Dinge loslassen, die mich runterziehen

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Sternchen hat ein gutes Wochenthema vorgeschlagen, das ich hiermit aufnehmen. Es geht darum, dass man sich von Dingen trennt, die einen "runterziehen"

Vorschlag von Sternchen:
Beispiel:

ich habe mich von meiner Tageszeitung getrennt.
(schlimme, ziemlich "hohle" Zeitung, die hier in Deutschland eigentlich jeder kennt)

Dort wird fast nur negativ berichtet, selbt Dinge die eigentlich nicht schlimm sind werden schlimm gemacht. Über Menschen wird hergezogen. Einfach fürchterlich....

Kann das nicht mehr ertragen, also weg damit....hab sie eh nur gelesen, weil ich morgens noch nicht so gut "denken" kann;)
Als ich das gelesen habe, dachte ich sogleich an meine Uhr (Automat), die ich mal gekauft habe und welche immer stehen bleibt. Ich nerve mich ständig tierisch drüber, dass ich zwar 'ne Uhr aber oftmals keine Ahnung habe, welche Zeit wir haben. Und ich ersetze sie bloss nicht, weil sie nicht gerade günstig war. Aber ist es das wert?
Ihr habt sicher Eure eigenen Beispiele. Es geht darum, dass man MEHR erhält, indem man etwas loslässt

Gruss, Marcel
 
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28.10.05
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Hallo

habe gerade mit einem bekannten telefoniert und wir hatten genau das Thema!
er und ich haben uns von einem anderen bekannten getrennt, der freudige erkenntnisse ins negative kehrte.nach gesprächen mit ihm , fühlte ich mich immer schlecht und habe beschlossen, ihn nicht mehr zu kontaktieren.
ich lasse ihn in frieden gehen.

das problem mit der uhr hatte ich auch, bis eine frau auf mich zu kam und meine uhr so schön fand. ich habe sie ihr verkauft und bis heute keine neue mehr.jetzt fällt mir erst auf, dass ich sie gar nicht vermisse(überall sind ja uhren). ausserdem macht besitz unfrei.
loslassen ist für mich auch so ein zauberwort, weil ich glaube, es ist gut, so einiges(vieles) los zu lassen.

love is a bird, she needs to fly

los lassen ist auch eine art transformation für mich.ich erkenne schlechte eigenschaften an mir(arroganz, überheblichkeit , prahlerei usw.), also niedere dinge, untersuche die gründe, wieso ich das habe, und sage mir dann, so geht es nicht mehr, es geht auch anders und passe mich noch mehr meiner moral/glauben(und wahrem naturell) an.

liebe grüsse sabrina
 

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Oft hält man Kontakt zu Menschen, obwohl man eigentlich gar keine rechte Freude mehr daran hat. - Warum fällt es so schwer, diese Kontakte abzubrechen, also loszulassen?

* Ich denke, zum Teil aus Trägheit und weil uns gar nicht wirklich klar wird, daß diese Menschen uns nicht gut tun.

* Zum Teil deshalb, weil uns diese Menschen, die uns immer wieder als Ventil und Mülleimer verwenden, trotz allem das Gefühl geben, daß wir gebraucht werden, also wichtig sind. Solange wir auf das Wichtigsein in dieser Art angewiesen sind, wird sich das auch nicht ändern. Oft wächst sich dieses "ich möchte gebraucht werden, wehe, wenn mich niemand braucht, dann werde ich ihm das schon zeigen!"-Gefühl zum Helfer-Syndrom aus. Dieses führt wiederum letztlich zu Frust und Ausgebranntsein, weil sich die Zufriedenheit nicht einstellt, die man sich erhofft und erwartet.

* Zum Teil deshalb, weil wir - solange wir uns mit anderen und deren Problemen beschäftigen und uns dadurch sogar noch wichtig fühlen - gar nicht dazu kommen (was uns Recht ist), uns mit uns selbst zu beschäftigen und mal an das eigene "Eingemachte" zu gehen.

* Zum Teil, weil wir von Kindheit an darauf getrimmt wurden, für andere da zu sein und die eigenen Bedürfnisse zurück zu stellen. Wenn nicht: Liebesentzug, eine gemeine Bedrohung. Da gilt es dann erst einmal, die eigenen Bedürfnisse wieder überhaupt wahrzunehmen und dann zu lernen, sie auch ernst zu nehmen und sie soweit irgendmöglich zu befriedigen.

Gruss,
Uta
 
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09.11.04
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Hallo,

ich habe das mit der Zeitung sogar noch ausgeweitet, auf Fernsehsendungen die im gleichen Stil berichten.

Man lässt sich mit solchen Sachen "berieseln" ohne viel darüber nachzudenken wie es einen beeinflusst. Da werden politische Erneuerungen so negativ dargestellt dass gleich die ganze Bevölkerung denkt dass es wieder was Schlechtes ist, ohne darüber wirklich nachzudenken. Wer weiß, könnte ja auch sein dass eine Veränderung auch Gutes bewirken kann.

Oder, die Berichterstattung (an der man irgendwie nicht vorbeikommt) über Deutschland sucht den Superstar. Da war doch dieser 17 jährige Junge, der sich erlaubt hat seine Gefühle im Fernsehen zu zeigen, darüber wurde so wiederlich geschrieben....Heulsuse, und wann hört die Heulsuse endlich auf...ist noch harmlos! Der Junge tat mir echt leid und ich hoffe er hat durch diese Erlebnisse keinen Schaden genommen.

In der letzten Zeit kommt es mir vor als wenn diese Art zu schreiben oder zuberichten immer schlimmer wird. Es widert mich an! Und ich werde mir das in Zukunft nicht mehr antun, ich möchte eine neutrale Berichterstattung und mir mein Urteil selber bilden.

Jetzt ist die Vogelgrippe aktuell und wenn man manchen Berichterstattungen glaubt sind wir schon alle verseucht oder werden es in kürzester Zeit sein. Was soll so etwas???:mad:
 
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10.01.04
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Ich merke gerade, daß mich die Formulierung des Themas "Loslassen und dafür mehr erhalten" stört.
Es ist die Verknüpfung von etwas loslassen, was man aus irgendeinem guten Grund nicht mehr braucht, will, mag mit einem Nutzen, der mich stört.

Mir ist es lieber, erst einmal loszulassen und dann zu schauen, wie der eventuelle Ersatz aussieht. Es muss aber auch gar nicht unbedingt einen Ersatz geben.
Manchmal genügt es doch schon, einfach ein Verhaltensmuster, eine Angewohnheit, Hoffnungen, Enttäuschungen, Wut usw. loszulassen. Oder?

Gruss,
Uta
 
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28.11.05
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sabrina schrieb:
(überall sind ja uhren).
das stimmt nicht mehr so ganz. ich selber habe seit jahren keine uhr mehr besessen (d.h. armbanduhr, zu hause habe ich schon eine) und mir ist aufgefallen, dass die anzahl der öffentlichen uhren stetig abnimmt – ich glaube, das hat damit zu tun, dass jetzt jeder ein handy hat (außer mir) und diese uhren deshalb nicht mehr so gefragt sind. allein in meinem stadtteil sind seit ca. einem jahr zwei uhren nicht mehr in betrieb – jetzt gibt es gar keine mehr im umkreis von ca. 10 minuten zu fuß.

uta, ich verstehe, was du meinst mit der formulierung, aber irgendwie ist sie ja doch zutreffend – man gewinnt doch immer, wenn man sich von etwas befreit, das einem mehr schadet als nützt. also, wenn man irgendetwas von den dingen, die du erwähnst loslässt, hat man doch schon gewonnen, oder nicht? "mehr erhalten" ist vielleicht nicht ganz passend, "gewinnen" wäre, glaube ich, zutreffender.
 
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Uta, ich hatte damals auch nicht die Idee dass man dafür etwas anderes bekommen soll. Ich glaube ich hatte es ganz einfach "sich von Dingen oder Personen, die einen seelisch belasten oder herunterziehen, tennen"(oder so ähnlich) genannt.

Ich sehe es aber nicht so wild, schließlich erhält man seinen Seelenfrieden wieder. Ich glaube so meint Marcel es auch.
Könntest du damit leben?:)
 
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21.04.05
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Hallo Sabrina,

habe gerade mit einem bekannten telefoniert und wir hatten genau das Thema!
er und ich haben uns von einem anderen bekannten getrennt, der freudige erkenntnisse ins negative kehrte.nach gesprächen mit ihm , fühlte ich mich immer schlecht und habe beschlossen, ihn nicht mehr zu kontaktieren.
ich lasse ihn in frieden gehen
Hast Du ihm denn auch gesagt, warum Du den Kontakt "loslässt"?
Vielleicht ist sich diese Person ja gar nicht bewußt darüber?

Den Menschen loslassen, die einem nicht gut tun, ist eine schwere aber gute Sache, allerdings sollte man dabei auch fair bleiben, vielleicht fragt sich diese Person sonst immer wieder, was eigentlich los ist?

Allgemein hab ich schon die Erfahrung gemacht, wenn man z.B. eine Angewohnheit loslässt, gewinnt man ja freie Zeit, wenn man diese aber nicht positiv nutzt, kann die alte Angewohnheit zurück kommen.

Viele Grüße
 
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14.05.05
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Hallo ihr Lieben
Das Thema "Loslassen" war für mich und meine Eltern in den letzten Wochen ein sehr großes. Ich war etwas mehr als drei Wochen bei meinen Eltern in der Nähe von Stuttgart, um für sie nach dem Schlaganfall meines Vaters den Umzug in eine Wohnung in einem Seniorenwohnheim durchzuführen.
Dadurch, dass das alles so unerwartet kam und mein Vater nicht mehr in die alte Wohnung zurückkonnte, da sie im ersten Stock lag und sich über zwei Stockwerke erstreckte, und er keine Treppen mehr bewältigen kann, mußte der Umzug im Schnellverfahren erfolgen.
Für mich hieß das, alles, was meine Eltern in über 60 Ehejahren angesammelt hatten, zu sortieren in Sachen, die man wegschmeissen oder weggeben mußte und solche, die man in Zukunft noch brauchen würde. Da die neue Wohnung sehr viel kleiner ist, als die alte, ergaben sich so manche schwierige Entscheidungen. Dazu war die Zeit knapp, ich hatte gerade 3 Wochen für die Entrümpelung der alten Wohnung und die Neueinrichtung der neuen. Für meine Mutter war es manchmal fast unmöglich, sich zu entscheiden, was noch gebraucht würde und was nicht. Sie war gezwungen, sich von sehr vielen Sachen zu trennen, die sie über viele Jahrzehnte besessen hatte. Ich habe über eine Entrümpelungsfirma insgesamt 4 Container Möbel, die für die neue Wohnung zu groß oder überflüssig waren, Gartenmöbel, diverse Einrichtungsgegenstände und dergleichen, Kleidung, usw. usw. entsorgen müssen. Ich habe alles Denken ausschalten müssen, sonst hätte ich das nicht bewältigt.
Jetzt, nachdem meine Eltern in der neuen Wohnung sind, wo sie sehr gut betreut werden und zu jeder Tages-und Nachtzeit Hilfe bekommen können, fühlen sie sich sehr wohl und vermissen eigentlich nichts. Die vielen Sachen, die in der alten Wohnung gehortet wurden, die man zwar nicht mehr brauchte, die aber einmal viel Geld gekostet hatten, fehlen überhaupt nicht, ganz im Gegenteil, es ist eine Befreiung, dass sie endlich weg sind. Die Wohnung jetzt ist eingerichtet nach den aktuellen Bedürfnissen meiner Eltern. Alles ist praktisch und trotzdem komfortabel.
Ohne den Krankheitsfall meines Vaters wäre man niemals so rigoros an die Entrümpelung der Wohnung herangegangen, die aber eigentlich schon längst fällig gewesen wäre. Durch diese Notwendigkeit können meine Eltern damit umgehen und es akzeptieren als unumgänglich.
Mir hat diese Sache einen viel leichteren Umgang mit den vielen Dingen gebracht, die ich im Laufe der Jahre schon gehortet habe, auf die ich aber sehr leicht verzichten kann. Auch bei mir hat jetzt das große Wegschmeissen begonnen, Schrankfächer, die bisher überfüllt waren, leeren sich zusehens, viele Dinge, die schon seit längerer Zeit nur noch Ballast waren, werden entsorgt. Es fällt mir nach dieser Erfahrung viel leichter, Überflüssiges wegzugeben. Es ist ein schönes Gefühl, nur das zu besitzen, was man wirklich braucht. Man erleichtert sich das Leben ungemein, wenn man sich von den vielen Dingen trennen kann, die nur noch aus dem Gefühl heraus, dass man so etwas doch nicht wegschmeissen kann....., nicht entsorgt werden.

Liebe Grüße
Gaby
 
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25.07.05
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loslassen und dafür mehr erhalten

Hallo

. ich habe jetzt echt überlegen müssen was ich mal abgelegt habe und vor allem, dafür mehr erhalten habe.

. ich habe meinen Sohn losgelassen, ich meine den Sohn den ich wahrscheinlich am meisten habe fördern müssen. Bei ihm viel mir das loslassen besonders schwer. Bekommen habe ich dafür einen total inneren Frieden den ich mit mir abschließen konnte und seine Dankbarkeit sicherlich auch dazu.:)

. dann habe ich meine Fernsehzeitung losgelassen, ich habe nämlich keine mehr. Mit Absicht. Dafür habe ich mehr Zeit erhalten und stehe nun nicht mehr unter Druck irgendeine Sendung zu verpassen.

. ich habe losgelassen von der Ansicht immer alle bekehren zu müssen. Ich wollte früher immer überall und stetig helfen. Habe nie zu irgendwas nein gesagt. Ich hatte ständig das Bedürfniss jeden vor alles schlechtes bewahren zu wollen. Heute brauche ich das nicht mehr. Dafür habe ich vieles gewonnen. Gelassenheit, Akzeptanz der Einmaligkeit gegenüber anderen Menschen und das :freu: kann eine wahre Entdeckungsreise sein.

Im Moment fällt mir jetzt spontan nichts mehr weiter ein, aber wer weiß was wir alles noch so bei uns entdecken.

L.G. Klaudia
 
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18.12.05
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Hallo

wir haben vor Jahren den Fernsehapparat losgelassen, dafür kehrte eine Ruhe in die Wohnung. Jetzt haben wir keinen Serien-Stress mehr, dafür mehr Zeit für gemeinsame Gespräche. Es ist eine richtige Wohltat.

Panda
 
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05.10.05
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Einen Fernseher haben wir auch nicht und es tut uns gut :)

Von Menschen loszulassen möchte ich nicht so pauschal sagen. Ich mache einen großen Unterschied, ob derjenige Mensch alt oder krank ist oder jung. Ich fände es grausam, wenn mich alle fallen lassen würden, nur weil ich krank bin oder eben nicht mehr so atraktiv.

Ich sage auch mal eine Einladung ab, wenn ich gerade gar keine Lust habe oder es mir nicht so sehr gut geht und habe gar kein schlechtes Gewissen. Ich hätte das aber nie getan bei meiner Oma, da solche Feiern für sie die einzige Freude noch waren und sie ja kaum Möglichkeiten mehr zu anderer Zerstreuung hatte. Wenn jemand krank ist, frage ich nicht, ob ich von der Beziehung was habe oder nicht. Ich schreibe nun schon seit 5 Wochen zur Zeit täglich eine Mail an eine schwerkranke Frau. Es ist ein Monolog, weil sie zwar Post empfangen kann aber auf der Intensivstation keine Möglichkeit hat zu antworten (bzw. sie das nicht darf). Ja warum lasse ich nicht los? So direkt habe ich ja nichts davon? Doch, ich hab sie gern und möchte ihr eine Freude machen, auch wenn jetzt über lange Zeit nichts zurück kommen sollte.Vielleicht bekomme ich auch nie wieder etwas zurück. Das kann auch sein.

Um bei praktischen Dingen des Lebens loslassen zu lernen, kann ich das Buch empfehlen:
Bücher von Amazon
ISBN: 3593368188


Ich sehe gerade, dass es genau diesen Titel im Moment nicht mehr gibt. In der Reihe sind aber einige andere Bücher erschienen. Möglicherweise sind die ähnlich hilfreich.
 
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09.11.04
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Hallo,

ich habe nochmal darüber nachgedacht und ich glaube es ist garnicht so einfach hier und jetzt zu sagen ich möchte mich von etwas trennen.
Schließlich braucht es eine längere Zeit bis man übehaubt bemerkt dass es da etwas oder jemanden gibt der einem nicht gut tut.

Vielleicht reicht es schon wenn wir hier nur die Gedanken und Überlegungen in diese Richtung anschupsen?

Besonders in die Richtung wo es um Menschen geht.
Natürlich sollte man sich nicht von Menschen trennen nur weil sie krank sind, und dieses "Kranksein" einen herunterziehen könnte. Ich meine Menschen die durch ihre Art und Weise, ihr Handeln einen nicht gut tun.

Das deutlichste Beispiel ist der Mann oder Frau die ihren Partner schlagen.
Oft können diese Personen sich nicht trennen, bzw es dauert manchmal Jahre und ein riesen Lernprozess bis sie es tun.

Oder das Alkohlikerpärchen wo der eine von dem anderen immer wieder mit heruntergezogen wird bis er kaputt geht.

Oder man kann sich auch innerlich von einer Freundschaft verabschieden.

Das habe ich gerade hinter mir.
Ich hatte mal hier im Forum von einer Freundin geschrieben, wo ich damals der Meinung war ich hätte ihr gegenüber einen Fehler gemacht und war deshalb sehr traurig. Ich dachte ich wäre Schuld wenn nun die Freundschaft bendet ist. Was mir in den letzten Monaten nun klar wurde ist dass die Freundschaft auch so schon lange vorbei war. Es war für mich nur noch ein Festhalten an die Vergangenheit und ein Erinnern an fröhliche Zeiten. Wir hatten uns eigentlich nur noch gesehen wenn der eine was von dem anderen wollte oder zu Feierlichkeiten. Sie hat dazu beigetragen das ich erkannt habe wie die Freundschaft heute wirklich ist.

Als ich ihr vorschlug wir könnten uns von Zeit zu Zeit mal in einem Kaffee treffen, musste ich mir anhören dass sie keine Zeit für so etwas hätte.
Oder ich soll mich nicht in ihr Leben stecken, (ich hatte es wohl übertrieben, aber vor einigen Jahren wäre das noch ok gewesen).
Dann immer dieses Gerede, alles was sie und ihr Mann tun ist optimal, was andere tun nicht....Urlaub, Hobbys usw.
Wenn ich etwas gemacht habe (was für sie nicht so 100% ist) musste ich mir immer Vorwürfe anhören. Wie mit meinen Blumen, die ich ihr zur Entschuldigung geschickt habe. Statt sich darüber zu freuen, meckerte sie nur rum, dass ich sie nicht mit dem richtigen Versand geschickt hätte und sie die Blumen nun von der Post abholen musste. Und von diesen Geschichten kann ich noch mehr erzählen.
Dann war da noch meine Arbeitslosigkeit, die irgendwie immer auf Unverständnis stieß. Ja, als sie ihren Job gefunden hatte waren die Zeiten auch noch ein klein wenig besser.

All dieses und noch mehr hat sich bei mir angesammelt und dann die Augen geöffnet. Jedes mal wenn ich mit ihr gesprochen habe ging es mir schlecht danach. Immer hatte ich das Gefühl ich bin die dumme.
Und nun habe ich mich innerlich von dieser Freundschaft verabschiedet.
Nein, ich werde nicht zu ihr gehen und ihr die Freundschaft kündigen, wenn wir uns sehen wird es ganz normal sein, aber ich werde nicht mehr um diese Freundschaft kämpfen. Seit dem ich dieses beschlossen habe geht es mir viel besser.
 
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20.11.05
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Nicht immer leicht...

Hallo

Es gäbe ja soviel los zu lassen...und immer wieder neues. Jeden Tag, wenn ich mich zu Bett lege, muss ich den Tag loslassen, damit ich einschlafen kann. Oder es gibt erlebte Gefühle von früher, die einem nachlaufen und die man nur schwer loslassen kann, weil man sich da gut gefühlt hat. Aber es sagte mir einmal eine ältere und weise Frau: "Solange Du das Alte nicht loslässt, kannst Du das Neue das für Dich bereitsteht nicht kennen lernen." Somit heisst das doch, dass wenn ich hinter mir in die Vergangenheit schaue, ich nicht gleichzeitig vorwärts schauen kann....simpel... oder? Na so einfach ist es halt nicht...oder vielleicht doch?

Hier das Buch, das uns beim Loslassen (LoLa) sehr geholfen hat:
Bücher von Amazon
ISBN: 3952060607


Viel Glück dabei!
Tallion
 
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21.02.06
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Hallo,

passend zum Thema Loslassen:fasten. Heute ist für mich der erste Tag und das erste Mal, daß ich faste. Also ich schränke es ein und verzichte auf Süßes. Habe viel zwischendurch gegessen und mich verleiten lassen. Empfand es erst als Provokation, als mein Freund neben mir saß und was süßes aß, aber es hat mir komischerweise nichts ausgemacht.
Mal sehen, wie es weiter wird...

Zum thema Loslassen und entrümpeln kann ich nur sagen, daß es wahre Wunder bewirkt, wenn man sich von alten Sachen,Dingen, Akten befreit, die man nicht mehr braucht. Es hat mich auch tatsächlich freier gemacht.

Auch den Kontakt zu bestimmten Personen hab ich abgebrochen, weil ich gemerkt hab, daß sie mir nicht gut tun, nicht weiter bringen in meiner Entwicklung. Das mag bei manchen rigoros angekommen sein, aber für mich war es die richtige Entscheidung.

Viel Erfolg euch allen beim Loslassen


Elke
 

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01.01.04
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Hallo Elke

Willkommen hier im Forum. Schön, dass Du mitmachst.
Zum Thema der alten Akten:
Ich habe im Geschäft immer stapelweise Papier von alten Arbeiten, die ich nicht mehr brauche. Am Montag starte ich die Woche recht oft demonstrativ so, dass ich einen Berg dieser Akten im Altpapier verschwinden lasse. Die gehen dann mit einem Rumms dort rein (egal ob es die anderen stört) ... hat aber einen angenehmen Effekt auf mich. Es ist wie wenn man im Heissluftballon ein paar Säcke Sand abwirft, um wieder höher steigen zu können.

Gruss, Marcel
 
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05.10.05
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Gestern habe ich 60 Umzugskisten bekommen, die ich bis nächsten Mittwoch füllen muss. Da habe ich beste Möglichkeiten, das mit dem Loslassen mal zu üben. Die Mülltonne ist vorsichtshalber geleert. So steht meinem Tatendrang nichts im Wege.;)

Allerdings werde ich mich deshalb wohl die nächsten zwei Wochen rar machen hier im Forum und sicher kaum Zeit zum Schreiben haben.

Ich freue mich aber auch schon sehr, dass so mancher Ballast mit dem Umzug auch verschwindet.

Bis nach dem Umzug viele Grüße

von Anne
 
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09.11.04
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Hallo,

dieses Thema war ja ürsprünglich von mir, und ich habe festgestellt dass es aus einer Zeit herauskam als ich schon fast depressiv war. Ich bin irgendwie empfindlicher geworden im Umgang mit negativer Stimmung.
Und das sich "trennen wollen" ist zu einem Selbstschutz geworden.

Hier nochmal ein Beispiel:
Am WE hat es hier 20 bis 30 cm geschneit (ist was Besonderes hier in der Gegend). Ich habe mich darüber total gefreut, alles so schön weiß:)
Am Abend haben wir noch eine Schneeballschlacht gemacht und außerdem hatten wir ja WE und mussten nicht irgendwo hin.
Nun kam von Freunden eine E-Mail mit Bildern und zwei Sätzen die eine ziemlich negative Ausstrahlung hatten. So, soll ich mir jetzt meine Freude verderben lassen? Nein, eigentlich nicht, aber ich konnte mich doch nicht ganz dieser Stimmung entziehen und das hat mich geärgert.
Habe die E-Mail ohne zu antworten gelöscht.

Habt ihr schon einmal festgestellt dass euch etwas die Freude verdirbt und ihr das am liebsten wieder los werden möchtet?

Ich meine auch so aus Selbstschutz, um sich nicht herunter zuziehen zu lassen?
 
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23.04.06
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Diese Feststellung, dass etwas einem die Freude verdirbt und man das am liebsten loswerden möchte kennen sicher viele Menschen.:)
Es stellt sich nur die Frage was möchte man loswerden. Meist ist es doch das schlechte Gefühl, das eine Nachricht oder ein Mensch in einem auslöst. Man fühlt sich scheußlich, seiner Kraft beraubt und das möchte man loswerden.
Sobald ich etwas negativ bewerte stellt sich automatisch ein schlechtes Gefühl ein. Das ist ganz normal.
Sobald ich aber hingehe und mir das negative einer schlechten Nachricht neutral anschaue und überlege ob das überhaupt etwas mit mir zu tun hat. Ist mir das überhaupt wichtig, oder kann mir das eigentlich egal sein. Manchmal merkt man schnell, das man da keinen Einfluss drauf hat, das man sich nicht damit auseinandersetzen muss, wenn man das nicht will.
Beispiel: Wenn ein Mensch einem ständig negative Geschichten erzählt von Krankheiten, Todesfällen, von Personen die er kaum kennt und die einen selbst noch weniger betreffen.
Ich habe früher häufig mit einem schlechten Gefühl reagiert, wenn jemand mich so bombadiert hat und habe meine Anteilnahme gezeigt. Aber seitdem ich eine andere Geisteshaltung dazu eingenommen habe, ist es so das selbst Menschen, die gerne von Krankheiten und Katasthrophen reden, sich anders ausdrücken und sich mit mir mehr über positive Dinge unterhalten. Ich selbst bin anders geworden, was nichts mit Abgebrühtheit zu tun hat, sondern einfach damit, das ich dem gegenüber was mir erzählt wird neutral begegne.
Und so durfte ich erfahren, dass sich Menschen, von denen ich glaubte, dass sie nur negative Geschichten zu berichten haben, sich auch in meiner Nähe wohler fühlen und sie sogar viele positive Seiten haben.

Grüsse von Juliette
 
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31.03.08
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Hallo zusammen!
Regelmässig starte ich Zuhause das große Ausmisten. jede Kiste und jeder Schrank sind dann nicht mehr vor mir sicher. Von jedem Zimmer bis in den Keller wird ausgemistet. Da kann ich loslassen. In den letzten Monaten habe ich so einiges gelernt und durch das Loslassen in unterschiedlichen Bereichen habe ich eine Kraft entwickelt andere Dinge anzupacken und bin offen für neue Perspektiven. Ich hatte ziemlich Angst vor Veränderung. Leider bin ich im Moment in einer Situation die mich sehr belastet. Ich habe das Gefühl das ist noch eine Steigerung zum Loslassen. Ich kann leider nichts genaues darüber schreiben, habe aber heute morgen einen Beratungstermin geholt, der in zwei Wochen ist. Bis dahin muss ich alleine klarkommen mit der Angst, der Ungewissheit, der Wut, dem Alleinsein damit und was noch dazugehört.
Ich wünsche allen einen schönen Abend und lasst euch nicht runterziehen.:wave:

Liebe Grüße Manuela0607
 
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