Sanatorium gebraucht, sechs erbkranke Kinder bekommen

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Heimatlose

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12.08.06
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Hallo zusammen.

Mich beschäftigen manchmal die Fragen wo man hingehört,
wo man abgewiesen wird
und wo man einen Preis für seine Zugehörigkeit zahlen muß.
Und plötzlich ist eine Frage nach Zugehörigkeit und nach Namen keineswegs banal. Schon die Frage eines Nicknamens kann zu einem "Anspruch" werden; ich streife sie über eine gewisse Polemik - von EvaSchuld über Nongolferin oder Altersflecki - um einen wesentlichen Aspekt meiner Persönlichkeit auszudrücken und um bei 'Heimatlose' zu bleiben, vielleicht auch heimatlos zu bleiben.
Eine Weile war ich unentschieden, hier überhaupt zu posten. Und die nächste Überlegung, ob in der Rubrik "Religion und Krankheit", stand an. Aber nun bin ich hier. Und meine Erkenntnisse zum erlauchten Kreis der Porphyriker zu gehören, sind noch ganz frisch. (zugegeben waren zwei Reizworte in diesem Forum ausschlaggebend zu bleiben: einerseits 'Hermes' :) und andererseits Rohis Erfahrung "missioniert" zu werden als auch davon genug zu haben...esoterische Kurzanalyse: zeugt doch davon, "seiner Zeit voraus zu sein" und undogmatische, nichtfundamentalistische Freiräume zu benötigen)

Lustig, daß ich nach der Check-Liste sogar das blaue Blut abhaken könnte :) ....viele Generationen ist's wohl her (ein verarmter Landadel) , aber die Hauptverdächtigen befinden sich in der anderen Stammbaumlinie: lauter MS und Psoriasis usw. kranke Cousinen und Cousins...mein Vater, der oft ins Koma fiel mit labilem TypIDiabetes, meine SD Oma und Tanten. Und ich selber mit SD-Befund.

Und jetzt warte ich ersteinmal medizinisch unversorgt auf die Rückkehr des Professors (Urlaub) in die Soffwechsel-Ambulanz gegen Ende des Monats.
Nach einer gehörigen Attacke (nicht die erste) wurde ich in der Notaufnahme einer Uni-Klinik schroff abgwiesen. Auf Stoffwechsel ist man überhaupt nicht eingegangen. Kein Urin. Kein Blutdruck. Normales Blutbild ok. Und Tschüß. Unausgesprochen hieß es, was man mir leicht angesäuert vermitteln wollte: wir kümmern uns hier um ernste Dinge und lassen unsere Betten nicht von überspannten Psychohausfrauen in den Wechseljahren instrumentalisieren. Wie bitte? FMS/CFS/Sjögren in der Anemnese???.....

Zum Glück bin ich inzwischen hartgesotten und gestählt aus der Internet-Forenwelt herausgegangen (Reli-Forum :) >Religiöser Mißbrauch in der evangelikalen Gemeinschaft des Ehemannes, so daß ich eines wieder hergestellt habe: Mein SELBSTVERTRAUEN! (Ferner steht man auch in seriösen Kirchenforen diesem schrillen Thema "wenn Körper und Seele streiken" und seinen entsprechenden Persönlichkeiten etwas hilflos gegenüber.)

Ja, wie kommt man nach vierzehn Jahren Ärzte-Odyssee, zu einer solchen Diagnose? Natürlich selbst ist die Frau! Nachdem sich - mal wieder - der Muskelkater nicht abgebaut hatte nach Sport (Kiesertrainig mußte ich z.B. schon aufgeben), die Bluthochdrucklage unverändert, und nachts dreihundertmal zum Klo, nach Sehstörungen usw....über das Stichwort Gelum-Tropfen und CFS. Nun hat das Kind einen vorläufigen Namen. Und ich bin SICHER, es ist der richtige!

Meine leiblichen Kinder möchte ich auch hier vorstellen; es sind nicht ganz so viele, wie die von unserer Familienministerin (die ...so brauner Herkunft und brauner Hefe...ganz sicher ihre eugenischen Probleme nun damit hätte...aber lassen wir die Häme!).
Mein erster Sohn (wäre jetzt 25) ist kurz nach der Geburt gestorben, die nächsten vier Söhne und Töchter (24 bis 20) sind Studenten und weisen die ganze Palette sämtlicher Symptome auf den verschiedenen Stufen aus, wobei es den Mädchen -noch- schlechter geht. Von SD (Unterfunktion und Entzündung) über OPs, stationär internistisch/psychosomatisch, Konfusität, Haut, HWS, häufiger Infektlage.
Mein jüngster Sohn hat vor allem Down Syndrom...
Das ist ein Wespennest. Mit "Künstlern" und "Sportlern" und "Psychologen" und "Ingenieuren" und Problemen, die sich potenzieren. (Vor allem wollen sie überhaupt nichts davon wissen und damit zu tun haben und nehmen mich natürlich auch nicht ernst. Aber ich denke, so nach und nach werden sie es denn auch schon mitkriegen, wo sie gucken müssen.)

Was mir dabei so profan in den Sinn kommt: familiensystemisch ist es auf jeden Fall höchste Zeit, "den Stoff zu wechseln"!Zumal für mich! Zu sortieren: was mir das Leben noch zu sagen hat. Bisher gab es noch keine Lösung, nicht in dem sich selbst vergiftenden und überfordernden Stiefel weiter zu machen. Aber ich arbeite nach wie vor dran. Jetzt unter einer neuen Prämisse. Es war nur manchmal nicht nachzuvollziehen, weshalb es dafür nur Hindernisse und keinerlei kosmische Hilfe gab!
Vielleicht berichte ich mal wieder.

Bis dahin
liebe Grüße
Heimatlose
 

Wolfgang Jensen

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16.03.06
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Heimatlos

Nach dem Lesen Deines "Berichtes" saß ich hier einen Moment im Überlegen,
versuchte zwischen den Worten zu fühlen:
was will sie sagen, was hat sie wirklich auf dem Herzen.

Klar, heimatlos - gut formuliert von einem Fundament aus, das wahrscheinlich schon eines Weile keins mehr ist.

Wenn du Dir einen Gefallen tun willst, gönne Dir einen anderen Namen, einen, der Hoffnung macht.

Wolfgang

PS. Vielleicht findest du auch den Thread von Soul.
 
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23.07.06
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Liebe Heimatlose,

auch, wenn wir uns noch nie gegenübergestanden haben und das wohl auch nie tun werden. Ich nehm Dich jetzt einfach mal ganz fest in den Arm, so lange Du das aushältst. Vielleicht kannst Du dann einen kleinen Moment Heimat spüren. Das sowas geht, das habe ich HIER gelernt und ich würde Dir so gerne was davon abgeben.

Liebe, Licht und Wärme für Dich,

Sanne
 

Heimatlose

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12.08.06
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Sanatorium hätte ich [email protected] Wolfgang und Sanne

Kurze Rückmeldung und Dank an Wolfgang und Sanne.

Ich bleibe wohl bei Heimatlose, denn heimatlos will ich nun auch bleiben.
Ich bin absolut der Meinung, hier in dieser Welt, so wie sie jetzt ist, zur falschen Zeit zu leben.
Alternativ würde ich mich Stehauffrauchen nennen (in Gedenken an meinen Vater mit Stehaufmännchen-Qualitäten), und immer wieder dem Tod von der Schippe gesprungen,
klingt aber zu blöd...
entspricht aber meinem Wesen.

Was ich sagen will mit meinen Worten? Für mich ist der spirituelle Hintergrund dieser "Krankheit" der spannendere Teil. (Den Auftrag hat man wohl schon in seiner geistigen Familie bekommen? Wenn man in Familiensystemen liest, Stammbäume, bekommt man erstaunliche Antworten. Aber das würde hier zu weit führen.. und auch wieder nicht.nunja :) schließlich bin ich hier in einem Schweizer Forum. auf jeden Fall: immer schön doppeldeutig. oder "kryptisch")

so long
 

Wolfgang Jensen

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16.03.06
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Dem Himmel sei Sanatorium

Wie heißt denn "So long" auf Schweizerisch?
Und was sagen unsere "ausländischen" Freunde, die
Tschau richtig schreiben können? Oder Thüringer, die ihre Thüringer bei einem thüringer Schlachter kaufen?

Was ich ja geil finde ist, im HPU-KPU Thread fällt das Wort "spirituell".

Unsere Psychiatrie ist nicht weit weg, findet man selbst in verwirrtem Zustand. Also, wenn ich mich nicht wieder melde, ...
 
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23.07.06
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In meiner Sprache heißt "Heimatlose"

"Heimatsuchende". Ist meine Übersetzung, und da stecken Hoffnung und Sehnsucht drin. Das lese ich auch aus Deinem "immer wieder aufstehen und weitergehen". Ob Du Dein Zuhause hier oder anderswo suchst oder findest, spielt für mich keine Rolle. Ich wünsche Dir nur, dass Du ankommst.

Ich bin auch auf dem Weg. Wir könnten ein Stück zusammen gehen,

Sanne

P.S. Unterwegs sollten wir Wolfgang aus der Anstalt abholen, der ist bei uns besser aufgehoben...
 
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13.03.05
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Sanatorium hätte ich gebraucht, sechs erbkranke Kinder habe ich bekommen

Hallo Heimatlose,

willkommen hier im Forum.
Porphyriker sind hier weniger, mehr Pyrroliker. Obwohl man Porphyrie nachprüfen müsste, wenn man hohe Werte hat.
Fürs Spirituelle und KPU hier mal ein Link:
http://www.five-bodies-research.com/krypto/kryptostart.htm
Das "Spirituelle" verliert sich bei einer erfolgreichen Behandlung, wers bedauert, der muss nur seine Tabletten absetzen und ordentlich Gluten futtern und nach zwei Wochen ist es wieder da.
Da wäre die Frage: willst Du was in Richtung Gesundheit unternehmen oder nur gepflegt über Deine Leiden plauschen?
Im zweiten Fall dann doch bitte in eine andere Rubrik, im ersten Fall wäre die Frage:
Schon Test gemacht?
Schon mal auf die Behandlerliste geguckt, ob jemand in der Nähe ist?
Nimmst Du schon was in Richtung B6/Zink oder ähnlich?
Eine Missionierung unter Deinen Nachkommen würde ich erst mal unterlassen, die werden schon aufmerksam, wenn sich die Mutti verändert.
KPu soll häufig sein bei Down-Syndrom, aber da muss ein Experte ran.
 

Anne B.

Sanatorium hätte ich gebraucht, sechs erbkranke Kinder habe ich bekommen

Hallo Heimatlose,

sei willkommen hier im Forum :) - hier hast du ein zu Hause, wenn es auch nur virtueller Art ist. Viele Heimatlose auf einem Fleck - Entschuldigung, manchmal neige ich dazu, auch für andere zu sprechen - ist doch irgendwie auch wie ein Stück Heimat, weil einem die Probleme eines jeden Einzelnen ja oft sehr vertraut sind. Vertrautheit ist für mich zumindest Heimat.
Ich liebe ja Wörterbücher, weil ich manche Sachen manchmal nicht verstehe und dann lese ich einfach nach und es wird etwas klarer für mich, z. B. was Heimat ist:

Heimat [Hei·mat]
die; -; nur Sg; 1 das Land, die Gegend od. der Ort, wo j-d (geboren u.) aufgewachsen ist od. wo j-d e-e sehr lange Zeit gelebt hat u. wo er sich (wie) zu Hause fühlt
Natürlich ist das jetzt nur Humor, ziemlich schwarz, aber was bleibt einem denn manchmal anderes übrig?

Deine Geschichte erinnert mich sehr an meine familiären Prägungen. Meine Mutter sagt seitdem ich sie kenne: "Ich habe Porphyrie." Sie lief früher wegen ständiger Schwindelattacken und Oberbauchschmerzen von Arzt zu Arzt, aber keiner hat etwas feststellen können oder sich einmal die Mühe gemacht, hier genauer zu untersuchen. Denn nachdem, was ich über Porhyrie oder verwandte "Erkrankungen" gelesen habe, könnte das durchaus stimmen. Heute kuriert sie sich noch immer selbst, nimmt täglich Pankreatin für die Bauchspeicheldrüse, Beta-Blocker für die Herzrythmusstörungen und Hormone für die Power (?) - und trinkt weder Kaffe, noch Alkohol und nimmt kaum Fettes zu sich und kümmert sich hauptsächlich um einen schizophrenen Sohn und um das Haus, dass niemals so schön wurde, wie es hätte werden können - wäre man gesund gewesen.

Meine Mutter hat auch viele Kinder, 6 - das erste eine Fehlgeburt, 2 Söhne (inzwischen mit Psychiatrie-Karriere) und noch 3 Töchter. Wir Mädels bekamen irgendwann als wir zu Müttern wurden auch das "Eva-Schuld-Siegel" aufgedrückt...;). Warum? Interessante Schuldfrage! Könnte man medizinisch abklären, mit Fakten, aber Psychotherapie ist doch viel besser...Typische Frauenkrankheit, mehr nicht. (Wie die Mutter halt, gell? Stimmt's Männer?)

Eisentabletten mit Folsäure und Amalgam während der Schwangerschaft. Nach der Entbindung plötzlich ein Loch nach dem nächsten in den Zähnen und natürlich jedesmal wieder Amalgam reingestopft. Der Zahnarzt wundert sich beim Bohren: "Ihre Zähne sind ja butterweich!" Dann Koliken, natürlich alles nervlich - weil der Säugling niemals schläft, sondern nur schreit. Tag und Nacht. Kein Befund in der Gallenblase. Typischer Fall von Überforderung! Psychotherapie? Roter Urin. "Das kommt vor, wenn man so wenig trinkt." Ach ja, das hatte ich aber nie, wenn ich wenig getrunken habe. Keine Antwort. Jeder Schluck Kaffee löst plötzlich eine Kolik aus und von Schlagsahne darf man nur noch träumen.

Das Baby wird größer und größer und natürlich hyperaktiv. Mensch Mutter, nun gib' dir doch mal Mühe, hab' dich nicht so und kümmere dich, dann zappelt dein Kind auch nicht so viel...

Nach 15 Jahren Auf und Ab sind die Zähne plötzlich wieder hart. Das Amalgam kommt endlich raus. Kaffee und Schlagsahne verträgt man zum Glück auch wieder. Wäre ja sonst auch kein Leben, wenn man immer nur verzichten müßte. Euphorie. Dafür hat man nun immer öfter Konzentrationsstörungen und ist noch erschöpfter als in der Zeit, als die Kinder noch klein waren. Wirklich komisch, dabei müßte doch jetzt alles in Ordnung sein. Psychotherapie?

KPU-Test, Allergietests, MRT... Endlich weiß Mutter die Ursache. Die Kinder zeigen ihr einen Vogel. Unbedingt Chlorella, Vitamine und Spurenelemente nehmen. Nebenwirkungen? Gibt es doch gar nicht bei sowas. Wie wär's mit Psychotherapie?

....

Kein Mensch kann das wieder gut machen, was täglich Ärzte an verpfuschten Existenzen schaffen. Und unsere Kinder - und wahrscheinlich sogar unsere Enkelkinder müssen da auch noch durch! Vergesst das nicht. Am besten verhüten, damit man nichts vererbt. Noch besser aber ist Handeln, meine ich!

Grüße von Flower :mad:
 

Heimatlose

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12.08.06
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Sanatorium hätte ich gebraucht, sechs erbkranke Kinder habe ich bekommen

Hallo Rohi und flowerpower,

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Zu den medizinischen Hinterfragungen melde ich mich wieder, sobald ich mehr Fakten habe. Das läuft erst ganz gemächlich an. (Obwohl die Uniklinik hier einer eigenen Stadt entspricht, gibt es wohl nur einen einzigen Stoffwechsel-Experten)
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt macht es für mich nicht den großen Unterschied, ob es sich um KPU, HPU oder um welchen speziellen Typus einer Porphyrie handelt. Das ist doch alles eine Suppe! Tatsache ist, es hat kürzlich ein weiterer Supergau stattgefunden, und auch in der Folgegeneration ist dekompensiert, was noch vor unserem Umzug zusammen gehalten werden konnte... Da spielt wohl auch eine ehemalige Entmineralisierung durch viele Schwangerschaften und lange Stillzeiten nicht die entscheidende Rolle. Zinkmangel wird definitiv in einem anderen Zusammenhang seit Jahren immer wieder mal nachgewiesen. (aber der entscheidende input hat gefehlt)

Vielen Dank für den Link. Ich kannte ihn schon.
Habe keine Ambitionen, das limbische System zu füttern.
Darüber hinaus habe ich in dieser kurzen Zeit hier sehr viel gelernt. Respekt für die Mühe für Archiv und Infos!

Flowerpower kann ich sagen, daß ich meine Abwehr, meine Soldaten halt nicht aufgestellt hatte. Orientierungslos und eben nicht beschützt in einer für mich fremden, aber dennoch so klassisch patriarchalischen Freikirche, in welcher die Achtung vor dem Leben und vor der Gesundheit von Frauen keine Rolle spielten ("Kinderkriegersekte", nichts anderes hatte wert), archetypisch festgelegt auf Ehefrau und Mutter. Abweichende Muster wurden sanktioniert. Ich wollte mich nicht bekehren und habe unter stetem Druck einen Ersatz nach dem anderen geliefert. Das ist kurz und bündig meine Geschichte.
Es stimmt: Kleine Kinder, kleine Sorgen. Große Kinder, große Sorgen. Auch ich möchte meinen Kindern einen solchen Schicksalsweg ersparen. Besser keine Enkel.
Auf "die Ärzte" bin ich gar nicht mal so sauer wie auf jene anderen Heiler.
Ansonsten: wohl wahr! Viele Parallelen! Ohne Energie viel leisten müssen. .. Da erschließen sich ganz neue Welten: Sowas kriegt man nicht oft zu hören, sondern immer nur die Erfolgsstories.

Also, Dank nochmals fürs Kümmern
und LG
 

Wolfgang Jensen

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16.03.06
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Als Heimatlose

fühle ich Dich hier auch bei uns. Weiß nach jedem Beitrag nicht genau, und frage mich: kommt sie noch mal wieder?

Deine Problematik ist nicht neu, sie hat für mich auch eine allgemeine Bedeutung.

Wir haben im Forum zwei Themen

Religion und Krankheit

Glauben und Psyche

die sich mit Deiner Problematik beschäftigen.

Hier gibt es Kräfte, die für die Selbstbestimmung der Frau und die
Unversehrtheit des Geistes eintreten. Vielleicht gelingt es Dir,
in diesem Sinne hier ein Stück Heimat zu finden.

Vielleicht sollte ich besser sagen: wiederzufinden. Jeder Mensch hat Heimat.

Einen erfüllten Sonntag wünscht allen
Wolfgang


(vielleicht wäre es gut, das Thema zu verschieben,
weil es hier weniger um Krankheit, denn um einen Menschen geht.)
 

lemontonic

Heimat finden

Hallo "Heimatlose", nach Lesen dieses Threads muss ich wirklich dazu etwas schreiben, ich weiß ja nicht ob Du es noch liest, aber wenn ja wäre es schön.

Ich bin 21, seit 6 Jahren krank, und es brauchte einen Umzug in eine ferne Stadt (Klimaveränderung wirkt Wunder) und die Entdeckung der HPU, um "nach Hause zu kommen". Wirklich. Ich war so rastlos all die Jahre!! Was Rohi sagt stimmt, die HPU macht das mit uns, und deine Art zu schreiben klingt wie meine in meinen depressiven Phasen, in denen ich meine besten schriftstellerischen Werke zustande gebracht habe.
Ich bin vielleicht noch jung und überblicke noch nicht alles, habe aber viel erlebt (auch in Sachen Familie) und ich möchte dir hiermit den Mut machen, es zu versuchen und ein letztes Mal all das zu überstehen (so wie ich). Es ist faszinierend zu sehen wie sich plötzlich der Alltag und die Zukunft ins Positive wendet, wenn man eine "kräftige Portion" Vitamine genommen hat.
Also gib jetzt bloß nicht auf, wo du vermutlich am Ziel angekommen bist. Es gibt so einen Spruch, man solle viel öfter etwas für sich tun. Also tu das für dich und nur für dich, es könnte sich wirklich lohnen. :)
 

Heimatlose

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Sanatorium ...Die letzten Tage der Hausfrau

Viele behaupten von sich, sie seien immer noch dieselben.
Mag die äußere Hülle noch so vergängliche Spuren dokumentieren: "Ich bin immer noch der Alte." "Im Kern bin ich ewig jung" "Ich bin das kleine Mädchen von damals"...

Ich nicht. Ich bin nicht mehr die, die ich einmal war.
Die habe ich längst verloren.
Obwohl ich mich um sie gesorgt hatte. Sie war zerstückelt. Und ich habe ihre Teile aufgelesen und wieder zusammen gesetzt. Eine schlecht gewartete Maschine, die sich in den letzten 25 Jahren totgelaufen hat.

Was ist von mir wohl noch vorhanden? Die Erinnerung verblaßt.

Wo war das Gespür? Nicht in diese ausweglose Situation zu geraten? Nicht ein Rädchen zu werden, das diese albernen imperialistischen Muster und Spiele wiederholt?
Inzwischen ist der Scherbenhaufen unermeßlich.

P. Bürger schreibt in Telepolis:
"Bereits Kleinkinder lernen als "Wiedergeborene" in evangelikalen Gemeinden der USA, dass der Heiland für ihre Sündigkeit am Kreuz verblutet ist und dass jeder, der dies nicht annimmt und mit seiner Zunge bekennt, dem Verderben preisgegeben wird. Noch vor wenigen Tagen wollte am Rande einer Hiroshima-Gedenkveranstaltung ein evangelikaler Straßenmissionar mich nicht als Mitchristen anerkennen. Ich hatte auf seine Frage, was den Himmel öffnet, geantwortet: "Sehnsucht nach Güte." Die richtige und einzig mögliche Antwort wäre seiner Ansicht nach das Wortbekenntnis "Jesus Christus ist mein Erlöser" gewesen. "

Der zynische wiedergeborene Frührentner zwischen Rennrad und Fahrradrennen-TV, der "keine Lust mehr hatte, den ganzen Ärschen den Luxus zu finanzieren"

und ein kollektiver Konsens, für den Frauenaltersarmut in Ordnung ist, der nicht mehr differenzieren kann zwischen sozialer Gerechtigkeit und seinem unterstellendem Selbstmitleid.

Meine Neuinstallierung im virtuellen Netz hätte ich fast nicht mitbekommen. Aber dort habe ich mich rechtzeitig wieder herausgenommen. Keine virtuelle Kumpanei. Keine virtuelle Verbrüderung. Ich funktioniere nicht auf dieser maingestreamten Ebene.

Ja, es gibt ihn noch: einen Rest von mir. Die alte Kreativität zurück zu hohlen, ist immer wieder ein schwerer Akt.

Ein Abschied aus diesen Gefügen fiele mir nicht schwer. Aber man dreht sich noch ein wenig auf der Stelle aus Angst und Trauer um die Kinder.Die letzten leeren Geschenke der Bezogenheit, die eh keiner mehr will und nur noch routinemäßig annimmt. (Maschin schon längst kaputt und rostig)
 

Wolfgang Jensen

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Intuition

Grüß Dich,
aus Deinem letzten Beitrag fühlte ich,
"Etwas" in deinem inneren Kern schaut Dich an -
eine Wahrheit vielleicht? -
die Du nicht immer, nur mal kurz anschauen kannst?

Du gehst einen schweren Weg.
Hast Du Begleitung, einen Freund/in,
dem Du wirklich vertraust?

Du kannst auch mailen.

Für jedes Problem gibt es eine Lösung

Wolfgang
 

Heimatlose

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12.08.06
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Sanatorium hätte ich gebraucht, sechs erbkranke Kinder habe ich bekommen

Nein. Ich habe keine Begleitung. Ich habe sämtliche Beziehungen NICHT MEHR. Sprich: viele (ehemalige Freundinnen/Kollegen) konnte ich nicht integrieren ("Mischehe") "Hab keine Freunde in der Welt". Hier leben und dort Christ sein...Dieses Gift hat meine Familie zerstört. Um soziale Netze aufrechtzuerhalten bzw. neue herzustellen, war ich ZU ERSCHÖPFT. Für mich selber hatte ich nach dem sich für die Kinder um den Verstand chauffieren (tausend Therapien und Fachärzte in der Woche auf dem Lande) keine Kraft mehr. Mein Essen bestand über lange Strecken nur noch aus Streß-Kaffee und billigem Weißbrötchen-Papf, während ich für die anderen den Salat und das Gemüse schnibbelte. Immer frisch. Immer Bahnhof. Habe jetzt mehrere Umzüge hinter mir (von Nord nach Süd und zurück), habe zwei Häuser gebaut und stehe vor einem Wendepunkt. Sollte es nochmals eine neue Phase geben, fliegt sicher einiges raus. Das logistische WIE ist noch das große Fragezeichen. Meine Bemühungen auf psycho(somatischer) Ebene wenigstens Grund reinzukriegen, haben bisher über nunmehr drei Jahre nicht gefruchtet. (Teilweise aus organisatorischen, teilweise aus strukturellen Gründen: mehrmals abgelehnte Reha resp. falscher Zeitpunkt für Akuteinweisung.) Habe diesen Sommer nochmals eine letzte Anstrengung unternommen, eine stationäre Psychotherapie durchzuführen und warte auf die Widerspruchsgenehmigung. Jetzt ist die neue HPU-Warteschleife hinzugekommen.
Ich habe - der Kinder wegen- lange die Entscheidung verdrängt. Den besten Zeitpunkt gibt es nicht. Und nun ist es -eigentlich- ZU SPÄT! (Mit meinem Loch im Kopp nochmal zurück in den Beruf? :))))) Neulich "unterhielt" ich mich mit einer Bekannten, die lediglich befindlichkeitsgestörte Wechseljahres-Wortfindungsstörungen beklagte. Wir konnten nur noch ahnen, was der andere meinte. Fragmente.Nebulöse Schemen. Dingsda...Der, wie hieß der nochmal...? Furchtbar. Alzheimer mit 50.)
Das ist andererseits eine GANZ NORMALE Geschichte, wie sie sich tausendfach ereignet.
 

Wolfgang Jensen

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16.03.06
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Horizont

Nein, und noch mal NEIN -
das ist keine normale Geschichte.

Dann erst haben wir verloren,
wenn wir diese unmenschliche Bewertung akzeptieren,
verloren, unsere Würde und das Recht zu kämpfen.

Laß Dich nicht vom Schatten des Wahns greifen,
orientiere Dich mit Menschen, die Dich verstehen,
die wissen, woran Dein Herz zerbrechen will.

Ich durfte 18 Monate mit einer geistig behinderten Frau leben.
Ihre Worte begleiten mich bis heute und bis ans Ende meiner Tage:

Nich aufgeben.

Michaela hat sicher nichts dagegen,
daß ich ihre Worte für mich jetzt Dir ausleihe.

Wolfgang
 

Heimatlose

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Sanatorium hätte ich gebraucht, sechs erbkranke Kinder habe ich bekommen

OJO!
Jemand, der noch mitempfinden kann!

Es gibt Probleme für die es keine Lösungen gibt, wenn man davon absieht, daß Kopfschuß eine wäre. Dafür sind viele Krankheiten ein Ausdruck, ein Symbol. Fibromyalgie ist so eine Variante.

Abgesehen davon, daß ich mißtrauisch geworden bin (und mit Sicherheit kein zweites Mal verprellt werde), "ringe" ich noch zwischen Tod und Leben. Es ist noch nicht entschieden.
Aber auf im Alter Gips von den Wänden zu fressen (wir leben bereits von der Substanz...und fünf Kinder fangen erst an, mühsam selbständig zu werden) habe ich keine Lust!

(Kennt jemand Max? Max aus Zürich und Portland? :) Habe viel mit Schweizern gearbeitet, mit Leuten vom CGJ-Institut und mit POP. Von ihnen habe ich die für mich richtige Einstellung. Keine Sorge!)
 

Wolfgang Jensen

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Kein Sorge ist gut

Wer sich heimatlos nennt
und sich auch so anfühlt, und
von seiner richtigen Einstellung spricht,
klar,
um den macht man sich üblicherweise keine Sorgen mehr.

Vor ein paar Minuten schrieb ich einer Freundin:
sie steht an einem Loch,
das ich kenne, es ist
verdammt tief.

Solange Du schreibst,
was Du wirklich fühlst, wird
das Loch vor DIR Angst haben.

Wolfgang
 

Wolfgang Jensen

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Spätzünder

In meinem Alter darf man doch mal nachfassen, gell.

Du erwähnst:

... mit Leuten vom CGJ-Institut ...

Tippe ich richtig auf C.arl G.ustav J.ung ?
Wenn, traue ich mich jetzt Dich zu bitten, ein bißchen von den Leuten dort und dem Geist, der Dir dort begegnete, zu berichten.

Wolfgang
 
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Meinst Du diesen Max?:
Schüpbach, Max
Er ist Mitbegründer des Process Work Centers, Portland Oregon/USA und Gründer der Lava Rock Clinic, die er zusammen mit Arnold Mindell leitet. In diesem Netzwerk werden moderne Medizin, traditionelle und alternative Heilungsmethoden und die heilende Kraft der Gruppe in ein einheitliches Ganzes integriert. Gegenwärtig entwickelt er zudem ein Internet-Supervisionsmodell für Psychotherapeuten und Gruppenmoderatoren.
http://www.hoersignale.de/autor/db_handler.php?buchstabe=S

POP klingt auch sehr gut:
Die Prozessorientierte Psychotherapie (kurz POP genannt)
http://www.wave77.de/therapien/psychologie/therapien/pop.htm



Grüsse,
Uta
 
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Heimatlose

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@ Uta

Ganz genau! Aber das ist schon ca. zwölf Jahre her...im Zusammenhang mit den Verwaisten Eltern.

@ Wolfgang

Habe an verschiedenen J.-Instituten (z.B. Mü) bzw. mit/bei deren ehemaligen Schülern Seminare und kleine Ausbildungen absolviert. Und finde mich in dem Zusammenhang wieder bis hin zu J. Campbell. POP ist die Weiterführung von Jung, eben eine Prozeßwissenschaft. - und mein (Langzeit-)Prozeß ist noch nicht beendet :)
Habe vieles beibehalten, was tröstlich ist (u.a. die Bücher). Die Workshops könnte ich mir gar nicht mehr leisten.

Ich komme heute um so mehr mit der Kirche(den Kirchen) und ihren Mitgliedern in Kollision bzw. mit der dort vorherrschenden global angepaßten Moralvorstellung, ihren abqualifizierenden und richtenden Bewertungskategorien und dem nicht vorhandenden Mitgefühl.
 
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