Borreliose – Kräuter versus Antibiotika

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Ich finde diesen Artikel wirklich hervorragend und er sollte jedem zu denken geben, der Neulingen mit akuten Borreliose-Symptomen rein alternative Behandlungmethoden empfiehlt.

Borreliose

LG, Mungg
 
wundermittel
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Danke Mungg, ein wirklich sehr guter Artikel!:)

Ich habe 1 Jahr lang nur pflanzliche Medikamente gegen meine chronische Borreliose genommen und bin immer noch krank.Ich würde jetzt deswegen persönlich (keine Empfehlung!;)) nur noch Pflanzen mit AB nehmen.

Andererseits kenne ich persönliche mehrere Borreliose-Kranken (chronisch), die mit Homöopathie tatsächlich beschwerdenfrei worden sind.

Das Motto: "Nur ABs helfen bei der chronischen Borreliose" stimmt also nicht ganz.Die Selbsthilfegruppen-und foren sind leider voll von chronischen Patienten, die trotz monatelangen und sehr oft jahrelangen Antibiosen immer noch krank sind.

Trotzdem sagen diese Menschen, daß es ihnen nur mit ABs besser geht, denn viele haben vorher alternative Methoden erfolglos probiert.

Man kann deswegen keine pauschalen Empfehlungen bei dieser Krankheit geben, zudem noch viel unerforscht und unbekannt ist und in vitro und in vivo Studien über die Wirkung schulmedizinischer und pflanzlicher Antibiotika fehlen, so daß niemand genauere Angaben über ihre Wirkung machen kann.Dazu kommt, daß die Ungenauigkeit/Unzuverlässigkeit der Laboruntersuchungen zum Nachweis der Borreliose und Co-Infektionen das Wasser noch mehr trübt.
 

Quittie

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Ich finde diesen Artikel wirklich hervorragend und er sollte jedem zu denken geben, der Neulingen mit akuten Borreliose-Symptomen rein alternative Behandlungmethoden empfiehlt.

Hallo Mungg,

ein sehr guter Artikel!

Ich bin auch noch der Meinung, dass man auch im späteren Stadium, auch wenn es schon chronisch geworden ist, noch sehr viel mit AB erreichen kann, das ist jedenfalls bei mir so. Auch erst nach 15 Jahren der Diagnosestellung und Beginn der antibiotischen Therapie bei mir, habe ich gute Erfolge dadurch und habe dadurch wieder eine vernünftige Lebensqualität erreicht, im Gegensatz zu voher.
Insofern würde ich auch immer dazu raten, erstmal in jedem Fall sich mit AB ( und evtl. mit komplementärer Begleitmedizin ) behandeln zu lassen und wenn damit dann aus irgendwelchen Gründen nicht damit zurecht gekommen wird, kann immer noch auf eine reine Komplementärmedizin zurückgegriffen werden. Dies ist zumindest meine eigene Denkweise.

Viele Grüße Quittie:wave:
 
regulat-pro-immune
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Insofern würde ich auch immer dazu raten, erstmal in jedem Fall sich mit AB ( und evtl. mit komplementärer Begleitmedizin ) behandeln zu lassen und wenn damit dann aus irgendwelchen Gründen nicht damit zurecht gekommen wird, kann immer noch auf eine reine Komplementärmedizin zurückgegriffen werden. Dies ist zumindest meine eigene Denkweise.

Unterschreibe!!!:bang:

Allerdings ist es nach wie vor sehr schwierig, einen Arzt zu finden, der eine Langzeitantibiose verschreiben will, vor Allem wenn die Serologie negativ ist.

Leider gibt es es nach wie vor wenige spezialisierte Ärzte, so daß die Fahrtwege für viele Patienten sehr weit sind (was ja nicht einfach ist, wenn man z.B. unter Erschöpfung und kognitiven Störungen wie Konzentrationsschwäche, Schwindel, usw. leidet) und die meisten Spezis sind leider Privatärzte.Es sind viele Hürden, die nicht jeder Patient überwinden kann.Auch die Laboruntersuchungen können ganz schön teuer sein.Ich habe persönlich allein für den LTT und die Beratung bein Spezi 300 € innerhalb 4 Wochen ausgegeben und dabei mußte ich noch das Rezept für das AB und Quensyl extra bezahlen.Und das alles für 4 Wochen Behandlung!!!:schock:

Es fehlen wirklich ortnahe Borrelienzentren, die auch dazu eine Kassenzulassung hätten, womit jeder gesetzlich versicherte Patient eine Behandlung schnell und preiswert anfangen könnte.Das setzt natürlich voraus, daß die Existenz der chronischen Borreliose als mit AB behandlungsbedürftige Krankheit endlich offiziell anerkannt wird sowie die Therapie.Davon sind wir meilenweit entfernt, so daß immer viele Patienten keine vernünftige Therapie bekommen.:rolleyes:
 
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Das ist wirklich mal eine gute Übersicht in dem Artikel. Entscheidend ist aus meiner Sicht die Dauer der Infektion, bei frischen Infektionen, würde ich immer ohne zu zögern und wenn und aber Antibiotika nehmen.

Bei chronischen Infektionen bleibt glaube ich nur das Probieren und ggf. auch das Wechseln der Medikationen, bei Einsatz von Antibiotika in chronischen Fällen würde ich im Vorfeld immer checken, was denn sonst noch so "kaputt" gegangen ist während der Borreliosezeit.

Das ist in Abhängigkeit von individuellen organischen Schwachpunkten unterschiedlich, und genau diese müssten vor der Gabe von Antibiotika auf unerwünschte Nebenwirkungen untersucht werden. Bei sehr hohen Antikörperwerten einer Hashimoto über 5.000 würde ich vermutlich erst wünschen, dass man AKs wieder ein wenig herunterregelt, bevor man mir Antibiotika gibt. Das Risiko von Kollagenosen à la Lupus liegt dann sehr nahe.

Antibiotika sind nicht für die Langzeiteinnahme konzipiert, sondern für akute Geschehen, d.h. bei Langzeitantibiosen würde ich persönlich immer eventuelle Nebenwirkungen abwägen und ggf. das Einnahmeschema auf gepulste Einnahme setzen.

Grüße
Cheyenne
 
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Das Problem einer Langzeitantibiose ist, daß 1. nicht jeder AB über mehrere Monate verträgt, 2. dies das Risiko von Resistenz erhöht, 3. ABs die Darm- (und Vagina) -flora zerstören, was langfristig problematisch ist.Manche Ärzte befürchten mit intrazellulär wirksamen AB eine Schädigung der Mitochondrien (was ja für manche AB nachgewiesen wurde, aber soferne ich es als Laie weiß, nicht für Tetrazykline und Makrolide, die gegen Borrelien eingesetzt werden).

Und dann gibt es dazu die Biofilme und zellwandfreie Formen (Zysten), die die Erregerpersistenz noch erhöhe.

Ich persönlich-falls ich nochmal einen Langzeitversuch mit AB wagen sollte und könnte-würde auf jeden Fall AB mit Pflanzen kombinieren ( für mich persönlich Mino+Quensyl + evtl. Metro + Knoblauch), weil ich mir dadurch eine synergetische Wirkung erhoffe. Und da ich mit OBE schon mal ziemlich starke Herxs hatte, evtl. sogar ein gepulstes Schema mit OBE in den AB Pausen.Trotzdem würde das Ganze weiterhin ein Experiment ohne Heilerfolgarantie bleiben...

Zur Langzeitantibiose: Bb haben eine lange Regenerationszeit, sprich verdoppeln sich alle 12-24 Stunden (Prof.Sievers beobachtete sogar Bb in vitro, die sich alle 31 Stunden vermehren!!!).Dabei können AB die Erreger nur in dieser Vermehrungsphase (also alle 12-24 Stunden) erreichen.Darum kann eine erfolgreiche Behandlung nur viel Zeit beanspruchen.Siehe die Erklärung hier (mit dem Vergleich mit den Strepptokokken):

Antibioseprobleme

Bei einer Regenerationszeit von 24 Stunden würde die Therapie also 500 Tage (1,36 Jahr), bei einer Regenerationszeit von 31 Stunden sogar 645 Tage, also fast 2 Jahre.Dabei sollen die B. sich angeblich im Körper noch langsamer vermehren...
 
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nicht der papa

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Hallo Borrelia, ich hatte die Aussagen von Sievers zu AB letztens gepostet. https://www.symptome.ch/vbboard/bor...benwirkungen-grenzen-gefahren.html#post510902
Danach sehe ich verschiedene Gefahren durch AB.

AB können selbst Zysten hervorrufen, wenn die Dosierung je nach AB zu hoch oder zu niedrig ist. Dazu fällt mir ganz spontan ein, dass ich es generell noch nie erlebt habe, dass mich je ein Arzt vor Verschreibung eines AB nach meinem Körpergewicht gefragt hätte, um die für mich beste Dosierung zu finden.:confused:

Makrolide dagegen stehen laut Sievers auch bei Borreliose in Verbindung mit häufiger Resistenzbildung und werden von ihm als relativ wirkungslos bezeichnet.

Gewünscht hätte ich mir allerdings, dass in o.a. Thread von den Betroffenen noch mehr Aussagen gepostet werden.



Hinweisen möchte ich bei deiner Aussage zur Langzeittherapie in dem Fall noch auf die Leitlinien, die besagen

  • Langzeit- oder Dauerbehandlungen mit Antibiotika sind nicht zu empfehlen (A).
(A)Hohe Empfehlungsstärke aufgrund starker "Evidenz"
Die Einstufung der Empfehlungsstärke kann neben der "Evidenz"stärke die Größe des Effekts, die Abwägung von bekannten und möglichen Risiken, Aufwand, Verhältnismäßigkeit, Wirtschaftlichkeit oder ethische Gesichtspunkte berücksichtigen.

Da AB bekanntermassen sehr günstig sind, sehe ich ich hier die gesundheitlichen Risiken im Vordergrund.
Dazu gefunden habe ich ferner
Die letzte Studie zur Langzeit- Antibiotika- Behandlung ??
Im Oktober 2007 publiziert die Zeitschrift Neurology eine randomisierte kontrollierte Doppelblindstudie zur Behandlung von Patienten mit einer "chronischen Neuroborreliose" mit leichten bis mäßigen kognitiven Störungen, deutlicher Fatigue, Schmerzen und deutlicher körperlicher Behinderung. Die Studie wurde von bekannten Befürwortern der Langzeitbehandlung durchgeführt. Obwohl die Studie vom NIH finanziert wurde und öffentlich nach Patienten gesucht wurde, gelang es den Studienärzten nach 4 Jahren und Screening von 3368 potentiellen Patienten nur 37 Patienten in die Studie aufzunehmen, - 8 weniger als geplant. Die meisten Patienten weigerten sich, weil die Borreliose doch nicht bestätigt werden konnte oder die Patienten schon schlechte Erfahrungen mit der Langzeitbehandlung gemacht hatten. Dies obwohl in Bevölkerungsstudien bis zu einem Drittel solche Symptome angeben und 2% davon angeben schwer kognitiv beeinträchtigt zu sein. Nachdem in den ganzen USA nach Teilnehmern gesucht worden war, erstaunt somit bereits die geringe Ausbeute. Die Patienten wurden doppelblind in eine Gruppe die 10 Wochen i.v. Ceftriaxon oder eine Plazebogruppe unterteilt. Mehr als ein Viertel der antibiotisch behandelten Patienten hatte Nebenwirkungen, die zum Abbruch der Studie zwangen. Nach 12 und 24 Wochen zusammengenommen waren die Veränderungen in den neuropsychologischen Tests zwischen mit Ceftriaxon und Plazebo-behandelten Patienten nicht statistisch signifikant unterschiedlich, beide besserten sich leicht. Nur nach 12 Wochen gaben die einzelnen Patienten mit besonders schweren subjektiven Beschwerden, die mit Ceftriaxon behandelt wurden, eine etwas größere Besserung an, die allerdings statistisch nicht signifikant war und nach 24 Wochen nicht mehr nachweisbar war. Die Autoren machten dann nach Schilderung des Editor der Zeitschrift soviele post hoc Analysen, bis ein kleiner nicht signifikanter Effekt für eine kleine Subgruppe nachweisbar war. Der Editor der Zeitschrift John J. Halperin kommentiert die Studie am Ende mit "Wie die anderen 3, zeigt diese Studie eindeutig die Abwesenheit von jeglicher anhaltender Wirkung (der Langzeit- Antibiotika- Behandlung) auf die geistige Leistungsfähigkeit. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass erhebliche Risiken einer Langzeit- Antibiotika- Behandlung bestehen, ist es Zeit mit anderen Behandlungsmethoden nach einer wirksamen Hilfe für Patienten, mit subjektiven anhaltenden kognitiven Symptomen nach einer Behandlung einer Borreliose, zu suchen. - Eindeutig, genug ist genug. " Borrelien
Eine www.zeckenliga.ch/downloads/Mitgliederinformation%202_2008.pdf aus 2008 der Liga für Zeckenkranke Schweiz: Fehlender Beweis für Langzeit-Antibiotika-Therapie: Unter dem Titel „Fehlende Evidenz für eine Langzeit-Antibiotika-Therapie bei Post-Lyme-Syndrom (bzw. Chronischer Lyme-Borreliose)“ . Die Masterarbeit untersuchte allerdings nur mit den Wirkstoffen Ceftriaxon (bekannt unter Rocephin) intravenös und Doxycyclin.
Wobei aber doch gerade Doxy von Sievers als eines der wirkungsvollsten AB bei Borreliose beschrieben wird.;)
 
Themenstarter
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07.05.06
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Es geht im Artikel gar nicht um Langzeitantibiosen. Es geht um die Behandlung einer festgestellten akuten Borreliose und dass das Risiko einer Chronifizierung mit einer "Kräuter-Behandlung" nicht abschätzbar ist.

Zur Behandlung der chronischen Borreliose haben wir gar keine Evidenz - weder in die eine Richtung noch in die andere. Sämtliche Richtlinien sind nur unverbindliche Empfehlungen.
Borreliose - die verleugnete Krankheit

Ach ja, bevor ich es vergesse. Die Wormser Studie wird gerne herangezogen, um Kurzantibiosen im Frühstadium zu rechtfertigen. Es ist ein gutes Beispiel, dass jeder Evidenz behaupten kann, je nachdem, wie es in seine Wirklichkeit passt.
https://www.evimed.ch/AGORA/HTZ000/downloads/lymeborreliose.pdf
Man beachte die Bemerkung:
"· Im 30-monatigen Behandlungsverlauf nahmen 50-60% aller Patienten weitere Antibiotika (nicht im Zusammenhang mit Borreliose) ein. Dies kann den Langzeitverlauf beeinflusst haben. Allerdings geschah dies in allen drei Gruppen gleich häufig.
Kann sich jeder selbst ausrechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass 50-60% der gesunden Bevölkerung innert 30 Monaten mit AB behandelt werden muss, oder ob nicht doch die Borreliose direkt oder indirekt etwas mit dieser hohen Zahl zu tun hat.

Noch ein bisschen Evidenz gefällig? Die Masterarbeit, die angeblich keine Evidenz für Langzeitantibiosen finden konnte, taugt schlussendlich auch nichts. Denn:
"Insgesamt betrachtet sei die zum jetzigen Zeitpunkt vorhandene Grundlage für oder gegen die Wirksamkeit relativ spärlich.

Nichts desto trotz werden chronische Verläufe geleugnet oder als selten bezeichnet. Die Patienten können dann selber sehen, wie sie mit einer Krankheit zurechtkommen, die von einem der gestrengen Meinungsführer verglichen wird mit:
dekompensierter Herzinsuffizienz, degenerativen Gelenkerkrankungen, ausgeprägtem Diabetes mellitus oder Zustand nach Myokardinfarkt.
(Klempner M et al, Two controlled trials of antibiotic treatment in patients with persistent symptoms and a history of Lyme disease, N Engl J Med (2001), 345: 85-92)

Ich denke, es müssig hier zu diskutieren, ob Langzeit-AB oder nicht. In der Not säuft der Teufel Weihwasser. Wenn AB die einzigen Medis sind, die einem Patienten helfen, ein Minimum an Lebensqualität zu erhalten, sollte er sie bekommen, wenn er über die Risiken aufgeklärt wurde.

LG, Mungg
 
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regulat-pro-immune

Quittie

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Ich denke, es müssig hier zu diskutieren, ob Langzeit-AB oder nicht. In der Not säuft der Teufel Weihwasser. Wenn AB die einzigen Medis sind, die einem Patienten helfen, ein Minimum an Lebensqualität zu erhalten, sollte er sie bekommen, wenn er über die Risiken aufgeklärt wurde.

so sehe ich das auch , Mungg,


Ndp,

und zwischen Theorie und Praxis liegt für mich hier ein großer Unterschied. Für mich zählt was mir bisher geholfen hat - egal ob gewisse AB Zysten provozieren sollte oder dies oder jenes AB nicht geeignet bzw. weniger erfolgreich sein sollte. Denn jedes AB kann bei jedem anders wirken. Es gibt nach wie vor keinen Goldstandart! Es bleibt nach wie vor ein Probieren und das für jeden individuell herausgefunden werden sollte, was am besten bei welchen Beschwerden hilft und welche Behandlungsstrategie am geeignetsten ist.

Es kommt auch darauf an, welches AB bei welchen Beschwerden eingesetzt wird und wo sich die Borrelien grad befinden.

Danach sehe ich verschiedene Gefahren durch AB.

Ich denke, wenn man heftigste Beschwerden einer Borreliose hat - höllische Schmerzen und angstmachende kognitive Leistungsstörungen oder andere stark beeinträchtigende Beschwerden hat, dann ist man froh, wenn man endlich eine adäquate AB-Therapie bekommt, in dem Moment mache ich mir keine Gedanken um Gefahren durch AB, denn ich habe auch ohne AB schon Angst gehabt um mein Leben und Dasein! So ging bzw. geht es mir, denn auch durch die Borreliose sehe ich Gefahren, wenn diese nicht anständig behandelt wird. Ich möchte jedenfalls keine weiteren Schäden durch die elende Infektion davontragen, weder dement werden, noch das meine Gelenke weiter geschädigt werden, oder mir dazu noch einen Diabetes oder Herzinfarkt zu holen.:rolleyes:

AB können selbst Zysten hervorrufen, wenn die Dosierung je nach AB zu hoch oder zu niedrig ist.

Ja sie KÖNNEN, aber dies ist nicht in vivo sicher, da dies nur in vitro getestet wurde. Im Körper verlaufen ganz andere biologische Vorgänge, das kann man nicht mit einem Reagenzglas vergleichen. Ich z.B. hatte mit solchen AB, die angeblich Borrelien in die Zystenform treiben können, sehr gute Erfolge. Und auch so bisher, dabei bekam ich noch nie einen "Zystenknacker" hinzu.

Dazu fällt mir ganz spontan ein, dass ich es generell noch nie erlebt habe, dass mich je ein Arzt vor Verschreibung eines AB nach meinem Körpergewicht gefragt hätte, um die für mich beste Dosierung zu finden

Ich bekomme es auch nach meiner Größe und Gewicht.;)

Makrolide dagegen stehen laut Sievers auch bei Borreliose in Verbindung mit häufiger Resistenzbildung und werden von ihm als relativ wirkungslos bezeichnet.

Da haben wir es wieder, bei jedem kann AB anders wirken und in der Praxis kann es anders aussehen. Ich bekam schon oft Makrolide ( Clarithromycin, Roxithromycin ) und sie helfen bei mir besonders gut bei der Lyme- Arthritis. Kann insofern eine Wirkungslosigkeit nicht bestätigen.

Da AB bekanntermassen sehr günstig sind, sehe ich ich hier die gesundheitlichen Risiken im Vordergrund

Es wird ja nun nicht gerade mit AB herumgeschmissen und außerdem geschieht die Therapie auf ärztlicher Anordnung und wird ja auch überwacht und es werden auch Kontroll-Untersuchungen gemacht, auf Leber,Nieren, BB usw. .

Eine Borreliose bringt in meinen Augen auch gesundheitliche Risiken, wenn diese nicht vernünftig behandelt wird, da sollte man denke ich, das Nutzen/Risiko abwägen...mit Borreliose und AB....

Eine Borreliose, egal ob in der Früh- oder Spätphase ist und bleibt eine bakterielle Infektion.

Viele Grüße Quittie
 
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16.05.07
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Für mich zählt was mir bisher geholfen hat - egal ob gewisse AB Zysten provozieren sollte oder dies oder jenes AB nicht geeignet bzw. weniger erfolgreich sein sollte. Denn jedes AB kann bei jedem anders wirken. Es gibt nach wie vor keinen Goldstandart! Es bleibt nach wie vor ein Probieren und das für jeden individuell herausgefunden werden sollte, was am besten bei welchen Beschwerden hilft
Ha, die mich " behandelnde" Psychologin in der Reha legte mir einen Fragebogen vor, der exakt die Hauptsymptome der Borreliose abdeckte und stellte dann fest, dass meine Beschwerden rein psychosomatischer Natur seien.:eek:

Und auf den Einwand hin, dann hätten ABs mir doch nicht immer geholfen, wiegte sie ihr Haupt und murmelte, auch das könne psychosomatisch verursacht sein!! :cool:

LG - kari
 
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07.05.06
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Und auf den Einwand hin, dann hätten ABs mir doch nicht immer geholfen, wiegte sie ihr Haupt und murmelte, auch das könne psychosomatisch verursacht sein!!

:D:D:D

Der ganz normale Wahnsinn für Betroffene. Es ist halt einfach, die Verantwortung für die Krankheit dem Patienten zu übertragen, wenn man selbst nicht mehr weiter weiss.

LG, Mungg
 
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Es ist halt einfach, die Verantwortung für die Krankheit dem Patienten zu übertragen, wenn man selbst nicht mehr weiter weiss.
Jaahaha, für Mme. Psychologin war das aber leider nicht "Nicht-Mehr-Weiterwissen", sondern ganz einfach:
Alles was an Symptomen auf ihrem Zettel steht ist nun mal PSYCHOSOMATISCH, basta.
Wozu hat man das denn sonst studiert?

Meine Kreuzchen auf dem Fragebogen bestätigten nur ihren vorherigen Verdacht.


Immer wieder passend dazu:

Das ist wohl psychosomatisch!

Zumal der Psychosomatikboom für die Kaste der Mediziner von mancherlei Vorteil ist - zunächst als Arbeitsbeschaffungsprogramm, hauptsächlich aber im Praxisalltag. Alles, worauf sich unsere Fünf-Minuten-Fließband-Medizin samt ihrem (übrigens ebenfalls weltmeisterlichen) röntgenwütigen Darstellungszwang und Messbarkeitswahn keinen Reim machen kann, lässt sich in dieser Rubrik prima abladen
Mit der Diagnose "psychosomatisch" wird der Spieß der Bringschuld behände umgedreht: Nun muss nicht mehr der Arzt kurieren, sondern der Patient hat seine Lebensumstande in Ordnung zu bringen, notfalls mithilfe eines Psychiaters oder Psychologen. Und diese machen dem Bonmot „Wer einen Hammer besitzt, der betrachtet bald jedes Problem als Nagel“ alle Ehre. In gewissem Sinne sogar zu Recht: Wer von uns ohne psychischen Ballast ist, der werfe den ersten Stein auf die Autorität der Psychologie! Ist nicht bei jedem zumindest eine kleine Neurose zu finden? Bei den unerklärlich körperlich Leidenden bevorzugt die anankastische: „Sie neigen aber auch zur Selbstbeobachtung!
Aber wir schweifen vom Thema ab....;)


LG -kari
 
regulat-pro-immune
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Es ist aber leider eine Tatsache, dass viele Ärzte die nicht mehr weiter wissen alles auf die Psyche schieben.
Damit stellen sie den Patienten sozusagen als Hypochonder und unglaubwürdig dar.
Wenn diese Psychosache einmal in der Akte steht, wirst du bei keinem Arzt mehr für voll genommen. Also Vorsicht!
Gerade Borrekranke landen häufig in der Psychatrie, weil die Krankheit nicht erkannt wird, die Symptome, da oft viele verschiedene , nciht ernst genommen werden.

LG
Rianj :wave:
 
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15.06.09
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Um auf Borreliose – Kräuter versus Antibiotika zurück zu kommen:
ich fahre auch die alternative Schiene. Aber wenn nichts mehr geht, mein Zustand sich trotzdem massiv verschlechtert, nehme ich auch Ab. Ungern, aber es hilft dann erst einmal :eek:).
Leider hat häufiges und langes Ab schon den ein oder anderen Nachteil.
Ich habe mir z. Zt. deswegen, nach 6 wöchiger Mino. einnahme einen Candida zugezogen. Das ist keine schöne Sache und muss nun auch noch mitbehandelt werden. :mad:(das war nicht meine erste Ab langzeiteinnahme!)
Verharmlosen sollte man das AB also nicht.
Aber auch bei den Alternativen sollte man genau recherchieren, was gesund ist und was nicht.
Es nützt nicht, das Immunsystem durch irgendetwas immer weiter kaputt zu machen.
Immunsystemaufbau ist das einzig Richtige.
Borreliose bekommt man nur, wenn das Immunsystem zu schwach ist, die Bakterien von vorne herein abzuwehren.
Also muss dort angesetzt werden.
Gesunde Ernährung (ich lese gerade: Futter für`s Volk - sehr empfehlenswert :D) , nach Möglichkeit eine gesunde Umgebung (was immer schwieriger wird), und nicht bei jeder Erkältung Ab sondern Naturheilmittel und Homöopathie. Auch wenn`s länger dauert.

LG
Rianj
 

Quittie

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20.12.09
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ich fahre auch die alternative Schiene. Aber wenn nichts mehr geht, mein Zustand sich trotzdem massiv verschlechtert, nehme ich auch Ab. Ungern, aber es hilft dann erst einmal :eek:).

Ich denke, das ist auch vernünftig, Rianj ;).
Man sollte , auch wenn man sich für die Alternativ-Medizin entschieden hat, trotzdem eine AB -Therapie im Auge behalten und diese besser wieder aufnehmen, wenn es zu einer bleibenden Verschlimmerung kommt.

Verharmlosen sollte man das AB also nicht.

Das auf keinem Fall, aber verteufeln auch nicht.:wave: Sie gehören zu den wichtigsten Arzneimitteln.

Ich hatte bisher, trotz der ganzen wiederholten Ab-Therapien zum Glück noch nie besondere Darmprobleme und auch noch keine Pilzinfektion. Dies kommt auch immer auf die jeweilige Konstitution des Einzelnen mit drauf an.
Aber man kann auch einiges tun, um solche Nebenwirkungen abzuwenden, auch mit der Ernährung.

und nicht bei jeder Erkältung Ab sondern Naturheilmittel und Homöopathie. Auch wenn`s länger dauert.
Das sowieso nicht, denn Erkältungen sind viral bedingt! Es könnten sich sekundär Bakterien hinzugesellen, aber nicht von vornherein! Aber dennoch werden dafür oftmals ärztlicherseits AB verschleudert, aber wenn es um eine Borre geht, dann wird meist geknausert....:rolleyes::mad:

Viele Grüße Quittie
 

Esther2

Hallo allerseits,

und wieder wird dieselbe Sau durch´s Dorf getrieben ...

Die Antwort, ob Antibiotika oder Kräuter richtig sind bei Borreliose, kann nicht gegeben werden, weil die Frage falsch ist.

Wir müssen weg von einer Erreger-/Medikamenten-zentrierten Sicht hin zu einer individuellen, Menschen-zentrierten Vorgangsweise. Was für Hinz richtig ist, stimmt für Kunz nicht. Genau daran scheitert der schulmedizinische Zugang, welches AB nun das richtige sei, und genauso falsch kann Storls Karde sein, wenn sie für den betroffenen Menschen nicht passt.

Storl hat insofern großen Respekt verdient, dass er das Ganze bei sich selbst gemacht hat, zu einem Zeitpunkt, wo noch kaum einer was von alternativer Borreliose-Behandlung gepfiffen hat. Aber was geblieben ist in der medikamentenzentrierten Sichtweise, das ist die Karde. Wer Storls ursprünglichen Text liest, in dem Buch "Mit Pflanzen verbunden", der sieht, dass Storl einen ganzen Wust an Maßnahmen gesetzt hat, die aber leider unpopulär sind und mit den einfachen Worten "gesunde Lebensweise" beschrieben werden könnten: Ernährung, frische Luft, Entgiftung, Schwitzhütte, ... das sind die unbequemen Teile, die schnell überlesen werden, und dann heißt es plötzlich, Storls Karde hilft nicht ...

Es braucht nicht Mittel A oder Mittel B und auch nicht AB, sondern einen Blick auf das Individuum, egal ob mit AB oder Kräutern.

LG, Esther.
 
Beitritt
15.06.09
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Das sowieso nicht, denn Erkältungen sind viral bedingt! Es könnten sich sekundär Bakterien hinzugesellen, aber nicht von vornherein!
Viele Grüße Quittie

Na, das erzähl mal den Studierten :D

Wenn ich höre, wie oft meine Neffen 10J / 8J schon Ab bekommen haben, graust es mir.
Es vergeht kein Jahr ohne und das wirklich von Anfang an.
Sowas von Veranwortungslosigkeit gibt es kaum noch. :eek:
Und die sind bestimmt keine Einzelfälle.
Aber mit den natürlichen Mitteln dauert es halt länger bis die Krankheit weggeht und da haben die meisten Eltern keine Zeit mehr für.
Schade drum.
Die armen Kinder können sich ja nicht wehren.


LG
Rianj
 
regulat-pro-immune
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10.01.04
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Eine der Krankheiten, die vor allem Kinder oft nach Hause tragen, ist Scharlach - eine bakterielle Erkrankung, die entsprechend mit AB behandelt wird.
 

Esther2

Eine der Krankheiten, die vor allem Kinder oft nach Hause tragen, ist Scharlach - eine bakterielle Erkrankung, die entsprechend mit AB behandelt wird.

Scharlach bekommt jedes Kind nur einmal (zumindest in der klassischen Form). Hat bei meiner Tochter mit homöopathischer Behandlung genau 24 h gedauert. Mit AB dauert das klassischerweise eine Woche. :zunge:

Es stimmt weder, dass Scharlach mit AB behandelt werden muss, noch dass die naturheilkundliche Therapie länger braucht. Aber man muss halt ein bisschen Verantwortung übernehmen, Harn kontrollieren, Kind beobachten etc.

Ich kenne auch Kinder, die mit Scharlach AB bekommen und von den Eltern wieder in den Kindergarten geschickt werden. Das ist die ideale Lösung. :mad:

Esther.
 
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