Selbstsucht

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Bisher war mehr von körperlichen Süchten die Rede. Mir fiel gerade die Selbstsucht ein, die auf jeden Fall vom Namen her auch zu den Süchten gehört.
"Selbstsucht bedeutet nicht, zu leben wie man wünscht, sondern von anderen zu verlangen, dass sie so leben, wie man es wünscht." - Oscar Wilde, Der Sozialismus und die Seele des Menschen
Dieser Spruch von Oscar Wilde sagt das aus, was ich unter Selbstsucht verstehe.

Hier gibt es noch viele andere Sprüche dazu:
Selbstsucht - Wikiquote

Wie werden Menschen selbstsüchtig? Welche Auswirkungen hat das - z.B. auf Kinder?

Gruss,
Uta
 
Zuletzt bearbeitet:

Bodo

Selbstsucht hat viel mit Egoismus gemein. Eine große Chance, selbstsüchtig zu werden, liegt darin begründet, wenn Kinder ohne Geschwister aufwachsen.
Rücksichtnahme, Empathie und das Teilen können werden nur erschwert erlernt, einem Freund oder einer Freundin kann ehr aus dem Weg gegangen werden als dem Geschwisterchen.

Ausgewachsene Selbstsüchtige sind meist intolerant, geizig und innerlich vereinsamt.
 

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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04.04.07
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bei sucht gehts im wesendlichen um 2 elemente.
das eine ist der mangel an etwas das wir brauchen und mit einem ersatz zu stillen versuchen.
das andere ist das ringen um autonomie. (eben das gegenteil von abhängikeit=sucht).
eigendlich geht es ja hierbei um eine störung in der ich bildung, die dann zur "sucht" ausartet.

der mangel könnte hier, ähnlich wie es auch bei anderen süchten der fall sein kann, eine unzureichende eigenwahrnemung sein.
klingt evtl. etwas paradox wenn man bedenkt das sich doch beim selbstsüchtigen immer alles um ihn drehen muß, oder auf ihn bezogen sein soll.
dies ist aber vieleicht nur der ersatz für den verlust, der versuch sowas wie ein inneres loch zu stopfen.
hilfreich könnte für den betroffenen sein, sich selbst im kontakt mit anderen zu erfahren. sozusagen das "nachhilfestunden gegenmodell" zum "einzelkindersyndrom".
will sagen, mir fällt als eine möglichkeit gruppentherapie ein. schon das hören von den problemen anderer wäre da die halbe miete.
hierbei wird der bereich der spiegelneuronen in unserm gehirn trainiert. das ist der bereich der mit empathie zu tun hat.

es ist natürlich keinesfalls zwingend das einzelkinder zu selbstsüchtigen werden (auch wenns oft passiert).
unserer tochter wurde z.b. vom kindergarten und der grundschule an, immer bescheinigt das sie eine große soziale kompetenz hat.


selbstsüchtige sind aber eben auch abhänig von anderen. auch wenn sie dies oft durch rücksichtslosigkeit verdecken.
siehe o. wilde:
"Selbstsucht bedeutet nicht, zu leben wie man wünscht, sondern von anderen zu verlangen, dass sie so leben, wie man es wünscht".
er braucht eben dringend andere.
auch dies könnte mit der obigen empfelung nachgelernt werden.
ich glaube parallel dazu wäre auch eine bewußtmachung dieser genannten mechanismen hilfreich.


lieber gruß
andreas
 
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22.02.07
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Selbstsucht hat viel mit Egoismus gemein. Eine große Chance, selbstsüchtig zu werden, liegt darin begründet, wenn Kinder ohne Geschwister aufwachsen.
Rücksichtnahme, Empathie und das Teilen können werden nur erschwert erlernt, einem Freund oder einer Freundin kann ehr aus dem Weg gegangen werden als dem Geschwisterchen.
Lieber Bodo,

da widerspreche ich dir. Ich bin der Meinung, Selbstsucht ist durchaus auch bei Geschwisterkindern möglich. Selbstsucht entsteht meiner Meinung nach, wenn man sich selbst nicht angenommen fühlt, wenn Defizite entstanden sind. Dies ist nicht zwingend erforderlich bei Einzelkindern. Es liegt auch in der Hand der Eltern die Kinder zu liebevollen, sozial kompetenten Menschen zu erziehen. Da der Trend zum Einzelkind geht, wäre das ja fatal - dann wäre diese Welt ja bald nur mit selbstsüchtigen Menschen besetzt. Ich finde es sehr viel wichtiger, dass man die Kinder miteinandern spielen läßt, ihnen das Gefühl vermittelt ein Teil eines Ganzen, aber für gewisse Menschen etwas Besonderes zu sein. Allerdings denke ich, dass hier nicht nur die Eltern gefragt sind, sondern dass von staatlicher Seite wesentlich mehr Anreize geschaffen werden müßten als derzeit der Fall ist. Kennst du den Begriff "Medienverwahrlosung"? Denke, dass dadurch ein großes Potential zur Selbstsucht geschaffen wird. Wenn jedoch immer mehr Jugendzentren geschlossen werden, Spielplätze und Schulen verwahrlosen, die Sportvereine immer weniger subventioniert werden, der Personalschlüssel für Erzieher immer weiter heruntergeschraubt wird usw. dann erfolgt die Flucht in die Sucht... egal welche.

Liebe Grüße

Chiara
 
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04.04.07
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hi chiara,
selbstverständlich hast du recht.
es gibt das auch , zunemend bei kindern mit geschwistern.
hat es auch immer gegeben.
ich glaube der gesllschaftliche aspekt spielt auch eine zusätzliche rolle. weil unsere werte immer mehr hin zu dingen wie gewinnmaximierung gehen.
andererseits ist die gesellschaft auch die summe der einzelnen. da verstärkt sich gerade etwas gegenseitig fürchte ich.
aber ist nicht auch wahr das eltern die ihre kleinen vor dem tv verwahrlosen lassen schon auch selbstsüchtig sind?

lieber gruß
andreas
 
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22.02.07
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Lieber Andreas,

andererseits ist die gesellschaft auch die summe der einzelnen. da verstärkt sich gerade etwas gegenseitig fürchte ich.
Tatsächlich sehe ich es auch so. Umso wichtiger ist es, dass die Menschen / Eltern / Staat dem entgegenwirken. Ich persönlich finde es immer sehr unproduktiv langfristig zu meckern, aber selbst nichts zu tun. Oftmals fehlt nur einfach jemand der die Initiative ergreift. Wir stehen z. B. derzeit kurz davor eine Initiative "Pro Kind" (gute Vorschläge zur Namenswahl werden noch entgegengenommen ;-)) zu gründen. Dort werden wir gewiße Mißstände von Seiten der Kommune / Staat aufzeigen, jedoch auch sehr konkrete Vorschläge zur Verbesserung u. Mithilfe unterbreiten. Wir stehen noch am Anfang, jedoch sind wir der Meinung, dass es an der Zeit ist, schnellstmöglich etwas zu unternehmen. Wir, das waren zunächst meine Wenigkeit und eine weitere Mutter... mittlerweile sind wir auf über 40 interessierte Mütter / Eltern angewachsen und wir haben die Sache bisher nur im kleinsten Rahmen publik gemacht - eine medienwirksame Veröffentlichung steht noch an und wir sind schon am überlegen wie wir mit der jetzt schon absehbaren Vielzahl an Interessierten umgehen werden. Ich denke, das zeigt schon sehr klar, wie hoch der Bedarf ist. Die meisten Menschen haben nämlich schon erkannt, dass etwas getan werden muß. Insofern ist der Punkt: "Selbstsucht" ein Punkt, der immer weitere Ausmaße annehmen wird, wenn man keine konkreten Maßnahmen ergreift.

Liebe Grüße

chiara
 
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04.04.07
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guter ansatz,
man kann ungute kreisläufe ja an vielen stellen unterbrechen. meine frau bildet eltern, erzieher/innen u. lehrer/innen fort.
ich arbeite in im mom. in gruppen mit menschen.
ich wäre fast schon für sowas wie einen eltern führerschein. bei dem die grundlagen dessen gelehrt werden was kinder brauchen. natürlich freiwillig mit anreiz evtl. für verbilligten kindergartenplatz oder so.
finde toll das du aktiv wirst.

lieber gruß
andreas
 
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19.03.06
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Hi,

wie an anderer Stelle schon öfter gesagt wurde, kommt der Begriff "Sucht" zunächst einmal vom Suchen.
So ist denn die Selbstsucht auch erst mal die "Suche nach sich selbst", also die Möglichkeit, sich auf sich zu beziehen.

Ebenso wie beim Egoismus und bei allen Eigenschaften auch, bei denen die janusköpfige Medallie der Stärke auf der einen, der Schwäche auf der anderen Seite vorzufinden ist, verhält es sich - meiner Ansicht nach - mit der Selbstsucht.

Es kommt auch hier wieder auf ein ausgewogenes Verhältnis an: der Mensch ist ja zum Einen ein individuelles (auf sich selbst bezogenes) und zum Anderen ein soziales (auf die Gemeinschaft bezogenes) Wesen.
Wird das Eine zu Ungunsten des Anderen überbetont, entstehen die Probleme.

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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22.02.07
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Lieber Andreas,

ich vertrete die Auffassung, dass jeder Mensch im Grunde die Verpflichtung hat, für ein gutes, lebens- und liebenswertes Umfeld zu sorgen. Und tatsächlich fände ich es absolut wünschenswert, wenn noch ganz viele Menschen aktiv würden. Ich betrachte das eher als Hilfe zur Selbsthilfe... denke, davon würden auch die Eltern profitieren, die eigentlich einen "Führerschein" brauchten ;-) Und wie recht du hast - es gibt so viele Ansätze... irgendwie müßte es doch mal möglich sein, diese Ansätze zu bündeln.

Liebe Grüße

chiara
 

Bodo

Hallo Chiara.

Natürlich hast Du Recht - es gibt auch selbstsüchtige Kinder mit Geschwistern.
So pauschal habe ich das allerdings auch nicht formuliert. Ich schrieb, dass
die Chance auf Selbstsucht bei Einzelkindern höher ist. Die vielen Einzelkinder,
die nicht als selbstsüchtig zu bezeichnen sind, ändern Nichts an der Aussage.

Hierzu ein Spiegeltitelbild vom März 06. Ich habe das Heft aufbewahrt, da hier
das angesprochene Thema exzellent thematisiert wird.

Liebe Grüße, Bodo

www.spiegel.de/static/epaper/SP/2006/10/ROSPANZ20060100001-312.jpg
 

oli

Ich komme nochmal auf das Thema Einzelkinder zurück:

Natürlich ist ein Bruder oder eine Schwester inklusive intaktem Familienverband das Optimum, wenn es um soziales Lernen geht.

In meiner Heimatstadt sehe ich aber folgendes:
Viele junge Mütter oder Eltern bilden ein soziales Netzwerk. Anders als früher lernen sich irgendwie alle irgendwann kennen, die Kinder im gleichem Alter haben. Diese Kinder wachsen mit vielen Kontakten auf, sind oft in Gruppen unterwegs und lernen von den Eltern Kameradschaft und Geselligkeit.

Mir kommt es so vor, als sei das etwas anders als früher. Mütter sind oft in richtigen Horden unterwegs und ständig gibt es Feste und größere Treffen. Ich erinnere mich an früher, da gab es zwar auch Freunde und Feste usw. Aber das ganze lief mehr Familien-intern ab.
Besuch war zwar manchmal da, aber irgendwie war das "System Familie" abgeschotteter.

In dieser Entwicklung sehe ich die Chance, dass trotz anders laufenden Tendenzen trotzdem die Kinder zu sozialen Wesen heranwachsen...
 
Themenstarter
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10.01.04
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Ich denke, Selbstsucht hat viel mit der Einstellung von Eltern zu ihren Kindern zu tun. Und diese Einstellung der Eltern haben sie durch ihre eigene Entwicklung erworben.
Sind Eltern nur darauf aus, Kindern Wünsche zu erfüllen, ihnen kaum Grenzen zu setzen, sie von morgens bis abends zu verwöhnen und trotzdem nicht wirklich zu sehen und zu fördern, dann entstehen aus so einer Erziehung Jugendliche und Erwachsene, die der Meinung sind, es müsse so weitergehen: die Welt und das Leben als Angebot und ständige Quelle des Gebens. DAs ist dann der Einstieg in die Selbstsucht.
Aber es gibt natürlich auch andere Einstiege: z.B. durch Eltern, die zu streng und auf die eigenen Interessen bezogen erziehen. Auch da können Kinder lernen, nur die eigenen Interessen zu vertreten. Oder aber sie lernen, sich selbst total zurückzunehmen.
Das kann man alles nicht verallgemeinern. Wichtig ist, daß Eltern sich immer wieder überprüfen, ob sie gerade dabei sind, eigene Interessen auf das Kind zu übertragen bzw. eigenen Mangel am Kind "auszutoben".

Praktische Konsequenz: eigene Defizite der Eltern sollten erst bearbeitet werden, bevor Kinder davon Störungen entwickeln. Also doch eine ehrliche Elternschule, damit solche Problematiken überhaupt bewußt werden können?

Gruss,
Uta
 
Beitritt
18.12.06
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Hallo!


elternschule wäre gut aber ........

diejenigen die diese schulen freiwillig besuchen würden benötigen diese kaum, und diejenigen die es nötig hätten die würden dort nicht hingehen.

jemand der erkennt das er defizite hat und sich freiwillig für eine elternschulung entscheiden würde, der befindet sich sowieso bereits in einer lernphase und wird nicht allzuviel falsch machen.

jemand der nicht seine defizite erkennt, der fühlt sich auch logischerweise nicht betroffen und käme wohl auch kaum auf die idee eine solche einrichtung zu besuchen. und auch wenn solche personen möglicherweise das gefühl haben dort könnte sie lernen ihre probleme in den griff zu bekommen, ist es aber tatsächlich noch ein sehr weiter weg bis diese menschen den weg in solch eine elternschule finden würden.

bliebe dann noch ein für alle elternteile verpflichtender besuch.
darüber möchte ich erst gar nicht weiter nachdenken.

und bei der freiwilligkeit wird es schon gar nicht erst funktionieren.
wenn es nicht mal möglich ist eltern zu motivieren "freiwillig" alle vorsorgeuntersuchungen mit ihren kinder zu machen, na wie soll das dann mit einer elternschule funktionieren?

wie gesagt, sicher eine prima idee, aber ich denke sie ist leider nicht zu verwirklichen!


grüße
richter
 
Beitritt
22.02.07
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TN-Beitrag Kurs F 1:
520 Euro für AWO-Mitarbeiter/-innen und -Mitglieder, 600 Euro für externe Teilnehmer/-innen.

Hallo Leòn,

das ist wohl eine gute Idee, einzig der Preis, scheint mir für "Otto Normalverbraucher" dann nicht finanzierbar. Oftmals sind es doch die sozialschwachen Familien die Unterstützung und Hilfe nötig hätten. 600 Euro stellen dann wohl unüberwindbare Hürden dar. Leider ist das Budget der Kommunen auch so knapp bemessen, dass diese sich gewiß nicht an den Kosten beteiligen würden ;-)

Gruß Chiara
 
Beitritt
04.04.07
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hi leon,
guter ansatz. aber das müßte eben grundsätzlich zur verfügung stehen.
AWO=hieß doch eigtl immer ARBEITERwohlfahrt der preis klingt nach AKADEMIKERwohlfahrt.

andererseits gut das es das überhaupt gibt.
für viele würde es ja nur bedeuten statt ein auto mit klimaautomatk eins mit einer einfachen klimaanlage zu kaufen.
will sagen man muß immer entscheiden was einem wichtig ist.
aber es fehlt natürlich an angeboten und anreizen damit alle eltern soetwas nutzen können.
denn die meisten eltern sind ja nicht so entweder/oder wie RR es schreibt. die meisten bewegen sich irgendwo zwischen den polen und brauchen vieleicht einen kl. "schubs".
eigtl. gibt es ja praktisch kaum eltern denen ihre kinder ganz egal sind.
die medien verzerren das bild.

lieber gruß
andreas
 
Beitritt
19.03.06
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Hi Chiara und Holon,

da liegt wohl ein Missverständnis vor. Im ersten Link wird die Ausbildung zum Eltern - Werkstatt - Trainer vorgestellt. Den habe ich nur hineingesetzt, um die Inhalte deutlich zu machen, worum es im Einzelnen geht. Die kostet diejenigen Einrichtungen etwas, die das Angebot vorhalten wollen. Die Finanzierung der eigentlichen Kurse für die Eltern wird dann in der Regel aus öffentlichen Mitteln bestritten. Bzw. werden die Eltern um die Zahlung eines "symbolischen" Beitrages gebeten.

Herzliche Grüße von Leòn
 
Zuletzt bearbeitet:
Beitritt
04.04.07
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hi leon,

AAAH stimmt.
das kommt vom schnellen lesen.

lieber gruß
 
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22.02.07
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Die Finanzierung der eigentlichen Kurse für die Eltern wird dann in der Regel aus öffentlichen Mitteln bestritten. Bzw. werden die Eltern um die Zahlung eines "symbolischen" Beitrages gebeten.
Hallo Leòn,

ist das bei Euch noch so? Hier wird derzeit alles zusammengestrichen was zusammenzustreichen ist... und scheinbar haben die Kinder hier die schlechteste Lobby. Ich persönlich bedaure das sehr, aber wir sind von Seiten der Elternschaft derzeit "Material" am sammeln, welche Gemeinden, was an Engagement für Kinder betreiben. Mit diesem Material werden wir dann unseren Stadtrat mal konfrontieren und in der Presse veröffentlichen. Schaun wer mal ob`s was nützt. Aber wie gesagt - ich sammel derzeit kräftig Material über alle positiven Unterstützungen zum Wohle der Kinder - bin dankbar über jeden Bericht.

Ach ja - ich habe obige Verlinkung wohl auch nicht ganz verstanden ;-)

Liebe Grüße

Chiara
 
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19.03.06
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Hallo Holon und chiara,

es ist die Frage, wie solche Angebote, wie Eltern - Trainingskurse, Elternschulen, Elternführerscheine, Elternwerkstätten usw., finanziert werden können. Natürlich lassen sich solche Modelle wunderbar auch über irgendwelche Bildungsträger, wie zum Beispiel die Volkshochschulen, vermitteln. Das kostet dann natürlich etwas mehr. Wenn man sie aus den (ambulanten) Jugendhilfebudgets finanziert, besteht die Möglichkeit, sie kostenfrei für Eltern, die sich den Kurs nicht leisten könnten, vorzuhalten. Wobei die Erfahrungen schon zeigen, dass es sinnvoll ist, KursteilnehmerInnen finanziell zu beteiligen, um eine Verbindlichkeit herzustellen.
Und wenn es ein paar Euro für den Kaffee-, Tee- und Kekseservice :D sind.
Hier im Landkreis ist es üblich, solche Kurse dem Klientel von ambulanten und stationären Jugendhilfeeinrichtungen "kostenlos" zur Verfügung zu stellen. Natürlich werden die Angebote öffentlich ausgeschrieben und dann wird geguckt, inwieweit Interessenten finanziell beteiligt werden können oder müssen. Es wäre ungerecht, Herrn Doktor Generaldirektor genauso zu behandeln wie Ede Hartz IV!

Natürlich muss das fachliche Know - how da sein. Aber wie oben angedeutet gibt es eine Menge vergleichbarer Konzepte und kein öffentlicher oder freier Träger geht bankrott, wenn er ein Trainer - Duo ausbilden lässt. Das Problem der Refinanzierung lässt sich in der Regel lösen.

Im übrigen ist es einfach wichtig, ein gutes Netzwerk zu schaffen, in dem solche Angebote vermittelt werden können. Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen spielen hier eine zentrale Rolle. Und da steht und fällt so manches mit dem Engagement der agierenden Personen.
Außerdem ist es oft ganz wichtig, die Kursinhalte für unterschiedliche Sozialräume zu modifizieren und hier auch nach dem Bedarf zu schauen.
Am Montag treffe ich mich zum Beispiel mit der wunderbaren Schulleiterin eines "Brennpunktes". Ich habe angeregt, ein Kursangebot für die Eltern aus dem Einzugsbereich dieser Schule zu "stricken".

Chiara, es wäre interessant zu wissen, wie die Jugendhilfebudgets in Deiner Kommune oder dem Kreis verwaltet werden. Man könnte dann vielleicht die Budgetverwalter ein wenig "anstänkern"!;) - ich meine: einen Bedarf formulieren!

Herzliche Grüße von

Leòn
 
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