Bakterien

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22.04.06
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Bakterien sind der Ausgangspunkt unserer Entwicklung. Über eine Mrd. Jahre bestand das Leben auf der Erde ausschließlich aus Bakterien. Dann drang wahrscheinlich ein räuberisches Bakterium, auf der Suche nach Nahrung, in ein anderes ein, es entstand eine Art Burgfrieden, das Ganze erwies sich besser als die Summe seiner Teile, und aus diesem Zusammenschluss sind letzten Endes die heutigen Zellen der Pflanzen und Tiere entstanden. Unsere Zellen sind aus Bakterien entstanden.

Die Idee dieses Prinzips stammt von Prof. Lynn Margulis, Massachusetts. Wie sich das für eine neue Idee gehört, wurde sie zunächst ausgiebig verspottet, mittlerweile ist es jedoch die anerkannte Lehrmeinung. Die Details hat Prof. Margulis in ihrem Buch „Symbiosis in Cell Evolution“ (Freeman 1993) fixiert.

Ich finde die Sache vor allem deshalb interessant, weil die Bakterien auch heute noch „die wahren Herrscher des Planeten“ sind. Selbst der Mensch besteht, betrachtet man die Anzahl der Zellen, zu 90% aus Bakterien. Aber - es interessiert uns überhaupt nicht. Es interessiert uns auch nicht, wie es unseren „Gästen“ geht. Und wenn wir Antibiotika schlucken und damit eine Art Atombombe zwischen unsere Gäste werfen, wir haben nicht mal eine Ahnung davon, was wir anrichten. Wir sind, man kann es drehen und wenden wie man will, in dieser Symbiose der miese Partner.

Viele Grüsse
Wero
 

Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Hallo Wero,

schön dich wieder einmal zu sehen!
Dieses Thema liegt auch mir am Herzen. Seit Pasteur und Koch damit anfingen, uns einreden zu wollen, dass alles Böse, Krankmachende von außen kommt und Bakterien oder Viren heißt, sind wir zu Jägern unserer Verbündeten geworden. Die Kraftwerke in jeder einzelnen Zelle von uns, die Mitochondrien sind umgewandelte Bakterien und die unzähligen anderen Bakterien in uns brauchen wir, um überleben zu können. Vieles spricht dafür, dass Bakterien sogar als Reparaturhelfer in unserem Körper agieren.

Zahlreiche Krankheiten beruhen darauf, dass durch Antibiotika ein großer Teil der Bakterien umgebracht wird. Deren Plätze nehmen dann gern Pilze ein, die sich ja mit Vergnügen von totem Material ernähren. Fast sämtliche weitverbreiteten Darmbeschwerden haben damit zu tun und trotzdem kenne ich kaum eine öffentliche Diskussion zu dem Thema.

Gruss, Horaz
 
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Hallo Horaz,

da liegen wir offensichtlich auf einer Linie. „Jäger unserer Verbündeten“ - besser kann man es nicht formulieren. Ein fundamentales Thema, und man müsste es kräftig befördern, aber wie? Unsere www.symptome.ch/wiki/Fehlbesiedlung ist auch nicht gerade auf dem roten Faden.

Du bist ja mit dem Impfen im Gange. Großer Beifall.

Viele Grüsse
Wero
 
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Hallo Marcel,

die Antibiotika sind eher ein Seitenzweig des Themas. Mit Sicherheit wird sich das Forum der Sache nähern. Die Frau Zeit wird uns dabei ein beinharter Helfer sein.

Viele Grüsse
Wero
 
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interessantes Thema!

ja, das haben wir Menschen in allen Lebensbereichten getan: Der Natur den Krieg erklärt. Wir teilen willkürlich alles in "schädlich" oder "nützlich" ein, und haben durch teilweise Ausrottung damit dafür gesorgt, dass aus dem Gleichgewicht gekommen ist, was vollkommen in der Waage war.

Das fängt bei Bakterien an und hört bei "Schädlingsbekämpfung" im Garten noch lange nicht auf. Die Natur ist perfekt und vollkommen, solange wir sie nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Ich meine, hier ist ein grundlegendes Umdenken dringend erforderlich, wenn es dafür noch nicht zu spät ist.

Und dann lese ich sowas:

Allergie-Spezialisten auf der ganzen Welt suchen nach Ansätzen, die Immuntoleranz zurück zu gewinnen. Für allergische Atem-wegserkrankungen wie Heuschnupfen und Asthma gibt es eine Behandlungsmöglichkeit, die dieses Ziel erreichen kann: die spezifische Immuntherapie (SIT, Hyposensibilisierung). Dabei injiziert der Arzt dem Patienten regelmäßig Lösungen, die die Substanz enthalten, auf die der Patient allergisch reagiert. So gelingt es in vielen Fällen, die Überempfindlichkeit des Immunsystems zu verringern, manchmal ist sogar eine vollständige Heilung der Allergie möglich. Dr. Kleine-Tebbe: „Eine spezifische Immuntherapie mit standardisierten Allergenextrakten erreicht bei allergischen Atemwegserkrankungen Erfolgsquoten bis zu 70 Prozent und bei Insektengiftallergien bis zu 90 Prozent und darüber. Und inzwischen gibt es Hinweise darauf, dass Patienten mit Neurodermitis, die gleichzeitig an allergischen Atemwegserkrankungen leiden, ebenfalls von einer spezifischen Immuntherapie profitieren können.“
Um zu verhindern, dass Allergien überhaupt entstehen, wird mittlerweile noch eine andere Möglichkeit erforscht: Eine Impfung soll den Kontakt mit bestimmten Mikroorganismen imitieren und da-durch trotz Hygiene für Toleranz im Immunsystem sorgen.

Komplizierte Zusammenhänge: Hygiene, Neurodermitis und Allergie, Allergienews, Neurodermitis1

Da werden dann nur wieder die Lobbyisten profitieren und die Degenerationen werden weiter fortschreiten, wenn solchem Handeln nicht Einhalt geboten wird. Aufhalten lässt sich eine solche Entwicklung nur, wenn wir, jeder einzelne von uns sich darauf besinnen, dass es in der Natur nichts zu verbessern gibt und dies bei allem, was wir tun beachten. Sonst werden wir irgendwann nicht mehr leben können ohne am Tropf zu hängen.....

meint
jo
 
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13.07.06
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Hallo Wero,

ein wahrlich interessantes Thema. Nur eine Frage: Hat es einen speziellen Grund, daß Du es in die Rubrik "Säure-Basen-Haushalt" gestellt hast? Für mich sollte dieses Thema an erster Stelle stehen, denn die Schulmedizin baut immer noch auf den Aussagen der Herren Koch, Pasteur und Virchow.

Hast Du „Symbiosis in Cell Evolution“ gelesen?

LG
Christian :wave:
 
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Christian schrieb:

Hast Du „Symbiosis in Cell Evolution“ gelesen?
Nein.


Hat es einen speziellen Grund, daß Du die „Bakterien“ in die Rubrik "Säure-Basen-Haushalt" gestellt hast?
Ja. Ich denke, dass es einen sehr engen Zusammenhang zwischen dem Säure-Basen-Haushalt und dem Typ unserer „Gäste“ gibt.


Ein wahrlich interessantes Thema. Für mich sollte es an erster Stelle stehen.
Genau. Aber wo ist diese Stelle?


Viele Grüsse
Wero
 
Themenstarter
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Wero schrieb:
Ich denke, dass es einen sehr engen Zusammenhang zwischen dem Säure-Basen-Haushalt und dem Typ unserer „Gäste“ gibt.
Christian schrieb:
Das klingt interessant. Könntest Du das etwas näher erläutern?
Ich kann es versuchen. Ich beginne mal mit einem Zitat von Robert Young:

Vergessen Sie Blutdruck, Blutzucker, Hormonspiegel und andere Messwerte, die Sie aus der ärztlichen Praxis gewohnt sind. Tatsache ist, daß der einzige für die Gesundheit bedeutsame Messwert der pH-Wert ist. ... Im Säure-Basen-Gleichgewicht werden Sie über mehr Energie und geistige Klarheit verfügen, Kraft und Ausdauer entwickeln und überschüssiges Fett abbauen. Sie werden leuchtende Augen und eine reine Haut bekommen und besser aussehen. Ihr ganzer Körper wird besser arbeiten. Gesundheitliche Probleme jeglicher Art werden weniger werden und sehr wahrscheinlich ganz verschwinden. Kurz gesagt, Sie werden Ihre Mühelosigkeit, Leichtigkeit und das Wohlbefinden wiedererlangen, das Sie mit der Kindheit für immer verloren glaubten. Und Sie werden wissen, daß Sie vor gefährlichen Krankheiten geschützt sind.
Beschäftigt man sich ein wenig mit diesem hohen Anspruch, erfährt man etwas über das Bindegewebe und seine Funktion, über den pH in diesem Bindegewebe und im restlichen Körper, und auch über unsere Zellen. In jeder Zelle ist ein solcher Betrieb, dass New York City wie ein verschlafenes Dorf erscheint. Die Zahl der Operationen, die pro Sekunde in einer Zelle ablaufen, hat einige Nullen. Und alle diese Operationen sind auf einen bestimmten pH angewiesen. Doch dieser pH ist in der Regel nicht vorhanden. Er ist verschoben, und viele Operationen laufen nicht so ab, wie sie ablaufen sollen. Korrigiert man den pH, werden diese ganzen Fehler und Unregelmäßigkeiten vermieden, und dieser Zusammenhang verschafft uns eine Vorstellung davon, welche Kräfte ein „richtiger“ pH freisetzen kann.

Die Bedeutung, die der pH für unsere Zellen hat, hat er auch für unsere „Gäste“. Doch unsere Gäste sind nicht angeschraubt. Wenn der pH nicht ihren Wünschen entspricht, kratzen sie die Kurve. Und den freigewordenen Platz nehmen Typen ein, denen der verschobene pH gefällt. Aber diese „neuen“ Typen sind nicht diejenigen, mit denen wir seit Jahrmillionen zum beiderseitigen Vorteil zusammenleben. Die Neuen verzehren das, was eigentlich für uns bestimmt ist, und ihre Ausscheidungen sind Gift für uns. Prüft man diese Seite der Medaille, stösst man (wahrscheinlich) auf die Feststellung, dass „eine normale Darmflora heutzutage kaum noch anzutreffen ist“.

Viele Grüsse
Wero
 
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