Die genetische Ausrede

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15.05.05
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Hallo,

sehr oft hört man, dass diese oder jene Krankheit/Behinderung/etc. genetische bzw. erblichbedingte Ursachen habe. Komischerweise gibt sich dann der großteil der Menschen mit dieser Erklärung ab ohne weiter nachzufragen. Aber wie entstehen eigentlich gentische Schäden bzw.Schäden am Fetus im Mutterleib.

Genotoxine
Gentoxine lösen gentische Veränderungen in Eizellen oder Spermien aus, die zu Chromosomen-Anomalien führen. Genotoxine schädigen den Fetus damit indirekt durch die Veränderung der Erbsubtanz vor der Befruchtung. Dabei kann es unter anderem zu Gehirnschädigungen des ungebohrenen Kindes kommen. Es besteht der Verdacht das z.B. das Down-Syndrom durch Pestizide wie Ethylen-Dibromid und Blei oder ionisierende radioaktive Strahlung veursacht wird.
Die Erblichen Auswirkungen können auf nachkommende Generationen übertragen werden und betreffen dann die Keimzelle oder betreffen nur die Elterneteile und das Kind (somatisch).

Teratogene
Teratogene lösen Geburtsfehler oder Mißbildungen aus. Teratogene schädigen den Fetus damit direkt. Die schädigenden Substanzen werden meist direkt von dem Mutterleib auf das Kind übertragen. Können aber auch von Einflüssen vor der Befruchtung herrühren (Einlagerung von Schadstoffen in die Körperzellen der Mutter, Alkohol- oder Tabakkonsum).
Schädigende Substanzen können z.B. Alkohol, Zigarettenrauch, Kokain, Blei, Methylquecksilber, Kohlenmonoxid, versch. Pestizide, Dioxin, Lösungsmmittel (Toluol), Benzol(?) und ionisierende radioaktive Strahlung sein.

Es gibt also eine ganze Latte von möglichen Ursachen für genetische oder pränatale (vorgeburtliche) "Störungen". Aber leider ist die Aussage "genetische Ursache" genauso zu einen totschlagargument geworden, wie die Aussage "psychsomatisch".

Grüße Toks
 
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16.02.05
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Ganz ehrlich, wer will das denn so genau wissen. Ich bin auch Zölli bzw. habe für die ganz bedepperten eine Brotallergie. Natürlich habe ich nur eine Gluten-Intolleranz aber wer kann denn damit was anfangen. Am Ende sage ich ja eh: "Ich bin auf Brot allergisch!" dann verstehen Sie es auch... endlich!

In 10 Jahren (wenn 70% der Bevölkerung eine Allergie hat!) kennt man auch Zölliakie bzw. Glutenintolleranz aber heute ist das für die Ü40 Generation noch nichts. Da hilft das beste erklären nichts. Der Normbürger hat vom Körper (in dem er haust) glaube ich weniger Ahnung als von dem das er tagtäglich macht. Traurig aber ich habe ja bis vor 7 Jahren auch noch zu "denen" gehört.

Aber die Aufklärungswelle rollt. Habe letztens (vor 2 Tagen) bei Avenzio einen 30 Sekunden Spot gesehen in dem ganz knapp gesagt wurde: "Wenn Sie oft Appetit auf Süßes haben dann ist das u.U. eine Hefe in Ihrem Körper. Legen Sie statt Marmelade besser Gemüse auf's Brot"; dabei saß ein Mann am Frühstückstisch uns schmierte sich gerade eine Stulle mit Gurken. Wie gesagt, die Aufklärungswelle rollt, wenn auch langsam und inhaltlich falsch. Aber es muss ja in Häppchen und am besten vorgekaut serviert werden.

Denk immer dran, hier ist die vorderste Front die noch experiementiert.
 

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15.05.05
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Mike schrieb:
Ganz ehrlich, wer will das denn so genau wissen.
Jeder der mit dem Gedanken spielt ein Kind zu bekommen und das dann noch möglichst gesund. Früher wurde übrigens sehr viel mit Bleifarbe gearbeitet. Sogar Kinderbetten wurden damit gestrichen. Jetzt bezweifelt niemand mehr das Blei schädlich ist und verherende Auswirkungen auf die Gesundheit und vor allem auf das Gehirn hat.
Und dann sieh dir mal die Eltern an die für ihre Kinder tolle Kinderbetten aus Leimholz kaufen und diese auf einer tollen Schaumstoffmatraze schlafen lassen und davor noch schön Laminat verlegt haben.....

Aufklärung tut not. Und zwar jetzt! Von wegen Aufklärungswelle. Hast du schonmal was von REACH gehört? Tu mir mal den Gefallen und google danach. Dann siehst du was die Industrie so alles verzapft...

Toks
 
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01.03.06
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Hallo Tocks ,was ist Leimholz und warum ist Laminat nicht gut ? Ich dachte Laminat besteht auch Holzbrettern die Geölt sind .:schock: Oder nicht ?
 
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15.05.05
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Hallo maichen.

Leimholz ist ein Holzplatte die aus mehren Holzschichten besteht und mit Leim zusammengehalten wird. Im Leim können mehrere Toxine enthalen sein (Terpene, VOC). Du musst aber aufpassen. Oft wird Laimholz als Massivholz bzw. Massiv-Laimholz deklariert. Was zu Verwirrung führen kann.

Lamit besteht aus Presspan, Kunstoff, Papier und Harzen.... Auf dem Papier ist ein Motiv bedruckt z. B. Holzmotive. Mehr oder weniger also ein Fakeprodukt. Im Laminat können z.B. Aldehyde(Formaldehyd) und/oder Ketone enthalten sein.

Dielen oder Parkett z.B. besteht nur aus Holzbrettern die gewachst oder geölt sind.

Toks
 
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01.03.06
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Da hast du natürlich recht ,dann ist Laminat echt Sch...., und man sollte was anderes nehmen. Aber in manchen alten Häusern ist Holzdielenboden ,der ist sehr sehr hellhörig .Darum nehmen manche das Laminat. Was würdest du denen raten ?
 
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15.05.05
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Hmm, Ratschläge sind immer so eine Sache. Wenn man sich immer nur auf Ratschläge verlässt und sich nicht selbst informiert besteht immer schnell die Gefahr das man verarscht wird.

Also ich habe nach langem überlegen und abwegen mich für Fliesen und Lufkalkmörtel entschieden. Gegen Teppichboden fanden sich bei jedem Typ immer noch viel zu viel bedenkliche Stoffe und Nachteile und Echtholz-Fussboden kann ich mir einfach nicht leisten.

Ich bin grade noch dabei zu renovieren und verlege grade Spaltplatten im Dickbettverfahren auf Luftkalkmörtel. Warum ich keinen Fliesenkleber nehme sollte wohl klar sein :)
Der Luftkalkmörtel hat mehrer Vorteile aber auch viele Nachteile.

Er besteht nur aus Calciumhydroxid (eine Base) Sand und Wasser. Ca(OH)3 ist auch bekannt als Löschkalk bzw. Weißkalkhydrath. Er ist billg. Er regiert nicht mit dem PVC auf dem ich die Fliesen lege. D.H. ich kann die Fliesen aus meiner Mietwohnung ohne Probleme wieder entfernen. Er hält trotzdem sehr gut ( der Verbund manchs). Er sorgt für ein angenehmes Raumklima.
Einige Nachteile sind unter anderem das er mit Wasser reagiert (weshalb die Fugen mit einem Wassermörtel (Zementmörtel) abgedichtete werden müssen) und das er sich nicht mit allen Fliesenarten gut verbindet. Z.B. das neue Feinsteinzeug ist zu feinpohrig und zu heiß gebrannt. Deshalb reagiert der Lufkalkmörtel damit nicht optimal. Da es sich hier um eine Base handelt und ätzend vor dem Aushärten ist, reagiert er super mit Haut und Schleimhäute. Also beim anrühren Staupmaske tragen und beim Verlegen unbedingt Handschuhe.

Ich rühre den Mörtel im Verhältnis 3 (bis 4) Teile Sand auf 1 Teil Weißkalkhydrath an. Dazu dann natürlich Wasser. Pass aber auf das es nicht zu viel Wasser ist und die Masse nicht zu breiig wird. Sonst halten die Fliesen nicht. Der Sand sollte gewaschen und feinpohrig sein. Ich habe die Körnung 1-4 mm glaube ich. Das Calciumhydroxid verbindet sich nämlich mit dem Sand und dem Kohlensoffoxid aus der Luf zu einem feinem Kirstallgitter.

Soviel zu meinem kleinem Vortrag.... :wave:

Toks
 
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19.03.06
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Hm, leider ist dieses hochinteressante Thema etwas abgedriftet!

Also vielleicht noch mal zurück: was ist (nach heutigem Wissensstand) tatsächlich genetisch verursacht und was nicht?


Herzliche Grüße von
Leòn
 
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10.01.04
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Estmal wieder googeln, damit klar ist, um was es bei genetisch bedingten Krankheiten geht:
Erbkrankheiten
Die gesamte genetische Information eines Menschen ist in der Desoxyribonukleinsäure (DNA) hinterlegt. Bei Erbkrankheiten werden Veränderungen im Aufbau einzelner DNA-Abschnitte, den so genannten Genen, oder größerer Bereiche des DNA-Moleküls von einer Generation auf die nächste vererbt.
Erbkrankheiten - Onmeda: Medizin und Gesundheit
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Multifaktorielle (genetisch mitbedingte, polygene) Erkrankungen
Bei den genetisch mitbedingten, multifaktoriellen Erkrankungen spielen auf Grundlage einer genetischen Disposition Umweltfaktoren entweder auslösend oder modifizierend eine wesentliche Rolle. Hinsichtlich der genetischen Komponente ist meist von einer Vielzahl von Veränderungen in unterschiedlichen Genen auszugehen, deren Wirkung sich summiert.

Sie sind häufig und stellen sich nicht selten erst im Laufe des Lebens ein. Zu den multifaktoriellen Erkrankungen gehören Heuschnupfen mit einer Häufigkeit von 8 zu 100, Diabetes mit 2 zu 100 oder Epilepsie mit 1 zu 200 Personen. Auch einige Fehlbildungen wie z. B. Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten oder Neuralrohrdefekte sind dieser Erkrankungsgruppe zuzurechnen. Diese treten mit Häufigkeiten von jeweils etwa 1-2 pro 1000 auf.
Was sind Erbkrankheiten? Multifaktorielle (genetisch mitbedingte, polygene) Erkrankungen - Onmeda: Medizin und Gesundheit

Gruss,
Uta
 
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04.04.07
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hallo,
gene mutieren ständig, sie werden durch vererbung auch weiter gegeben. dies ist erstmal die grundaussage wenns um die genetische ursache geht.
das andere was angesprochen ist meint eine genschädigung. diese ist etwas anderes. kann aber auch wie richtig gesagt wurde zu vielen störungen führen.

psychosomatik ist eben falls eine von vielen möglichkeit für krankheiten und werden sehr erfolgreich z.b. mit (körperorientierter)psychotherapie aber auch homöopathie behandelt.

die eine ursache für alles gibt es eben nicht! wie es auch nicht die eine lösung gibt.

lieber gruß
andreas
 

Horaz

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05.10.06
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Also Andreas, wie war das?
"Gene mutieren ständig"? und "Sie werden durch Vererbung auch weitergegeben" (tatsächlich?)
"Psychosomatik ist ebenfalls eine von vielen Möglichkeiten für Krankheiten"???
Der Informationsgehalt deines Beitrages verblüfft mich ein wenig.
Gruß, Horaz
 
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10.01.04
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Andreas hat im Prinzip Recht:
- Gene können durch alle möglichen Umstände mutieren und dann so
weitergegeben werden.
Das ist insofern interessant und bedenklich, als eben auch ungut veränderte
Gene so an die nächste Generation weitergegeben werden. Eine "Zurück-
führung" in den alten Zustand ist meines Wissens zur Zeit nicht möglich, auch wenn das gewünscht wäre.
- Auch psychosomatische Probleme (Traumata) können nach neueren Erkenntnissen Mutationen bewirken und entsprechend Krankheiten in der jetzigen Generation und späteren hevorrufen.

Wie das funktioniert, ist noch nicht wirklich klar, aber es wird heftig geforscht.

Grüsse,
Uta
genetische Veränderungen mit sich bringen
 

MisterX

Gene bzw. genetische Veränderungen können sich auch wieder zurück verwandeln! Dies wird meines Wissens bei vielen Tierarten beobachtet.
Gerade Bakterien sind ja das perfekte Beispiel wie versch. Gene bzw. Genabschnitte nach belieben ab- und angeschaltet werden können.
War eine Mutation nicht erfolgreich oder wird sie nicht mehr benötigt tritt der alte Zustand wieder ein!
Offensichtlich haben demzufolge alle Organismen mehrere Zustände gespeichert.

Es gibt übrigens nicht „das Gen“ - es gibt (neuster Forschung zufolge) immer nur eine ganze Kette die viele Infos enthält. Das macht GenManipulation viel schwieriger als man Anfangs dachte. Zum Glück ;)
Und jeder Mensch bringt zwar schon Mutationen mit - aber es entstehen bei JEDEM Menschen auch (im Schnitt) 3 neue Mutationen!
So gesehen ist also jeder von uns ein Mutant! ;)

Lieben Gruß
 
Beitritt
22.04.06
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Ich habe mal ein Buch gelesen (oder besser überflogen) mit dem Titel „Springende Gene“. Danach wandern Gene, im Rahmen der Fortpflanzung, an eine andere Stelle. Die Natur probt damit, mit Hilfe des Zufalls, ob andere Eigenschaften eventuell Vorteile bringen. Meistens bringt es nichts, aber es wäre eine gute Erklärung dafür, wie Bakterien resistent werden.

Viele Grüsse
Wero
 
Beitritt
04.04.07
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lieber horaz

es ging mir darum die diskussion auf die faktenebene zu bringen. da im eröffnungsbeitrag einiges anbegriffsverwirrung zu lesen war.
was sich sonst nicht aufklären ließe wie mir schien.

lieber gruß
andreas

genmutation ist ja (nur als anmerkung) auch sowas wie ein entwicklungsfaktor
 

Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Natürlich sind Genmutationen einfach Faktenlage. Wichtig ist allerdings die Erkenntnis, dass Gene nicht einem statisch, linear, kausalen Prinzip folgen. Zwar sind in den Erbgutfäden alle Informationen enthalten, anhand derer sich das Leben entwickelt. Die lebende Zelle bedient sich aber, den Prinzipien der Selbstorganisation entsprechend, von selbst derjenigen Stückchen der Erbsubstanz, die es für den Aufbau bestimmter Eiweiße und Enzyme benötigt.
Dort liegen auch die Grenzen der Gentechnik, weil ein "einfaches" Austauschen von Geninformationen - was an sich schon extrem schwierig ist - keineswegs ein angestrebtes Ziel erbringen muß.

Viele Grüße, Horaz
 
Beitritt
10.01.04
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. Die lebende Zelle bedient sich aber, den Prinzipien der Selbstorganisation entsprechend, von selbst derjenigen Stückchen der Erbsubstanz, die es für den Aufbau bestimmter Eiweiße und Enzyme benötigt.
So mag es gedacht sein. Was aber nun, wenn die Zellen diese Prinzipien aus irgendeinem Grund der Zellschädigung nicht mehr ausführen können? Dann entsteht Durcheinander und evtl. Krankheit.

Gruss,
Uta
 

Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Jeder Mensch macht im Lauf seines Lebens Genmutationen mit. Angeblich rund 50 sollen es sein. Genmutationen können ein postives oder negatives Ergebnis mit sich bringen. Wenn es negative sind, die zu Krankheiten führen, vielleicht der folgenden Generation, ist ein solches Ereignis möglicherweise lebensbestimmend. Was alles Genmutationen auslösen kann, bleibt uns weitestgehend verborgen. Wenngleich es eine große Liste mit Vermutungen dazu gibt.
Das Eingangsposting hatte eigentlich zum Inhalt, dass "genetisch bedingt" heutzutage als Floskel verwendet wird, die fast alles beinhalten kann, wofür keine andere Erklärung gefunden wird.

Viele Grüße, Horaz
 
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Beitritt
19.03.06
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Hallo Horaz,

ja - daran wollte ich auch gerne mal erinnern. "Genetische" Gründe werden sehr oft postuliert, wenn es darum geht, die eigne Verantwortlichkeit herunter zu spielen.

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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