen und in Religionen überlieferte Wunder halten nach dem Urteil der Agnostiker wissenschaftlicher Überprüfung nicht stand. Gleiches gelte für historische religiöse Argumentationen, aufgrund von Überlieferungen an einen Gott zu glauben.

Eine Form des Theismus, die von manchen Richtungen des Agnostizismus akzeptiert wird, ist der Pantheismus, der die Natur bzw. das Universum als „göttlich“ bezeichnet. Viele Philosophen, wie beispielsweise Schopenhauer, bezeichnen den Pantheismus gar lediglich als dezenten Atheismus.


Agnostizismus und Atheismus
Der grundsätzliche Unterschied zwischen Agnostizismus und Atheismus besteht darin, dass es beim Agnostizismus um die prinzipielle rationale Erkennbarkeit Gottes, beim Atheismus dagegen um den tatsächlichen Glauben an Gott geht. Daher ist der Agnostizismus vor allem eine philosophische Grundsicht, während sich der Atheismus vor allem als Gegenpol zum Theismus sieht. Der Unterschied erscheint zunächst gering, weshalb auch die Begriffe Agnostizismus und (schwacher) Atheismus oft (fälschlicherweise) synonym gebraucht werden.

Gelegentlich wird auch argumentiert, dass der Agnostizismus keine eigenständige Weltanschauung, sondern als Unterkategorie des Atheismus einzuordnen sei. Andere behaupten, tatsächlich sei es genau umgekehrt: Atheismus sei nur als Folge der agnostischen Weltanschauung sinnvoll. Erst die agnostische Ansicht, dass keine Möglichkeit der Erkenntnis Gottes existiere, mache die atheistische Ansicht, nämlich den Glauben an Gott abzulehnen (schwacher Atheismus) oder gar zu negieren (starker Atheismus), überhaupt möglich. Hierbei sei angemerkt, dass diese Theorie nicht den Atheismus im weiteren Sinne betrifft, da dieser die Existenz eines Gottes zum Teil ganz ablehnt, was laut Agnostizismus nicht möglich ist.

Neben der Betonung der Nicht-Erkennbarkeit eines höheren Wesens lehnt es daher der Agnostizismus ab, die Existenz höherer Wesen vollständig zu bestreiten, wie es im starken Atheismus geschieht. Dies geschieht ebenfalls auf Grund der Annahme der prinzipiellen Nicht-Erkennbarkeit.

Eine Richtung des Agnostizismus, der atheistische Agnostizismus, vertritt zwar die Ansicht, dass die Existenz eines Gottes unbekannt ist, hält aber meist auf Grundlage von Ockhams Rasiermesser die Nicht-Existenz für plausibler.
Bekannte Agnostiker
Konfuzius, (551–479 v. Chr.), bedeutendster chinesischer Philosoph
Anaxagoras (499–428 v. Chr.), griechischer Philosoph
Protagoras, (490–411 v. Chr.), griechischer Sophist und erster bedeutender Humanist
Thomas Hobbes (1588–1679), englischer Philosoph
Charles Darwin (1809–1882), britischer Naturforscher
Herbert Spencer (1820–1903), englischer Philosoph und Soziologe
Susan B. Anthony (1820–1906), US-Feministin
Thomas Henry Huxley (1825–1895), Schöpfer des Begriffs Agnostizismus
Robert Green Ingersoll (1833–1899), US-amerikanischer Autor und Redner
Mark Twain (1835–1920) US-amerikanischer Schriftsteller
Guy de Maupassant (1850–1893), französischer Schriftsteller und Journalist
Emile Berliner (1851–1929), Erfinder
Clarence Darrow (1857–1938), US-amerikanischer Rechtsanwalt
Bertrand Russell (1872–1970), britischer Philosoph
Karl Löwith (1897–1973), deutscher Philosoph
Clive Staples Lewis (1898–1963) irischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler; später bekennt er sich jedoch zum Christentum
Robert Heinlein (1907–1988), US-amerikanischer Schriftsteller
Arnold Künzli (1919), Schweizer Philosoph, Publizist u. a. von „Gotteskrise. Fragen zu Hiob/Lob des Agnostizismus“, 1998
Bruno Kreisky (1912–1990), österreichischer Politiker
Karlheinz Deschner (1924), Religionskritiker
Franz Buggle (1933), Religionskritiker
Carl Sagan (1934–1996), US-amerikanischer Astronom
Milton Friedman (1912–2006), Ökonom
Albert Camus (1913–1960), französischer Schriftsteller
Stephen Hawking (1942), Physiker
Robert Anton Wilson (1932), Philosoph
Julian Nida-Rümelin (1954), Philosoph
Heinz Fischer (1938), Bundespräsident (Österreich)

Atheismus
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Dieser Artikel behandelt das Thema Atheismus. Für die Band Atheist, siehe Atheist (Band).

Als Atheismus wird die weltanschauliche Grundhaltung des Nichtglaubens bzw. des Fehlens eines Glaubens an einen Gott bezeichnet („glauben“ im Sinne von „annehmen“, „für wahr halten“). Atheismus kann mit der ausdrücklichen Verneinung der Existenz einer Gottheit (oder mehrerer Götter) und transzendenter Wesen allgemein einhergehen (siehe Atheologie). Der Begriff „Atheismus“ leitet sich vom altgriechischen Adjektiv „ἄθεος“ („átheos“) ab und bedeutet wörtlich: „ohne Gott“ (Alpha privativum ἄ + θεός (theós) = Gott). In seiner latinisierten Form tauchte der Begriff wohl erstmals bei Cicero auf. Im deutschen Schrifttum erschien das Wort in lateinischer Form ab Ende des 16. Jahrhunderts, ab Beginn des 18. Jahrhunderts gilt es als eingedeutscht.

Die Bezeichnung „átheos“ war lange Zeit ein Kampfbegriff, der von den Nicht-Gläubigen zunächst nicht übernommen wurde. Es handelte sich um eine abwertende Wortschöpfung, die von den sich als rechtgläubig Bezeichnenden gegen angeblich oder wirklich Ungläubige benutzt wurde. Atheismus wurde im Sinne von „gottlos“ auf Anschauungen angewendet, die im Konflikt mit den etablierten Religionen standen. Vielfach wurden religiöse Strömungen mit eigenen neuen Gottesvorstellungen als atheistisch bezeichnet, beispielsweise wurden die ersten Vertreter der großen monotheistischen Religionen des Christentums, des Islams und des Judentums teilweise von ihren polytheistischen Gegnern als Atheisten qualifiziert.

Heute wird die Bezeichnung „Atheismus“ tendenziell weniger abwertend verwendet. Im philosophischen Diskurs ist „Atheismus“ ein wertneutraler Begriff. Sein direkter Gegenpart ist der Theismus.


Systematik des Begriffs
Es gibt verschiedene, sich teilweise überschneidende und widersprechende Einordnungen und Systematisierungen des Begriffs „Atheismus“. Weithin gebräuchlich ist die Dreigliederung in den Glauben an Gott bzw. Götter (insbesondere Theismus und Deismus), das Nichtswissen über Gott bzw. Götter (Agnostizismus) sowie das Fehlen des Glaubens an Gott oder Götter (Atheismus).

Insbesondere im angelsächsischen Raum ist hingegen die Unterscheidung in „starken“ (bzw. „positiven“) und „schwachen“ (bzw. „negativen“) Atheismus verbreitet, indem auch der Agnostizismus als Form des schwachen Atheismus gesehen wird.

Nach letzterer Systematik kann der Atheismus nach verschiedenen Kriterien hin systematisch geordnet werden.


Unterscheidung nach dem Religionsverständnis

Atheismus als Ablehnung des Theismus (= Atheismus im engeren Sinne):
Atheismus kann als Gegenentwurf zu allen Theismen (Monotheismus und Polytheismus) angesehen werden. Dann ist ein Atheist jemand, der den Glauben an die Existenz von einem oder mehreren Göttern ablehnt.
Atheismus als Ablehnung aller Religionen bzw. Glaubenssysteme (= Atheismus im weiteren Sinne):
Atheismus kann auch als Gegenentwurf zu allen Transzendentalsystemen angesehen werden, also Überzeugungssystemen, die für die Existenz übernatürlicher Wesen, Wirkkräfte oder Mächte – seien es Götter oder nicht – argumentieren. Abgelehnt werden damit zusätzlich u. a.:
Spiritismus
Animismus
Mystizismus
Neu-religiöse Bewegungen
Heidentum und Neopaganismus

Unterscheidung nach dem Gottesverständnis [Bearbeiten]Als eine gute Unterscheidung gilt hier allgemein die zwischen schwachem (negativem, implizitem) und starkem (positivem, explizitem) Atheismus. Die Unterscheidung liegt im Unterschied der beiden Aussagen:

Ich bin nicht überzeugt, dass es Götter gibt. (= schwacher Atheismus)
Ich bin überzeugt, dass es keine Götter gibt. (= starker Atheismus)

Schwacher Atheismus [Bearbeiten]Der schwache Atheismus kommt ohne den Glauben an Götter aus, verneint jedoch nicht die Möglichkeit der Existenz von Göttern. Dabei werden verschiedene Begründungen geltend gemacht:

Pragmatischer Atheismus: Dieser behauptet, dass eine Erklärung der Welt auch ohne Annahme von Göttern auskomme. Die Existenz von Göttern wird zwar nicht ausgeschlossen, aber die Vorstellung, sie würden existieren, wird als unnötig oder unnütz bezeichnet. Ein Pragmatiker (Alltagsbegriff) und Pragmatist (Philosophie) ist jemand, der die Wahrheit von Dingen nach ihrer praktischen Bewährung und ihrem Nutzen für die Praxis beurteilt. Gott oder Götter sind für viele Pragmatiker und Pragmatisten (wenn auch nicht für alle) unnütz, weil sie bei der Beurteilung und Erklärung der Welt aus ihrer Sicht keinen Nutzen bieten.
Agnostizismus: Dieser behauptet, dass Götter mit den Mitteln menschlicher Vernunft nicht erkennbar seien (intelligibler Agnostizismus) oder dass für die Annahme von Göttern nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten die Beweise/Belege fehlten (szientistischer Agnostizismus). Im intelligiblen Agnostizismus kann man wieder unterscheiden zwischen stark und schwach: Der schwache Agnostizismus behauptet nur, dass Götter möglicherweise nicht, oder noch nicht erkennbar seien, der starke hingegen, dass Götter mit den Mitteln der menschlichen Vernunft prinzipiell nicht erkennbar seien (siehe hierzu weiter unten Rationalistischer Atheismus). Die Zuordnung des Agnostizismus zum Atheismus ist umstritten, er kann auch als eigenständige weltanschauliche Grundhaltung angesehen werden.
Szientistischer Atheismus (siehe Kapitel Analytische Philosophie) hält die Rede über Götter für Unsinn, weil Sätze, in denen diese Begriffe vorkommen, nicht wahrheitsfähig seien. Der szientistische Atheismus behauptet jedoch nicht – genauso wenig wie der schwache Atheismus – dass es keine Götter gäbe. Für ihn ist der Satz „Es gibt keine Götter“ genauso inhaltsleer wie „Es gibt keine Elfen“.
Postulatorischer Atheismus: Dieser meist von Wissenschaftlern selbst vertretene Atheismus geht davon aus, zunächst einmal Götter aus dem System der Erkenntnisse (ergo Wissenschaft) herauszulassen, also keine Götter zu postulieren im Gegensatz zur Theologie. Theistische Annahmen können jedoch später an Grenzbereichen der Wissenschaft oder in unerforschten oder als unerforschbar angesehenen Teilen wieder zugelassen werden (Beispiel: Stephen Hawking Pre-Big-Bang God). Diese Spielart des Atheismus wird oft in Verbindung mit der oben als Pragmatischer Atheismus bzw. Nominalistischer Atheismus bezeichneten Auffassung vertreten.

Starker Atheismus [Bearbeiten]Vertreter eines starken Atheismus sind davon überzeugt, dass es keine Götter gibt. Sie verneinen also direkt die Existenz von Göttern. Hierfür findet sich gelegentlich auch der Begriff Antitheismus. Wiederum werden verschiedene Begründungen unterschieden:

Rationalistischer Atheismus: Dieser geht von der zusätzlichen Annahme aus, dass nur das existieren könne, was auch durch menschliche Vernunft prinzipiell erkennbar ist (ontologischer Epistemologismus). Und weil Götter prinzipiell nicht erkennbar seien, könnten sie auch nicht existieren.
Radikal-szientistischer Atheismus: Während für normal-szientistische Atheisten nur die Rede über Götter unsinnig ist, darf für deren radikale Vertreter nur das als existierend angenommen werden, was nach intersubjektiv überprüfbaren Verfahren wissenschaftlich beweisbar ist. Da dies für Götter und andere transzendentale Ideen nicht gelte, können sie nach dieser Überzeugung nicht existieren.
Theodizee-Atheismus: Dieser behauptet, dass es auf Grund des Leidens und der Ungerechtigkeit auf der Welt keine(n) (allgütigen oder allmächtigen) Gott oder Götter geben könne. In seiner weniger radikalen Form kann der Theodizee-Atheismus auch als schwacher konditionaler Atheismus auftreten: „Wenn ein Gott existiert, dann kann er angesichts des Übels auf Erden nicht allmächtig oder nicht allgütig sein“. Die Existenz eines Gottes wird dabei zwar nicht verneint, jedoch in seinen Eigenschaften begrenzt. Es ist dann eine theologische Frage, ob ein solches Wesen noch als Gott bezeichnet werden kann. Der Theodizee-Atheismus wird durch die typische Frage: „Warum lässt ein Gott zu, dass...“ begründet sowie durch die Ablehnung eines endgültigen Erklärungsversuches: „Gottes Wege sind unergründlich.“.
Logischer Atheismus: Besitzt Ähnlichkeit mit dem Rationalistischen Atheismus. Während der Rationalismus sagt, dass es irgendwelche spezifischen – bis in seine biologische Struktur reichenden – Eigenschaften des menschlichen Verstands seien, die die Erkenntnis von Göttern verhinderten, besagt der logische Atheismus zunächst nur, dass alle Gottesbeweise sich in Widersprüche (Antinomien) verwickelten. Unter der Prämisse, dass etwas Widersprüchliches nicht existieren könne, werden Götter als eigenständige Wesen abgelehnt. (→ Bsp.: Steinparadoxon: „Ein allmächtiger Gott kann jeden Stein erschaffen. Auch einen, den er selbst nicht heben kann.“

Weitere Formen [Bearbeiten]Daneben gibt es auch noch Formen des Atheismus, die den eigenständigen ontologischen Status von Gott oder Göttern einschränken oder verneinen. Im anthropozentrischen Atheismus (Ludwig Andreas Feuerbach etwa) ist Gott kein echtes übernatürliches Wesen, sondern ein Produkt menschlicher Einbildungskraft. Bei Kant ist Gott nur eine regulative Idee der Vernunft. Und im Pantheismus eines Spinoza wird die Idee der personalen Einheit Gottes vollkommen aufgegeben und Gott nur noch als in der Schöpfung als Ganzes wirkende göttliche Substanz aufgefasst.

Herzliche Grüße von

Leòn
 
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Deismus

Deismus
Deismus: Vernunftreligion, Annahme einer Gottheit, die aber nicht in den Lauf der Natur eingreift, keine Wunder tut, sich nicht direct offenbart. Die bekanntesten Deisten (»Freidenker«, freethinker) des 17.-18. Jahrhunderts sind: HERBERT VON CHERBURY, CH. BLOUNT, J. TOLAND, M. TINDAL, A. COLLINS, BOLINGBROKE, SHAFTESBURY, VOLTAIRE, ROUSSEAU, H. S. REIMARUS. »Deist« kommt schon bei BLOUNT, TOLAND und SHAFTESBURY (The moral. I, 2) vor. (Vgl. G. V. LECHLER, Gesch. d. engl. Deismus, 1841.) CRUSIUS bezeichnet als »Deisten« oder »Universalisten« eine »Art von Atheisten« nach welchen »alles, was wir sehen und hören, mit zu Gott gehöret«, also die Pantheisten (Vernunftwahrh. § 236). Nach KANT glaubt der »Deist« an einen Gott überhaupt (Kr. d. r. Vern. S. 496). »Der so allein eine transzendentale Theologie einräumt, wird Deist, der, so auch eine natürliche Theologie annimmt, wird Theist genannt. Der erstere gibt zu, daß wir allenfalls das Dasein eines Urwesens durch bloße Vernunft erkennen können, aber unser Begriff von ihm bloß transzendental sei, nämlich nur als von einem Wesen, das alle Realität hat, die man aber nicht näher bestimmen kann. Der zweite behauptet, die Vernunft sei imstande, den Gegenstand nach der Analogie mit der Natur näher zu bestimmen, nämlich: als ein Wesen; das durch Verstand und Freiheit den Urgrund aller andern Dinge in sich enthalte« (l.c. S. 494 f.). »Der deistische Begriff ist ein ganz reiner Vernunftbegriff, welcher aber nur ein Ding ist, das alle Realität vorstellt, ohne deren eine einzige bestimmen zu können« (Prolegom. § 57).

http://www.textlog.de/1290.html


Deismus

Im Deismus gilt Gott zwar als Schöpfer der Welt, aber als solcher, der seit der Schöpfung keinen weiteren Einfluss mehr auf das Weltgeschehen nimmt. Der Deismus ist in der Zeit der Aufklärung entstanden und resultiert aus der Suche nach einer gemeinsamen Wahrheit, die in allen Religionen enthalten ist und von der Vernunft ausgeht. Dem Deismus zufolge kommt alles, was der Mensch erkennt, aus eigener Einsicht. Göttliche Offenbarung kennt der Deismus ebensowenig wie Wunder oder Prophezeiungen.

www.kathweb.de/port/artikel/911.php


Der Deismus und die Frage: wer ist Gott?

Die Aufklärung geht einher mit der Reifung einer geistigen Strömung, die als Deismus bezeichnet wird. Der Deist glaubt an Gott, ja er sieht in Gott den Schöpfer des Universums. Doch der Deist glaubt nicht daran, daß dieser Gott aktiv und tätig in der Weltgeschichte und direkt im Leben einzelner Menschen wirkt. Der Deist glaubt nicht daran, daß Gott in Jesus Christus Mensch wurde, um die Menschen mit sich zu versöhnen. Der Deist glaubt - das unterscheidet ihn vom Christen - nicht daran, daß Jesus Christus sein persönlicher Retter und Herr ist.

Der Empirismus und Rationalismus fand seinen Einzug in die Kirche in Form des Deismus. Nicht wenige der frühen Naturforscher und Philosophen des 17. und 18. Jahrhunderts glaubten an Gott, an ein intelligentes und oberstes Wesen, das die Welt in ihrer Komplexität und Schönheit geschaffen hat. Doch dieses Wesen schuf, so die Vorstellung, an erster Stelle die Naturgesetze, die jetzt für den Ablauf der Ereignisse verantwortlich sind. Gott ist also weit entfernt von der Menschheit und dem einzelnen Menschen, er ist der erste Beweger, die "erste Ursache" aller dann folgenden Ursachen. So widmeten sich die Forscher dann der Untersuchung eben jener Gesetze und Zusammenhänge, die Gott der Welt gegeben hat.

John Locke (1632-1704), der als Vater der Aufklärung gilt, war ein Christ mit starken deistischen Tendenzen. Er glaubte daran, daß a) Jesus der Messias gewesen ist und b) daß der Christ in Einklang mit seinen Lehren leben soll. John Locke glaubte an die Vernünftigkeit des Glaubens ("The reasonableness of Christianity" 1695), er war der Überzeugung, daß der Glaube nie dem widerspricht, was die Vernunft uns offenbart. Ferner glaubte er an die Freiheit der Religionsausübung. Diese Freiheit forderte er bis hinein in die konkrete Praxis des Glaubenslebens. Obwohl er den christlichen Glauben zu verteidigen suchte, inspirierte seine Theologie doch mehr die Deisten als die Christen.

Auch die Werke von Isaak Newton (1642-1727), Mitglied der Kirche von England und ein Christ, der in Jesus den Retter sah, der von Gott für die Erlösung der Menschheit geschickt worden war, unterstützten den Deismus. Newton glaubte nicht an die Göttlichkeit Jesu. Für ihn war Beobachtung und Erfahrung der einzige Weg zu wirklichem oder wahrem Wissen. Seine Auffassungen über die Naturgesetze sollten die deistischen Philosophen in seiner Nachfolge stark beeinflussen.

Voltaire (1694-1778) war einer der großen Gegner der katholischen Kirche. Er wurde von den Werken von Locke und Newton beeinflußt und wandte sich in seinen Werken gegen die Existenz eines guten und allmächtigen Gottes, ferner gegen jede Form orthodoxen (wie katholischen, lutherischen etc) Christentums. "Ich glaube an Gott, nicht an den Gott der Mystiker und Theologen, sondern an den Gott der Natur, den großen Geometer, den Architekten des Universums, den ersten Beweger, unveränderbar, transzendental, ewig." schreibt Voltaire.

Der Einfluß von Jean-Jacques Rousseau (1712-78) brachte ebenfalls einen starken antichristlichen Impuls. Rousseau war als Calvinist aufgewachsen, wandte sich dann aber dem Deismus zu und schließlich der Natur. Seine Gedanken waren eine wichtige Grundlage für die Revolutionen, die bald Frankreich und die USA erschüttern sollten. Rousseau lehrte, daß die Gesellschaft einen kollektiven eigenen Willen (volonte general) habe, der unabhängig und frei von jeder göttlichen Offenbarung sei, und gegen den die Rechte des Individuums zurückstehen müßten. "Der allgemeine Wille ist in jedem Individuum ein Akt des Verstandes, der, wenn die Leidenschaften schweigen, darüber nachdenkt, was der Mensch von seinesgleichen fordern kann und was seinesgleichen von ihm zu fordern berechtigt ist." (Diderot) Hier vollzieht sich eine Ablösung des göttlichen Gesetzes durch rein menschliche oder gesellschaftliche Kategorien, welche die gesamte Neuzeit an zentraler Stelle prägen. Gott, so glaubte Rousseau, kann man nicht näher kennenlernen. Gleichzeitig sieht Rousseau die Religion in einer Gesellschaft in einer wichtigen Funktion zur Motivation und Harmonisierung des Zusammenlebens. Auch hier hat aber das überlieferte oder aktuelle "Wort Gottes", dem die Reformatoren und die Kirche folgten oder zu folgen vorgaben, längst seine Stellung verloren und es ist die Vernunft, welche die Herrschaft angetreten hat. Über die Vernunft und ihre Rolle werden wir noch weiter nachzudenken haben.
Deismus (von lateinisch deus: Gott), eine rationalistische Religionsphilosophie, die ihre Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert insbesondere in England hatte. Allgemein vertraten die Deisten die Ansicht, daß eine gewisse Art religiöser Kenntnis (die manchmal als natürliche Religion bezeichnet wird) entweder jedem Menschen innewohnt oder durch die Vernunft zu erlangen ist. Die Gültigkeit religiöser Behauptungen, die auf Offenbarung oder den bestimmten Lehren einer Kirche beruhen, verneinten sie jedoch.
Der Deismus entwickelte sich in England zu einer wichtigen religiösen und philosophischen Weltanschauung. Die berühmtesten Deisten des 17. Jahrhunderts waren Edward Herbert, John Toland und Charles Blount. Sie alle vertraten eine Vernunftreligion und wandten sich gegen die übernatürlichen oder irrationalen Elemente in der jüdischen und der christlichen Tradition.
Der Deismus und seine Kritik an Fanatismus und Intoleranz hatte starken Einfluß auf die britischen Philosophen John Locke und David Hume. In Frankreich wurde Voltaire zu einem besonders wirkungsvollen Verfechter des Deismus, dessen rationalistische Kritik an der Kirche und den Wundergeschichten der Bibel noch schärfer war als die der Briten. Doch auch er hielt an dem Glauben an die Existenz einer Gottheit fest. Abwandlungen des Deismus, von denen sich einige dem Atheismus annäherten, wurden auch von vielen anderen berühmten Persönlichkeiten der europäischen Aufklärung vertreten.
Ende des 18. Jahrhunderts gewann der Deismus auch in Amerika an Einfluß. Dort waren Benjamin Franklin, Thomas Jefferson und George Washington Vertreter einer deistischen Weltanschauung. Die bekanntesten amerikanischen Deisten waren Ethan Allen und Thomas Paine.
Elemente der deistischen Vorstellungen sind in den Unitarismus, den Modernismus und in andere moderne religiöse Richtungen eingegangen.

http://www.gymnasium-borghorst.de/nathan/deismus.htm

Deismus

Deismus (von lat. Deus, Gott) ist die Bezeichnung der Lehre über einen Gott, der die Welt geschaffen hat, aber danach ein von der Welt getrenntes Dasein führt und im Gegensatz zum Theismus nicht mehr in das Weltgeschehen eingreift.
Diese rationale Religionsphilosophie hatte ihre Blütezeit in der Aufklärung, im 17. und 18. Jahrhundert (besonders in England und Frankreich). Die Vertreter dieser religiösen und philosophischen Weltanschauung (z. B. E. Herbert, John Toland, Charles Blount, Voltaire, Maximilian Robespierre und Jean Jacques Roussaeu), dessen Grundlage der Sensualismus von John Locke verbunden mit dem Weltbild Isaak Newtons ist, bemühten sich Religion und Autonomie der Vernunft zu vereinbaren.
Der Gottesgedanke wird abstrahiert und von anthropomorphischen Vorstellungen befreit, so dass ein unpersönliches (räumlich und zeitlich in Ferne gerücktes) Urprinzip (Gott = Weltbaumeister, »Urmacher«) ergibt. Dieser Gott, der die Welt wie eine großartige Maschine in ihrer Harmonie und Finalität geschaffen hat, nimmt nun weder durch Wunder noch durch Offenbarung Einfluss auf die Geschichte.
Die Vertreter der sogenannten »Vernunftreligion« wandten sich gegen die übernatürlichen oder irrationalen Elementen in der jüdischen und christlichen Tradition.
Sie übten rationalistische Kritik an der Kirche und den Wundergeschichten der Bibel, an Fanatismus und Intoleranz.
Bezeichnet werden die Deisten auch noch als Freidenker (weil sie gegen die Autorität der Kirche frei zu denken wagen) oder Naturalisten.
David Humes beendete den englischen Deismus (1757) in dem Religion von der Wissenschaft getrennt wurde und nur noch als Glaube möglich ist. Der Deismus bildet ebenfalls die Grundlage für die Freimaurerei.

www.rpi-virtuell.net/verweise/lexartikel.asp?VerweisID=4576
 
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Agnostizismus

Agnostizismus:

Ansicht, daß es von dem an sich Seienden, von den Dingen an sich, den transzendenten Factoren, vom Absoluten kein Wissen gebe und geben könne - die Kehrseite zum Positivismus, Relativismus, Subjektivismus. Das »Ignorabimus« DU BOIS-REYMONDs (Üb. d. Grenzen d. Naturerk. 7, S. 40 ff.) kennzeichnet diesen Standpunkt. Das Wort »Agnostiker« (»Agnoëten«) kommt, als Bezeichnung für die »Monophysiten«, schon in der Kirchengeschichte vor. HUXLEY setzt das Wort »Agnostiker« dem Terminus »Gnostiker« entgegen. »Der Agnostizismus ist in Wirklichkeit kein Glaubensbekenntnis, sondern eine Methode, deren Kern in der strengen Anwendung eines einzigen Grundsatzes liegt.... Positiv läßt sich der Grundsatz so ausdrücken: in Verstandesdingen folge deiner Vernunft, soweit sie dich eben trägt, ohne einer andern Erwägung ein Ohr zu leihen. Und negativ: in Verstandesdingen gib Folgerungen, die weder nachgewiesen noch nachweisbar sind, nicht für sicher aus« (Sociale Essays XXXV). Agnostiker nennen sich auch CH. DARWIN und CARNERI (Empf. u. Bew. S. 28). H. SPENCER, nach welchem das Absolute unerkennbar ist, lehrt einen »agnostischen Monismus« (PAULSEN, Einl. in d. Phil.). Metaphysisch sind Agnostiker auch die Kantianer (z.B. F. A. LANGE) und Positivisten (s. d.), auch R. WAHLE.

http://www.textlog.de/1442.html


Der Begriff 'Agnostizismus'


ist jung, die dahinter stehenden Auffassungen nicht.

Das Wort Agnostizismus ist jung - eine Schöpfung erst des englischen Naturforschers und Philosophen Thomas Henry Huxley (1869) -, die Haltung aber schon in den Upanishaden vorhanden, bei Buddha, Laotse, den griechischen Sophisten, deren bedeutendster, Protagoras, schrieb: "Von den Göttern weiß ich nichts, weder daß es solche gibt, noch daß es keine gibt" [ 89 ]. Agnostiker in der Neuzeit sind Hume, Kant (mit Einschränkung), Comte, Spencer, Darwin, Russell, Camus, die Neukantianer, die Positivisten und, im weiteren Sinn, viele, die oft kaum den Namen kennen.
Der Begriff 'Agnostizismus' wurde zwar erst im 19. Jahrhundert eingeführt, der dahinter stehende Gedanke ist aber, wie Deschner anführt, deutlich älter. Eine auch sprachlich sehr ansprechende Formulierung von Xenophanes möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
Nicht von Beginn an enthüllten die Götter uns Sterblichen alles;
Aber im Laufe der Zeit finden wir suchend das Bess're.
Sichere Wahrheit erkannte kein Mensch und wird keiner erkennen
Über die Götter und alle Dinge, von denen ich spreche.
Sollte einer auch einst die vollkommene Wahrheit verkünden,
Wüßte er selbst es doch nicht: es ist alles durchwebt von Vermutung.
Diese Zeilen geben den Standpunkt des Agnostikers gut wieder: es gibt keine göttliche Offenbarung, aber die Möglichkeit, das vorhandene (Handlungs-)Wissen zu vermehren. Das Problem dabei ist weniger, dass es uns nicht möglich sein könnte, dabei wahre Sätze aufzustellen, sondern, zu wissen, dass wir das getan haben.
Agnostiker trauen nicht blindlings der Vernunft
Wenig disqualifiziert philosophisch so wie Mangel an Mißtrauen; wenig liebt der Agnostiker mehr als Erkenntnis. Doch folgt er der Vernunft nur, solang sie auf nüchterner, methodischer Erfahrung basiert, ihr Eliminieren und Generalisieren im Bereich des Erkennbaren bleibt. Das heißt aber weder, daß er, kurzsichtig und stumpf, ohne Ahnungen, Erwartungen, Wagnisse, auf das ihm Nahe und Nächste nur starre, die bloße Haut der Welt [ 90 ]; noch daß er, verliebt in die Reize des Ungewissen, an offnen Türen vorübergehe und die Agnosie vergötze, aus dem Unbekannten einen Kult, dem Geheimnis einen Gottesdienst mache und, wie Nietzsche frotzelt, jetzt "das Fragezeichen selbst" als Gott anbete. [ 91 ]
Der Agnostiker leugnet nicht die Möglichkeit von Phänomenen, von denen unsere Schulweisheit nichts träumt, schwelgt und schwärmt aber nicht ins Blaue hinein, gibt nicht vor, zu wissen, was er nicht weiß. Zwar erblickt er in den gegenwärtigen Grenzen unseres Erkennens nicht Grenzen für alle Zukunft und schon gar nicht im Vermögen oder Unvermögen Einzelner das Kriterium des Vermögens der Menschheit. Erscheint ihm doch nicht einmal das Erörtern transzendenter Fragen ganz sinnlos was schon die Explikation seines eigenen Standpunkts verbietet. Ihre definitive Beantwortung freilich schließt er aus.

http://www.waschke.de/twaschke/ich/agnost.htm

www.humanistische-aktion.homepage.t-online.de/orientie.h
 
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Was ist Atheismus?

Was ist Atheismus?
Als Theismus bezeichnet man den Glauben an Gott. Als Atheismus demgegenüber einen Nicht-Glauben an Gott (A- ist eine Silbe der Verneinung).

Ein Atheist ist jemand, der nicht an Gott glaubt. Er ist nicht unbedingt jemand, der glaubt, es gäbe kein Gott.

Mehr steckt tatsächlich nicht dahinter. Nach einem landläufigen Vorurteil ist ein Atheist ein Mensch, der glaubt, dass es keinen Gott gibt. Diese Haltung bezeichnet man als positiven oder starken Atheismus - sie wird ziemlich selten vertreten. Eine Position, bei der nur einfach der Glauben an Gott fehlt, nennt man negativen oder schwachen Atheismus.

Atheisten werden oft als Gottlose bezeichnet, meist mit dem Vorwurf, ein Atheist habe auch keine Moral. Das ist aber völlig falsch - eine Haltung, bei der die Moral abgelehnt wird, bezeichnet man als Nihilismus [1] oder als Amoralismus. Ein Atheist kann, muss aber nicht Nihilist oder Amoralist sein. Auch die meisten Atheisten folgen einer Moral (dazu später mehr), nur dass sich ein Atheist zur Begründung seiner Moral nicht auf Gott beruft [2].

Dann ist da noch die Bezeichnung Gottesleugner in Gebrauch. Leugnen wird in zwei Bedeutungen gebraucht, im eigentlichen Sinne heißt es "bestreiten". Demnach wäre ein Gottesleugner jemand, der Gott bestreitet (genauer: seine Existenz). Das trifft für die positiven Atheisten zu, aber nicht für die Mehrheit der Atheisten. Außerdem wird das Wort leugnen noch umgangssprachlich oft in dem Sinne benutzt, dass es sich darum handelt, etwas Wahres bewusst als falsch zu bezeichnen - und in diesem Sinne ist es falsch. Ein negativer Atheist weiß nicht, ob Gott existiert oder nicht. Er hält in der Abwesenheit von guten Gründen es für sinnvoller, sich einer Meinung darüber zu enthalten. An Gott zu glauben bedeutet natürlich, dass man überzeugt ist, Gott existiert. Der Atheist müsste wissen, dass Gott existiert, um ihn im umgangssprachlichen Sinne der "Gottesleugnung" zu beschuldigen. Aber so wenig wie der Theist weiß, ob Gott existiert, so wenig weiß dies der Atheist, er kann also nicht etwas, was er für wahr hält, leugnen. Ein Atheist kann nur sagen, dass er nicht weiß, ob Gott existiert oder nicht - und dass er es nicht sinnvoll hält, an Gott zu glauben. Er ist also ein Ungläubiger.

Atheismus als Weltanschauung ist oft (nicht immer) noch mit mehr verbunden, nämlich der Auffassung, dass die natürliche Welt alles ist, was es gibt (das bezeichnet man als starken Naturalismus) oder dass die natürliche Welt alles ist, was wir erfahren können (das bezeichnet man als schwachen Naturalismus). Mehrheitlich sind die Atheisten schwache Naturalisten, was bedeutet, dass sie weder an übernatürliche Wesen noch an ein Leben nach dem Tode glauben.

Warum sollte man nicht daran glauben, dass ein Gott existiert? Die meisten Theisten halten es für völlig legitim, zu glauben, dass es Zeus oder Thor oder Odin (oder einen der paar tausend anderen Götter, siehe auch →Götter der Welt) nicht gibt. Wie kommen sie dazu? Wenn es nicht richtig wäre, an die Nichtexistenz eines Gottes zu glauben, dann dürfte auch der Theist die Existenz von Zeus und anderen Göttern nicht leugnen (bestreiten). Theisten tun das aber im Allgemeinen, und Christen oder Muslime im Besonderen. Sie sind, was andere Götter angeht, starke Atheisten, zumindest glauben sie nicht an andere Götter. Ihren Unglauben halten sie für ihr selbstverständliches Recht bzw. für gerechtfertigt. Darin muss man ihnen zustimmen, aber es bedeutet auch, dass jeder das Recht hat, für keinen Gott eine Ausnahme zu machen, statt für einen bestimmten eine machen zu müssen.

Ein Atheist glaubt nur (bei tausenden von Göttern) an einen einzigen Gott weniger als der Theist, was bedeutet, dass der Theist ebenso ein "Gottesleugner" ist wie der Atheist, jedenfalls bei nahezu allen Göttern mit einer Ausnahme.

Wenn der Theist dem Atheisten das Recht bestreitet, an einen (seinen) Gott nicht zu glauben, dann bestreitet er sich selbst das Recht, an die anderen Götter nicht zu glauben.

Ohnehin finde ich es nicht nachvollziehbar, dass "alle Menschen an denselben Gott" glauben sollen. Man frage zehn Gläubige nach ihrem Gott, und man wird ein Dutzend verschiedener Antworten bekommen. Kaum einer glaubt an des anderen Menschen Gottes. Beziehen wir die Gläubigen anderer Kulturen mit ein, dann werden die Unterschiede noch dramatischer. An welchen von diesen Göttern soll ich denn nun glauben? Es gibt wohl einen "Gott des kleinsten gemeinsamen Nenners". Das bedeutet natürlich, dass auch die Gläubigen selbst nicht so furchtbar viel über ihren Gott wissen können, sonst wäre ihr Glauben einheitlicher.

Manchmal wandelt sich das Gottesbild eines Theisten während man mit ihm spricht (siehe auch →Wer ist eigentlich Gott?). So werden viele logische Rückschlüsse von der Welt auf Gott gemacht - so wird Gott als Schöpfer bezeichnet, weil die Welt ja "irgendwo" herkommen muss [3]. Das geht nur, wenn so ein logischer Schluss bei Gott überhaupt möglich wäre. Aber schon ein paar Sätze später heißt es dann oft, dass man nicht die Logik benutzen kann oder darf, um damit auf Gott zu schließen. Ist Gott nun der Logik zugänglich oder nicht [4]? Darüber sind sich die Theisten untereinander uneinig, manchmal sogar mit sich selbst.
http://www.atheismus-info.de/#atheismus
 
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Hallo Leon

Finde die ausführungen im grossen und ganzen sehr gut.

Ohnehin finde ich es nicht nachvollziehbar, dass "alle Menschen an denselben Gott" glauben sollen. Man frage zehn Gläubige nach ihrem Gott, und man wird ein Dutzend verschiedener Antworten bekommen. Kaum einer glaubt an des anderen Menschen Gottes.
Das ist aber unlogisch. Wenn ein Verienskollege einen menschen beschreibt und ein Arbeitskollege und seine Frazu und seine kinder, dann hat man auch unterschiedliche aussagen und trotzdem ist es derselbe Mnesch der beschrieben wurde, als verschuiedenen Schichten.

Beziehen wir die Gläubigen anderer Kulturen mit ein, dann werden die Unterschiede noch dramatischer. An welchen von diesen Göttern soll ich denn nun glauben?
Das ist eben die entscheidende Frage. Wir kennen das Problem auch sonst. Für viele Dinge gibt es verschiedenen sich widresorechende meinungen und wir müssen uns netscheiden, wem wir glauben sollen.

Es gibt wohl einen "Gott des kleinsten gemeinsamen Nenners"
Das ist m.E. falsch, den gibt es nicht

so wird Gott als Schöpfer bezeichnet, weil die Welt ja "irgendwo" herkommen muss [3]. Das geht nur, wenn so ein logischer Schluss bei Gott überhaupt möglich wäre.
Na ja, entweder war am anfang unendlich viel masse/Energie, oder es war Gott, beides ist physikalisch nicht erklärbar.

Aber schon ein paar Sätze später heißt es dann oft, dass man nicht die Logik benutzen kann oder darf, um damit auf Gott zu schließen. Ist Gott nun der Logik zugänglich oder nicht [4]?
Klar ist Gott auch der logik zugänglich, aber gleicvhzeitig alleine damit nicht erklärbar, siehe das Beispiel oben, was beweisst, dass mit der logik die Weltentstehung alleine nicht erklärbar ist.
 
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Gnosis - Gnostik - Gnostizismus

Die Gnosis, bzw. der Gnostizismus, darf meines Erachtens hier nicht fehlen!


Hier zunächst ein Zitat aus Wikipedia:

" Die Begriffe "Gnosis", "Gnostik" und "Gnostizismus" werden oft unterschiedslos verwendet. Üblicherweise bezeichnet Gnosis ein religiöses Geheimwissen, das die Gnostiker nach eigenem Verständnis von der übrigen Menschheit abhebt.

In der christlichen Literatur des zweiten und dritten Jahrhundert war „Gnostiker“ eine gängige Bezeichnung für (christliche, jüdische wie pagane) Intellektuelle; Gnosis bedeutete Erkenntnis im allgemeinen Sinn. Die Selbstbezeichnung als „Gnostiker“ ist oft unspezifisch. Gnostische Bewegungen im spezifischen Sinn wurden nach ihren Führern oder Gründern als Valentinianer, Simonianer oder Basilidianer bezeichnet, was aber vermutlich bereits Fremdbezeichnung von Kritikern ist, während diese Gruppen sich selbst vermutlich schlicht „Christen“ nannten (so jedenfalls Justin).

Die unspezifische Selbstbezeichnung als Wissende oder Erkennende wurde im Gefolge antignostischer Polemik christlicher Theologen (insbesondere Irenäus von Lyon) ausgedehnt auf jene geistig nahestehende Gruppierungen und Lehren, welche Glaubensinhalte mit spekulativ-philosophischen Elementen versahen und unter verschiedenen Hinsichten in Abhängigkeits- oder Ähnlichkeitsbeziehungen zu stehen scheinen.

Die spätere Literatur setzte oft fraglos eine einheitliche Bewegung namens Gnosis voraus. Der Begriff Gnostizismus entstammt der Neuzeit. Der englische Philosoph und Theologe Henry More prägte ihn im 17. Jahrhundert zur Zusammenfassung sämtlicher christlicher Häresien. Seit dem 18. Jahrhundert dient Gnosis oder Gnostizismus auch als Interpretationskategorie für zeitgenössische religiöse oder philosophische Strömungen (etwa bei Ferdinand Christian Baur, Johann Gottlieb Fichte oder Rudolf Steiner). Damit gerät freilich das religionsgeschichtliche Phänomen, welches in der Antike als Gnosis bezeichnet wird, aus dem Blick. Auf dem Gnosis-Kongress von Messina wurde daher 1966 eine präzisere Sprachregelung vorgeschlagen. Danach bezeichne Gnosis ein „Wissen um göttliche Geheimnisse, das einer Elite vorbehalten ist“, Gnostizismus hingegen „eine bestimmte Gruppe von Systemen des 2. Jahrhunderts nach Christus“, welche durch historische und typologische Merkmale umgrenzt wird. Dieser Vorschlag steht nicht nur in Konflikt mit der Begriffsgeschichte (etwa insofern er das religionsgeschichtliche Phänomen von einem für Historiker unbrauchbaren Gnosis-Begriff abtrennt), sondern ist auch unterbestimmt.

In der jüngeren Diskussion ist – abhängig von der historischen Einschätzung – umstritten, ob Gnosis als Bewegung innerhalb der christlichen Religion (mit möglicherweise vorchristlichen Vorstufen) zu fassen ist (so etwa Adolf von Harnack) oder als Weltanschauung oder Religion, die sich verschiedenen Religionen anpassen kann (so etwa Quispel und zeitweise Hans Jonas). Hierbei wird unterschiedlich beurteilt, ob Gnosis eine ursprünglich eigenständige Religion oder einen Versuch darstellt, die jüdisch-christliche Religion philosophisch zu untermauern, was dann in der manichäischen Religion endet. Insbesondere jüngere Textfunde haben die Einsicht geschärft, dass es ein einheitliches Phänomen Gnosis nur im Rahmen typologischer Konstruktionen gibt (so etwa Markschies). Teilweise behalten Religionswissenschaftler den Terminus Gnostizismus auch den ausgearbeiteteren System des späten 2. und 3. Jahrhunderts vor. Im angelsächsischen Sprachgebrauch hat sich der Terminus gnosticism weitgehend zur religionswissenschaftlichen Eingrenzung auf spezifische mythische Erscheinungsformen durchgesetzt.


Hauptmerkmale des Gnostizismus
Typischerweise wird die materielle Welt als böse Schöpfung eines eigenen Schöpfergottes oder Assistenten, mithin auch der Körper negativ beurteilt.
Von diesem Demiurgen unterschieden wird ein vollkommen jenseitiger, oberster Gott. Manche Gnostiker gehen davon aus, dass Jesus nicht der Sohn des Gottes der Juden ist. Dabei wird teilweise abgelehnt, dass Jesus der Messias sei, zum größeren Teil wird daraus aber der Gott der Juden negativ (als Demiurg) dargestellt.
Von diesem obersten Gott stammt ein göttliches Element, welches – wie in einem mythologischen Drama erklärt wird – als göttlicher Funke im Menschen schlummert und in der materiellen Welt "fremd" ist.
Dieser verborgene Funken muss vom Menschen erkannt werden, um nicht der materiellen Welt verhaftet zu bleiben.
Gnostische Lehrer beanspruchen oft Privatoffenbarungen und verbreiten meist (wie viele antike Lehrer) nicht alle ihre Lehren öffentlich ("Esoterik").

Antiker Gnostizismus
Ähnlichkeiten zum und Einflüsse auf den christlichen Gnostizismus diskutiert man für religiöse Bewegungen im syrischen, persischen und hellenistisch-jüdischen Umfeld. Die exakten Abhängigkeiten und Einflüsse dieser Bewegungen untereinander sind schwierig feststellbar und umstritten; inwieweit man sie bereits gnostisch nennen kann, hängt stark davon ab, wie man diesen Begriff versteht. Die Annahme einer „jüdischen Gnosis“ etwa ist im Gegensatz zur Rede von „jüdischen Wurzeln der Gnosis“ umstritten, weil viele Charakteristika und ein Interesse an alttestamentlichen biblischen Texten fehlen.

Aufschluss hat man vor allem vom Gnostizismus im frühen Christentum, wobei Elemente der antiken griechischen Philosophie und Religiosität (insbesondere Mittelplatonismus und Neupythagoräer, Seelenwanderungslehre), persischer (insbesondere Zoroastrismus), babylonischer und ägyptischer Religionen auszumachen sind. Auch Zusammenhänge mit dem etwa gleichzeitig in Nordindien entstandenen Mahayana-Buddhismus werden erwogen.


Quellen
Bis ins 20. Jahrhundert waren Historiker und Religionswissenschaftler weitgehend angewiesen auf Textüberlieferungen bei frühchristlichen Theologen wie Irenäus von Lyon, Clemens von Alexandrien, Hippolyt von Rom, Origenes oder Epiphanius von Salamis oder Darstellungen in freilich oft polemischer Verzeichnung etwa bei Justin oder Tertullian. An Originaltexten vor allem in koptischer Sprache sind zu nennen die Codices Askewianus (meist als Pistis Sophia bezeichnet) und Brucianus (meist Bücher des Jeû genannt), der als Papyrus Berolinensis 8502 inventarisierte Kodex Berolinensis (mit dem Evangelium der Maria, dem Apokryphon des Johannes und der Sophia Jesu Christi).

Eine wesentlich breitere Textgrundlage kommt in den Blick, seit 1945/1946 bei Nag Hammadi in Ägypten eine ganze Bibliothek auch gnostischer Schriften gefunden wurde, darunter Parallelen zu den neutestamentlichen Gattungen wie das Thomasevangelium, eine Apokalypse des Paulus und eine des Petrus (sämtlich freilich pseudoepigraphisch), die Paraphrase des Seem.

Des Weiteren sind manichäische Texte zu nennen: die Funde aus Turfan und aus der Oase Dakhleh, die Bibliothek von Medinet Madi, der Kölner Mani-Kodex.

Das Corpus Hermeticum sowie die Hekhalot-Literatur sind, was ihren gnostischen Charakter betrifft, zumindest umstritten (es fehlen im ersteren Falle widergöttliche Kräfte und ein sie bezwingender Erlöser, im zweiten Falle fehlt ein mythologisches Drama um den göttlichen Funken, hier ist eher an eine Nebenform des antiken Judentums zu denken).

Und auch ein Teil der Funde aus Qumran müssen heute in einem gnostischen Blickwinkel besehen und analysiert werden, da sie möglicherweise Vorstufen antiken gnostischen Denkens darstellen.


Nichtchristlicher Gnostizismus
Ursprünge (bzw. Einflüsse auf den christlichen Gnostizismus) findet man im Zoroastrismus, der bereits 600 v. Chr. den Unterschied zwischen dem bösen Demiurgen Ahriman und dem guten Gott Ahura Mazda kannte.

Die Mandäer sind eine bis heute in verschwindenden Minderheiten im Irak und Iran existierende gnostische Religion.

Der Manichäismus war eine gnostisch geprägte antike Religion, in welche viele christliche gnostische Gemeinden aufgingen und die später u. a. vom Islam überlagert und vom großkirchlich konstituierten Christentum bekämpft wurde.

Im Islam werden einige Gruppierungen der extremen Schia (Ismailiten, Aleviten, Nusairier und Drusen), sowie die aus der extremen Schia hervorgegangenen synkretistischen Religionen, z.B. die Jesiden, zum Gnostizismus gerechnet. Manchmal werden auch die Sufis (Anhänger der islamischen Mystik) zu den Gnostikern gerechnet.


Christlicher Gnostizismus
Dem frühen im Entstehen begriffenen großkirchlichen Christentum bedeutete der Gnostizismus die Gefahr einer Abkehr von den jüdischen und neutestamentlichen Wurzeln mit ihrem Monotheismus, ihrer grundsätzlich positiven Sicht der Materie und des Leibes (eine Inkarnation wäre für einen Gnostiker undenkbar) hin zu einer esoterischen und elitären Innerlichkeit, einer unkontrollierten Fortschreibung der Offenbarung und einer spekulativen Verfremdung.

Reflexe des christlichen Interesses für die Gnosis diskutiert man etwa für den Epheserbrief oder den Kolosser-Brief, wo Paulus vor „Philosophie und leerem Betrug“ (2,8) warnt. Für das Johannesevangelium nahm etwa Bultmann Elemente einer gnostischen Erlösungslehre an, dem widersprechen aber entscheidende Merkmale (kein Mythos einer Weltschöpfung durch einen bösen Demiurgen, Inkarnation und Leiden am Kreuz statt Doketismus), wenngleich sich gnostische Theologen gerne auf das Johannesevangelium beziehen, etwa wegen des Beginns mit der Erschaffung der Welt und einer schroffen, nur durch Christus durchbrochenen Trennung zwischen Licht und Finsternis, oben und unten.

Frühe Vertreter der Gnosis sind Simon Magus, Menander, Saturninus, Basilides.

Große Systementwürfe und gnostische Schulen entstehen im 2. und 3. Jh., vor allem die Valentinianer und die sogenannten Barbelo-Gnostiker, auch die Ophiten. Für die sogenannte sethianische Gnosis wird eine Gruppenidentität oft (etwa von B. Layton) bezweifelt, zumal die entsprechenden Texte stark differierende Systeme erkennen lassen. Marcion unterscheidet sich trotz vieler Gemeinsamkeiten in entscheidenden Punkten von ihnen, weshalb sein Status als „Gnostiker“ umstritten ist. Gemeinsam ist diesen Entwürfen der Versuch, eine Synthese jüdisch-christlicher Theologie und vulgärplatonistischer Spekulation in mythologischem Gerüst auszudrücken, wobei göttliche Eigenschaften personifiziert und irdische heilsgeschichtliche und himmlischen Geschehnissen vorgebildet werden.

Die sogenannte "Valentinianische Abhandlung", das einzige originale Dokument der Valentinianer, das auch Irenäus paraphrasiert, gibt in erzählendem Duktus eine platonisierende Lehre von drei Seelenteilen, denen eine dreiteilige anthropologische Klassifizierung entspricht.

pneumatikoi (πνευματικοί, griech. für Geist-artige)
psychikoi (ψυχικοί, griech. für Seelen-artige)
hylikoi (ὑλικοί, griech. für Stoff-artige)
Die Sophia Achamoth gibt, nach der dort gegebenen Erzählung (hier nach W. A. Löhr paraphrasiert), den Pneumatikern die pneumatischen Samen, um mit dem psychischen Seelenteil geformt zu werden. Der psychische Seelenteil muss moralisch erzogen werden, durch die Welt und den Erlöser. Der Erlöser ist pneumatischer und psychischer Natur. Da er keine hylische Natur angenommen hat, kann diese nicht gerettet werden. Die Heilsgeschichte hat ihr Ziel in der Rückkehr der pneumatischen Elemente zum Pleroma. Befreit von ihrer psychischen Hülle, verbinden sich die pneumatischen Seelenteile mit den Engeln, die den Erlöser umgeben. Die psychischen Seelenteile, welche sich durch Glaube und gute Werke bewährt haben, steigen in die erste Achtheit des Pleromas auf.

Gnostische Auffassungen enthielten oft Gedanken der Emanation und einen ausgeprägten Erlösungsglauben.

Die sich herausbildende Kirche schloß Lehrer wie Marcion als Häretiker aus. Obwohl vor allem durch die vorgenannten christlichen Theologen geächtet, gibt es bis heute noch christliche Gnostiker, vor allem aber eine breite Wirkungsgeschichte bis in die Moderne und Gegenwart.


Moderner Gnostizismus
Gnostische Elemente wurden im Mittelalter von der Alchemie, den Bogomilen und den Katharern übernommen, im islamischen Bereich u. a. von Drusen und Jesiden.

Im 19. Jahrhundert übernahmen der Mormonismus und später die Theosophie verschiedene Wesenszüge des Gnostizismus; von letzterer spaltete sich um die Jahrhundertwende die Anthroposophie ab. Für das 20. Jahrhundert sind Einflüsse auf die Rosenkreuzer, die Gralsbewegung und die Psychologie von Carl Gustav Jung zu finden. Ein Kurs in Wundern, ein 1976 publizierter spiritueller Selbststudienkurs, knüpft teilweise an gnostischen Gedanken an. Der sehr populäre Film Matrix greift ebenfalls gnostisches Gedankengut auf.


siehe auch Spiritualismus (theologisch)


Vertreter
Man unterscheidet u.a.

persische Gnostiker
Mandäer bis heute existierend.
Manichäer ehemalige Religion.
Syrisch-ägyptische Gnostiker
Kerinth
Simon Magus und Marcion von Sinope zur Gnosis tendierende Philosophen, ohne vollständig Gnostiker zu sein. Mit großer Wirkung. Vermutlich auch der Jünger des Simon Magus Menander.
Die Valentinianer unter Valentinus entwickelten eine hochkomplexe gnostische Kosmologie.
Die Basilidianer
Für die sogenannten Sethianer zieht die jüngere Forschung eine historische Gruppenidentität in Zweifel. Von der mutmaßlichen antiken Gruppierung ist "Sethianer" als moderne Kategorie zu unterscheiden.
Die Ophiten
Die Kainiten (verehrten Kain, Esau, Korach, und die Sodomiter, glaubten, das Übermaß der Sünde sei der Schlüssel der Erlösung, wenn der Leib böse sei, müsse er geschändet werden.)
Die Karpokratianer
Die Borboriten
Die Bogomilen

Liste von Gnostikern
Simon Magus, auch Erzgnostiker genannt
"Leucius Charinus" legendärer Autor eines späten Zyklus von "Apostelakten“
Menander
Saturninus
Monoimus
Karpokrates, seine Frau Alexandra sein Sohn Epiphanes
Bardesanes von Edessa
Ptolemäus (Gnostiker) sowie Colorbasus
Valentinus
Basilides von Alexandria
Marcion von Sinope, mit gnostischen Tendenzen
Angeblich gnostisch beeinflusst:

Jacob Taubes, Philosoph und Religionswissenschaftler
Carl Schmitt, Staatsrechtler und Philosoph
Samael Aun Weor "

http://de.wikipedia.org/wiki/Gnostizismus

Und aus dem ökumenischen Heiligenlexikon:


Gnosis - Gnostizismus
Gnostizismus - von griechisch "gnosis", "Erkenntnis" - war eine religiös-philosophische Bewegung im 2. und 3. Jahrhundert. Obwohl sich die meisten gnostischen Richtungen zum Christentum bekannten, unterschieden sie sich maßgeblich vom Glauben der Frühkirche. Nach gnostischer Lehre fielen Funken oder Samen des Göttlichen Wesens aus der transzendenten geistigen Sphäre in die materielle böse Welt. Durch die Wiedererweckung des göttlichen Elements mit Hilfe von Erkenntnis könnte der Mensch in seine Heimat, den spirituellen Bereich des Transzendenten, zurückkehren.

Da die christlichen Gnostiker die Gleichsetzung des Gottes des Alten Testaments mit dem Gott des Neuen Testaments ablehnten, entwickelten sie eine eigene Interpretation des Wirkens Jesu. Sie verfassten apokryphe Evangelien wie das Thomas- und das Marien-Evangelium, mit denen sie belegen wollten, dass Christus als der göttliche Geist im Körper des Menschen Jesus lebte. Zu den bekanntesten christlichen Gnostikern zählen Valentinus und sein Schüler Ptolemäus. Die Entwicklung der christlichen Mystik und Askese trug dazu bei, dass der Gnostizismus zurückging und als Bewegung am Ende des 3. Jahrhunderts fast völlig verschwand.

Im Irak und Iran gibt es heute noch eine kleine, nicht-christliche gnostische Sekte, die Mandäer.


http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Gnosis_-_Gnostizismus.htm
 
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Offenbarung

Offenbarung - aus Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Offenbarung

Bedeutung
In der Sprache des Alltags versteht man unter Offenbarung das Sich-Erschließen eines Geheimnisses: etwas bislang Verborgenes wird enthüllt. Im Rechtswesen erklärt ein Schuldner mit dem Offenbarungseid, dass er bei der Darstellung seiner Vermögensverhältnisse nicht gelogen hat und dass er seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Im religiösen Sprachgebrauch bezeichnet das Wort Offenbarung gewöhnlich eine auf übernatürlichem Wege stattfindende Mitteilung göttlicher Wahrheiten oder eines göttlichen Willens. Abkürzend nennt man auch das letzte Buch des Neuen Testaments (die Johannesapokalypse) schlicht Offenbarung, das Wort wird dann als Eigenname benutzt. Mitunter wird das Wort Offenbarung auch im übertragenen Sinne scherzhaft gebraucht ("Das Essen war eine Offenbarung").


Wortgeschichte
Aus dem althochdeutschen Adjektiv offan ("offen") wird schon früh die Ableitung offanbar ("deutlich, klar ersichtlich, eindeutig") gebildet, dazu das Verb offenbaeren mit der Bedeutung "offen zeigen, enthüllen, kundtun" sowie das mittelhochdeutsche Substantiv offenbarunge ("Kundgabe, Bekenntnis"). Im heutigen Deutsch fächern sich die Bedeutungen weiter aus, so auch im Sinne von "sich jemandem anvertrauen". In der Bibelübersetzung von Martin Luther steht das Wort Offenbarung für das griechische apokalypsis ("Enthüllung, Offenbarung"), von dem sich auch die Fremdwörter Apokalypse und Apokalyptik herleiten. Die Wortbestandteile des dazugehörigen Verbs apokalyptein ("enthüllen, entblößen, offenbaren, kundtun") apo ("weg") und kalyptein ("verhüllen") bedeuten soviel wie "eine Verhüllung fortnehmen". Die Bedeutungen der Wörter Apokalypse und Offenbarung decken sich im Deutschen nicht, da sich mit dem Wort "Offenbarung" nicht von vornherein jene düsteren Anklänge an ein Ende der Welt und an ein Strafgericht verbinden, die im Deutschen mit "Apokalypse" konnotiert sind.

Der nachfolgende Text befasst sich vor allem mit der religiösen Bedeutung von Offenbarung.
Offenbarung - aus Wikipedia:


Allgemeines

Begriff
Betrachtet man die Wortbedeutung näher, lässt sich nach vier Gesichtspunkten weiter unterscheiden. Zunächst handelt es sich um einen Vorgang, ein Ereignis des Offenbarens: die Erschließung eines Gegenstandes oder Sachverhaltes, der bis dahin unbekannt oder nicht (ausreichend) geklärt gewesen ist. Dieses Geschehen wird dann näher als (Erschließungs-)Erlebnis (1.) gekennzeichnet. Offenbarungserlebnisse gehen weiter auf einen Urheber (2.) zurück. Offenbarungserlebnisse widerfahren dem Subjekt (Passivität) (3.), das sie erlebt, ohne dessen willentliches Zutun. Zuletzt kann der Inhalt von Offenbarungen (4.) zum Gegenstand von Betrachtungen werden. Theismus, Atheismus und Agnostizismus beurteilen Offenbarungserlebnisse unterschiedlich.

1. Es lässt sich feststellen, dass Offenbarungserlebnisse selbst im Rahmen einer Tradition höchst individuell ausfallen können, weshalb man auch von der "Vielfalt religiöser Erfahrung" (W.James) gesprochen hat. Für jene, welche von ihnen berichten, sind Offenbarungen einschneidende Erlebnisse, die den ganzen Menschen ergreifen und sein künftiges Leben nachhaltig verändern können. Vielfach werden Offenbarungserlebnisse als überwältigend beschrieben, häufig wird ihr verpflichtender Charakter betont. Will man nach Sinnesorganen unterscheiden, mit dem eine Offenbarung vom Empfänger wahrgenommen wird, lassen sich mindestens zwei Arten von Offenbarungen unterscheiden. Manche Offenbarungen werden - in welcher Weise auch immer "geschaut" (Vision), manche werden - in welcher Weise auch immer - "gehört" (Audition). Im Einzelnen erfolgen Offenbarungen durch die Gottheit selbst unmittelbar, durch Boten, im Traum oder durch Orakel.

2. Aus der Sicht des Monotheismus ist Gott der alleinige Urheber von Offenbarungen, auch wenn er sich göttlicher Botschafter (Engel) oder menschlicher Mittler (Propheten) bedienen mag, um seine Geheimnisse zu enthüllen. Jene, die Offenbarungen erleben, verstehen sie als eine Selbstmitteilung, ein Sich-Selbst-Zeigen Gottes. Als Dokument eines solchen Erlebnisses lässt sich das sogenannte Memorial des Blaise Pascal ansehen. Der Atheismus hält Offenbarungen für Illusionen des erlebenden Subjekts oder für Betrug. Der Agnostizismus hält die Frage in Nachfolge der antiken Skepsis für unentscheidbar und enthält sich in der Sache jedes Urteils (Epoché).

3. Die hohe Bedeutung von Offenbarungen für jene Menschen, die sie erleben, beruht auf dreierlei Ursachen. Zunächst werden Offenbarungserlebnisse von starken Gefühlen begleitet, und zwar sowohl von Angst- als auch Glücksgefühlen. Weiter ist mit Offenbarungen ein Anspruch auf Erkenntnis und Wahrheit verbunden. Da Offenbarungen oft als Befehle oder Gebote erlebt werden, geht von solchen Erlebnissen zuletzt auch ein starker Handlungsdruck aus, bei Nichtbefolgen göttlicher Gebote unter Umständen auch Gewissensnot (Gewissen).

4. Der Inhalt von Offenbarungen kann ganz verschiedene Dinge betreffen: einzelne Ereignisse im künftigen Leben eines Menschen oder einer Gruppe von Menschen, die Deutung der Vergangenheit und die Vorhersage des Ganges der Geschichte im Ganzen, Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens und die Rolle des Menschen in der Welt, die Geltung von Gesetz und Moral und anderes mehr. Kurz: alles, was dem Wohlergehen des Menschen in diesem Leben und seinem Heil im Jenseits förderlich ist, kann Inhalt von Offenbarungen werden. Eine Religion, die sich für den Kern ihrer Lehre Dogma und für ihre Institutionen auf Offenbarungserlebnisse beruft, nennt man Offenbarungsreligion.

Stifterreligionen betrachtet die Offenbarungsinhalte in aller Regel als abgeschlossen. So ist beispielsweise ein Kanon an Heiligen Schriften fest definiert. Änderungen an der Glaubenspraxis werden über Traditionsbildung ermöglicht, die je nach Religion einen unterschiedlichen Einfluss hat. In solchen Religionen ist eine weitere Offenbarung meist nur noch in Form persönlicher, privater Kommunikation möglich und wird dabei in den allermeisten Fällen als nicht verallgemeinerbar betrachtet.


Abgrenzungen

Offenbarung, Erscheinung, Erleuchtung, Inspiration, Wunder
Der Begriff Offenbarung kann von anderen, z.T. verwandten Begriffen abgegrenzt werden. Zu diesen gehört auch der Begriff Erscheinung (Epiphanie), der oft synonym gebraucht wird. Auch in der Welt der griechisch-römischen Antike kann die Gottheit "erscheinen", beispielsweise, wenn Zeus der Europa als Stier erscheint, ohne seine wahre Gestalt erkennen zu lassen. Ein anderer verwandter Begriff ist Erleuchtung. Der Unterschied zwischen Offenbarung und Erleuchtung ist wichtig mit Blick auf Religionen, die nicht an einen personalen Gott glauben. Einsicht durch Erleuchtung spielt im Buddhismus eine große Rolle. Buddha empfing seine Lehre auf dem Wege der Erleuchtung, aber nicht als Offenbarung durch einen als Person gedachten Gott. Gerade auch im Satori des Zen-Buddhismus hat das blitzartige Aufleuchten von Erkenntnis einen großen Stellenwert. (Siehe auch Kensho!) Auch die Erlebnisse der Mystiker unterscheiden sich von Offenbarungen im engeren Sine dadurch, dass meist die Unio mystica gleichsam als ein ganzheitliches Erleben vorgestellt wird, bei dem ein Gegenüber fehlt, während alle Offenbarung als Kundgabe zwischen einem Geber und einem Empfänger gedacht wird. Der Begriff Inspiration ist mehrdeutig; im religiösen Sprachgebrauch meint er eine Eingebung Gottes. Christen gilt die Bibel als Gottes Wort (was sich etwa auf 2.Timotheus 3,16.17 beziehen kann). Wie diese Eingebung geschieht, darüber gehen die Meinungen auseinander (vgl. unten: "Mündliche Offenbarung"). Wunder werden als Zeichen Gottes oder als Anzeichen seiner Nähe verstanden, sind aber ohne Deutung nicht als Kundgabe eines göttlichen Urhebers zu verstehen.


Natürliche und übernatürliche Offenbarung
In der europäischen Geistesgeschichte spielt die Unterscheidung zwischen natürlicher und übernatürlicher Offenbarung eine große Rolle. Natürliche Offenbarung bedeutet, dass mit den Mitteln des Verstandes jedem Menschen, auch jenen, die nicht glauben, eine Erkenntnis Gottes aus der von ihm geschaffenen Welt möglich ist. Eine direkte Selbstmitteilung Gottes ist dazu nicht erforderlich. Die Natürliche Theologie macht derartige Erkenntnisbemühungen zu ihrem Gegenstand und versucht dabei besonders seit der Scholastik auch, zu Gottesbeweisen zu gelangen. Übernatürliche Offenbarung bedeutet demgegenüber eine Form der Offenbarung, welche nicht jedem Menschen verstandesmäßíg erschließbar ist. Dies betrifft nach scholastischer Auffassung die Mysterien des Glaubens und kann gemeinhin auch bezogen werden auf außergewöhnliche Selbstbezeugungen Gottes, die ausgewählten Menschen widerfahren. Insbesondere breite Teile des Protestantismus vertraten eine Angewiesenheit auf übernatürliche Offenbarung, um religiöse Wahrheiten zu erschließen und traten damit der natürlichen Theologie entgegen.


Anspruch und Kriterien der Wahrheit von Offenbarungen
Der Glaube an Offenbarungen schließt zwei Annahmen ein: zum einen soll eine Offenbarung von Gott bewirkt worden sein; zum anderen soll die Offenbarung, sofern sie als Aussage verstanden wird, wahr sein. Der Wahrheitsanspruch derer, die als Zeugen von Offenbarungen auftreten, wird schon innerhalb des Offenbarungsglaubens selbst fraglich. Das Problem gründet im Erlebnischarakter von Offenbarungen und wird z.B. im Pentateuch (5. Mose 18,21) in der Frage greifbar: "Wie kann ich merken, welches Wort der Herr nicht geredet hat?" - Diese Frage hat bis heute keine allgemein überzeugende Antwort gefunden. Biblische Texte werten zutreffendes Vorherwissen der Zukunft als Kriterium der Echtheit von Offenbarung: "...wenn der Prophet redet in dem Namen des Herrn und es wird nichts daraus und es tritt nicht ein, dann ist es ein Wort, das der Herr nicht geredet hat. Der Prophet hat's aus Vermessenheit geredet, darum scheu dich nicht vor ihm." (5.Mose 18,22) Eine Abgrenzung von glücklich erratenem zukünftigem Geschehen ist mit diesem Kriterium nicht möglich. An Stellen wie dieser ist deutlich, dass unechte Offenbarung mit der moralischen Unzulänglichkeit des Propheten erklärt wird. Das Problem der falschen Propheten wird im Alten wie im Neuen Testament beklagt. Freilich können auch sonst glaubwürdige Zeugen irren.

Die vor allem seit dem 14. Jahrhundert sich herausbildende scholastische Apologetik hat diese Probleme oft gesehen. Da sie aber eine Einsicht in die Geheimniswahrheiten der Offenbarung mittels natürlicher Vernunft ablehnte, kehrte sie äußere Kriterien hervor. Ein allgemeiner Konsens, wie diese Kriterien zu bestimmen und anzuwenden sind, bestand nicht. Mit der Aufklärung im 17. Jahrhundert, der Herausbildung eines historischen Bewusstseins und einer auch für Offenbarungsquellen Anwendung findenden geschichtswissenschaftlichen Methodik, schließlich mit Wandungen im Offenbarungsbegriff im 20. Jahrhundert wurde eine solche Argumentationslinie zumindest in der christlichen Theologie mehr und mehr verabschiedet.

Ein weiteres Problem bringt der interreligiösen Vergleich hervor: Offenbarungsreligionen widersprechen sich zumindest in einigen als offenbart beanspruchten Lehren. Daher können nach Meinung vieler Religionsphilosophen diese Lehren nicht je zugleich auf wahrer Offenbarung beruhen.


Offenbarungsglaube und Toleranz
Religionskritiker sehen die Heiligen Schriften über weite Strecken als Gebrauchsanweisungen zur Intoleranz. Nicht nur Religionskritiker betonen, dass der Anspruch auf absolute Wahrheit und Unfehlbarkeit Fanatismus und Fundamentalismus begünstigen kann. Die heftigen Debatten um den Kreationismus in den Vereinigten Staaten zeigen, dass immer noch Rückfälle in naiven Buchstabenglauben geschehen.

Unbestreitbar ist die Geschichte der Offenbarungsreligionen weithin eine Geschichte der Intoleranz. Allerdings gibt es seit dem frühen Mittelalter immer wieder Ausnahmen. Einige Werke der Gattung der Religionsdialoge sind hier zu nennen. So hat beispielsweise die Lessingsche Ringparabel Vorläufer im 8. Jahrhundert. Beispiele religiöser Intoleranz sind jedoch Legion. Noch der Syllabus errorum verurteilte alle Religionsfreiheit. Auch im Streit um den Modernismus wurde die Alleingültigkeit des eigenen Glaubens von Seiten des römischen Lehramts beibehalten. Im Protestantismus sprach sich vor allem Karl Barth gegen Toleranz aus: "Kein gefährlicherer, kein revolutionärerer Satz als dieser: dass Gott Einer, dass Keiner ihm gleich ist!...Wird dieser Satz so ausgesprochen, dass er gehört und begriffen wird, dann pflegt es immer gleich 450 Baalspfaffen miteinander an den Leib zu gehen. Gerade das, was die Neuzeit Toleranz nennt, kann dann gar keinen Raum mehr haben. Neben Gott gibt es nur noch seine Geschöpfe oder eben falsche Götter und also neben dem Glauben an ihn Religionen nur als Religionen des Aberglaubens, des Irrglaubens und letztlich des Unglaubens." Auch Emil Brunner vertrat einen rigorosen Ausschließlichkeitsanspruch seines Glaubens. Erst nach den geschichtlichen Erfahrungen mit Religionskriegen, Weltkriegen und Totalitarismen erlangte Toleranz in Bekenntnisfragen für Vertreter beider Konfessionen größeres Gewicht. Jedoch erkannte das 2. Vatikanische Konzil erst 1965 die Religionsfreiheit an. Die Zeiten haben sich geändert; dass Vertreter beider Konfessionen sich für ein "Weltethos" (Hans Küng) engagieren können, ist eine Selbstverständlichkeit geworden.

Gleichzeitig gibt es jedoch in den Offenbarungsreligionen erstarkende Gegenströmungen. Dieselben Urkunden des Glaubens lassen viele Deutungen zu - oft Deutungen, die mit Ausschließlichkeitsanspruch vertreten und verfochten werden.

Die Schriften des Judentums, des Islams und des Christentums enthalten viele Stellen, welche im Sinne einer Toleranz auch in Fragen des Bekenntnisses verstanden werden können. Es gibt im Koran Stellen, die tolerant verstanden werden können. Der 256. Vers der zweiten Sure ("Die Kuh") fordert: "Es sei kein Zwang im Glauben." Und nicht weniger deutlich ermahnt die zehnte Sure in ihrem 99.Vers alle Muslime: "Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?" Die lange nach dem Tode des Propheten entstandene Schari'a und die mit ihr verbundene islamische Weltanschauung haben jedoch verhindert, dass sich aus diesen eindeutigen Aussagen des Korans wirksame politisch-rechtliche Konsequenzen im Sinne der europäischen Menschenrechte entwickeln konnten. Auch die Quellen des Buddhismus belegen des Toleranzgebot. Für Buddha kann das Gleichnis von den Blinden und dem Elefanten als typisch angesehen werden. Buddhistische Lehren zielen oft die Einsicht, dass Glaubenslehren höchsten den Charakter von Behelfen haben. Offenbarungsreligionen haben dagegen oft unbezweifelbar hinzunehmende Autorität verlangt, die absoluten Gehorsam fordert - zwei wesentliche Quellen aller Intoleranz. Die Idee, dass auch jeder Andersläubige einen Zipfel der einen Wahrheit fasst, wird dann ausgeschlossen. Derartige Ideen finden sich auch in biblischen Stellen wie beispielsweise Apg 17 oder Röm 1. Diese Stellen hatten nach heutigen Maßstäben nicht die Wirkungsgeschichte, die sie verdient hätten.


Offenbarung durch ein spirituelles Erleben
Offenbarung im religiösen Sinn wird oft passiv erlangter Gewinn religiöser Überzeugungen durch unmittelbares spirituelles Erleben verstanden. Da dieses Erlebnis für andere Menschen nicht nachprüfbar ist, entzieht es sich der Prüfbarkeit mittels experimentell-wissenschaftlicher Methode. Naturwissenschaftlich ist über den Wahrheitsgehalt von Offenbarungsberichten daher nichts aussagbar. Von Kritikern werden daher Offenbarungen als Irrtum, Schein, Illusion, wenn nicht als Wahnmanifestation eingestuft. In der Psychiatrie und in psychiatrischen Tests werden Offenbarungs-Wahrnehmungen und magisches Denken als Psychosekriterium abgefragt.

Einige Theologen fassen daher den Wahrheitsgehalt von Offenbarungen in der Weise auf, dass im Gegensatz zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen eine Offenbarung als religiöses Erschließungsereignis immer den ganzen Menschen bestimmt und beeindruckt. So verstanden haben Offenbarungen sich an ihrem Erschließungscharakter zu messen, also daran, inwiefern sie das Ganze menschlichen Lebens sinnhaft strukturieren. Dieses Verständnis nimmt Anhalt am alltagssprachlichen Sinn von "Offenbarung": wertneutraler, nicht unbedingt religiös besetzt meint "Offenbarung" ähnliches wie Erleuchtung.

Der Ursprung von Offenbarung ist, nach theologischem Verständnis, ein ´übernatürlicher´ bzw. transzendenter Grund. Der Empfänger einer Offenbarung wird oft als Prophet oder Botschafter Gottes bezeichnet.


Judentum
In der hebräischen Bibel wird von zahlreichen Offenbarungen an Propheten berichtet, angefangen bei Noach und Abraham, weiter über Mose, Elija, Jeremia und Jesaja bis zu Daniel. Für sie alle wird der Anspruch erhoben, göttliche Botschaften empfangen zu haben. Auch weibliche Propheten werden als Überbringer von Gottesnachrichten dokumentiert.


Christentum
Das Thema der Offenbarung bildet seit langem einen umfangreichen Traktat der dogmatischen Theologie. Je nach theologischer Rahmentheorie wurden und wird auf verschieden gewichtete Texte der Tradition zurückgegriffen und eine anderes akzentuierte systematische Position entwickelt. Weithin unbestritten ist der zentrale Rang des Offenbarungsbegriffs.

Die klassische katholische Theologie kennt drei grundsätzliche Offenbarungsquellen: Schrift, Tradition und Natur. Allerdings hat besonders die scholastische Theologie einen Unterschied gezogen zwischen dem, was "aus der Natur" und dem, was genuin nur "aus der Offenbarung" bzw. Gnade zugänglich ist. In ersteren Bereich fielen vor allem Themen der philosophischen Gotteserkenntnis bzw. genauer der sogenannten Natürlichen Theologie.

In welchem Verhältnis diese beiden Offenbarungen zueinander stehen können, wurde in der spätscholastischen Philosophie der Gegenreformation auf folgende Formel gebracht: "Die Gnade vollendet die Natur, sie hebt sie aber nicht auf" (lateinisch: Gratia perficit naturam, non tollit). Damit waren die beiden möglichen Extrempositionen vermieden: zum einen der sehr starke Gnadenbegriff der Reformatoren ("durch Gnade allein" , "durch Schrift allein", "durch Glauben allein" - lateinisch: sola gratia, sola scriptura, sola fide), zum anderen aber auch das schriftferne Abgleiten in die Verehrung des Naturhaften im Panentheismus (Naturhaftes wird vergöttlicht). Komplexer wird die Analyse der Erkenntnisquellen in der Lehre der loci theologici.

Dies zeigt bereits, wie sich die Bedeutung des Offenbarungsbegriffs mit dem Wandel der Theologie insgesamt ändert. Oft unterteilt man diese Wandlungen in drei Phasen: ein epiphanischer Offenbarungsbegriff (Berichte von Erscheinungen Gottes) zeigt sich in Frühformen, ein instruktionstheoretischer Offenbarungsbegriff seit der Spätscholastik, nominalistischer Schultheologie oder Aufklärung (Gott offenbart Sätze), ein kommunikationstheoretischer Offenbarungsbegriff spätestens mit der Instruktion "Dei Verbum" des 2. vatikanischen Konzils (Offenbarung ist stets Selbstoffenbarung, Zuwendung eines personalen Gottes zu einem personalen Gegenüber). Offenbarung als "Selbstmitteilung Gottes" wird oft im Sinne einer kommunikativen Gemeinschaft mit Gott entwickelt.

Praktisch gewendet mag die Lehre von den zwei Offenbarungswegen (Bibel und Natur bzw. Vernunft) vor einer Ideologisierung schützen. Denn: Da zum einen sich Gott den Menschen auf zwei verschiedene Weisen zeigt, zum anderen davon ausgegangen wird, dass er sich auf diesen beiden Wegen nicht widersprüchlich dem Menschen zeigt, steht der Mensch vor der Herausforderung, seine eigene Welt- und Schöpfungserfahrung mit denjenigen Erkenntnissen, die er der Bibel entnimmt, zu harmonisieren. Oder anders gesagt: Der Christ ist einerseits dazu herausgefordert, die Bibel vor dem Hintergrund seiner Welterfahrung je neu auszulegen und umgekehrt seine Welterfahrung mit Hilfe der biblischen Darstellungen je neu zu deuten. Aus dieser permanent gelebten Spannung heraus gestaltet er - freilich im Kontext der Kirche und mit der Hilfe von Tradition und Lehramt - sein selbst zu verantwortendes Leben vor Gott.


Islam
Neben Wahrträumen und Visionen definiert sich die Offenbarung im Islam unter anderem als eine zwischen Gott und dem Propheten auftretende, durch den Erzengel Gabriel überbrachte Kommunikation. Jedoch verschließt sie sich auch nicht dem, dem Christentum ähnlichen, weitergefassten Offenbarungsbegriff, der die Erkenntnis Gottes durch das Beobachten seiner Schöpfung meint. Dem Glauben der Muslime zufolge ist der Heilige Koran in Form einer wörtlichen Offenbarung in einem Zeitraum von 23 Jahren an den Propheten Mohammed herabgesandt worden. Seine Zeitgenossen berichten, dass sie dem Propheten anfänglich in großen Zeitabständen und bruchstückweise zu kamen, dann aber immer rascher und umfangreicher, und in den letzten Jahren seines Lebens zu einem ununterbrochenen Strom anschwollen.

In diesem Zusammenhang wird von einigen islamischen Gelehrten eine Unterscheidung zwischen der "individuellen" und der "konstitutionellen" Offenbarung getroffen. Letztere wird an einem Propheten mit dem Ziel getragen, die enthaltene Botschaft an einen großen Kreis von Menschen weiter zu geben, während Erstere vom Inhalt her weniger Tragweite besitzt und vielmehr als ein Liebesbeweis Gottes seinem Diener gegenüber fungiert, um Einsicht in verborgene spirituelle Realitäten zu gewähren. Ob und inwiefern das "Tor der Offenbarung" auch heute noch offen steht, ist in der islamischen Welt heftig umstritten. Die Meinungen reichen von einer konsequenten Ablehnung seitens der Orthodoxie bis hin zu einer lebhaften Auseinandersetzung und in der Natur des Menschen als angeboren betrachteten Fähigkeit, diese zu erfahren (Sufis, aber auch Ahmadiyya).


Asiatische Religionen
In den asiatischen Religionen spielt der Begriff der Offenbarung oder göttlicher Eingebungen eine wesentlich geringere Rolle als in den drei Buchreligionen. Aber auch im Hinduismus ist die Offenbarung des Göttlichen von Bedeutung. Bekanntes Beispiel ist die Offenbarung Krishnas im zehnten und elften Gesang der Bhagavadgita, sowie die Offenbarung der Göttin im Devi Bhagavatam (7. Buch, Kap.33), einem der wichtigsten Bücher des Shaktismus.

Indirekte Offenbarung durch Erkennen der Welt

Schöpfung als Offenbarung
Viele Religionen, darunter der Buddhismus (in Teilen), der Hinduismus und die diversen Formen des Lamaismus, deuten die Welt anhand eines Schöpfungsmythos. Vorausgesetzt wird, dass (ein oder mehrere Götter) die Welt entweder direkt erschaffen haben oder zumindest eine bereits vorhandene, ungeordnete Masse so geformt haben, dass daraus ein Kosmos, eine nach Gesetzen geordnete Welt, entstanden ist. Vor diesem Hintergrund wird die Welt als Produkt des göttlichen Willens verstanden. In ihr offenbaren sich daher Eigenschaften ihres Schöpfers.


Monotheismus
In den monotheistischen Religionen wird der Begriff Offenbarung für einen Akt Gottes benutzt, der damit dem Menschen etwas über sich bekannt gibt, zu einem Erkenntnisgewinn führen soll, seinen Willen kundtut oder sich selbst offenbart (im Sinne von: seine Verborgenheit überwindet).

In der geschichtlichen Entwicklung der Religionen treten unterschiedliche Offenbarungsbegriffe auf. Offenbarungen (im Plural) werden daher auf verschiedenste Weisen interpretiert. Die christliche Theologie hat in verschiedener Form vertreten, dass Wunder und Werke als Beleg für das Wirken Gottes auf Erden dienen.


Mündliche Offenbarung
Viele Religionen lehren auf verschiedene Weise, dass Gott direkt mit den Menschen kommunizieren kann, um ihnen den Text einer Offenbarung direkt einzugeben, quasi zu diktieren, die sogenannte Verbalinspiration. Nach der Realinspiration verfasst der Mensch den Bibeltext, der nachträglich von Gott "abgesegnet" wird. Nach der Personalinspiration hat die Bibel zwei Ursachen: Gott und den Menschen. Beispielhaft für eine Verbalinspiration sei die Neuoffenbarung angeführt.

Zur Neuoffenbarung siehe bitte hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Neuoffenbarung

http://www.bible-only.org/german/handbuch/Neuoffenbarung.html
 
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Nicht alle Christen sind Theisten

Deismus


Der Begriff D. findet sich bereits 1563 bei Pierre Viret, doch die Bewegung der Deisten erlebte ihren Aufschwung erst im 17. und 18. Jh. Der D. war zunächst v.a. in England lebendig, wo Herbert von Cherbury, Matthew Tindal, John Toland und Anthony Collins die geistigen Grundlagen schufen. Deren Werke verursachten einen Skandal. Obwohl es innerhalb der Bewegung sehr unterschiedl. Ausrichtungen gab, war der D. von einer heftigen Polemik gegen die bibl. Offenbarung und gegen die Amtskirche gekennzeichnet. Er ging von einer Naturreligion aus, zu der der Mensch allein durch den Gebrauch seiner Vernunft finden kann. Zwar beriefen sich die Anhänger des D. auf John Locke und dessen vernünftiges und tolerantes Christentum, entfernten sich aber durch die Radikalität ihrer Äusserungen von ihrem Vorbild. Die Apologeten des Christentums stellten die Deisten den Atheisten (Atheismus ) gleich, obwohl diese keineswegs die Existenz Gottes verneinten. Sie prangerten jedoch ohne Nachsicht die angeblichen Widersprüche, ja die Immoralität der Hl. Schrift an. Diese erachteten sie bestenfalls als widersprüchlich und schlimmstenfalls als eine von der Kirche geschickt ausgenützte Täuschung. Damit verlor die Bibel ihren sakralen Charakter. Dennoch, trotz Radikalität und polem. Schärfe, trugen die deistischen Reflexionen über das Alte und das Neue Testmament zur Entwicklung der wissenschaftl. Bibelkritik bei, v.a. was die Aufklärung der jüd. und christl. Ursprünge, die Geschichte des Bibelkanons und die Deutung der Prophezeiungen betrifft.

In der Schweiz kam es erst im 18. Jh. zu Debatten über den D., obwohl bereits im letzten Viertel des 17. Jh. gewisse Theologen dessen Gefahr angeprangert hatten. Es waren v.a. die Apologeten des Christentums, an ihrer Spitze Albrecht von Haller, die an dieser Diskussion teilnahmen. Sie wandten sich gegen eine Bewegung, die sich in Europa zunehmend verbreitete, nicht zuletzt dank des grossen Einflusses von Voltaire. In der zeitgenöss. Literatur der Schweiz finden sich hingegen kaum Spuren des D.; zu erwähnen wäre allenfalls Jakob Heinrich Meister. Bezeichnenderweise hat sich Jean Salchli, damals Vikar der Lausanner Akademie, in seinem 1756 veröffentlichten apologet. Werk "Lettres sur le déisme" fast ausschliesslich gegen die engl. Deisten gewendet, wobei er davon ausging, dass diese Denkart eine Religion "à la mode" geworden sei. Am fassbarsten sind deistische Einflüsse im Werk von Marie Huber und Jean-Jacques Rousseau, die beide den grössten Teil ihres Lebens im Ausland verbrachten. Die Genferin Marie Huber veröffentlichte 1738 anonym in Amsterdam die "Lettres sur la religion essentielle à l'homme", die sofort als deistisch galten. Huber verwarf die christl. Theologie, die orthodoxe wie auch die aufgeklärte, und vertrat eine Naturreligion, die sich auf einige Grundwahrheiten beschränkte und weitgehend von der Moral bestimmt wurde. Damit ging Huber weiter als die meisten der genferischen und schweiz. Protestanten, die für ein vernünftiges Christentum einstanden (Protestantische Orthodoxie , Aufklärung ). Rousseau vertrat v.a. im ersten Teil des Werks "Profession de foi d'un vicaire savoyard" einige Standpunkte, die deistischen sehr nahe kamen, und die er mit einem mechanist. Weltbild in Verbindung brachte. Seine religiösen Überzeugungen entziehen sich jedoch einer genauen Festlegung, zumal er sein deistisches Credo mit Vorstellungen verband, die dem D. fremd sind, z.B. jene von der Güte und Vorsehung Gottes.

http://hls-dhs-dss.ch/textes/d/D11423.php
 
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Also meiner Ansicht nach geht das alles viel kürzer. Der Agnostiker meint, es sei unmöglich zu wissen, ob es einen Gott gibt. Der Gnostiker hingegen glaubt, es sei möglich zu wissen, dass es einen Gott gibt. Der Theist glaubt, dass diese Welt ohne einen Gott nicht bestehen kann, währenddem der Atheist dies bestreitet.
 
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Ich persönlich tendiere vom Agnostizismus zum Gnostizismus und vom Theismus zum Atheismus. Es ist möglich zu wissen, dass es einen Gott gibt und diese Welt kann ohne einen Gott bestehen.
 
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Der Deismus behauptet Gott habe diese Welt zu Beginn vollständig programmiert und greife jetzt prinzipiell nicht mehr ein. Deismus steht somit im Gegensatz zum Theismus, was unsere Kultur geprägt hat. Dieser Gegensatz läuft meiner Meinung nach aber auf eine völlig realitätsferne und obsolete Fragestellung hinaus. Es wurde nie behauptet, die Bibel bedürfe keiner Auslegung und wenn Gott nicht eingreift, dann tun es halt Engel oder sonstige Abbilder. Wo ist denn da der Unterschied?
 
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Hallo Leòn

Eine gewaltige Arbeit!!

Ich halte es ja so, dass ich mir aus jeder Lehre die Perlen heraus picke, die ich persönlich als "Wahrheit" empfinde. Das hat mir schon häufig ein:" Ja, aber, Du kannst doch nicht......" Doch ich kann!

Ich habe mich mal ein wenig bei "Zarathustra" umgesehen. Dieser Mensch und seine Lehre haben mich sehr beeindruckt. Das würde ich auch gerne weiter vertiefen, wenn ich die Energie hätte.

Gruss
Kathy
 
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Hallo Kathy,
meinst Du diesen Zarathustra
Zarathustra

Die Lehre Zarathustras, die mehrere Jahrhunderte lang die ethische Richtlinie im grosspersischen Reich bestimmt, ist heute kaum mehr bekannt. Es gibt zur Zeit nur noch ca. 200.000 Anhänger Zarathustras. Die meisten Zarathustra-Anhänger, etwa 100.000, leben als Parsen in Indien. Die Parsen sind die Nachkommen der persischen Zarathustrier, die vor allem im 9. Jahrhundert wegen Repressalien durch die Moslems von Persien aus nach Indien auswanderten (vgl. Koran ISBN 3-442-08613-2, Sure 9, Ayeh 5 und Sure 9, Ayh 29,123). Wenn man einen Perser fragt, was er über Zarathustra weiss, bekommt man sehr oft die Antwort, dass die Zarathustrier Feueranbeter und deshalb genauso wie alle anderen Ungläubigen, wie etwa die Juden und Christen, als unrein zu betrachten seien (vgl. Koran, Sure 9, Ayeh 28). In Deutschland ist Zarathustra weitgehend unbekannt, allenfalls wird bei einer Frage nach ihm der bekannte Titel des Nitsche-Buches "Also sprach Zarathustra" genannt. Deshalb möchte ich versuchen, die Lehre Zarathustras, ihre Entstehung, Symbolik und Entwicklung möglichst objektiv darzulegen, um damit dazu beizutragen, diese Lehre wieder in unser Bewusstsein zu rücken und herrschende Vorurteile und Falschinformationen abzubauen.

I. Handelt es sich bei dem ersten in der Geschichte erwähnten Monotheismus um eine Philosophie oder eine Religion?
Bei genauer Betrachtung der Lehre Zarathustras erkennt man, dass Zarathustra sich nicht anmasst, mit Gott, dem Schöpfer eines Weltalls, das nach unserem jetzigen Wissen ca. 36 Milliarden Lichtjahre umfasst und in jeder Hinsicht ausserhalb unserer Vorstellungskraft liegt, persönlich in Kontakt getreten zu sein. Da monotheistische Religionen aber vornehmlich auf dem Fundament beruhen, dass der Religionsstifter eine enge Verbindung mit dem Schöpfer der Welt eingeht, kann man die Lehre Zarathustras und ihre zugrundeliegende Philosophie nicht in die Reihe dieser Religionen einordnen. Zarathustra hat stets von seinen eigenen Gedanken und Überlegungen gesprochen und ist nur über diesen Weg auf den Weltschöpfer gestossen. ....
zarathustra ?

Oder diesen:
Also sprach Zarathustra
Ein Buch für jeden und keinen

Nietzsches Hauptwerk Zarathustra bietet viel für kontroverse Diskussionen.

Zarathustra (nach einem persischen Religionsstifter aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.) soll von der Erkenntnis 'Gott ist tot' ausgehenden Nihilismus bekämpfen.

Hierfür soll er einen neuen Glauben begründen: den Glauben an den 'Übermenschen'. Denn während die schwachen Menschen sich sich nach den Geboten des schon toten Gottes richten, sucht der Übermensch sein Heil in einer Ausrichtung zur Erde hin, zum irdischen, zur Macht, Vitalität und Stärke. Dadurch versucht er der Welt einen (neuen) Sinn zu geben. Der Übermensch ist fähig die alten moralischen Werte abzuschaffen, umzuwerten, um dann in völliger Freiheit der Selbsterhaltung und verbesserung des Lebensgefühls nachzugehen.

Zarathustra - ein Buch für jeden und keinen besteht vor allem aus den Reden ebendiesen. Durch das christliche Denken ist Gott tot, und um den nihilistischen Folgen dessen zu entfliehen, zieht Zarathustra sich mit 30 Jahren in eine Höhle zurück, wo er die Lehre vom Übermenschen entwickelt, um den Nihilismus aufzuhalten.
www.nietzsche.at/werke_zarathustra.htm

Grüsse,
Uta
 
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14.01.04
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Hallo Zusammen

Leon hat eine sehr gute und vollständige Arbeit gemacht, die im wesentlich zutreffend ist. (Uta hat dies noch ergänzt) Ratio hat es verkürzt auf den Punkt gebracht.

Schlussendlich geht es um die Theologie, der Lehre des Ursprungs, des Seins. D.h man kann alle Auffassungen noch weiter auf 3 Auffassungen konzentrieren:

1. Am Anfang / Früher war absolut gar Nichts da und aus diesem absoluten Nichts entstand irgendwann und irgendwie unerklärlich Etwas (Materie etc). Die auch als Nichts Nichts Ansicht bezeichnet werden kann.
(Anmerkung: Diese Ansicht vertritt kaum jemand ich kennen nur eine Person die eine Person kennt der das glaubt)

2. Der Anfang war Materie, d.h. schon immer war Materie/Energie (nach Einstein zumindest in eine Richtung umwandelbar) da, daraus entwickelte sich wenn auch (noch) unerklärt irgendwie Leben und alles andere
(Anmerkung: Da aus Materie/Energie kein geistige Welt und so auch kein Gott entstehen kann, bedingt dies konsequenterweise ein starker atheistischer Glaube / Ansicht)

3. Der Anfang war Personell, dh am Anfang war ein Schöpfergott da, dh es gab schon immer einen Gott, der direkt oder indirekt (d.h. gewisses direkt und der Rest hat sich daraus entwickelt) alles geschaffen hat, dh Materie und allenfalls noch weitere geistige Wesen.
(Anmerkung: Nur in dieser Auffassung gibt es ene geistige Welt. Nach dieser Auffassung ist ein Schöpfergott zwar unabdingbar für Materie etc, aber diese Auffassung lässt offen, inwieweit so ein Schöpfergott direkt Erschaffen hat bzw Er Grundlagen zur Entwickeln schuf. Auch lässt es offen, ob (und warum)so ein Schöpfergott auch noch andere "Götter" geschaffen hat (bzw schaffen sollte.)

Da die erste Ansicht praktisch von allen sowohl als unlogisch/unmöglich und unvorstellbar angeschaut wird, gehe ich nicht auf sie ein.
Die zwei anderen Ansichten sind zwar logischer (etwas muss einfach immer da gewesen sein, entweder Personell oder Materie) , aber mesnchlich auch schwer erfassbar.

Bei der 2. materiellen Ansicht gibt es keine geistige Erkentnisse, geistige Welt, dh alle diesbezüglichen Erlebnisse die nicht und nie materiellenergetisch erklärbar sind, sind Täuschungen, reine Zufälle oder hat uns das Gehirn vorgespielt. D.h jeder der letzteres aus irgendwelchen Gründen bzw Erlebnissen nicht glaubt, müsste konsequenterweise der 3. Ansicht zustimmen.

Bei der 3. personellen Ansicht kommen dann die Vertiefungsfragen, warum (Ziel) so ein Schöpfergott die Welt (und den Menschen) direkt oder auch indirekt erschaffen hat und ob so ein Schöpfergott sich heute dem Menschen nicht bemerkbar machen könnte und wenn ja, ob er es tut bzw warum er es nicht tun sollte. Schlussendlich die Frage wie und wer den dieser Schöpfergott ist.
Je nachdem welche Antworten man bei diesen Fragen als möglich/plausibel ansieht, kann man kosequenterweise von eine monotheistischen Glauben bis zum einem Deismus vertreten, ja sogar der Agnostizismus ist rein theoretisch vertretbar, wobei aber die Antworten auf die obigen Fragen so nach dem Motto dieser Schöpfergott hat alles nur als Freude wie ein Aquarium geschaffen aber kümmert sich jetzt nicht mehr darum und hat auch keinen Grund dazu.

Bevor ich leider fertig machen muss noch eine Frage an alle:
Welcher grundsätzlicher Ansicht vertretet Ihr und wenn möglich warum?
 

Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Hallo Beat,

das hast du hervorragend auf den Punkt gebracht.
Eine andere als die personelle Lösung (sofern man Gott als Person ansehen will) ist schwer denkbar. Das Nichts entzieht sich unseren Definitionsmöglichkeiten. Jeder, der eine solche versuchte, würde immer gezwungen sein, eine Abwesenheit von etwas einzubauen. Damit Etwas entstehen kann, braucht es einen Anlaß. Es gibt keine vorstellbaren physikalischen Gesetze, die aus Nichts, Etwas machen könnten.

Viele Grüße, Horaz
 
Themenstarter
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19.03.06
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Hallo Beat,

schön dass Du wieder da bist! Zum Thema möchte ich mich allerdings nicht mehr äußern. Das habe ich an anderen Stellen so oft getan, dass es langsam langweilig wird;) .
Herzliche Grüße von
Leòn
 
Beitritt
06.03.07
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Hallo Uta

Ja, den meinte ich. Ich kenne aber Nietzsche`s Zarathustra nicht und kann mir darüber kein Urteil erlauben. Ich habe jetzt eher den Eindruck, dass dieser mir nicht gefallen würde und ich das Buch nicht unbedingt lesen will.

Gruss
Kathy
 
Beitritt
14.01.04
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Hallo Horaz und Leon

Horaz: Danke für die Blumen. Eine nicht "personelle" Lösung ist rein rational für mich denkbar. Statt immer schon eine "Person"/Schöpfergott hätte es einfach immer schon Materie gegeben. Dann gäbe es einfach keine geistige Welt, alles wäre nur Materie/Energie und unser Fühlen, Mitleid etc rein chemische Prozesse.
Aber effektiv sehe ich es so wie Du.
Dann sind aber die nächste Fragen relevant (Welcher Gott wie und warum) , welche antworten sind da für Dixch richtig oder zumindest plausibel?

Leon: Werde evrmehrt wieder da sein, aber nur langsam einsteigen können.
Zum Thema hast Du ja schon viel geschrieben, hier viel interessantes Gutes. Zu meiner frage hast du Dich aber noch nicht geäussert, oder habe ich es nur überlesen?
 
Beitritt
10.01.04
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Hallo Beat,
wo warst Du denn so lange? Ich dachte schon, Du kommst gar nicht mehr.

Warum ist es denn für Dich wichtig, daß jemand diese Frage Welcher grundsätzlicher Ansicht vertretet Ihr und wenn möglich warum? beantwortet?

Das ist doch Jedem selbst überlassen?

Gruss,
Uta
 

Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Hallo Beat,

eine "immer schon" existierende Materie ist eine völlig unbefriedigende Lösung. Sie verschiebt ja nur das Problem. Auf die Frage, warum gibt es Materie und nicht Nicht-Materie, bleibt nur einfaches Achselzucken. Die üblichen Folgefragen kenne ich natürlich - dass ein ewig existierender Gott nicht überzeugender sei, als eine ewig existierende Materie. Nur, das ist für mich eine Verwechslung der Kategorien. Materie ist eben Materie und Gott gehört keiner uns nachvollziehbaren Kategorie an.

Ich bin nicht religiös im Sinn irgendeiner Konfession. Mir ist es gleichgültig, wie die jeweiligen Religionen ihre Götter genannt haben und ob die Familie hatten oder nicht. Ich glaube auch nicht an Bücher, die authentisch Götterworte zum Inhalt haben wollen. Menschliches, allzu Menschliches steht da geschrieben und Bräuche und Liturgien sind Tant in Menschenhand. Dass die Existenz der Welt sowie ihre eigene etwas Unbegreifliches ist, dämmert vielen Menschen. Und sehr Hellsichtige könnten wohl den Kopf schon weit über den Wolken gehabt haben.

Viele Grüße, Horaz
 
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