Novemberfäden von Katja Fusek

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Novemberfäden

von Katja Fusek


www.buch.ch/shop/bch_start_startseite/suchartikel/novemberfaeden/katia_fusek/ISBN3-7185-0190-2/ID2855818.html?jumpId=592862


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www.arena-riehen.ch/2002.htm


Katja Fusek (22. Oktober, Kellertheater, Einführung Valentin Herzog) liest aus ihrem ersten Roman "Novemberfäden", der von früher Entwurzelung (die in Prag geborene Autorin kam schon als junges Mädchen nach Basel), vom Fremdsein in der Fremde, vom Fremdwerden in der alten Heimat und vom schmerzlichen Verlust alter Beziehungen erzählt. Es war die allererste Lesung der jungen Autorin, deren Auftritt von der Basler Zeitung als "bemerkenswertes Debut" gefeiert wurde.
Wie Katja Fusek von dieser Liebe las, wurde nochmals klar, wie gut ihr zartes Vorlesen zur Geschichte passte. Das Publikum dankte mit einem langen, herzlichen Applaus.
(Judith Fischer, RZ, 25. 10. 02)

www.zsv-online.ch/veranstaltungen_2.html


KATJA FUSEK liest unter dem Titel:
"Sprachlos aber nicht stumm"
"Wurzelsteine" eine Geschichte aus ihrem neuen Buch "Der Drachenbaum"
KATJA FUSEK; geboren 1968 in Prag, aufgewachsen in Prag und in Basel, Studium der Germanistik, Romanistik und Kunstgeschichte, Lehrerin und Autorin, Mutter von 2 Töchtern, lebt in Riehen/Basel. Publikationen: "Novemberfäden", Roman, Janus Verlag, 2002. "Der Drachenbaum", Erzählungen, OSL Verlag, 2005. Mitglied des AdS, ZSV, femscript, Vorstandsmitglied der ARENA Literatur-Initiative Riehen. Mehrere literarische Auszeichnungen.
 
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hallo,

also. dieses buch. ich habe shcon lange keinen roman mehr gelesen. ich lese ja nur biographien...
also irgendwie. na, ja.
es begeistert mich nicht so.
es mag den heutigen sprachstil treffen. ich weiss es nicht, weil ich nicht mehr so auf dem laufenden bin.

irgendwie überzeugt mich das buch nicht so ganz.
es ist zwar gut gemacht und alles okay. aber einfach nciht so ganz meine sache.

es ist schon interessant, wie sie die verschiedenen abschnitte in verschiedener form - jeweils in ich- oder in sie- form schreibt. es ist auch interessant, wie sie zwischen den zeiten springt. also einmal in sie-form, was gerade passiert, einmal in ich-form, wie sie ihrem mann erzählt und einmal in ich-form, wie sie an die vergangenheit denkt.
das ist clever gemacht, doch für mich ist es ein wenig ein ziemliches springen zwischen den gedanken. so hin und her.
irgendwie muss ich das nicht lesen, weil ich solche gedankensprünge schon alleine im kopf habe.

es ist auch dumm, wenn man mal nicht so aufpasst in einem abschnitt.
für gewöhlich weiss man dann trotzdem, wie die handlung weiter geht.
mit diesem springen zwischen zeiten und formen geht aber bald mal eine gedankenessenz verloren, wenn man sie eben überlesen hat.

kapitel 15. ist voll krass. da wechselt sie wirklich alle paar zeilen zwischen jetzt und erinnerung.

das buch ist zwar wegen den abschnitten sehr übersichtlich und gut zu lesen, doch kann es auch schnell langeweilig werden. irgendwie passiert so nix.

die autorin versucht mit der sprache zu malen.
für mich schafft sie das nicht so gut.

ich habe hier im biographienkapitel von freidoune sahebjam "ich habe keine tränen mehr" vorgestellt. ich habe beschrieben, wie der autor mit farben, klängen, gerüchen, etc. malt.

sie versucht es auch. doch sie stellt einfach einen kurzen satz nach dem anderen hintereinander. die verschiedenen fabrkleckse haben gar keine verbindung irgendwie. so kann sich ihr bild nicht in meinem herzen festsetzen, was bei freidoune sahebjam ja ganz anders ist. (siehe dort! http://www.symptome.ch/vbboard/biografie/6430-biographie-habe-keine-traenen-mehr.html )

hier ein beispiel; kapitel 10, seite 53:


Während Eva den vollen Aschenbecher leert und das Fenster weit öffnet, steht Zita am Abwaschbecken und spritzt einen feinen Strahl vom giftgrünen, dickflüssigen Spülmittel auf den gelben Schwamm. Michael schläft in seinem Zimmer, die Verbindungstür zur Küche ist sorgfältig geschlossen.

man kann sich den feinen giftgrünen strahl auf dem gelben (schwamm) schon vorstellen. doch irgendwie setzt sich dieses bild nicht ab, weil es mehr einer aufzählung als einer innigen leidenschaftlichen darstellung gleicht. für mich bleiben die farben vor meinen augen. bei freidoune sahebjam gingen die farben in meine substanz.

sie versucht auch mit finessen nicht zu sparen: "einen feinen strahl". doch irgendwie käme es für mich etwa gleich rüber, wie wenn sie geschrieben hätte: "einen strahl". irgendwie kommt es nicht darauf an, ob der strahl fein oder nicht fein ist. die autorin aber hält das für ein wichtiges detail.

wie gesagt; sie will sehr kunstvoll schreiben, macht das auch, aber ihre kunst berührt mich nicht so wirklich.

von der handlung her ist es halt einfach eine geschichte mehr oder weniger.
sie mag leute berühren, welche ähnliche dinge im leben durchmachten oder erlebt haben, doch mich berührte es irgendwie nicht so, weil es war einfach halt ein roman. ich habe romane nie so wirklich sehr gerne gemocht. mit ausnahmen.

im grossen und ganzen dünkt mich, dass das buch eigentlich gut ist, künstlerisch gut, was die moderne kunst anbelangt, doch es entspricht nicht meinem stil.

ich habe das buch sehr gerne gelesen, weil es von meiner voll guten und netten physiotherapeutin ist - sie hat es selbst noch nicht gelesen - und weil es ein dünnes buch mit relativ grösserer schrift ist. es ist ein übersichtliches buch und lässt sich super lesen, wenn man stundenlang mit durchfällen auf der toilette hockt.
ich muss sagen: gute ablenkung in ferne länder und ferne welten.

ich könnte noch viel darüber schreiben, lass es jetzt aber mal bleiben.

viele liebe grüsse von shelley :wave:
 
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mhmm, also das buch ist ok wenn man toilette-hockender-weise in ferne laender gefuehrt wird. :)))

du uebertriffst dich mal wieder selbst. :fans:

gute heimreise:wave:
mikado
 
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hallo,

ja also was ich noch schreiben wollte:

ich finde, die sprache der autorin fliesst nicht.
jeder satz spricht eine neue sache an. so wird die sprache sehr abgehackt und fast schon holperig.

so halt einfach.

zu den themenwechseln in den abschnitten kommen die themenwechsel innerhalb der abschnitte.

moderne kunst eben.

ich komme mir beim lesen so vor, als würde ich an einer vernissage in einer austellung von bild zu bild gehen und sagen: "interessant. toll! spannend! moderne kunst! zukunft! in 56 jahren ist das schon voll alt und beliebt. ja. genau. ich bin begnadet, dass ich schon jetzt so was sehen darf. ach dieser fleck da. spannend. was wollte der maler damit zeigen? usw." denken dabei tu ich aber: "hm. was ist das? sieht ja alles gleich aus. ein paar striche, flecken, punkte. der maler will damit was gesagt haben. der interpretiert wohl seine gedanken zu sehr in den betrachter hinein, welcher sie aber absolut nicht nachvollziehen kann. hm. ja. aber diese bilder müssen ja schön sein. also sie müssen mir doch einfach gefallen. weil das ist cool, wenn einem moderne kunst gefällt. damit zeigt man, dass man nicht so konservativ ist. also ich tu jetzt einfach mal völlig interessiert und tu so, als fände ich die bilder voll superschön. als würden sie mir klasse gut gefallen! usw."

na, ja.
so ist das mit so modernen sachen, bei denen es zum guten ton gehört, wenn sie einem gefallen...

viele liebe grüsse von shelley :wave:
 
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vor jahren waren wir mit unserem professor in einer ausstellung ueber neue kunst.
wir hatten uns den spass erlaubt einen teil der bilder verkehrt rum zu haengen und haben mit ernstem gesicht zugehoert was er verzapft hat.

niemand hat gewagt ihm direkt zu sagen:du spinnst !! wir wollten ja ins naechste semester.

erst wenn man dann selbst professor ist kann man unter umstaenden wagen
eine andere meinung zu haben.

so ist das nicht nur in der kunst.
mikado
 
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