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Granit-Radioaktivität

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Was hat es auf sich mit dem Thema Radioaktivität bei Granitplatten? Ist das wirklich etwas, wo man sich Sorgen machen sollte, wenn man nicht gemäss einer konkreten Untersuchung schon genaueres weiss?

Gruss, Marcel
 
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24.09.04
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Hoi Marcel

Ich vermute, dass du damit Granitplatten im Wohnbereich ansprichst. Ich denke, in einer Wohnung wird aus Feuchtigkeitsgründen genügend gelüftet, dass dies kein Problem sein sollte.
Ich habe eine Broschüre des Bundesamtes für Gesundheitswesen vor mir, "Radioaktivität und Strahlenschutz" Form. 311.322d 3.92. die kannst du da bestellen, meine Ausgabe ist offenbar von 1992. Ich weiss nicht, ob es da im Internet auch Angaben dazu vom BAG gibt.
Ich zitiere von S. 19:
Der Mensch war schon immer einer natürlichen Strahlendosis ausgesetzt. Insgesamt beträgt die durchschnittliche Jahres-Dosis für die Bevölkerung in der Schweiz ungefähr 5 mSv. (Millisievert)

Radon und seine Zerfallsprodukte tragen zur Jahresdosis fast die Hälfte bei.

Radon in den Häusern stammt vorwiegend aus dem Boden. Der Anteil aus Baumaterialien ist meist klein.

Ich weiss von einem Mann, der die Strahlendosen in Tunnelbaustellen misst, dass die Baustellenbelüftung in den Tunnels vor allem wegen dem Radongas am wichtigsten ist, um die Arbeiter nicht zu hohen Radonbelastungen auszusetzen.
Es gibt Gebiete in der CH, wo die Radonbelastung höher ist, die aus dem Boden kommt.
Es gibt "Radongaskonzentrationsmessbecher", die man einige Wochen in einem Raum aufstellt und dann zu Auswertung einsendet. Im Kanton GR wurde eine Studie davon gemacht.

Zu Beruhigung: Radon hat eine sehr kurze Halbwertszeit von 3.8 Tagen im Vergleich dazu hat das natürliche Uran-235; 800 Mio. Jahre oder Uran-238; 4.5 Mrd. Jahre, das künstliche Plutonium-239; 24 000 Jahre ~0
(Halbwertszeit bedeutet, dass jeweils nach der angegebenen Zeit immer noch die Hälfte der Strahlung vorhanden ist und wieder nach dieser Zeit wieder die Hälfte usw.)

Ich zitiere Auszugsweise aus einem Artikel aus "pro aere 3/03": Tabakrauch ist im Alltag die grösste Quelle von Radioaktivität!!! , viel grösser als die Strahlung aus natürlichen Quellen (Weltall, Boden und Nahrung) Mehr als 4000 Substanzen sind im Tabakrauch, 40 davon erregen Krebs. Polonium 210 gilt als eines der gefährlichsten - und wenig bekannten - Krebsgifte im Tabak.
Was ist Polonium? Ein Schwermetall das mit der Zeit zu Blei zerfällt , und dabei Alpha-Strahlen abgibt. Diese haben die kleinste Reichweite von allen Radioaktiven Strahlen, sind aber für den Menschen am gefährlichsten. Die Teilchen, einmal in den Lungen abgelagert, bleiben und strahlen dort für den Rest des Lebens. Drei Viertel davon gelangen direkt in die Umgebungsluft beim glimmen der Zigarette.....(Passivrauchen!) Ev. weitere Angaben unter www.proaere.ch

Na, das ist ja interessant, eine strahlende Schwermetallquelle, die dauernd "eingeleitet" wird, der sich nicht einmal ein Nichtraucher mehr entziehen kann.... :? Und da sprechen viele vor allem vom Amalgam.....und von Handystrahlen...

Bei Google "Polonium 210" eingeben und dann findet man u.a. folgende Links:

www.lenntech.com/deutsch/Data-PSE/Po.htm
(alle Angaben zum Chemie-Periodensystem vorhanden)

www.rauchstoppzentrum.ch/0189fc92f11229701/0189fc930310cdd07/

Da hab ich auch die Halbwertszeit von Polonium gefunden: 138 Tage und: "Ein starker Raucher (20-40 Zigaretten täglich) verpasst seinen Bronchien pro Jahr die gleiche Strahlenmenge, die bei 250 Röntgenaufnahmen der Lunge entstehen würde."

Wouw, das ist aber starker Tabak, das alleine ist doch Grund genug, mit dem Rauchen blitzartig aufzuhören! ~0 ganz nach dem Motto: "weil ich es mir wert bin" :)

[geändert von Pius Wihler am 10-12-04 at 09:00 PM]

[geändert von Pius Wihler am 10-12-04 at 10:42 PM]


[geändert von Pius Wihler am 10-13-04 at 07:42 AM]
 
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07.05.04
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Hallo zusammen,

ich bin mal vor Jahren mit einem Strahlendetektor durch meine damalige Mietwohnung gegangen. Bei den blauen Fliesen im Bad hatte ich eine deutlich erhöhte Strahlung gefunden. Die kommt vom Kobalt in der blauen Farbe (nicht jede blaue Fliese, Keramikglasur oder blaues Glas enthält Kobalt!).
In ein paar Tagen kommt unsere neue Küche mit Granitarbeitsplatte. Dann werde ich den Detektor mal wieder in Betrieb nehmen. Allerdings lassen sich ganz leichte Erhöhungen der Strahlung nur schlecht damit feststellen. Und über den Energiegehalt der Strahlung kann ich damit überhaupt keine Aussage treffen.
Liebe Grüße

Günter

Ergänzung: Granit strahlt nicht nur über den Umweg Radon, sondern auch direkt. Und gegen direkte Strahlung hilft kein Lüften! Übrigens ist auch das Kalium ganz leicht radioaktiv (durch einen entsprechenden Anteil radioaktiver Isotope). Aber deswegen auf Kalium verzichten??

[geändert von Günter M. am 10-13-04 at 07:49 AM]
 
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15.12.04
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Hallo Günter,

ich hätte eine Frage zu Deinen Messungen: Wieviele Becquerel bzw. Curie hast Du gemessen?

MfG
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07.05.04
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Hallo Mitglied,

ich habe Deinen Beitrag erst heute entdeckt. Ich habe einen einfachen russischen Strahlendetektor mit Zählrohr. Ich habe mit dem auch die Möglichkeit, bestimmte genauere Messungen auszuführen. Allerdings war mir das immer zu kompliziert und so habe ich nur die akustische Kontrolle benutzt (1 radioaktives Teilchen durchfliegt das Zählrohr = 1 Knacken) oder ich habe eine Zeiteinheit eingestellt, in der ich die Impulse habe zählen lassen. Ab und zu hatte ich auch die Mittelwert-Funktion benutzt.
Jetzt habe ich meine Granitplatte in der Küche und wollte mal sehen, ob dort auch die Rate erhöht ist. Leider hat aber in der Zwischenzeit mein Strahlendetektor den Geist aufgegeben. Nach dem Einschalten bekomme ich für den Bruchteil einer Sekunde eine Anzeige, dann ist das Display wieder dunkel. Ich habe leider keinen Schaltplan dazu und so wird es wohl mit einer Reparatur nichts werden. Ein neues Gerät ist mir aber zu teuer. Schade!
Liebe Grüße

Günter
 
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