{"id":3328,"date":"2017-09-04T14:53:24","date_gmt":"2017-09-04T12:53:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.symptome.ch\/blog\/?p=3328"},"modified":"2020-01-18T06:22:14","modified_gmt":"2020-01-18T05:22:14","slug":"wlan-amalgam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wlan-amalgam\/","title":{"rendered":"WLAN mobilisiert Quecksilber aus Amalgam"},"content":{"rendered":"<h2>Der Unsinn vom Grenzwert: Strahlung von mobilen Netzwerken (WLAN) erh\u00f6ht die Freisetzung von Quecksilber aus Amalgam<\/h2>\n<p>Amalgam besteht zu mehr als 50% aus Quecksilber. Trotz aller gesundheitlichen Bedenken wird der Einsatz von Amalgam von Zahn\u00e4rzten und deren Verb\u00e4nden weiterhin vehement verteidigt, massiv unterst\u00fctzt von Politikern aller Parteien.<\/p>\n<h2>Selber entscheiden: toxisch und harmlos?<\/h2>\n<p>Es ist unstrittig, dass Quecksilber sich aus Amalgam l\u00f6st. Es ist ebenso unstrittig, dass Quecksilber das giftigste nicht radioaktive Element ist, giftiger als Arsen oder Cadmium. Es ist unstrittig, dass Quecksilber ein Speichergift ist, also gro\u00dfe Teile des aufgenommenen Quecksilbers im K\u00f6rper verbleiben und nur extrem langsam wieder ausgeschieden werden. Die Halbwertszeit hierf\u00fcr wird mit bis zu 22 Jahren angegeben.<\/p>\n<p>Wie giftig das Quecksilber im Einzelfall ist, unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren, z.B. der genetischen Disposition hinsichtlich der F\u00e4higkeit, Umweltgifte zu entgiften (u.a. Polymorphismen im Glutathion-System) oder der Wechselwirkung mit anderen Metallen und chemischen Substanzen, durch die eine f\u00fcr sich genommen unsch\u00e4dliche Konzentration an Quecksilber dennoch gesundheitliche Sch\u00e4den verursachen kann. Daraus ergibt sich, dass es hinsichtlich der langfristigen Gesundheit unsinnig ist, f\u00fcr einzelne toxische Substanzen &#8211; so auch f\u00fcr Quecksilber &#8211; Grenzwerte oder Toleranzwerte festzulegen. Vielmehr muss es das Ziel einer individuellen Therapie und des individuellen Verhaltens sein, toxische Substanzen aus dem Umfeld maximal zu reduzieren.<\/p>\n<h2>Der Unsinn der Grenzwerte<\/h2>\n<p>Die Annahme, dass ein Mensch nur mit einem toxischen Element, wie zum Beispiel Quecksilber, in Kontakt kommt, ist eine Idealvorstellung, die nicht dem t\u00e4glichen Leben entspricht. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen (eigentlich w\u00fcrde hierf\u00fcr der gesunde Menschenverstand ausreichen), dass unser K\u00f6rper t\u00e4glich mit verschiedenen Metallen wie Blei, Quecksilber, Cadmium, Nickel und Arsen konfrontiert wird und sich daraus Interaktionen ergeben, die nur schwer vorhersehbar sind. So kamen Untersuchungen der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA), welche die Rolle von Mehrfachbelastungen mit Metallen bei der Entstehung von Krebserkrankungen erforschten, zu dem Ergebnis, dass die gemeinsame Wirkung verschiedener Metalle gr\u00f6\u00dfer sein kann, als die Summe ihrer Einzelwirkungen. Eine andere Studie zeigte, dass eine f\u00fcr sich allein betrachtete ungiftige Menge von Quecksilber, die mit einer an sich ungiftigen Menge von Blei kombiniert wird, zu Vergiftungen f\u00fchrt. Weitere Untersuchungen best\u00e4tigen, dass geringe Quecksilbermengen, die f\u00fcr sich allein bewertet als tolerierbar einzustufen sind, in Kombination mit anderen Metallen zu nicht vorhersehbaren toxischen Wirkungen f\u00fchren k\u00f6nnen (1,2,3,4,5,6,7).<\/p>\n<h2>EMF: Das neue Supergift<\/h2>\n<p>Inzwischen haben wir es mit einem neuen \u201eSupergift\u201c zu tun, das wir mit unseren Sinnesorganen nicht wahrnehmen k\u00f6nnen: Elektromagnetischen Wellen. Wer sich die Umsatzzahlen der Mobilfunkindustrie und der davon abh\u00e4ngigen und profitierenden Industriezweige ansieht, wird realistischerweise zu dem Schluss kommen, dass sich an der grenzenlosen Ausbreitung dieser Technologie auch in den n\u00e4chsten Jahren und Jahrzehnten nichts \u00e4ndern wird.<\/p>\n<p>Auch eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien (8), welche die gesundheitlichen, sozialen und \u00f6konomischen Sch\u00e4den dieser Technologie belegen, werden in absehbarer Zeit den Siegeszug nicht aufhalten. Dennoch ist es wichtig, dass solche Studien durchgef\u00fchrt werden und dass die Ergebnisse gegen industriellen und politischen Druck ver\u00f6ffentlicht werden, damit zumindest der einzelne Mensch die M\u00f6glichkeit hat, sein eigenes Verhalten so weit wie m\u00f6glich zu optimieren, um die gesundheitlichen Belastungen zu reduzieren.<\/p>\n<h2>WLAN mobilisiert Quecksilber aus Amalgam<\/h2>\n<p>In den letzten 10 Jahren wurden verschiedene Studien publiziert, die eine erh\u00f6hte Freisetzung von Quecksilber aus Amalgam und Sch\u00e4den an Amalgamf\u00fcllungen nach Exposition mit verschiedenen elektromagnetischen oder ionisierenden Strahlen fanden (9,10,11,12,13).<\/p>\n<p>Eine aktuelle Ver\u00f6ffentlichung zeigt nun, dass auch WLAN die Freisetzung von Quecksilber aus Amalgam erh\u00f6ht (14). Die Forscher setzten Amalgamf\u00fcllungen f\u00fcr 20 Minuten der Emission eines Standard-WLAN-Router aus, der Daten mit einem Laptop-Computer in 20m Entfernung austauschte. Die WLAN-Exposition f\u00fchrte im Vergleich zur nicht exponierten Kontrollgruppe zu einem Anstieg von 115%.<\/p>\n<h2>Schlussfolgerung<\/h2>\n<p>Die Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen, wie sie in den industrialisierten L\u00e4ndern heute mehrheitlich gepflegt werden, stellen die Gesundheitssysteme vor neue Herausforderungen. Die Akutmedizin hat einen exzellenten Standard erreicht, die Bedeutung von Infektionskrankheiten ist deutlich in den Hintergrund ger\u00fcckt.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu nehmen viele chronische Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten zahlenm\u00e4\u00dfig dramatisch zu. Dieser Zunahme m\u00fcssen menschengemachte Ver\u00e4nderungen, Verhalten und Umwelt, zugrunde liegen. Nichts anderes hat sich in dieser Zeit so massiv ver\u00e4ndert, dass es eine so offensichtliche Zunahme von scheinbar unterschiedlichen Erkrankungen bewirken k\u00f6nnte.<\/p>\n<ul>\n<li>Eine neu geschaffene Ern\u00e4hrung mit denaturierten oder vollst\u00e4ndig k\u00fcnstlich hergestellten Produkten, die mit Lebensmitteln nichts mehr zu tun haben<\/li>\n<li>ein ver\u00e4ndertes Arbeitsumfeld &#8211; in vielen F\u00e4llen in geschlossenen R\u00e4umen mit k\u00fcnstlichem Licht und dauerhafter massiver elektromagnetischer Belastung<\/li>\n<li>unnat\u00fcrliche Schlaf- und Wachrhythmen mit einer k\u00fcnstlich geschaffenen Zeittaktung<\/li>\n<li>psychischer Stress durch unrealistische \u00c4ngste und industriell geschaffene Bed\u00fcrfnisse<\/li>\n<li>st\u00e4ndige multimediale Berieselung mit einer Verdichtung negativer und gewaltt\u00e4tiger Inhalte<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Liste lie\u00dfe sich endlos fortsetzen. Unser genetischer Code hat sich in dieser Zeit nicht ann\u00e4hrend so ver\u00e4ndert. Unser K\u00f6rper reagiert mit denselben Mechanismen wie vor 50 oder vor 2000 Jahren auf Ereignisse von au\u00dfen: Entz\u00fcndung.<\/p>\n<p>Dieser Mechanismus dient aber eigentlich der Abwehr einmaliger, zumindest seltener, punktueller Ereignisse. Er ist, wie wir inzwischen wissen, ein untaugliches Mittel, t\u00e4gliche Belastungen auf Dauer auszugleichen, zumal die meisten Menschen gar nicht auf die Idee kommen, gesundheitssch\u00e4dliche, nicht artgerechte Verhaltensweisen als solche zu identifizieren und zu vermeiden.<\/p>\n<p>Doch was passiert, wenn wir mit einem Auto Vollgas geben (sch\u00e4dliches Verhalten) und gleichzeitig auf die Bremse treten (Entz\u00fcndung). Wir werden die Funktion des Autos st\u00f6ren. Hat unser Auto sehr viel PS (vergleichbar mit z.B. einer hohen Entgiftungsf\u00e4higkeit des K\u00f6rpers), dann wird es trotz Bremse zun\u00e4chst losfahren. Hat es wenig PS (verminderte Entgiftungsf\u00e4higkeit, reduzierte Kompensationsf\u00e4higkeit), dann wird es sich nicht oder kaum von der Stelle bewegen. In beiden F\u00e4llen ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis bleibende Sch\u00e4den auftreten, wenn wir unser Handeln, Gas und Bremse gleichzeitig zu bet\u00e4tigen, nicht ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3336\" src=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/symptome_entzuendung-1.jpg\" alt=\"Entz\u00fcndung\" width=\"627\" height=\"846\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/symptome_entzuendung-1.jpg 627w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/symptome_entzuendung-1-163x220.jpg 163w\" sizes=\"auto, (max-width: 627px) 100vw, 627px\" \/><\/p>\n<p>Abbildung: Akute und chronische Entz\u00fcndung: Durch die menschliche Verhaltens\u00e4nderung entsteht aus einem sinnvollen Mechanismus eine Multisystemerkrankung (Grafiken von Dr. V. v. Baehr, IMD Berlin).<\/p>\n<p>Welche Antworten hat die Medizin auf diese ver\u00e4nderte Herausforderung? Dies ist eine h\u00e4ufig gestellte Frage. Aus meiner Sicht ist die Frage nicht zielf\u00fchrend, wenn es um dauerhafte Heilung und nachhaltige Gesundheit geht, zumindest nicht alleine zielf\u00fchrend. Ein Gesundheitswesen wird die akuten Folgen abmildern k\u00f6nnen, nicht aber beseitigen.<\/p>\n<p>Die gesellschaftliche Antwort lautet: \u201eRaus aus der Box\u201c. Jeder einzelne Mensch darf erkennen, dass in den meisten F\u00e4llen sein eigenes Verhalten die Basis seines Zustandes ist. Jedes Individuum hat die Chance, die Verantwortung f\u00fcr seine Zukunft zu \u00fcbernehmen (Es geht hier nicht (!) um die Schuld f\u00fcr die bestehende Situation). Das Gesundheitswesen kann eine Unterst\u00fctzung liefern, manchmal eine zweite Chance, aber selten eine dauerhafte L\u00f6sung im Sinne von dauerhafter Heilung und nachhaltiger Gesundheit.<\/p>\n<p>Und dennoch sind auch im Gesundheitswesen neue Konzepte f\u00fcr die ver\u00e4nderte Situation gefragt. Gefragt im Sinne von erforderlich, um sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Gefragt aber auch im Sinne der steigenden Nachfrage durch Patienten.<\/p>\n<h2>Quellen<\/h2>\n<p>1 Jennrich, P.: Quecksilber \u2013 ein der sch\u00e4dlichsten Substanzen weltweit. Im Auftrag von Greenpeace e.V., Mai 2015.<br \/>\n2 Reichl FX (Hrsg.): Taschenatlas der Umweltmedizin. Georg Thieme Verlag, Stuttgart. (2000).<br \/>\n3 Llobet JM, Falc\u00f3 G, Casas C, Teixid\u00f3 A, Domingo JL. Concentrations of arsenic, cadmium, mercury, and lead in common foods and estimated daily intake by children, adolescents, adults, and seniors of Catalonia, Spain. JAgric Food Chem. 2003 Jan 29; 51(3):838-42.<br \/>\n4 Pastorelli AA, Baldini M, Stacchini P, Baldini G, Morelli S, Sagratella E, Zaza S, Ciardullo S. Human exposure to lead, cadmium and mercury through fish and seafood product consumption in Italy: a pilot evaluation. Food Addit Contam Part A Chem Anal Control Expo Risk Assess. 2012; 29(12):1913-21.<br \/>\n5 Kim JA, Lee SH, Choi SH, et al. Heavy Metal Risk Management: Case Analysis. Toxicol Res. 2012; 28(3):143-149.<br \/>\n6 CDC &#8211; Centers for Disease Control and Prevention. National Report on Human Exposure to Environmental Chemicals. (2009) http:\/\/www.cdc.gov\/exposurereport\/ letzter Zugriff: 03.04.2015.<br \/>\n7 Madden EF. The role of combined metal interactions in metal carcinogenesis: a review. Rev Environ Health. 2003 Apr-Jun; 18(2):91-109.<br \/>\n8 Weshalb Grenzwerte nicht sch\u00fctzen. Diagnose-Funk, Redaktion Wissenschaft. http:\/\/studien.diagnosefunk.org, Version 2010-6-17.<br \/>\n9 Mortazavi, S. M. J. et al.: Mercury release from dental amalgam restorations after magnetic resonance imaging and following mobile phone use. Pak J Biol Sci. 2008;11(8):1142\u20136.<br \/>\n10 Mortazavi, S. M. J. et al.: High-field MRI and Mercury release from dental amalgam fillings. Int J Occup Environ Med. 2014;5(2):101\u20135.<br \/>\n11 Shahidi, S. H. et al.: Effect of magnetic resonance imaging on microleakage of amalgam restorations: an in vitro study. Dento maxillo Facial Radiol. 2009;38(7):470\u20134.<br \/>\n12 Yilmaz, S., Misirlioglu, M.: The effect of 3 T MRI on microleakage of amalgam restorations. Dento maxillo Facial Radiol. 2013;42(8):20130072.<br \/>\n13 Kursun, S. et al.: Effects of X-rays and magnetic resonance imaging on mercury release from dental amalgam into artificial saliva. Oral Radiol. 2014;30(2):142\u20136.<br \/>\n14 Paknahad, M. et al.: Effect of radiofrequency radiation from Wi-Fi devices on mercury release from amalgam restorations. Journal of Environmental Health Science and Engineering (2016) 14:12, DOI 10.1186\/s40201-016-0253-z.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Unsinn der Grenzwerte: Wie geringe Quecksilbermengen in Kombination mit anderen Metallen zu nicht vorhersehbaren toxischen Wirkungen f\u00fchren k\u00f6nnen. 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