Krank sein, hinterfragen, weitermachen, danke an Symtome.ch

Themenstarter
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Hallo an Euch alle,

nach vielen Jahren der Hilfestellung durch dieses Forum habe ich mich vorangeschafft, meine Ahnungen wurden bestätigt, ich hinterfragte vieles was mir die Schulmediziner weismachen wollten. Es war nicht alles schlecht, aber ich konnte unterscheiden. Nur auf Alternativmedizin setzte ich nicht, ich wusste wann es Zeit war Antibiotika, Cortison etc. zu nehmen, für kurze Zeit. Ja - auch dank der Kraft des Gehirns.
Wer meine Geschichte kennt, weiss wie ich gekämpft, hinterfragt habe. Diagnosen heute: Multiple Sklerose, Hashimoto-Thyreoitis, Sklerodermie, Kollagenose, Fibromyalgie bis hin zu krebsartigen Veränderungen der Schleimhäute, die bisher (dank meiner Beobachtung) rechtzeitig in kleinen OPs entfernt wurden. Bs geht mir einigermassen gut und ich wurstle mich durch. Ich laufe noch, ich stehe noch, das Gehirn ist klar - und das mit 68 Jahren.
Vielen Menschen bin ich suspekt, da ich einfach "Waldbaden" GEHE, nebenher QiGong mache, einfach auf einem Baumstamm sitze und das Vogelgezwitscher geniesse. Für diesen "wellness-Urlaub" zahlen andere Unsummen in einem first-class-Hotel.

Diese "Verrückte" - ICH, wurde heute kontaktiert von einer Frau, die sich mit mir treffen und meine Meinung hören wollte zum Gesundheitsproblem ihres älteren Mannes. Bandscheiben kaputt, dazwischen Verhärtungen, Entzündungen, es kann nicht mehr laufen. Alles wurde getan: CTs, MRTs, man kann ihm nicht helfen...Er isst nichts mehr, ist nur noch ein Wrack, hat Magen-Darm-Nierenprobleme, Untergewicht. Im Gespräch kam dann heraus: Er nimmt wegen den Schmerzen seit 10 Jahren Tilidin, ein Opiat, gegen die Schmerzen, in höchster erlaubter Dosis. Ein Zeichen: Das sind die Nebenwirkungen. Ich konnte ihr nur raten: "Geben Sie nicht auf". Tilidin. Der 3. Fall in meinem Umfeld.

Eine Nachbarin nahm jahrelang ein Schmerzmittel gegen ihre Rückschmerzen, zuletzt in höchster Dosis, bei ihr versagte die Leber. Lebertransplantation. Abgestossen. Warteliste. 2. Leber. Damit lebte sie 10 Jahre, sie starb Oktober letzten Jahres.

Eine Nachbarin, Hausfrau, zuhause, 50 m Gehstrecke durch die Tiefgarage, bat ich, während meiner Abwesenheit für 6 Wochen, diesen Sommer, meine 6 Blumentröge auf dem Balkon zu giessen. Ich rief sie täglich an und erinnerte sie daran. Als ich heimkam waren alle Blumen vertrocknet, nicht gegossen, sie hatte es vergessen. Ich wusste, sie nimmt seit 12 Jahren Tilidin, in höchster Dosis. Die Galle wurde schon entfernt, alle Nebenwirkungen wie Schweißausbrüche, Fieber inclusive. Sie wird zum Pflegefall.

Opiate. Verschrieben von den Ärzten, mit Steigerung bis zum Limit. Immer noch. Und immer mehr. Damit die Patienten nicht jede Woche kommen und Fragen stellen werden sie einfach ruhiggestellt.

Ich bin stolz, diese NIE genommen zu haben, obwohl es ein "Schmerztherapeut" vor 5 Jahren, bezahlt von der Krankenkasse, empfohlen hatte.

Deshalb möchte ich hier allen Schmerzpatienten Mut machen: Bitte greift nicht gleich zur größten "Keule", versucht mit Bewegung, alternativen Medis und guten Gedanken einen Weg zu finden. Hinterfragt, schätzt die Dosis ein. Malt, tobt Euch am Boxsack gegen die Schmerzen aus und geht sorgsam mit solchen Medikamenten um.

Und: Danke an das Forum!

Lieben Gruß
von Kollagena
 
wundermittel
Themenstarter
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Hallo Oregano,
das Problem ist, daß bei Menschen Ü50, die es über 10 Jahre verschrieben bekommen haben und nehmen klar ist, daß diese den Entzug wegen ihrer körperlichen Erkrankungen und zusätzlichen Nebenwirkungs"erkrankungen" nicht mehr schaffen. Es würde eine wochenlange intensivmedizinische Versorgung erfordern.
Wohl dem, der noch andere Wege gegen Schmerzen kennt.
 
regulat-pro-immune

ory

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Wohl dem, der noch andere Wege gegen Schmerzen kennt.
Wenn schmerzen ein ständiger Begleiter ist, wäre es gut mehr über den "Schmerz an sich" zu erfahren.
"Schmerzen verstehen" ist ein Buch von Butler-Moseley. welches sich lohnt zu lesen.

Gruß Ory
 

James

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Ich bin ein Betroffener, der schon länger als 10 Jahre ein transdermales Burenorphin - Pflaster (52,5 µg/h) klebt. Dies wegen Phantomschmerzen, die sehr heftig sind. Durch das Pflaster werden sie, wenn der Level gering ist völlig unterdrückt. ohne Pflaster waren sie ständig zu spüren. Etwa 1x pro Monat treten sie heftig, meist Nacht´s auf. Die Heftigkeit und Art kann man gut mit anderen Nervenschmerzen etwa einer Trigeminusneuralgie vergleichen, die ich auch schon hatte. Dies aber an Körperstellen, die nicht mehr vorhanden sind. Offensichtlich spielen arbeitslose Nervenzellen aus "Langeweile" verrückt. Anfänglich, wenn ich ein Pflaster nicht rechtzeitig klebte kam das große Zittern, so als wenn die Organe wackeln. Das schwächte sich mit den Jahren ab, heute merke ich gar keine Wirkung mehr, weiß aber nicht ob das inzwischen ein Placebo ist oder nicht. Traue mich aber auch nicht es mal weg zu lassen, denn die Schmerzen hauen einen so um, dass man über Stunden tatenlos ist.
Fast alle, denen mal Körperteile amputiert werden mussten haben das selbe Problem und landen da, wo ich mich auch befinde. Ein weiterer Nachteil dieser Mittel ist, dass man wegen der Schmerzunterdrückung leichte Verletzungen nicht mehr bemerkt. Ich ziehe mir oft kleine Wunden zu, bemerke das Blut und muß die Stelle zur Behandlung regelrecht suchen. Dies mal als Erfahrungsbericht
 
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