Samhain / Halloween / Allerseelen und Allerheiligen

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Ende Oktober - das Jahr geht dem Ende zu. Die Naechte werden laenger. Eine
besinnliche Zeit stellt sich wieder ein.

Die meisten Pflanzen verlagern ihr Kraefte zurueck zu den Wurzeln und bereiten sich
auf den Winter vor. Von den Tieren hauen jene in den Sueden ab, die es koennen.
Einige machen Winterschlaf und andere bereiten sich auf die haerteste Zeit des Jahres
vor.

Unsere Vorfahren haben in diesem Zeitpunkt genau gespuehrt was los ist. Die
Jahreszeiten wechseln, der Uebergang der materiellen zur geistigen Welt aendert
sich - wird durchlaessiger und transparenter. Es ist die Zeit wo wir unseren Ahnen,
unseren Lieben und Freunden, die vor uns gegangen sind, naeher kommen und
an sie denken koennen. Zeit dass auch wir an unsere Wurzeln denken.

Gemaess den Traditionen wird in dieser Zeit fuer die Ahnen, im westlichen Teil der
Wohnung, ein Gedeck aufgetischt - mit etwas zu essen, etwas zu drinken (Wein,
Bier eigentlich egal was, es muss nur von Herzen kommen)
und wechselt dies aus wenn es notwendig ist.

Der Kreis schliesst sich und ein neuer beginnt. In diesem Sinne wuensche ich
allen ein beschauliches und schoenes Samhain Fest.​
 
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Samhain / Halloween / Allersellen und Allerheiligen

Nur so vorab: ich finde, dieses Thema sollte umziehen in "SEele..."
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Die Druiden im alten Gallien und in Britannien "feierten" in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November zu Ehren Samhain´s das Fest der Toten. Die Priesterinnen mußten das Dach ihres Tempels einreißen und neu bauen. In derselben Nacht löschten die Druiden das "heilige Feuer", und gleichzeitig wurden in allen Häusern die Feuer gelöscht. In dieser totalen Finsternis, die sich über das ganze Land breitete, wurden, wie man glaubte, alljährlich die Geister der im letzten Jahr Verstorbenen in einem Kahn vor den Richtstuhl des Kernos gerudert. Am Abend gingen die Druiden von Haus zu Haus, um die Herausgabe einer Jungfrau zu fordern. Im Tempel von Stonehenge und in den vielen anderen Megalithbauten der Britischen Inseln wurden die wehrlosen Mädchen von den Priestern dann brutal mißhandelt und unter den monotonen Trommelschlägen, die in die Nacht hinaushallten, in einem okkulten Ritual dem Samhain geopfert. Wenn heute in der Halloween-Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November die amerikanischen Kinder als Totengeister und Hexen verkleidet von Tür zu Tür ziehen und, "trick or treat" rufend, die Erwachsenen zwingen, ihnen Süßigkeiten oder Geld zu geben ("trick"), damit sie nicht gepeinigt ("treat") werden, dann geht dieser harmlos erscheinende Brauch unmittelbar auf das alte Samhainfest der Druiden zurück, das die eingewanderten Iren und Schotten aus ihrer Heimat nach Amerika eingeschleppt haben.
www.bibelcenter.de/bibliothek/papke/bibo1199p.htm

1./2. November Allerheiligen/Allerseelen
Allerheiligen (am 1. November) und Allerseelen sind katholische Gedächtnistage für alle Heiligen und Verstorbenen.

Üblich ist es, am Allerseelentag die Friedhöfe zu besuchen und die Grabstätten mit Blumen zu bekränzen und Kerzen (Windlichter) aufzustellen.

Schon die alten Römer kannten das dreitägige Fest mundus patet. Während des Zeitraumes stiegen die Manes, die Seelen der Ahnen, aus der Unterwelt empor.

Jakob GRIMM berichtet von einem in Estland verbreiteten Brauch, am 2. November den Verstorbenen Speisen hinzustellen (GRIMM, 1992, 761).

Auch die Kelten feierten ihr Totenfest Samhain. Anfang November ist wohl in ganz Europa eine Zeit, zu der die Grenzen zwischen Menschenwelt und Überirdischen durchlässig sind.
http://spiritsofsurvival.opfernetz.de/kalender2.htm

Gruss,
Uta
 
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Samhain / Halloween / Allersellen und Allerheiligen

Einen wunderschoenen guten Morgen :)

Die Druiden im alten Gallien und in Britannien "feierten" in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November zu Ehren Samhain´s das Fest der Toten. Die Priesterinnen mußten das Dach ihres Tempels einreißen und neu bauen. In derselben Nacht löschten die Druiden das "heilige Feuer", und gleichzeitig wurden in allen Häusern die Feuer gelöscht. In dieser totalen Finsternis, die sich über das ganze Land breitete, wurden, wie man glaubte, alljährlich die Geister der im letzten Jahr Verstorbenen in einem Kahn vor den Richtstuhl des Kernos gerudert. Am Abend gingen die Druiden von Haus zu Haus, um die Herausgabe einer Jungfrau zu fordern. Im Tempel von Stonehenge und in den vielen anderen Megalithbauten der Britischen Inseln wurden die wehrlosen Mädchen von den Priestern dann brutal mißhandelt und unter den monotonen Trommelschlägen, die in die Nacht hinaushallten, in einem okkulten Ritual dem Samhain geopfert. Wenn heute in der Halloween-Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November die amerikanischen Kinder als Totengeister und Hexen verkleidet von Tür zu Tür ziehen und, "trick or treat" rufend, die Erwachsenen zwingen, ihnen Süßigkeiten oder Geld zu geben ("trick"), damit sie nicht gepeinigt ("treat") werden, dann geht dieser harmlos erscheinende Brauch unmittelbar auf das alte Samhainfest der Druiden zurück, das die eingewanderten Iren und Schotten aus ihrer Heimat nach Amerika eingeschleppt haben.
www.bibelcenter.de/bibliothek/papke/bibo1199p.htm
Reine Propaganda :)
Diese Aussagen des Biblecenter sind voellig unhaltbar und ein demagogischer
Schachzug erster Guete.
Genauso gut koennte man den Hexenhammer zitieren. ;-)
(Ups Verzeihung, es gibt ja immer noch Leute die sich danach richten)
Schon das Datum ist fragwuerdig.

Es liegt mir fern einen theologischen Streit vom Zaun zu brechen.
Beklagenswert dabei ist, dass sehr viele Seiten im Internet
Informationen bereitstellen ohne den Inhalt kritisch zu pruefen.

Sollte sich jemand ehrlich und ernsthaft mit der Materie auseinandersetzen
wollen empfehle ich dieses sauber recherchierte und wissenschaftlich
fundierte Werk

Die Druiden. Mythos, Magie und Wirklichkeit der Kelten (Broschiert)
von Christian-J. Guyonvarc'h, Francoise LeRoux



# Broschiert: 595 Seiten
# Verlag: Arun-Verlag; Auflage: 5., Aufl. (März 1999)
# Sprache: Deutsch
# ISBN: 3927940410

Das Autorenpaar sucht, quer durch die Geschichte, die Mythen und Legenden, nach dem Wesen des Druiden. Und sie sind fündig geworden: sie beschreiben das Leben der Druiden als Priester, Barden, Dichter, Seher, Richter, Architekten, ...Ein umfangreiches Kapitel untersucht die rituellen und magischen Techniken, ein weiteres beschreibt die Feste und Heiligtümer, ein drittes den Glauben und die religiösen Vorstellungen. Roux und Guyonvarc h fabulieren nicht im Nebel des New Age, sondern liefern Fakten und profunde Information. Das Buch wird bereichert durch ein Glossar keltischer Fachausdrücke sowie einen etymologischen Anhang
Mit diesem Buch ist es den Autoren gelungen, erstmals ein umfassendes Werk über die noch rekonstruierbare druidische Kulutur zu verfassen, ohne den Bereich des Beweisbaren zu verlassen.

Anhand vieler, für persönliche Studien nachvollziehbarer Quellen der klassischen Antike u.a. Caesars "De bello Gallico", sowie einer Auswertung mittelalterlicher Schriften wie die des Nennius, zeichnet dieses Buch einen deutlichen Umriss der historisch belegbaren Druiden und ihrer Stellung in der keltischen Gesellschaft.

"Die Druiden" ist kein Ratgeber für esoterische Praktiken oder eine Sammlung keltischer Mythologie die zum entspannten Lesen einläd. Wenn sie jedoch auf der Suche nach wissenschaftlichen fundierten Fakten sind und gegebenenfalls selbst weitere Studien vornehmen wollen, ist "Die Druiden" mit ausführlichem Glossar nur zu empfehlen.
Liebe Gruesse
Mitras
 
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Samhain / Halloween / Allersellen und Allerheiligen

Schade, daß wir die Druiden von damals nicht mehr befragen können.... Deshalb hat es wohl wenig Sinn, jetzt darüber zu diskutieren, wie es wirklich war.

Gruss,
Uta
 
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12.10.06
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Samhain / Halloween / Allersellen und Allerheiligen

Hallo :)

da gebe ich Dir voellig recht.
Obwohl damals nicht unbedingt das Zeitalter der Streichelzoos begonnen hat,
waren es sicher Menschen die Freud und Leid erlebten, sich liebten und
den Wert des Lebens schaetzten.

Liebe Gruesse
Mitras
 
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19.03.06
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Samhain / Halloween / Allersellen und Allerheiligen

Hallo Uta, Uma und Mitras!

Eines der Probleme der Geschichtsschreibung bis zum Ende des Mittelalters, besteht darin, dass die Autoren fast nur christliche Geistliche waren. Dementsprechend "ideologisch gefärbt" war das, was sie übermittelten.

Ein schreibfaules Volk, diese Kelten

Anders als bei Völkern, die der Nachwelt schriftliche Aufzeichnungen hinterlassen haben, sind die Archäologen und Historiker bei den Kelten auf die Deutung der Ausgrabungen und die Überlieferung fremder historischer Quellen angewiesen. Die "Schreibfaulheit" der Kelten hatte einen kultischen Grund und trug möglicherweise auch mit zu ihrem unrühmlichen Untergang bei. Ohne schriftliche Aufzeichnungen und Anweisungen ist schwer eine nachvollziehbare Staatsstruktur zu erhalten.

Auch waren die Kelten nicht im eigentlichen Sinne als Volk organisiert. Es waren vielmehr unterschiedliche Stämme, deren einzige übergreifende Gemeinsamkeit, die sie von den umliegenden Kulturen unterschied, war ihre Sprache. Zwar jetzt nicht mehr gleichlautend, aber doch ähnlich kehlig klingende Alt-Sprachen, wie das Bretonische in der französischen Bretagne, das Kymrische in Wales oder das Gälische in Schottland erinnern heute noch daran. Auch das Räto-Romanische, das in einzelnen schweizerischen Alpentälern noch heute gesprochen wird, soll mit der keltischen Sprache verwandt sein.
http://www.altmuehlnet.de/~boehmfeld/dorf/kelten/k-history.htm

Die Quellenlage über die keltische Kultur, Mythologie, soziale Strukturen, Alltagsleben- und Bräuche, ist nicht ideal. Aber auch nicht so miserabel, wie manchmal gesagt wird.

So kann man auch auf archäologische Funde und die Zeugnisse spätantiker Schriftsteller (die nicht unbedingt christlich "verfärbt" sind, zurückgreifen.

D ie klassischen Schriftsteller machen großes Aufhebens von den rituellen und grausamen keltischen Menschenopfern in düsteren Waldhainen und belegen damit die Barbarei ihrer Feinde, ohne freilich zu erwähnen, daß auch in Rom noch im Jahre 114 v.Chr. zwei Griechen und zwei Gallier den Göttern geopfert worden waren. Zweifellos gab es bei den Kelten auch Menschenopfer, wie die archäologischen Funde belegen, aber hauptsächlich opferte man Tiere, oft auch kostbare Waffen, die zum Beispiel in heiligen Gewässern versenkt wurden.
Eine Vorstellung von Himmel und Hölle als Belohnung oder Bestrafung für ihr Erdenleben kannten die Kelten offenbar nicht, sondern hielten die Wiedergeburt mit immer neuen irdischen Leben für ein Naturgesetz, was erklärt, weshalb ihre Krieger keine Angst vor dem Tode hatten. Die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und dem Reich der Götter und Toten war verschwommen und konnte sich zum großen Samhainfest (Sommerende/ Winterbeginn am 1. November) auch schon völlig auflösen
http://www.geocities.com/lionessberlin/500kelt/531relig.html

D ie Natur war ihnen heilig. Ihre Tempel lagen häufig fern der menschlichen Behausung in der Nähe der Mächte der Natur, auf Hügelkuppen oder in Grotten. Die klassischen Schriftsteller erwähnen heilige Haine, heilige Seen, Tümpel oder Quellen. Man nimmt heute an, daß die Druiden tief im Wald Rituale vollzogen, denn im religiösen Leben der Kelten spielten Bäume eine große Rolle. Das Wort "Druide" hängt mit dem keltischen Wort für Eiche zusammen und Pinius erzählt, von Eichen seien Mistelzweige gepflückt worden.
Die Druiden (die es allerdings nur in Gallien und Britannien gab) waren nicht nur Priester, sondern auch Gelehrte und Richter und genossen hohes Ansehen in der Gesellschaft. Sie waren (laut Caesar) eine hochorganisierte, stammes- übergreifende Bruderschaft, die sich einmal im Jahr in Gallien zur Beratung und zur Wahl eines obersten Druiden versammelten. Ihre Ausbildung konnte bis zu 20 Jahre dauern, da sie eine Unzahl von magischen Formeln, Gesetzen und Überlieferungen auswendig lernen mußten

www.schaepp.de/kelten/in.html



Zu den Opfergebräuchen der Kelten:





Opfergaben
Ebenso wie in vielen anderen Kulturen, so brachten auch die Kelten ihren Göttern Opfer dar, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen.
Die einzelnen Götter konnten bestimmte Naturgewalten verkörpern. Natürlich beeinflußte das die Art der Opferung. Den Gottheiten, die zum Beispiel mit dem Wasser in Verbindung standen, brachte man die Opfer dar, indem man Gegenstände ins Wasser warf. Manche Gaben wurden verbrannt und wieder andere in der Erde vergraben.
Gründe für diesen Kult gab es viele. So konnte der Betende zum Beispiel um Hilfe oder Schutz bitten. Er konnte die Götter aber auch herbei rufen, um Zeuge eines besonders wichtigen Schwures oder Versprechens zu sein. Aber auch Verwünschungen waren auf diese Weise möglich. Man schrieb sie nieder und vertraute sie während eines Rituals zusammen mit den Opfergaben der angerufenen Gottheit oder einem anderen übernatürlichen Wesen an.

Geopfert wurde alles was wertvoll oder teuer war: Schmuck, Waffen, Kunstgegenstände, Tiere und in besonderen Fällen sogar Menschen. Für einen solchen Fall verlangte jeder der wichtigeren Götter eine andere Art des Todes. Ein Opfer für Teutates wurde mit dem Kopf in einem Wasserbottich ertränkt, die für Esus Bestimmten hängte man an einem Baum auf und die für Taranis wurden in einem Holzverschlag verbrannt.
In den letzen Jahrhunderten wurden in den Mooren Nordeuropas immerwieder Moorleichen gefunden. Nach eingehenden Untersuchungen fand man heraus, daß die Leichen überwiegend aus der ausgehenden Keltenzeit stammten und daß manche von ihnen so getötet wurden, daß man annehmen kann es stecke ein Ritus dahinter. Möglicherweise waren sie Opfer an die Götter, um ihre Hilfe gegen einfallende fremde Völker (speziell gegen die Römer) zu erflehen.Aber auch Dinge, welche die Kelten in der Schlacht erwarben, brachte man zum großen Teil als Zeichen des Dankes den Göttern des Krieges dar. Neben Waffen, Schilden und Rüstungen konnten dies auch die Schädel der gefallenen Gegner sein.
Der Schädel war den Kelten heilig. Nach ihrer Vorstellung war er der Sitz der Seele. Häufig trennten die Krieger ihren Feinden die Köpfe ab und nahmen sie mit. Es waren Trophäen, die ihren Mut bewiesen und von ihren Siegen kündeten aber es war noch viel mehr als das. Die Geister der Getöteten konnten sich nicht gegen denjenigen richten, der ihre Schädel besaß. Vielmehr gehörten ihm nun die Kraft und die Weisheit der Toten. So war ihr Besitz in gewisser Weise ein Schutz, doch man verehrte sie mitunter auch. Ganze Schreine voller Schädel wurden zu ihrer Verehrung errichtet. So wurde der Totenschädel auch zy einem wiederkehrenden Motiv in der keltischen Kunst.
In der Mythologie hatte der Kopf eine besondere Bedeutung. Einigen Helden aus den alten Sagen, wurde nach ihrem Tode der Schädel von Körper getrennt. Tat dies der Feind, war das den Freunden des Helden Grund genug, um ihnen nachzujagen und ihnen den Schädel ihres Freundes wieder abzunehmen. Waren es jedoch die Verbündeten des Toten, die den Kopf besaßen, so lebte und spracht dieser häufig noch eine Zeit lang mit seinen Freunden.
www.goetter-und-mythen.de/ks3.htm

Nach der heutigen Kenntnislage ist von Menschenopferungen bei den Kelten, zumindest zeitweise, auszugehen.

Mitras, meines Erachtens gibt es drei Fehler, die wir heutigen Menschen bei der Geschichtsbetrachtung vermeiden sollten:

1. Das Beurteilen geschichtlicher Sachverhalte mit heutigen (moralischen) Maßstäben

2. Das Verteufeln bestimmter historischer Ereignisse

3. und schließlich die Verklärung von geschichtlichen Fakten.

Es grüßt Euch, mit einem keltischen Segen,

Euer Leòn

Mögest Du arm an Unglück sein, und reich an Segen,
langsam darin, Dir Feinde zu machen, und schnell bei der Freundschaft.Doch ob reich oder arm, schnell oder langsam,mögest Du von diesem Tag an nichts als Glück kennen.


http://www.britannica.com/search?query=celts&ct=&fuzzy=N

http://www.wsws.org/de/1998/nov1998/kelt-n12.shtml

http://www.guenter-hauenstein.de/dehio/Kelten.html

http://www.lesepage.de/verlage/gruenverlag.htm

www.informatik.uni-bremen.de/~rupp/Mythologie/kelten.html
 
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14.01.04
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Hallo Mitras

Reine Propaganda :)
Diese Aussagen des Biblecenter sind voellig unhaltbar und ein demagogischer
Schachzug erster Guete.

eine Aussage ist reine Propaganda, da das andere was man weiss gut belegt ist und eventuell noch mehr dazu kam als man weiss.
Folgendes weiss man bzw in einem Fall vermutet man sehr:

Zweifellos gab es bei den Kelten auch Menschenopfer, wie die archäologischen Funde belegen

Geopfert wurde alles was wertvoll oder teuer war: Schmuck, Waffen, Kunstgegenstände, Tiere und in besonderen Fällen sogar Menschen.

In den letzen Jahrhunderten wurden in den Mooren Nordeuropas immerwieder Moorleichen gefunden. Nach eingehenden Untersuchungen fand man heraus, daß die Leichen überwiegend aus der ausgehenden Keltenzeit stammten und daß manche von ihnen so getötet wurden, daß man annehmen kann es stecke ein Ritus dahinter. Möglicherweise waren sie Opfer an die Götter

Bei Deiner Buchentfehlung steht:
Mit diesem Buch ist es den Autoren gelungen, erstmals ein umfassendes Werk über die noch rekonstruierbare druidische Kulutur zu verfassen, ohne den Bereich des Beweisbaren zu verlassen.
Wenn das buxch obige Kenntnisse aber verleugnet, und gemäss deinem reinen Propagandaaussage tut es dies, dann ist das Buch reine Propaganda!

Vielleicht wird in ein paar tausend Jahren auch Puppen in einen Ofen geschoben und verbrannt und man wird dieses harmlose fest Holocaust nennen und alle die negativ gegen solche Praktiken reden, wird man als reien Propaganda abtun.
 
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Samhain / Halloween / Allersellen und Allerheiligen

Hallo,

Achtung, ich wiederhole das Zitat:

In den letzen Jahrhunderten wurden in den Mooren Nordeuropas immerwieder Moorleichen gefunden. Nach eingehenden Untersuchungen fand man heraus, daß die Leichen überwiegend aus der ausgehenden Keltenzeit stammten und daß manche von ihnen so getötet wurden, daß man annehmen kann es stecke ein Ritus dahinter. Möglicherweise waren sie Opfer an die Götter, um ihre Hilfe gegen einfallende fremde Völker (speziell gegen die Römer) zu erflehen.
Ich denke, man kann davon ausgehen, es ist aber nicht sicher. Die Interpretation archäologischer Funde ist schwierig und hat oft spekulative Elemente.
Wir sollten deshalb im konjunktivischen bleiben!

Gruß von Leòn
 
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10.01.04
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Danke, Leòn


Ich denke, auch der Satz 3. und schließlich die Verklärung von geschichtlichen Fakten.
ist zu bedenken. Es gibt ja heute viele "neue" Hexen und auch Druiden, die sich auf z.B. keltische Bräuche berufen bei ihren Riten.
Die Frage ist tatsächlich, inwieweit hier nicht auch die Phantasie und das Wollen eine große Rolle spielt; vielleicht auch die Sehnsucht nach einer Einig- oder Innigkeit mit der Natur, die wahrscheinlich so nie da war, weil die Natur ja damals direktere Gefahren geboten hat als heute.
Und wie immer bei solchen Gruppierungen: jeder möchte Druide oder Oberhexe sein, aber keiner denkt darüber nach, wie es wohl den einfachen keltischen Menschen so gegangen ist, u.a., wenn man sie erwählt hat, geopfert zu werden...

Das Thema ist auf jeden FAll weiter aktuell und offenbar attraktiv:
Der Orden der Barden, Ovaten und Druiden (englisch 'Order of Bards, Ovates & Druids'), OBOD genannt, ist ein neodruidischer Orden mit Hauptsitz in England. Er ist zu einer der mächtigsten und lebhaftesten Druidenvereinigungen mit Mitgliedern in allen Teilen der Welt geworden. Der derzeitige Mitgliederbestand beträgt laut eigenen Angaben und der Publikation im Magazin "Touchstone" und den Lehrheften derzeit 10.000 Mitglieder weltweit.
de.wikipedia.org/wiki/Orden_der_Barden

Eines steht für mich fest: die Kelten hatten sehr schöne Metall-Schmuckstücke, z.B.:


Halsringe von Erstfeld, Kanton Uri

und eindrucksvolle Kreuze:

www.planet-wissen.de/pics/IEPics/intro_kelten_kreuz_g.jpg

Uta
 
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Beitritt
12.10.06
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Samhain / Halloween / Allersellen und Allerheiligen

Hallo :)

Hallo Mitras

Reine Propaganda :)
Diese Aussagen des Biblecenter sind voellig unhaltbar und ein demagogischer
Schachzug erster Guete.
eine Aussage ist reine Propaganda, da das andere was man weiss gut belegt ist und eventuell noch mehr dazu kam als man weiss.
Folgendes weiss man bzw in einem Fall vermutet man sehr:
Spontan kommt mir da in den Sinn "Statistik ist eine grosse Luege aus lauter
kleinen Wahrheiten"

Zweifellos gab es bei den Kelten auch Menschenopfer, wie die archäologischen Funde belegen
Stimmt, diese Praktiken wurden damals sicher ausgeuebt.

In den letzen Jahrhunderten wurden in den Mooren Nordeuropas immerwieder Moorleichen gefunden. Nach eingehenden Untersuchungen fand man heraus, daß die Leichen überwiegend aus der ausgehenden Keltenzeit stammten und daß manche von ihnen so getötet wurden, daß man annehmen kann es stecke ein Ritus dahinter. Möglicherweise waren sie Opfer an die Götter
Klingt schluessig.

Da gab es eine Dokumentation im deutschen Fernsehen
wo nachgewiesen wurde, dass die Leute damals ueber die mummifizierende
Wirkung des Moors gewusst haben. Die hatten entsprechende Graeber gefunden.

Bei Deiner Buchentfehlung steht:
Mit diesem Buch ist es den Autoren gelungen, erstmals ein umfassendes Werk über die noch rekonstruierbare druidische Kulutur zu verfassen, ohne den Bereich des Beweisbaren zu verlassen.
Wenn das buxch obige Kenntnisse aber verleugnet, und gemäss deinem reinen Propagandaaussage tut es dies, dann ist das Buch reine Propaganda!
Da wird nichts verleugnet. Da werden aus alten Quellen Informationen
zusammengetragen.

Habe nie bestritten, dass die Kelten damals keine Opfer durchgefuehrt
hatten. Wie auch immer die Seite
www.bibelcenter.de/bibliothek/papke/bibo1199p.htm
scheint sich nicht mit Forschungsergebnissen der letzten Jahre
auseinandergesetzt zu haben. Diese Infos erinnern an gewisse
Schriftstuecke welche in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts "verbrochen"
wurden

Vielleicht wird in ein paar tausend Jahren auch Puppen in einen Ofen geschoben und verbrannt und man wird dieses harmlose fest Holocaust nennen und alle die negativ gegen solche Praktiken reden, wird man als reien Propaganda abtun.
Lieber Freund, das war jetzt boesartig ;-)
Bleiben wir auf dem Teppich.
Du willst doch nicht behaupten dass folgende Information ernst zu nehmen ist?

Am Abend gingen die Druiden von Haus zu Haus, um die Herausgabe einer Jungfrau zu fordern. Im Tempel von Stonehenge und in den vielen anderen Megalithbauten der Britischen Inseln wurden die wehrlosen Mädchen von den Priestern dann brutal mißhandelt und unter den monotonen Trommelschlägen, die in die Nacht hinaushallten, in einem okkulten Ritual dem Samhain geopfert.
Ist doch eher aus der Feder eines Authors von Horror-Romanen.
Wer sich auch nur am Rande mit dieser Thematik befasst hat,
waelzt sich am Boden und lacht sich tot :)
Echt das ist eine altertuemliche Verschwoerungstheorie "vom feinsten"

Dies ist jedoch eine Beschreibung einer Filmszene die ich vor
langer Zeit mal im Fernsehen gesehen habe. (Vermutlich war der Titel
irgendwie "die Druiden")

Liebe Gruesse
Mitras
 
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19.03.06
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Allerheiligen und Allerseelen

Allerheiligen ist ein alter katholischer Feiertag. Es ist ursprünglich das Fest für sämtliche Märtyrer (Blutzeugen) und alle Heiliggesprochenen.
Noch heute gedenkt man am Allerheiligen in der katholischen Kirche in einer morgendlichen Messfeier aller Heiligen, auch der unbekannten.

Erst an "Allerseelen" (dem 2.Novembertag) gedachte man früher auch aller Verstorbenen, im besonderen der "armen Seelen im Fegfeuer". Dieser Feiertag wurde von Abt Odilo von Cluny 998 eingesetzt. Der Überlieferung zufolge hörte er nach einer Allerheiligenfeier die Teufel aus dem Berg "Vulcano" (bei Sizilien) heulen, "weil ihnen so viele Seelen entrissen würden". So bestimmte der Abt, daß noch mehr für die Verstorbenen gebetet werden sollte. Dadurch sollten sie aus dem Fegfeuer und den Qualen erlöst werden.

"Fegfeuer" : Nach katholischer Vorstellung befinden sich die Toten, die nicht gleich in das Paradies kommen in einer Art Zwischenzustand der Reinigung, bevor sie in die volle Gemeinschaft mit Gott aufgenommen werden.

Zur Zeit Martin Luthers war es auch fester Brauch geworden, für sich selber und für Angehörige durch Ablaßbriefe Befreiung von den Strafen des Fegfeuers zu bekommen.




Heute hat sich der Charakter dieses katholischen Feiertages bei den Gläubigen gewandelt. Allerheiligen ist der Tag, wo man an die Gräber geht und der Verstorbenen gedenkt (wie z.B. am "Ewigkeitssonntag" (letzter Sonntag des Kirchenjahres) Protestanten die Gräber ihrer Verstorbenen besuchen.
Auf den Friedhöfen werden heute an Allerheiligen Messen abgehalten und die Gräber werden gesegnet.

In Deutschland wurde der Feiertag "Allerheiligen" unter Ludwig dem Frommen im Jahr 835 eingeführt und zwar als Fest für "alle Märtyrer und Heiliggesprochenen".

Volksbräuche um Allerheiligen
Ein alter bäuerlicher Spruch in Oberschwaben lautet:

"Nach der Kirbe kommt Allerheiligen,
und nach Allerheiligen kommen alle Teufel."


Damit wurde auf die Strafen im Fegfeuer hingewiesen, durch die alle "offenen Rechnungen beglichen werden mußten".

Auch die oberschwäbischen "Seelen" (ein längliches, mit Kümmel und Salz bestreutes Gebäck) gehen auf den Allerseelentag zurück. Früher wurden sie nur an diesem Tag gebacken und gegessen.

Nach dem Volksglauben kehren die Seelen der Verstorbenen in dieser Zeit in ihre Heimat zurück. Deswegen stellte man ihnen eine Wegzehrung in die Stube.
Volkskundeforscher sehen darin das Weiterleben eines archaischen Geisterglaubens (siehe unten auch Halloween). So haben sich auch Reste dieses vorchristlichen Kults erhalten: z.B. Viele Bäckereien bieten in dieser Zeit "Seelenwecken" und "Seelenbrezeln" an.


http://www.glauben-und-bekennen.de/besinnung/begriffe-a/allerh.htm


Jährliche Gedenktage für Verstorbene - seien es Märtyrer, Heilige oder "Normalsterbliche" - gab es bereits im antiken Christentum. Seit dem 9. Jahrhundert hat dieses Gedenken ein festes Datum: Allerheiligen wird am 1. November begangen. 998 legte dann Odilo von Cluny die Allerseelenfeier für den 2. November fest, die Mönche von Cluny verbreiteten das Fest im 11. Jahrhundert, in Rom wurde es erstmals im 14. Jahrhundert gefeiert.

An beiden Tagen wird der Verstorbenen gedacht - mit verschiedenen Schwerpunkten. An Allerheiligen stehen - der Name sagt es - alle Heiligen (Märtyrer) im Mittelpunkt. Anno 835 wurde Allerheiligen in diesem Sinne von Papst Gregor IV. eingeführt.

An Allerheiligen werden auch die Gräber auf den Friedhöfen von den Angehörigen geschmückt, bei Katholiken wird das "Seelenlicht" entzündet, das auch noch am darauffolgenden Allerseelentag leuchtet. Damit leitet Allerheiligen allerdings bereits über zu Allerseelen.

Denn an Allerseelen steht die Hilfe der Lebenden für die Verstorbenen im Zentrum. Folgenreich war in diesem Zusammenhang der Armseelenkult. Dieser Kult wurde durch die von einigen Kirchenvätern vertretene und vom Trienter Konzil bestätigte Auffassung gefördert, die Seelen Verstorbener, die vor Gottes Gericht bestanden hätten, seien vor ihrer Aufnahme in den Himmel an einem Ort der Reinigung (Purgatorium, Fegfeuer). Die Lebenden könnten den Toten durch Armseelenspenden helfen: Messopfer, Gebete, Opfer und Fasten. Eben diese „Pflege der Seelen” in Form von „Seelgerätestiftungen”, die Hilfe der Lebenden für die Verstorbenen, deren endgültige Erlösung durch „gute Werke” befördert werden sollte, konzentrierte sich auf Allerseelen.

Die Reformatoren hatten mit beidem Mühe: Mit der Heiligenverehrung im Speziellen, und mit dem Totenkult im allgemeinen. Daraus ergibt sich eigentlich schon, dass weder Allerheiligen noch Allerseelen Chancen hatten, in den reformierten Festtagskalender aufgenommen zu werden.

Für lange Zeit galt in protestantischen Gebieten vielmehr die Devise aus Matthäus 8, 22: "Lass die Toten ihre Toten begraben...". - Jedes Risiko des Totenkults wurde ausgeschaltet, ein spätes Echo dieser Todesaustreibung gibt die reformierte Zürcher Kirchenordnung, die noch heute die Aufbahrung eines Sargs in der Kirche verbietet.

Seit dem 19. Jahrhundert gibt es aber auch in protestantischen Gebieten stärkere gegenläufige Bewegungen. So entwickelte sich in Deutschland die Tradition des Totensonntags, der am letzten Sonntag im Kirchenjahr gefeiert, bevor mit dem 1. Advent das neue Kirchenjahr beginnt.

Das Datums ist nicht zufällig gewählt: Es bezeichnet zum einen das Ende, das Unwiederbringliche eines abgeschlossenen Zyklus. Indem auf dieses Ende aber der Advent, der von Gott gesetzte Neuanfang folgt, wird auch der Glaube veranschaulicht, dass der Tod nicht das letzte Wort ist.

Dieser Totensonntag gelangte - zumeist unter dem Namen "Ewigkeitssonntag" - im Laufe des 20. Jahrhunderts auch in die reformierte Schweiz. Häufig werden im Gottesdienst die Namen aller Gemeindeglieder verlesen, die im Verlaufe des (Kirchen-)Jahrs gestorben sind. Empfohlen ist zudem eine Fürbitte für die Verstorbenen. Im Anschluss an den Gottesdienst begibt sich die Gemeinde auf den Friedhof. - Im übrigen hält der Brauch, an Allerheiligen Lichter auf die Gräber zu stellen, auch in reformierten Friedhöfen Einzug.

www.ref.ch/kirche/allerheiligen.html
 
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25.01.05
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Samhain / Halloween / Allersellen und Allerheiligen

Manches aus früheren Zeiten, auf das wir stossen mag für uns heute sehr seltsam und brutal ausschauen.

Doch, wie empfände es ein Kelte in seiner sehr konkreten Jenseitsvorstellung und seiner tiefsten Überzeugung wiedergeboren zu werden an, würde er mit unseren lebensverlängernden Praktiken konfrontiert? Er würde wohl nicht verstehen, dass man soviel Kraft da rein steckt, diese Welt nicht verlassen zu wollen...!

Wenn auch nicht "offiziell" als rituelle Opfer wahrgenommen, so zelebrieren wir auch heute noch tagtäglich blutige Menschenopfer: In dem wir in Kauf nehmen, dass Menschen ihr Leben hergeben müssen, aus gesellschaftlichen, aus verkehrstechnischen, aus wirtschaflichen, auch aus medizinischen Gründen, und nach wie vor für's Vaterland. Die Art und Weise hat sich verändert, ebenso ist der Aufwand wohl einiges grösser, und es hat auch eine Individualisierung stattgefunden, z.B. als Selbstmord oder auch als Familienopfer - immer wieder ein Fressen für Boulevardpresse und Free-TV.

Es steht uns also wirklich schlecht an, darüber richten zu wollen. Als damalige Zeitgenossen wäre uns das alles ebenso normal vorgekommen, wie uns heute so manches normal vorkommt.

Phil
 
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Samhain / Halloween / Allersellen und Allerheiligen

So, und was sagt jetzt das Ökumenische Heiligen - Lexikon dazu?

http://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Alle_Heiligen.htm

Alle Heiligen
Gedenktag katholisch: 1. November
Hochfest - Gedächtnistag aller Heiligen des Himmels
Gedenktag evangelisch: 1. November
Gedenktag der Heiligen
Gedenktag anglikanisch: 1. November
Gedenktag orthodox: am Sonntag nach Pfingsten

In den östlichen Kirchen gab es schon seit Anfang des 4. Jahrhundert Allerheiligenfeste, bei den Byzantinern zunächst als "Herrentag aller Heiligen" am Sonntag nach Pfingsten. Es galt, bei der Fülle der Märtyrer nach den Verfolgungen, keinen zu vergessen.

In der westlichen Kirche weihte Bonifatius IV. am 13. Mai 609 (oder 610) das Pantheon in Rom - zuvor das Heiligtum der antiken Götterwelt - der Jungfrau Maria und allen Heiligen und ordnete eine jährliche Feier an, zunächst am Freitag nach Ostern. Papst Gregor III. weihte eine Kapelle in der Basilika St. Peter allen Heiligen und legte den Feiertag auf den 1. November. Ende des 8. Jahrhunderts begann man das Fest in Frankreich zu feiern. Papst Gregor IV. dehnte 839 den Gedächtnistag auf die ganze Kirche aus, seither wird Allerheiligen und Allerseelen an den ersten beiden Novembertagen begangen.

An Allerheiligen wird aller Heiligen, Märtyrer und Verstorbenen gedacht, auch der Heiligen, "um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott". Die Gräber auf den Friedhöfen werden von den Angehörigen geschmückt, bei Katholiken wird das "Seelenlicht" entzündet, das auch noch am darauffolgenden Allerseelentag leuchtet; es ist das Symbol des "Ewigen Lichtes", das den Verstorbenen leuchtet. In feierlicher Prozession, dem "Gräberumgang" , schreitet der Priester durch die Reihen der festlich geschmückten Gräber und erteilt den Segen.

In angelsächsischen Ländern verbreitet ist der Brauch, in der Nacht zum 1. November Halloween * zu feiern. Das Wort Halloween ist eigentlich eine Verballhornung von "Allerheiligen" - "all hallow souls" oder "all hallow eve" - "Vorabend von Allerheiligen". Im Hintergrund von Halloween steht der keltische Neujahrstag am 1. November und das Samhain-Fest, ein Erntedankfest zum Jahresende, das die Menschen ausgelassen und fröhlich feierten; dazu gab es die für die Jahreswende typischen Wahrsagebräuche, die in Irland noch heute zu Halloween gehören. Halloween wurde dann erst im Laufe des 20. Jahrhunderts in den USA zum "Fest des Grauens".

Iren brachten Halloween nach Amerika. Mit dem Spruch "Trick or treat", "Rat oder Gabe", gehen in den USA Kinder, als Geister verkleidet mit dem grimmig aussehenden Kürbis, der ausgehöhlt und durch eine Kerze erleuchtet ist, von Haus zu Haus und erhalten von den Bewohnern Süßigkeiten als Geschenk; werden sie abgewiesen, wollen sie sich mit Streichen rächen – so ihre Drohung. Der ausgehöhlte und beleuchtete Kürbis, "Jack-o-Lantern" genannt, geht zurück auf die Legende vom Trunkenbold Jack, den nicht einmal der Teufel in die Hölle einlassen wollte; aus Mitleid gab er Jack wenigstens eine glühende Kohle mit auf den Weg, die steckte Jack in eine Zuckerrübe, damit sie nicht verlischt und ihm den Weg zeigen kann - seitdem spukt sie ruhelos durch die Welt.

In den USA hat Halloween Tradition, aber in den letzten Jahren nimmt der Gruselrausch immer größere Dimensionen an. Heute ist oft nicht ganz klar, ob Jack-o-Lantern uns vor bösen Geistern beschützt, oder ob er selbst einen Unhold darstellt. In jüngster Zeit wird Halloween auch bei uns immer mehr Kult. Die Fantasie-Welt, die Freude am Verkleiden, das Gemeinschaftsgefühl beim Kürbisschnitzen, aber auch Gespräche über Angst und Vertrauen können helfen in dieser besonderen Nacht.

* Der keltische Neujahrstag (Samhain) war kein Totengedenktag, schon gar nicht, wie man öfters liest, ein Fest eines angeblichen keltischen Totengottes Samhain - bekannt sind die Namen von rund 350 keltischen Gottheiten, ein "Samhain" gehört nicht dazu. Auch ist nichts überliefert von keltischen Druiden und Menschen, die angeblich in der Samhain-Nacht gruselige Kostüme angezogen und Kürbisköpfe - Jack-o-Lantern - ausgehöhlt haben; in der Sage ist auch nicht von Kürbissen die Rede, sondern von Rüben.

Bauernregeln: "Schnee am Allerheiligentag / selten lange liegen mag."
"Bringt Allerheiligen einen Winter, / so bringt Martini einen Sommer."
"Allerheiligenreif / macht zur Weihnacht alles steif."
"Allerheiligenreif / macht den Winter stark und steif."
"Um Allerheiligen kalt und klar, / macht auf Weihnacht alles starr."
"An Allerheiligen / sitzt der Winter auf den Zweigen."
"Allerheiligen feucht, / wird der Schnee nicht leicht."
"Ob der Winter warm oder kalt, / so geh Allerheiligen in den Wald."
"Allerheiligen klar und helle, / sitzt der Winter auf der Schwelle."
"Der Altweibersommer tut nicht lange gut, / und steht er auch in aller Heiligen Hut."
"Zum Allerheiligen Sonnenschein, / tritt der Nachsommer ein."
"Ist's zu Allerheiligen rein, / tritt noch Altweibersommer ein."
"Bricht vor Allerheiligen der Winter ein, / so herrscht um Martini Sonnenschein."
"Wenn's an Allerheiligen schneit, / halte deinen Pelz bereit."
"Schnee am Allerheiligen-Tag, / selten langen liegen mag."

 
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Samhain / Halloween / Allersellen und Allerheiligen

Manches aus früheren Zeiten, auf das wir stossen mag für uns heute sehr seltsam und brutal ausschauen.

Doch, wie empfände es ein Kelte in seiner sehr konkreten Jenseitsvorstellung und seiner tiefsten Überzeugung wiedergeboren zu werden an, würde er mit unseren lebensverlängernden Praktiken konfrontiert? Er würde wohl nicht verstehen, dass man soviel Kraft da rein steckt, diese Welt nicht verlassen zu wollen...!

Wenn auch nicht "offiziell" als rituelle Opfer wahrgenommen, so zelebrieren wir auch heute noch tagtäglich blutige Menschenopfer: In dem wir in Kauf nehmen, dass Menschen ihr Leben hergeben müssen, aus gesellschaftlichen, aus verkehrstechnischen, aus wirtschaflichen, auch aus medizinischen Gründen, und nach wie vor für's Vaterland. Die Art und Weise hat sich verändert, ebenso ist der Aufwand wohl einiges grösser, und es hat auch eine Individualisierung stattgefunden, z.B. als Selbstmord oder auch als Familienopfer - immer wieder ein Fressen für Boulevardpresse und Free-TV.

Es steht uns also wirklich schlecht an, darüber richten zu wollen. Als damalige Zeitgenossen wäre uns das alles ebenso normal vorgekommen, wie uns heute so manches normal vorkommt.
Danke, Phil!

Ja, wir sollten uns wahrhaftig nicht über die Sitten früherer Kulturen mokieren. Der Hinweis auf die Medien gefällt mir. Wenn sich irgendwelche Leute in Fernsehshows entblößen lassen (Mittags - Talkshows), oder von Dieter Bohlen verbal massakriert werden, wirkt es auf mich, bei Licht besehen, barbarisch. Nur sollte man vorsichtig mit Vergleichen sein, finde. Sie hinken ja leider doch immer.


Noch ein Nachtrag (s.o.): Der Kürbis ist ein Neuweltgewächs.
http://www.gesundheit.de/heilpflanz...lanzen-lexikon/kuerbis/kuerbis_herkunft.shtml

Herzliche Grüße
von

Leòn
 
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Samhain / Halloween / Allersellen und Allerheiligen

Eigentlich muss ich ins Bett. Aber da fällt mir noch etwas ein.

Wir müssen uns ja nun schweren Herzens damit abfinden, dass unsere abendländischen (kulturellen) Vorfahren blutopfer - und zwar auch Menschenopfer dargebracht haben.

Von unseren orientalischen Vorfahren ist selbiges ja sogar schriftlich überliefert: Abraham wurde - laut Überlieferung - von Gott daran gehindert, seinen Erstgeborenen zu opfern. Damit gilt der Brauch des Menschenopfers bei den "Abrahamiten" als abgeschafft.

Als Ersatz blieb dort das Blutopfer - als Tieropfer (bei manchen Religionen bis heute) bestehen.

So und jetzt kommt meine Frage: Kann es sein, dass das christliche Ritual des Abendmahles (Umwandlung von Blut in Wein) ein (symbolisch transformiertes) Relikt des Menschenopfers ist?
Ich meine, das mal von irgendeinem Kulturhistoriker gelesen zu haben ... .

Und wenn ich das dann weiter spinne: Was ist denn mit den (christlichen und anderen) Märtyrern? Ich muss ich da auch irgendwie an eine (wiederum veränderte) Form des "Menschenopfers", eben als Selbstopferung, denken!

Hm....

Mitras, Du hast ganz schön was angeregt, mit Deinem Thread. Danke!:wave:

Herzliche Grüße von

Leòn
 

Malve

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Allerseelen

Die Männlein, Weiblein, traurige Gesellen,
Sie streuen heute Blumen blau und rot
Auf ihre Grüfte, die sich zag erhellen.
Sie tun wie arme Puppen vor dem Tod.

O! wie sie hier voll Angst und Demut scheinen,
Wie Schatten hinter schwarzen Büschen stehn.
Im Herbstwind klagt der Ungebornen Weinen,
Auch sieht man Lichter in die Irre gehn.

Das Seufzen Liebender haucht in Gezweigen
Und dort verwest die Mutter mit dem Kind.
Unwirklich scheinet der Lebendigen Reigen
Und wunderlich zerstreut im Abendwind.

Ihr Leben ist so wirr, voll trüber Plagen.
Erbarm' dich Gott der Frauen Höll' und Qual,
Und dieser hoffnungslosen Todesklagen.
Einsame wandeln still im Sternensaal.

(Georg Trakl)

 
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Hallo Leon

Schrieb:
Folgendes weiss man bzw in einem Fall vermutet man
Du beziehst Dich genau auf den Fall (von dreien) bei denen man es nicht sicher weiss bzw vermutet. Aber wie die 2 anderen Fällen zeigen, weiss man auch, dass es unbestrittenermassen Menschenopfer gab. Zitat:
Zweifellos gab es bei den Kelten auch Menschenopfer, wie die archäologischen Funde belegen

Der Konjuktiv ist also bei gewissen Sachen richtig, aber das es Menschenopfer gab, braucht keinen Konjuktiv mehr
 
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Hallo Mitras

Interpretierte Dein "reine Propaganda" (was meinst du eigentlich mit dem Wort Propaganda oder später Verschwörung?) Ignoration der Menschenopfer.
Wenn diese Anerkannt werden, dann kann das Buch ja gut sein. Es bleiben dann nebst denm sicher nachgewiesenen verschiedene Möglichkeiten offen, wie es genau war.
Wenn menschenopfer gemacht wurden, dann wiess man aus anderen kultueern, dass es meist entweder Feinde, oder dann eben besondere oder "reine" Leute waren, eben oft auch Jungfrauen.
Oder steht in dem Buch, dass es Beweise gibt, das keine Jungfrauen geopfert wurden?
 
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Hallo Leon

Schrieb:
Folgendes weiss man bzw in einem Fall vermutet man
Du beziehst Dich genau auf den Fall (von dreien) bei denen man es nicht sicher weiss bzw vermutet. Aber wie die 2 anderen Fällen zeigen, weiss man auch, dass es unbestrittenermassen Menschenopfer gab. Zitat:
Zweifellos gab es bei den Kelten auch Menschenopfer, wie die archäologischen Funde belegen

Der Konjuktiv ist also bei gewissen Sachen richtig, aber das es Menschenopfer gab, braucht keinen Konjuktiv mehr
Hallo Beat,
da hast Du selbstverständlich recht! Solche Phänomene gab es - so vermute ich - letztendlich in allen früheren Kulturen. Es gehörte zur "Reifung" der Zivilisationen offenbar als "Entwicklungsschritt" dazu. Das hat aber, so wie ich ihn verstanden habe, auch Mitras nicht bestritten!

Hallo Uma,

da hast Du aber ein schönes, schweres, trauriges Gedicht gefunden!

Herzliche Grüße von Leòn
 
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