Arzneimittel und B-Vitamine

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journalMED - Oft vergessen: Beeinflussung des Vitaminstatus durch Arzneimittel

Vor allem, wenn mehrere Medikamente genommen werden, ist es wichtig,darauf zu achten, ob sich dadurch eine Veränderung der Aufnahme und Verstoffwechselung von Vitaminen ergibt. Das gilt natürlich nicht nur für die B-Vitamine, aber hier geht es um diese:

Zahlreiche Medikamente beeinflussen über verschiedene Mechanismen Resorption und Stoffwechsel der B-Vitamine Folsäure, Vitamin-B6 und Vitamin-B12 und erhöhen damit potentiell den Serumspiegel des Risikomarkers Homocystein (Tabelle 1). B-Vitaminmangel bzw. Hyperhomocysteinämie sind mit einem erhöhten Herz-Kreislaufrisiko und mit pathobiochemischen Effekten auf das Zentralnervensystem assoziiert, die an der Progression neurodegenerativer Erkrankungen beteiligt sind [2, 3].
journalMED - Oft vergessen: Beeinflussung des Vitaminstatus durch Arzneimittel

Bei den Salicylaten, ASS, steht z.B. "Senkung des Vitamin-Serumspiegels bei Folsäure" (was mich daran erinnert, daß es bei den B-Vitaminen sowieso nicht angesagt ist, die Werte aus dem Serum zu bestimmen.

Weitere Angaben zu der Wirkung der B-Vitamine sind auch lesenswert, z.B.
Vitamin B12 braucht Säure

Proteingebundenes Vitamin B12 wird aus der Nahrung im Magen durch Salzsäure und Pepsin freigesetzt und im Darm bei höherem pH an den Intrinsic-Factor gebunden. Im terminalen Ileum erfolgt die aktive Aufnahme des Intrinsic-Factor Vitamin B12-Komplexes in das Mukosaepithel. Vitamin B12 kann außerdem unabhängig vom Intrinsic-Factor durch passive Diffusion im Dünndarm aufgenommen werden. Dieser Mechanismus betrifft jedoch nur ca. 1% des aufgenommenen Vitamin-B12.

Eine Einschränkung der Säureproduktion kann zu erheblichen Problemen führen. So kommt es zu einer Alkalisierung des Dünndarmmilieus, wodurch die physiologische Barriere gegenüber Mikroorganismen aufgehoben wird und Bakterien aus tieferen Darmabschnitten (Clostridien, Campylobacter) vermehrt in Jejunum und Ileum übertreten können. Die bakterielle Überwucherung geht sowohl mit einem Verlust von Vitamin B12 durch Umwandlung in unwirksame Cobalamide als auch mit der bakteriellen Synthese ähnlicher Strukturen einher, die in der Ileumschleimhaut mit dem Vitamin um Rezeptoren konkurrieren.

Da die arzneitherapiebedingte Verminderung der Säureproduktion im Magen die intestinale Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigen kann, sollte bei längerer Behandlung mit Antazida und Säureblockern ein besonderes Augenmerk auf die Vitamin B12-Versorgung der Patienten gelegt werden. Besonders bei älteren Menschen, die über einen langen Zeitraum regelmäßig Antazida oder Säureblocker zur Senkung der Magensäuresekretion einnehmen, sowie bei Patienten mit chronischer Gastritis ist es sinnvoll, den Vitamin-B12-Status engmaschig zu kontrollieren und ggf. Vitamin B12 zu ergänzen [4, 5].

Gruss,
Uta
 
Uta,

die Überschrift trifft den Nagel auf den Kopf! "Oft vergessen...."

Wenn ich für jeden 'Geduldigen', der von seinem Arzt zusammen mit seinem Statin kein CoenzymQ10 verschrieben bekommt, einen Euro bekommen würde, wäre ich eine gemachte Frau. ; )

Merck hat in der Schublade sogar ein Patent liegen für die Kombnation, hat mW. das Präparat nie herausgebracht ( US Patent 4933165, kann man sich anschauen unter uspto.gov ) So konnte die Kombi auch keine andere Firma auf den Markt bringen.

Zum Nachschlagen von Arzneimitteln, die Nährstoffmängel machen, zwei Buchempfehlungen

Drug-induced Nutrient Depletion Handbook, ISBN: 091658979X

- leider zur Zeit nur antiquarisch erhältlich und sehr teuer, siehe eurobuch.com - wer das wohl aufgekauft hat..... ; )

und

Drug Muggers
How to Keep Your Medicine from Stealing the Life Out of You von Suzy Cohen
ISBN: 0981817319 bei am..on.com erhältlich

vG. H.
 
Guten Morgen!

Und das da:

"Leitfaden Mikronährstoffe" von Edmund Schmidt und Natalie Schmidt, Urban+Fischer

Liebe Grüße
Krissi
 
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