Ich möchte leben

Wolfgang Jensen

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Ganz ehrlich mal: wenn ich vormittags den Rechner einschalte, erwarte ich, daß mich ein ganz bestimmter Threadtitel anstarrt. Mit einem Fragezeichen, obwohl da keins zu sehen ist. Das Fragezeichen löst gemischte Gefühle in mir aus: Unmut, Nachdenklichkeit, Bedauern. Und dann löst sich das Durcheinander auf durch ein starkes Gefühl:
ich will auch heute mein Leben nicht aus der Hand zu geben.

Das Leben zu meistern ist nicht einfach. Ruhe haben, wenn ich Ruhe will, gestalten können in kreativen Phasen, den Horizont erweitern und neue Optionen finden. Gott sei Dank entdecke ich immer wieder Abläufe, die ich verbessern kann, treffe Menschen, die ich gerne besser kennen lernen möchte. Darum kann ich mich jeden Vormittag, wenn ich den Rechner eingeschaltet habe, neu entscheiden:

Ich möchte leben.
 
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hoi Wolfgang,
du machst mich neugierig welche threadtitle meinst du?

ja leben zu wollen ist ein entscheidung die man bewusst machen muss,nur damit ist die käse noch nicht gegessen.
dan kommt der nächste schritt,wenn ich leben möchte,was möchte ich leben.
wie möchte ich leben,was heisst es zu leben.allen überlegungen die ich kenne,mal hätte,mal hab.

liebe grüss Soul
 

Wolfgang Jensen

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Für Leben, Soul, gibt es doch verschiedene Standpunkte. Man kann glauben, man sei verloren, dem Schicksal ausgeliefert; man kann glauben, gegen alles Mögliche und Unmögliche kämpfen zu müssen; man glauben, man würde den Hauptgewinn in der Lebenslotterie ziehen. Einiges in meinem Leben konnte ich nicht verändern, wohl war, aber meine Einstellungen zum Leben stellte ich oft auf den Prüfstand

Für mich ist Leben die Bedingung, um immer wieder den kleinen und großen Wundern begegnen zu können - die mich in Erstaunen und Begeisterung versetzen. Ich gehe mit Freude und sauberen Händen in den Wald, und komme mit Freude, Blaubeeren, und blauen Händen wieder heraus. Wer Angst in den Wald geht, der kommt auch mit Angst wieder heraus. Die Frage stellt sich, ob man als Lebenskünstler geboren wird, oder ob die Lebenskunst erlernbar ist.
 
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Eines das sicher ist, Wolfgang: ALLE die hier schreiben LEBEN!

Daraus kann man mit Sicherheit ableiten, dass es ein Leben VOR dem Tod gibt.
Eigentlich sollte dein Satz nicht heissen "ich möchte leben" sondern "ICH LEBE"

und vielleicht kommt dann noch ein "DANKE, dass ich lebe oder leben darf" etc...:fans:
 
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na Pius,
es gibt viele die aussehen oder sie leben,aber leben sie wirklich....?
liebe grüss soul
 

Wolfgang Jensen

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Ja, danke Soul, du bringst mich auf den richtigen Weg, mit der Frage: was verstehe ICH darunter, zu leben. Ich meine, Menschen im Koma oder in der Herzlungenmaschine leben schließlich auch, gell.

"Ich möchte leben" bedeutet für mich
- mir (meinen Idealen) treu zu bleiben
- neugierig und auf der Suche nach Fragen zu bleiben
- Erkenntnisse zu erarbeiten und damit meine Entwicklung zu fördern
- für die Welt, in der ich lebe, etwas zu leisten, meine Fähigkeiten einzusetzen
- anderen Menschen nicht zur Last zu fallen.

Vielleicht fällt mir noch mehr ein, wenn ich den Beitrag von Pius verstanden habe. Oh ja, einer noch:
- ich möchte nie aufhören müssen, mich zu wundern. Und
- ich möchte auch weiter Menschen bewundern können.
- ich möchte meinen Freunden weiterhin ein Freund sein, und
- meiner Katze weiter das Dosenöffnen lehren. Ja, und
- zwei mal im Monat in die Apotheke gehen mit einem Glas Marmelade als Geschenk (weil ich der schlechteste Kunde bin)

Es gibt noch soooo viel zu lernen und zu tun für mich - deswegen möchte ich leben.
 
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Wolfgang Jensen schrieb:
Ganz ehrlich mal: wenn ich vormittags den Rechner einschalte, erwarte ich, daß mich ein ganz bestimmter Threadtitel anstarrt. Mit einem Fragezeichen, obwohl da keins zu sehen ist. Das Fragezeichen löst gemischte Gefühle in mir aus: Unmut, Nachdenklichkeit, Bedauern. Und dann löst sich das Durcheinander auf durch ein starkes Gefühl:
ich will auch heute mein Leben nicht aus der Hand zu geben.

Das Leben zu meistern ist nicht einfach. Ruhe haben, wenn ich Ruhe will, gestalten können in kreativen Phasen, den Horizont erweitern und neue Optionen finden. Gott sei Dank entdecke ich immer wieder Abläufe, die ich verbessern kann, treffe Menschen, die ich gerne besser kennen lernen möchte. Darum kann ich mich jeden Vormittag, wenn ich den Rechner eingeschaltet habe, neu entscheiden:

Ich möchte leben.
Wolfgang, mal ganz ehrlich, wenn du alles von Shelley gelesen hättest würde auch kein Fragezeichen bei dir kommen.
Und es würde dich auch nicht stören dass dort steht "ich möchte sterben" da du es verstehen würdest!!!

Oder vielleicht hast du alles gelesen und nur nicht verstanden, ich meine so gefühlsmäßig................

schönen Tach auch noch......
 
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24.09.04
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Falls der Thread von Shelly gemeint ist, hat sie ja später mal geschrieben, dass sie den Titel am liebsten ändern möchte in etwa "ich will leben".
Titel können offenbar später nicht mehr geändert werden, sonst würde da nicht mehr stehen, "ich möchte sterben".
Aber man könnte diese Aussagen unter die Rubrik "Durch das Unten in das Oben kommen" zuordnen. Manchmal macht es sehr Sinn, sich einmal total in den Gegenpol zu begeben um an neue Erkenntnisse zu kommen.

Falls jemand einmal in einen Wasserstrudel kommt, gibt es NUR diese Lösung: Sich nach unten ziehen lassen, denn unten gibt der verschligende Strudel alles wieder frei, und so ausserhalb wieder nach oben zu kommen. Wenn du dich gegen den Strudel wehrst, verbrauchst du alle Kraft bis zu Erschöpfung und ersäufst.....
 
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Grüss euch,

es kommt auch mir manchmal so vor, wenn ich die Beiträge im Forum durchsehe, dass man sich gerne in seiner Krankheit und in seinem Leiden gegenseitig bestärkt, und, dadurch wohl auch Trost findet, Anerkennung, das Gefühl nicht alleine zu sein, verstanden zu werden.

Nur, ist das der Ansatz seine Gesundheit wieder zu finden, für einige gar erstmal zu finden?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn man die Energie, die man in sein Kranksein steckt in die Vorstellung von Gesundheit geben würde, sich schon einiges Leiden auflösen täte.

Vieles was hier beschrieben wird ist, obschon ganz real erleb- und spürbar, über weite Strecken die abbauende Placebowirkung unserer Zeit, wie es in Pius' Thread eindrücklich beschrieben ist, kurz Modekrankheiten. Und ich nehme mich selber da auch nicht aus.

Dass man in seinen Krankheitsbildern durch die sich wissenschaftliche gebende Medizin - sowohl im Pro wie im Kontra - bestätigt wird, macht die Sache nicht besser. Was ich mich aufgrund körperlich erlebter und vom Arzt benannten Beschwerden aus dem aktiven Leben zurückgezogen und Gewinn daraus gezogen habe, allenthalben als Entschuldigung für nicht mit machen missbrauchte, ist mir erst später bewusst geworden. Es ist ja nicht so, dass ich heute absolut Beschwerdefrei bin, aber lasse ich davon zurückhalten? Nein!

Letztendlich geht es immer wieder darum, was hilft mir meine Mitte zu finden, was macht, dass ich mich aus meiner Mitte nach aussen begebe, also mich von mir selber entferne. Als erstes fällt mir dazu gleich ein: auf andere statt auf sich selber hören. Einmal mehr, die die's immer nur gut mit einem meinen... Dass es gerade heute nicht einfach ist, in der ganzen Flut von Meinungen, Expertenberichten und wissenschaftlichen formulierter Aussagen, bei sich selber zu bleiben ist nun mal so und macht die Sache für den Einzelnen nicht einfacher. Nur schon die Vorstellung sein Kind nicht impfen zu lassen... macht einem heute praktisch zum Aussenseiter und potentiellen Seuchenverbreiter...!

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass all die Gifte, die den Körper erreichen letztendlich Stellvertreter für innere Probleme sind. Denn es muss einen Grund dafür geben, warum diese den Weg zu uns gefunden haben und in uns zu verbleiben wünschen. Vergessen wir nicht, es gibt, obschon man dies aufgrund vieler Diskussionen in diesem Forum nicht annehmen würde, tatsächlich auch eine ganze Menge Menschen, die keinerlei weitere Probleme damit haben. Da können auch keine chemischen Abläufe im Körper darüber hinwegtäuschen, sind sie doch nichts anderes als die Folge oder Wirkung, feinstofflicher Energieflüsse, Schwingungsmuster und Informationsfelder. Genau so wie jeder Wasserlauf der mäandriert einer Energiebahn folgt, genauso folgen alle chemischen und elektrischen Reaktionen unseres Körpers solchen Bahnen und die sind nicht physisch. Daher ist es auch möglich, körperliche Wirkungen (z.B. Unwohlsein, Krankheit) auf einer nicht körperlichen Ebene auszugleichen, in Harmonie zu überführen und so zu heilen.

Dass dabei Vertrauen in sich, Vertrauen ins Leben (mit und ohne Glauben an ein höheren Wesens), die Liebe an und für sich sowie für den Rest des Universums und Liebe ohne wenn und aber, also bedingungslos, gute Voraussetzungen dafür sind, sollte eigentlich jedem klar sein.

Daher kann ich Wolfgangs Gedankengängen, aber auch jenen von *Sternchen* durchaus folgen, denn: ICH LEBE, und ich lebe gerne, und ich liebe das Leben und ich freu mich auf die Tage die mir noch gegönnt sind ebenso wie auf jenen, an dem's nach Hause geht - kurz, ein reicherfülltes Leben mit Höhen und Tiefen in weitgehenster Harmonie mit mir und der Schöpfung.

herzlichst - Phil
 

Wolfgang Jensen

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16.03.06
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Leben und Motiv

Die Psychologie des Lebens
In der Zeit, als ich noch sehr intensiv über das Leben nachdachte, stellte ich für mich fest: jede Form von lebendiger Existenz muß einem Motiv folgen. Erst dadurch kann Leben in der Zeit existieren und an Entwicklung teilnehmen.
Als Mensch brauche ich also mindestens ein Motiv, das mich zu einem Miteinander motiviert. Ich habe einige Motive, die mich antreiben; sie bleiben unverändert. Aber ich frage mich auch jeden Tag neu, einerseits: was braucht die Welt?; was erwartet die Welt von mir“ – andererseits: was kann ich für mich tun, um wertvollere Beiträge zum Leben leisten zu können.
Für mich entscheiden meine Motive, wohin DER Weg mich führt. Darum pflege ich sie sorgsam, und achte darauf, daß ich ihnen treue bleibe. Mag das der Grund sein, daß ich gerne lebe?

Hallo Sternchen, ein Grund dafür, dass es mir gut geht, ist der: ich beschäftige mich nicht mit Mutmaßungen. Shelley verstehen „wollen“ ist eine Sache, sie verstehen „können“ eine andere. Für mich erhebe ich diesen Anspruch nicht. Sie hat mich auch nicht gebeten, analytisch an ihrem Leben teilzunehmen. Aber genau wie Du mir Deine Gefühle zu meinem Eingangsbeitrag schreibst, habe ich Dir in meinem Beitrag meine Gefühle geschrieben. Einige mögen das als falsch empfinden, für mich war es richtig (mal ehrlich!).
Und was spricht dagegen, sein Leben durch die eigene Kreativität zu gestalten. Selber Gestalten ist für mich wichtig, nur „Mitmachen“, was andere wollen, viel zu wenig.

Immer wieder neu herausfinden, was zu gestalten ist, auch das ist ein Motiv, warum ich leben möchte.
 
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02.05.06
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hi liebe wolfgang,

danke für dein ausführige antwort .

für mich bedeutet leben,
das wald riechen können und es geniessen
zu sehen wie schön die blumen sind,oder den herbst,
schmecken zu können,was bitter ist und was süss.
weinen zu können wenn ich traurig bin,
lachen zu können weil ich froh bin.
fühle zu können was du fühlst oder auch der leon und die shelley,als auch mich zu teilen können.
so gibts viele grunden zu leben zu möchten.


liebe grüss soul
 

Wolfgang Jensen

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In meinem Leben bin ich vielen wunderbaren Menschen begegnet. Dieser Segen (von Oben?) blieb mir bis heute erhalten - das ist für mich ein sehr starkes Motiv, weiter am Leben teilzunehmen, die gefühlte Gewißheit: es gibt noch so viele "Blumen", deren Wesen sich mir offenbaren werden.

Danke Soul, Du kannst Reichtum vermitteln.
 
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19.03.06
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Hi, Soullove,

das hast Du schön gesagt, und danke, dass ich auch darin vorkomme!

Herzliche Grüße von

Leònwww.gifart.de/gif234/blumen/00002252.gif
 

Wolfgang Jensen

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Na, das Heute war wieder ein Tag aus der besonderen Kategorie für mich. Wollte mit dem Fahrrad in die nächste größere Stadt, dann ein Platzregen a la carte - also den Bus nehmen. Ein supernetter Busfahrer, dann 20 Minuten zu Fuß, komme an einem Haus vorbei, das mir sehr bekannt vorkommt. Wohnt da nicht ... Genau, G., eine Heilerin, die ich bei unserer Vereinsgründung (Alternatives Heilen) kennenlernen durfte und schätzen gelernt hatte. Nach dem Scheitern verloren wir uns aus den Augen.
Auf dem Rückweg klingelte ich, obwohl ich unangemeldete Besuche nicht gut leiden kann. Große Freude bei ihr und ihrem Mann, selbst der Hund gab sich begeistert. Wir sprachen lange, und natürlich erzählte ich von "Symptome". Natürlich bat ich sie auch, sich hier anzumelden und mitzumachen. Leider bildet sie überwiegend Heiler aus, und steht mit der Technik auf Kriegsfuß. Erschwerend kommt hinzu, daß G. sehr, sehr genau weiß, was sie macht - aber vielleicht bringt sie bei uns trotzdem ihr Wissen ein.
20 Minuten Rückweg bis zur Bushaltestelle, auf den Bus warten, und, klar, der nette Busfahrer auf der Rücktour. Die führte über Hymendorf. Wohnt da nicht ... genau. Damit war meine Erinnerung an den Kreis von Heilern, die monatelang um die Vereinsgründung verhandelten, komplett.
Ein lebendiger Sommertag für mich, Antwort auf meinen tiefen Wunsch:
ich möchte leben.
 
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19.03.06
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Hallo zusammen! Ich habe nicht alle Beiträge gelesen, aber Wolfgang, danke für diesen Thread... Jedes Mal wenn ich "ich möchte sterben" lese, gibt es in meinem Herz einen Schmerz, der mich erstarren lässt, und macht, dass ich das Forum wieder schliesse. Mit diesem Satz regt man unendlich viel an... und bei mir ist das eher negativ (Tut mir Leid Shelley, wenn du das siehst, ich weiss nur ungefähr, was in deinem Leben vorgefallen ist, und niemand auf der Welt gibt mir das Recht das zu beurteilen, und es ist auch nicht gegen dich gerichtet, nur gegen die Wahl deines Titels...)

Ich möchte leben, von ganzem Herzen. Nur ist das manchmal schwer, und sterben wäre einfacher.
Trotzdem, es gibt so viel Schönes auf der Welt... Man muss nur darauf achten... Zum Beispiel ein weites grünes Feld und mitten drin eine Blume, ein roter Farbtupfer, roter Mohn, der dir entgegenstrahlt...
Oder wenn sich ein guter Freund nach langer Zeit wieder meldet und man sieht sich mitenander den Sonnenuntergang an, spricht miteinander, diskutiert... Man LEBT! auch wenn es einem hundsmiserabel geht...

Das Leben besteht aus Up's and Down's, das ist einfach so, wir können es nicht ändern. Nach einer schlimmen Zeit kommt wieder etwas gutes, je tiefer wir fallen, umso höher unser nächster Punkt. Nur dauert das je nach Einstellung etwas länger... Wenn wir uns aufgeben, haben wir verloren, wenn wir kämpfen und leben möchten, dann geht es aufwärts.... irgendwann..

Ich möchte leben, und ich möchte mein Leben leben, auch wenn es nicht perfekt ist. Ich möchte nicht aufgeben. Ich möchte durchhalten, egal was passiert...

(Für alle die, die es nicht interessiert hat, tja, hättet ihr nicht lesen müssen *g* Für die anderen, danke fürs lesen =))
Gute Nacht an Alle
Liliane
 

Wolfgang Jensen

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16.03.06
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Die Welt dreht sich ...

Damit haben wir ALLE wieder ALLES richtig gemacht, jedenfalls nach meiner Lebensphilosophie.

Auch Liliane, klar. Sie wurde einen Moment unsicher wegen ihrer Offenheit, und bäumte sich dann auf: ... dann hättet ihr es ja nicht lesen brauchen. Danke für Deine Gefühle, Liliane. Früher, ganz früher hast Du mal mit "Lilly unterschrieben, weißt Du noch, die alten Zeiten. Du bist dem Leben einen Schritt entgegen gegangen - und das Leben ging einen Schritt auf Dich zu. Umarmt ihr euch schon? Du stehst zu Deinen Gefühlen, lebst auch Deine Emotionen, läßt Dich nicht falsch machen. Da stehst Du in einer Vision vor mir, schaust mir in die Augen und sagst: Ich möchte LEBEN. Und mir stellt sich keine Frage.

Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes schreiben, über unsere Shelley, die auch leben möchte und sich derzeit mit Qualen begnügen muß. Ich las eben ihren letzten Beitrag. Hier machen einige Leute Witze und schabernacken miteinander, und sie kämpft um ein Kissen, weil sie nicht mal einigermaßen menschlich liegen kann. Ich wüßte gerne, ob sich das Leben manchmal über sich selber wundert.

Was macht Shelley um 3 Uhr in der Nacht im Forum? Ne, das glaube ich nicht: sie liest im Thema "Ich möchte leben". Ja, da fangen meine Augen an zu funkeln, die reine Lebensfreude übermannt mich - und ich fange schnell an zu schreiben, damit, wenn Shelley heute wieder ins Forum guckt, ihr der kurze Satz:

Ich möchte leben

entgegen strahlt.
Liebe Shelley, gute Besserung, wir werden ganz fest an dich denken und Dir so viel Liebe schicken, wie Du gebrauchen kannst.

... im Kreise, woraus niemand schlußfolgern möge, daß sich die Welt im Kreis dreht.
 
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28.09.05
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hallo wolfgang,

wenn du mal so ne richtig üble chemische therapie mit scheusslichen nebenwirkungen machen musst, oder wenn du nur noch einen finger und ein wenig die augen bewegen kannst, aber sonst nix mehr, dann möchtest du auch sterben, wenn du noch so ein glücklicher mensch bist und eigentlich leben willst, weil du dich ab allen und jedem freuen kannst.

da hilft kein mohn und keine schöne blume mehr.
die gibt es auch im himmel.
da hilft keine begegnung mit netten menschen mehr.
die trifft man auch im himmel.

ich denke nicht, dass alle komapatienten leben wollen.
ich denke auch, dass man an einer krebstherapie sterben kann, weil man wegen deren qual nicht mehr leben will.

ich finde, dass sterben und leben eins ist.
ohne tod gibt es keine geburt.
wir sterben um zu leben.

der tod ist eine überwindung.

es ist wie eine blume.
sie welkt, um neu blühen zu können.


du hast irgendwas geschrieben, ich habe dich nicht um etwas gebeten (sorry, bin gerade ein wenig vergesslich und mag nicht nochmals lesen gehen);
ich bin ein mensch, der grundsätzlich nicht von anderen menschen etwas verlangt, sondern sich freut und dankbar ist, wenn er ohne darum zu bitten, etwas bekommt.
dafür bin ich um so dankbarer.


viele liebe grüsse von shelley :wave:
 
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28.09.05
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hallo wolfgang,

habe erst jetzt deinen neuen beitrag gelesen.
sorry; bin nicht drauf eingegangen.
danke dafür.
eigentlich wollte ich hier nicht schreiben, weil es wird mir zu viel, in verschiedenen kapiteln zu schreiben.
ich wollte mich auf mein kapitel beschränken.
ich schreibe jetzt einfach ein wenig in anderen kapiteln herum, weil ich nicht weiss was machen, wenn ich jetzt nicht schlafen kann.
mag sonst nix machen.
will kontakt zur aussenwelt.
will im see baden gehen, aber mein arzt verbietet es, weil ich zu krank sei dazu.
er hat eigentlich recht.
mir wird schon sterbenselend, wenn ich mich vor dem haus auf einen liegestuhl im schatten lege.
friere mich auch ohne zu baden total klapperig.
*brrrr*

viele liebe grüsse von shelley :wave:
 

Wolfgang Jensen

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16.03.06
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Hei Shelley, Du hast mir einen wunderbaren Tagesanfang beschert, schreibst in "Ich möchte leben". Alle, die an Deinem Leben teilnehmen, können Dich verstehen, wenn es Dir zu viel wird - aber alle, die Dich lieben, wünschen sich auch, daß Du dem Tod widerstehen wirst und Deinen Leiden einen besonderen Sinn gibst, den Kampf gewinnst.

Ich werde heute mal mit der Dame sprechen, die ich gestern traf. Bei dem Gedanken, sie läßt sich auf DICH ein, wird mir ganz warm. Ich wünsche Dir von Herzen, es geschieht.

Wolfgang
 

Wolfgang Jensen

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Leben als Wunder

Können in einer Gesellschaft, in der Fortschritt das Chaos vergrößert, Wunder geschehen? Mir wurde erlaubt, folgende Geschichte zu veröffentlichen:

A an B - 12:50 Uhr
Schön das es dich gibt. Du läßt mein Wesen tanzen und flattern.

B an A - 12:57 Uhr
Wir leben in einer Zeit der Transformation - gerade vor einer Minute flog hier ein Schmetterling an meinem Dachfenster vorbei, hielt ein wenig inne, es war ein großer weißer. Schmetterling bedeutet Transformation.
Ja, das Gefühl zu flattern IST Dein Wesen, NUR Dein Wesen. Es ist für mich wirklich ein großartiges Gefühl, Dich begleiten zu dürfen. Fühle mich gerade wie ein kleiner Bruder, der sein Schwesterchen Dornröschen wach küßte.

A an B - 13.12 Uhr
Ich sehe hier jeden Tag Unmengen von Schmetterlinge; was das wohl für mich bedeutet.
Gerade bin ich bei dir vorbeigeflogen, danke das du mich nur angeschaut und nicht gefangen hast.

B an A - 13:12 Uhr
Der große weiße Schmetterling war eben gerade wieder da - er wollte hier rein - hätte sich bestimmt auf meine Nase gesetzt. Erst wollte ich das Fenster aufmachen, dann kam der Gedanke, er würde sich nur verletzten.

Die letzten beiden Nachrichten liefen überkreuz.

Ob dies eine wahre Geschichte ist?
Allein die Möglichkeit, solche Geschichten könnten geschehen, geben mir das Gefühl:
Ich möchte leben.
 
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