Papst-Vorlesung in Regensburg

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Hier ein dazu passender Text von Tom :

Rundbrief von http://www.lebenswert.de

Liebe Kinder,

heute erklärt euch der liebe Thomas, wie man sich einen
Feind bastelt.

"Wie, einen Feind?" (fragt da schon der vorlaute Klausi)
"Ich brauch keinen Feind."

Ja, Klausi, du nicht.
Aber andere schon.
"Warum?"
Das ist eine gute Frage, Klausi.
Na schau mal - wenn man ein ganz ganz grosses Imperium hat
und da sind viele Leute dabei, dann braucht man
Gemeinsamkeiten.

Und wie die Vergangenheit zeigt, helfen da nicht nur schöne
Gemeinsamkeiten (eine gemeinsame Sprache, gemeinsame
Verhaltensregeln...), sondern auch scheinbar schlechte, wie
ein gemeinsamer Feind.

"Wie die USA und die Sowjetunion?!"

Ja, richtig, Pauli.

"Wie der Hitler mit den Juden?"

Ja, das war auch so eine Masche. Danke für den Hinweis,
Seppi.

"Ich will auch einen Feind!"

Na, so leicht ist es nicht, liebe Paula.
So ein Feind kommt ja nicht plötzlich irgendwoher. Den muss
man sich schön selber basteln.
Und heute erzähle ich euch, wie das so geht.


"Das ist langweilig!"

Na gut, dann erzähle ich euch eine Geschichte.

"Oh ja toll, eine Geschichte!!"

Also, es war einmal ein Papst.
Und der stammte aus Deutschland.
Und plötzlich war ganz Deutschland voll der Fan vom Papst.

"Warum?"

Das weiss ich leider auch nicht. Aber weiter: Der Papst kam
also nach Deutschland, in seine Heimat.

"Das ist nett!"

Ja, das fanden auch gaaaanz viele Leute und die haben ihn
dann besucht. Und der Papst hat ganz viele Reden gehalten
und alle haben ihm zugehört.

Aber bei einer Rede ist was seltsames passiert.
"Ui, was denn?"

Nun, ich war ja nicht dabei - aber in der Zeitung stand, der
Papst habe bei einer Rede irgend einen alten Kaiser zitiert,
der vor tausenden von Jahren mal etwas gegen Mohammed gesagt
haben soll.

"Wer ist Mohammed?"

Aber Paula, den kennst du doch. Das ist der Prophet vom
Islam.

"Wie Jesus bei den Christen?"

Soweit ich weiss, ja.

"War das böse, was der Papst gesagt hat?"

Naja, für uns westliche Menschen war das natürlich nicht
böse. Er hat ja nur jemanden zitiert. Er hat es also gar
nicht selbst gesagt und es war ja nicht seine Meinung.

Aber in anderen Ländern nahm man diese Aussage vom Papst
übel und hat begonnen, dagegen zu protestieren.

"Woher weisst du das?"

Das stand in der Zeitung.

"Und das stimmt?"
Gute Frage. Na, ich habe Bilder gesehen, von wütenden
Moslems.

"Wegen dem Papst?"

Ehrlich gesagt, das konnte man auf dem Bild nicht erkennen.
Man sah nur ein paar grimmig schauende Männer mit Bärten,
die irgendwie protestiert haben.

"Kann es sein, dass das Bild aus dem Zusammenhang gerissen
wurde oder schon 3 Jahre alt war?"

Äh, ja.
Aber egal jetzt, ihr vorlauten Rotzlöffels - weiter im Text:

Also sagt man uns, dass ganz viele Leute in islamischen
Ländern jetzt total gegen den Papst sind.

"Aber der Papst ist doch so ein netter!"
Ja schon, gell. Also müssen die anderen wohl die bösen sein.
So ein unzivilisiertes Pack, unrasiert und schmuddelig und
immer bereit zur Gewalt.

Bäh, die mag ich nicht...

Ja genau, Seppi, die mag jetzt bei uns keiner mehr.

"Dann haben wir jetzt einen Feind?"
Nana, Paula, so schnell geht das nicht. Aber du hast schon
recht - wir fangen an, einen Feind zu haben.
"Duuu, Thomas..."
Ja, kleine Annemarie?

"Du willst doch nicht sagen, der nette Papst habe da
absichtlich die Leute geärgert, damit die in unseren Medien
schlecht wegkommen, er gut, und wir uns einen Feind
züchten?"

Aber nein, Annemarie, das würde mir im Traum nicht
einfallen, so etwas auch nur anzudeuten.

Obwohl Fragen offen bleiben:

Liebe Kirchenanhänger,

ich habe zwei Möglichkeiten für euch:

1.) Der Papst ist ein netter, naiver alter Mann. Ihm ist
nicht ganz klar, was er sagt und wie er es sagt, er kennt
sich mit dem Islam nicht aus und weiss auch gar nicht, dass
wenn er öffentlich ein Anti-Mohammed-Zitat bringt, ihm das
Proteste einbringen wird. Ups.

2.) Der Papst ist ein kluger, erfahrener Mann. Im Vollbesitz
seiner geistigen Kräfte überlegt er sich genau, was er wie
sagt und welchen Effekt dies haben wird.
Er wählt absichtlich dieses Zitat, wohl wissend, dass die
westliche Welt darin nichts schlimmes erkennen kann. Wohl
wissend auch, dass in islamischen Ländern irgendwelche Leute
nur darauf warten, ihn absichtlich falsch zu interpretieren,
um ihren eigenen Feind zu züchten.
Wohl wissend, dass dies noch Stoff für viele Titelblätter
geben wird. Wohl wissend, dass ein gemeinsamer Feind der
Kirche nutzt.


Drehe es, wende es - so oder so, der Mann scheint für den
Posten nicht so ganz geeignet zu sein.
(Wenn man davon ausgeht, dass er ein friedliches
Kirchenoberhaupt ist, der sich ehrlich für Frieden einsetzt.
Geht man davon aus, dass er ein Imperium zu führen hat,
macht er seinen Job hervorragend!)


"Aber wie nutzt jetzt ein Feind?"

Eine gute Frage. Schau, Paula, wenn es jemanden gibt, von
dem du glaubst, dass er böse ist, dann ist das ein Feind.
Und was will man vom Feind?

"Dass er wegbleibt."

Ja, genau - aber was passiert, wenn dir einer sagt, dass der
Feind herkommt oder plant herzukommen?

"Dann muss ich ihn daran hindern!"

Du allein?

"Nein, wir alle!"

Das ist schön, dann seid ihr alle beschäftigt, alle
miteinander habt ihr ein Ziel und gehört zusammen.

"Und wem nutzt das?"

Na, eurem Führer.

"Ich brauche keinen Führer!"

Das stimmt. Bis ein grosser Feind kommt. Dann freust du
dich, wenn dich jemand beschützt. Der Führer soll das dann
machen. Und du wirst tun, was der Führer befiehlt.

"Aber den Feind hat der Führer doch selber gemacht!"
Ja. Ist das nicht witztig?

"Merkt das denn keiner?"

Schaut nicht so aus, wenn ich mir die aktuellen Schlagzeilen
in der Zeitung so anschaue...

"Die Menschen sind ja dumm!!"

Pass nur auf, kleiner Seppi, dass du nicht dumm bist.



Tja, liebe Kinder, das wars für heute.
Und das nächste Mal erzähle ich euch, warum ich bestraft
werde, wenn ich 10 Freunde dafür bezahle, das Haus meiner
Nachbarn zu überfallen, auszurauben, die Nachbarn zu töten
und selbst dort einzuziehen.
Gleichzeitig erzähle ich euch, dass wenn man aber 100.000
Freunde hat, die man für sowas bezahlt, dass man dann gar
nicht bestraft wird, wenn man ganze Länder überfällt.

Und ich erzähle euch, was das beste Mittel gegen
Gammelfleisch ist.

"Gar kein Fleisch essen?"

Haha, Annamarie, jetzt hast du mir die Pointe versaut.
Auf so viel Weisheit ist leider noch keiner unserer
Politiker gekommen und in keiner Zeitung konntest du das
bisher lesen.

"Aber das ist doch Baby-Einfach!"
Nana, Annamariechen, einfach ist gar nichts in dieser Welt.
Man braucht da viele Experten und Doktoren, die einem die
Welt erklären und Zeitungen, die das alles aufschreiben.
Und du brauchst Gesetze, und Leute, die die Gesetze
verstehen können oder wenigstens so tun und...


"Was machen Sie bei diesen Kindern!"
Wir quatschen bloss so Kinderkram.

"Hinfort, Unhold, Sie verderben unsere Kinder. Hier
Annemarie, hör nicht auf diesen Typen, iss lieber einen
Fruchtzwerg."
"Ist der Thomas jetzt unser Feind?"
"Ja."



________________________________________________________

Aus diesem Newsletter darf mit Quellenangabe ohne zu fragen
zitiert und kopiert werden, ich bitte sogar darum.
Er darf, soll, ja MUSS auch an andere weiterverschickt
werden.
[/I] http://www.lebenswert.de
 
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Diese Vorlesung schlägt große Wellen. Hier der Text davon:

http://www.sueddeutsche.de/,Ple3Lar/muenchen/artikel/855/85770/

Gruss,
Uta
Hallo Uta,

natürlich möchte ich nicht unbedingt, dass diese Wellen bis ins Forum schlagen ... ;) , andererseits handelt es sich um ein relgionsgeschichtliches Thema, mit dem ich mich auseinandergesetzt habe. Und dann kann ich so schlecht meine "Klappe" halten :D !

Ich will dem Herren mit der Mitra gar nichts Böses unterstellen. Wenn man sich den von Dir verlinkten Text ansieht, erkennt man sogar unschwer, dass Benedikt XVI. die Aussage von Kaiser Manuel II. von Byzanz, mit Koranstellen in Relation setzt, die dieser Behauptung entgegenstehen.
Was den Papst betrifft würde ich sagen: Pech gehabt. Aber wer eine solche Aussage zitiert, muss wohl damit rechnen, mit denen, die die These vertreten, der Islam sei "nur mit Feuer und Schwert verbreitet worden", in einen Topf geworfen zu werden.

(Diese These ist historisch falsch und außerdem politisch gefährlich. Auch der geistige Wegbereiter von Al Quaida, Muhammad Rahman, aus Kairo, vertrat in seiner Doktorarbeit in den 70er Jahren die Behauptung, der Islam sei "immer mit Feuer und Schwert verbreitet worden und kann auch künftig nur auf diese Weise verbreitet werden".).


Manuel II. von Byzanz (1391): „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“.

Einem Kaiser des späten Mittelalters kann ich solch eine Aussage nicht übelnehmen (obwohl ich vermute, dass sie auch damals schon eine politische Dimension hatte). Heute wissen wir es jedenfalls besser:

Es stimmt zwar, dass sich der Islam nach Muhammads Tod, mit den Feldzügen der ersten Kalifen und der Sultane ausbreitete. Aber dies war nicht das Ziel, sonder eine Begleiterscheinung weltlichen (genauer gesagt: dynasitschen) Machtsstrebens.

Zitate von hartmut Bobzin:
http://www.lpb.bwue.de/aktuell/bis/4_01/islam05.htm

Eroberungen, nicht Bekehrungen

Die Darstellung der frühen Ausbreitung des Islams in den ältesten erhaltenen Quellen lässt noch ziemlich klar erkennen, dass es sich bei den Eroberungszügen gegen das byzantinische und das neupersische Reich zunächst um weitgehend unkoordinierte, d. h. nicht zentral gelenkte, primär auf die Gewinnung von Beute ausgerichtete Aktionen handelte. Daneben dienten sie natürlich auch der Ausbreitung islamischer Herrschaft. Aber das bedeutete zunächst nichts anderes als Beherrschung von Territorien und der darin wohnenden Menschen - ohne diese unbedingt zum Islam "bekehren" zu wollen. Denn der Islam war zunächst die Religion der arabischen Eroberer, behielt also längere Zeit eine gewisse Exklusivität. Die Unterworfenen, zum größten Teil Christen, also "Schriftbesitzer", hatten Tribut zu zahlen, und zwar in Form einer Kopfsteuer, deren genaue Bemessung nicht feststand. Diese Steuer war eine wichtige Einnahmequelle für die neuen muslimisch-arabischen Herren. Die Untertanen der ehemals byzantinischen Gebiete scheinen die arabischen Eroberer zunächst durchaus begrüßt zu haben. Das lag daran, dass in der Levante, in Ägypten und an den Grenzen zu Arabien Christen lebten, die sich nicht zu der Form christlicher Rechtgläubigkeit, der Orthodoxie, bekannten, welche die byzantinischen Kaiser ab dem 4. Jahrhundert durchzusetzen versuchten, sondern anderen Glaubensrichtungen zuneigten. Für die arabischen Eroberer waren diese Unterschiede nicht von Bedeutung. Auch die Steuer der neuen Herren war möglicherweise geringer als die der byzantinischen Kaiser. Diese beiden Faktoren waren sicherlich von entscheidender Bedeutung für die rasche arabisch-muslimische Eroberung weiter byzantinischer Gebiete.

Nachdem sich in den ersten beiden Jahrhunderten des abbasidischen Kalifats (d. h. ab 750; das Kalifat endete 1258 mit der Einnahme Bagdads durch die Mongolen) der Islam von der ausschließlichen Bindung an das Arabertum löste, war es vor allem der Erfolg der islamischen Gesellschaftsordnung, der eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübte: Nur ein Muslim war im Vollbesitz aller Rechte und aller Aufstiegsmöglichkeiten. Hinzu kamen gewiss auch rein religiöse Faktoren, wie z. B. die Zerstrittenheit der Christen untereinander in dogmatischen Fragen und demgegenüber die relative Unkompliziertheit des islamischen Glaubensbekenntnisses. All das führte allmählich dazu, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung in den muslimisch beherrschten Territorien auch zum Islam bekannte.
Noch mal: Die Verbreitung des Islams durch die arabischen Eroberungszüge war eine Folge, nicht das Ziel!

Hier ein Ausschnitt aus einer Zeittafel:

http://religion.orf.at/tv/lexikon/le_islam_geschichte.htm#Zeitabschnitte

632 Tod Muhammads
nach 632 Araber erobern Syrien, Mesopotamien, Nordafrika; Vordringen bis Spanien und Indien
632-634 Abu Bakr, 1. Kalif, veranlaßt die Sammlung der Offenbarungsreden Muhammads
634-644 Umar I., 2. Kalif; Eroberung der arabischen Halbinsel, Palästinas, Ägyptens (teilweise) und Libyens (teilweise) sowie Syriens durch die Muslime
644-656 Uthman, 3. Kalif
653 Redaktion des Korans
656-661 Ali, 4. Kalif und 1. Imam; Beginn der Umayyaden-Dynastie
657 Schlacht bei Siffin am Euphrat zwischen Ali und Mu’awija; Entstehung der Kharidjiten und Schiat (Anhänger Alis); Absetzung Alis
660-750 Kalifat der Umayyaden mit Sitz in Damaskus
661 Ermordung Alis durch einen Kharidjiten; Mu’awija wird Imam

680 Tod des Husain in der Schlacht von Kerbela; Sieg der Sunniten über die Shi’iten; endgültige Spaltung zwischen Sunniten und Shi’iten

691 Bau des Felsendomes in Jerusalem durch den Umayyaden-Kalifen Abd al-Malik (687-691)
702 Umbau einer byzantinischen Basilika zur Al-Aksa-Moschee (Jerusalem)
705 Umbau der byzantinischen Johannesbasilika zur Umayyaden-Moschee

707-715 Herrschaft des Umayyaden Walid I., Ausdehnung des Islam nach Nordafrika und Spanien
732 Schlacht bei Tours und Poitiers
750-1258 Kalifat der Abbasiden mit Sitz in Bagdad
756-1031 Herrschaft der Umayyaden in Spanien (Cordoba)
765 Tod Isma’ils, des 7. Imams der Isma’iliten
767 Tod des Abu Hanifa, des Bergründers der Hanafiten
785 Baubeginn der Großen Moschee von Cordoba
786-804 Herrschaft von Kalif Harun-ar-Raschid in Bagdad
795 Tod des Mali ibn Anas, des Begründers der Malikiten
820 Tod des Al-Shafi’i, des Begründers der Shafi’iten
855 Tod des Ahmad ibn Hanbal, des Begründers der Hanbaliten
874 Verschwinden des Muhammad al-Mahdi, des 12. Imams der Zwölfer-Shi’iten
890-906 Hamdan Karmat begründet die Karmaten
922 Hinrichtung des Mystikers al-Halladj als Ketzer in Bagdad
969-1171 Kalifat der Fatimiden in Ägypten und Syrien (Kairuan)
971 Vollendung der Al-Azhar-Moschee (in Kairo)
973 Gründung von Kairo
980-1037 Arzt und Philosoph Avicenna (Ibn Sina)
1095 Papst Urban II. (1088-99) ruft die Christen zum 1. Kreuzzug auf (1099)

Herzliche Grüße von Leòn
 
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zu dumm, daß das christentum auch all zu gerne auf feuer und schwert zurückgegriffen hat bzw. es noch tut. da kann man sich gar nicht so recht ausruhen auf den lorbeeren.....
 
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Ich glaube, hier gibt's irgendwie Hindernisse deren Dimensionen wir uns noch garnicht bewusst sind. Denn über eine Spalte kann man unabhängig Ihrer Tiefe eine Brücke schlagen und vorher auf die andere Seite schauen aber den Berg überwindet niemand so leicht, das durchbohren dauert ewig und was dahinter passiert kann niemand sehen sondern nur ahnen.

"Die Religion ist das Opium des Volkes" Karl Marx
 
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Hallo Ostseeola,

zu dumm, daß das christentum auch all zu gerne auf feuer und schwert zurückgegriffen hat bzw. es noch tut. da kann man sich gar nicht so recht ausruhen auf den lorbeeren.....
Ja, und es scheint so, als sei das Interesse an ZWANGSBEKEHRUNGEN seitens der christlichen (Katholischen) Kirche weitaus größer gewesen, als das des Islam. Anders als in der (christlichen) Bibel ist im Koran der Umgang mit "Andersgläubigen" klar geregelt. In der Praxis kamen, ab dem Kalifen Omar, regelrechte Vertragswerke hinzu:

Hartmut Bobzin:

<B>
Vertraglich geregelte Beziehungen mit den unterworfenen Christen
Für das Zusammenleben von Christen und Muslimen wurde, abgesehen von der generellen Grundlage, wie sie in Sure 9,29 vorgezeichnet war, ein Vertragsformular von besonderer Bedeutung, das auf den zweiten Kalifen Omar (reg. 634-644) zurückgeführt wird. In ihm unterschreiben die Christen verschiedener, von den Muslimen eroberter Städte (wie z. B. Jerusalem oder Damaskus) eine Reihe von Verpflichtungen den Muslimen gegenüber. Im einzelnen lautet dieser Text (in der Übersetzung von G. E. von Grunebaum, Der Islam im Mittelalter, S. 230f.):
"Wir [d. h. die Christen] würden persönlich und in demütigender Haltung Kopfsteuer bezahlen; keinen Muslim daran hindern, bei Tag oder Nacht in unseren Kirchen abzusteigen, ihn dort ehrenvoll drei Tage lang aufnehmen, ihm Speise geben und ihm ihre Tore öffnen; den Holzgong nur leicht anschlagen und beim Kirchengesang unsere Stimmen nicht erheben; ... wir würden (ferner) keine Kirche, Kloster, Einsiedelei oder Zelle bauen, noch auch solche (religiösen Gebäude), die verfallen sind, wieder herrichten; uns nicht in einem (solchen Gebäude) versammeln, wofern es sich in einem muslimischen Viertel befindet noch auch (überhaupt), wenn Muslime zugegen sind; unsere Vielgötterei nicht zur Schau tragen, nicht für sie Propaganda machen; kein Kreuz (außen) an irgendeiner unserer Kirchen aufrichten noch auch an irgendeiner Straße oder irgendeinem Marktplatz der Muslime; den Koran weder lernen noch unseren Kindern lehren; keinen unserer Angehörigen an der Annahme des Islam hindern, falls er (den Übertritt) begehrt; É den Muslimen in Tracht, Erscheinung und Sätteln nicht ähneln É; sie ehren und respektieren und uns vor ihnen erheben, wenn wir mit ihnen zusammentreffen; É unsere Häuser nicht höher machen (als die ihren); keinerlei Waffen und Schwerter behalten und diese weder in einer muslimischen Stadt noch auf Reisen durch muslimisches Gebiet tragen; É keinen Muslim schlagen; keinen Sklaven an uns nehmen, der Eigentum von Muslimen gewesen ist. Diese Bedingungen erlegen wir uns selbst und unseren Religionsgenossen auf; wer sie verwirft, genießt keinen Schutz (dhímma)".
Die muslimischen (arabischen wie persichen) Eroberer waren an einer Bekehrung von Christen und Juden überhaupt nicht sonderlich interessiert, weil ihnen dann die "Kopfsteuer" der dhimmi entging!

Die Dhimma

Anders als das Christentum war der Islam bereits von seinen Wurzeln her als religiöse Gemeinschaft konzipiert, die das Fundament eines politischen Staates bilden sollte (din-wa-dawla). Daher sind die gesellschaftspolitischen Beziehungen des Islam zu seinen Subjekten auch weit klarer geregelt als im Christentum[1], das eine lange Reihe von Interpretationen und Extrapolationen benötigte, um zu den Grundlagen der postkonstantinischen Staatskirche zu gelangen.

Innerhalb des politisch-religiösen Konzepts des Islam bildet der Dhimmi-Status die einzige legitime Form, in der religiöse Minderheiten im dar al-islam existieren können. Nach der Mehrzahl der Rechtsauffassungen haben nur Schriftvölker die Berechtigung zum Abschluß eines Dhimma-Abkommens. Es soll allerdings noch einmal wiederholt werden, daß nach Ansicht der hanafitischen Rechtsschule neben den Schriftvölkern auch nichtarabische Polytheisten Dhimmis werden können, gemäß der malikitischen Rechtsschule sind überhaupt nur die Polytheisten aus Muhammads Stamm davon ausgeschlossen.

Durch das Einwilligen in das Dhimma-Verhältnis und das Entrichten der Kopfsteuer werden die religiösen Minderheiten zu Verbündeten des Islam und genießen aufgrund dessen Schutz durch die umma. Dieser Schutz durch die Muslime hat unbegrenzte Geltungsdauer. Solange die nichtmuslimischen Schutzbefohlenen den Vertrag einhalten bleibt dieser für die Muslime stets rechtsverbindlich und kann ihrerseits nicht annulliert werden. Die Muslime sind religiös dazu verpflichtet, den Schriftvölkern einen Dhimma-Vertrag anzubieten und dürfen ein Angebot zum Abschluß eines solchen Vertrages auch nicht ablehnen[2]. Eine Ausnahme bildet jedoch die gesamte arabische Halbinsel. Es existiert eine Reihe von Sprüchen aus den hadith, die festlegen, daß in Arabien selbst nicht einmal die Schriftvölker eine Existenzberechtigung haben[3].

Als Dhimmi ist man in gewissem Sinne Teil der islamischen Gemeinschaft und vor Willkür geschützt. Daher bringen auch eine Anzahl von Sprüchen aus der Hadith die religiöse Verpflichtung für die Muslime gegenüber den Verbündeten zum Ausdruck:
- „Wer einem Dhimmi Leid zufügt, dessen Feind werde ich sein, und ich werde ihn am Tag des Jüngsten Gerichts anklagen.“[4]
- „Wer einem Dhimmi Böses antut, das ist, als ob er mir selbst dies angetan hätte.“[5]
- „Derjenige, durch den ein Verbündeter zu Tode kommt, wird niemals des Duftes des Paradieses gewahr werden.“[6]

Im Dhimma-Vertrag, der mit den Christen der Sinai-Halbinsel abgeschlossen wurde, heißt es: „Jeder, der dessen Bestimmungen zuwiderhandelt wird als jemand angesehen, der sich gegen ihn (den Propheten) und die anderen Muslime vergeht. [...] Er ist ein Abtrünniger seiner Religion, dem Fluch gebührt, sei er Fürst oder ein einfacher Muslim.“[7] Die koranische Grundlage für die Verpflichtung, jedes Angebot der Schriftvölker für einen Dhimma-Vertrag anzunehmen bildet Sure 9, Vers 29:

„Kämpfet wider jene von denen, welchen die Schrift gegeben ward, die nicht glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und nicht verwehren, was Allah und sein Gesandter verwehrt haben, und nicht bekennen das Bekenntnis der Wahrheit, bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt (kleinlaut) entrichten.“

Das Herzstück aller Dhimma-Abkommen ist die ğizya, die Kopfsteuer. Sie bildet das einzige Element, das verpflichtend in jedem Abkommen festgelegt sein muß. Die ğizya galt als Ersatz für die Verpflichtung, die islamische Gemeinschaft mit der Waffe zu verteidigen, was als ein Privileg der Gläubigen angesehen wurde. Die Leistung der ğizya war nicht nur eine einfache „Christen-Steuer“, sondern berechtigte zur Inanspruchnahme einer Schutzleistung. Als die Muslime sich aus der Stadt Hims (Emesa) zurückziehen mußten, erstatteten sie den Bewohnern die Steuer zurück, da sie ihrer Verpflichtung nicht nachkommen konnten.[8] In den wenigen Fällen, wo in der Frühzeit christliche Gemeinschaften die Muslime militärisch unterstützten, waren sie auch ohne Zahlung der ğizya Verbündete[9]. Die Höhe der ğizya ist nicht absolut festgesetzt, sondern an die Situation angepaßt, indem die wirtschaftliche Situation der Dhimmis berücksichtigt werden muß. So wurde den Bewohnern von Homs die Kopfsteuer zurückerstattet, da die Bevölkerung völlig verarmt war.[10] Minderjährige, Frauen, Alte, sowie Geistesgestörte und Kranke sind zusätzlich von der ğizya ausgenommen, da nur wehrfähige Männer für ihren Schutz eine zusätzliche Leistung erbringen müssen und diese Gruppen auch nicht wirtschaftlich dazu in der Lage seien, die Steuer zu bezahlen[11]. Dennoch war die Zahlung der ğizya ein Tribut, da die Dhimmis nicht vor die Wahl gestellt wurden, entweder die Steuer zu entrichten oder einer Wehrverpflichtung nachzukommen. Es war den Dhimmis strikt verboten, Waffen zu tragen.

Viele andere Aspekte der Dhimma-Abkommen sind genauso wie die ğizya individuell in jedem Fall neu auszuverhandeln. Man darf diese Individualität der Verträge jedoch nicht falsch verstehen und darin einen Vertrag zwischen gleichberechtigt verhandelnden Parteien sehen, der in „freiwilligem Einverständnis“ gebilligt wird[12]. Das wird einerseits durch die Verträge deutlich, deren Inhalt von den Muslimen (je nach Fall stärker oder weniger stark) bestimmt ist, aber auch durch den Korantext, wenn davon die Rede ist, daß der Tribut „kleinlaut“ zu entrichten sei. Obwohl die Einzelheiten der Vertragsbestimmungen variieren mögen, existieren doch Richtlinien und Vorgaben, nach denen sich der Inhalt solcher Verträge richtet. Darüber hinaus ist der Dhimmi-Status nicht allein durch den vertraglichen Text der Abkommen definiert, die eigentlich nur die speziellen Bedingungen für die individuellen Situationen beinhalten. Für all jene Aspekte des Dhimmi-Status, die nicht direkt im Vertragstext festgelegt sind, existieren verbindliche Vorgaben der verschiedenen Rechtsgelehrten.

Kirchen und Synagogen sind im Allgemeinen geschützte Orte, die von den Muslimen zu respektieren sind, auch wenn meist festgelegt wurde, daß ein Teil der Kirchen in Moscheen umzuwandeln seien[13]. Wenn die Bestimmungen über die Errichtung und Instandhaltung von Gotteshäusern nicht direkt im Vertrag festgelegt ist[14], verbietet die Tradition in den meisten Fällen den Neubau von Kirchen. Auch verlassene Kirchen dürfen ebenfalls nicht mehr in Betrieb genommen werden. Ein hadith dazu besagt: „Man darf keine Kirche im Gebiet des Islams bauen und keine zerfallenen wiederaufbauen.“ Nur die Malikiten erlauben den Neubau von Kirchen während in der hanbalitischen Schule sogar jede Art der Renovierung unzulässig ist[15]. Im 14. Jahrhundert wurde auch das Abhalten von Gottesdiensten in Privathäusern als Kirchenneubau gewertet und von allen Rechtsschulen verboten. Es ist leicht auszurechnen, daß der aus all diesen Faktoren erwachsende Kirchenschwund zu einer starken Einengung der Religionsfreiheit führen muß, wenn eine Dhimmi-Gemeinschaft nicht konstant auf ihrem Gebiet lebt und ihre Kirche instand hält. Binswanger urteilt darüber so:

„Wenn der Entzug von Kirchen nicht zum Erlöschen des christlichen beziehungsweise jüdischen Glaubens führt, vielmehr dieser dann eben in Privathäusern praktiziert wird, und die muslimische Behörde nun dieses Fortleben mit (verbotenem) Neubau von Kultgebäuden gleichsetzt (und entsprechend sanktioniert), dann heißt das: Kirchen werden bewußt zu dem Zweck entzogen, damit der andere Glaube erlischt.“[16]

Besonders einflußreich sind die Bestimmungen des sogenannten ’Umar-Abkommen, von dem mehrere Versionen existieren. Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachträglich im 8. Jahrhundert verfaßt worden, um als Richtlinie für zukünftige Verträge zu dienen, denn die Bedingungen sind deutlich erniedrigender, als in anderen Dhimma-Verträgen des Kalifen ’Umar I.[17] Eine besonders erniedrigende Bestimmung ist die Forderung, daß Dhimmis spezielle Kleidung mit einem „besonderen Gürtel“ und stigmatisierenden Abzeichen (gelb für Juden, blau für Christen) tragen sollten[18]. In der Vergangenheit wurden in verschiedenen Gebieten auch demütigende Modalitäten zur Bezahlung der ğizya ausgedacht, die sogar die körperliche Züchtigung in der Übergabezeremonie vorsahen[19] oder jedem Dhimmi, der die Steuer bezahlt hatte, einen Stempel auf den Nacken zu drücken[20].

Einige Koranverse deuten darauf hin, daß Gott die verschiedenen Gemeinschaften und Gesetze der Juden, Christen und Muslime gewollt habe (K 5, 48; 5, 68). Die Gemeinschaften von Muslimen und Dhimmis sollten möglichst separiert bleiben, auch wenn das im realen Leben nur selten vollständig möglich war. Andererseits gab es Auffassungen, daß ein engeres Zusammenleben zwischen Muslimen und Dhimmis deren Konversion erleichtern würde. Im Allgemeinen läßt sich für die islamische Geschichte keine Gettoisierung der Dhimmis in spezielle Stadtteile ausmachen. Man muß aber dazu erwähnen, daß eine Separierung der Gemeinschaften für die Dhimmis eher vorteilhaft war. Denn die Einschränkungen im Kult sowie die Diskriminierungen bezogen sich ja fast durchwegs auf die Störung der Andacht und des religiösen Empfindens der Muslime. Daher konnten die negativen Seiten des Dhimmi-Status nur in einer muslimischen Umwelt voll zum Tragen kommen. Das enge Zusammenleben erwies sich in den meisten Fällen als der wichtigste Faktor zur Bekehrung der Dhimmis[21].

Der Dhimmi-Status gewährt den religiösen Minderheiten zwar eine gewisse Autonomie in bezug auf die Ausübung des eigenen Kultes und speziell der eigenen Zivilgesetze, die religiöse Freiheit ist dennoch beträchtlich eingeschränkt. Das Hauptinteresse liegt dabei darauf, daß die Muslime in ihrem Glauben nicht belästigt werden sollen[22]. So ist es geboten, den Christen zu verbieten, Schweine oder Wein öffentlich zum Verkauf anzubieten oder Kreuze in Gebieten aufzustellen, in denen auch Muslime wohnen. So sei das Läuten von Glocken zu unterlassen, öffentliche Predigten, Begräbnisse oder Prozessionen sollten nur in Sonderfällen (z.B. Osterprozession) erlaubt werden, da all das eine Gefahr für den Glauben der Muslime darstellen könnte. Dazu kommen außerdem Einschränkungen, die keinen anderen Zweck als die Demütigung der „Verbündeten“ haben, wie etwa demütiges Verhalten gegenüber Muslimen auf der Straße, so daß man zum Schluß kommen kann, daß die Erniedrigung ein Teil der Struktur des Dhimmi-Status bildet[23].

In der Gesamtgesellschaft sind Dhimmis ebenfalls den Muslimen nicht gleichgestellt. Nach einstimmiger Ansicht der Rechtsgelehrten sind Dhimmis im öffentlichen Leben von religiösen Ämtern ausgeschlossen, zu denen beinahe sämtliche hohen Posten von der Armeeführung über die gesamte Jurisdiktion bis zur Steuerverwaltung zählen[24]. In diesem Bereich gibt es eine große Anzahl historischer Ausnahmen, in denen christliche oder jüdische Persönlichkeiten herausragende Positionen in islamischen Staaten erwerben konnten. Es ist jedoch falsch, aus dieser historischen Realität auf eine normative Religionsneutralität (gegenüber den Dhimmis) im Islam in Hinsicht auf die Ämtervergabe zu schließen[25], da die Tradition verbietet, daß ein Ungläubiger über einen Gläubigen Macht habe.

In Hinblick auf die Zivilgesetze wie Eherecht, Erbrecht u.ä. haben die Dhimmis intern fast uneingeschränkte Freiheit und sind nicht an die Bestimmungen des islamischen Gesetzes gebunden[26]. Anders stellt sich die Situation dar, wenn Dhimmis vor islamische Gerichte müssen. Strafrechtliche Belange müssen in jedem Fall nach islamischem Gesetz geregelt werden[27], zivilrechtliche nur dann, wenn Dhimmis aus verschiedenen Gemeinschaften oder Dhimmis und Muslime an einer Rechtsfrage beteiligt sind. Vor Gericht zählt die Zeugenaussage eines Dhimmi weit weniger als die eines Muslimen, was aus den zahlreichen Koranstellen begründet ist, die Mißtrauen gegenüber den Christen und Juden gebieten und ihnen eine Neigung zur Falschaussage zuschreiben (z.B. K 5, 14)[28]. Das islamische Recht erlaubt in zivilrechtlicher Hinsicht etwa die Heirat eines Muslimen mit einer Dhimmi-Frau, während der umgekehrte Fall als eine Bedrohung des Glaubens der Muslima gewertet wird und daher unzulässig ist. Die Strafe für ein solches Vergehen schwankt zwischen 40 Peitschenhieben nach Ansicht der Hanafiten und der Todesstrafe bei den Malikiten[29].

Im Strafrecht sind die Dhimmis noch stärker benachteiligt. Lediglich bei den Hanafiten wird der Mord an einem Dhimmi dem Mord an Muslimen gleichgestellt und mit der Todesstrafe geahndet. Die anderen sunnitischen Rechtsschulen halten sich an die Tradition, in der es heißt: „Ein Gläubiger darf nicht wegen eines Ungläubigen hingerichtet werden.“ Auch in Hinblick auf andere Vergehen sieht das islamische Recht unterschiedliche Strafen für Dhimmis und Muslime vor. Diese ungleiche Behandlung war vielfach eines der wichtigsten Mittel zur Konversion, da man durch eine rechtzeitige Bekehrung vor der Verurteilung als Muslim meist milder bestraft wird und man nicht mehr durch Aussagen von Dhimmis belastet werden kann[30].

Seitens der Rechtsgelehrten wurden einige zentrale Punkte herausgearbeitet, die zusätzlich zu explizit im Vertrag festgelegten Gründen zur Aufkündigung des Dhimma-Verhältnisses führen. Die Hanafiten anerkennen lediglich den bewaffneten Aufstand als Bruch des Vertrages, für die Shafi’iten kommen die Verweigerung der ğizya-Zahlung und der islamischen Gesetze hinzu, für die Malikiten Gotteslästerung, Proselytenwerbung und Mord an einem Muslim, bei den Hanbaliten letztendlich sogar Straßenraub[31]. Mit dem Bruch des Vertrages wird ein Dhimmi zum Feind (harbi). Je nach Art des Vertragsbruchs und Rechtsschule führt das zur Ausweisung des Dhimmi aus dem Gebiet des Islam, zur Versklavung oder gar zur Hinrichtung[32].

Diese Form einer normativen Toleranz gegenüber anderen Religionsgemeinschaften hat im voraufgeklärten Christentum Europas keine echte Entsprechung. Nach voraufgeklärten Maßstäben ist die Dhimma ein System, das aufgrund seines normativen Charakters eine friedliche Koexistenz ermöglichte, auch wenn die Beziehungen auf einer schiefen Ebene zugunsten der Muslime geregelt waren. Der normative Aspekt der Dhimma führte aber andererseits auch zu einer Konservierung des Modells der Dhimma-Verträge, die daher kaum oder gar nicht den Forderungen einer modernen, pluralistischen Gesellschaft nach Religionsneutralität oder Säkularisierung angepaßt werden können [33].
http://de.geocities.com/wernazuma/islamdhimma.htm

Herzliche Grüße von

Leòn
 
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Und noch mehr Meinungen...
www.ra-blog.de/2006/09/16/das-papst-zitat-von-regensburg/
 
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Hallo Uta, hallo Mike,

danke für die Links. Besonders den Artikel zu dem Du verweist, Mike, finde ich sehr aussagekräftig.

Tatsächlich drängt der Koran an keiner Stelle darauf, dass der religiöse Glaube irgend jemandem mit Gewalt aufgezwungen wird. Was er über die Religion sagt, ist folgendes:

”(2:62) All denen - seien es Gläubige, Juden, Christen oder Sabäer (Mohammed hält sie für die Johanneschristen / Anm. in ”Der Koran - Das heilige Buch des Islam”, München 1959) - , wenn sie nur an Gott glauben, an den Jüngsten Tag und das Rechte tun, wird einst Lohn von ihrem Herrn, und weder Furcht noch Traurigkeit wird über sie kommen.”

Die Idee des heiligen Krieges oder Djihad (bei der es um die Verteidigung der Gemeinschaft oder um die Errichtung der Herrschaft der Muslime geht, aber nicht um das zwangsweise Bekehren einzelner zum Glauben oder die Verbreitung des Glaubens durch Gewalt) ist also keine koranische Lehre. Die Doktrin wurde viel später ausgearbeitet, und zwar an der Front zwischen der Umayyaden-Dynastie und dem Kaiserreich von Byzanz, lange nach dem Tode des Propheten.
Und dieser Satz gefällt mir auch ausgesprochen gut: :)

Der Papst war sachlich im Irrtum. Er sollte sich bei den Muslimen entschuldigen und sich bessere Berater für christlich-muslimische Beziehungen suchen.
Ich finde, Uta und Mike, er sollte beim nächsten Mal uns fragen....

Herzliche Grüße von

Leòn

 
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Hallo Leon

Ja, und es scheint so, als sei das Interesse an ZWANGSBEKEHRUNGEN seitens der christlichen (Katholischen) Kirche weitaus größer gewesen, als das des Islam. Anders als in der (christlichen) Bibel ist im Koran der Umgang mit "Andersgläubigen" klar geregelt.
Das ist so nicht ganz richtig. Eine Zwangsbekehrung ist im christlichen Sinne gemäss Definition nicht möglich.
Bibel: "Nur wer in Wasser und Geist wiedergeboren ist, kann das Himmelreich sehen." Anders gesagt, es braucht dazu einen innerlichen persönlichen entscheid, Ein mündliches oder schriftliches Satemnent, Unterschrift unter Druck oder auch nicht, reicht nicht aus Christ zu werden, Da die Gedanken frei sind, kann man jemanden also gar nicht christlich zwangsbekehren. Was man kann, ist ihn aufzuerlegen, Kirchenmitglied zu werden. Dann ist man Mitglied einer VEREINIGUNG aber nich Christ.

Tatsächlich drängt der Koran an keiner Stelle darauf, dass der religiöse Glaube irgend jemandem mit Gewalt aufgezwungen wird.
Das ist auch nicht ganz richtig.
Sure 9, Vers 29: „Kämpfet wider jene von denen, welchen die Schrift gegeben ward, die nicht glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und nicht verwehren, was Allah und sein Gesandter verwehrt haben, und nicht bekennen das Bekenntnis der Wahrheit, bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt (kleinlaut) entrichten.“
Anders gesagt, wenn sie nicht an Allah und Mohamed glauben wollen, bringt sie um, wenn sie sich nicht vor Euch demütig und dazu noch blechen.

Nebenbei gibt es noch einige weitere Stellen, die ebenso klar sind
 
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Manno Beat, ein zwangsbekehrung hat und wird immer stattfinden denn sonst wäre es keine Bekehrung. Es wird der eingene Glauben wieder einem anderen doiktriniert und zu zeiten wo keinr hingeschaut hat oder der Mensch ohne den richtigen Glauben eh nichts wert war wurde das Schwert zur Bekehrung ran gezogen. Die die das gesehen haben haben sich dann "freiwillig" der guten Sache hingegeben um der Enthauptung zu entgehen. Deren Kinder sind heute die "braven" Gläubigen im Busch von Bolivien die frei Ihrer Religion in Slums leben weil Gott die Wälder abgeholzt und Ihr Gold gestohlen hat. Natürlich war das damals ein legitimer (mit der Kirche zu vreinbarender) Tauschhandel wo alle beteiligten "freiwillig" Ihr Gold gegen ein paar Muscheln und Perlen getauscht haben. Worum es damals ging und geht kannst Du daran sehen das das meiste Gold direkt vorort zu Barren geschmolzen wurde. Die prunkbehangenen Kirchen mit Goldlametta in der gazen Welt mussten ja irgenwomit ausgestattet werden damit der Bauer wusste das die Kirche Macht (Gold/Geld) hat und selber arbeiten wollte und will keiner in der Kirche was Du an den Amtsinhabern mit den dicken Bäuchen gut sehen kannst.

was für fanatische Gedanken Du in DIr trägst (tragen musst?) um Deinen Glauben als einzige guten zu rechtfertigen zeigt Deine Interpretation:

"Kämpfet wider jene von denen,..."

Da steht nichts von Angreifen oder sowas. Noch nicht einmal was von physischer Gewalt oder Waffenkampf. Du macht das Schwert an den Satz und lässt Puppen in Deinem Kopf tanzen. Da steht nicht mehr und nicht weniger als: "verteidige Deine Werte die Dir gereicht wurden." Punkt, Ende aus und die Fanatiker oder sonstigen völlig verwirrten auf der Welt greifen dann gleich zum Schwert weil Sie sich garnichts anderes vorstellen können. Sehr primitiv aber scheinbar die einzige Sprache die Du und Deine "Brüder" unabhängig Ihrer Religion sprechen können. Ihr vernachlässigt die Grundregeln und neigt schwer zur Fehlinterpretation einfacher Sachverhalte.

Kämpfen heisst nicht Blut fliessen lassen ! und wenn Du das nicht in Deinen Kopf kriegst, lass es mit dem verteidigen Deiner Werte der 10 Gebote denn da wird dann auch nur Blut fliessen. Aber das wird Dir sicher Leon auch noch mal mit seinen Worten mitteilen die nicht ganz so scharf sind wie die meinen.

keine Religion, sofern Sie gruppenzwanghaftes Verhalten erwartet, ist frei von Fehlern. Überlass es doch einem Erwachsenen und welcher Religion er beitreten will und schnippel nicht schon den Kindern die Nülle ab oder predige Ihnen die Grundsätze Deiner Religion vor. Religion erst ab 21 Jahren und die freie Entscheidung ist eine bei klar denkenden und frei erzogenen Menschen wirklich eine freie Entscheidung. Alles andere ist Taufbeckenzwang den vermutlich nur wenige wirklich Erwachsene (als Synonym von Entscheidungsfähigkeit) über sichergehen lassen würden. Langsam müsste es doch auch bei Dir Klick machen das Deine Religion genausviel (oder wenig) Wert ist wie jede andere Form der mentalen Verbiegung von Menschen.

Nebenbei gibt es noch einige weitere Stellen, die ebenso klar sind
scheiss Fanatiker!
 
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Wundervolle Zeiten, es scheint sich die Spirale schneller und schneller zu drehen, je mehr man sich dem "schwarzen Loch" im Sog des Lebens nähert.

In die Mitte wird gesogen, was nicht mehr aus sich selber heraus lebensfähig ist und zur Reinigung, bzw. Läuterung ansteht. So reinigt sich jeder Bach selber, in dem er sein Wasser verwirbelt. Tut er's nicht, verschlammt er und es stirbt alles Leben in ihm.

Die Kunst des Lebens ist die Balance im dynamischen Ausgleich der Druck- und Sogkräfte. Die einen spicken einen in den Sumpf des Vergessens und der Ichlosigkeit (Verlust & Versklavung), die andern ziehen einen an in den Strudel des Lebens (Freiheit & Fülle). Wer da durch geht - dazu bedarf es aber der Angstlosigkeit* und Vertrauens ins Leben - wird sich im Auge des Zyklos wiederfinden: die ganze Welt spielt verrückt um ihn herum, im Auge aber ist Ruhe und eine ganz eigene Klarheit der Sicht der Dinge, ausserhalb von Gut und Böse. Bezeichnenderweise nennt die Welt jene verrückt, die ihren Frieden in der Ruhe und Klarheit gefunden haben.

So sehe ich - Phil - das!

*Lebenskrisen, Nahtoderlebnisse aber auch Beschäftigung und Auseinandersetzung mit dem Leben an und für sich können dazu führen, sich anders als der "Rest" zu verhalten.
 
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Hallo Mike

Manno Beat, ein zwangsbekehrung hat und wird immer stattfinden denn sonst wäre es keine Bekehrung.
Einme Zwangsbekehrung ist keine Bekehrung, zumindest in christlicher sicht ist es eindeutig so. Habe es ja ausgeführt warum, etwas anderes ist per definition nicht möglich. Ausserdemm bin icch nicht zwangsbekehrt... smile

Es wird der eingene Glauben wieder einem anderen doiktriniert
Nochmals, der christliche Glaube ist eine Beziehung und liebe zu Gott. Du kannst beziehung nicht indoktrinieren, so wie Du Liebe nicht indoktrinieren kannst

Die erwähnten Beispiele sind sachen die menschen, und Religionen machen, nicht der christliche Glaube, wie ich es nmehrfach geschrieben habe

"Kämpfet wider jene von denen,..."
Du solltest nach denen nicht aufhören, dann wird der Satz auch klarer

keine Religion, sofern Sie gruppenzwanghaftes Verhalten erwartet, ist frei von Fehlern.
Auch ohen gruppenmzwanghaftes Verhalten ist keine religio ohne Fehler, das sage ich ja schon seid langem. Gott ist aber keine Religion und der christliche Glaube ist eine beziehung

Religion erst ab 21 Jahren und die freie Entscheidung ist eine bei klar denkenden und frei erzogenen Menschen wirklich eine freie Entscheidung.
ÜBER DAS aLTER KÖNNTEN WIR NOCH DISKUTIEREN, ABER SONST STIMME ICH dIR VÖLLIG ZU

Alles andere ist Taufbeckenzwang
Auch da stimme ich Dir im wesentlichen zu, da ein Baby ja gar keine freiweillige Beziehung zu Gott haben kann

den vermutlich nur wenige wirklich Erwachsene (als Synonym von Entscheidungsfähigkeit) über sichergehen lassen würden.
Das "würden" kannst du weglassen. Den lassen sich einige wenige Erwachsene über sich ergehen.

Langsam müsste es doch auch bei Dir Klick machen das Deine Religion genausviel (oder wenig) Wert ist wie jede andere Form der mentalen Verbiegung von Menschen.
Langsam müsste es bei dir klick machen Mike, dass ich vom christlichen Glauben und Beziehung zu Gott rede und nicht von Religionen und ich deshalb in den obigen letzten Sätzen von Dir übereinstimme. Bedaure es, dass Du scheinbar bis jetzt immer noch von menschlichen religionen und Mitgliedschaften (ungffreiweillige zb mit der sogenannten Kindestaufe) sprichst und Du deshalb oft neben meinen aussagen vorbeigeschrieben hast
 
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03. Oktober - Tag der offenen Moschee


Istanbul

Zitat Beat:
Tatsächlich drängt der Koran an keiner Stelle darauf, dass der religiöse Glaube irgend jemandem mit Gewalt aufgezwungen wird.

Das ist auch nicht ganz richtig.
Sure 9, Vers 29: „Kämpfet wider jene von denen, welchen die Schrift gegeben ward, die nicht glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und nicht verwehren, was Allah und sein Gesandter verwehrt haben, und nicht bekennen das Bekenntnis der Wahrheit, bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt (kleinlaut) entrichten.“
Anders gesagt, wenn sie nicht an Allah und Mohamed glauben wollen, bringt sie um, wenn sie sich nicht vor Euch demütig und dazu noch blechen.
www.moschee-lauingen.de/moschee2.jpg
Moschee in Lauingen
Hallo Beat,

wie schön, dass wir beiden Glaubenseiferer mal wieder aufeinander treffen!

Ja - und genau diese Sure haben wir schon einmal kontrovers besprochen.
Gerade die 9, Sure lässt sich nicht als Argument für den Zwang im Glauben hernehmen. Lies den von Dir zitierten Text bitte noch einmal ganz langsam durch. Vielleicht am besten laut!
Dann wirst Du verstehen, dass es hier nicht um Zwangsbekehrungen geht, sondern dass der Text die "gesetzliche" Grundlage für die Kopfsteuer der Dhimmi (Schutzbefohlenen) bildet.
Es gibt aktuellere Übersetzungen, die nicht so martialisch klingen.
Selimene Moschee in Edirne

Beat, das Herumreiten auf Missverständnissen und Verdrehen von Tatsachen führt bestimmt nicht zu einer besseren Verständigung.

Grüße von

Leòn

Moschee in Schwetzingen
 
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Die sind ja schön, vor allem die in Schwetzingen. Da kommt München nicht mit:
www.islamisches-zentrum-muenchen.de/moschee_wallnerstr.jpg
 

Malve

Hallo Leòn und Uta -

was für tolle Bilder...

Die Moschee in Schwetzingen habe ich schon öfter besucht, sie ist wirklich sehenswert, ebenso wie das Schloss und der Schlosspark, in dem sie steht.

LG,

uma :)
 
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Hallo Uta, hallo Uma,

ja, nicht wahr, die ist sehr schön. Dioe Schwetzinger Moschee ist übrigens im 18. Jahrhundert entstanden. Damals hat es einen regelrechten "Orientalismus - Boom" gegeben. Der war unter anderem durch Friedrich II. (Der Große) von Preußen, mit ausgelöst worden. Der hat u. a. eine Menge muslimischer Familien der Mark Brandenburg angesiedelt. Aus der Zeit stammt noch die ganz alte Berliner Moschee (mal sehen, ob ich ein Bild davon finde).

Diese hier stammt aus den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts und ist eine Ahmadiya - Moschee:



herzliche Grüße von

Leòn
 
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Hallo Leon

Natürlich muss man sich nicht bekehren, blechen alleine reicht auch aus. Dazu soll man sich natürlich noch beugen und dfie Heren entsprechend bewirten etc etc.

Wenn man eine gesetzliche Grundlage zum bezahlen schaffen will, dann kann man es so schreiben.

Kämpft gegen diejenigen die die Telefongebühr nicht zahlen wollen bis sie sich beugen und bezahlen.
wÜRDEST dU DIES ALS GESETZLICHE gRUNDLAGE INTERPRETIEREN?

aLSO WENN DU VON VERDREHEN REDEST, DANN BEDENKE, DAS ES AUCH UMGEKEHRT SEIN KÖNNTE.
 
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Religionen - alles doch Spielformen des All-Einen. Warum nehmen Menschen das Spielen immer dermassen ernst? Es sind doch nur die "jungen" Seelen, die glauben, dass das alles auch wirklich ernst ist. Wo bleibt die Leichtigkeit des Seins? Könnt ihr euch denn nicht mehr daran erinnern? Fast jeder von uns hatte durch seine vielen Leben Gelegenheit Gott durch eine seiner anderen manigfachen Formen anzubeten. Was soll also das ganze Getue? Es ist immer die dunkle Seite, die einem einreden will, man würde nur in den Himmel, zu den Jungfrauen, in die Ehrenloge, an der Seite des Herrn etc. kommen, wenn man sich so und so verhalte.

Fieser Schachzug - Schlag unter die Gürtellinie - aber erlaubt!

Natürlich, es ist immer der Pöbel auf der Gasse, das Human-Resource aller Zeiten, die die Lärmenden und Dreinschlagenden stellen, aber auch die stillen, fleissigen, genügsamen. Und wenn sich die Crème de la Crème trifft, dann herrscht Contenance. C'est la vie. Wo bleibt das Vertrauen, dass ER es schon passende eingerichtet hat, und es uns um so leichter fällt, die Leichtigkeit des Seins zu erleben, je mehr wir dem Leben vertrauen, dass es uns wohl gesinnt ist? Da könnte so manch einer in christlichen Landen noch einiges aus Islamischen Landen lernen.

Phil
 
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Wichtig scheint soch das die Tagespresse gefüllt wird und Blut ist nun mal immer noch was heiliges. Arme Geister die sich da profilieren müssen und Ihr heiliges Gebet als verteidigungswürdiges Gut betrachten.

Es kommt alles wie es kommen muss und die Geschichtsbücher wollen ja auch irgendwomit gefüllt werden.

(hier muss ich noch ergänzen das die Tagesschau Ihren Artikel auf den neuesten Stand gebracht hat. Zuerst hiess es das die Entführer der Maschine das wg. der Papstrede gemacht haben (das was wir hören wollten) und sich inzwischen kristlisiert hat das sich diese Entführer auf Fahenflucht (Nationalismusdebatte) befinden und den Papst sogar um Hilfe rufen wollte.)
 
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