Diagnose der Histaminintoleranz: wie wird sie zuverlässig und ohne Schaden für den Patienten gestellt?

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72.938
Hier schreiben immer wieder User, daß bei Ihnen eine Histaminintoleranz (HIT) festgestellt wurde.
Mich würde interessieren, wie genau das gemacht wurde, wer das gemacht hat usw. usw. Und: ist danach ein Histamintoleranz-Pass ausgestellt worden? Irgendwelche guten Tipps, was man mit einer HIT beachten sollte und was man tun kann. Ist nach möglichen Ursachen gesucht worden?

Grüsse,
Oregano
 
Also bei mir wurde die Diagnose mittels einer Stuhluntersuchung gestellt. Nachdem ich alle möglichen Ärzte aufgesucht hatte und keinerlei Erklärung für meine Symptome gefunden wurden, suchte ich einen Heilpraktiker auf, der sich meine Leidensgeschichte genau anhörte und daraufhin diverse Blut- und Urinwerte bestimmen ließ plus die besagte Stuhluntersuchung.
Bei letzterer kam eben ein starker Mangel an DAO heraus und ein Hinweis auf erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut.
Meine Nährstoffwerte sahen ansonsten recht gut aus, da ich schon seit einiger Zeit immer wieder abwechselnd B-Vitamine, Zink, Magnesium, Calcium und Omega 3 und Lysin supplementiere. Bei allen diesen Nährstoffen gab es schon mal einen Mangel, der aber mittlerweile behoben zu sein scheint. Nur mein B3 Wert ist noch grenzwertig.

Einen Histamintoleranz-Pass gibt es? Davon habe ich tatsächlich noch nie etwas gehört.

Was ich seit der Diagnose beachten muss, ist eine wirklich extrem histaminarme Ernährung. Keine starke körperliche Anstrengung. Viiieeel trinken, um überschüssiges Histamin auszuschwämmen.
 
Mir wurde in einem Allergieambulatorium Blut abgenommen, allerdings gelang damit nicht die Diagnosestellung, sondern anhand der Beschreibung wurde mir gesagt, dass ich defintiv Histaminschwierigkeiten habe, auch wenn die Blutabnahme nichts ausgesagt hat. Sämtliche anderen Untersuchungen sind in meiner Gegend "nicht mehr Usus" deswegen gibts nur ein Anamnesegespräch und eine Blutabnahme für den Daowert und den Histaminwert im Blut.

Histaminpass habe ich keinen bekommen. Finde ich persönlich zwar bedenklich, aber Pass gibts scheinbar vor allem bei Allergien, wo ich wohne.
 
Nachdem der Heilpraktiker meine Diagnose bereits aufgrund einer Stuhluntersuchung gestellt hatte, wurde mir beim Allergologen auch nochmal Blut abgenommen: ohne Befund. Ich finde das so lächerlich. Denn niemand hat mir beim Arzt gesagt, dass man bei einer quasi histaminfreien Diät natürlich überhaupt keine erhöhten Histaminwerte im Blut feststellen kann. Das hätte Sinn gemacht, als ich noch nicht wusste, dass ich Histaminprobleme habe. Damals hatte ich meine Ernährung auch noch nicht umgestellt und mir ging es hundeelend. Da hätte man sicherlich stark erhöhte Histaminwerte im Blut nachweisen können. Aber wenn sich jemand so ernährt, dass erst gar kein überschüssiges Histamin in den Organismus gelangt, bringt die Blutuntersuchung natürlich auch kein Ergebnis. Oh man, ich bin geschockt über die Unwissenheit und Gleichgültigkeit mancher Ärzte. Aber ok, das gehört hier nur bedingt in diesen Thread...
 
Unwissenheit und Gleichgültigkeit mancher Ärzte
Hallo Knallfrosch,

genau deshalb habe ich ja diesen Thread aufgemacht.
Ich hätte gerne für den Fall einer Krankenhauseinweisung aus welchem Grund auch immer eine quasi amtliche Bescheinigung, daß ich eine HIT habe. Am besten sollte auch die Salicylatintoleranz dabei stehen.

Von einer allergologischen Klinik wurde mir nun vorgeschlagen, daß ein Provokationstest mit Histamin gemacht wird. Dabei bekommt man Histamin z.B. mit einer Tasse Tee verabreicht oder auch als Spritze unter anderen, wobei man nicht weiß, welche Spritze Histamin enthält und welche nicht.

Zur Zeit reagiere ich aber sowieso empfindlich auf alles Mögliche, weil gerade die Frühblüher-Pollen unterwegs sind und ich merde, daß ich auch auf Lebensmittel eher reagiere als im Winter. Deshalb möchte ich mir so einen Provokationstest auch nicht antun.

Wie bei Maude wurde auch mir Blut abgenommen, aber dabei kam nichts in Bezug auf eine Histaminintoleranz heraus.

Grüsse,
Oregano
 
Hallo Knallfrosch,

genau deshalb habe ich ja diesen Thread aufgemacht.
Ich hätte gerne für den Fall einer Krankenhauseinweisung aus welchem Grund auch immer eine quasi amtliche Bescheinigung, daß ich eine HIT habe. Am besten sollte auch die Salicylatintoleranz dabei stehen.

Von einer allergologischen Klinik wurde mir nun vorgeschlagen, daß ein Provokationstest mit Histamin gemacht wird. Dabei bekommt man Histamin z.B. mit einer Tasse Tee verabreicht oder auch als Spritze unter anderen, wobei man nicht weiß, welche Spritze Histamin enthält und welche nicht.

Zur Zeit reagiere ich aber sowieso empfindlich auf alles Mögliche, weil gerade die Frühblüher-Pollen unterwegs sind und ich merde, daß ich auch auf Lebensmittel eher reagiere als im Winter. Deshalb möchte ich mir so einen Provokationstest auch nicht antun.

Wie bei Maude wurde auch mir Blut abgenommen, aber dabei kam nichts in Bezug auf eine Histaminintoleranz heraus.

Grüsse,
Oregano
Es herrscht eben immer noch die Ansicht, dass man mit Allergie sofort Reaktionen zeigt, während man bei Problemen mit Histamin zwischen Ungläubigkeit der Ärzte und Runterspielen der Schwirigkeiten konfrontiert wird. Absoluter Blödsinn, ich hab auch schon innerhalb von 5 Minuten Reaktionen gezeigt.

Zurück zu Deinem Problem: Mir ist auch gesagt worden, dass man wenn man weitere Allergien hat, man mit Histamin auch empfindlicher wird, in der Pollensaison z.B. . Was hat denn der Allergologe zu Dir gesagt? Bei mir war's wohl eine sehr unhöfliche Dame, die mir schon im Vorhinein erklärt hat, dass die Blutabnahme im Grunde genommen sinnlos ist, weil es trotzdem nichts aussagt, wenn alle Marker in Ordnung sind, aber sie war so ehrlich und hat mir zugestanden, dass ich laut Beschreiben der Symptome histaminintolerant bin.

Ich hab seitdem rausgefunden, dass es zum Teil mit Entzündungen im untersten Darmabschnitt zu tun hat (weil du in deinem ersten Posting nach Ursachen gefragt hast), ob und wie stark ich reagiere, aber ich muss das trotzdem regelmäßig monitoren, d.h. tritt die Entzündung wieder auf (die ich nicht bemerke), treten meine Probleme wieder auf. Ich verstehe, warum man einen Pass, oder wenigstens ein Schreiben will.

Hat Dir ein Arzt jemals zugestanden, dass du das hast, oder bist auf Ignoranz gestoßen und warst auf Selbstdiagnose- und findung angewiesen? Ich habs noch nicht probiert, aber ich würde entweder auf die Allergologie, oder einen fachkundigen Arzt (und sei es nur einer, der nicht so tut, als gäbe es die Intoleranz nicht) zurückkommen und mal schauen, obs die Möglichkeit gibt ein offizielles Schreiben, oder vielleicht sogar einen Pass zu bekommen.
 
Hier wird beschrieben, wie eine klinische Testung auf Histaminintoleranz aussieht. Dazu muß man in die Klinik gehen und dort eine Nacht bleiben, um evtl behandelt zu werden, wenn man auf den „Histamin-Tee“ reagiert.
Ich finde diesen Test sehr belastend und kann irgendwie nicht glauben, daß die damit erzielten Ergebnisse wirklich stimmen.
Der hier befragte Prof. Brockow gehört zum Klinikum Rechts der Isar am Biederstein = Dermatologie + Allergologie.


Grüsse,
Oregano
 
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