„Als hätte Corona mein Gehirn aufgefressen“: Diese Ärztin hat Long-COVID

Themenstarter
Beitritt
10.01.04
Beiträge
69.448
Eine Ärztin erlebt Long Covid:

Die junge Ärztin hätte sich im Verlauf der Erkrankung eine Anlaufstelle für ihre Symptome gewünscht. Da sie früher nie krank gewesen war, hatte sie gar keinen Hausarzt. „Ich schämte mich bei meinem Arzttermin, über meine Beschwerden zu sprechen“, sagt sie. Umso wichtiger sei es, noch viel mehr darüber aufzuklären, dass Long-COVID auch bei milden Krankheitsverläufen auftritt. „Meine Beschwerden wurden teilweise als psychosomatisch abgetan“, erklärt sie.

Wenn nach sechs bis acht Wochen noch Atemnot vorherrscht, sollte das unbedingt untersucht werden. 39-jährige Ärztin mit Long-COVID

Zusätzlich hätte ihr ein Fahrplan für Patienten geholfen, die sich ein paar Wochen nach ihrer COVID-19-Erkrankung noch nicht gesund fühlen. Ein Termin bei einem Arzt, der mit der Thematik vertraut ist, zum Beispiel. „Er könnte die diffusen Beschwerden einordnen und den Patienten so mehr Sicherheit geben“, sagt sie.
...
Das Krankheitsbild von Long-COVID und Anlaufstellen für Patienten
Etwa 10% aller COVID-19 Infizierten leiden an Langzeitfolgen (Medscape berichtete). Neben Long-COVID wird auch die Bezeichnung Post-COVID Syndrom benützt. Betroffen sind alle Altersgruppen, unabhängig von der Schwere der Infektion (von asymptomatisch bis schwer) und dem Gesundheitszustand.
Mehrere Studien zeigen jedoch, dass Patienten, die wegen ihrer COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt wurden, deutlich häufiger auch 8 oder mehr Wochen nach ihrer Entlassung (zu über 50%) unter Beschwerden leiden.

Risikofaktoren

In einer aktuellen Studie in Nature Medicine von Forschern am King's College London, wurden folgende Risikofaktoren für "Long-COVID" benannt:
  • Alter – insbesondere über 50 Jahre
  • Weibliches Geschlecht
  • Übergewicht
  • Asthma

Mehr als 5 Symptome in der ersten Woche der COVID-19-Infektion (z. B. Husten, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Verlust des Geruchssinns).

Hauptsymptome von Long-COVID sind:

  • anhaltende Müdigkeit (je nach Studie 60 bis 80%),
  • kognitive Beeinträchtigungen,
  • Kopfschmerzen
  • Angst und Depressionen
  • Schlaflosigkeit
  • Atemnot

Eine Analyse des britischen National Institute for Health Research beschrieb, dass "Long COVID" auf 4 Syndrome zurückzuführen sein könnte: dauerhafte Schädigung der Lunge und des Herzens, Post-Intensivpflege-Syndrom, postvirales Müdigkeitssyndrom und anhaltende COVID-19 Symptome.
In einer internationalen Befragung gaben fast die Hälfte der Teilnehmer an, dass sie noch Monate nach ihrer Infektion weniger als zuvor arbeiten konnten. Ein Fünftel war sogar arbeitsunfähig.
Grüsse,
Oregano

Post-COVID-Ambulanzen in Deutschland

...
 
wundermittel

ory

Moderatorin
Teammitglied
Beitritt
04.02.09
Beiträge
9.633
Danke Oregano für diesen Beitrag, ich finde.....
Zusätzlich hätte ihr ein Fahrplan für Patienten geholfen, die sich ein paar Wochen nach ihrer COVID-19-Erkrankung noch nicht gesund fühlen. Ein Termin bei einem Arzt, der mit der Thematik vertraut ist, zum Beispiel. „Er könnte die diffusen Beschwerden einordnen und den Patienten so mehr Sicherheit geben“, sagt sie.
das von Seiten der Ärzte tatsächlich ein mehr an Aufklärung kommen müsste.
Mir wurde solch ein "Fahrplan" auch ausgehändigt, zusätzlich aber auch noch ein Gespräch, welches mir bewusst machte, das einiges an Beschwerden auch als "Erwartung" sich festgehalten hatten .....es ist ein Kreislauf.

Gruß Ory
 
Beitritt
12.11.21
Beiträge
5
Servus,
in DE gibt es kaum Ärzte, die sich damit auskennen; können also gar nicht behilflich sein. Erfahrene Experten auf dem Gebiet behandeln nur in Privatärztlicher Praxis, alternativ sind es Heilpraktiker mit o.g. Fokus.
Die Uni-Kliniken (gerade eine Handvoll) fangen erst an und sind völlig überlaufen, um nicht zu sagen überfordert, da die Anzahl an Fällen stetig steigt.
Die meisten Patienten werden von ihren (kassenärztlichen Behandlern) in die psychologische Schiene (Psychosomatik) geschoben, weil hilflos; wodurch die Auslastung dieser Berufsgruppe ebenfalls weiter strapaziert wird in der aktuellen Situation.
 
regulat-pro-immune
Oben