Depression - Beziehungsprobleme - Midlifecrisis

inga

in memoriam
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28.07.04
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Hallo an alle :)

Ich möchte hiermit ein neues Thema in Angriff nehmen! Hoffe, dass mir jemand von euch dabei behilflich sein kann.

Ich weiss nicht so recht, wo ich beginnen soll! Die Geschichte ist so lang, dass es wahrscheinlich den Rahmen sprengen würde. Ich möchte nur ganz kurz erwähnen, dass sich bei meinem Mann eine Midlifecrisis abzeichnet. Er ist sehr unzufrieden, beteiligt sich kaum am familiären geschehen, chattet stundenlang, ja sogar nächtelang. Durch sein Verhalten bin ich in eine Depression gerutscht. Ich hatte schwere Angst- und Panikattacken und Selbstmordgedanken. Bis ich endlich die Hilfe meines Hausarztes suchte. Dieser verschrieb mir Antidepressiva. Nun, mit diesen Mitteln heitert man künstlich die Stimmung auf. Die Gedanken kreisen nicht immer im Kreis. Die Suizidgedanken lassen nach. Sie sind nicht mehr so zwingend, aber immer noch präsent.

All das, hat natürlich zu Beziehungsproblemen geführt. Nun bin ich soweit, dass ich mir Gedanken mache, meinen Mann zu verlassen. Er lehnt kategorisch jede mögliche Hilfe ab. Er sagt, er wisse am Besten, wie er sich helfen könne. Ist das so?

Indem er sich von der Familie abschottet und nur noch an seinem PC sitzt, provoziert er nun mal Missverständisse und Ablehnung. Ich versuche mit Händen und Füssen, eine Familie zu retten. Doch ich weiss echt nicht, wie weiter. Soll ich einfach meinen Weg gehen? Was würde dies für meine Kinder bedeuten? Was könnte dies für Folgen für meinen Mann haben?

Wer von euch hat diesbezüglich ähnliche Erfahrungen gemacht? Wäre froh, um jeden Tipp oder jede Anregung. Auch nur ein gutes Wort, tut echt gut!

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Tag!
Tschüssli
 

admin

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01.01.04
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Herzlich willkommen, Ingrid!

Ich denke, es ist zu früh, bereits über den Weg des Verlassens zu sprechen ... zumal Du ja ein Interesse daran hast, die Familie zu retten ... was ich sehr schön finde in einer Zeit, wo man schneller versucht ist, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen als früher.
Wie lange dauert das schon an? Gab es gewisse Ereignisse, die dazu geführt haben? Hat er gewisse private oder berufliche Ziele nicht erreicht? Stimmte etwas zwischen EUCH nicht, bevor er sich zum Computer flüchtete?

Ich finde es interessant, dass Du im Web nach Hilfe suchst und verstehe das auch ein wenig als ein Mittel, Deinen Mann verstehen zu wollen. ER sucht etwas im Web, das ihm wieder Schwung gibt und DU suchst hier ebenfalls nach der Lösung. Auf jeden Fall finde ich es toll, dass Du Dich so einsetzt und ich bin sicher, dass Dich hier noch einige hilfsbereite Menschen dieses Forums begleiten werden auf diesem schwierigen Weg.

Alles Gute!

Gruss, Marcel
 

Bei Depressionen kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Eine Depression ist ein Symptom, welches eine Ursache hat. Das alleinige Wissen, warum man depressiv ist, hilft nur bedingt, weil dies ein bewusster Prozess ist und das Problem nicht löst. Aber die im Unterbewusstsein gespeicherten Emotionen und belastenden Ereignisse, die zur Depression geführt haben, können mittels der aufdeckenden Hypnosetherapie gelöst werden.

Die Hypnosetherapie ist ein natürlicher Weg zu mehr Eigenstärkung, zur Wiederherstellung der Balance und zur Lebensfreude.
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10.01.04
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Hallo Inga,
eine schwierige Lage. Ich finde es sehr positiv, daß Du versuchst, Deinen Mann zu verstehen und über Wege nachzudenken, wie Ihr wieder mehr zur Familie werdet.

Noch eine Frage: wie alt sind die Kinder? Wie sehen Sie es, daß ihr Vater hauptsächlich am PC sitzt, wenn er zu Hause ist?

Ansonsten: es stimmt schon: nur wenn ein Teil der Familie sich bewegt, kommt wieder Bewegung ins System. Da Du nicht Deinen Mann bewegen kannst (er findet ja alles ok), wird es an Dir sein, Dich zu bewegen. Allerdings weiß man nie so genau, wohin dann alles geht.

Vielleicht kannst Du ja mal einen Psychotherapeuten suchen als Hilfe für Dich: zum Klären Deiner Situation, zum Überlegen, welche Möglichkeiten Du hast usw. Was ich auch unbedingt empfehlen würde, bevor Du über eine Trennung ernsthaft nachdenkst: erkundige Dich genauestens, wie Du nach einer Scheidung dastehen würdest...

Alles GUte,
Uta
 
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27.01.04
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Hi Inga!

habe schon geantwortet, aber ist leider verschwunden, der beitrag.

1. kann ich empfehlen die kinesiologie nach 3 in 1 http://www.symptome.ch/cgi-bin/cute...sFBblFed0fRp5wsARE7XPF9nt&forum=37&thread=529 ist viel effektiver als die normale psychotherapie, muss man allerdings selber zahlen.
2. Depression hat manchmal mit aggression zu tun, die man nicht wahrhaben will. auf wen/was bist du wütend? vielleicht geht es dir besser, wenn du dir deine wut gegenüber deinem mann eingestehst und z.B. sagst "ich bin wütend auf dich" (auch einfach so, in den leeren raum). auf jeden fall zeigt dir die depression an, dass es so nicht weiter geht, du gehst sonst zugrunde.
3. bei einer durch die umstände verursachten depression reichen medikamente nicht aus! die depression wird wiederkommen, wenn du nicht etwas änderst.
4. du kannst deinen mann nicht zwingen. du kannst hilfe anbieten, mehr nicht. du bist allerdings für dich selber verantwortlich (worauf dich dein körper ja hingewiesen hat). mit selbstmordgedanken ist nicht zu spaßen!!!
bei alkoholismus spricht man übrigens von co-abhängigkeit bzgl. dem stichwort co-abhängigkeit findest du sicher auch einiges im netz.
5. so oder so ist es belastend für die kinder. aber es ist ja nicht gesagt, dass du dich jetzt trennst. es wäre ja eine möglichkeit, erst einmal dein eigenes wohl und das deiner kinder zu suchen und den mann zu ignorieren. nicht versuchen zu zwingen oder zu bekehren, höchstens hilfe anbieten. wenn du denkst, dass eine trennung das beste für dich ist, dann ist es in ordnung. wenn es gut für dich ist, ist es auch für die kinder gut.
jedenfalls ist ein ende mit schrecken besser als ein schrecken ohne ende. für die kinder ist es so oder so belastend, die frage ist, was weniger belastend ist. falsch wäre es, den kranken mann zu decken, rücksicht auf ihn zu nehmen, sein verhalten von ihm abhängig zu machen (siehe co-abhängigkeit). die kinder spüren ganz genau die "negativen energien", die jetzt vorhanden sind. und: nur wer sich selbst liebt und sich selbst auch regelmäßig entspannung gönnt, kann andere lieben und für andere emotional da sein.
6. wie uta schon gesagt hat. es kann sein, dass er sich ändert, wenn du dich bewegst. aber es muss nicht sein. derzeit scheint sein leidensdruck nicht groß genug, um etwas zu tun, er betäubt sich. vielleicht tut sich was, wenn du mehr auf dich und deine bedürfnisse schaust und weniger auf ihn. aber vielleicht auch nicht. aber du kannst niemanden zu seinem glück zwingen, höchstens hilfe anbieten.

alles liebe, aqua


[geändert von aqua am 07-30-04 at 04:26 PM]
 
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28.03.04
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Hallo inga,

mit hoher wahrscheinlichkeit ist dein mann sehr unglücklich mit seinem leben , und wie du sagst gehts dir nun wohl noch schlechter wie ihm.
wie siehts mit freizeit aktivitäten aus? ihr müsst mehr miteinander unternehmen!
er muss wieder spass an der aussenwelt finden.im netz ist immer alles eitel sonnenschein . das ist eindeutig eine flucht und sucht geworden(er sagt ja : ich weiss am besten was mir hilft. - das ist sucht)

ihr müsst schaffen euch aus zusprechen und dabei den ärger abzulassen um neue harmonie zu erlangen.
sag ihm wie du fühlst , was du denkst und höhre ihm genauso zu , auch wenn er lauter wird . suche die wahrheiten in der übertriebenen sprache der erregung und mache zugeständnisse ,aber mach auch deine position klar und zeige ihm auf was passieren könnte(trennung).
glaube an euch und eure kraft .

zeig ihm wie wichtig eure beziehung ist , und natürlich die ganze familie.

lass den kopf nicht hängen , denn es ist längst noch nicht zu spät!
ihr habt es in der hand.

wie aqua schon richtig sagte: kinesiologie kann sehr gut helfen und ist wesentlich besser wie die normalen psychodocs.

ich wünsch dir viel kraft und liebe.
gaea

ps: ich bin selbst so ein internet narr, deshalb weiss ich wie das eine beziehung belasten kann.
 

inga

in memoriam
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28.07.04
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Guten Abend alle zusammen!

Erst mal herzlichen Dank für eure Antworten!

Ich möchte mich nun kurz vorstellen: Ich bin gebürtige Italienerin, bin 44 Jahre alt. Mein Mann und ich kennen uns seit 21 Jahre, davon 17 verheiratet. Habe zwei Jungs. 16 und 13 Jahre alt. Beide also, im Besten pubertären Alter! Ich hatte in meinem Leben 2 Freunde. Eine Freundschaft dauerte 3 Jahre. Die Zweite ist jetzt mein Mann.

Seit einem Jahre, machen wir praktisch nichts mehr gemeinsam. Geht ja auch nicht. Am Wochenende schläft er immer bis 12.00 Uhr. Na ja... nach einer durchgechatteten Nacht, verständlich! Hat auch gar keine Lust und kein Interesse was mit uns zu unternehmen! Sein einziger Wunsch: an seinen PC und chatten!

Glücklicherweise beschäftigen sich die Kinder auch selber. Sie haben mir sogar gesagt: Es macht uns gar nichts aus, wenn Papi nichts mit uns unternimmt! Wir sind lieber mit unseren Kollegen zusammen, als mit einem so komplizierten Menschen!

Mein Mann ist Informatiker!!!!!!! Er ist sehr effizient und gut in seinem Gebiet! Nur schade, nutzt er seine Fähigkeiten nicht in einer anderen Form aus! Chatten kann ja nicht die Erfüllung für einen Informatiker sein!

Momentan sieht er alles sehr negativ. Auch die vergangenen Jahre beinhalten nichts Schönes! Ich kann mich sehr wohl auch an sehr schöne Momente erinnern.

Unsere Beziehung ist eigentlich von Anfang an von Missverständnissen geprägt. In der Öffentlichkeit hielt er immer mindestens einen Abstand von einem Meter zu mir. Doch wenn wir zusammen waren, wollte er halt intim werden. Manchmal war ich auch zu müde und wollte nur nach hause gehen. Dies verstand er als Abweisung. Ich meinerseits verstand sein Verhalten nicht. Was war denn an mir nicht ok, dass er mich in der Öffentlichkeit nicht auch umarmen und küssen wollte? Wir zogen zusammen. Durch seine Haltung fiel ich der Bulimie zum Opfer! Ich dachte halt, ich bin nicht schön genug. Deshalb bevorzugt er die Zeitung, den Fernseher und später dann den PC. Ich hab mit dem Ess-Brech-Verhalten aufgehört, als ich schwanger wurde. Wollte meinem Kind nicht einen Schaden anrichten. Wenn ich mal ein wenig Nähe wollte, schob er mich zur Seite, weil er gerade was Wichtiges im Fernsehen sehen wollte oder er an seinem PC eine neue Programmiersprache lernen wollte. Was ich schon auf diesen Mann gewartet habe! Er verstand meine Müdigkeit schon wieder als Ablehnung. Ist es denn für einen Mann nicht möglich, einfach nur ein wenig zu kuschenl, zu schmusen? Muss es denn immer gleich Sex sein?

Er warf mir vor, ich sei zu prüde. Würde ihn reizen und dann einfach stehen lassen! Deshalb wollte er nicht, dass ich ihn einfach so umarmte! Die Jahre vergingen. Vor ca. 6 Jahren hatte er eine Phase, da war er unzufrieden im Job. Ich hörte ihm stundenlang zu. Dies weckte wieder ein gewisses Interesse in ihm. Bis er eines Tages mit dieser blöden Frage kam: "Wieviele Freunde hattest du vor mir?"

Da ich ja immer das Gefühl hatte, nicht gut genug für ihn zu sein, machte mein Gehirn einen Kurzschluss. Ich gab ihm an, ich hätte 6 Freunde vor ihm gehabt (was ja nicht stimmt). Das hat er gar nicht verdaut. Er warf mir vor, ihn getäuscht zu haben! Er begann mich zu terrorisieren. Immer wieder wollte er wissen, was ich mit diesen alles getrieben hätte und wie! Auch wenn ich ihm versuchte zu erklären, dass ich ihm ein Märchen erzählt habe, wollte er nicht darauf eingehen. Seitdem plagt er mich damit. Wie um himmels Willen kann ich ihm beweisen, dass ich nur einen Freund vor ihm gehabt habe? Er lehnt alle Argumente ab!

Dass er mich als hart, kalt, abweisend, uninteressant, unattraktiv und unerotisch bezeichnet hat, hat mich dazu gebracht, ihm diese Lüge zu erzählen! Dies war mein grösster Fehler!

Vor einem Jahr begann aber erst recht sein Problem. Er wurde bei einer Beförderung nicht berücksichtigt. Er fühlte sich wieder einmal Abgelehnt! Na ja.... könnte es nicht sein, dass er durch sein Verhalten und seine Haltung manche Dinge auch provoziert?

So entdeckte er das Chatten! Er sagte zu mir: "Ich habe endlich was gefunden, was unsere Beziehung verbessern kann. Ich lenke mich dabei ab. Verarbeite meine Probleme. Ich will es ja schön mit dir haben!" Wie soll das gehen, wenn er sich nur noch in der virtuellen Welt bewegt? Wenn er den Chat seiner Frau vorzieht?

Letzten August, an seinem Namenstag, wollte ich was Besonderes für ihn machen. Ich hab ein teures Geschenk gekauft, ein gutes Nachtessen zubereitet, den Tisch geschmückt, um ihm eine Freude zu bereiten und um ihm zu zeigen, wie sehr ich ihn liebe und brauche. Er konnte nichts anderes tun, als nach dem Essen an seinen PC zu gehen und mir zu sagen: " So, ich unterhalte mich jetzt mit dieser jungen Dame, ok?" Ich war niedergeschmettert! Das hielt ich nicht aus! Wie konnte er so was tun?

Ich habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass mir das sehr weh tut. Er hat sich nicht darum gekümmert, hat die halbe Nacht hindurch gechattet und mir gesagt: "Du willst mir ja nur verbieten, mich mit anderen Leuten zu unterhalten! Das lass ich nicht zu! Du kannst mir nichts verbieten! Du willst mich nur kontrollieren!"

Ich begann Angst- und Panikattacken zu haben. Ich erzählte ihm davon. Er konnte nur darüber lachen und sagen: " Du versuchst nur, mich vom Chatten abzuhalten. Aber das gelingt dir auf diese Weise nicht! Du kannst mir nichts verbieten!"

Die Suizidgedanken wurden immer penetranter. Bis ich eines Tages im Auto unterwegs war. Ich hatte meine beiden Jungs bei mir. Mir ging plötzlich durch den Kopf: "Das ist jetzt der richtige Moment! Ein schöner Unfall und wir wären alle weg und mein Mann hätte keine Sorgen mehr!" Dieser Gedanke machte mir derart Angst, dass ich mich sofort bei meinem Arzt gemeldet habe. Ich musste umbedingt Hilfe verlangen. So konnte ich nicht weitermachen. Seit Oktober 2004 nehme ich Antidepressiva. Seit ca. 4 Monaten bin ich in psychiatrischer Behandlung.

Ich bin überzeugt, dass es mich nichts nützt, Medikamente zu schlucken und ein Mal im Monat eine Sitzung beim Psychiater abzuhalten. Das Umfeld müsste sich ja auch etwas Ändern! Nur, wie soll das geschehen. Möglicherweise hat er noch nicht den Grund erreicht. Ist also noch nicht tief genug gefallen. Ich weiss es nicht!

Ich möchte ihm ja helfen. Aber wie? Er will mit mir nicht sprechen. Auf jede Frage, die ich stelle antwortet er mit: "Ich weiss es nicht - hab es mir noch nicht überlegt - kann es mir nicht vorstellen!".

Oje... ich hab ja einen halben Roman geschrieben. Doch ich denke, so könnt ihr euch vielleicht ein besseres Bild von meiner Situation machen! Ich hab meine Fehler. Wer hat keine? Doch habe ich es verdient, so behandelt zu werden? Ich hab all die Jahre nur für die Familie und für meinen Mann gelebt. War immer treu. Hab zu ihm gehalten. Vielleicht hätte ich mehr auf mich schauen müssen.

Sagt mir ganz ehrlich, was ihr davon haltet! Egal, ob ihr mir Vorwürfe macht! Ich will eine ehrliche Meinung. Vielleicht kann ich ja etwas daraus lernen.

Ich wünsche euch allen eine erholsame Nacht!
Ein schönes Wochenende!
Schlaft gut und träumt was Schönes!
Vielen Dank für eure Geduld!
Tschüssli
 
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09.01.04
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Hallo Inga

zuerst mal; super Dein Schreibstil, sehr ausdruckstark und mit sehr viel Herzblut!! Beim lesen haben sich mir die Nackenhaare aufgestellt und bei einigen Passagen habe ich sogar Hünerhaut bekommen! Dein Schicksal beeindruckt mich sehr und wie Du selber schon schreibst, Du hast es bestimmt nicht verdient!!

Hier im Web bin ich einer so warmherzigen Frau schon lange nicht mehr begegnet, womöglich sucht Dein Mann in dem Zusammenhang eine Zerstreuung. Das Chat bietet Ihm die Möglichkeit anonym und gefühlsneutral zu agieren, nach dem Motto: "alles kann, nichts muss!!" Seine Launen kann der Gesprächspartner mit einem "Klick" ausblenden, für Ihn steht natürlich die gleiche Option zur verfügung. Im Gegensatz zu Dir, mit Dir muss Er sich abgeben, da reicht ein "Klick" nicht mehr. Schroff und beleidigend, dadurch erreicht Er, den sich anbahnende Konfliktbewältigung, dass Du verärgert und frustiert das Feld räumst.

Ich muss ehrlich sagen, meine Frau hätte mich schon lange, samt PC, an die frische Luft befördert (zurecht)!! Wenn Dich die frühe Morgenstunde etwas verwirren mag, ich vernachlässige meine Frau berufsbedingt wegen Nachtschicht!

Deine Flunkerei mit den 6 Verflossenen finde ich überhaupt nicht tragisch. Hingegegen, der Versuch, die Aussage wieder rückgängig zu machen, hätte Dir vermutlich kein Mann abgenommen. Auch der verständnisvollste und grosszügigste Mann hätte Dein "Vorleben" im "Kleinhirn" gespeichert und hätte sich bei jeder Beziehungskrise an die "6 Vorgänger" erinnert und insgeheim ausgemalt, dass Sie ja von anderen Männern begehrt wird. Daraus resultiert die Konstellation, dass Er mit Seiner Aussage oder Erregung etwas zurückhaltender umgeht. Unter allen Umständen und auch Konsequenzen hättest Du bei Deiner Version bleiben sollen. So unlogisch es auch klingen mag, durch Dein Dementi hast Du Schwäche gezeigt, was Er jetzt bis zum es geht nicht mehr ausnutzt. Ich kann Dir nur empfehlen, dass Du das Thema nicht mehr anschneidest und wenn Er damit wieder anfägt, dementiere es nicht, sondern wechsle das Thema. Sag einfach nichts dazu, Er hat sich ja seine Meinung sowieso schon gebildet, dann lass Ihn mit seiner Fantasie alleine. Dadurch gewinnst Du ganz langsam wieder an Achtung, beziehungsweise die Unsicherheit, Dich, womöglich an einen Anderen zu verlieren, wird Ihn auf den Boden der Tatsachen zurück bringen.
Eine bekannte Schauspielerin und Landsfrau von Dir, sagte mal, als Sie das X-te mal vor einer Eheschliessung stand: "...nur eine geheimnisumwitterte Frau ist reizvoll für den Mann, mit einem nichts angezogen ist besser als Nackt!!"

Was den Chat-Sucht Deines Mannes angeht und wie Du Ihn davon losbringst ist eher einer Gratwanderung gleichzusetzen. Für Dich gibt es da verschiedene Möglichkeiten. Du solltest Dich vermehrt ausser Haus aufhalten, mach mit Deinen Jungs Ausflüge an die unmöglichsten Orte (Europapark in Rust, Verkehrshaus Luzern)! Bevor Du gehst, musst Du Ihm Dein Vorhaben unbedingt in allen Einzelheiten und den schillernsten Farben presentieren, vergiss nicht Ihn jedesmal herzlichst einzuladen, aber auf keinen Fall betteln!! Deine Ausdauer wird früher oder später mit Seiner Interesse belohnt werden. Das Eine oder Andere Ausflugsziel würde Ihm ganz bestimmt auch sehr behagen!!
Wenn all das nicht hilft, haben wenigstens Deine Jungs und Du etwas davon!! Ihr werdet von den Alltagssorgen etwas Abstand gewinnen. Womöglich lernst Du einen sympatischen Mann kennen, "ein Flirt in allen Ehren kann niemandem verwehren" sagt das Volksmund. Ich denke da ist was dran...!!

Ich wünsche Dir alles Gute liebe Inga, stell Dich auf Deine "Hinterbeine" und blicke selbsbewusst nach vorne, Du schaffst es garantiert!!

Michael (ich darf ins "kuschi")
 
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10.01.04
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Hallo Inga,
Deine Geschichte kann sehr traurig machen und ist ein schlimmes Beispiel für Co-Abhängigkeit. Mir kommt es so vor , als ob Dein Mann es nie fertig gebracht hat, Dir ehrliche und tiefe Gefühle entgegen zu bringen. Daß Ihr trotzdem so lange zusammen geblieben seid, ist mir rätselhaft. Oder war da doch noch mehr als Leiden?

Ich bin überzeugt, dass es mich nichts nützt, Medikamente zu schlucken und ein Mal im Monat eine Sitzung beim Psychiater abzuhalten. Das Umfeld müsste sich ja auch etwas Ändern! Nur, wie soll das geschehen. Möglicherweise hat er noch nicht den Grund erreicht. Ist also noch nicht tief genug gefallen. Ich weiss es nicht!
Das scheint mir der wichtige Satz in Deiner langen Erzählung zu sein: das Umfeld macht Dich depressiv, und DU möchtest , daß es sich ändert.
Das Umfeld wird sich aber von allein nicht ändern; es sei denn, Du änderst etwas. Das ist schwer - vor allem nach so vielen Jahren - aber es ist die einzige Möglichkeit, aus dem Schlamassel herauszukommen.
Dein Mann ist offensichtlich chat-süchtig; da wirst Du nur durch konsequentes Verhalten - wenn überhaupt etwas erreichen. Kein Verständnis sondern klares Verhalten. Unternehme Du für Dich mit den Kindern, was nur irgend möglich ist, damit er merkt, daß Du selbständig bist. Das entlastet ihn auf der einen Seite, und auf der anderen Seite kommst Du davon weg, immer auf ihn zu starren. Das ist Psychoterror, was er da macht, und der hat noch nie jemand gut getan.

Es klingt so, als ob von Anfang an ein Wurm der Kommunikationsunfähigkeit bei Euch drin war. Ob Ihr den jetzt noch rauswerfen könnt: da habe ich starke Zweifel. Also vielleicht besser Dir selbst eine Frist setzen: wird es bis in 6 Monaten wieder gut: wunderbar. Wenn nicht: weggehen. Es muß ja nicht gleich eine Scheidung sein.

Gruß,
Uta
 
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21.02.04
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Hallo, Inga,
einen lieben Gruß zu Dir und Bewunderung für Deinen Mut, über Deine Ehe und Dein Leben so zu schreiben!
Du hast eine Menge Begebenheiten erwähnt, die einem die Haare zu Berge stehen lassen, aber ich denke, wir wissen wohl alle, dass es in einer so langen Beziehung eben vorkommen kann und oft auch vorkommt, dass es Probleme, Streit, Fehverhalten auf beiden Seiten gibt. Nur verdrängen darf man das nicht auf Dauer, denn es kommt früher oder später in so vielen verschieden Formen wieder zurück und belastet und eitert weiter.

Wenn Dein Mann z.B. in der Öffentlichkeit eigentlich nicht zu Dir stand (inzwischen müsste das ja irgendwie, vielleicht eben halbherzig geschehen sein), so war Eure Ausgangslage denkbar schlecht. Aber darüber jetzt zu lamentieren, warum hr dann überhaupt geheiratet habt, bringt jetzt wenig (außer sich vielleicht die Bedürftigkeit nach einem Partner und den Wunsch einzugestehen, mit diesem Mann zu leben, obwohl er solche im Grunde demütigende Verhaltensweisen Dir gegenüber zeigt).
Zu allen anderen Begebenheiten könnte man weitere Kometnare geben, aber ich kann mich meinen VorschreiberInnen in vielem anschließen: schau auf Dich und Deine Kinder - möglichst ohne sie zu vereinnahmen - und tue Dinge, die Dir Spaß machen, Bestätigung bringen und bei denen Du Dich spürst. Das kann schwer sein, wenn Du schon in Depressionen steckst. Versuche zu merken, was Dir im Leben Freude bringt oder brachte, als es Dir mal besser ging.
Hast Du Freunde / Freundinnen zum Reden? Was sagt Deine Herkunftsfamilie? Ist mal ein Tapetenwechsel, ein Urlaub usw. alleine für Dich möglich und denkbar? Und wenn' s nur kurz ist.
Deine Söhne sind in der Pubertät, wie Du schreibst. Ihre eigene Wege gehen sie jetzt schon mehr und mehr und das ist ja auch richtig so. In 5 Jahren sind sie quasi aus dem Haus, auch wen sie noch bei Euch wohnen sollten. Was wird dann?
Warum willst Du diese Ehe erhalten? Ich meine diese Frage nicht rhetorisch, sondern als Anregung. Was ist erhaltenswert, was nicht? Wieviel wiegt das eine und das andere?

Solange es Dir so schlecht geht, dass Du z.B. Suizidgedanken hast, ist es natürlich wichtig, auch medizinische Hilfe zu haben. Du selbst weisst ja zum Glück, dass das kein Dauerzustand sein muss.

Ich habe mich vor etwa 15 Jahren von meinem Mann getrennt, der Alkoholiker war, nach Jahren der Hoffnung auf irgendeine Änderung (mit Co-Abhängigkeit). Er hatte übrigens schon in der Pubertät mit Komatrinken angefangen, zwischendurch mal weniger, so dass ich das, als ich ihn kennenlernte, nicht gleich merkte und wahrscheinlich auch in Kauf genommen hätte, denn ichliebte ihn ja. Das Komatrinken von Jugendlichen ist beileibe kein neues Problem, nur durch Alkopos vielleicht ein bißchen einfacher - früher mußte man sich die Drinks eben noch "mühsam" selber mixen, die's heute gleich fertig aus der Flasche gibt.
Meinem Mann ist es danach leider immer schlechter gegangen bis zum bitteren Ende. Ich war mit mehreren damals noch ziemlich kleinen Kindern alleine und (hallo Marcel!) eine Trennung ist beileibe nicht immer der Weg des geringsten Widerstands, wie Du schriebst. Meist sind ihr schreckliche Jahre voraus gegangen.
Es war wirklich nicht einfach für uns. Mein Mann war nie willens und später auch kaum noch in der Lage, Unterhalt für seine Kinder zu leisten (Ehegattenunterhalt wollte ich nicht). Ich mußte aber eine Kredit aufnehmen, um ihm seine Hausanteile auszuzahlen. Daran habe ich zehn Jahre geknabbert. Aber ich bin heute froh, den Absprung für mich und die Kinder geschafft zu haben. und die Verantwortung für meinen Mann, (etwas, das ich in einer Ehe und Beziehung durchaus prinzipiell bejahe), irgendwann abgegeben und eben losgelassen zu haben.

Das ist aber nur ein Weg, den ich gegangen bin, als mir immer klarer wurde, dass ich alleine um die Familie kämpfte. Meine Eltern, besonders meine Mutter, haben mich lange nicht verstanden, erst nach Monaten gab es wieder eine Annäherung. Es hatte eben kaum jemand gemerkt, dass er wirklich Alki war (er lag damals eben noch nicht verdreckt im Straßengraben), hatte ja die "hilfreiche" Familie.
Du bist also mit dem grundlegenden Probleme wirklich nicht allein - was Du sicher weißt.
Computern (und etliches andere mehr) kann eine ähnliche Sucht sein, die Beziehungen belastet und womöglich zerstört, was dahinter steckt, muss derjenige oder diejenige schon selbst rausfinden, wie der Partner oder die Partnerin sich mit der Co-Abhängigkeit auseinander setzen muss.

Ich fände es für Dich wichtig, erstmal eine gewisse Stabilität zu erlangen. Auf welche Weise genau, das hängt von Dir und Deiner Persönlichkeit ab und allerlei Hilfe kann gut tun, wenn Du sie auch mal kritisch betrachtest.
Du bist doch irgendwie auf einem guten Weg, machst Dir Gedanken und Gefühle, bist selbstkritisch (bitte nicht selbstzerfleischend) und in Bewegung.

Lass Dich umarmen und Dir ein paar sonnige Grüße schicken - Jontev.
 
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07.01.04
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Hallo Inga

Was Dein Mann da abzieht ist eine riesen Frechheit. Dann auch noch die Äusserung sich mit den jungen Dingern unterhalten wollen. Klatsch, die Ohrfeige ist wohl gesessen. Ich finde es sehr gut, dass Du Dich nun mal auf Dich konzentrierst und eine Therapie machst. Denn Antidepressiva alleine und noch vom Hausarzt verschrieben finde ich eine nicht zufriedenstellende Lösung. So wie Du Dich auch anhörst hast Du Dich emotional schon recht von ihm lösen können. Ich würde mal ein Gespräch suchen und ihm klar sagen was Du akzeptierst und was nicht. Sicher auf die Kinder muss Rücksicht genommen werden, aber die kriegen ja alles mit und in dem Zustand leiden die auch mit. Gut finde ich auch, dass Du nicht einfach zu Hause in der Ecke sitzt und trübsal bläst. Geh raus. Auch Abends wenn er wieder nur an der Kiste sitzt, geh weg. Such Dir Freunde. Ich würde ihn dann aber auch nicht fragen ob er mitkommen will. Mach Dich hübsch, geh aus, sag ihm erst bei der Verabschiedung dass Du weg gehst. Ich bin mir da sehr sicher, dass er dies nicht lang mitmacht. Wenn er merkt, dass Du durchaus in der Lage bist Dein eigenes Leben mit Deinem halt eben realen und nicht virtuellen Freundeskreis zu führen. So wie Du geschrieben hast hört sich das für mich so an als würde er es absichtlich darauf anlegen Dich zu verletzen und das hast Du nun wirklich nicht verdient.


[geändert von whitney am 07-31-04 at 05:48 PM]
 
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27.01.04
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Hallo Inga!

Ich bin überzeugt, dass es mich nichts nützt, Medikamente zu schlucken und ein Mal im Monat eine Sitzung beim Psychiater abzuhalten. Das Umfeld müsste sich ja auch etwas Ändern! Nur, wie soll das geschehen. Möglicherweise hat er noch nicht den Grund erreicht. Ist also noch nicht tief genug gefallen. Ich weiss es nicht!
wie uta hat mich auch dieser absatz sehr angesprochen. und wie uta möchte ich dir auch sagen, dass ich es für falsch halte, sein wohlergehen vom umfeld abhängig zu machen. erstens kann man nicht unbedingt sein umfeld ändern, sondern nur sich selbst und wie man das umfeld sieht! und zweitens ist es oft so, dass wenn man die verantwortung für sein wohlergehen an andere abgibt, man sich in die position eines abhängigen kindes begibt. dabei ist jeder selbst für sein wohlergehen verantwortlich. niemand anders kann dir helfen als du dir! ich hoffe, das klingt nicht so hart, ich schreibe so, weil ich in einem anderen sinne selbst betroffen war und wahrscheinlich doch emotional mit deinem problem verquickt bin.
außerdem.. was du über eure beziehung geschrieben hast.. da war ja schon immer der wurm drin, oder? ich für mich habe festgestellt.. wenn ich nicht selbstbewusst bin, nicht im reinen mit mir, dann wird auch die beziehung ungesund. normalerweise finden sich immer die zwei "richtigen", die sich irgendwie ihre defizite ausgleichen. (von .. wie heißt er noch? richter gibt es ein buch "patient familie", da werden die wirkungsmechanismen von ungesunden familienstrukturen beschrieben..)
es scheint mir, so wie du schreibst, dass du jetzt auch nicht das größte selbstbewusstsein hast (kenne ich auch ;) ) - zum einen das Flunkern mit den Männern, dann auch, dass du sagst, du hast zu wenig auf dich geachtet etc. auch ist es so, dass zu Kommunikationsschwierigkeiten in einer Beziehung i.d.R. beide gehören.

übrigens zu deinem mann.. für mich klingt es in richtung depression. in meinen augen ist er nicht gesund, sondern psychisch krank. er scheint auch selbstunsicher zu sein.

psychische probleme haben i.d.R. mit der Kindheit zu tun. Wie sah es da bei dir und deinem Mann aus? Derartige Probleme können übrigens über Generationen weitervererbt werden. war die beziehung zu deinem ersten freund eigentlich ähnlich? wie war die beziehung zu deinem vater? der vater ist der erste mann. die beziehung zu seinem vater prägt sehr, was man sich später für männer sucht. musst nicht drauf antworten, aber vielleicht hängt die geschichte ja so zusammen? und die ehe deiner eltern, war die so wie du dir deine ehe wünschst?
ich kann dir wieder die kinesiologie empfehlen. wenn du willst, lies einfach mal den link, den ich in meinem ersten posting gepostet habe. familienstellen könnte evtl. auch was sein, es ist dabe wichtig, an einen guten aufsteller zu kommen. http://www.symptome.ch/cgi-bin/cute...PObBa3etXclvmF7a6q&forum=37&thread=685&page=1

ich hoffe, es ist nicht zu hart, was ich geschrieben habe, aber ich schreibe es in der hoffnung, dir damit helfen zu können, da ich auch unten war und jetzt dank kinesiologie sehr schnell immer weiter hoch klettere!


[geändert von aqua am 08-01-04 at 06:15 PM]
 

inga

in memoriam
Themenstarter
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28.07.04
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134
Einen wunderschönen guten Abend an alle!

Ich bin euch allen herzlich dankbar, für eure Antworten!

Ja... Medikamente allein nützen nicht viel, wenn man nicht auch noch eine Psychotherapie durchführt. Eigentlich möchte ich ja auch nicht mein Umfeld dafür verantwortlich machen. Ich bin mir bewusst, dass ICH was ändern muss! Vielleicht ändert sich dann das Verhalten meiner Mitmenschen. Vor einiger Zeit hab ich einen sehr guten Spruch gelesen:

Ich bin der einzige Mensch, der mir den Tag vermiesen kann!

Da steckt viel Wahrheit drin! Je mehr ich über manche Dinge nachdenke, umso mehr fühle ich mich schlecht! Es kommt alles hoch! Alle unmöglichen Situationen! Alle Beleidigungen! Ich merke auch, dass nur ich mir Gedanken mache, er macht sich keine. Als ich meine Kinder fragte, ob sie einverstanden wären, wenn wir uns trennen würden, antwortete mein älterer Sohn mit folgenden Worten: "Mami, ich verstehe nicht, wieso du dich so kaputt machst! Mach doch das was dir Spass macht! Der Rest soll dir am Arsch vorbei! Ihm geht es auch am Arsch vorbei, wie es dir geht!" (Sorry für das unanständige Wort, doch ich wollte es wahrheitsgetreu wiedergeben.) Na ja... treffender hätte man es nicht sagen können!

Ich weiss ganz genau, dass ich einen Riesenfehler begangen habe. Erst mal die Lüge, dann das Dementieren wollen. Klar kann er mich nicht mehr erst nehmen. Aber was ist denn mit seinen 13 Freudinnen, die er angeblich gehabt hat? Ich hab keine Probleme damit. Was mir Probleme verursacht hat, ist seine Aussage: "Weisst du, ich bin mir ganz Anderes gewöhnt, viel Besseres!" Aufgrund solcher Bemerkungen bin ich zu dieser blöden Lüge gekommen! Ich könnte mich Ohrfeigen, dass ich mich so hab manipulieren lassen!

Während ich so da sitze und euch schreibe, geht mir echt durch den Kopf: "Wieso hab ich diesen Mann eigentlich geheiratet?" Ich hab ihn geliebt! Echt! Ich hab immer gehofft, dass es mal SCHÖN wird! Ich wollte ihm gefallen! Hab es nicht geschafft! Er projeziert immer irgendwelche Vorurteile auf mich! Beispiele: Ich liebte schon immer die schwarze Farbe! Ich liebe schwarze Kleidung! Er sagt, schwarz ist keine Farbe, das ist ein Zustand! Du siehst aus wie ein Totengräber! - Meine Eltern haben mir schon Schmuck geschenkt. Auch mal was auffälligeres! Er dazu: Ich mag das nicht, so Riesenklunker! Das sieht aus wie eine Nutte! Es stosst mich ab! - Kürzlich hab ich versucht, meine Haare zu bleichen! Ich bin dunkelbraun. Wollte sie mal blondieren, um zu sehen, wie dies ankommt. Na ja... er hat nicht viel dazu gesagt. Meine Haare haben sehr stark darunter gelitten. Sie waren komplett kaputt. Also hab ich die Haare selber mit einem Haartrimmer gaaaaaaanz kurz geschnitten und schwarz gefärbt. Seine Aussage: Du siehst aus wie eine harte Bodybilderin! Alle meine Bekannten, selbst fremde Leute, reagieren sehr positiv auf diesen Haarschnitt, nur er wieder mal nicht!

Kann ich eigentlich was RICHTIG machen, für diesen Mann?

Er hat auch nie versucht, mich abzubauen, mir ein wenig Selbstvertrauen zu geben. Leztes Jahr, als es mir wirklich sehr schlecht ging, fragte ich eines Morgens, wie mir ein neuer Pullover steht. Er antwortet: "Na ja... angezogen siehst du noch gut aus.... aber ohne Kleider.... eine Katastrofe!" Mir war ja selber bewusst, dass ich nicht gut aussah! Es ging mir schlecht! Doch diese Aussage hat mir auch nicht geholfen, mich besser zu fühlen.

Nun, mit Hilfe meiner Medikamente und meinem Psychiater - der übrigens auch Kinesiologie praktiziert - geht es mir schon besser. Ich glaube, sonst wäre ich nicht in der Lage, euch dies Alles zu schreiben. Ich versuche auf diesem Weg, die Sache zu verarbeiten. Mich selber davon überzeugen, dass nicht ICH an allem schuld bin. Dass nur ICH was ändern kann. Dass nur ICH mir helfen kann. Und, ich muss dem kleinen Mädchen in mir verständlich machen, dass sie OK ist, wie sie ist!

Aqua hat meine Kindheit angesprochen. Na ja.... vielleicht liegt der Ursprung meines fehlenden Selbstbewusstseins in meiner Kindheit. Ich war immer sehr dünn! Meine Eltern sind Italiener. Das heisst: Sie denken - oder dachten - dass nur ein rundes, pummeliges Kind mit roten Backen gesund sei. Für sie war ich immer zu dünn, irgendwie krank! Eines Tages, mit Zutun meiner Tante in Napoli, brachten sie mich zu einem Arzt, der verordnete mir irgend ein Medikament, um den Appetit anzuregen. Ich bekam mehr Appetit. Ich kam auch noch in die Pubertät! Ich ging auf wie ein Brot! War kugelrund! Nun war ich zu dick! Sie ermahnten mich, ich solle doch ein wenig aufpassen! Na.... was sollte ich nun? Dünn oder dick sein? Nach der Pubertät normalisierte sich mein Gewicht glücklicherweise auf ganz natürliche Weise. Dies war das erste Mal, dass ich ein wenig Selbstvertrauen hatte. Bis ich eben meinen Mann kennen gelernt habe!

Wieso lass ich es zu, dass man an mir rumschrauben will? Einmal bin ich zu dünn. Einmal zu dick. Einmal bin ich zu direkt und hart, wenn ich meine ehrliche Meinung äussere! Einmal bin ich wortfaul, wenn ich halt meinen Mund halte! Einmal bin ich zu klebrig, wenn ich etwas Nähe möchte! Einmal abweisend und kalt, wenn ich halt aufgebe zu warten und einschlafe! Es ist zum Haare ausreissen!

Ich mach echt niemandem einen Vorwurf. Bin selber schuld! Hab ich es trotzdem Verdient, mich kaputt machen zu lassen?

Ihr könnt mir ganz ehrlich und hart, wenn es sein muss, eure Meinung sagen. Das hilft!

Nochmals herzlichen Dank. Wünsche euch allen eine angenehme Nacht!
 
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Hallo Inga,
gut, daß Du auf dies Art versuchst, mit Dir selbst klar zu kommen :) ...

So, wie Du das Verhalten Deines Mannes Dir gegenüber schilderst, war er nie wirklich an Dir interessiert. Schade, daß Frau sich so etwas antut, weil sie glaubt, diesen Mann zu lieben. In Wirklichkeit ist es wohl eher so, daß Frau eine Vorstellung von einem Mann liebt (wie er sein könnte, wie sie ihn haben möchte). Nur, daß diese Vorstellung immer irreal bleibt und nicht wirklich wird. Das zu sehen, tut weh und erfordert dann Konsequenzen, zu denen oft die Kraft nicht da ist.

Wenn Du Dich immer von außen hast bestimmen lassen, dann wird es Zeit, das zu ändern. Wichtig ist doch vor allem, daß Du für Dich einen Weg findest, mit Dir zufrieden zu sein. Auf die Meinung Deines miespetrigen Mannes kannst Du leicht verzichten; dem fällt sicher nach so langer Zeit nichts plötzlich Nettes ein.
Also fang an, positive Dinge über Dich zu erkennen und Dich selbst zu loben und vor allem zu akzeptieren. Was geschehen ist, ist geschehen. Ich finde, es bringt nicht allzuviel, immer wieder in der Vergangenheit und allem, was nicht gut gelaufen ist, herumzustöbern. Das wühlt nur immer wieder das Negative auf. Wenn Du es in ganz kleinen Schritten schaffst, für Dich und Deine Kinder unabhängig zu werden, kleine Freuden zu sehen und zu erleben, positives Feedback zu bekommen, dann geht es aufwärts. - Du sollst für "diesen Mann" nichts richtig machen; das ist verlorene Liebes-Müh! Aber für Dich und Deine Kinder (die die Lage sehr deutlich sehen, finde ich) kannst Du vieles richtig machen. Das lohnt!!

Vor vielen Jahren gab es mal ein Buch, das viel gelesen wurde. Es ging letztlich um Co-Abhängigkeit, hauptsächlich von Frauen von Alkoholikern. Trotzdem finde ich es immer noch empfehlenswert: "Wenn Frauen zu sehr lieben"...

Alles GUte,
Uta



[geändert von Uta am 08-03-04 at 09:57 AM]
 
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Hallo Inga!

Mich selber davon überzeugen, dass nicht ICH an allem schuld bin. Dass nur ICH was ändern kann. Dass nur ICH mir helfen kann. Und, ich muss dem kleinen Mädchen in mir verständlich machen, dass sie OK ist, wie sie ist!
ich finde dieser satz ist die lösung, er gefällt mir sehr gut. leider ist es oft sehr schwer, das umzusetzen, manchmal braucht man hilfe dazu..

zu deinem mann.. also, ich kenne jemanden, der genauso ist. ich bin der meinung: dein mann ist krank. wie du schon gesagt hast, das trifft ja schließlich auf jeden zu, er ist nicht schuld, dass er ein problem hat, aber nur er kann es ändern. mich haben die worte damals auch sehr verletzt. ich bin dann zu dem schluss gekommen, dass ich diese person nicht ernst nehmen kann. sie ist wie ein kleines kind. jemand, der von sich denkt, im leben zu kurz gekommen zu sein und nun alles will und den anderen nichts gönnt. der manipuliert und seine macht ausüben will. und keine fähigkeit zur selbstkritik hat.

Kann ich eigentlich was RICHTIG machen, für diesen Mann?
nein! das problem ist in ihm selbst. nur er kann es lösen. und er lässt seine probleme an dir aus, reagiert sich an dir ab. er kann nicht glücklich sein, sich selbst nicht akzeptieren, also sollst du dich auch nicht akzeptieren können. außerdem wird es ihm unbewusst eine befriedigung verschaffen, wenn er macht über dich hat, du das machst, was er will und dich so fühlst wie er will. wenn du bei ihm bleibst, verschaffst du ihm also ein bisschen befriedigung, da er seine probleme ausagieren kann. dir nützt es nicht und den kindern auch nicht. und ihm selbst letztendlich am wenigsten.
es gibt einen spruch. weiß nicht mehr genau, wie er geht, aber so in die richtung: wie ich nach außen bin, so bin ich auch nach innen (wie innen, so außen). so wie er sich dir gegenüber verhält, so geht er eigentlich auch mit sich um. er will dir das leben madig machen, will, dass du dich nicht akzeptierst, weil er sich selbst nicht akzeptieren kann.
vielleicht wäre es hilfreich, wenn du ihn als kranken menschen sehen würdest? nicht jemanden, von dem deine selbstachtung abhängt, sondern jemand, der unzufrieden mit sich ist und nun diesen lebensweg wählt. jemand, der eher bemitleidenswert ist und nicht jemand, dem du versuchen musst, es recht zu machen. du brauchst die anerkennung von ihm nicht und du wirst sie wahrscheinlich sowieso nicht bekommen.

super, dass du an einen psychiater gekommen bist, der auch kinesiologie macht. das spricht m.e. für ihn, dass er halt auch ganzheitlich orientiert ist. was macht er denn für kinesiologie? nur den muskeltest zum medikamenten austesten oder richtig mit ursachensuche für deine beschwerden? mit der kinesiologie nach 3 in1 kann man direkt die ursachen für deine beschwerden herausfinden und dann auch per muskeltest herausfinden, welche übungen am besten helfen, den stress zu lösen. es kann sein, dass nach ca. 4 sitzungen three in one du die tabletten ausschleichen kannst und das gröbste weg ist, du nicht mehr über die vergangenheit grübelst. ich kann es nur empfehlen.
hier gibt es therapeuten http://www.threeinconeconcepts.de . das wird aber nicht von der krankenkasse gezahlt, nur die zusatzkrankenkasse barmenia zahlt die kinesiologie, wenn man sie bei einem heilpraktiker oder arzt macht. die kosten liegen meiner bisherigen erfahrung nach bei 40-60 Euro die Stunde oder Sitzung.

aqua
 

inga

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Guten Abend an alle! Ihr seid sehr lieb!

Ich möchte euch meine Antwort auf die Anfrage von Marcel, wie es mir gehe und ob ich bei euch Unterstützung gefunden habe, weiterleiten:

Guten Abend Marcel!

Herzlichen Dank! Es ist wirklich schön zu wissen, dass man nicht allein auf dieser Welt ist.

Ich hab nun die ganze Zeit dafür gekämpft, dass unsere Ehe bestehen bleibt. Vielleicht hab ich aber damit genau das Gegenteil erreicht! Mein Mann versteht meine Fragen nicht! Er hat nun schon über ein Jahr das Ganze vor sich her geschoben. Wollte mir nie die kleinste Hoffnung geben.

Kannst du dir vorstellen, was das für mich bedeutet hat? Eine Tortur! Nicht zu wissen, wie man sich verhalten soll. Nicht zu wissen, ob ihm überhaupt noch was an mir liegt. Zuzusehen, wie er sich um nichts mehr gekümmert hat.

Vor einigen Monaten hat er mal seinen Ehering in einen Ecken geworfen, weil ich so verzweifelt war und ihm sagte, ich liebe ihn nicht mehr. Seit dem trägt er ihn nicht mehr. Das hab ich erst vor zwei Tagen bemerkt! Nun, in dieser Zeit hat er aber doch noch Sex von mir gewollt. Aber irgendwie halt nur ein Drckablassen - so schien es mir. Das hat mich so verletzt. Er kann sogar dies nicht verstehen!

Ich liebe ihn doch noch! Heute abend, nachdem ich wieder nachgefragt habe, ob er sich nun überlegt hat, wie es weiter gehen soll, sagte er: "Na ja... ich glaube eine Scheidung wäre das Beste. Ich mag deine Fragerei nicht mehr. Ich will meine Ruhe haben. Was mach ich denn so Schlimmes? Andere gehen ins Restaurant ein Bier trinken. Oder sonst wohin! Was soll das Theater?"

Vielleicht irre ich mich, aber ich glaube nicht, dass sein Verhalten normal ist. Kurz seinen Tagesablauf: Um 8.00 oder auch schon 8.30 Uhr steht er auf. Geht zur Arbeit. Kommt um 20.00 Uhr nach hause. Isst sein Abendessen und dann sitzt er bis 3.00, 4.00 oder auch schon 6.00 Uhr morgens am PC und chattet. Die Wochenenden sehen ähnlich aus, nur, dass er eben bis 12.00 Uhr mittags schläft.

Übertreibe ich wirklich?

Ich danke dir, für deine Zeit. Weisst du, das schönste Geschenk, das man einem Menschen machen kann, ist ihm Zeit zu schenken.

Ich bin am Boden zerstört. Habe versagt!

Sag mir deine ehrliche Meinung.

Wünsche dir eine angenehme Nacht.
Viele liebe Grüsse
Ingrid

Selbstverständlich danke ich auch euch allen für eure Zeit und eure Unterstützung. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ihr mir helft, diese Zeit zu überstehen.

Ich werde auch alle eure Tipps beachten! Danke!

Nun muss ich leider das Abendessen fertig kochen. Ich werde später wieder mal vorbeisehen! Möchte euch noch einige "Kleinigkeiten" erzählen.

Wünsche euch allen einen angenehmen Abend! Eine virtuelle Umarmung!
Viele liebe Grüsse
Ingrid
 

inga

in memoriam
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Guten Morgen an alle!

Ich hab euch sehr viel von mir erzählt. Es hat auch gut getan zu merken, dass es noch MENSCHEN auf dieser Welt gibt.

Fakt ist, dass ich in einer Depression stecke und ohne Medikamente nicht auskomme. Habs auch schon versucht - es ist unerträglich!

Fakt ist, dass ich in einer Beziehungskrise stecke und sich momentan kein konkretes Ausgehen der Situation abzeichnet.

Fakt ist, dass mein Mann ein Problem hat, sich nicht helfen lassen will und dadurch die ganze Situation noch schlimmer macht.

Mein Wunsch ist, wieder mal gelassen und ruhig den Tag geniessen zu können.

Mein Wunsch ist, endlich Klarheit über unsere Beziehung zu haben.

Mein Wunsch ist, meinem Mann zu helfen.

Meiner Meinung nach ist eine Scheidung nicht umbedingt die Lösung aller Probleme. Im Gegenteil, ich denke es entstehen noch weitere. Wie würde ich, wie würde er mit dieser Belastung fertig werden?

Vielleicht mach ich mir auch zu viele Gedanken darüber. Vielleicht sollte ich einfach mal zusehen, dass es mir besser geht. Was mach ich aber mit all den negativen Erinnerungen? Ich versuche sie zu verdrängen, doch sie schleichen sich immer wieder in mein Gehirn. Urplötzlich, ganz unerwartet! Wie soll ich damit umgehen?

Ein weiteres Beispiel, mit welchem ich enorm Mühe habe (ich muss etwas ausholen, des besseren Verständnisses wegen):

Vor ca. 10 Jahren hatte seine Mutter einen Fahrradunfall. Sie brach sich mehrfach das Bein. Mussten ins Spital. Sein Vater, der Diabetiker war und einen Hirnschlag erlitten hatte, konnte nicht alleine zu hause bleiben. Er kam für 3 Wochen zu uns. Es ging ganz gut. Die Mehrbelastung war relativ. Ich musste nur darauf achten, dass sein Zuckerspiegel immer konstant war. Aus Liebe zu meinem Mann, hab ich das Ganze auch gut geschafft.

Ein Jahr danach musste meine Schwiegermutter erneut ins Spital, um die Schrauben zu entfernen. Sie bestand darauf, dass ihr Mann während dieser Zeit ins Altersheim gebracht wird. Sie sagte: "Es geht nicht mehr mit ihm. Du kannst das nicht übernehmen. Er ist besser im Altersheim aufgehofen!" Ich sah das nicht so - mein Mann übrigens auch nicht - doch sie blieb hart. Er ging ins Altersheim. Sie hängte nach dem einwöchigen Spitalaufenthalt noch eine Kur hinzu und ging ins Tessin. Sie begründete dies damit, dass sie umbedingt mal Erholung brauchte.

Schlussendlich liess sie ihren Mann einfach im Altersheim! Er wäre gerne nach hause gegangen! Eines Tages hatte sie diesbezüglich eine Diskussion mit meinem Mann am Telefon. Sie hängte das Telefon auf und antwortet nicht mehr. Mein Mann war besorgt und schickte mich, weil er bei der Arbeit war, nachsehen, ob bei seiner Mutter alles in Ordnung war. Ich ging vorbei, musste die Türe von Aussen öffnen, weil sie nicht öffnen wollte. Sie sass regungslos auf dem Sofa. Sie begann zu sprechen. Bis sie sagte: "Dieser Mann hat mir mein ganzes Leben versaut, nun soll er im Altersheim verecken!" Diese Aussage hat mich derart schockiert, dass ich sofort gehen musste. Diese Bemerkung hab ich immer für mich behalten. Übrigens, mein Schwiegervater ist im Altersheim gestorben.

Nun die Parallele dazu: Ich hab euch erzählt, dass ich vor ca. 5 Jahren, meinem Mann diese Lüge erzählt habe. Eine Zeit lang - ca. 5 Monate - hab ich ihn im Glauben gelassen, dass es so gewesen ist. Das war die schönste Zeit mit ihm. Er war sehr zärtlich, liebevoll und warmherzig. Bis er eines Tages ganz aufgelöst sagte: "Sag mir bitte, dass das nicht so war!". Ich merkte plötzlich, dass er litt und sagte ihm, dass ich ihn angelogen hätte. Das war der Beginn der Hölle!

Als ich wirklich sehr tief unten war und ihn angefleht habe, mir zu helfen, mich in eine Klinik einweisen zu lassen sagte er zu mir: "In eine Klinik? Was meinst du denken die Leute dann von mir? Kommt nicht in Frage! Meinst du, du könntest die Probleme so lösen? Du hast mich damals ein halbes Jahr leiden lassen! Was willst du nun?" Das wiederholt er ständig. Jedes Mal, wenn ich das höre, kommt mir seine Mutter wieder in den Sinn! Wie kann ein Mensch so kalt sein!

Kann er am Schluss gar nichts dafür, dass er so ist?

Wie soll ich diese Gedanken besiegen? Wie kann ich ihm helfen?

Hat jemand von euch Erfahrung mit solchen Problemen?

Freu mich jetzt schon auf eure Antworten. Vielen Dank! Schön, dass es euch gibt!
Viele liebe Grüsse
Ingrid
 
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10.01.04
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Hallo Ingrid,
ich glaube, die Botschaft ist noch nicht wirklich bei Dir angekommen: Es geht schon lange nicht mehr darum, Deinem Mann zu helfen sondern darum, Dir zu helfen. Du hast doch schon so oft erlebt, daß er nicht fähig ist (warum auch immer), sich in Dich einzufühlen, Dir zu helfen. Wenn ich die Geschichte der Ehe seiner Eltern lese, ist es ja auch kein Wunder, daß er von Zweisamkeit und Partnerschaftlichkeit nichts weiß.
Aber wie gesagt: das ist nicht Dein Problem sondern seines. Egal, was mit ihm los ist: er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich.
Du bist allerdings auch erwachsen und für Dich selbst verantwortlich, auch wenn das oft schwerfällt.
... vorstellen, was das für mich bedeutet hat? Eine Tortur! Nicht zu wissen, wie man sich verhalten soll. Nicht zu wissen, ob ihm überhaupt noch was an mir liegt. Zuzusehen, wie er sich um nichts mehr gekümmert hat.

Vor einigen Monaten hat er mal seinen Ehering in einen Ecken geworfen, weil ich so verzweifelt war und ihm sagte, ich liebe ihn nicht mehr. Seit dem trägt er ihn nicht mehr. Das hab ich erst vor zwei Tagen bemerkt! Nun, in dieser Zeit hat er aber doch noch Sex von mir gewollt. Aber irgendwie halt nur ein Drckablassen - so schien es mir. Das hat mich so verletzt. Er kann sogar dies nicht verstehen!

Ich liebe ihn doch noch!
Wer bitte schön soll Dir sagen, wie Du Dich verhalten sollst, wenn nicht Du selbst, evtl. mit Hilfe eines Therapeuten. Allerdings wäre es sicher gut, wenn Du mindestens einmal in der Woche zu einem gehen würdest.
Dein Mann versteht wahrscheinlich noch nicht einmal sich selbst - wie soll er dann Dich verstehen? Es ist ihm wahrscheinlich nicht möglich zu sehen, daß er Dich verletzt. Aber auch das kannst Du kaum ändern, wenn Du immer wieder abwartest und Dir Sorgen um ihn machst. Du selbst bist es, für die Du sorgen solltest - und für Deine Kinder !

Auch wenn Du ihn belogen hast: das ist kein Grund, sich so zu verhalten. Es scheint mir eher, daß ihm diese "Lüge" gerade recht kam, um sich noch mehr zurückzuziehen. Merkst Du es denn nicht: er schiebt die Verantwortung dafür, daß Eure Ehe nicht gut geht, nur Dir zu, und Du bist auch noch so "nett", sie allein zu tragen. Das ist aber meiner Ansicht nach un-erträglich.

Bitte tu' etwas, suche Dir einen Psychotherapeuten (nicht Psychiater) oder gehe mal für ein paar Wochen in eine psychosomatische Klinik, um Abstand zu gewinnen, wenn das geht.
Aber schau nicht wie ein gebanntes Kaninchen auf Deinen Mann in der vergeblichen Hoffnung, daß ER sich ändert...

In der Sendung von Sat1 mit der Angelika Kalwass sagt sie immer so treffend: Man kann niemanden ändern, aber man kann sich selbst ändern.

In diesem Sinne mit vielen guten Wünschen,
Uta
 

inga

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28.07.04
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Hallo Ute!

Herzlichen Dank für deine ehrliche Antwort! Stimmt... darauf bin ich in den letzten Tagen auch gekommen. Nicht ich hab ein Problem, sondern er IST ein Problem. Offensichtlich macht es ihm wirklich Spass, mich leiden zu sehen. Das mit der Lüge und die angebliche Unbeachtung im Geschäft, sind wahrscheinlich nur Sündenböcke!

Er ist ein Einzelkind. Aufgezogen wurde er von Kindermädchen oder seiner Tante, weil die Eltern einen kleinen Laden führten. Speziell die Mutter hat ihn stehts zum Himmel gelobt, was für ein vorbildlicher Junge er gewesen sei. Lieb, intelligent, sehr früh sauber - konnte schon mit 2 Jahren perfekt mit Messer und Gabel umgehen - kurz: das beste Kind, das es je gegeben hat!

Ich glaube, er hat die grösste Mühe damit einzugestehen, dass er nicht besser und nicht schlechter ist, als alle normalsterblichen Menschen. Fehler gibt es bei ihm nicht!

Liebe Ute, ich versuche ja auch auf diesesm Weg, was für mich zu tun, damit es mir besser geht. Ich will mich auch einer Selbsthilfegruppe anschliessen. Das mit dem Therapeuten will ich mal mit meinem Arzt besprechen. Ich habe auch das Gefühl, dass eine Sitzung im Monat bei einem Psychiater etwas zu wenig ist.

Sorry, wenn ich so viel schreibe. Doch ich glaube, ich will auf diese Weise die ganze Sache verarbeiten. Zur Erkenntnis kommen, dass nicht ich allein an allem Schuld bin.

Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag!
Danke!
 

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Hallo Ingrid

Bei Beziehungsproblemen ist doch nie nur 1 schuld. Auf jeden Fall ist es gut, wenn Du hier soviel reinschreibst, wie Du möchtest ... und wie es Dir gut tut. Das ist der Sinn der Sache. Und ich denke, dass die Leute, die hier mit Dir leiden, sich sehr viel mehr in Dich einfühlen können und wollen, wenn Du so ausführlich schreibst, wie Du es tust. Bitte weiter so!

In Anlehnung an Uta's Beitrag noch einen bekannten Spruch, den ich mir auch gerne zu Herzen nehme:
"Wenn Du die Umstände nicht ändern kannst, so ändere Deine Perspektive."

Gruss, Marcel
 
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07.05.04
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Hallo Inga,

ich habe heute erstmals diesen Thread gelesen und bin tief berührt!
In dem ganzen Dilemma spielt der Fakt mit den 6 angeblichen Vorbeziehungen eine solche Rolle, die ich nicht verstehe. Ich weiß, das Frauen allgemein ein Problem mit früheren Geliebten ihres Partners haben. Aber umgedreht? Meine erste Frau hatte mit elf verschiedenen Männern sexuelle Kontakte, fast alles längere Beziehungen. Na und? Was soll daran schlimm sein? Das einzige wäre, daß ich bei vielen Vorbeziehungen vermuten kann, daß sie ein generelles Beziehungsproblem hat. Aber warum sollte das Einfluß auf meine Beziehung haben? Vielleicht bin ich ja nun der "passende Deckel auf dem Topf"? Und wenn meine Frau mir gesagt hätte, sie wäre mal 3 Jahre lang Prostituierte gewesen, was hätte das geändert? Ich habe sie doch so geliebt, wie sie ist!
Ich denke, daß Dein Mann ein tiefsitzendes Problem hat. Es ist lieb von Dir, daß Du ihm helfen willst und es spricht für Dich, daß Du ihn noch liebst. Aber so, wie Du es schilderst, sehe ich keine Zukunft. Du wirst Ihn nicht ändern können, wirst eher daran zerbrechen. Es ist keine Schande aufzugeben, niemand ist "moralisch" verpflichtet auf biegen und brechen seinem Partner beizustehen. Es gibt Grenzen und die sind aus meiner beschränkten Sicht als Außenstehender schon lange überschritten. Und falls Du von einer Religion her glaubst, für immer an Deinen Ehepartner gebunden zu sein, so kannst Du mir glauben, es ist nicht so! Jeder sucht sich vor der Geburt seine Lebensumstände genau heraus. Dazu gehören seine Eltern ebenso wie sein, oder auch seine (!) Partner. Die Umstände werden deshalb sorgfälig vorher ausgewählt, um genau den Lern- und Wachstumsprozeß zu erreichen, der ansteht. Dazu kann ein Partner hilfreich sein, oder mehrere.
Stell Dir mal vor, es wäre Deine nächste Aufgabe zu lernen, über den Status einer demütigen Dienerin hinauszuwachsen und Dein Leben selber in die Hand zu nehmen. Dann wäre doch so ein Mann ideal. Die Beziehung wird immer unerträglicher, bis Du so weit bist und den entscheidenden Schritt gehst. Oder Du hast Dich mit Deinem Mann verabredet, ihm zu helfen, zu lernen, nicht mehr so egoistisch und selbstsüchtig zu sein. Dann wäre der Schock, daß Du plötzlich gehst, sehr heilsam für ihn. Wie wäre es denn, wenn keiner mehr für ihn kocht (siehe oben), wäscht und bügelt und für den sexuellen Druck bereitsteht? Wenn plötzlich nicht mehr so viel Zeit für den Computer bereitsteht, weil er sonst verhungert?
Meine Empfehlung: Beginne Dich zu lösen, mach was für Dich, unternimm was, geh weg, verreise... Fang an, ihn nicht mehr zu bedienen. Wer Dich so behandelt, hat auch Deinen Service nicht verdient. Steigere dieses Verhalten. Entweder kommt der Punkt, wo er aufwacht, oder es kommt der Punkt, wo Du Dich richtig löst und erkennst, daß Du sehr gut ohne ihn auskommst. Was hast Du zu verlieren? Was kannst Du gewinnen?
Wichtig ist, daß die Sache jetzt Dynamik erhält, Du aus dieser Stagnation herauskommst. Aber unbedingt diesen Ich-Findungsprozess steigern oder Dir eine Frist setzen! So darf es nicht weitergehen! Paß aber auf, daß er Dir nicht was vorspielt, nur um liebgewordenen Service zurückzuerhalten.
Wegen der Psychopharmaka, da gibts was gutes, sieh Dir mal diesen Beitrag an:
http://www.onlinewebservice8.de/cgi-bin/forum/board.pl?forum_name=b1571&message_number=2863&id=b1571&compr=
(Das ist eine Zeile, bitte im Browser zusammenkopieren)
Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute!
Sei herzlich gegrüßt und umarmt

Günter
 

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