Depression - Beziehungsprobleme - Midlifecrisis

wundermittel
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21.04.05
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Hallo Inga,

zwar habe ich hier längst nicht alles verfolgt, nun aber von Deiner Diagnose gelesen.

Meine Schwester hat zum zweiten Mal Krebs, das erste mal hatte sie Knochenkrebs und es sah wirklich sehr schlecht für sie aus - sie hat ihn gut überstanden.
Als das zweite Mal nun Krebs diagnostiziert wurde - Kieferkrebs - sehr weit fortgeschritten, sah es nun wirklich schlecht aus.

Ich habe viel für sie gebetet und Gott hat sie errettet - das ist wirklich ein Wunder - so viel Gnade von ihm.

Von daher möchte ich Dir sagen, selbst wenn die Diagnose nicht gut aussieht, heißt dies nicht, das alles vorbei ist.
Schließe nicht mit Deinem Leben ab und behalte die Hoffnung.

Liebe Grüße
Renate
 
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28.11.05
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liebe inga,

hab gerade den ganzen thread gelesen, bis hin zur schrecklichen diagnose. möchte dir auf diesem weg alles gute und alle kraft der welt wünschen.

vergiss die schwierigen zeiten und konzentriere dich auf dich und deine zukunft! auch wenn du unsicher bist, ob du überhaupt noch eine zukunft hast – ich habe dich durch deine erzählungen als eine sehr starke und lebensfrohe frau wahrgenommen – du schaffst das!!!

ich nehme mal an, da du eine so herzliche frau bist, hast du auch einige gute freunde, die dir sicher beistehen werden, wo sie können – nimm ihre hilfe in anspruch!

und, bitte, lass uns weiterhin wissen, wie's dir gerade geht!

alles liebe und eine virtuelle umarmung
herta
 
regulat-pro-immune

inga

in memoriam
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28.07.04
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Guten Abend meine lieben Seelen!

Trotz grosser Anstrengung, möchte ich mal kurz auf eure herzenslieben Beiträge antworten.

Ich hab nun die Bestrahlungstherapie begonnen und nehme zugleich Chemo-Präparate ein. Ich hätte es mir nie vorstellen können, dass ich soooooooo müde und geschafft sein kann. Ich versuche, so viel wie möglich noch selber zu erledigen. Muss aber Einiges auch stehen lassen. Ich darf nicht mehr mit meinem Auto fahren.

Meine Schwester, die in Venedig wohnt, hat entschieden, noch eine Woche länger hier zu bleiben, um mir etwas zu helfen. Sie fährt mich täglich ins Spital. Auch meine Nachbarn kümmern sich wirklich sehr lieb um mich. Sie betonen immer wieder, ich solle mich unbedingt melden, falls ich was benötige.

Wenn ich hier im Forum lesen, kullern mir permanent die Tränen. So viel Mitgefühl. So viel Liebe. Danke! Ich kann nicht mehr sagen.

B. hat sich über all die Feiertrage elegant fern gehalten. Kann ein Mensch so "menschlich" sein?

Ich möchte mich bei euch entschuldigen, dass ich heute nicht so viel schreiben kann. Bin aber ziemlich geschafft. Ich habe noch 6 Bestrahlungssitzungen vor mir. Danach weiss ich noch nicht richtig, wie die Therapie weiter gehen wird. Ich hoffe nur, dass diese Müdigkeit etwas nachlässt. Ich erwarte nicht mehr viel von meinem Leben. Ich möchte nur noch das Wichtigste für meine Kinder erledigen und ein einigermassen ruhiges Dasein erreichen. Ich lege mein Leben in den Händen meines Herrn. Arbeite aber auch daran, dass es voran geht. Das verspreche ich.

Ich wünsche euch allen einen angenehmen Abend und einen wunderschönen Start ins Neue Jahr.

Ganz ganz liebe Grüsse und eine liebe Umarmung.
 
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30.06.05
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Hallo Inga!

Das Du während Bestrahlung und Chemo hier im Forum keine Romane schreiben kannst ist uns allen klar.
Das ist momentan auch nicht wichtig. Wichtiger ist, das Du Dir selbst die Ruhe und die Entspannung gönnst, um das alles gut durchzustehen.

Wünsch Dir viel Kraft, für die nächsten Wochen, damit Du da gut durchkommst. Und vor allen Dingen: gönn Dir die Dinge, nach denen Dir gerade ist, wie viel schlafen und lass lieber alles mal liegen, wenn es Dir nach Frischluft ist ...

Lieber Gruss Karin
 
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08.10.04
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Liebe Inga!

Ich wünsche Dir für die nächsten Bestrahlungstermine und auch für die Chemotherapie ganz viel Kraft! Und weiterhin ganz viele Menschen, die für Dich da sind und Dir unter die Arme greifen können.

Wie geht es Deinen Söhnen? Hast du mit ihnen darüber gesprochen?

Natürlich verstehen wir, dass Du zur Zeit alle Kraft für Dich selber benötigst, und nicht viel schreiben magst. Aber vielleicht kannst Du uns trotzdem hin und wieder ein wenig auf dem Laufenden halten, das wäre schön.

Ich bin in Gedanken bei Dir und wünsche Dir alles Liebe und erdenklich Gute!

Herzliche Grüsse von Elfe
 

inga

in memoriam
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28.07.04
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Guten Morgen!

So.... nun hab ich eine erste Hürde geschafft. Die 10 Bestrahlungen sind jetzt durch. Nun muss ich noch die restlichen Medikamente nehmen. Die Müdigkeit ist extrem. Ich muss alles im Zeitlupentempo erledigen. Momentan ist das Leben eigentlich nicht unbedingt lebenswert. Doch ich kämpfe. Ich versuche, so viel wie möglich selber zu erledigen. Zwei Mal die Woche kommt eine Haushaltshilfe vorbei und hilft mir ein wenig.

Ich hoffe sehr, dass ich mich in der nächsten Zeit von dieser unendlichen Müdigkeit erholen kann. Es sind mir auch alle Haare ausgefallen. Nun trage ich zu Hause einen Hut und für Draussen habe ich eine Pärücke. Na ja... ich wusste ja, dass dies eine Folge von der Therapie sein könnte.

Nächste Woche habe ich nochmals einen Termin beim Spezialisten im Spital und bei dieser Gelegenheit wird er mir genauer sagen, wie die Therapie weiter gehen wird. Wahrscheinlich werde ich ein Mal die Woche Infusionen bekommen.

Mein Arzt hatte noch den Wunsch geäussert, sich mit B. über die Situation zu unterhalten. B. hat den Termin wahrgenommen. Erst war er ziemlich genervt. Offensichtlich hatte er die Lage noch gar nicht richtig wahrgenommen. Nachdem mein Arzt ihn aufgeklärt hatte, war er sichtlich erschrocken. Vielleicht überlegt er sich jetzt was!

Ich hab ihn nur gebeten, sich etwas mehr um die Kinder zu kümmern. Eine Beziehung zu ihnen aufbauen. Falls mir was geschieht, muss er sich um sie kümmern. Bis jetzt hält er sich weiterhin fern. Ich hoffe wirklich sehr, dass dieser Mann mal sein Gehirn einschaltet und sich wie ein Mensch benimmt.

Ich werde euch nächste Woche berichten, wie meine Therapie weiter gehen wird. Ehrlich gesagt, irgendwie scheint mir alles so irreal. Ich kann es fast nicht fassen. Und doch merke ich an meinem Körper, dass da was nicht ok ist. Ich habe auch ziemlich abgenommen, obwohl ich nun Dinge esse, die ich vorhin noch nie gegessen habe. Ich muss einfach zusehen, dass ich nicht noch mehr abnehme. Ich tue mein Bestes!

Nun wünsche ich euch allen einen wunderschönen Tag!
Ich gehe mich noch etwas ausruhen.

Danke, dass es euch gibt!
 

admin

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01.01.04
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Hallo Inga

Ich muss gut drauf achten, dass ich nicht einen Satz mit "ich kann mir vorstellen, dass ..." beginne. Genau dies wollte ich nämlich gerade tun. Tatsache ist, dass ich nicht die geringste Vorstellungskraft habe, was wohl gerade in Dir vorgeht und wie Du die vielen Veränderungen, die mit Dir passieren aufnimmst.
Aber Du bist stark, hast die harte Zeit mit B. und das noch härtere Ende durchgestanden. Du kannst vieles schaffen. Solange man nicht an den Punkt kommt, wo man solche Kräfte wirklich benötigt, weiss man wohl auch gar nicht, dass man sie hat. Ich hoffe, dass Du noch lange davon schöpfen kannst. Und wenn wir hier dazu beitragen können, dass Du durchhältst, dann machen wir das sehr gerne.

Was B. betrifft, so erstaunt mich mittlerweile gar nichts mehr. Ich bin geneigt zu denken, dass es sogar besser wäre, wenn die Kinder NICHT mehr Kontakt zu ihm hätten, weil er offenbar nicht die Werte hat, deren Übernahme lohnenswert sind.

Ich wünsch Dir einen möglichst beschwerdefreien Sonntag und hoffe, dass keine weiteren negativen Veränderungen eintreten. Bis nächste Woche.

Gruss, Marcel
 
regulat-pro-immune
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28.11.05
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liebe inga,
vergiss für den moment alle anderen, schau auf dich! (soll heißen: mach dir keine sorgen, was mit den kindern sein könnte, wenn … und denk vor allem nicht an B. und ob er sein gehirn einschaltet oder nicht, das zermürbt dich nur, und du brauchst jetzt deine kräfte!)
vielleicht kannst du, wenn die therapie vorbei ist irgendwohin auf kur fahren um wieder energie zu tanken? oder sonstwas unternehmen, was du dir schon lange wünschst?

ich bin sehr froh, dass du dich gemeldet hast, ich habe immer wieder an dich gedacht und gehofft, von dir zu hören.

alles liebe und halt die ohren steif!
 
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08.10.04
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liebe Inga!

auch ich bin froh, etwas von Dir gehört zu haben! Ich hab Deinen Bericht erst heute gelesen, da ich selber ein paar Tage nicht mehr im Forum war.

Gut, hast Du die Bestrahlungstherapie hinter Dir! Hoffentlich geht es nun bald wieder aufwärts mit Dir! Und hoffentlich verträgst Du die Chemo einigermassen gut!

Die Frau meines Vaters (nach zwei Rückfällen gilt sie jetzt als geheilt, es sind nun etwa 4 Jahre vergangen seit der letzten Therapie) hat dies alles ja auch schon mehrfach durchgemacht, von daher kann ich mir wenigstens ein bisschen vorstellen, wie schwer das jetzt alles für Dich sein muss.

Ja, es wäre wirklich schön, wenn B. zur Vernunft kommen würde. Ich hoffe es auf jeden Fall sehr und ich möchte auch dafür beten.

Ich wünsche Dir und Deinen Söhnen ganz viel Kraft, Mut, Gottvertrauen und ein tiefes Gefühl des Geborgenseins! Halte durch!

Ich wünsch Dir von Herzen alles Liebe und Gute
Elfe
 
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10.01.04
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Liebe Inga,
ich kann mich den anderen nur anschließen und Dir alles, alles Gute wünschen - in jeder Beziehung.
Vielleicht ist es ganz gut, daß Du in einer Art Nebel bist. Das ist sicher von der Natur so eingerichtet, damit man solche schweren Zeiten besser übersteht.

Liebe Grüsse,
Uta
 

inga

in memoriam
Themenstarter
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28.07.04
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Guten Morgen alle zusammen!

Erst einmal herzlichen Dank für eure Worte!

Ich habe letzten Dienstag mit der Chemotherapie begonnen. Diese erstreckt sich über 4 Stunden. Es werden mir verschiedene Medikamente verabreicht. Gegen Übelkeit und allergische Reaktionen und noch der effektive "Chemohammer". Diese 4 Stunden habe ich recht gut überstanden. Ich konnte sogar schlafen. Ich muss 3 solcher Sitzungen machen, eine Woche dazwischen Pause und dann nochmals 3 Wochen. Dies möchten die Ärzte 3 Mal wiederholen. Das heisst: Das Ganze erstreckt sich über 3 Monate mit insgesammt 9 Chemo-Infusionen. Danach wird eine Computertomographie gemacht um festzustellen, ob das Ganze etwas gebracht hat. Wenn nicht die gewünschten Ziele erreicht sind, wiederholen wir die Therapie.

Wie geht es mir? Na ja.... die Müdigkeit ist immer noch da. Es wird zwar besser, aber ich habe immer wieder Tage, wo ich total müde bin. Ich muss alles im Zeitlupentempo erledigen und muss mich dazwischen immer wieder ausruhen. Die Ärzte sagen, dies werde besser, ich müsse nun halt etwas Geduld haben.

Ich versuche auch, nicht immer an diese Krankheit zu denken. Versuche, meinen Tag mit Aktivitäten auszufüllen. Haushalt, stricken, lesen, spazieren. Was mich aber momentan irgendwie stört, ist die Tatsache, dass meine Schwester jeden Tag anruft. Sie will wissen, ob ich geschlafen habe, ob ich Kopfschmerzen habe, ob ich müde bin, ob es mir schon etwas besser geht. Vor ein paar Tagen erwähnte ich dummerweise, dass ich die Nacht nicht gut geschlafen hätte, weil ich husten musste. Am nächsten Morgen um 8.00 Uhr ruft sie mich an, um zu wissen, ob ich diese Nacht geschlafen hätte. Das ist mir irgendwie zu viel. Bin ich etwa undankbar? Mir scheint aber, dass ich permanent daran erinnert werde, Krebskrank zu sein. Auch meine Mutter kann sich manche Bemerkungen nicht verkneifen. Das belastet mich etwas. Heute werden sie mich besuchen und ich werde mit ihnen darüber reden. Übermässiges Mitleid möchte ich nicht. Es wäre mir mehr gedient, wenn man eine gewisse Ablenkung bringen würde.

Von B. höre ich nur ab und zu mal was. Er hat sich seit Weihnachten nicht mehr blicken lassen. Na ja... ich denke, er ist eine arme Sau (sorry für den Ausdruck). Er weiss wahrscheinlich selber nicht, wie er mit der ganzen Situation umgehen soll. Wie ich gehört habe, meldet er sich auch nicht so oft bei seiner Mutter.

Ich hoffe sehr, dass meine Ur-Energie bald wieder zurückkehrt. Bin immer noch positiv eingestellt und WILL eine Besserung erreichen.

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Sonntag. Geniesst das Leben!
Bis bald!
 
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08.10.04
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hallo Inga!

schön, dass du Dich wieder gemeldet hast, und gut zu lesen, dass Du die Chemotherapie bis jetzt einigermassen gut über die Runden bringst. Ich wünsch Dir für die weiteren Chemo-Wochen ganz viel Kraft!! :kraft:


Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Deine Schwester zur Zeit ein wenig nervt. Ich hoffe, dass sie Deine Einwände gut versteht und Dich wieder ein wenig loslassen kann. Ich verstehe sehr gut, dass Du vor allem Ablenkung brauchst - denn wie solltest Du sonst Kraft schöpfen!


Ich wünsch Dir deshalb ganz viele Energiequellen, die Du anzapfen kannst! Tu Dir alles erdenklich Gute, sei lieb mit Dir selbst. :kiss: Ruh Dich aus, wann immer Du kannst, such die Ruhe der Natur und geniess alles Schöne. Ich hoffe, dass Du Freunde hast, die Dir jetzt zur Seite stehen, für Dich da sind und mit Dir zusammen schöne Momente geniessen.

Werde bald gesund! Gott segne Dich

sei lieb gegrüsst und umarmt
Elfe
 
regulat-pro-immune
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28.11.05
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inga schrieb:
Was mich aber momentan irgendwie stört, ist die Tatsache, dass meine Schwester jeden Tag anruft. Sie will wissen, ob ich geschlafen habe, ob ich Kopfschmerzen habe, ob ich müde bin, ob es mir schon etwas besser geht. Vor ein paar Tagen erwähnte ich dummerweise, dass ich die Nacht nicht gut geschlafen hätte, weil ich husten musste. Am nächsten Morgen um 8.00 Uhr ruft sie mich an, um zu wissen, ob ich diese Nacht geschlafen hätte. Das ist mir irgendwie zu viel. Bin ich etwa undankbar?
nein, du bist nicht undankbar – ist völlig verständlich, dass dir das zu viel wird! hoffentlich sehen deine mutter und schwester es ein, wenn du mit ihnen darüber sprichst und bessern sich – ich drück dir die daumen!
auch von mir weiterhin alles gute und liebe grüße! herta
 
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06.11.04
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Wie es Ingrid ( Inga ) wohl gehen mag? Ich lade Euch alle ein, heute Mittwoch, den 22. März in der Zeit zwischen 20 und 21 Uhr während ca. 5 Minuten Licht und Energie an Ingrid zu senden! Danke!
 
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10.01.04
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Hallo Pegasus,
das ist eine ganz gute Idee. Ich werde eine Kerze anzünden und fest an Inga denken.
Uta
 
regulat-pro-immune
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24.09.04
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Lieber Pegasus

Das finde ich ein gute Idee. Seltsam ist, dass ich Ingrid gestern um ca. 22.00 Uhr ein kurzes Mail gesendet habe und Du ca. zwei Stunden später Deinen Aufruf geschrieben hast.
Ich frage mich auch, wie es ihr geht und ich spüre tiefe Trauer, wenn ich an Ingrid denke... ich versuchte sie vorher per Tel. zu erreichen, aber es war niemand zu Hause.
Ingrid kann unsere geistige Unterstützung sicherlich gut gebrauchen, was immer auch sei.... wir sind mit Dir, Ingrid, du bist nicht alleine!

Pius
 
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