Kohlenhydratarme Diäten schädigen das Herz laut zwei aktueller Studien

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Malve

Kohlenhydratarme Abspeckkuren wie die Atkins-Diät schädigen das Herz. Das belegen gleich zwei aktuelle Studien. Grünzeugverächter setzen zum Abnehmen oft auf kohlenhydratarme Kuren wie die Atkins-Diät: Im Rahmen der so genannten „Low-Carb“-Programme darf der Diätjünger Fleisch, Wurst, Sahne und Käse in rauen Mengen schlemmen – Kohlenhydrate wie Brot oder Nudeln, aber auch größere Portionen Obst und Gemüse sind vom Speisezettel nahezu verbannt.

“Low Carb“ contra „Low Fat“

Das hat gesundheitliche Konsequenzen: Thomas Ellrott und seine Kollegen von der Universität Göttingen beobachten derzeit den Gesundheitszustand von 160 übergewichtigen Studienteilnehmerinnen während eines einjährigen Diätprogramms. Ein Teil der Frauen ernährt sich streng kohlenhydratarm, die übrigen machen eine fettreduzierte Diät.

„Vier Wochen nach Beginn unseres einjährigen Programms war die Konzentration von Homocystein im Blut der „Low-Carb“-Teilnehmerinnen deutlich erhöht“, sagt Studienleiter Thomas Ellrott. Das Stoffwechselprodukt entsteht, wenn Eiweiß im Körper abgebaut wird, und ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislaufkrankheiten.


Die Vitamine B6, B12 und Folsäure wandeln das schädliche Homocystein normalerweise schnell in harmlose Aminosäuren um. Doch genau diese Stoffe fehlen in einer Low-Carb-Diät, denn sie stecken vor allem in Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Um den Mangel auszugleichen, erhalten die Teilnehmerinnen nun entsprechende Vitaminpräparate.

Kritisches auch aus Großbritannien

Auch in Großbritannien stießen Forscher auf Hinweise darauf, dass eine kohlehydratarme, fettreiche Ernährung das Herz belastet. Das Team der Universität Oxford begleitete 19 Studienteilnehmer über einen Zeitraum von zwei Wochen. Dabei beobachtete das Team um Kieran Clarke, dass die Herzen der Teilnehmer, die sich nach dem Low-Carb-Prinzip ernährten, geschwächt waren.

Mittels eines speziellen Verfahrens, der Magnetischen Resonanz-Spektroskopie, analysierten die Forscher unter anderem die Menge an Kreatin und aus Phosphokreatin in den Herzzellen der Teilnehmer. Diese Werte geben Aufschluss auf die Energiereserven, die dem Lebensmotor für seine Schwerstarbeit zur Verfügung stehen. Tatsächlich lagen die Werte der Low-Carb-ernährten Probanden um bis zu 30 Prozent niedriger als die der übrigen Teilnehmer. Das machte sich deutlich bemerkbar: „Einer der Teilnehmer schaffte während der Diät sein tägliches Laufpensum nicht mehr“, berichtet Studienautor Clarke.

Eine fettreiche, kohlenhydratarme Ernährung könnten sie nicht empfehlen, urteilten die Wissenschaftler. „Wir haben den ersten Beweis dafür gefunden, dass eine Atkins-Diät direkt die Fähigkeit des Herzens beeinträchtigt, Energie zu speichern“. Also dann: Adieu Bratwurst und ran an das Gemüse.


Quellen: Universität Göttingen, BBC
 
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Es gibt verschiedene Low-Carb-Diäten. Atkins ist ziemlich streng, wie jede ketogene Kostform. Ansonsten gilt aber: Obst und Gemüse mit niedrigem glykämischen Index dürfen bedenkenlos gegessen werden. Beim Gemüse trifft das auf fast alle Sorten zu. Lediglich in der ersten Atkins-Phase sollte man darauf verzichten. Diese Phase dauert maximal 14 Tage.

samadhi
 
Gemüse gibts bei LC und auch speziell bei Atkins reichlich und man schaufelt auch nicht das Fett wahllos in sich hinein.
Nach zwei Wochen die Leistung zu messen ist ziemlich unfair, weil der Körper eine Umstellung durchmacht, die tatsächlich erst einmal schwächt, weil wieder gelernt werden muss mit Ketonkörpern klar zu kommen. Danach funktionnierts eher noch besser.
Wieso die B Vitamine in einer fleischbetonten Ernährung fehlen sollen ist mir schleierhaft.
Leider wurde nicht auf allgemeine Blutwerte eingegangen. Die verbessern sich nämlich in kurzer Zeit.
LG ADo (LC seit 3 Jahren und immer noch am Leben:D )
 

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