Messung von Steroidhormonen im Speichel und im Serum

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Die Speichelhormone repräsentieren die aktive, biologisch frei verfügbare Komponente der zirkulierenden Steroidhormone. Sie korrelieren unmittelbar mit der momentanen Hormonaktivität, während die Gesamtkonzentration im Serum eher dem Reservepool des Hormons entspricht, aus dem sich das freie, aktive Hormon generiert. Die Relation von freiem und Gesamthormon im Serum unterliegt Schwankungen, abhängig vom momentanen Sekretionsstatus. Wegen der sekretionsbedingten Schwankungen und der Abhängigkeit von der Trägerproteinmenge sind die Speichelwerte nicht mit den Serumwerten vergleichbar, sie müssen anders behandelt werden. Oft wird jedoch der Fehler gemacht, von den Speichelwerten die gleiche Aussage wie von den Serumwerten zu erwarten. Die Serumwerte sind eher Langzeit-Basiswerte, die Speichelwerte Momentanaufnahmen.

Grundsätzlich kann die Speichelmessung die Serumbestimmung der Steroidhormone nicht ersetzen oder als dieser überlegen bezeichnet werden. Je nach Fragestellung ist das eine oder das andere Verfahren vorzuziehen. Während die Serumbestimmung methodisch unkompliziert ist und die über einen größeren Zeitraum verfügbare Hormonmenge angibt, ist die Speichelmessung für dynamische Untersuchungen, für Funktionstestungen und aber auch wegen ihres unblutigen Charakters vorzuziehen.

Aus dem Newsletter von Lab4more "Speichelhormone - Warum?"
Dr. med. W Bieger, Februar 2009
Lab4more - Labor-Diagnostik


Uta
 
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