{"id":3345,"date":"2017-10-30T00:18:24","date_gmt":"2017-10-29T23:18:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.symptome.ch\/blog\/?p=3345"},"modified":"2020-01-18T06:22:13","modified_gmt":"2020-01-18T05:22:13","slug":"wasser-lebensmittel-kosmetik-gefaehrlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wasser-lebensmittel-kosmetik-gefaehrlich\/","title":{"rendered":"Gef\u00e4hrlicher, als man uns weismachen will: Chemie in Wasser, Lebensmitteln, Kosmetika"},"content":{"rendered":"<h2>Ein gef\u00e4hrlicher Cocktail<\/h2>\n<p>Die meisten Substanzen, die beispielsweise in der Umwelt, im Trinkwasser, in Getr\u00e4nken, Lebensmitteln oder K\u00f6rperpflegemitteln enthalten sind, k\u00f6nnen sich im K\u00f6rper anreichern und damit im Lauf der Zeit Mengen erreichen, die eine Vielzahl von Krankheiten verursachen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Besonders riskant dabei ist, dass sich die Wirkung verschiedener Stoffe nicht nur addiert, sondern zu einer <strong>exponentiellen Verst\u00e4rkung der Wirkung<\/strong> f\u00fchren kann. Au\u00dferdem kann theoretisch jede Substanz mit anderen Substanzen \u2013 entweder aus demselben oder einem anderen Produkt \u2013 im K\u00f6rper chemisch reagieren. Welche chemischen Reaktionen das sind und was sie in Ihrem K\u00f6rper anrichten k\u00f6nnen, ist v\u00f6llig unbekannt \u2013 niemand hat es jemals untersucht.<\/p>\n<p>Ein h\u00f6chst interessantes Zitat in diesem Zusammenhang ist das folgende:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAllerdings k\u00f6nnen die Desinfektionsmittel selbst mit nat\u00fcrlich vorkommenden Substanzen im Wasser reagieren und unbeabsichtigte Nebenprodukte erzeugen, die zu Gesundheitsrisiken f\u00fchren k\u00f6nnen.\u201c [1]<\/p><\/blockquote>\n<p>Wer das zugibt? Kein anderer als der einflussreiche US-amerikanische Branchenverband International Bottled Water Association (Internationale Vereinigung Flaschenwasser; IBWA). Man wei\u00df um diese Risiken also sehr genau.<\/p>\n<p>Eine der wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten zu dieser Thematik ist bereits einige Jahre alt und h\u00e4tte deshalb eigentlich l\u00e4ngst bei der Bewertung von Substanzen ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen: Die Forscher um Andreas Kortenkamp von der School of Pharmacy der University of London ver\u00f6ffentlichten 2007 in der Fachzeitschrift Environmental Health Perspectives einen Artikel mit der \u00dcberschrift \u201eLow-Level Exposure to Multiple Chemicals: Reason for Human Health Concerns?\u201c[2] (\u201eNiedrige Belastung mit unterschiedlichsten Chemikalien: Eine Gefahr f\u00fcr die menschliche Gesundheit?\u201c). <strong>Sie hatten sich die Frage gestellt, ob es auch dann zu Gesundheitsrisiken kommen kann, wenn mehrere Chemikalien in derart niedrigen Dosen vorhanden sind, dass die einzelne Substanz f\u00fcr sich genommen keinerlei Wirkung hat.<\/strong> Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich noch niemand die M\u00fche gemacht, die vorhandenen experimentellen Studien systematisch zu untersuchen. Und dies fanden die Wissenschaftler heraus:<\/p>\n<p><strong>Die weithin verbreitete Annahme, dass eine Chemikalien-Mischung harmlos ist, wenn die einzelnen Chemikalien jeweils in Konzentrationen vorliegen, bei denen keinerlei Wirkung beobachtet werden kann, ist falsch!<\/strong><\/p>\n<p>Gleichzeitig konnten die Forscher damit zeigen, dass auch die Annahme falsch ist, eine Konzentration, bei der keine Wirkung festgestellt wird, sei auch sonst wirkungslos. Das bedeutet: Es kommt einfach darauf an, welche anderen Stoffe gleichzeitig vorhanden sind \u2013 dann k\u00f6nnen sogar Konzentrationen wirken, die sonst niemals eine Wirkung gezeigt haben!<\/p>\n<p>Auch der Lebensmittelchemiker Mathias Schwarz schrieb bereits im Jahr 2000 in seiner Diplomarbeit[3] zum Thema Lebensmittel-Zusatzstoffe an der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen, Fachbereich Oecotrophologie:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAllerdings existieren nach wie vor ungekl\u00e4rte Fragen. Dies betrifft insbesondere synergistische, additive, potenzierende oder antagonistische Wirkungen der einzelnen Stoffe im Verbund mit anderen Substanzen. Da bereits Schwierigkeiten und Widerspr\u00fcche in der Interpretation der toxikologischen Standarduntersuchungen existieren, w\u00e4re es bei einem obligatorischen Test zur Wirkung von Interaktionen verschiedener Zusatzstoffe ungleich schwerer, Empfehlungen daraus abzuleiten. Des Weiteren bereitet, wie gezeigt wurde, die Unsicherheit aufgrund mangelnder \u00dcbertragbarkeit der Daten aus Tierversuchen auf den Menschen Probleme. Jedoch existieren bis jetzt nur wenig ausreichende Alternativmethoden, die Tierversuche in diesem Bereich ad\u00e4quat ersetzen zu k\u00f6nnen. Um ein eventuelles Restrisiko auszuschlie\u00dfen, erscheint es daher sinnvoller, Zusatzstoffe, wenn m\u00f6glich, ganz vermeiden.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h2>Grenzwerte \u2013 was nicht passt, wird passend gemacht<\/h2>\n<p>Was macht man, wenn Grenzwerte nicht zur Realit\u00e4t \u201epassen\u201c, wenn beispielsweise im Trinkwasser erh\u00f6hte Uran-Werte gefunden werden? Wenn im Mineralwasser zu viel Barium enthalten ist? Oder wenn eine Umweltkatastrophe im Anmarsch ist? Kein Problem: Man erh\u00f6ht einfach die Grenzwerte oder erteilt Ausnahmegenehmigungen, dann \u201epasst\u201c es wieder.<\/p>\n<h2>Wasser in Not<\/h2>\n<p>Die Menge an sch\u00e4dlichen Substanzen in unserem Grundwasser ist mittlerweile enorm \u2013 so enorm, dass zahlreiche Wasserwerke direkt nach Einf\u00fchrung der Trinkwasserverordnung von 1990 nur mit Ausnahmegenehmigungen arbeiten konnten. Anders h\u00e4tten sie die vorgeschriebenen Grenzwerte niemals einhalten k\u00f6nnen. Die Giftflut im Wasser hat seither nicht abgenommen, ganz im Gegenteil. Und <strong>obwohl viele Grenzwerte seit 1990 zum Teil drastisch erh\u00f6ht wurden, gelingt es auch heute vielen Wasserwerken nur noch mit Ausnahmegenehmigungen, ihre Kunden mit Trinkwasser zu beliefern.<\/strong><\/p>\n<p>Auch Mineralwasserhersteller arbeiten h\u00e4ufig mit Ausnahmegenehmigungen. Zum Beispiel die westpf\u00e4lzische Schlemmer Mineralbrunnen GmbH. Deren absatzst\u00e4rkstes Produkt wies einen erh\u00f6hten Barium-Wert auf und h\u00e4tte eigentlich nicht mehr verkauft werden d\u00fcrfen. Abhilfe schuf eine Ausnahmegenehmigung, die sage und schreibe drei Mal verl\u00e4ngert wurde. Der Hersteller war jedoch auch nach Ablauf dieser Ausnahmegenehmigung Ende 2010 nicht in der Lage (oder willens), den Barium-Gehalt unter die gesetzliche H\u00f6chstmenge zu bringen, und musste deshalb Anfang 2011 den Betrieb schlie\u00dfen.<\/p>\n<h2>\u201eMuntermacher\u201c<\/h2>\n<p>Energy-Drinks sind in Verruf geraten \u2013 v\u00f6llig zu Recht, wie ich meine \u2013 doch eines wussten Sie vermutlich nicht: Dass es Energy-Drinks in dieser Form \u00fcberhaupt zu kaufen gibt, war nur aufgrund von Allgemeinverf\u00fcgungen und Ausnahmegenehmigungen m\u00f6glich. Der Hintergrund: In koffeinhaltigen Getr\u00e4nken sind normalerweise Koffeingehalte zwischen 65 und 250 mg\/L \u00fcblich. Energy-Drinks sollten jedoch deutlich mehr Koffein enthalten, damit sie ihre Arbeit als \u201eMuntermacher\u201c auch ausf\u00fchren k\u00f6nnen. Ausnahmegenehmigungen wurden f\u00fcr bis zu 320 mg\/L Koffein erteilt, und nahezu alle Energy-Drinks weisen diesen Wert auch auf. Wie praktisch f\u00fcr die Hersteller! Allerdings: In \u201eRed Bull Shots\u201c sind sage und schreibe 1300 mg\/L Koffein enthalten. Der Trick: Es handelt sich bei dieser Fl\u00fcssigkeit laut Zulassung nicht um ein Getr\u00e4nk, sondern um ein Nahrungserg\u00e4nzungsmittel. Red Bull nutzt hier ein Schlupfloch, das es eigentlich gar nicht geben d\u00fcrfte. Auf der einen Seite wird eine H\u00f6chstmenge festgelegt, auf der anderen Seite l\u00e4sst man Getr\u00e4nke unter einer anderen Bezeichnung dann doch zu. Das kann nicht Sinn dieser Verordnung sein und ist nahezu grotesk.<\/p>\n<p>In der Schweiz geht man damit noch lockerer um: Seit Anfang 2014, so <strong>beschloss das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG), d\u00fcrfen auch Mischgetr\u00e4nke aus Alkohol und Energy-Drinks als normales Getr\u00e4nk verkauft werden.<\/strong> Wessen Gesundheit hatte das Schweizer Bundesgesundheitsamt da im Auge? Die der Verbraucher oder die der Wirtschaft?<\/p>\n<h2>Bisphenol-A: aus Eins mach F\u00fcnf<\/h2>\n<p>Bis 2007 galt f\u00fcr diesen gef\u00e4hrlichen Weichmacher ein Grenzwert von 10 Mikrogramm pro kg K\u00f6rpergewicht als tolerierbare t\u00e4gliche Aufnahme. <strong>Dann setzte die EU-Lebensmittelbeh\u00f6rde EFSA diesen Wert herauf. Nicht auf das Doppelte, nicht auf das Dreifache \u2013 sondern auf das F\u00fcnffache.<\/strong> Studien belegen seit langem, dass BPA im Tierversuch die Entwicklung von Embryonen und des Gehirns beeintr\u00e4chtigt und zu Unfruchtbarkeit und Krebs f\u00fchren kann. Kein Wunder \u2013 BPA hat eine \u00e4hnliche Wirkungsweise wie Hormone, und Eingriffe in den Hormonhaushalt sind immer gef\u00e4hrlich. Erst acht Jahre sp\u00e4ter, im Januar 2015, wurde dieser Grenzwert wieder gesenkt \u2013 und zwar auf nunmehr 4 Mikrogramm pro kg K\u00f6rpergewicht. Die franz\u00f6sische Lebensmittelbeh\u00f6rde kommt zu einer anderen Bewertung. Bei unseren Nachbarn in Frankreich ist seit Januar 2015 die Verwendung in Lebensmittelverpackungen komplett verboten. Eine Kennzeichnungspflicht f\u00fcr Bisphenol-A-haltige Lebensmittelverpackungen gibt es hierzulande immer noch nicht \u2026<\/p>\n<h2><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3354\" src=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/symptome_wasser-lebensmittel-kosmetik-gefaehrlich_pestizide-im-essen.png\" alt=\"Pestizide im Essen\" width=\"480\" height=\"316\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/symptome_wasser-lebensmittel-kosmetik-gefaehrlich_pestizide-im-essen.png 480w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/symptome_wasser-lebensmittel-kosmetik-gefaehrlich_pestizide-im-essen-200x132.png 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/h2>\n<h2>Pestizide: in der Summe harmlos?<\/h2>\n<p><strong>Das Bundesamt f\u00fcr Verbraucherschutz muss sich die Frage gefallen lassen, ob es seinem Namen wirklich immer Rechnung tr\u00e4gt.<\/strong> Denn im Zeitraum 2004 bis 2006 nahm das Amt laut einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie <strong>\u00c4nderungen bei den Grenzwerten von Pestiziden vor: Von 404 Werten wurden 293 Erh\u00f6hungen vorgenommen. Im Durchschnitt lag die Anhebung beim 33-fachen des urspr\u00fcnglichen Grenzwerts.<\/strong> Darunter befanden sich laut Greenpeace auch vier Substanzen, die auch schon zuvor erh\u00f6ht worden waren. Bereits 2004 hatte Greenpeace die damalige Verbraucherschutzministerin Renate K\u00fcnast abgewatscht. Die gesetzlich erlaubten Grenzwerte f\u00fcr Pestizide in Obst, Gem\u00fcse und Getreide, so der Chemieexperte Manfred Krautter, seien gerade unter K\u00fcnast verw\u00e4ssert worden. Das Verbraucherministerium konterte mit einer eigenen Logik: Diese Zahlen beruhten auf einer neuen Art der Zulassung. Dabei komme es zwar zur Anhebung alter Grenzwerte, aber in der Summe w\u00fcrden die Grenzwerte deutlich mehr herunter- als heraufgesetzt. Doch laut Krautter werden selbst diese Grenzwerte bei fast neun Prozent aller Lebensmittel \u00fcberschritten. <strong>Gegen kein Gesetz werde in Deutschland so h\u00e4ufig versto\u00dfen wie gegen das Lebensmittelgesetz.<\/strong> Au\u00dferdem sei nach wie vor v\u00f6llig ungekl\u00e4rt, wie der \u201eGiftcocktail\u201c in verschiedenen Obst- und Gem\u00fcsesorten auf den Menschen wirke.<\/p>\n<h2>Glyphosat: Pestizid in Muttermilch<\/h2>\n<p>Glyphosat, bekannt unter dem Namen Roundup (Monsanto) ist das weltweit am meisten verkaufte Unkrautvernichtungsmittel. \u00dcber dessen Risiken wird schon lange gestritten. Vor nicht allzu langer Zeit hatte sogar die WHO vor einer m\u00f6glichen Krebsgefahr gewarnt. Die Gr\u00fcnen ver\u00f6ffentlichten eine Studie, in der sie zeigen konnten, <strong>dass das Pestizid bereits in Muttermilch nachgewiesen werden konnte<\/strong>. In der Studie wurden Mengen zwischen 0,21 und 0,432 Mikrogramm pro Liter Milch gemessen \u2013 <strong>Werte, die deutlich \u00fcber dem Grenzwert von Trinkwasser liegen<\/strong>, wo nur 0,1 Mikrogramm pro Liter zul\u00e4ssig sind.<\/p>\n<p>Wie giftig Glyphosat beispielsweise f\u00fcr Wildtiere ist, ist weltweit bestens dokumentiert. Glyphosat t\u00f6tet einfach alles \u2013 nur nicht die Ertragspflanze des Landwirts. Und weil damit auch die ganzen Ackerwildkr\u00e4uter zerst\u00f6rt werden, haben die Wildtiere kaum noch Nahrung. Gifte geh\u00f6ren einfach nicht in den lebenden Organismus, weil sie dessen Biologie zerst\u00f6ren. Sie kontaminieren nicht nur den Boden, sondern auch unser Wasser. Nat\u00fcrlich auch dann, wenn sie \u201ebestimmungsgem\u00e4\u00df\u201c verwendet werden, was sowieso niemand kontrolliert.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund fragt man sich, weshalb Glyphosat nicht nur weiter zugelassen, sondern die akzeptable t\u00e4gliche Aufnahmemenge von 0,3 auf 0,5 Milligramm pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht heraufgesetzt wurde! Machen wir mal eine Beispielrechnung f\u00fcr Ihr Kind auf. Ihr Kind wiegt 20 Kilogramm, also w\u00e4ren 10 Milligramm pro Tag \u201eakzeptabel\u201c. Nehmen wir weiter an, Ihr Kind verzehrt an einem Tag Lebensmittel und Getr\u00e4nke von \u2013 wir sind gro\u00dfz\u00fcgig, denn dann reduziert sich die Menge pro Liter \u2013 zwei Kilogramm bzw. Liter, dann bedeutet dies eine akzeptierte Belastung der Nahrung von sage und schreibe f\u00fcnf Milligramm pro Liter bzw. Kilogramm. \u2013 das entspricht 5.000 Mikrogramm! Sie erinnern sich? Der Grenzwert f\u00fcr Trinkwasser liegt bei 0,1 Mikrogramm pro Liter. Wir haben beim Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung (BfR) viermal (!) nachgefragt, <strong>weshalb Lebensmittel so viel st\u00e4rker belastet sein d\u00fcrfen als Trinkwasser.<\/strong> Das BfR war innerhalb von einem Monat nicht in der Lage (oder nicht willens), diese Frage zu beantworten.<\/p>\n<h2><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3356\" src=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/symptome_wasser-lebensmittel-kosmetik-gefaehrlich_atomkraftwerk-gefahren.jpg\" alt=\"Atomkraftwerk-Gefahren\" width=\"480\" height=\"320\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/symptome_wasser-lebensmittel-kosmetik-gefaehrlich_atomkraftwerk-gefahren.jpg 480w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/symptome_wasser-lebensmittel-kosmetik-gefaehrlich_atomkraftwerk-gefahren-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/>Bei Atomunfall: Grenzwerte lockern!<\/h2>\n<p>Es klingt paradox, ist aber so: Nach dem Atomunfall in Fukushima hat die EU-Kommission am 25. M\u00e4rz 2011 mit einer <strong>Fukushima-Eilverordnung die C\u00e4sium-Grenzwerte f\u00fcr Lebens- und Futtermittel aus Japan nicht versch\u00e4rft, sondern vor\u00fcbergehend sogar gelockert.<\/strong> Der Grenzwert f\u00fcr Milcherzeugnisse beispielsweise wurde von 370 Becquerel pro Kilogramm auf 1000 Becquerel heraufgesetzt. \u201eDem Verbraucher wird nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima ein Mehrfaches an radioaktivem C\u00e4sium zugemutet. <strong>Das entspricht nicht dem vorbeugenden Gesundheitsschutz, es ist sogar rechtswidrig<\/strong>\u201c, sagte der Chemiker und Greenpeace-Experte Manfred Santen. Wenn Sie sich jetzt also fragen, weshalb die Beh\u00f6rden in solchen F\u00e4llen die Grenzwerte nicht strenger \u00fcberwachen oder sogar senken, sondern erh\u00f6hen, dann fragen Sie sich lieber, wem dieses Vorgehen n\u00fctzt. Oder wollen Sie ernsthaft all die Unternehmen gef\u00e4hrden, die ihre verstrahlten Lebensmittel nach Deutschland importieren m\u00f6chten? Besonders pikant bei der Sache: Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner hatte zun\u00e4chst lediglich auf \u201everst\u00e4rkte Kontrollma\u00dfnahmen\u201c und \u201espezielle Schutzstandards\u201c verwiesen \u2013 \u00fcber die erh\u00f6hten Grenzwerte wurde die Bev\u00f6lkerung erst viel sp\u00e4ter informiert.<\/p>\n<h2>Leitf\u00e4higkeit: lange Leitung bei Beh\u00f6rden<\/h2>\n<p>Die deutsche Trinkwasserverordnung regelt vieles, auch die elektrische Leitf\u00e4higkeit des Trinkwassers, die in \u00b5S (Mikrosiemens) gemessen wird. Der Wert sagt aus, welche Menge an Ionen (gel\u00f6sten Teilchen) im Wasser enthalten ist. Ermittelt wird dieser Wert recht einfach durch eine elektrische Widerstandsmessung. Je h\u00f6her der Messwert\/Leitwert, umso st\u00e4rker ist das Wasser mit frei schwebenden Teilchen ges\u00e4ttigt, enth\u00e4lt also jede Menge elektrisch leitf\u00e4hige Fremdstoffe: von Mineralien bis hin zu Schwermetallen und anderen unbeliebten Substanzen. Es sind rund 2000 Substanzen bekannt, die im Trinkwasser vorhanden sein k\u00f6nnen (gepr\u00fcft wird nat\u00fcrlich nur ein winziger Bruchteil davon). Anders herum gesagt: Reines Wasser leitet keinen Strom. Einwandfreies und sauberes Trinkwasser hat einen Wert deutlich unter 80 \u00b5S\/cm, wie man es zum Beispiel bei Regen- oder reinem Quellwasser findet.<\/p>\n<p><strong>Laut EU-Norm sollte bis zum Jahr 2013 ein Wert von 400 \u00b5S\/cm (Mikrosiemens je cm) eingehalten werden.<\/strong> Die WHO empfiehlt einen Wert von bis 750 \u00b5S\/cm \u2013 dar\u00fcber liegende Werte seien eigentlich nur noch \u201eBrauchwasser\u201c. Die deutsche Trinkwasserverordnung dagegen sah bis vor der Wende bereits 1000 \u00b5S\/cm als ausreichend an. Nach der Wende im Jahr 1990 wurde dieser Wert auf 2000 \u00b5S\/cm verdoppelt. 2001 wurde dieser Wert dann nochmals auf 2500 \u00b5S\/cm erh\u00f6ht. <strong>Seit 2010 gilt ein sagenhafter Grenzwert von 2790 \u00b5S\/cm!<\/strong><\/p>\n<p>Relativ gesehen wurde das Leitungswasser dadurch immer \u201ebesser\u201c, da sich die Werte in den einzelnen Regionen immer weiter vom Grenzwert entfernten. Ein Beispiel f\u00fcr diesen Trick: Eine Gemeinde, deren Trinkwasser einen Leitwert von 1100 \u00b5S\/cm aufweist, lag vor der Wende \u00fcber dem damals tolerierten Wert von 1000 \u00b5S\/cm \u2013 das Wasser war also schlecht. Heute liegt derselbe Wert deutlich unter dem nunmehr tolerierten Wert \u2013 das Wasser ist also pl\u00f6tzlich gut. <strong>So kann ganz legal weiter behauptet werden, dass unser Trinkwasser das am besten kontrollierte Lebensmittel ist und die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden.<\/strong><\/p>\n<h2>Aluminium: \u201eGrenzwertige\u201c Neuregelung<\/h2>\n<p>F\u00fcr aluminiumhaltige Lebensmittelzusatzstoffe gilt seit 2014 eine umfassende Neuregelung. Ausschlaggebend f\u00fcr die \u00c4nderung waren enorme Missst\u00e4nde bei der Dosierung und Deklaration von Aluminium. Im Rahmen dieser Neuregelung wurden einige Zusatzstoffe komplett verboten, bei anderen wurden eine Deklaration sowie ein H\u00f6chstwert f\u00fcr den Aluminiumgehalt vorgeschrieben.<\/p>\n<p><strong>Der Skandal bei dieser Neuregelung: Sie gilt nur f\u00fcr die Hersteller der Farbstoffe.<\/strong> Sie soll es den Lebensmittelproduzenten erm\u00f6glichen, den Aluminiumgehalt der Stoffe, die sie verwenden, \u00fcberhaupt einmal zu erkennen, um die neu eingef\u00fchrten H\u00f6chstmengen auch einhalten zu k\u00f6nnen. <strong>Eine Deklaration auf dem Endprodukt findet nach wie vor nicht statt.<\/strong> Und das, obwohl dies dringend notwendig w\u00e4re, weil gerade Kinder aufgrund ihrer Vorliebe zu bestimmten S\u00fc\u00dfigkeiten diese Grenzwerte h\u00e4ufig \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>Das Argument von Herstellern, Beh\u00f6rden oder Gesundheitsexperten, bestimmte inerte (feste) Aluminiumverbindungen seien ungef\u00e4hrlich, weil sie kein Aluminium abgeben k\u00f6nnen, ist \u00fcbrigens nicht haltbar. Damit Aluminium f\u00fcr den Menschen gef\u00e4hrlich werden kann, muss es in reiner Form \u2013 also als Aluminium-Ion \u2013 im K\u00f6rper vorhanden sein. In der Natur kommt Aluminium fast ausschlie\u00dflich in fest gebundener Form vor, zum Beispiel in Ton, Gneis, Granit (Aluminiumsilikate) oder in verschiedenen Mineralien (Aluminiumoxide). Das darin enthaltene Aluminium ist mit diesen Stoffen chemisch so fest verbunden, dass durch Wasser oder w\u00e4ssrige L\u00f6sungen wie zum Beispiel Speichel, Schwei\u00df oder Blut fast keine Aluminium-Ionen herausgel\u00f6st werden. Auch Aluminiumstearate sind in Wasser normalerweise kaum l\u00f6slich, das hei\u00dft, es wird nur wenig Aluminium abgespalten. An den Formulierungen \u201enormalerweise\u201c und \u201ekaum\u201c sieht man aber gleichzeitig, dass auch festere Aluminiumverbindungen grunds\u00e4tzlich das Potenzial haben, Aluminium-Ionen abzuspalten. In saurem Milieu bzw. bei bestimmten pH-Werten kann es durchaus vorkommen, dass Aluminium aus seiner Verbindung gel\u00f6st und vom K\u00f6rper absorbiert wird. Es kommt einfach darauf an, wie lange welche Aluminiumverbindung mit welchen Stoffen und unter welchen Bedingungen zusammentrifft bzw. welche biochemischen Vorg\u00e4nge gerade ablaufen oder durch sie ausgel\u00f6st werden. Prof. Exley, der weltweit f\u00fchrende Gesundheitsforscher im Bereich Aluminium: \u201eJede Aluminiumverbindung kann grunds\u00e4tzlich (giftige) Aluminium-Ionen abspalten.\u201c Das haben mittlerweile \u00fcbrigens auch andere Forscher erkannt.<\/p>\n<h2>Brandgef\u00e4hrlich: Eingriffe in den Hormonhaushalt<\/h2>\n<p>Besonders gro\u00dfe Sorgen bereiten den Wissenschaftlern \u00fcbrigens <strong>Chemikalien mit endokriner (hormoneller) Wirkung, denn diese wirken bereits in sehr geringen Mengen. Es gibt sehr viele und v\u00f6llig unterschiedliche Substanzen, die den Hormonhaushalt st\u00f6ren k\u00f6nnen<\/strong>, und es gibt vermutlich zahlreiche Chemikalien, deren hormon\u00e4hnliche Wirkung noch gar nicht entdeckt wurde. Vor allem im Kindesalter sind endokrine Substanzen gef\u00e4hrlich, denn der kindliche K\u00f6rper ist besonders empfindlich und verletzlich. Wenn der Hormonhaushalt bereits in diesem fr\u00fchen Stadium gest\u00f6rt wird, kann auch die normale Entwicklung des Kindes gest\u00f6rt werden \u2013 die Folgen zeigen sich oft erst sp\u00e4ter im Leben.<\/p>\n<p>Eine systematische Erforschung der Wechselwirkung aller Stoffe gibt es bisher nicht und wird es wohl auch nie geben, denn dazu m\u00fcssten zigtausende verschiedene Substanzen in allen m\u00f6glichen Kombinationen untersucht werden. <strong>Das Ganze ist ein Giftcocktail mit eingebauter Zeitbombe.<\/strong> Wann das System \u2013 Ihr K\u00f6rper \u2013 kippt, wei\u00df niemand.<\/p>\n<h2>Welchen Sinn haben also Grenzwerte?<\/h2>\n<p>Unter den gegebenen Umst\u00e4nden keinen besonders gro\u00dfen. Grenzwerte sind keine Werte, die Sie zuverl\u00e4ssig sch\u00fctzen oder die ausschlie\u00dflich f\u00fcr Sie und Ihre Kinder gemacht sind. <strong>Es sind politisch ausgehandelte Kompromisse zwischen \u00f6kologisch und gesundheitlich Gebotenem, technisch M\u00f6glichem, finanziell Tragbarem sowie wirtschaftlich und politisch Vertretbarem \u2013 mehr nicht.<\/strong><\/p>\n<p>Es bleibt uns Verbrauchern nichts anderes \u00fcbrig, als m\u00f6glichst naturbelassene Produkte zu verwenden und industriell hergestellte Produkte wo immer m\u00f6glich zu meiden.<\/p>\n<h2>Quellennachweis<\/h2>\n<p>[1] http:\/\/www.bottledwater.org\/types\/tap-water sowie http:\/\/archive.is\/7v2HV<br \/>\n[2] http:\/\/www.academia.edu\/22164451\/Low-Level_Exposure_to_Multiple_Chemicals_Reason_for_Human_Health_Concerns<br \/>\n[3] https:\/\/www.diplom.de\/document\/220562<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Skandal\u00f6s, wie Verbraucherschutz und EU-Lebensmittelbeh\u00f6rde Grenzwerte manipulieren, w\u00e4hrend Pestizide in Muttermilch nachgewiesen werden, viele Wasserwerke nur noch mit Ausnahme-Genehmigungen &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":89,"featured_media":3352,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[67,1,99,282,5,17,28,65,8,64],"tags":[878,875,872,873,874,876,871,877],"class_list":["post-3345","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allergie","category-allgemein","category-alltagstipps","category-entgiftung","category-ernaehrung","category-gesundheit-babys-und-kinder","category-gifte","category-krankheitsbilder-allgemein","category-nahrungsergaenzung","category-schilddruese-hormonsystem","tag-glyphosat","tag-grenzwert","tag-kosmetik","tag-lebensmittel","tag-lebensmittelzusatzstoffe","tag-pestizide","tag-wasser","tag-weichmacher"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3345","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/89"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3345"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3345\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3933,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3345\/revisions\/3933"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3352"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}