HIT: Histamin-Rezeptoren; Neurotransmitter

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Histamin bzw. eine Histaminintoleranz kann eine Vielfalt an Symptomen provozieren. Deshalb kommt man oft lange Zeit nicht darauf, daß man eine Histaminproblematik hat, und auch dann ist es nicht einfach, damit zurecht zu kommen. Auf jeden Fall spielt Histamin eine oft übersehene Rolle bei unseren "Körper"-Reaktionen, die weit über einen Ausschlag hinaus gehen.

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Histaminrezeptoren im Gehirn​

Im Gehirn finden wir den:

H1-Rezeptor: Erregt Neuronen im Gehirn und ist verantwortlich für den Tag-Nacht-Rhythmus. Schlafprobleme gehören zu den häufigen Symptomen bei einer Histaminose und dies erklärt auch den sedativen Effekt älterer Antihistaminika. Diese Rezeptoren triggern auch den Alarmzustand im Körper bei wahrgenommener Gefahr, was zur Ausschüttung von Noradrenalin führt. Noradrenalin spielt eine Rolle bei Angststörungen und Depressionen.

H2-Rezeptor: Erregend, aber Hauptrolle in Wahrnehmung, Gedächtnis, Lernen, Belohnung, Lust und Schmerz. Antihistaminika können unser Schmerzempfinden verändern. Da Alkohol und Drogen sich auf den H2R auswirken, spielt er eine Rolle bei Sucht und Zwangsneurosen. Auch suchtartige Verhaltensweisen wie Anorexie und Bulimie haben mit dem Belohnungssystem zu tun.

H3-Rezeptor: Er inhibiert (blockt) Neuronen von der Ausschüttung von Histamin. Diese Rezeptoren regulieren auch die Ausschüttung anderer Neurotransmitter im Gehirn.

www.mthfrsupport.com.au/2016/09/histamine-and-mental-health/

Histamin ist ein exzitatorischer (erregender) Neurotransmitter und bewirkt die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin.

Histamin kann über die Aktivierung von NO (Stickstoffmonoxid) eine Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke bewirken.

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0006899396010219

Eine Studie, die eigentlich auf die Untersuchung der Auswirkungen einer histaminreduzierten Ernährung auf allergische und dermatologische Symptome abzielte, fand bei drei Versuchsteilnehmern, die mit Panikattacken zu kämpfen hatten, eine überraschende komplette Remission.

https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/13590840120103094

Symptome einer Panikattacke: Kurzatmigkeit bis Hyperventilation, Schwindel, schneller Herzschlag… erstmal nur eine körperliche Reaktion, die über das vegetative Nervensystem und Histamin induziert wird (gefäßerweiternde Wirkung).

Histamin arbeitet eng mit unseren Gute-Stimmungs-Neurotransmittern wie GABA, Dopamin und Serotonin zusammen. Hohe Entzündungslevel können die Produktion dieser Neurotransmitter unterdrücken.
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Grüsse,
Oregano
 
wundermittel
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