Massive Einschlafzuckungen seit Promethazin-Einnahme

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und weiß nicht, ob mir irgendwer weiterhelfen kann, doch ich weiß nicht mehr weiter.

Vor 2 1/2 Wochen nahm ich 25 Tropfen Promethazin ein, um besser schlafen zu können (wie kann es sein, dass einem so ein Medikament zum Schlafen verschrieben wird?!). Kurz nach der Einnahme bekam ich intensiv starkes Herzrasen, mein Rachen fühlte sich brennend/trocken an und ich bekam massive Einschlafzuckungen (Myoklonien). Ich setzte das Mittel wieder ab. Damit sollte es doch erledigt sein? Nein.

Die nächste Nacht wieder Einschlafzuckungen, die darauf wieder und so weiter, bis heute. Wäre das nur 2, 3 Mal und ich könnte dann schlafen, ok. Aber die Zuckungen sind so extrem, dass sie einfach nicht enden. Sobald ich gedanklich wegdrifte, zuckt es wieder, wieder und wieder, bis ich schließlich aufgebe und bis zum absoluten Kollaps lese, dann schlafe ich evtl. mal ein, doch da ich einen sehr leichten Schlaf habe, wache ich nach wenigen Stunden wieder auf und dann war es das, der Schlafdruck ist nicht mehr stark genug und ich kann bei den Zuckungen nicht mehr schlafen. Sie sind überall, in den Beinen, Armen, Fingern, im ganzen Rumpf, im Gesicht (Augenpartie zieht sich zusammen), im Kiefer, sogar der Kopf zuckt. Verdauungsstörungen bekam ich auch davon, die hielten ca. eine Woche an.

Psychiater wollte mir nicht recht glauben, dass die Zuckungen nicht weggingen, verschrieb mir Biperiden (eigentlich gegen Parkinson-Symptome bei Neuroleptika), das machte es nur noch schlimmer. Ich sah zusätzlich verschwommen, bekam Geruchs-Halluzinationen. Ich teilte die Problematik ihm und meiner Hausärztin mit, doch keiner will mir wirklich helfen. Einerseits heißt es, die Symptome könnten nicht davon kommen und müssten schon längst wieder weg sein, andererseits wird mir gesagt, ich solle nur etwas warten, die Symptome würden schon von alleine wieder weggehen. Dabei zeigt sich nichtmal ein Nachlassen der Symptome! In meiner Verzweiflung suchte ich sogar das Krankenhaus auf, doch natürlich wurde ich nicht untersucht, die haben nur mit "Experten" telefoniert und haben mir gesagt, das käme nicht von dem Mittel. Zwischendurch stieß ich auf das hier, das kann bei Promethazin wie auch Biperiden auftreten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Anticholinerges_Syndrom
(Das gilt zwar eigentlich für Überdosierungen, aber aufgrund meiner Vorgeschichte kann ich nur sagen: Ich bin nicht gesund. Offiziell bin ich natürlich gesund, weshalb ich meine Vorgeschichte für Ärzte nicht zählt. Aber meine Blut-Hirn-Schranke scheint vermutlich auch nicht wirklich intakt zu sein)

Ich schilderte die Problematik meinen Ärzten, doch es gibt keine akute Hilfe. Es könne ja sein, dass ich vllt. keine anticholinen Medikamente vertrage (aber so genau könnten sie das auch nicht sagen, sie sind ja keine Experten), doch: Für die Notaufnahme sei ich nicht in Lebensgefahr, auf einen Neurologen müsse ich monatelang warten und das Krankenhaus befindet meine Problematik nicht als "sofort handlungsbedürftig". Ich hätte sogar ein Antidot genommen, ich weiß nicht, ob das nach der Zeit noch was bringen würde? Aber ich komme ja nichtmal bis zu einem Neurologen.


Zu meiner Vorgeschichte:

Ich weiß nicht, was ich mir überhaupt dabei dachte, so ein Mittel einzunehmen. Ich leide unter chronischer Bartonellose, derzeit kein Schub, aber ich habe mich jahrelang hochgearbeitet, ich war sehr schwer Betroffen, mit der Bandbreite aller Symptome, die man haben kann (von Augen, über Haut, Knochen, Leber, Milz, usw. usw. usw., auch neurologisch) und mit sehr starker ME/CFS-Symptomatik. Schon seit 2012 litt ich unter leichter ME/CFS-Symptomatik und mit den Bartonellen 2018 eskalierte es dann komplett. Ab und zu mal eine Einschlafzuckung hatte ich auch unter einem Bartonellen-Schub (sonst nie), aber das war dann mal einmalig eine Zuckung und nicht täglich. Mir ging es wieder gut! Ich habe es nur mit den Buhner-Protokollen geschafft, mich wieder hochzuarbeiten.


Was auch immer ich mir dachte, diesen Müll zu nehmen (ich hatte nichtmal chronische Schlafstörungen), ich kann es nicht mehr rückgängig machen. Gibt es überhaupt irgendetwas, was ich tun kann? Hat irgendwer eine Idee? Ist "nur" mein Dopamin usw. Gleichgewicht durcheinander, kann man da überhaupt was tun? Ich habe Angst, dass mein Gehirn einen Schaden davongetragen hat. Ich habe keine Kraft mehr. Ich kann nicht mehr. Ich habe jahrelang gegen meine Krankheiten gekämpft, alles kaputtgehauen wegen einer einmaligen Einnahme? Ich bin nicht optimistisch, dass das einfach von alleine wieder weggeht, das war noch nie so. Ich nehme schon Sachen wie Mariendistel, Alpha-Liponsäure usw., aber ich weiß nicht, ob das überhaupt was bringt. Beim Heilpraktiker war ich am Donnerstag, leider gab er mir nur Globuli und Passionsblume, ich bezweifle, ob das bei der schweren Symptomatik ausreicht. Melatonin nehme ich auch, ich lege auch nachts nach, aber das bringt auch nicht immer was und gegen die Zuckungen selbst hilft es nicht.
Habe schon über Erfolge mit CBD-Öl bei Restless Legs gelesen, könnte das was sein? Oder hat sonst noch wer eine Idee zur akuten Entlastung oder irgendeine Idee, was das sein könnte und ob man irgendetwas dagegen tun kann?

Ich bin wirklich verzweifelt und kann nicht mehr. Ich habe langsam keine Kraft mehr. Von Kraft für Ärzteodyseen ganz zu Schweigen. Wenn einem auch nie geglaubt wird. Ich weiß nicht, was ich tun soll.
 
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wundermittel
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Hallo Gänseblume,

es tut mir leid, daß es Dir so mies geht, zumal Du es offensichtlich geschafft hattest, Dich wieder einigermaßen hochzurappeln aus früheren schlimmen „Zuständen“.

Das einzige, was mir einfällt ist, daß Histamin evtl. eine Rolle spielt bei diesen Zuckungen. Evtl. könnte ein Antihistamin helfen? Oder eine bewußt histaminarme Ernährung, vor allem abends?

Um etwas näher an eine solche mögliche Ursache zu kommen, wären diese Untersuchungen evtl. zielführend:

...

THERAPEUTISCHE MASSNAHMEN

Heilpraktiker und Ärzte haben festgestellt, dass ein Histaminüberschuss im zentralen Nervensystem oft Ausdruck einer Methylierungsstörung ist (nach Dr. W. J. Walsh).

Dr. Carl Pfeiffer geht weiterhin davon aus, dass das chronische Energiedefizit im Nervensystem zur Aktivierungen der C-Nervenfasern führt und es bei Reizungen zur verstärkten Histaminfreisetzung aus den Mastzellen kommt. Bei Betroffenen einer Histaminintoleranz wird dieser Überschuss nicht ausreichend abgebaut.

Ein gestörter Histaminabbau könne durch Mangel an Vitamin B6, B12, Folsäure und Methionin verursacht werden. Die genannten Stoffe werden zum einen für das Enzym DAO sowie im Gehirn im Rahmen des Histaminabbaus für Methylierungsreaktionen benötigt.

EMPFOHLENE LABORDIAGNOSTIK
Sprich mit deinem Arzt oder Heilpraktiker, dass er die folgende Labordiagnostik durchführt.

Bestimmung von:
  • Histamin im Stuhl
  • Totale Histaminabbaukapazität
  • DAO im Serum (zentrifugiert)
  • Histamin im Blut
  • Kupfer, SAMe bzw. Methionin, Mangan, B6, Zink, Vitamin B12, Calcium
  • Erweiterte Histamin Diagnostik: Serotonin, Glutamat, GABA, Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Kreatinin Enzym (Urin)
  • Erstellung eines Darmprofils
  • IgG-Nahrungsmitteltest
  • Ausschluss von anderen Darmerkrankungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten ...

Grüsse,
Oregano
 
Themenstarter
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Hallo Oregano,

vielen Dank für Deine Antwort. An Richtung Histamin hatte ich auch schon gedacht, allerdings ist Promethazin ja ein Antihistaminikum. Und dadurch wurde es ja ausgelöst. Das ist ja das Verwirrende.
Ich ernähre mich eigentlich an sich schon recht histaminarm, bis auf gelegentlich Avocado. Habe mich nicht näher damit befasst, nur wie gesagt ist Promethazin ja ein Antihistaminikum.

Ich weiß einfach nicht weiter und kann wirklich nicht mehr. Diese Zuckungen rauben mir die letzte Kraft und den letzten Mut.
 
regulat-pro-immune
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Hallo Gänseblume, hast du mal probiert, Magnesium vor dem Insbettgehen zu nehmen?

Ansonsten ist es wirklich kaum anzunehmen, daß du von einer einmaligen Einnahme einen dauerhaften Effekt hast. Vielleicht hast du eine geringere Aktivität des Leberenzyms, das für den Abbau zuständig ist. Dann dauert es etwas länger als normal, aber abgebaut wird es irgendwann. Und du schreibst ja selbst, daß alle anderen Nebenwirkungen inzwischen wieder aufgehört haben. Das spricht doch sehr dafür, daß das Zeug aus dem Körper wieder draußen ist und keine Wirkung mehr hat. Kann es sein, daß du unbewußt eine negative Autosuggestion aufrecht erhältst, weil du keine Zuversicht hast, daß es von alleine wieder in Ordnung kommt? Dagegen würde vielleicht Ablenkung helfen. Ich weiß, es ist schwer, sich beim Einschlafen abzulenken ... hast du mal Einschlafen vor dem Fernseher ausprobiert?

Gruß
Malvegil
 
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Statt Einschlafen vor dem Fernseher wäre es auch möglich, mit anderen Methoden zu entspannen:


Grüsse,
Oregano
 
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Hallo Malvegil,

Magnesium nehme ich schon lange in Form von Sango Koralle, habe auch die Dosis erhöht, natürlich könnte ich noch Citrat o.ä. nehmen, aber es scheint mir weniger ein Muskel- und mehr ein neurologisches Problem zu sein. Ich habe ja keine willkürlichen Muskelzuckungen (bzw. ich habe welche, gelegentlich durch Bartonellen, aber die sind hier nicht relevant), sondern Einschlafzuckungen ganzer Körperteile, welche ausschließlich im Prozess des Einschlafens entstehen.

Die anderen Nebenwirkungen waren sofort am nächsten Tag wieder weg. Bis auf die Verdauungssache, aber die kann ich nicht eindeutig zuordnen (also ich kann nicht sicher sagen, ob sie davon kam). Gerade deswegen ist es ja seltsam, dass die eine Nebenwirkung geblieben ist. Könnte es nicht sein, dass mein Botenstoffhaushalt im Gehirn durcheinander ist? Bei alten Menschen, Menschen mit nicht intakter Blut-Hirn-Schranke usw. kommt es wohl leichter mal zu so einer anticholerischen Wirkung. Das Medikament greift ja auch in den Hirnstoffwechsel ein. Nur, was dagegen tun?

Ich konnte das ja erst auch nicht glauben. Ich ging davon aus, dass das wieder weggeht. Auch nach Tagen wartete ich einfach ab. Ich wartete und wartete. Ich blieb ruhig. Aber es wurde nicht besser. Trotz Ruhe. Und nach so langer Zeit ohne Besserung bin ich nicht so gut gestimmt, vor allem nicht mit diesem Schlafmangel. Um ehrlich zu sein reagiere ich extrem allergisch auf "Die Psyche, Autosuggestion...". Das hat auch mit meiner Vorgeschichte zu tun. Bis jetzt gab es für jedes meiner scheinbar psychischen Symptome, die sich neurologisch niederschlugen, dann doch eine neurologische Erklärung (z.B. Neurobartonellose). Beim Behandeln der eigentlichen Ursache verschwanden dann auch die Symptome. Klar ist Ablenken förderlich und übertriebenes Sorgen machen nicht gerade nützlich. Klar könnte ich besser schlafen, würde ich, wenn ich Nachts wieder aufwache, entspannt bleiben, weil ich dann im Halbschlaf bleiben würde und nicht ganz so wach werden würde. Klar nimmt es mit einen Einfluss auf mein Allgemeinbefinden. Aber doch nicht als Auslöser, wenn es ganz eindeutig direkt nach der Einnahme losging? Ich hatte vorher keine solchen Zuckungen. Sie kamen innerhalb von 15 Minuten nach der Einnahme und das extrem. Ohne, dass ich damit rechnete. Ich hatte sowas vorher nicht. Wenn ich nervös bin und gestresst, zuckt auch nichts. Weil ich dann wach bin. Es zuckt ja immer beim Einschlafen, sobald ich entspanne. Ich konnte ja selber nicht glauben, warum es nicht mehr weggeht. Ich verstehe es auch nicht. Dass ich länger zum Abbauen brauche, wäre auch meine Hoffnung. Nur, was mich verunsichert, ist, dass die Symptome nicht mal nachlassen. Ich dachte bis gestern, es sei evtl. besser geworden. Dann legte ich mich "nur" müde und vollkommen entspannt schlafen, da ich die Tage davor einschlafen konnte (weil ich immer bis zum Vollkollaps wachblieb). Und ohne, dass ich damit rechnete, zuckte und zuckte es wieder wie verrückt, obwohl ich entspannt war und Vertrauen hatte. Weil ich halt einfach nicht genug Schlafdruck hatte, weil ich eben fast kollabieren muss, um einschlafen zu können. Ich wurde in der Vergangenheit massiv verletzt und habe langfristige Schäden bis heute, weil ich nicht körperlich untersucht wurde und es auf die Psyche geschoben wurde (welche es dann doch nicht war, sondern diverse Bakterien). Auf den ersten Blick war immer vieles unlogisch, es konnte nicht sein usw. Auch das, was jetzt passiert, finde ich selbst unlogisch. Ich verstehe es selbst nicht. Aber es ist, wie es ist: Ich nahm das Mittel, die Zuckungen begannen unmittelbar nach der Einnahme und aus irgendeinem Grund nimmt nichtmal ihre Intensität ab. Wie gesagt, klar hilft es, entspannt zu sein. Aber was die Ursachensuche angeht, ist das für mich dann halt so: "Das ist unlogisch, das kann nicht sein, dann muss es die Psyche sein". Das macht es schwierig für mich, weil ich so eventuell nicht hinter die Ursache komme, das hatte ich schon so oft. (Mein Tinnitus kam statt von Stress z.B. von Nacken und Kiefer und konnte so behandelt werden und ich bin froh, dass ich es nicht "nur" mit Entspannung probiert habe damals).

EDIT: Also ich habe Dich schon richtig verstanden, dass Du nicht an die Psyche als ursprünglichen Auslöser glaubst, aber dass Du denkst, dass ich es damit aufrecht erhalten würde. Das glaube ich aus oben genannten Gründen aber nicht (also dass die Zuckungen einfach nur unterbewusst sind)

EDIT 2: Zur Leber habe ich noch zu sagen, dass letztes Jahr bei mir im Dunkelfeld tatsächlich eine Lebervergiftung festgestellt wurde. Das ist typisch bei Bartonellose, die Laborleberwerte sind meist unauffällig, dennoch kommt es zu Lebervergiftung durch Bartonellen, im Dunkelfeld war das auch sichtbar. Könnte bezüglich des von Dir genannten Leberenzyms evtl. eine Rolle spielen? Wobei ich da auch nicht wüsste, was ich mehr tun könnte, außer wie bereits getan, Mariendistel zu nehmen. Was mich wie gesagt verunsichert, ist, dass die Symptome nicht abnehmen. Wäre es nur ein Abbauproblem, müssten die Symptome doch langsam weniger werden?
 
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Hallo Oregano,

lieben Dank für Deine Links. Meditation, Einschlafmusik, alle möglichen Entspannungsübungen mache ich derzeit auch zusätzlich. Es hilft etwas gegen Fahrigkeit vor dem Einschlafen, um runterzukommen. Das, was Du mir geschickt hast, werde ich mir noch genauer ansehen. Als zusätzliche Unterstützung sicher gut.

Leider scheinen diese Zuckungen organisch und nicht nervös bedingt zu sein. Je entspannter ich bin, desto mehr zuckt es. Meist, wenn ich gerade angefangen habe, zu träumen. Auch in Anbetracht des Auslösers glaube ich eher an eine organische Ursache, wie gesagt evtl. Richtung Hirnstoffwechsel?
 
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Um ehrlich zu sein reagiere ich extrem allergisch auf "Die Psyche, Autosuggestion...".
Das habe ich schon geahnt. ;)

Aber deine Sicht auf Schlafschwierigkeiten ist dann vielleicht auch schon die Antwort auf deine Frage:
wie kann es sein, dass einem so ein Medikament zum Schlafen verschrieben wird?!
Wenn du nur an Hirnchemie glauben willst, dann wirst du mit Medikamenten für die Hirnchemie behandelt.
Psychiater wollte mir nicht recht glauben, dass die Zuckungen nicht weggingen, verschrieb mir Biperiden
Und ob das für die Gesundheit das beste ist, wage ich zu bezweifeln ...
 
regulat-pro-immune
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Warum ich dieses Medikament überhaupt genommen habe, ist eine längere Geschichte. Ich kürze es mal ab, vllt. schreibe ich mal mehr dazu, vllt. auch nicht.
Ich habe mir das vor über einem Jahr verschreiben lassen und hatte es ewig rumstehen. Ich habe meine Symptome nie mit sowas behandelt. Einschlafstörungen hatte ich auch keine. Nur Durchschlafstörungen ab und zu. Ich habe immer alles anders in den Griff bekommen. Und nun habe ich dieses Medikament "einfach nur so" ausgegraben, ich weiß nicht, was ich mir dachte. Dachte, einmal sowas zu nehmen, wird schon nicht schaden. War keine gute Idee.

Bei Promethazin handelt es sich um ein Neuroleptikum (sowie Antihistaminikum). Das meinte ich mit "so ein Medikament". Bei leichten Schlafstörungen ein Neuroleptikum gegen Psychosen zu verschreiben, davon wird eigentlich abgeraten. Ich finde schon, dass es übertrieben ist, nach Neuroleptika bei Schlafstörungen zu greifen. Mit sowas habe ich nicht gerechnet, man denkt ja eher an Schlaftabletten o.ä.

Und ja, das Biperiden habe ich nach einmal nehmen abgesetzt.
 
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Ich finde schon, dass es übertrieben ist, nach Neuroleptika bei Schlafstörungen zu greifen.
Ich auch, aber wer hat es dir denn verschrieben? Sicher nicht ein Hausarzt nach erster Konsultation wegen Durchschlafstörungen. Und was ging dem voraus? (Das mußt du hier nicht berichten, aber in dein Nachdenken einbeziehen, warum ein Arzt dir das verschrieben haben könnte.)

Grundsätzlich ist dieses Forum keins, wo man sich mit Neuroleptika und ihren Nebenwirkungen auskennt, eher schon mit Autosuggestion ...
 
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Ich kann schon davon berichten. Ich war schon in längerer Behandlung wegen (komplexer) PTBS, allerdings bei einer Therapeutin. Ich suchte nach einem Jahr oder so dann zusätzlich den Psychiater der Praxis auf, weil mir dazu geraten wurde. Ich wollte aber nie Psychopharmaka nehmen. Dann hatte ich gerade einen regulären Kontrolltermin, als ich gerade nicht schlafen konnte. Ich berichtete davon und er verschrieb dieses Medikament. Warum er ausgerechnet dazu griff, weiß ich nicht. Vielleicht wegen meiner Diagnose. Zu wenig Kommunikation, dass Schlafstörungen sonst eigentlich nicht das (größte) Problem sind usw. Und dann dachte ich mir vor zwei Wochen eben, ich könne ja auch mal sowas probieren und ich wusste, dass ich das Medikament noch hatte. Ich weiß auch nicht, warum ich mir das nicht nochmal genauer angesehen habe.

Ich sage übrigens nichts generell gegen Zusammenhänge Körper/Psyche. Ganz im Gegenteil. Ich habe mich tief mit Trauma, Entwicklungstrauma, Bindungstrauma usw. auseinandergesetzt und wie massiv sich das auf den Körper auswirkt. Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass Traumata reale körperliche Erkrankungen hervorrufen (also nicht psychosomatisch), Stichwort hier wäre z.B. die ACE-Studie. Ich sehe auch einen Zusammenhang zwischen Trauma, Bartonellen/CFS, Autoimmunerkrankungen usw. Nicht, weil Bakterien psychosomatisch wären. Sondern, weil sich Trauma körperlich niederschlägt und diverse Körperfunktionen, Stoffwechselvorgänge, Hormone usw. so durcheinanderbringt, dass der Körper Krankheiten entwickelt oder Krankheiten von außen nicht mehr abfangen kann.

Deswegen denke ich auf jeden Fall, dass mein schlechter Grundzustand eine Mitbeteiligung hat. Nur wird in der Psychiatrie oft vereinfacht. Du bist nervös, also zuckst du (jetzt mal extrem simplifiziert gesagt). Denn leider ist oben genanntes Wissen in Deutschland noch nicht ganz angekommen, hier denkt man oft noch in reiner Psychosomatik. Ich denke aber, dass da weit mehr mitreinspielt. Normalerweise wird man von Bartonellen nicht schwer krank. Manche aber werden es und das hat oft was mit dem Grundzustand des Körpers zu tun. Und dieser Grundzustand hat oft etwas mit chronischem Stress, Trauma usw. zu tun. Ich denke ja selber so. Nur denke ich, dass es eben auch nicht so simpel ist: Denken = Reaktion. Sondern, dass es komplexer ist. Und dass körperliche Krankheiten, auch, wenn die Psyche an deren Entstehung mitbeteiligt ist, auch körperlich angegangen werden sollten.
Und etwas ähnliches vermute ich hier auch. Mit Promethazin als Trigger. Ich komme nur nicht dahinter, was das sein könnte. Ich könnte mir vorstellen, dass es ein Zusammenspiel Medikementenwirkung und neurologische Vorbelastung ist. Und ich dachte, da hätte hier vielleicht jemand eine Idee. Weil, soweit ich das sehe, geht es hier ja nicht nur um Autosuggestion, sondern auch diverse chronische Krankheiten, unter denen ich teils auch leide und um alternative Behandlungen, die ich auch schon verwendet habe. Deswegen dachte ich vielleicht hat ja irgendjemand eine Idee... was da los sein könnte, was da hervorgeholt hätte werden können und klar, evtl. auch, ob das was mit dieser und jener Wirkung des Medikaments zu tun haben könnte, falls eben jemand eine Idee hat.

(Und ich denke, ich bin nicht die einzige, die es im Rahmen von CFS und co. extrem verletzt, wenn alles auf "vllt. ist es nur die Psyche" simplifiziert wird. Das ist jetzt zwar gerade kein CFS, aber ich kenne es schon von daher und ich weiß, was für dubiose Symptome durch die seltsamsten Auslöser hervorgerufen werden können)

Entschuldigung für den Roman. Eigentlich wollte ich nicht so viel schreiben. Ich bin, was das Thema angeht, einfach sehr vorbelastet. Ich suche einfach nur nach Anregungen und ob wer eine Idee hat.
 
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20.09.14
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Hat irgendwer eine Idee?
Hallo Gänseblume,

ich hatte eine Zeit lang ebenfalls unter starken Einschlafzuckungen gelitten, die mich ebenfalls stark am Einschlafen gehindert hatten. Die Einschlafzuckungen verschwanden nachdem ich meinen B12-Blutspiegel angehoben hatte (tgl. 5 mg B12 sublingual, 1-2 Monate). Der B12-Blutspiegel lag zuvor im Serum im niedrig-normalen Bereich.

Der Mangel hatte sich im Rahmen meiner HPU entwickelt, wähgrend der sich auch noch eine Reihe anderer Nährstoffmängel/-unterversorgungen entwickelt hatten (B1, B3, B6, Zink, Magnesium, u.a.)

Vielleicht hilft es Dir also weiter mal in dieser Richtung Untersuchungen anzustellen?

Oder hast Du dazu vielleicht schon aus früheren Untersuchungen Werte vorliegen?

Gruß
Hans
 
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04.05.17
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Gänseblümchen, es gibt in NDR Fernsehen die Ernährunsdocs. Ich hab eine Patientin mit Resstless gesehn und sie hat bestimmte Ernährunsrezepte bekommen. Schau mal bitte in Mediathek.
 
regulat-pro-immune
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09.04.16
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Ich suchte nach einem Jahr oder so dann zusätzlich den Psychiater der Praxis auf, weil mir dazu geraten wurde. Ich wollte aber nie Psychopharmaka nehmen. Dann hatte ich gerade einen regulären Kontrolltermin, als ich gerade nicht schlafen konnte. Ich berichtete davon und er verschrieb dieses Medikament. Warum er ausgerechnet dazu griff, weiß ich nicht. Vielleicht wegen meiner Diagnose. Zu wenig Kommunikation, dass Schlafstörungen sonst eigentlich nicht das (größte) Problem sind usw.
Ist doch ein recht abschleckendes Beispiel. Kann mir gut vorstellen, dass du kein Einzelfall bist. Vielleicht sollte man sich genauer anschauen, wie unser „Gesundheitssystem“ genau funktioniert und welche (verdeckten) Anreize für Ärzte bestehen, irgendwelche Pillen zu verordnen..(?)...lG Aurelius
 
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26.02.22
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Hallo Gänseblume,
ich habe nicht alles gelesen, aber hast du mal auf englischsprachigen Seiten geschaut?
Da findet man in der Regel mehr...

Einfach mal "twitching after taking promethazine" eingeben, da kommt schon einiges.


Nur als Tipp, falls du noch nicht die Idee hattest.

Leider können Psychopharmaka einiges anrichten, was bei uns konsequent ignoriert/abgestritten wird. Bei Ärzten kommst du da i.d.R. selten weiter.

Viel Glück dir
Butterblümchen
 
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