Gewürze ausreichend bei anti-entzündlicher Ernährung? Wer hat Erfahrungen mit dieser Ernährungsform bei Arthrose?

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21.06.20
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Hallo, Leute,

seit März ernähre ich mich wegen meiner Arthrose anti-entzündlich. Ziel ist es, eine OP soweit wie möglich hinauszuzögern.

Bestandteil dieser Ernährung sind bestimmte Gewürze (weißer Pfeffer, Zimt, Kurkuma, Kreuzkümmel, Muskat, Koriander). Nachdem ich Magenprobleme und Aufstoßen bekam, las ich, dass man höchstens 1 g Kurkuma am Tag zu sich nehmen sollte, was ich jetzt auch mache. Seitdem habe ich keine Probleme mehr. In einer Fernsehsendung wurde jedoch einer Frau Kurkuma-Kapseln empfohlen.

Ich frage mich, ob dies wirklich notwendig ist. Außerdem mag ich den Kreuzkümmel überhaupt nicht. Der schmeckt auch in kleinen Dosen vor. Ist der überhaupt notwendig?

Hat jemand überhaupt Erfahrungen mit einer solchen Ernährung bei Arthrose? Ich habe immer noch Schmerzen beim Treppengehen.

Vielen Dank für Antworten.

Liebe Grüße

Widderchen
 
Hallo Widderchen,

falls jemand empfindlich auf Nahrungsmittel reagiert, ist es gut, wenn er auf sich hört und da vorsichtig ist.
Wenn zB ein Gewürz wie Kurkuma bei Arthrose hilfreich sein soll, ist es trotzdem möglich, daß man es nicht verträgt.
...
Die Menschen mit Lebererkrankungen wie Gallenstein, Gallenblasen oder Entzündungen sollten auf Curcuma verzichten. Curcumin könnte die empfindliche Leber angreifen und Magen-Darm-Unwohlsein verursachen. Auch Menschen mit empfindlichem Magen bekommen von Curcuma einen gereizten Magen. (11)

Schwangere und stillende Frauen sollten bei der Einnahme von Curcuma vorsichtig sein. Denn es besteht noch Nachforschungsbedarf bei den Auswirkungen von Curcuma auf das Baby.

Verzichten sollten auch Diabetiker, weil Curcuma viel natürlichen Zucker enthält und den Blutspiegel beeinflussen kann. (12) ...


Grüsse,
Oregano
 
Kurkuma als Entzündungshemmer? Am besten noch mit Pfeffer, oder Ingwer?
Ja - ich habe schon viele Versuche gemacht, ohne dass es mir damit besser ginge. (Entzündungen in der WS und Gelenken)

Aktuell habe ich grad wieder mal die Wurzel, bio frisch gekauft. Ich habe sie jetzt mal zusammen mit Olivenöl, schwarzem Pfeffer (und noch Oreganoöl) eingenommen. Es ist nach wie vor kaum auszuhalten.
Dann steht noch, man soll es auch erhitzen.

Eben - all die Versuche mit angeblich "Super-Kurkuma" - Kapseln, viel wirksamer als andere weil dies und das blieben wirkungslos. Ich habe auch noch "Goldene Milch", bzw. das Pulver zum diese zubereiten hier.

Denn Kurkuma - und auch Igwer, oder eben goldene Milch wird ja in der ayurvedischen und chinesischen Medizin vielleicht schon seit Jahrtausenden eingesetzt.

Man kann auch einen Tee machen:


Aber ob da mehr Wirkstoff dann ankommt?

Ich habe leider eben bisher noch keine zählbaren Resultate - wie bei all den anderen tausenden Versuchen zuvor auch nicht...😔
 
Vielen Dank für deine Antwort. Ja, es ist manchmal frustrierend. Da liest man oft, dass die Leute ihre Ernährung umgestellt haben und dies hilft und bei einem selbst hilft gar nichts. Manchmal denke ich, dass der Ernährung doch zuviel Gewicht beigemessen wird. Wie lange kämpfst du schon gegen die Schmerzen?

Wegen meiner Magenbeschwerden, deren Ursache ich noch nicht kenne, habe ich den Tee aus frischem Ingwer reduziert. Ich trinke den nur noch jeden zweiten Tag. Eigentlich müsste ich ihn wohl ganz weglassen. Auch Pfeffer oder Chili werde ich bis auf Weiteres nicht mehr zu mir nehmen.

Mittlerweile bin ich froh, dass sich meine Schmerzen in letzter Zeit nicht verstärkt haben. Normales Gehen bereitet mir zum Glück noch keine Beschwerden.

Ich wünsche dir trotz allem noch einen schönen Sonntag.

LG

Widderchen
 
Ich denke antientzündlich wirkt schon das Weglassen von Milch, Weißmehlen, Zucker und Alkohol. Zumindest ein Reduzieren.

Bei mir half mal ne Zeit Omega3.
Ansonsten ist es tatsächlich wie „Russisch-Roulette“.

Was dem einen guttut, kann dem anderen schaden.

Mir hilft bei meinen Magenproblemen tatsächlich Ingwer und Minzöl recht gut. Allerdings ist es bei mir wohl eher ein Gallenproblem.
 
Warum denkst du, hast du ein Gallenproblem?

Ich denke auch, dass eine Ernährungsumstellung vor allem jemandem hilft, der sich extrem schlecht ernährt. Ich ernähre mich schon seit über 40 Jahren mit Vollkornprodukten, wenig Fleisch, praktisch keine Wurst, jeden Tag Gemüse oder Salat, wenig Zucker, kaum Alkohol, kaum Fertigprodukte, keine Softdrinks. Natürlichkeit ist bei mir Trumpf, seit ich selber koche. Natürlich gibt es mal Ausnahmen oder ich gehe mal auswärts essen. Aber dies sind eben Ausnahmen.

Außerdem, wenn Arthrose etwas mit der Ernährung zu tun hat, kann der Bodenleger dann immer mit Ernährung etwas gegen seine Kniearthrose tun oder derjenige, der eine angeborene Fehlstellung an Knien oder Hüfte wie ich hat?

Essen muss nämlich auch Spaß machen, und wenn am Ende nur noch Karotten übrig bleiben, weil man angeblich alles andere nicht verträgt, kann man sich gleich erschießen. Überspitzt ausgedrückt.

LG

Widderchen
 
Zuletzt bearbeitet:
Essen muss nämlich auch Spaß machen, und wenn am Ende nur noch Karotten übrig bleiben, weil man angeblich alles andere nicht verträgt, kann man sich gleich erschießen. Überspitzt ausgedrückt.
Sehe ich genauso.

Ich habe seit Jahrzehnten immer wieder Bauchprobleme. Ausser einmal Heliobacter p. wurde nie was gefunden. Nach der Therapie habe ich keine Veränderung gespürt.
Nach Ernährungstagebuch führen fand ich raus, dass ich keine Milchprodukte vertrage ausser Butter und ab und an Sahne oder mal ne Scheibe Käse. Dann kamen Zwiebel und Kohlzeugs dazu. Und dann scheinbar Fructose.
Ich habe auch das Meulengracht Syndrom und vor vier Jahren wurde ein Gallenreflux fest gestellt. Vor zwei Jahren hiess es dann ich hätte etwas Gallengries, aber net schlimm. In meiner Familie ist die Galle ein Problem. Und ich denke, daher rühren die ganzen Probleme.
Durchfall habe ich, wenn ich aufpasse eher selten.

Mein Hund hat Spondylose, daher habe ich mich eingelesen in „hochmolekulare Hyaluronsäure“, angeblich hilft das auch oral eingenommen. Vll auch was Für Dich?
 
Außerdem, wenn Arthrose etwas mit der Ernährung zu tun hat, kann der Bodenleger dann immer mit Ernährung etwas gegen seine Kniearthrose tun oder derjenige, der eine angeborene Fehlstellung an Knien oder Hüfte wie ich hat?
Ich denke, es ist klar, dass Krankheit ein multifaktorielles Geschehen ist. Und die Schlussfolgerung: Weil meine Arthrose durch eine Fehlstellung mitbedingt ist, nützt mir eine angepasste Ernährungs nichts, halte ich für falsch.
 
Ich habe auch nicht geschrieben, dass eine angepasste Ernährung nichts nützt. Aber gerade, wenn man sich eh schon ziemlich gesund ernährt, ist der Nutzen doch wahrscheinlich viel geringer als wenn man z.B. ständig Fast-Food, Zucker, Softdrinks und Alkohol konsumiert.

Wenn ich höre oder lese, man muss nur dieses und jenes zu sich nehmen, dann klappt das auch gegen Schmerzen, finde ich das nicht richtig. Ich fände es besser zu sagen, dass etwas helfen kann, aber nicht muss. Ernährung ist einfach zu individuell, als dass ich es für alle verallgemeinern kann. Und wenn man wie ich seit weit über einem Jahr diese Gewürze zu mehr nehme und es bisher nichts hilft, was ist da wohl das Ergebnis dieses Tests?

LG

Widderchen
 
Das ist eine gute Frage :)

Ich würde es auch nicht so formulieren, dass das helfen "muss" und es eher als Bestandteil eines Gesamtkonzeptes sehen. Und wenn sich dann etwas bessert, weiß man immer noch nicht, an was es genau gelegen hat.

Zur Ernährung haben wir hier gerade sehr spannende - und kontroverse - Diskussionen und ich vermute, es ist garnicht so einfach, herauszufinden, was für einen selbst die optimale Ernährung (für die jeweilige Lebensphase) ist:


Sehr anregend finde ich oft auch die Sendungen der NDR-Ernährungs-Docs, da gab's auch schon viel zu Arthrose - kennst Du diese?

Und in punkto anti-entzündlich denke ich, dass es drauf ankommt, dass sie insgesamt anti-entzündlich ist. Ein paar Gewürze allein können da sicherlich nichts ausrichten. Und da geht's dann schon los: Was ist eigentlich anti-entzündlich?
 
Vielleicht liege ich falsch, vielleicht auch nicht.

Bekämpft man bei anti-entzündlicher Ernährung die Ursache oder das Symptom? Und wie wäre das eine oder andere zu behandeln?
 
Eine Entzündung ist eine Reaktion des Immunsystems des Körpers auf einen Reiz. Eine Arthrose ist eigentlich nicht entzündlich. Dennoch kann eine ungesunde Ernährung eine Rolle spielen. Daher wird eine anti-entzündliche Ernährung empfohlen. Sie kann aber nur ein Teil des Kampfes gegen Arthrose sein. Ein weiterer stellt die Bewegung dar. Arthrose selbst ist nicht heilbar.

Zur Ernährung haben wir hier gerade sehr spannende - und kontroverse - Diskussionen und ich vermute, es ist garnicht so einfach, herauszufinden, was für einen selbst die optimale Ernährung (für die jeweilige Lebensphase) ist:
Ich denke, Ernährung kann vieles bewirken, aber nicht immer alles. Der Genuss ist auch sehr wichtig, da die Psyche m.E. bei vielen Krankheiten auch eine sehr wichtige Rolle spielt.

Welche Ernährung die beste ist, wird vielleicht nie beantwortet werden, da zu viele Ideologien mit dieser Frage verbunden sind.

Ja, die Ernährungs-Docs kenne ich. Von denen habe ich auch den Satz: Sie nehmen jetzt seit vier Monaten Kurkuma und es hat sich immer noch nichts bei Ihnen verbessert? Seit ich diesen Satz gehört habe, stehe ich der Sendung auch kritischer gegenüber.
 
Hallo,

ich denke, eine Art "Schwester" der Arthrose ist die rheumatoide Arthritis - eine Autoimmunerkrankung.
Auch bei ihr spielt die Ernährung eine Rolle.
... Bei einer rheumatoiden Arthritis greifen Zellen des Immunsystems das eigene Körpergewebe an. Dadurch entzünden sich die Gelenke. Mediziner nennen einen solchen Angriff auf den eigenen Körper eine Autoimmunreaktion.
...
Viele Betroffene mit rheumatoider Arthritis haben schon zu Beginn Probleme mit den Zähnen. Wirkt sich die doppelte Entzündung auf den Verlauf aus?
...
Die Behandlungsmöglichkeiten bei rheumatoider Arthritis haben sich in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch verbessert. Heute ist das Therapieziel, die Symptome vollkommen zurückzudrängen und die Krankheit zum Stillstand zu bringen. Der Rheumatologe stellt dazu eine Therapie zusammen, die auf den Patienten zugeschnitten ist. In der Folge prüft er zusammen mit dem Hausarzt, ob diese Therapie wirkt. ...

Grüsse,
Oregano
 
Auf der Seite von Dr. Feil (dort auch ein Forum mit Erfahrungen) gibt es Anleitung zur Herstellung von Gewürzquark gegen entzündliches Geschehen im Körper. Möglicherweise verträgst du die Gewürze in der Kombi dann besser. Wenn es nur um den Geschmack geht und nicht um die Verträglichkeit, dann könntest du die einzelnen Gewürze selbst verkapseln.

Aber du hast schon recht, wenn deine Ernährung nicht dem Mainstream entspricht, dann ist der Spielraum für Verbesserung viel kleiner.

Alles Gute dir weiterhin!
 
Ich denke, Ernährung kann vieles bewirken, aber nicht immer alles. Der Genuss ist auch sehr wichtig, da die Psyche m.E. bei vielen Krankheiten auch eine sehr wichtige Rolle spielt.
Dazu schrieb @togi kürzlich: "Nichts schmeckt besser als Gesundheit". Ich finde das trifft den Punkt und gilt für jede graduelle Verbesserung. Und nicht zu unterschätzen für die Psyche ist auch die "Selbstwirksamkeit" (ich liefere mich nicht aus, sondern tue etwas... und wenn das nicht klappt, sehe ich weiter). Aber natürlich mag es Gründe geben, warum jemand nichts an seiner Ernährung hinterfragen kann oder will - darüber möchte ich nicht urteilen.

Welche Ernährung die beste ist, wird vielleicht nie beantwortet werden, da zu viele Ideologien mit dieser Frage verbunden sind.
Ja, im obigen Thread sind wir auch zu dem Ergebnis gekommen; nicht nur wegen der Ideologien, die oft dahinter stecken, sondern auch weil's nicht leicht erforschbar und nicht für jeden die gleiche sein muss. Der Titel basiert auf der Studie, die als Aufhänger benutzt wurde. Die Diskussion ist trotzdem spannend und auch (im praktischen Sinne) anregend.
Ja, die Ernährungs-Docs kenne ich. Von denen habe ich auch den Satz: Sie nehmen jetzt seit vier Monaten Kurkuma und es hat sich immer noch nichts bei Ihnen verbessert? Seit ich diesen Satz gehört habe, stehe ich der Sendung auch kritischer gegenüber.
Wie war denn der Kontext, insbesondere die Schlussfolgerung? Sie könnte ja gewesen sein: Ok, dann ist es bei Ihnen nicht nicht das Richtige. - (Ich selbst muss mit Kurkuma auch vorsichtig sein, die "goldene Milch" hat mir mal einen schlimmen Durchfallschub beschert; das Gewürz ist auch bei HI mit Vorsicht zu genießen; und wie ich mal hörte und hoffentlich richtig erinnere, bei homozygotem COMT-Polymorphismus auch - dazu habe ich die Quelle leider nicht parat.)
 
Essen heißt aber auch genießen. Genuss befriedigt gewisse Sinne und das wiederum das Nervensystem und dieses den Magen-Darm.

Ich denke sie wollte vielleicht zum Ausdruck bringen, dass viele in ihrer Not das Essen immer mehr „verkopfen“ und zu keinem Punkt mehr kommen.

Was nicht heisst, dass man Unverträgliches essen soll.

Aber, wenn man manchen Posts folgt, bemerkt man oft, dass keiner eine wirkliche Lösung findet weil der Streß alles zunichte macht.
 
Aber, wenn man manchen Posts folgt, bemerkt man oft, dass keiner eine wirkliche Lösung findet weil der Streß alles zunichte macht.
Wird "keiner" durch "manch einer" ersetzt, stimme ich Dir zu. Auch die Beschäftigung mit Gesundheit kann irgendwann zum Stress und damit gesundheitsschädlich werden. Das ist eine Gratwanderung, die nur jeder für sich gehen kann (weil eben der Punkt, ab wann es zum Stress wird, sehr individuell ist).

Was allerdings den Genuss betrifft, wird aus meiner Sicht oft vergessen
- dass Geschmacksnerven sehr anpassungsfähig sind
(#258 in Die "gesündeste Kostform" - Aspekte Vollständigkeit, gesundheitliche Risiken/Vorteile, Nachhaltigkeit, Evidenz)
 
Aber, wenn man manchen Posts folgt, bemerkt man oft, dass keiner eine wirkliche Lösung findet weil der Streß alles zunichte macht.
Hallo Wolfwoman,

ich würde das ergänzen:
Eine Lösung kann auch deshalb nicht gefunden werden, weil die Suche nach möglichen Ursachen für die starke Empfindlichkeit zu kurz und ohne Erfolg war.

Dabei denke ich vor allem an kaputte Zähne, Wohngifte und ähnliche Belastungen.

Grüsse,
Oregano
 
Ich rede jetzt von Posts die ich verfolgt habe für andere kann ich schlecht sprechen. 😉
Da habe ich niemand in Erinnerung, der wirklich eine Lösung fand.

Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass viele, wenn es ihnen gut geht, sich leider-leider nicht mehr melden. Auch bei vielen anderen Themen. Frage gestellt vll noch einmal geantwortet und dann ist Funkstille. Finde ich immer sehr schade.
 
Schau doch mal hier:

Beitrag #3 im Thema Erfahrungen mit Tocotrienolen

250 mg tgl. sollen Erleichterung bringen.

Mir haben auch Weihrauchkapseln gute Dienste geleistet, hatte in den Händen Probleme. Das bin ich los. Nehme aber auch Kurkuma zum Essen, meistens abends, trotz vieler Gallensteine ist es okay.
 
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