Pflegeheimerfahrungen mit Angehörigen?

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Am Donnerstag, 23. Juni um 20.15 Uhr deckt Team Wallraff wieder auf . "Jetzt erst recht!"
Günter Wallraff und sein Team machen sich auf, um Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen, Menschen aufzurütteln und Konsequenzen anzustoßen.
Die Themen werden immer erst kurz vor der Ausstrahlung bekannt gegeben.
In einer Vorschau sah ich heute, dass das Team Wallraff unserem Gesundheitsminister Karl Lauterbach mit den Missständen in Pflegeheimen konfrontiert.
Ich bin schon sehr gespannt auf diese Sendung, habe aber auch Angst vor den neusten Enthüllungen, denn sie lassen sich nicht so einfach abschütteln.

RTL, 23.6.22, 20.15 Uhr.
 
wundermittel
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Pflege - SOS Bayern

Die Anlaufstelle Pflege - SOS Bayern hilft vor allem bei Beschwerden zur pflegerischen Versorgung in stationären Einrichtungen.
Die Anlaufstelle fühlt sich im Falle gravierender Beschreibungen verpflichtet, Meldungen an die zuständigen Aufsichtsbehörden weiterzuleiten - anonym.

 
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Am Donnerstag, 23. Juni um 20.15 Uhr deckt Team Wallraff wieder auf . "Jetzt erst recht!"
Wie gut, dass es Menschen wie Günter Wallraff gibt, die bei dem Thema "Missstände in Pflegeeinrichtungen" dranbleiben und den Finger in die Wunde stecken.
Es ging unter die Haut als ganz am Anfang ein Flur, der mit Hilferufen von Angehörigen, Betroffenen und Pflegekräften tapeziert war, gezeigt wurde.
Nach der Ausstrahlung im Februar 2022 , wo über die Missstände in den Alloheime berichtet wurde, trafen erneut aus 50 Heimen dieser Kette neue Meldungen bei Günter Wallraff ein.

Man erlebte heute mit, wie Bewohner gedemütigt, erniedrigt und beschimpft wurden und ihre Gespräche mit den Praktikanten von Team Wallraff waren erschütternd. Auch ehemalige Pflegekräfte kamen zu Wort, die von ihrer Frustration berichteten.
Die heimlichen Aufnahmen gingen mir unter die Haut, denn sie waren unmenschlich und grausam und wühlen mich immer noch auf.

Es sind keine Einzelfälle, auch wenn das unser Bundesgesundheitsminister, der mit den Aufnahmen konfrontierte wurde, gern glauben möchte. Er versprach, dass die Pflege weiter im Fokus bleibt, von der Bezahlung bis....
Wenn aber mit Menschen die auf Hilfe angewiesen sind, für viele Heime nur der Profit Vorrang hat, dann sieht es weiter düster aus.
Ich habe selbst bei meinen Besuchen erlebt, wie hart und verantwortungsvoll der Pflegeberuf ist und achte jeden der sein Bestes gibt und hoffe, dass sich recht bald die Arbeitsbedingungen u.u.u. ändern werden. Es muss sich aber sofort etwas ändern für die Menschen, die Hilfe benötigen und wehrlos schlimme Sachen erdulden müssen, denn das ist alles andere als menschlich.

Wir wissen nicht, wie unsere Zukunft aussehen wird und nach solch einem Bericht kommt etwas Angst in mir auf, aber auch die Hoffnung, dass wenn ich Hilfe brauche, ich auf Menschen mit❤️ treffe.

Passt auf eure Lieben auf und viel Gesundheit 🍀
wünscht Wildaster
 
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Die Bilder und Berichte von gestern lassen mich gar nicht nicht los und meine Gedanken sind bei den Menschen, die dringendst unsere Hilfe benötigen und so ausgeliefert sind. In meiner Hilflosigkeit wächst die Wut.
Es ist eine große Sauerei und wo sind die ganzen Kontrollen und wie laufen sie ab? Warum werden die Kontrollen vorher angekündigt? Warum wird den Akten mehr Aufmerksamkeit gewidmet als den Menschen? Auch wenn es private Einrichtungen sind muss der Staat , wir, einschreiten und zwar sofort. Stellt euch vor, das wären unsere Eltern Kinder oder wir.

Danke an das Team Wallraff und bitte macht weiter so ❤️und hoffentlich hören wir recht bald nur Gutes aus den Pflegeeinrichtungen.

 
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Man erlebte heute mit, wie Bewohner gedemütigt, erniedrigt und beschimpft wurden und ihre Gespräche mit den Praktikanten von Team Wallraff waren erschütternd. Auch ehemalige Pflegekräfte kamen zu Wort, die von ihrer Frustration berichteten.
Die heimlichen Aufnahmen gingen mir unter die Haut, denn sie waren unmenschlich und grausam und wühlen mich immer noch auf.
Ich habe die Doku verpasst, es gibt sie aber noch in der Mediathek zu sehn, für alle, die das interessiert:


Werde mir die Doku die Tage ansehen.

Was aus meiner Sicht an Unmenschlichkeit übertrifft, dass sich Pflegekräfte so scheußlich ihren Patienten gegenüber benehmen.

Kann das nur allein an Überlastung liegen?

Ein mifühlender Mensch kann nicht so grausam sein, einige benehmen sich wie Monster. (hab mal kurz in die Doku hinein gehört)

Da frage ich mich, weshalb wählen die diesen Beruf, wieso tun sie das, wieviel Böses geht in ihnen vor, sie müssen sich selbst hassen um so handeln zu können.

Es sind keine Einzelfälle, auch wenn das unser Bundesgesundheitsminister, der mit den Aufnahmen konfrontierte wurde, gern glauben möchte. Er versprach, dass die Pflege weiter im Fokus bleibt, von der Bezahlung bis....
Wenn aber mit Menschen die auf Hilfe angewiesen sind, für viele Heime nur der Profit Vorrang hat, dann sieht es weiter düster aus.
Ich vermute,
das sind leere Versprechungen und es wird sich kaum was ändern, da es bereits Jahrzehnte so zugeht und immer schlimmer wird.

Das traurige ist, dass Deutschland so viel Geld in andere Nationen steckt, in einen unsinnigen Krieg Milliarden investiert und stets neue Gäste im Land aufnimmt und diese finanziert.

Aber die alten Bürger, die vielleicht ihr Leben lang für dieses Land gearbeitet haben und im Alter Zuwendung und Pflege benötigen, nicht würdevoll versorgt werden, da dafür das Geld knapp zu sein scheint.

Sehr traurig und berührend,
meine Patin war auch in einem Pflegeheim für ca. 5 Jahre, dort ging es sehr spartanisch zu, sie lebte zuvor nur von einer kleinen Rente, somit hatte sie keine Geld sich was Schöneres zu leisten. Es war ein bescheidenes Pflegeheim, sie musste das Zimmer mit einer anderen schnarchenden, verwirrten Person teilen,

dennoch konnte sie sich dort etwas wohl fühlen, es grenzte an einen großen Park, es lag mitten in der Natur und die Pflegekräfte waren zwar teils sehr gestresst, jedoch alle liebevoll und taten ihr Bestes um ihre Patienten gut zu versorgen.

Meine Patin war bis zu ihrem Tod geistig fit, somit konnte sie immer berichten wie es ihr ergeht.

Damals, bei unseren Besuchen (die Stadt lag weiter weg von unserem Wohnort, deshalb waren wir nicht so sehr oft dort) dachte ich mir stets, wie traurig es ist, dass es dort nicht mehr Personal gibt.

Dafür waren keine zusätzlichen finanziellen Mittel da.

Es hätte wahrscheinlich auf jeder Station mindesten 3 Pflegekräfte mehr gebraucht, damit das Personal die Zeit hätte ihre Patienten alle angemessen zu unterstützen,

auch mal mit einem alten Menschen, der das nicht mehr alleine bewältigen kann, in den Park zu gehen und die Natur genießen oder mit den Leuten sprechen und ihnen zuhören oder gemütlich zu duschen ohne Hetze bzw. die Mahlzeit zusammen in Ruhe einnehmen, wenn der alte Mensch das nicht mehr alleine kann ...

Dieses Thema stimmt mich sehr, sehr nachdenklich und ich bin traurig / sehr wütend 😠 über unsere Obrigkeit bzw. Gesellschaft.

Viele Grüße
von Mara
 
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Hallo Mara, du hast ja eine Tochter, die in einem Pflegeberuf arbeitet, was sagt sie denn zu allem?

Kann das nur allein an Überlastung liegen?
Da frage ich mich, weshalb wählen die diesen Beruf, wieso tun sie das, wieviel Böses geht in ihnen vor, sie müssen sich selbst hassen um so handeln zu können.

Es liegt mit an der Überbelastung und, dass eben dadurch viele Pfleger/innen, ausgebrannt sind, abstumpfen und leider so reagieren, was jetzt keine Entschuldigung für dieses unmenschliche Verhalten sein soll.

In den 15 Jahren , in denen ich zu jeder Tag - und Nachtzeit bei meinen Eltern und gerade in den letzten Jahre meiner Mutti, ins Pflegeheim durfte, habe ich sehr viel erlebt. Dadurch, dass ich mit den Pflegekräften auf Station durch die lange Zeit eine Einheit wurde, hatte ich einen Einblick in ihren Berufsalltag.
Auf Station lebten ca 35 Bewohner. Zur Frühschicht waren 3 Pfleger da, Nachmittagsschicht 2 Pfleger und in der Nacht 1 Pfleger., das sagt doch schon alles. Oft half ich mit aus und wurde so zu einer Hilfspflegerin.

Für mich ist es fast egal wie das Pflegeheim optisch aussieht oder die Zimmer, meine Söhne wissen das, am wichtigsten sind die Menschen, die mir dann dort zur Seite stehen.
Durch meine Erfahrungen habe ich schon rechtzeitig mit meinen Kindern darüber gesprochen und auch, dass die Station eine Terrasse haben möchte, wo auch mein Pflegebett durchpasst, denn das war in unserem Heim nicht so.
Übrigens werde ich mir solche Bildkarten, wie in der Doku, besorgen und zu meinen Unterlagen legen.
Warum benutzte keiner, besonders ich, solche guten Hilfsmittel bei meiner Mutti? Jetzt ist mir zum weinen.

Viele Grüße von Wildaster
 
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Hallo Mara, du hast ja eine Tochter, die in einem Pflegeberuf arbeitet, was sagt sie denn zu allem?
Sie ist wie alle anderen Krankenschwestern und -Pfleger ebenfalls entsetzt.
Sie hat diesen Beruf seinerzeit gewählt, da es ihr Traumberuf "war" und sie mit Liebe und vollem Herzen gerne ihre Patienten gepflegt, unterstützt und ihnen zur Seite gestanden war.

Aus "Eigenschutz" arbeitet sie schon lange nicht mehr in der direkten Pflege, sonst hätte sie sich womöglich noch aufgearbeitet bzw. selbst geschädigt von dem Stress, Überbelastung und viel zu wenig Personal.

Sie hat den Absprung in die Rechtsmedizin gemacht, im 3-Schicht-Betrieb mit geregelten Arbeitszeiten, immer genügend Personal, da das gesetzlich geregelt ist und so auch eingehalten werden muss und viel mehr Gehalt.
Ein faires Arbeiten, mit regelmäßigen Pausen und Zeit zum Durchschnaufen, keine Nachtschicht mehr alleine, da sind immer drei Personen anwesend und wenn da wer krank würde, müsste eine Pflegekraft aus der direkten Pflege abgezogen werden um dort zu vertreten ...

Traurig aber wahr ist das.

Viele Pflegekräfte wandern wegen der Zustände ab.
Beliebt sind Privatkliniken, Dialyse, Palliativbegleitung, Rehaklinik u. a.

Dort ist alles gut geregelt, das Gehalt meist wesentlich höher und dort arbeitet sich kaum einer bis zum Burnout auf, da faire Arbeitsbedingungen herrschen.

Somit gibt es immer weniger Pflegekräfte, die noch Muse haben direkt am Patienten zu arbeiten, da sie an diesen Arbeitsplätzen meist ausgebeutet werden.

Ich war selbst schon sehr oft in einem Krankenhaus und habe sehr viel Entsetzliches dort erlebt, Zustände, keine kommt auf die Klingel, da keine Zeit, für nichts Zeit - ich habe jedoch auch Gutes erlebt, leider viel weniger.

Es liegt mit an der Überbelastung und, dass eben dadurch viele Pfleger/innen, ausgebrannt sind, abstumpfen und leider so reagieren, was jetzt keine Entschuldigung für dieses unmenschliche Verhalten sein soll.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mensch durch Überbelastung zum Monster wird, das muss bereits vorhanden sein, sonst könnte das nicht ausbrechen, denke ich.

Für mich ist es fast egal wie das Pflegeheim optisch aussieht oder die Zimmer, meine Söhne wissen das, am wichtigsten sind die Menschen, die mir dann dort zur Seite stehen.
Durch meine Erfahrungen habe ich schon rechtzeitig mit meinen Kindern darüber gesprochen und auch, dass die Station eine Terrasse haben möchte, wo auch mein Pflegebett durchpasst, denn das war in unserem Heim nicht so.

Ich hoffe sehr, dass mir dies erspart bleibt und ich vorher gehen darf.

Liebe Grüße
Mara
 
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Wen wunderts, wer will unter solchen Umständen schon noch in der Pflege arbeiten:

Prognose: Personalmangel in Gesundheitswesen verschärft sich​


WIRTSCHAFT | Datum: 24.06.2022 08:53 Uhr CEST | Aktualisiert vor: 4 Stunden

München (dpa) - »Wenn die Pflege selbst zum Pflegefall wird.« Das ist der Titel einer Studie zur Situation im Gesundheitswesen. Sie prognostiziert, dass bis 2035 fast 1,8 Millionen Fachkräfte fehlen können.


Der Personalmangel im deutschen Gesundheitswesen wird sich nach einer Analyse der Unternehmensberatung PwC in den nächsten Jahren dramatisch verschärfen.


Ich möchte hier noch die einrichtungsbezogene Impfpflicht erwähnen, die nach wie vor im Raume steht, auch wenn die Sachlage vor dem Europäischen Gerichtshof geprüft wird.

Nur die ganz Mutigen und Starken haben sich dem entgegenstellen können, viele sind leider daran zerbrochen bzw. haben sich die Nadel setzen lassen aus Druck, Angst und Verzweiflung, andere wurden sogar gemobbt, grausam ist das, sehr grausam und ich persönlich finde das menschenunwürdig, es gibt kein Wort das ich grad dafür finden kann 😢

Mit ein Grund, der Pflegekräfte vertreibt aus ihrem Beruf.
 
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