Nano Technologie

su

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11.04.04
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Hallo Zusammen
In der Zeitschrift Raum&Zeit http://www.raum-und-zeit.com/ habe ich den Artikel Gelesen "Nano-Technologie-Experimente ausser Kontrolle".

Da steht unter anderem geschrieben: "Offiziell sagt man zwar, dass Nano-Tech. kein Problem darstellt, doch inoffiziell herrscht Panik. Studien belegen, dass Nano-Partikel im Wasser sich in den Gehirnen der Fische ablagern und sie töten. Nano-partikel können beim Menschen die Blut-Hirnschranke überwinden und sogar in die Plazenta dringen.

Nano-Technologie wird bereits in Pestiziden eingesetzt. Die amerikanische Umweltschutzbehörde hat dabei keine Bedenken, da sie meint, die Pestizide wurden bereits vorher getestet, deswegen braucht man sie nicht erneut zu testen, wenn sie auf der Nano-Ebene verändert wurden.

Derzeit sind bereits etwa 100 Produkte mit Nano-Tech. auf dem Markt, ohne gekennzeichnet zu sein. Die Spannbreite reicht von kratzfesten oder selbstreinigenden Lacken, über farblose Sonnencreme, Zahnpasta, Tagescremes bis hin zu Mars-Schokolade, die mit einer nanodimensionierten Schicht Titanoxid überzogen ansehnlich sein soll."

Es wird uns also wieder mal etwas untergejubelt, von dem niemand weiss, welche Auswirkungen die ganze Sache haben wird.

Viele Grüsse
su
 
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07.05.04
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Hallo Su,

Du bist mir mit Deinem Beitrag zuvorgekommen. Die Raum&Zeit liegt seit Tagen neben meinem Rechner und ich bin bisher noch nicht dazugekommen, darüber zu schreiben.
Folgende Dinge fand ich da noch bemerkenswert:

Wissenschaftler haben sich inzwischen darauf geeinigt, dass nano Objekte und Strukturen bezeichnet, die zwischen einem und 100 Nanometer groß sind
Doch nano ist nur nicht einfach klein, sondern anders klein. In der Nanowelt sind unsere bekannten Gesetze außer Kraft gesetzt.
Unterschreiten Teilchen aus Halbleitern und Metallen einen gewissen Durchmesser, nehmen sie plötzlich verblüffende Eigenschaften an. Unterhalb eines Durchmessers von 20 Nanometer etwa verhalten sie sich nicht mehr wie kleine Festkörper oder Kristalle, sondern werden ganz apprupt zu einer neuen Klasse von Stoffen.
Wenn Sie auf einer Ebene von unter 100 Nanometern arbeiten, gelten nicht mehr die klassischen chemischen Gesetze, sondern die der Quantenphysik. Die Charakteristiken der Elemente verändern sich grundsätzlich. Es ist, als ob man den Handwerkern nicht ein Periodensystem zur Verfügung stellt, sondern fünf oder zehn.
Wenn Sie beispielsweise Aluminium-Oxid, das Zahnärzte benutzen, nehmen, so ist das auf der Makro-Skala völlig sicher. Wenn Sie es aber auf der Nano-Ebene nehmen, explodiert es. Das US-Verteidigungsministerium benutzt Aluminium-Oxid bereits, um Bomben zu zünden. Also sieht man, dass es wissenschaftlich absurd ist, wenn Behörden sagen, dass es sich um das gleiche Ding handelt, egal, ob Makro-Ebene oder Nano-Ebene.
Ein anderes Beispiel sind Sonnenschutz-Lotionen, die auch in Europa fast täglich benutzt werden. Durchsichtige Sonnenlotionen, die nicht milchig sind, enthalten Nano-Partikel. Bei Größen unter 100 Nanometern wird die Fähigkeit, in die Haut einzudringen um einiges größer als bei Materialien auf der Makro-Ebene. Bei einer Größe von unter 70 Nanometern können die Partikel sogar in die Zellen Ihres Körpers eindringen. Bei einer Größe von 20 Nanometern erkennt das Immunsystem die Fremdpartikel nicht mehr, sie sind zu klein und das Immunsystem kann darauf nicht reagieren. Diese Partikel können durch die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn gelangen, und sogar durch die Plazenta dringen.
Die Industrie ist nicht besonders gut darin, die Größe der Nano-Partikel, die sie benutzen, einzugrenzen. Die Wissenschaftler können sich zwar bemühen, nur Nano-Partikel von über 100 Nanometern Größe zu benutzen. Doch in Wirklichkeit sind die industriellen Fertigungen so schluderhaft, dass die Nano-Partikel auch eine Größe von 200 Nanometern haben könnten, was relativ sicher wäre, oder aber auch eine Größe von 5 Nanometern, und das könnte sehr gefährlich sein. Sie können die Größe selbst nicht kontrollieren.
Es gibt zur Zeit weder eine Kennzeichnungspflicht, noch irgendwelche Verordnungen und Beschränkungen.

Für mich stellt sich nun die erschrockene Frage, wie es sich mit NDF verhält. Das sollen doch Nanokolloide von Chlorella und Co. sein. Zählen die auch dazu?

Liebe Grüße

Günter

P.S.: Der Original-Artikel hat einen Umfang von 10 Seiten. Raum&Zeit Nr. 137 (September/Oktober 2005) - z.B. in Bahnhofsbuchhandlungen und -zeitschriftenläden zu finden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Lukas

Günter M. schrieb:
Für mich stellt sich nun die erschrockene Frage, wie es sich mit NDF verhält. Das sollen doch Nanokolloide von Chlorella und Co. sein. Zählen die auch dazu?


Genau dies hatte ich seinerzeit im INK-Forum zur Debatte gestellt. Hatte aber irgendwie keiner Lust, darauf zu antworten...

Viele Grüße
Lukas
 
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14.05.05
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Hallo
Bei Deichmann, wohl auch in Deutschland bekannt, wird eine Produktreihe auf Nanobasis vertrieben. Es handelt sich dabei um Schuhpflegesprays als Nässeblocker und Reinigungssprays. Ein weiterer Spray soll gegen Fußgeruch wirken, er nennt sich "HI-Tech Schuhspray gegen Fußgeruch mit Langzeiteffekt" Silber-Ionen-Spray auf Nano-Technologie-Basis.
In der Beschreibung des Nässeblockers kommt die Bezeichnung vor: "das neue Wunderspray", fragt sich nur, über was man sich da zu wundern haben wird.
Ich kenne die Nanotechnologie auch in Bezug auf Waschbecken, Kloschüsseln und Windschutzscheiben bei Autos. Das scheint also schon sehr verbreitet zu sein. Fragt sich dann jetzt nur, auf was haben sich die Hersteller da eigentlich eingelassen?!
Aus: "Die Zeit" Ausgabe 26/2005 "Auf zu neuen Dimensionen"
Schon heute wird großes Geld mit kleinen Teilchen verdient - kratzfeste Autolacke, sich selbst reinigende Fensterscheiben, T-Shirts, die keinen Schweiß mehr annehmen, Computerchips, die sich selber kühlen, die Palette wird täglich länger. Die Macht der Zwergenpartikel spielt den Innovationsriesen, und das gleich für viele Branchen auf einmal, von denen heute auch einige im Podium vertreten sind. Von der Biotechnologie über die Elektronik bis zur Optik und zur Raumfahrt befasst sich die Nanotechnologie interdisziplinär mit Forschung und Entwicklung, Arbeitstechnik und Anwendung in winzigen Strukturen, clevere Krümel als Bausteine einer dritten industriellen Revolution.
Liebe Grüße
Gaby
 

su

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11.04.04
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Hallo Günther
Vielen Dank für Deine Ergänzungen. Ich war gestern abend einfach zu müde um noch mehr zu schreiben.
Ich habe auch an NDF gedacht, habe diesen Gedanken aber wieder verdrängt, weil ich schon eine solche Flasche genommen habe. Nachdem ich von DMPS eine Allergie erhalten habe und diese Spritzen nicht mehr bekommen darf, werde ich nächste Woche meinen ersten Termin bei einem Kinesiologen haben. Wenn nun NDF schädlich für mich sein sollte, müsste es doch negativ testen, oder was meinst, Du? Ich glaube Klinghard hat NDF auch als gut empfunden.

Was mich noch interessieren würde ist in welchen Nahrungsmitteln Nano-Tech. schon drinnen ist. Im Bericht steht etwas von Mars Schokolade. Sicher gibts noch mehr und wir haben keine Ahnung.
Ich hoffe, dass dieses Thema in nächster Zeit in der Oeffentlichkeit diskutiert wird, damit die Leute darauf aufmerksam werden. Wir werdens hören.

Viele Grüsse
su
 
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17.09.05
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Hallo,

in vielen Nahrungsergänzungen und inzwischen den meisten Arzneimitteln ist Siliciumdioxid hochdispers drin. Soviel ich weiß bedeutet das, dass es Nanoteilchen sind.
Dazu habe ich das hier gefunden:http://www.das-gibts-doch-nicht.de/seite2803.php

Ist vieleicht eine Überlegung wert, auch wenns recht drastisch geschrieben ist.

samadhi
 
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07.05.04
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Hi,

die Wikinger, so glaube ich, hatten immer Angst, dass ihnen der Himmel eines Tages auf den Kopf fallen könnte. Sprich: man kann auch vor allem Angst haben.

Ich habe NDF mit Freuden genommen, und würde bzw. werde dies auch wieder tun. Für mich gelten folgende Argumente, die ich auch seinerzeit im INK-Forum angebracht hatte:

1. Nanotechnologie wird heute vorwiegend zu anderen, als zu direkten Heilzwecken eingesetzt, wie z.B. als Rieselhilfe. Ich muss dann immer an Aluminium als Rieselhilfe im Salz denken. Die Gesundheitsschädlichkeit von Aluminium ist doch bekannt, es wird aber immer noch verwendet. Wenn nun solche Stoffe als Nanoteilchen eingesetzt werden ist doch klar, dass die negative Wirkung potenziert wird. Eben dieses Risiko ist aus meiner Sicht kaum vorhanden, wenn es sich um Nanoteilchen von Stoffen handelt, bei denen eine positive Gesundheitswirkung bekannt ist. Hier potenziert sich m.E. nach auch die positive Wirkung. Jegliches Risiko ausschließen kann man dadurch natürlich nicht. Das Risiko bewerte ich allerdings so hoch, wie dass einem der Himmel auf den Kopf fallen könnte.

2. Wenn eine Schädlichkeit gerade bei NDF gegeben wäre, würde der Körper darauf reagieren und das Medikament im Rahmen alternativer Tests wie z.B. Bioresonanz oder Kinesiologie ablehnen. Tut er aber nicht!!! Sowohl bei kinesiologischen Tests, als auch im Rahmen der Bioresonanz hat mein Körper eine unglaublich hohe positive Resonanz auf NDF gezeigt. Er hat sogar Chlorella und Korriander abgelehnt, obwohl dies die gleichen Stoffe sind, die auch das NDF enthält. Mein Körper wollte, glaubt man diesen Testverfahren, also die Medikamente in Nanoform und hat alles in natürlich vorkommender Größe nahezu abgelehnt. Für mich ist das Beweis genug.

Soviel zu meinen Ansichten. Aber man muss selbst wissen, was man will. Man kann auch 100 Leute fragen und anschließend immer noch im Unklaren sein.

Liebe Grüsse
Gunter
 
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07.05.04
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Hallo su,

Klinghardt hatte erst eine ablehnende Haltung gegenüber NDF. Es schrieb sinngemäß, das es neuerdings zellwandfreie Formen von Chlorella gibt, die eine schlechtere Wirkung haben und zählte NDF dazu. Kurze Zeit später verkaufte das INK dann aber selbst NDF. Im INK-Forum machte ich auf diesen Widerspruch aufmerksam, es gab aber keine offizielle Stellungnahme dazu.

Ob Kinesiologie in der Lage ist, direkt die Wirkung von Nanoteilchen abzuschätzen? Mir ist keine Aussage dazu bekannt. Andererseits müßte der Körper dann aber bei fortgesetzter Einnahme von NDF feststellen, daß es ihm nicht gut tut. Also müßte der Test bei einer eventuellen Schädlichkeit dann wenigstens später negativ ausfallen. Davon habe ich aber noch nichts gehört. Ich tendiere daher dazu, zu sagen, daß das NDF unbedenklich ist.

Außerdem stellt sich die Frage, ob die Nanokolloide von NDF wirklich Nano (< 100nm) sind.
Liebe Grüße

Günter
 

su

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11.04.04
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Hallo Günter
Ich war also diese Woche beim Kinesiologen. NDF war von meinen "Wässerchen" die ich mitgebracht hatte das einzige was positiv getestet hat, alles andere negativ, auch die Algen. Ich kann nun also mit gutem Gewissen diese Tropfen weiternehmen allerdings weniger, nämlich 2 x 6 Tropfen am Tag.
Viele Grüsse
su
 
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28.03.05
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Zur Nanotechnologie liest man auch immer wieder kritische Dinge.
Zuerst sieht man die vielen Vorteile, welche Gefahren daraus resultieren kommt wieder erst hinterher heraus.



Liebe Grüße
Anne S.


Ungeklärte Nano-Risiken
Mehr als 500 Produkte der Nanotechnolgie sind weltweit bereits im Handel.
In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Nature“ west Maynard auf mögliche Gefährdungen hin und fordert den Aufbau einer internationalen Risikoforschung.
Besorgniserregend ist die Größte. Die Teile sind noch kleiner als kleinste Staubpartikelchen.
Im Rahmen des Forschungsprojektes Inos beteiligt sich das Dresdner Institut an der Risikoforschung.Ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters.
Allgemeines Charakteristikum der Nanoteilchen ist, dass sie physikalisch-chemische Eigenschaften annehmen, die völlig verschieden von jenen sind, die sie als Festkörper von größerer Dimension besitzen.
Ob aus Gold, Silber, einer Metalllegierung, reinem Kohlenstoff oder Kunststoff – niemand kann sagen, wie die jeweiligen Substanzen als Nanopartikel reagieren.
Wir müssen im Prinzip jeden einzelnen Nanowerkstoff auf seine spezielle Eigenschaft hin prüfen, sagt Harald Krug vom Forschungszentrum Karlsruhe der das Projekt NanoCare koordiniert.
Es fehlen Erkenntnisse zu allen neu entwickelten Partikeln.
Sowohl bei Inos als auch bei NanoCare arbeiten die Forscher mit Zelkulturen, denen die zu untersuchenden Substanzen beigemischt werden.Von Bedeutung ist auch das Verhalten in der Umwelt. Sie gelangen in den Boden, in Oberflächengewässer und – nicht auszuschließen – gar ins Grundwasser.
Welche biologischen Wirkungen sie dort entfalten, ist unklar.
Welt am Sonntag
 
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10.01.04
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Ein sofortiges Moratorium für alle Anwendungen von Nanotechnologie forderte die kanadische Gruppe Action Group on Erosion, Technology and Concentration (ETC) auf einer Konferenz in Brüssel Anfang Juni. "Wir sind nicht generell gegen Nanotechnologie, das ist ein derart vielfältiges Feld. Einige Anwendungen könnten große Versprechen einlösen, doch das Sicherheitsproblem ist ebenso groß - das müssen wir zuerst angehen", erklärt Douglas Parr von Greenpeace England und bringt damit die Stimmung der Konferenz auf den Punkt. .....
www.freitag.de/2003/32/03321801.php

Inzwischen muss ja alles mögliche an Inhaltsstoffen auf den Packungen angegeben werden. Auch Nanopartikel?

Gruss,
Uta
 
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28.03.05
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Aus der Sendung nano 3sat

Wirkung von Nanoteilchen bislang noch völlig ungeklärt
Nanoteilchen können die Eigenschaften von Materialien radikal verändern.

Mikroskopisch kleine Nanoteilchen begegnen uns öfter, als uns bewusst ist. Derzeit gibt es etwa 300 Nanoprodukte auf dem Markt. Der Durchschnitt dieser Partikel beträgt nur wenige Millionstel Millimeter. Nanopartikel sind chemisch reaktiver, weil sie eine gigantische Oberfläche haben. Denn während ein Gramm Sand normalerweise eine Oberfläche von dreißig Quadratzentimetern aufweist, hat dieselbe Menge in Nanoteilchen eine Oberfläche von 300 000 Quadratzentimetern.

Aufgrund ihrer Wandlungsfähigkeit verändern Nanoteilchen beispielsweise Farbe und Konsistenz von Sonnengels. Laut Wissenschaftlern können sie nicht über die Haut aufgenommen werden. Weil man allerdings noch nicht weiß, welchen Schaden Nanopartikel anrichten können, wenn sie in die Umwelt gelangen, warnen Wiener Geowissenschafter vor einer unsichtbaren Gefahr. Nun setzt die Kosmetikindustrie besonders Titandioxid in Hautcremes ein. Dieser Stoff ist oberflächenreaktiv, was bedeutet, dass er Radikale produziert. Diese sehr aktiven Teilchen können Mikroorganismen abtöten, wenn sie mit Licht reagieren.

Doch weil Titandioxid bestimmte Bakterien vernichtet, könnte es eine Gefahr für ganze Ökosysteme darstellen. Um das zu beweisen, stellen die Wissenschaftler See-Wasser aus den Inhaltsstoffen Natrium, Kalzium und organischen Substanzen her. Das Ganze wurde anschließend mit nur wenigen Mikrogramm Titandioxid versetzt. Überraschenderweise stellte sich bei dem Versuch sehr schnell heraus, dass schon eine geringe Abweichung in der Zusammensetzung der Wasserinhaltsstoffe zu vollkommen unterschiedlichen Reaktionen der Nanoteilchen führt.

Titandioxid in Nanogröße wird in natürlichen Gewässern jedenfalls nicht abgebaut. Bleibt es etwa gelöst im Wasser, wird es weitergespült und gelangt in andere Gewässer. Bislang weiß man aber noch nicht, ab welcher Konzentration es zur Gefahr für Ökosysteme wird. Das liegt daran, dass es bisher noch keine geeigneten Methoden gibt, Nanopartikel in der Natur aufzuspüren.

Deshalb weiß man auch noch nicht, ob die Gefahr besteht, dass die Nanopartikel ins Trinkwasser kommen können. Gelangen Nanoteilchen in den Körper, können sie die Darmwand des Menschen durchdringen und so in das Blut gelangen, sagen Forscher. Wie und ob diese Partikel beim Menschen wirken, ist bisher nicht geklärt. Das liegt daran, dass die Forschung der Nanotechnologie stark hinterher hinkt.
Liebe Grüße
Anne S.
 
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29.11.09
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Nanomaterial-Tests: Auswirkungen von Titandioxid auf Wasserflöhe am 01.06.2011

Die bisherigen Standardtestverfahren für die Risikobewertung von Nanomaterialien sind ungenügend. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Federführung des Instituts für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau, die jetzt im internationalen Online-Journal PLoS ONE veröffentlicht wurde. [...]

Über die bei Standardtests mit Wasserflöhen (Daphnia magna) vorgesehene Untersuchungszeit von 48 Stunden hinaus untersuchten die Wissenschaftler die Auswirkungen von Titandioxid, eines der am weitesten verbreiteten Nanomaterialien, auf Wasserorganismen. Bei deutlich niedrigeren Titandioxid-Konzentrationen als denen, die in Standardtests Wirkungen zeigen, dehnten die Landauer Wissenschaftler den Beobachtungszeitraum auf bis zu 96 Stunden aus. Wie unter normalen Umständen häuteten sich die neugeborenen Wasserflöhe erstmalig nach zirka 36 Stunden und konnten somit die Titandioxid-Nanopartikel, die sich in Form einer weiteren Außenhülle an sie geheftet hatten, abstreifen. Bereits nach zirka 60 Stunden hatten die Nanopartikel erneut an den Daphnien angedockt. Nur noch zehn Prozent schafften eine zweite Häutung, die unter normalen Umständen nach etwa 70 Stunden bei allen Wasserflöhen erfolgt. 90 Prozent der Daphnien starben.

Zwar sei bekannt, dass sich Stoffe, die bei höheren Partikelgrößen ungefährlich sind, in Nano-Größe aufgrund der im Vergleich zum Volumen sehr großen Oberfläche anders verhielten, erklärt Prof. Dr. Ralf Schulz, einer der Autoren der Studie. „Eine physikalische Beeinträchtigung von Wasserorganismen durch Nanomaterialien war bislang allerdings noch nicht bekannt“, so Schulz weiter. Es ließe sich nun aufgrund dieser Wirkungsweise der Nanomaterialien auf weitere schädliche Auswirkungen auf die Umwelt schließen. „Durch die mechanische Beeinträchtigung könnten auch andere Organismen im Wasser geschädigt werden, was sich über die Nahrungskette auf die Lebensgemeinschaften insgesamt auswirken könnte.“

Das Ergebnis der Studie werfe die Frage auf, so Ökotoxikologe Schulz, ob neue Standardtests zur Risikobewertung von Chemikalien aufgesetzt werden müssten, die den Eigenschaften von Nanomaterialien und der durch sie verursachten physikalischen Beeinträchtigung der Umwelt besser Rechnung tragen würden. [...]

Strudie:
André Dabrunz, Lars Düster, Carsten Prasse, Frank Seitz, Ricki Rosenfeldt, Carsten Schilde, Gabriele E. Schaumann, Ralf Schulz:
Biological Surface Coating and Molting Inhibition as Mechanisms of TiO2 Nanoparticle Toxicity in Daphnia magna. PLoS ONE 6(5): (e20112) doi:10.1371/journal.pone.0020112
PLoS ONE: Biological Surface Coating and Molting Inhibition as Mechanisms of TiO2 Nanoparticle Toxicity in Daphnia magna
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