Gefährdungssituationen für Kinder und Jugendliche in Familien

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Zusammenfassung Themen-Chat „Wenn die Eltern schwierig werden – Die Pubertät

Was mir hier noch ein bisschen gefehlt hat ist der Punkt wo Eltern wirklich schwierig werden...

ich möchte hier nur ein paar Stichworte nennen die mir zum Teil in meinem Leben begegnet sind oder von denen ich gehört habe:

- Alkoholismus (kommt häufiger vor als die Statistiken zulassen!)
- (partielle) Gewalttätigkeit (kommt leider viel häufiger vor als irgendwer bisher erhoben hat)
- Workaholics (der Elternteil entfällt aufgrund der ausgiebigen Beschäftigung mit dem Hobby "Job")
- Ernährungsmuffel (hier gibt es dann Pommes aus der Fritteuse mit Mayo zu Mittag und am Abend)
- Eltern die einer Sekte angehören und das Kind dort mit reinziehen.
und zum Schluss der Klassiker:
- Kinder die bei Ihren Grosseltern aufwachsen weil die Eltern "keine Zeit" haben.

sicher wurde das eine oder andere hier in der Rubrik schon angeschnitten oder abgearbeitet und ich möchte mich für Doppelnennungen entschuldigen.
 
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Zusammenfassung Themen-Chat „Wenn die Eltern schwierig werden – Die Pubertät

Wenn das Thema von der Seite, die MIke jetzt anspricht, angegangen wird, kommen noch
- Eltern, von denen ein Teil oder sogar beide krank sind (psychisch und/oder physisch) dazu.

Gruss,
Uta
 
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Hallo Mike,

ich danke Dir sehr für Deine Anregungen und ich habe mir erlaubt, Dein Posting in einen eigenen Thread zu stellen.

Das Thema "Alkoholismus in Familien" spielt vielleicht ja in dem Thread, den Hel dankenswerter Weise gerade eröffnet hat https://www.symptome.ch/vbboard/familie-erziehung/43366-jugendliche-alkohol.html#post261408 , zumindest auch eine Rolle.

Deine übrigen Themen würde ich hier gerne aufgreifen:


- (partielle) Gewalttätigkeit (kommt leider viel häufiger vor als irgendwer bisher erhoben hat)
Da kann ich Dir von meinen beruflichen Erfahrungen her nur zustimmen, Mike.
AWMF online - Leitlinie Kinder-Jugend-Psychiatrie: Vernachlässigung, Misshandlung, sexueller Mißbrauch
Es gibt zwar Erhebungen über eklatante Misshandlungen, aus den Krankenhäusern, aber wenig über die Dunkelziffer der "alltäglichen Gewalt in Familien".
Was auch ein völlig unterschätztes Thema ist, ist die Gewalttätigkeit zwischen Eltern, die von den Kindern als Mitbetroffene erlebt werden.

- Workaholics (der Elternteil entfällt aufgrund der ausgiebigen Beschäftigung mit dem Hobby "Job")
Das ist, glaube ich, ein ganz allgemeines und alltägliches Phänomen; ob es nun der Job ist oder ob die eltern aus anderen Gründen mehr mit sich selbst beschäftigt sind - Kinder sind sich heutzutage, in unseren westlichen Industrie- und Freizeitgesellschaften selbst überlassen. Oder sie erleben die gleiche "workaholische Struktur" am eigenen Leibe: https://www.symptome.ch/vbboard/familie-erziehung/40048-kinder-terminkalender.html
- Ernährungsmuffel (hier gibt es dann Pommes aus der Fritteuse mit Mayo zu Mittag und am Abend)
- Eltern die einer Sekte angehören und das Kind dort mit reinziehen.

Da habe ich mehrere dramatische Entwicklungen selbst miterlebt. Es scheint häufiger zu sein, als man allgemein denkt!
und zum Schluss der Klassiker:
- Kinder die bei Ihren Grosseltern aufwachsen weil die Eltern "keine Zeit" haben.

Es mag auch andere Gründe geben, aus denen Kinder zu "Großeltern-Kindern" werden; Erkrankung der Eltern, Verlust der Eltern, etc. .
Es können dann, so erlebe ich das immer wieder, unter anderem gewaltige Rollenkonflikte bei den Großeltern entstehen, weil sie eigentlich Großeltern sein wollen/ sollen (verwöhnen, begleiten, vorlesen, lieb sein, Freizeit gestalten etc.), sie andererseits erziehen müssen (Regeln aufstellen, Grenzen setzen, sanktionieren, den Alltag strukturieren, die Hausaufgaben beaufsichtigen und so weiter. Außerdem gehören sie einer anderen Generation als der der Eltern an .... Spätestens in der Pubertät mag es nicht leicht werden!

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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10.01.04
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Noch eine Ergänzung:
- Mißbrauch von Kindern in der Familie, der vom jeweiligen passiven Partner geduldet wird.

Gruss,
Uta
 
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16.02.05
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Ergänzend sei hier noch eine ganz "edle" Spezies angeführt... die Menschen (Eltern) die Ihren Sprösslingen was ganz besonderes antuen wollen indem Sie Ihnen schon in Vornamen Ihre Berufung ankündigen und das Kind "Doktor" nennen. Hiervon scheint mir kein Interlekt auszuschliessen und so versuchen viele "besorgte" Elternteile oder Elternpaare Ihrem Kind etwas abzuverlangen das garnicht dem Interlekt oder der Veranlagung entspricht weil das Kind "ja mal was besseres werden oder haben soll"...

Diese zumeist recht eingebildeten Personen sehen zumeist garnicht das Sie mehr als nur kleine Narben hinterlassen wenn Sie Ihren Nachwuchs dem Drill oder dem Leistungsinternat aussetzen. Psychogewalt ist hier an der Tagesordnung und das "brave" Kind wird geschliffen bis vom eigentlichen Menschen nur noch eine dressierte Marionette übrig ist. Aktuelle machen sog. Königshäuser dies in aller Öffentlichkeit und finden keine Ablehnung bei diesem scheinbar anerkannten Verfahren der Zerstörung des Individuums. Besonders beliebt bei Familien die was zu vererben haben und Ihre "Reichtümer" gesichert gegen Diebstahl übergeben wollen.
 
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19.03.06
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Hallo Uta,

ich danke Dir für dieses Thema:

Noch eine Ergänzung:
- Mißbrauch von Kindern in der Familie, der vom jeweiligen passiven Partner geduldet wird.

Das ist sicher nicht in jedem Falle so, aber leider scheint dies doch häufig - und zwar oft über lange Zeiträume - der Fall zu sein. Oft geht, meiner Beobachtung nach, die Hilfe dann eher von dem weiteren Umfeld aus. Und - das ist "die gute Nachricht" - die Bevölkerung scheint da heute sensibilisierter zu sein, als früher.

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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19.03.06
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Halllo Mike,

ich danke Dir für Deinen neuen Beitrag.

Ich sehe darin zwei Aspekte: zum Einen, was Eltern ihren Kindern mit besonderen, ausgefallenen Namen antun (Ich erinnere nur an das "Pumuckl-Urteil" in den Achtziger Jahren).

Zum Anderen sehe ich hier die Gefahr von (übersteigerten) Erwartungen an das Verhalten und vor allem die Leistungsfähigkeit der Kinder.
Es ist ja zum Beispiel nicht selten, dass die Kinder von AkademikerInnen sehr unter dem Leistungsdruck der Eltern leiden und dann zum Beispiel zu Leistungs- und SchulvermeiderInnen werden.

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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