Klimawandel durch Ernährung in den Industriestaaten?

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Hallo ihr Lieben,

abgesehen davon, dass die pflanzliche Masse, die von einem Rindvieh verzehrt wird, mehrere Menschen ernähren könnte und davon, dass die Flächen, auf denen Rinder gehalten werden, zusätzlich Pflanzen angebaut werden könnten, um hungernde Menschen zu ernähren, ist der umweltliche Aspekt anscheinend noch dramatischer:

VEBU-PRESSEMELDUNG VOM 26.02.2007:

HANNOVER, 26.2.2007. Die Zahlen des Weltklimarates (IPCC) der UNO sind alarmierend: Schafft es die Menschheit bis zum Jahr 2020 nicht, die menschengemachte Erdaufheizung zu stoppen, ist die globale Katastrophe nicht mehr aufzuhalten. Vor dem Hintergrund dieser deutlichen Warnung der Klima-Experten ist die vegetarische Ernährung hochaktuell. Fleischfrei lebende Menschen tun deutlich mehr für die Umwelt: Nach einer neuen Studie der Welternährungsorganisation ist die Viehzucht für das Klima sogar noch schädlicher als der ebenfalls stark umweltbelastende Verkehrssektor.

Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO - Food and Agriculture Organization of the United Nations) stellte jüngst die Frage: "Was verursacht mehr Treibhausgasemissionen: Viehzucht oder Autofahren?"
Die neue FAO-Studie "Der lange Schatten des Viehs" gibt darauf eine Antwort: Weltweit erzeugen rund 1,5 Milliarden Rinder, 1,7 Milliarden Schafe und Ziegen sowie unzählige Schweine und Hühner 18 Prozent der weltweit freigesetzten Treibhausgase und damit mehr als der gesamte Transportsektor.
"Der durch Viehzucht verursachte Ausstoß von klimaschädlichen Methangas muss bis 2020 deutlich reduziert werden. Weniger oder kein Fleisch essen sowie generell die stärkere Betonung auf eine pflanzliche Ernährung sind für den Fortbestand unserer Zivilisation unumgänglich" so Hilmar Steppat, Sprecher des Vegetarier-Bund Deutschlands e.V. (VEBU).
"Die vegetarische Ernährung ist die zukunftsfähigere und gesündere Lebensweise"
so Steppat weiter.

Vegetarisch leben ist "in": Allein in Deutschland leben rund 10% aller Menschen nach
jüngsten Umfrageergebnissen fleischfrei. Neue, innovative Produkte wie rein pflanzlich hergestellte, ernährungsphysiologisch und geschmacklich hochwertige Steaks, Schnitzel, Aufschnitt und Würstchen sind echte Fleischalternativen, aber auch Reis-, Hafer- oder Sojamilch gehören heute bereits zum vegetarischen Alltag. Diese schmackhaften umwelt- und tierfreundlichen Lebensmittel sind bundesweit im Naturkost- und Reformhandel - aber auch bereits in vielen Supermärkten zu erhalten. Der VEBU gibt Neueinsteigern/innen gerne Tipps und Beratung. So bietet das VEBU-Magazin "natürlich vegetarisch" viele Informationen zum Thema. Zahlreiche VEBU-Informationsschriften, u.a. zu Themen wie "Vegetarische Kinderernährung" oder "Vegetarische Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit" geben ernährungswissenschaftlichen Rat. Ganz aktuell: Die Broschüre "Ökologische Folgen des Fleischkonsums".

Vegetarier-Bund Deutschlands e.V. (VEBU)
Blumenstr. 3
30159 Hannover
[email protected]
Vegetarier-Bund Deutschlands e.V., www.vegetarierbund.de
 
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Schade das gerade der Bund der Vegetarier so ein offenes Thema auch ausschlachtet!

Gruß

Mike
 

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vor dem Hintergrund, dass die mächtigen Lobbys ja immer noch meinen, dass nur ihre wissenschaftlichen Ergebnisse Gewicht haben, kann ich das schon sehr gut verstehen. Zumal die Zahlen von der Uno ausgegeben wurden....

Gruss
jo
 

cobi

Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO - Food and Agriculture Organization of the United Nations) stellte jüngst die Frage: "Was verursacht mehr Treibhausgasemissionen: Viehzucht oder Autofahren?"
Das klingt so, als ob nur Viehzucht und Autofahren für die Emissionen verantwortlich ist. Wo bleibt die Industrie in den Ländern wie China z.B.?
cobi
 
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1. Die "Zahlen" werden bereits diskutiert
2. wurden die Zahlen zum Thema NICHT vom Weltklimarat sondern von der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen herausgegeben.
3. sind es nur Zahlen
4. leben wir in einer Welt wo es nicht darum geht ob wir genug zu essen haben sondern ob wir es auch gerecht verteilen oder lieber verbrennen und vergasen bevor wir was abgeben (siehe Stichworte Butterberg und H5N1 Rinderwahn und wie die ganzen Pseudoschlachtgründe heissen mögen)
5. leben Vegetarier keinen deut besser als Nichtvegetarier
6. ist es eine endlose Diskusion um den heissen Brei, denn:

- vegetarische Gerichte wie die angeführten Sojapseudoprodukte brauchen deutlich mehr Energie zu Ihrer Herstellung = mehr CO2 (siehe Endkundenpreis)
- müssen diese auch mit dem LKW in die Länder und Läden transportiert werden
- müssen diese gerade wegen der hohen Ausbeute mit Pflanzenschutzmitten behandelt werden
- würde eine weltweit vegetarische Ernährung zu noch mehr Gentechnik führen
- besteht "Wurst" heute schon aus 50% und mehr sog. Sekundärstoffen die nix mit Fleisch zu tun haben.
- kenne ich Familien bei denen JEDEN Tag Fleisch auf den Tisch kommt weil Sie so verdreht sind das Sie glauben das Fleisch was existenzielles ist und ein Zeichen von Wohlstand
- wäre die goldene Mitte wie immer das anstrebbare Ziel um wirklich sinnvoll was zu verändern so das sich (wie leider so oft bei extremen Ansichten) niemand vor den Kopf gestoßen fühlt
- schmecken die angebotenen Sojadinger, (nenne ich persönlich Perversionen) die aussehen wie Schnitzel oder ähnliches, wiederlich. Wer also die Augen täuschen möchte sollte es auch beim Gaumen versuchen.
- usw.

P.S. Ganz aktuell: Die Broschüre "Ökologische Folgen des Fleischkonsums" wurde auch auf Papier gedruck für das ganze Wälder angeholzt, zerlegt und hoch energetisch umgewandelt werden müssen! Also auch keinen deut besser, die Vegetarier, wenn es um die CO2 Emissionseindämmung geht!
 

u.s.

Schade das gerade der Bund der Vegetarier so ein offenes Thema auch ausschlachtet!

Gruß

Mike

Schade, dass Menschen ihre (Ernährungs-)Gewohnheiten auch dann nicht ändern wollen, wenn man ihnen die Fakten vor Augen führt.
 

oli

Die Auswirkungen von co2 auf das Klima sind beweitem niedriger als von Methan. Das sollte man bedenken.
Man braucht für 1 kg Fleisch etwa 10 kg Getreide (Futter). Allein dieser Umstand macht Fleisch zu einem energieträchtigeren Lebensmittel.

Fleisch wird oft aus Übersee (Lamm aus Neuseeland, Rind aus Argentinien usw) eingeflogen. Vegetarische Lebensmittel sind auch nicht immer aus heimischem Anbau, das ist klar.

Ich bin deshalb für eine gesunde Mischform der Ernährung. Sollte, soweit machbar, aus biologischem, regionalem Anbau stammen und saisonalen Aspekten Rechung tragen (im Winter wird vorwiegend Wintergemüse gegessen usw).

Mir schmecken die Fleischersatzdinger im Übrigen sehr gut und mir ist es egal, was für ne Form sie haben. Verwerflich finde ich nichts daran, denn in z.b. Indien gibt es seit 100en von Jahren unzählige solche Sachen. Zwar nicht industriell hergestell, aber die Vegetarier dort essen sehr schmackhafte Speisen wie "vegetable cutlet", das ist auch ne Art Bratling. Die indische Küche ist sowieso so gestaltet, dass man ohne Probleme Jahre ohne Fleisch leben kann und sogar geschmacklich nichts vermisst.

Trotz meiner sehr großen Sympathie für Vegetarier und Veganer bin ich dafür, dass gelegentlich Fleisch gegessen wird. Müsste aus bio-Aufzucht und von kleinen Höfen kommen und entsprechend teuer sein. Dann würde halt wie früher alle paar Wochen mal ein schöner Braten serviert werden und ansonsten vegetarisch.
 
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[...]
5. leben Vegetarier keinen deut besser als Nichtvegetarier

Das ist erst mal eine Behauptung, die so nicht stimmt. Es gibt mittlerweile genügend Studien, die das Gegenteil nachweisen.

6. ist es eine endlose Diskusion um den heissen Brei, denn:

- vegetarische Gerichte wie die angeführten Sojapseudoprodukte brauchen deutlich mehr Energie zu Ihrer Herstellung = mehr CO2 (siehe Endkundenpreis)
- müssen diese auch mit dem LKW in die Länder und Läden transportiert werden
- müssen diese gerade wegen der hohen Ausbeute mit Pflanzenschutzmitten behandelt werden
- würde eine weltweit vegetarische Ernährung zu noch mehr Gentechnik führen

Müssen ist nicht richtig. Es wird zwar getan, weil das die Lobbyisten so wollen, aber nötig wäre es bei nachhaltiger Landwirtschaft nicht. (auch nachgewiesen) Hier mal ein Link dazu: Ausgewählte ökologische Auswirkungen unseres Ernährungssystems am Beispiel Klimaschutz

- besteht "Wurst" heute schon aus 50% und mehr sog. Sekundärstoffen die nix mit Fleisch zu tun haben.

*igitt*

- kenne ich Familien bei denen JEDEN Tag Fleisch auf den Tisch kommt weil Sie so verdreht sind das Sie glauben das Fleisch was existenzielles ist und ein Zeichen von Wohlstand
- wäre die goldene Mitte wie immer das anstrebbare Ziel um wirklich sinnvoll was zu verändern so das sich (wie leider so oft bei extremen Ansichten) niemand vor den Kopf gestoßen fühlt

Anzustreben wäre meiner Meinung nach die Ernährung ausschliesslich mit regional erzeugten Lebensmitteln, die in nachhaltiger Landwirtschaft ohne den einsatz von Giften erzeugt werden. Das gilt auch für Fleisch. Das hätte mehr Vorteile, als ich hier jetzt auf die schnelle aufzählen kann. Dies wäre nicht nur aus ökologischer Sicht sinnvoll, sondern wäre auch aus ökonomischen und sozialen Gründen vorteilaft. Das würde aber auch schon für die meissten Menschen eine fast unzumutbare unbequeme Umstellung der Gewohnheiten bedeuten. Also Augen zu und durch....


- schmecken die angebotenen Sojadinger, (nenne ich persönlich Perversionen) die aussehen wie Schnitzel oder ähnliches, wiederlich. Wer also die Augen täuschen möchte sollte es auch beim Gaumen versuchen.
- usw.

In der Tat, das Zeug schmeckt wiederlich.... Hab einmal den Fehler gemacht, sowas zu kaufen weil ich zu faul war, einen Brotaufstrich zu machen.

P.S. Ganz aktuell: Die Broschüre "Ökologische Folgen des Fleischkonsums" wurde auch auf Papier gedruck für das ganze Wälder angeholzt, zerlegt und hoch energetisch umgewandelt werden müssen! Also auch keinen deut besser, die Vegetarier, wenn es um die CO2 Emissionseindämmung geht!
Da denke ich, gibt es schon Unterschiede.... Ob das Holz aus heimischer nachhaltiger Waldwirtschaft kommt oder aus den Tropen. Aber Papier verbrauchen wir sowieso zu viel.

Statt den Grund und Boden anderer Volker auszubeuten, wäre es m.E. wirklich sinnvoller, nur noch regionale Produkte zu kaufen. Es ist doch offensichtlich, dass überall, wo wir mit unseren "Weisheiten" auftauchten, war der Untergang oder das Elend vorprogrammiert. Hungern müsste auch bei heutiger Bevölkerungsdichte eigentlich kein Mensch.

Die Pressemeldung hat mir wieder mal zu denken gegeben. Warum gibt diese Industriefreundliche Organisation solche Zahlen in dieser Konstalation heraus?

Meiner Meinung nach sind alle so genannten "gesicherten Erkenntnisse" von heute die Irrtümer von morgen, an denen sich die Lobbys möglichst so lange festhalten, bis sie in aktueller Trendrichtung lukrativ Fuss gefasst haben, um ihren Fortbestand zu sichern. Da brauche ich mir nur den neu entstandenen Industriezweig der Fleischersatzhersteller anzusehen, der ja mächtig Gas gibt... Oder sollte ich mich da wirklich so sehr irren?

Wir jedenfalls boykottieren diese Ekelhaftigkeiten genau so wie z.B. Müllers Milchprodukte.....

Liebe Grüsse
jo

PS: Sorry oli, habe ich später erst gesehen. Ich wollte dir nicht zu nahe treten, aber ich habe dann vielleicht auch was falsches erwischt. Mir hat es jedenfalls einfach zu künstlich geschmeckt. Aber diese Produkte werden ja auch zum grössten Teil aus Soja hergestellt, dass wiedrum ja auch von weit her kommt und zudem gibt es ja kaum noch Soja, der nicht genmanipuliert ist. Ich mache solche Sachen gern mit Kichererbsen. Ansonsten gebe ich dir vollkommen Recht und halte es auch für die beste Lösung, regional und saisonal passend einzukaufen und zu essen. Wir halten es jedenfalls so. Ist natürlich leichter, wenn es wie bei uns aus dem eigenen Garten kommt.

Gruss
jo
 
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