{"id":2888,"date":"2015-09-15T00:25:15","date_gmt":"2015-09-14T22:25:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.symptome.ch\/blog\/?p=2888"},"modified":"2020-01-18T06:22:27","modified_gmt":"2020-01-18T05:22:27","slug":"galina-schatalova-ueberblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/galina-schatalova-ueberblick\/","title":{"rendered":"Das Lebenswerk von Dr. Galina Schatalova:  Teil 1 &#8211; \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"<p>Eine sportwissenschaftliche Betrachtung des Lebenswerks von Dr. Galina Schatalova unter Ber\u00fccksichtigung ern\u00e4hrungstaktischer Aspekte, geschrieben von Dr. Katharina Wirnitzer f\u00fcr die Leser von symptome.ch<\/p>\n<h2><strong>Einleitung<\/strong><\/h2>\n<p>Die russische \u00c4rztin und Wissenschaftlerin Dr. Galina Schatalova hat mit ihrem ganzheitlichen <em>System der nat\u00fcrlichen Gesundung <\/em>ein beeindruckendes Lebenswerk geschaffen.<\/p>\n<p>Sie sah die angeborene Kraft des Organismus zur Selbstheilung als Quelle lebenslanger Gesundheit und propagierte die Reduktion der t\u00e4glichen Energiezufuhr auf 250 \u2013 400 kcal (in Ruhe) bzw. etwa 1.100 kcal bei Aktivit\u00e4t. Schatalova\u2019s \u00a0Konzept der artgerechten pflanzlichen Ern\u00e4hrung steht dem der konventionellen, ausgewogenen Ern\u00e4hrung (Mischkost) v\u00f6llig kontr\u00e4r gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>In Auseinandersetzung mit den beiden Haupts\u00e4ulen der Gesundheit, Ern\u00e4hrung und Bewegung, welche eine ebenso zentrale Rolle in Schatalova\u2019s System der nat\u00fcrlichen Gesundung einnehmen, betrachten wir auszugsweise das praktische Lebenswerk Schatalova\u2019s unter Ber\u00fccksichtigung aktueller, sportwissenschaftlicher Aspekte.<\/p>\n<p>Dem interessierten Leser sei schon vorab Schatalova\u2019s Buchreihe empfohlen.<\/p>\n<p><strong>Dr. Galina Schatalova<\/strong> (1916 \u2013 2011) war praktische \u00c4rztin und \u00c4rztin f\u00fcr Naturheilverfahren, und\u00a0leitete als Chirurgin und Neurochirurgin verschiedene Abteilungen in den besten Krankenanstalten der damaligen UdSSR. Sie war Leiterin der medizinischen Auswahl-Kommission sowjetischer Kosmonauten und f\u00fchrte als Wissenschaftlerin viele Experimente durch, einige davon im Auftrag der Geologischen Gesellschaft, der Sibirischen Akademie der Wissenschaften oder des Wissenschaftlichen Instituts f\u00fcr K\u00f6rperkultur der damaligen UdSSR. Schatalova f\u00fchrte \u00fcber 55 Jahre lang bis zu Ihrem Tod im Alter von 95 Jahren Experimente an sich selbst durch.<\/p>\n<p>1960 beginnt die eigenwillige Querdenkerin mit der Entwicklung ihres revolution\u00e4ren Heilkonzepts, mit dem System der nat\u00fcrlichen Gesundung, sowie dem Konzept der artgerechten, heilkr\u00e4ftigen (pflanzlichen) Ern\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Es war ihr Ziel einerseits ihre Patienten vollst\u00e4ndig zu heilen und andererseits ihr Wissen \u2013 sozusagen als Erbe \u2013 weiterzugeben. Sie setzte auf Fakten, Logik und Verstand, wenn es um nachhaltige und v\u00f6llige Gesundheit geht. Exakt darauf fu\u00dft ihr \u00fcber Jahrzehnte entwickeltes System der nat\u00fcrlichen Gesundung.<\/p>\n<p><em>Ich bin ja ohnehin gesund<\/em>, sagen Sie bestimmt. Nein, sind Sie nicht, wenn man Galina Schatalova Glauben schenken darf \u2013 und ihre Argumente wiegen schwer. Aber beginnen wir am Anfang.<\/p>\n<h2><strong>1. Motivation: Was ist die <em>gef\u00e4hrlichste<\/em> Waffe der Welt?<\/strong><\/h2>\n<p>Nein, nicht Atomwaffen. Die gef\u00e4hrlichste Waffe der Welt ist <em>unser Verstand!<\/em><\/p>\n<p>Unsere Gesundheit wird tagt\u00e4glich angegriffen von Fleisch-, Milch-, Eier-, Zucker- und Pharma-Industrie. Zuerst sorgen <em>die<\/em> daf\u00fcr, dass wir <em>krank <\/em><em>werden<\/em>, und dann, dass wir krank bleiben. F\u00fcr Geld gehen <em>die<\/em> \u00fcber <em>Ihre<\/em> Leiche: Am Ende sterben Sie an den Lebensmitteln, die Sie todkrank gemacht haben.<\/p>\n<p>Und wir lassen dies zu. Mit unserem Einverst\u00e4ndnis steuern moderne Lebensmittelindustrie und Gesundheitswesen (mehr Kranken- als Gesundheitswesen) auf den <em>Total<\/em>-Schaden am K\u00f6rper zu. Nicht nur, dass Betroffene immer j\u00fcnger werden, die z. B. an Herz-Kreislauf-, Krebs- oder Stoffwechselerkrankungen leiden. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von chronischen Erkrankungen wie \u00dcbergewicht und Adipositas, Diabetes, Asthma oder Neurodermitis betroffen.<\/p>\n<p>Aber was <em>tun<\/em> wir? Nichts. In blindem \u201eGehorsam\u201c bleiben wir systemtreu \u201eauf Schiene\u201c und folgen den Empfehlungen einer wirtschafts- und politiknahen Wissenschaft, die oft alles andere als neutral im Dienste der Volksgesundheit steht.<\/p>\n<p>Die schlechte Nachricht ist: Wir denken mit unserem Magen, nicht mit dem Kopf. Wir geben Millionen f\u00fcr Schein-Gesundheit und Di\u00e4ten aus, und glauben (fast) alles, was uns pr\u00e4sentiert wird.<\/p>\n<p>Wachen Sie auf und benutzen Sie Ihren Verstand! Nur der Verstand versetzt Sie in die Lage, vollst\u00e4ndig und nachhaltig gesund zu werden und dann auch zu bleiben.<\/p>\n<p>Galina Schatalova war ihrer Zeit weit voraus \u2013 und wie es scheint auch heute noch \u2013, wenn es um das holistische Verst\u00e4ndnis des Organismus und den ganzheitlichen Prozess der Gesundung geht. Mutig lehnte sie \u2013 gerade als \u00c4rztin \u2013 klassische Behandlungsmethoden und Medikationen wie Operationen oder Antibiotika strikt ab. Vielmehr setzte Sie auf ein simples und doch multifaktorielles System der nat\u00fcrlichen Gesundung und ihr Konzept der artgerechten und heilkr\u00e4ftigen Ern\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Durch den technologisch-medizinischen Fortschritt wird die Menschheit zwar immer \u00e4lter, aber auch immer kr\u00e4nker: In Anbetracht der explodierenden Zahl an Zivilisationserkrankungen bei gleichzeitig verl\u00e4ngertem Leiden r\u00fcckt lebenslange Gesundheit in weite Ferne (vgl. Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t).<\/p>\n<p>Das Paradoxon dieser offensichtlichen Diskrepanz l\u00e4sst die Menschen immer schwerer leiden, ohne Hoffnung auf bessere Lebensqualit\u00e4t oder ein l\u00e4ngeres Leben, worauf man aus dem heutigen Stand der Technik und damit Medizin eigentlich schlie\u00dfen k\u00f6nnen sollte. Die Lebenserwartung geht trotz aller Annehmlichkeiten der Moderne im 21. Jahrhundert dennoch nicht \u00fcber durchschnittlich 70 \u2013 80 Jahre hinaus. Was also l\u00e4uft hier falsch?<\/p>\n<h2><strong>2. Schatalova\u2019s Patienten<\/strong><\/h2>\n<p>In ihren B\u00fcchern stellt Schatalova auszugsweise einige ihrer Patienten vor, welche von der Schulmedizin nach Aussch\u00f6pfung all ihrer Behandlungsmethoden als tod-geweiht aufgegeben wurden. Oft kamen Schatalova\u2019s \u00a0Patienten nicht nur mit einer schweren Erkrankung zu ihr, sondern mit multiplen Krankheitsbildern aus mehrfach chronischen Erkrankungen, wie z. B. Darm-Entz\u00fcndung (Zw\u00f6lffinger-, D\u00fcnndarm, Kolitis), diversen Tumoren (Hirn- und Lebertumor), Geschw\u00fclste (Kehlkopf, Eierst\u00f6cke), Medikamentenallergien, blutigem Durchfall, nicht (mehr) existenter Darmflora, Herzleiden (z. T. vielfache Infarkte), Bluthochdruck, Koronarsklerose, (hypertrophierte) Leberzirrhose, Asthma bzw. Bronchitis (oder eine Kombination davon), G\u00fcrtelrose, Pankreatitis, Magengeschw\u00fcr, chronischer Gastritis, Hautekzemen, eitriger Hauterkrankung durch Milben und vieles andere mehr.<\/p>\n<p>Schatalova verfolgte mit ihrer Arbeit das Ziel, ihre Patienten im Hinblick auf Gesundheit und Lebensqualit\u00e4t vollst\u00e4ndig zu heilen. In Anbetracht dessen, dass die Schulmedizin vorrangig der Symptombehandlung dient und nicht der echten Heilung durch Beseitigung der Ursachen von Erkrankungen, ist die vollst\u00e4ndige Genesung der Schatalova-Patienten gerade deshalb \u00e4u\u00dferst beeindruckend.<\/p>\n<h2><strong>3. Schatalova\u2019s Experimente zwischen 1983 \u2013 1990 und <\/strong><strong>Forschungsergebnisse<\/strong><\/h2>\n<figure id=\"attachment_2894\" aria-describedby=\"caption-attachment-2894\" style=\"width: 304px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2894\" src=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/symptome_schatalova-wustenexpeditionen.jpg\" alt=\"Abbildung. 2: Dr. Galina Schatalova auf einer ihrer W\u00fcstenexpeditionen\" width=\"304\" height=\"228\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/symptome_schatalova-wustenexpeditionen.jpg 304w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/symptome_schatalova-wustenexpeditionen-200x150.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 304px) 100vw, 304px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2894\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung. 2: Dr. Galina Schatalova auf einer ihrer W\u00fcstenexpeditionen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Schatalova demonstriert die ihrer Meinung nach unbegrenzten M\u00f6glichkeiten und die angeborene Kraft des Organismus zur Selbstheilung in beeindruckender Weise durch ihre Expeditionen in der Zeit zwischen 1983 \u2013 1990. Sie selbst nennt die W\u00fcsten-Expedition \u00fcber 500 km im Sommer 1990 als herausragenden Beweis daf\u00fcr. Schatalova selbst kam mit ehemaligen und nach ihrem System geheilten Patienten (mit vormals folgenden Erkrankungen: Krebs, Zw\u00f6lffingerdarm-Geschw\u00fcr, insulinabh\u00e4ngiger Diabetes, Herz- und Nierenerkrankung, Leberzirrhose und Hypertonie mit zuvor 20j\u00e4hriger medikament\u00f6ser Behandlung) nach nur 16 Tagen \u2013 4 Tage fr\u00fcher als geplant \u2013 und einem Tagespensum von durchschnittlich 31 km im Ziel an.<\/p>\n<p>Hauptgrund f\u00fcr Schatalova\u2019s \u00a0Experimente war die Frage, wie sich die Nahrungsmenge auf Ausdauer, sowie k\u00f6rperliche und geistige Gesundheit auswirkt.<\/p>\n<p>Schatalova\u2019s Experimente dienten als wissenschaftlicher und praktischer Beweis ihrer Theorien. Sie selbst nimmt noch in hohem Alter von \u00fcber 70 Jahren an vielen Expeditionen teil (vgl. Abbildung 2).<\/p>\n<p>In ihren B\u00fcchern beschreibt Schatalova nur die wichtigsten Experimente: W\u00fcstendurchquerungen, Bergwanderungen und alpine Bergtouren, Supermarathonl\u00e4ufe, sowie das Gesundheitslager im Sommer 1991, welche nur einen Auszug ihrer gesamten experimentellen Arbeit darstellen.<\/p>\n<p>Einerseits sind die angef\u00fchrten Experimente leider nur bruchst\u00fcckhaft und unvollst\u00e4ndig beschrieben, ebenso gibt es keine vollst\u00e4ndige und detaillierte Darstellung der Untersuchungen (Probanden, Methodik, Design) und Resultate, was eine Einsch\u00e4tzung und einen Vergleich der Experimente untereinander sowie mit aktuellen Studien sehr schwierig macht.<\/p>\n<p>Andererseits aber waren ihre Experimente gerade in diesem Zeitraum von anerkannten staatlichen Einrichtungen der damaligen UdSSR, wie dem Wissenschaftlichen Institut f\u00fcr K\u00f6rperkultur, der Geografischen Gesellschaft oder Sibirischen Akademie der Wissenschaften, begleitet und finanziell unterst\u00fctzt, sowie von Wissenschaftlern staatlicher Einrichtungen (Geologen, Psychologen u. a.) und ihr selbst dokumentiert.<\/p>\n<p>Die Nahrungsrationen der Kontrollgruppen wurden nach den Normen des Institut f\u00fcr Lebensmittelforschung zusammengestellt (ausgewogene Ern\u00e4hrung bzw. Mischkost, reich an Energie und tierischem Eiwei\u00df: Fleisch, Wurst, K\u00e4se, Quark, Nudeln, S\u00fc\u00dfes usw.), die der Schatalova-Gruppe nach den Normen wahrer Gesundheit und artgerechter Ern\u00e4hrung (pflanzliche, nat\u00fcrliche, vollwertige und energiereiche Lebensmittel wie Obst, Gem\u00fcse, frisches Gr\u00fcn, Getreidek\u00f6rner uvm.).<\/p>\n<p>Schatalova\u00b4s erstes offizielles Experiment wurde w\u00e4hrend des 7t\u00e4gigen Supermarathon 1983 \u00fcber 500 km (t\u00e4glich 70 \u2013 72 km) mit m\u00e4nnlichen L\u00e4ufern durchgef\u00fchrt. Insgesamt bestand diese experimentelle Supermarathon-Serie aus 4 L\u00e4ufen, jeweils zwei 1983 und 1984: Der bereits oben erw\u00e4hnte, ein experimenteller Langstreckenlauf 1983, ein 5t\u00e4giger Supermarathon \u00fcber 450 km (t\u00e4glich 90 km, weibliche L\u00e4uferin Endplatzierung gesamt 6. Rang unter 40 M\u00e4nnern), sowie ein 4-Tages-Lauf \u00fcber 500 km (125 km\/Tag), beide 1984.<\/p>\n<p>Nach der Supermarathon-Serie folgte 1985 \u2013 1986 eine Serie von Bergwanderungen (leider nicht n\u00e4her beschrieben), darunter mit drei m\u00e4nnlichen H\u00f6henbergsteigern (Gipfel: 5.000 m), ein \u00e4rztlich begleitetes H\u00f6henlager auf 3.000 m mit t\u00e4glichen Bergwanderungen von insgesamt etwa 25 km auf zwei Tagesetappen aufgeteilt (25 km und 10 km), sowie ein 23t\u00e4giger Fu\u00dfmarsch \u00fcber 4 hohe Gebirgsp\u00e4sse.<\/p>\n<p>1987 \u2013 1990 folgte dann die Serie der vier W\u00fcstenexpeditionen mit einem Tagespensum von durchschnittlich 25 \u2013 35 km durch die trocken-hei\u00dfen W\u00fcsten Zentralasiens und einer maximalen Tagesration von 600 kcal und 1,6 Liter Fl\u00fcssigkeit (Wasser, Tee). Die erste W\u00fcstendurchquerung im Auftrag der Geografischen Gesellschaft der UdSSR f\u00fchrte \u00fcber 125 km. Die zweite W\u00fcstendurchquerung 1988 mit insgesamt 406 km f\u00fcr die Schatalova-Gruppe wurde f\u00fcr die Tschechischen G\u00e4ste, gut trainierte Sportler, bereits nach 134 km zum Desaster, da die gesamte Gast-Gruppe der Sportler aufgeben und in bewohntes Gebiet gebracht werden musste. Danach marschierte die Schatalova-Gruppe ehemaliger geheilter Patienten noch weitere 272 km\u00a0 bis ins Ziel. 1990\u00a0 wurde die abschlie\u00dfende W\u00fcstenexpedition mit 500 km Strecke in nur 16 Tagen (31 km\/Tag) statt der geplanten 20 Tage bew\u00e4ltigt.<\/p>\n<p>Charakteristisch f\u00fcr alle Experimente dieser Periode von 1983 \u2013 1990 ist die t\u00e4gliche Nahrungs- und Fl\u00fcssigkeitszufuhr: Einmal t\u00e4glich essen und zweimal t\u00e4glich trinken, bei gleichzeitig entweder stabilem oder leicht erh\u00f6htem K\u00f6rpergewicht nach den jeweiligen Belastungen \u00fcber viele Tage.<\/p>\n<p>Schatalova\u2019s \u00a0Forschungsergebnisse nach 13 Jahren intensiver Forschung, praktischer Behandlung und 7 Jahren experimenteller Feldversuche sind ihr<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Konzept der heilkr\u00e4ftigen (artgerechten) Ern\u00e4hrung<\/strong>, und<\/li>\n<li><strong>System der nat\u00fcrlichen Gesundung.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Schatalova-System mit seiner artgerechten und heilkr\u00e4ftigen Ern\u00e4hrung zeigt\u00a0 bei schwer- und schwerstkranken Patienten in beeindruckender Weise, dass es den Menschen bei Energie- und Fl\u00fcssigkeitsrestriktion mit einer Zufuhr von t\u00e4glich 250 \u2013 400 kcal in Ruhe, etwa 1.100 \u2013 1.200 kcal und maximal 1 \u2013 1,6 L\/Tag bei Aktivit\u00e4t erfolgreich vom Zustand \u201epraktischer\u201c Gesundheit (Ruhe: 1.200 \u2013 1.700 kcal\/Tag, Aktivit\u00e4t: ca. 6.000 kcal\/Tag, 10 \u2013 16 L\/Tag)\u00a0 nachgewiesen in den Zustand v\u00f6lliger Gesundheit versetzt.<\/p>\n<p><strong>Kritik: Diverse Schwachpunkte<\/strong> in der Pr\u00e4sentation von Schatalova\u2019s Untersuchungen und Experimenten (Design, Leistungskenndaten, unvollst\u00e4ndige Resultate, Gesundheitsstatus der Patienten Jahre nach vollst\u00e4ndiger Heilung uvm.) lassen viele Fragen offen und werfen gleichzeitig auch neue Fragen auf, welche durch eine Studienreise zu den Institutionen, in deren Archiven ihre originalen Studienberichte aufbewahrt werden, vielleicht beantwortet werden k\u00f6nnten. Trotzdem habe ich gro\u00dfen Respekt vor Galina Schatalova\u2019s \u00a0bemerkenswerter Pionierleistung.<\/p>\n<h2>4.\u00a0<strong>Wahre Gesundheit laut Galina Schatalova<\/strong><\/h2>\n<p>Die WHO definiert Gesundheit als <strong><em>\u2026 ein(en) Zustand vollst\u00e4ndigen k\u00f6rperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.<\/em><\/strong> Auf dieser Basis und laut heutigem Gesundheitswesen mit seiner Reparatur- und Symptom-Medizin gilt der Mensch aber bereits als gesund, wenn er\/sie in die Norm-Vorgaben quantitativer Parameter wie z. B. Herzfrequenz, Blutdruck oder K\u00f6rpertemperatur passt. Konsequenterweise ist das ein Widerspruch in sich, die Qualit\u00e4t der Gesundheit allein mit quantitativen Ma\u00dfst\u00e4ben (sprich nach Zahlen) zu bemessen. Dabei ist der Mensch weit mehr als die Summe seiner \u201eEinzelteile\u201c nach dem mechanistischen Modell-Ansatz der Tierversuchsmedizin. Das Ergebnis kann nur eine tempor\u00e4re Gesundheit sein, von Schatalova als <em>praktische<\/em> Gesundheit bezeichnet. Sie spricht von der Illusion von Gesundheit, womit dauerhafte Gesundheit unm\u00f6glich ist. Allerdings beruhigt diese Art der Behandlung und Heilung des modernen Gesundheitswesens den Patienten und ist gleichzeitig f\u00fcr Medizin und Pharmaindustrie sehr lukrativ.<\/p>\n<p>Laut Schatalova geht es ums gro\u00dfe Ganze: Ihr Gesundheitsbegriff gr\u00fcndet auf der untrennbaren Einheit von Mensch und Natur. Faktische Gesundheit muss also darauf abzielen, alle Systeme des Organismus in ihren nat\u00fcrlichen Rhythmus zu bringen und gleichzeitig die Bedingungen daf\u00fcr herzustellen, um die Selbstregulierung des Organismus zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Daher reicht es nicht aus, einzelne Dinge zu \u00e4ndern, die uns gerade passen oder leicht fallen (z. B. auf einzelne Lebensmittel oder unbedeutende Gewohnheiten verzichten). Tabelle 1 zeigt laut Schatalova eine Gegen\u00fcberstellung von praktischer und wahrer Gesundheit.<\/p>\n<p><strong>Tabelle 1: Vergleich \u201epraktisch\u201c gesund versus vollst\u00e4ndig (faktisch) gesund nach Schatalova<\/strong><\/p>\n<table style=\"border: 1px solid black; vertical-align: top;\" width=\"864\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"122\"><\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>\u201ePraktisch\u201c gesund<\/strong><\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong>Vollst\u00e4ndig (faktisch) gesund<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\"><strong>Basis<\/strong><\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>\u0097Kalorientheorie (nur Energiemenge)<\/li>\n<li>Theorie der ausgewogenen Ern\u00e4hrung (Mischkost)<\/li>\n<li>N\u00e4hrstoffe ohne nat\u00fcrliche Eigenschaften<\/li>\n<li>Nahrung: reich an Energie und tierischen Produkten, S\u00fc\u00dfes, stark verarbeitete Lebensmittel<\/li>\n<li>Empfehlung (ohne \u00dcberpr\u00fcfung) basierend auf statistischem Mittelwert Ende 19. Jahrhunderts (industrielle Revolution, Flie\u00dfband-Arbeit, m\u00e4nnlicher Erwachsener):<\/li>\n<li>2.700 \u2013 3.500 kcal\/Tag<\/li>\n<li>Vgl. heute durch Annehmlichkeiten des technologischen Fortschritts: 1.800 \u2013 2.500 kcal\/Tag<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>System der nat\u00fcrlichen Gesundung<\/li>\n<li>Konzept der artgerechten, heilkr\u00e4ftigen Ern\u00e4hrung<\/li>\n<li>Selbstregulierung: Kr\u00e4fte zur Selbstheilung intakt (keine Medikamente)<\/li>\n<li>Nahrung: Umstellung auf pflanzliche Ern\u00e4hrung; minimale Energie- und Fl\u00fcssigkeitszufuhr; keine tierischen Produkte, kein Zucker, kein (kaum) Salz; naturbelassene, schonend verarbeitete Lebensmittel;<\/li>\n<li>T\u00e4glich Bewegung<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\"><strong>Begriff<\/strong><\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>\u0097\u201eGesunder\u201c hat keinen Verdacht, etwas k\u00f6nnte nicht stimmen<\/li>\n<li>faktisch bereits chronisch krank, nur symptom-frei<\/li>\n<li>Illusion von Gesundheit (vgl. Scheingesundheit)<\/li>\n<li>fluktuative Gesundheit: St\u00e4ndig m\u00fcde\/schlapp, geschw\u00e4chtes Immunsystem, uvm.<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>\u0097Nachhaltig frei von Beschwerden, Symptomen<\/li>\n<li>V\u00f6llige, nachhaltig-andauernde Gesundheit, hilft allein Patienten<\/li>\n<li>starkes Immunsystem, Selbstheilungskr\u00e4fte aktiv<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\"><strong>Energieverbrauch<br \/>\n<\/strong><strong>(in Ruhe)<\/strong><\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>1.200 \u2013 1.700 kcal\/Tag<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>250 \u2013 400 kcal\/Tag -&gt; nur 1\/3 bis 1\/5!<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\"><strong>Energieverbrauch<br \/>\n<\/strong><strong>(bei Belastung)<\/strong><\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>Bis zu 6.400 kcal\/Tag<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>1.100 \u2013 1.200 kcal\/Tag -&gt; nur 1\/6!<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\"><strong>Wasserverbrauch<br \/>\n<\/strong><strong>(bei Belastung)<\/strong><\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>10 \u2013 16 L\/Tag<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>1 \u2013 1,6 L\/Tag -&gt; nur 1\/10!<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\"><strong>Atmung <\/strong><strong>(in Ruhe)<\/strong><\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>18 \u2013 20 Zyklen\/min<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>4 \u2013 6 Zyklen\/min -&gt; nur 1\/4 bis 1\/5!<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\"><strong>Fazit:<\/strong><\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>5mal h\u00f6herer Energieverbrauch<\/li>\n<li>\u00dcbergewicht und Adipositas<\/li>\n<li>Chronische Krankheiten, sobald k\u00f6rpereigene Adaptations-Reserven aufgebraucht<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\">\n<ul>\n<li>Tagesenergie: 3- bis 5mal geringer!<\/li>\n<li>Heilung von \u00dcbergewicht und chronischen Krankheiten<\/li>\n<li>Stabiles K\u00f6rpergewicht<\/li>\n<li>K\u00f6rperlich-geistiges Aufbl\u00fchen<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2><strong>4. Aktuelle Studien zu <\/strong><strong>Gesundheit und pflanzlicher Ern\u00e4hrung<\/strong><\/h2>\n<p>In den 1960er- und 1970er-Jahren gab es ein wachsendes Interesse an vegetarischen Kostformen. In erster Linie aber wurde die Eignung vegetarischer Ern\u00e4hrungsformen in Frage gestellt und der Fokus lag auf einem Nachweis der Nachteile pflanzlicher Kostformen. Allerdings zeigten die Ergebnisse durchwegs positive Effekte auf Gesundheit und Leistungsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Die erste Studie \u00fcber Veganer wurde 1978 im Hinblick auf Gesundheit, Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t bzgl. Zivilisationskrankheiten im Vergleich zu Vegetariern und Mischk\u00f6stlern ver\u00f6ffentlicht und ergab eine \u00dcberlegenheit der pflanzlichen Ern\u00e4hrung (Adventist Study, Phillips et. al. 1978). Dies wird, wiederholt durch aktuelle Studien (z. B. Adventist Study 2), auch 35 Jahre sp\u00e4ter erneut best\u00e4tigt. Studien weltweit zeigen, dass Veganer im Durchschnitt deutlich ges\u00fcnder sind als die Allgemeinbev\u00f6lkerung (Mischkost), da ihr Gesundheitsstatus (z. B. Gewicht, Blutdruck, Cholesterin) h\u00e4ufiger im Normbereich liegt.<\/p>\n<p>Heute ist das vorherrschende Thema der Einsatz vegetarischer Ern\u00e4hrungsformen in Pr\u00e4vention und Behandlung chronischer Erkrankungen. Gleichzeitig w\u00e4chst die gesellschaftliche Anerkennung der klar belegten Vorteile vegetarischer Kostformen (ADA 2009a+b) \u2013 vegan boomt im Mainstream, im Breiten- und Profisport.<\/p>\n<p>Die Academy of Nutrition and Dietetics (AND, vormals American Dietetic Association, ADA) ver\u00f6ffentlicht seit 1980 Position Statements zu vegetarischen Ern\u00e4hrungsformen. Die ADA war 2009 der <strong><em>Ansicht, dass eine gut geplante vegetarische Ern\u00e4hrung, einschlie\u00dflich der rein pflanzlichen (veganen) Ern\u00e4hrung, gesund sowie gesundheitsf\u00f6rderlich ist, den N\u00e4hrstoffbedarf angemessen deckt und gesundheitliche Vorteile in der Vorbeugung und Behandlung bestimmter Erkrankungen bietet. Eine gut geplante vegetarische inklusive vegane Ern\u00e4hrungsform ist f\u00fcr Menschen aller Altersstufen, <\/em><\/strong><strong><em>eingeschlossen Schwangere, Stillende, Kleinkinder, Kinder, Heranwachsende, Erwachsene und Sportler, geeignet <\/em><\/strong>(ADA 2009b). Das aktuelle Positionspapier best\u00e4tigt und bekr\u00e4ftigt nicht nur das fr\u00fchere Statement aus 2009 f\u00fcr alle Altersstufen, sondern streicht im Mai 2015 ausdr\u00fccklich (\u2026) die <strong><em>enormen Vorteile im Hinblick auf die Pr\u00e4vention eines <\/em><\/strong>(Anm.: schlechten) <strong><em>chronischen Gesundheitszustandes bei Einhaltung einer vegetarischen Kostform <\/em><\/strong>hervor (AND 2015).<\/p>\n<p>Vegetarier, speziell Veganer, weisen laut Bedford &amp; Barr (2005) ein st\u00e4rkeres Gesundheits-Bewusstsein auf als Mischk\u00f6stler.<\/p>\n<p>Das PCRM (Physicians Committee for Responsible Medicine, 2015) empfiehlt die vegane Ern\u00e4hrung als die ges\u00fcndeste Form der Ern\u00e4hrung mit folgender Begr\u00fcndung:<\/p>\n<p><strong><em>Vegane Ern\u00e4hrung ist sogar ges\u00fcnder als vegetarische Ern\u00e4hrung. <\/em><\/strong><strong><em>Vegane Ern\u00e4hrung enth\u00e4lt kein Cholesterin, weniger Fett, ges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren und Kalorien als vegetarische Kost (weil frei von Milchprodukten und Eiern). Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass die gesundheitlichen Vorteile zunehmen, wenn die Menge tierischer Nahrung in der Kostform verringert wird, was die vegane Ern\u00e4hrung zur ges\u00fcndesten insgesamt macht.<\/em><\/strong><\/p>\n<h2>5.\u00a0<strong>Lebenserwartung?<\/strong><\/h2>\n<p>Orientiert sich der Mensch als S\u00e4ugetier an seiner Herkunft aus der Tierwelt kann man die durchschnittliche Lebensdauer einfach ableiten, indem man die Zeitspanne von Geburt bis zur vollst\u00e4ndigen Reife in Relation zur tats\u00e4chlichen Lebenszeit setzt (durchschnittlich etwa 1\/7 \u2013 1\/17). Nimmt man die Erwachsenenreife mit 20 Jahren an, berechnet sich das Lebensalter auf etwa 140 (126 \u2013 154) Jahre. Die Lebenserwartung in den DACH-L\u00e4ndern liegt im Durchschnitt bei\u00a0 81 \u2013 82 Jahren (WKO, 2012). Die Differenz beziffert mit 59 Jahren <em>ein ganzes Leben<\/em>.<\/p>\n<p>Dieser Ansatz aus dem Tierreich (K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe, K\u00f6rperoberfl\u00e4che, Biorhythmus usw.) st\u00fctzt sich auf die Abh\u00e4ngigkeit der Lebensdauer von der Energiemenge, die in einer entsprechenden Zeiteinheit in unseren K\u00f6rper umgesetzt bzw. verbraucht wird (kalkuliertes Energielimit f\u00fcr ein Leben), und zus\u00e4tzlich durch Studien zur Energierestriktion gest\u00fctzt. D. h. je mehr Energie der K\u00f6rper verbraucht bzw. umsetzen muss, desto k\u00fcrzer ist die Lebensdauer. Dieser Energieverbrauch wird dramatisch durch Faktoren wie Nahrung, Krankheit, Beruf, Sport, Klima, Psyche uvm. beeinflusst. Dadurch kann sich die Lebensdauer durch beschleunigten Alterungsprozess und Beg\u00fcnstigung von Krankheit verk\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf den Faktor Nahrung ergibt sich \u2013 basierend auf der empfohlenen Energiezufuhr von durchschnittlich 2.000 kcal\/Tag \u2013 eine Lebenserwartung von 69 Jahren bei Mischkost, und von 124 \u2013 137 Jahren bei artgerechter Ern\u00e4hrung (ebenfalls von Geburt an) mit ca. 1.000 kcal\/Tag. Wieder betr\u00e4gt die Differenz ein ganzes Leben (55 \u2013 68 Jahre). Die Rechnung stimmt erneut.<\/p>\n<p>Ohne auf den Beitrag von Bewegung &amp; Sport zur Lebenserwartung zu vergessen, formulierte der franz\u00f6sische Chirurg Lamballe treffend: <strong><em>Ein Drittel, was der Mensch i\u00dft, gen\u00fcgt zum Leben. Von den \u00fcbrigen zwei Dritteln leben die \u00c4rzte.<\/em><\/strong> Seine Beobachtung liefert eine \u00e4u\u00dferst plausible Erkl\u00e4rung f\u00fcr das \u201efehlende\u201c zweite Leben bzw. die fehlende Lebensqualit\u00e4t bereits im ersten und einzigen Leben. Warum das so ist? Schenkt man Dr. Gordon glauben, so liefert er eine weitere Begr\u00fcndung f\u00fcr unser kurzes Leben, als <strong><em>die gebr\u00e4uchlichsten Selbstmordinstrumente Messer und Gabel<\/em> <\/strong>seien, was seit Ende der 1970er Jahre gro\u00dfe Langzeitstudien wiederholt belegen.<\/p>\n<p>Studien zufolge wirkt sich Energierestriktion, k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t, eine Ern\u00e4hrung reich an Obst, Gem\u00fcse und Getreide, und arm an Salz und tierischen Produkten positiv auf die Langlebigkeit aus. So verzeichnete die japanischen Insel Okinawa weltweit den h\u00f6chsten der Anteil an \u00fcber 100j\u00e4hrigen Menschen, deren Ern\u00e4hrung besonders mineralstoffreich und proteinarm ist (Jacob 2013).<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfige k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t und pflanzliche Ern\u00e4hrung wirken sich insgesamt positiv auf die Gesundheit und Langlebigkeit aus. Das belegen seit 1978 wiederholt die beeindruckenden Ergebnisse z. B. der Adventisten Studien 1 &amp; 2 zur aktiven und vegetarisch-veganen Lebensweise der Adventisten im Hinblick auf Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t von Zivilisationskrankheiten.<\/p>\n<h2><strong>6. System der nat\u00fcrlichen Gesundung<\/strong><\/h2>\n<p>Schatalova\u2019s System der nat\u00fcrlichen Gesundung und ihr Konzept der artgerechten Ern\u00e4hrung beruhen auf Fakten und Logik. Daher steht der denkende Individualist, der Verantwortung \u00fcbernimmt, im Zentrum. Kern beider Ans\u00e4tze ist der Umstieg auf <em>pflanzliche<\/em> Nahrung, verkn\u00fcpft mit Bewegung (Schatalova\u2019s \u00a0dynamisch-autogenes Training).<\/p>\n<p>Das System der nat\u00fcrlichen Gesundung ist kein hierarchisches System von aufeinander aufbauenden Elementen. Es ist vielmehr ein System ganzheitlicher Heilung und holistisches Lebenskonzept f\u00fcr dauerhafte Gesundheit und Langlebigkeit, dessen Inhalte alle gleich wichtig sind, betont Schatalova. Aber nur unter Ber\u00fccksichtigung aller Empfehlungen (vgl. 5 S\u00e4ulen, Abbildung 3) entfaltet ihr System seinen maximalen Effekt f\u00fcr eine nat\u00fcrliche Gesundung. Daher muss gleichzeitig mit allen Inhalten begonnen werden, betont sie. Erst dadurch gelangt man in zwei Phasen zu faktischer Gesundheit:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Wiederherstellung der angeborenen F\u00e4higkeit zur Selbstregulierung, und<\/li>\n<li>Die Aufrechterhaltung der Selbstregulierung und R\u00fcckkehr zu artgerechter Lebensweise.<\/li>\n<\/ol>\n<figure id=\"attachment_2899\" aria-describedby=\"caption-attachment-2899\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2899\" src=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/symptome_saulen-der-gesundheit.png\" alt=\"Abbildung 3: Schatalova\u2019s 5 S\u00e4ulen wahrer und nachhaltiger Gesundheit\" width=\"500\" height=\"279\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/symptome_saulen-der-gesundheit.png 1014w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/symptome_saulen-der-gesundheit-200x111.png 200w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/symptome_saulen-der-gesundheit-930x518.png 930w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2899\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Schatalova\u2019s 5 S\u00e4ulen wahrer und nachhaltiger Gesundheit<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bedingung f\u00fcr vollst\u00e4ndige Gesundheit ist also das Zusammenspiel <em>aller<\/em> Elemente, wobei jedes Element f\u00fcr sich gro\u00dfe M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet und Vorteile f\u00fcr die Gesundheit bringt.<\/p>\n<p>Schatalova selbst nennt die Umstellung auf eine artgerechte, pflanzliche Ern\u00e4hrung zusammen mit t\u00e4glicher Bewegung stets als die wichtigsten und unmittelbarsten Schritte zu nachhaltiger Gesundheit. Erst die artgerechte, pflanzliche Ern\u00e4hrung erm\u00f6glicht beinahe automatisch eine nat\u00fcrliche und gesunde (tiefe, langsame) Atmung. Zusammen mit t\u00e4glicher Bewegung wird die nat\u00fcrliche Atmung gefestigt und f\u00fchrt langfristig zu einer effizienten Energienutzung im K\u00f6rper. Laut traditioneller asiatischer Kultur ist der Atem der Sitz der Lebensenergie (vgl. Tai Chi Chuan, Yoga und andere in Verbindung mit harmonisch-flie\u00dfenden Bewegungen).<\/p>\n<p>Bewegung &amp; Sport im Zusammenhang mit Abh\u00e4rtung (vor allem gegen K\u00e4lte) st\u00e4rken das Immunsystem und aktivieren die Abwehrkr\u00e4fte ganz nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>Die Geisteshaltung eines Menschen ist laut Schatalova Voraussetzung und zentrales Element lebenslanger Gesundheit. Diese innere Haltung dient sozusagen als \u201eKit\u201c, der alle anderen Elemente durch den Verstand untrennbar verkn\u00fcpft. Allerdings sei diese innere Einstellung ohne eine artgerechte, pflanzliche Ern\u00e4hrung (vgl. Gewalt, Brutalit\u00e4t) nicht zu realisieren.<\/p>\n<p>Galina Schatalova und ich selbst stimmen \u00fcberein, dass die artgerechte, rein pflanzliche Ern\u00e4hrung verkn\u00fcpft mit freudvoller\/m Bewegung &amp; Sport mit vielf\u00e4ltigen unmittelbaren und positiven Effekten <em>die beiden Haupts\u00e4ulen<\/em> dauerhafter Gesundheit darstellen \u2013 ohne andere bedeutende Aspekte wie z. B. Lebensf\u00fchrung und -umst\u00e4nde, sowie Lebenseinstellung zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<p>Und genau das, vollst\u00e4ndige und nachhaltige Gesundheit, ist das was jeder Sportler braucht: Erst <strong>der gesunde Athlet <\/strong>kann sein Training erfolgreich umsetzen und weiter verfolgen.<\/p>\n<p><strong>Kritik: Die \u00dcberh\u00f6hung des Menschen \u00fcber die Tiere<\/strong>, die Galina Schatalova durch ihr Argument \u201e<strong><em>Nur der Mensch kann denken, das Tier nicht\u201c<\/em><\/strong>, sowie ihre daraus resultierende Schussfolgerung \u201e<strong><em>D<\/em><\/strong><strong><em>amit hat der Mensch Bewusstsein, das Tier nicht\u201c<\/em><\/strong> in einer Verst\u00e4rkung der ohnehin schon bestehenden Kluft zwischen Mensch und Tier bzw. zwischen Mensch und Natur enden l\u00e4sst, stellt einen eklatanten Widerspruch zu ihrem ganzheitlichen System und holistischen Denkansatz dar. In ihrer Grundidee stellt Schatalova die Geisteshaltung als Schl\u00fcssel ihres Systems der nat\u00fcrlichen Gesundung im <em>Eins<\/em>-Sein mit der Natur bzw. Brutalit\u00e4t, Bosheit und Neid als Quellen von Gewalt dar. Diese Degradierung des Tieres gegen\u00fcber dem Menschen stellt den widerspr\u00fcchlichen Schwachpunkt ihres eigenen Denkansatzes dar. Allerdings m\u00f6chte ich dennoch anmerken, dass Galina Schatalova auch Kind Ihrer Zeit war und somit eine andere historisch-kulturelle Pr\u00e4gung in ihrer eigenen Sozialisation erfahren hat, als dies beispielsweise heute der Fall ist (vgl. Kinderrechte, Wahlrecht f\u00fcr Frauen, Tierschutz im Verfassungsrang uvm.).<\/p>\n<h2>7.\u00a0<strong>Heilkr\u00e4ftige Ern\u00e4hrung: <\/strong><strong>Artgerecht und rein pflanzlich<\/strong><\/h2>\n<p>Bereits der griechische Arzt Hippokrates wusste: <strong><em>Nat\u00fcrliche Ern\u00e4hrung ist die beste Apotheke. Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel sein.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Auch f\u00fcr den Schweizer Arzt und Naturheilkundler Dr. Bircher-Benner ist vor allem die <em>Qualit\u00e4t<\/em> der Nahrungsmittel entscheidend, nicht allein ihre Energiemenge. Daher unterteilt er diese im Hinblick auf Energieverluste bei der Zubereitung in drei\u00a0 Kategorien:<\/p>\n<ul>\n<li>Kategorie 1 \u2013 ohne Energieverlust, Produkte in nat\u00fcrlicher Form (z. B. Obst, Gem\u00fcse, Salate, N\u00fcsse)<\/li>\n<li>Kategorie 2 \u2013 m\u00e4\u00dfige Energieverluste durch Absterben und Erhitzen (z. B. Kartoffeln, Getreide)<\/li>\n<li>Kategorie 3 \u2013 deutliche Energieverluste durch T\u00f6tung, Erhitzen oder beides (z. B. Fleisch, K\u00e4se)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Kern von Schatalova\u2019s nachhaltigem Heilungsansatz ist der Umstieg auf <em>rein<\/em> <em>pflanzliche<\/em> Nahrung bei minimaler Energie- und Fl\u00fcssigkeitsaufnahme, immer verkn\u00fcpft mit <em>t\u00e4glicher<\/em> Bewegung.<\/p>\n<p>Schatalova\u2019s Konzept der artgerechten und heilkr\u00e4ftigen Ern\u00e4hrung ist v\u00f6llig kontr\u00e4r zu jenem der konventionellen Mischkost (ausgewogene Ern\u00e4hrung, vgl. auch Tabelle 1) und charakterisiert eine f\u00fcr den Menschen artgerechte Nahrung durch folgende Aspekte:<\/p>\n<ul>\n<li>Rein pflanzlich (vegan)<\/li>\n<li>Naturbelassen (roh bzw. m\u00f6glichst schonende Zubereitung)<\/li>\n<li>Minimale Energie- und Fl\u00fcssigkeitszufuhr (\u00f6konomischer Stoffwechsel: Energieeffizienz)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Durch den Verzehr rein pflanzlicher und naturbelassener Nahrungsmittel wie z. B. Obst, Gem\u00fcse, N\u00fcsse, Samen, Kr\u00e4uter, Getreide uvm. bleiben die biologischen Eigenschaften erhalten. Durch den Erhalt dieser nat\u00fcrlichen Eigenschaften erm\u00f6glicht die sog. Selbstverdauung eine vollst\u00e4ndige N\u00e4hrstoff-Aufspaltung und -Nutzung der Nahrungsmittel, um Energieverluste zu minimieren.<\/p>\n<p>Dadurch l\u00e4sst sich ein Gro\u00dfteil der von Schatalova empfohlenen Reduktion in der t\u00e4glichen Energie- und Fl\u00fcssigkeitszufuhr erkl\u00e4ren, r\u00e4t sie doch auf dieser Basis zu 250 \u2013 400 kcal an Ruhetagen und zu maximal 1.100 \u2013 1.200 kcal\/Tag bei Belastung (vgl. w\u00e4hrend ihrer Experimente).<\/p>\n<p>Schatalova\u2019s \u00a0propagierte ureigene Kraft zur Selbstheilung steckt in <em>jedem<\/em> einzelnen. Die \u00c4rztin f\u00fchrt diese Macht in uns auf die Selbstregulierung unseres K\u00f6rpers zur\u00fcck, wobei alle Prozesse perfekt aufeinander abgestimmt sind und so optimal zusammen wirken. Diese Selbstregulation funktioniert aber nur dann ungest\u00f6rt, wenn die chemische Zusammensetzung unserer Zellen stabil bleibt. Dieses arteigene Zellmilieu kann laut Schatalova nur durch die entsprechend artgerechte Nahrung erhalten werden, indem beim Verdauungsprozess die Enzyme vom jeweiligen \u201eTier\u201c und seinem \u201eOpfer\u201c \u00fcbereinstimmen. R\u00fcckstandsfreie Verdauung und somit maximaler Beitrag zur sich selbst regulierenden Gesundheit ist also alleine durch die sog. Selbstverdauung m\u00f6glich, wobei die Verdauungsenzyme jeweils zur H\u00e4lfte von den beteiligten Organismen kommen. D. h. bei der Selbstverdauung kommen 50 % der Verdauungsenzyme vom K\u00f6rper selbst und 50 % von Pflanze oder Tier.<\/p>\n<p>Beispielsweise frisst ein Raubtier und Fleischfresser wie der L\u00f6we seine Beute mit Haut und Haaren, oder ein reiner Pflanzenfresser wie das Pferd verschiedenste Pflanzen mit Stiel und Schale. Der Mensch als Frucht(fr)esser ist evolution\u00e4r hingegen f\u00fcr die Verdauung von Obst, Gem\u00fcse, Wurzeln, Gr\u00e4ser, Samen, N\u00fcssen angelegt. Fleisch kann er\/sie nur stark zubereitet und <em>ohne<\/em> Haut und Haare verzehren. Trotz h\u00e4ufigem Konsum und dem Festhalten an tierischen Produkten als nicht-artgerechter Nahrung erfolgte evolution\u00e4r gesehen \u00fcber Jahrtausende dennoch <em>kein<\/em> Wachstum von Rei\u00dfz\u00e4hnen, Krallen, Kugelmagen und kurzem Verdauungstrakt mit hochdosierter Magens\u00e4ure.<\/p>\n<p>Dem ungeachtet halten viele M\u00e4nner und Frauen an der artfremden und nachweislich gesundheitssch\u00e4digenden Nahrungsweise fest.<\/p>\n<p>Tabelle 2 zeigt im \u00dcberblick, wie Sie nach Galina Schatalova Ihr Ticket zum Hauptgewinn Gesundheit l\u00f6sen k\u00f6nnen bzw. was sie r\u00e4t unbedingt zu vermeiden.<\/p>\n<p><strong>Tabelle 2: Hauptgewinn Gesundheit \u2013 was uns laut Galina Schatalova gut tut und heilt<\/strong><\/p>\n<table style=\"border: 1px solid black; vertical-align: top;\" width=\"864\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"307\"><strong>Was ist <em>GESUND?<\/em><\/strong><\/td>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"307\"><strong>Was ist <em>RICHTIG?<\/em><\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"307\"><strong>Artgerechte Ern\u00e4hrung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>rein pflanzlich (vegan)<\/li>\n<li>Naturbelassene (rohe) Nahrungsmittel<\/li>\n<li>M\u00f6glichst schonende Zubereitung<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<td rowspan=\"3\" width=\"307\"><strong>Trinken: <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>10 min vor dem Essen<\/strong><\/li>\n<li>Wenig trinken<\/li>\n<li>Nur strukturiertes Wasser, Tees, frische Obst- und Gem\u00fcses\u00e4fte<strong>\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Essen: <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>1 \u2013 2mal\/Tag<\/strong><\/li>\n<li>Optimale Verdauung: 10 \u2013 14 Uhr<\/li>\n<li>Hauptmahlzeit: 12 Uhr<\/li>\n<li>Letzte Mahlzeit bis sp\u00e4testens 18 Uhr<\/li>\n<li>Kleine Portionen im Mund<\/li>\n<li>Lange und sorgf\u00e4ltig kauen<\/li>\n<li>Mindestens 4 Stunden zwischen Mahlzeiten<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"307\"><strong>Was ist <em>UNGESUND?<\/em><\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"vertical-align: top;\" width=\"307\"><strong>Weg damit:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Keine tierischen Produkte (z. B.: Protein aus Fleisch, K\u00e4se; oder Fett aus Butter, Milch)<\/li>\n<li>Kein Leitungswasser (Verbot!)<\/li>\n<li>Kein Zucker<\/li>\n<li>Kein (bzw. kaum) Salz<\/li>\n<li>Keine Medikamente<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die artgerechte Ern\u00e4hrung ist allerdings ein Teil der artgerechten Lebensweise und erst zusammen mit der richtigen Atmung, Bewegung, Abh\u00e4rtung und Eins-sein mit der Natur vollst\u00e4ndig (vgl. Abbildung 3: 5 S\u00e4ulen).<\/p>\n<p>Vielfach wird Galina Schatalova zugeschrieben, sich vegan zu ern\u00e4hren, was (zusammen mit einer veganen Lebensweise) eine logische Konsequenz ihres holistischen Heilkonzepts darstellen w\u00fcrde. Wenngleich sie in ihren B\u00fcchern wiederholt \u00fcber die Unzul\u00e4nglichkeiten der vegetarischen Ern\u00e4hrung spricht, tendiere ich angesichts der Erl\u00e4uterungen von Tagesrationen und Pr\u00e4sentation ihrer \u201eKulinarischen Rezepte im System der nat\u00fcrlichen Gesundung\u201c (Honig, Sahne, Butter, Ei, Quark, Schafk\u00e4se; Schatalova 2002 &amp; 2006) dazu, Schatalova als Vegetarierin einzustufen, nicht aber als vegan. Ein vegetarischer Ern\u00e4hrungsansatz mit \u00e4u\u00dferst geringem Anteil an tierischen Produkten ist wahrscheinlicher, wodurch die Einsch\u00e4tzung Schatalova\u00b4s Ern\u00e4hrungsweise als (ann\u00e4hernd) vegan gelten kann \u2013 beides bleibt eine Vermutung, die an dieser Stelle nicht verifiziert werden kann.<\/p>\n<p><strong>Kritik: Schatalova\u2019s \u00a0Ern\u00e4hrungshypothese<\/strong>, mit 250 \u2013 400 kcal Tagesenergie langfristig mit artgerechter Ern\u00e4hrung \u2013 bei minimaler Belastung des Organismus durch den Verdauungsprozess und maximaler Nutzung aller biologischen Eigenschaften der N\u00e4hrstoffe von nicht oder nur schonend verarbeiteten Nahrungsmittel \u2013 gesund zu sein und zu bleiben erf\u00e4hrt einige Kritik.<\/p>\n<p>Ihre Ern\u00e4hrungshypothese ignoriere die Denaturierung aller Proteine im sauren Milieu des Magens (Magens\u00e4ure) im Zuge der Verdauung \u2013 eine f\u00fcr mich nicht nachvollziehbare Kritik, da die Aufspaltung zu resorbierbaren Aminos\u00e4uren die Aufgabe des Magens ist.<\/p>\n<p><strong>Kritik: Ihre Kalorienrestriktion<\/strong> w\u00fcrde nur \u00fcber kurze Zeit ohne Mangelerscheinungen und Erkrankungen funktionieren. Einerseits m\u00fcsste man dazu die ehemaligen Patienten befragen und untersuchen, die von Schatalova behandelt und geheilt wurden. Andererseits darf an diesem Kritikpunkt gezweifelt werden, da demnach Vegetarier, speziell aber vegan lebende Menschen, generell von Fehl- und Mangelern\u00e4hrung betroffen w\u00e4ren und ein grunds\u00e4tzliches Risiko von Unterversorgung von N\u00e4hrstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen aufweisen w\u00fcrden. Laut dem aktuellen Positionspapier der AND (vormals ADA) aus 2015 sind ern\u00e4hrungsbedingte Mangelerscheinungen nicht die Hauptursache von Erkrankungsh\u00e4ufigkeit und Sterblichkeit in westlichen Gesellschaften (Industrienationen), auch wenn Vegetarier ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr Unterversorgung <em>einzelner<\/em> N\u00e4hrstoffe wie z. B. Vitamin B12 im Vergleich zu Nicht-Vegetariern aufweisen. Studien zeigen seit Ende der 1970er Jahre wiederholt, dass Vegetarier ges\u00fcnder sind als Mischk\u00f6stler. Veganer leiden deutlich seltener an chronischen Erkrankungen als Menschen anderer Ern\u00e4hrungsformen (AND 2015), liegen mit all ihren Gesundheitswerten h\u00e4ufiger im Normbereich und weisen die h\u00f6chste Lebenserwartung im Vergleich zu Vegetariern und Mischk\u00f6stler auf. Man weiss heute, dass Mangelerscheinungen Menschen <em>aller<\/em> Ern\u00e4hrungsformen betreffen (z. B. Eisen, Vitamin C und D). Abgesehen davon sind Unterversorgungen und Mangelerscheinungen mit den M\u00f6glichkeiten der heutigen Pharmazie gut zu behandeln und zu beheben.<\/p>\n<p><strong>Kritik: Schatalova\u2019s \u00a0Verbot (!) von Quell- und Leitungswasser<\/strong> ist f\u00fcr mich aus folgenden zwei Gr\u00fcnden nicht haltbar: Einerseits steht dieser Ansatz ihrem Konzept der art-gerechten und nat\u00fcrlichen Ern\u00e4hrung v\u00f6llig kontr\u00e4r gegen\u00fcber und ist damit meiner Ansicht nach nicht mit Schatalova\u2019s \u00a0System der nat\u00fcrlichen Gesundung zu vereinbaren. Ganz im Gegenteil ist ihr Rat, destilliertes Wasser zu trinken <em>nicht<\/em> artgerecht und v\u00f6llig unnat\u00fcrlich. Andererseits sind Quellwasser sowie Leitungswasser, Mineral- und Tafelwasser wichtige Mineralstoff-Lieferanten und dar\u00fcber hinaus d<strong>er beste und schnellste Calcium-Lieferant mit bis zu 600 mg\/Liter (Leitzmann &amp; Keller, 2013).<\/strong><\/p>\n<p>Weiterlesen in der Fortsetzung dieses Artikels:<\/p>\n<ul>\n<li>zur <a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/schatalova-ernaehrung\/\">Ern\u00e4hrung<\/a><\/li>\n<li>zur <a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/schatalova-bewegung\/\">Bewegung<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Quellen<\/strong><\/h2>\n<p>Academy of Nutrition and Dietetics (AND, 2015). Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Vegetarian Diets. <em>Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, (115)5<\/em>, 801-810.<\/p>\n<p>American Dietetic Association, Dietitians of Canada, and the American College of Sports Medicine (ADA, 2009a). Position of the American Dietetic Association, Dietitians of Canada, and the American College of Sports Medicine. Nutrition and Athletic Performance. <em>Journal of the American Dietetic Association, 109(4), <\/em>509-527.<\/p>\n<p>American Dietetic Association, Dietitians of Canada (ADA, 2009b). Position of the American Dietetic Association and Dietitians of Canada. Vegetarian diets. <em>Journal of the American Dietetic Association, 103(6),<\/em> 748-765.<\/p>\n<p>Bedford JL &amp; Barr SI (2005). Diets and selected lifestyle practices of self-defined adult vegetarians from a population\u2013based sample suggest they are more &#8218;health conscious&#8216;. Int J Behav Nutr Phys Act 2(1):4<\/p>\n<p>Phillips RL, Lemon FR, Beeson WL, Kzuma JW (1978). Coronary heart disease mortality among Seventh\u2013Day Adventists with differing dietary habits: a preliminary report. Am J Clin Nutr 31(10Suppl): S191-S198<\/p>\n<p>Physicians Committee for Responsible Medicine (<a href=\"http:\/\/www.pcrm.org\/health\/diets\/vegdiets\/frequently-asked-questions-about-nutrition#RecommendVegDiet\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">PCRM <\/a>\u2013 \u00c4rzte-Kommission f\u00fcr verantwortungsbewusste Medizin)\u00a0 (30. Juli 2015)<\/p>\n<p><strong>Schatalova G (2002). <\/strong>Wir fressen uns zu Tode. 16. Auflage. Goldmann (russische Erstauflage 1996)<\/p>\n<p><strong>Schatalova G (2006). <\/strong>Heilkr\u00e4ftige Ern\u00e4hrung. 8. Auflage. Goldmann (russische Erstauflage 2003)<\/p>\n<p><strong>Schatalova G (2009). <\/strong>Philosophie der Gesundheit. 4. Auflage. Goldmann (russische Erstauflage 1997)<\/p>\n<p>Wirtschaftskammer \u00d6sterreich (<a href=\"http:\/\/wko.at\/statistik\/eu\/europa-lebenserwartung.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">WKO<\/a>, 2012): Lebenserwartung Europa. Statistik EU. Stand 2012. Wirtschaftskammer \u00d6sterreich\u00a0\u00a0(20. Juni 2015)<\/p>\n<h2>Bildquellen<\/h2>\n<p>Hauptbild: Dr. Galina Schatalova in Aktion bei einem ihrer vielen Vortr\u00e4ge<br \/>\n(Christina Niederkofler, mit freundlicher Erlaubnis vom 5. August 2015)<\/p>\n<p>Abbildung 2: Dr. Galina Schatalova auf einer ihrer W\u00fcstenexpeditionen<br \/>\n(Christina Niederkofler, mit freundlicher Erlaubnis vom 5. August 2015)<\/p>\n<p>Abbildung 3: Schatalova\u2019s \u00a05 S\u00e4ulen wahrer und nachhaltiger Gesundheit<strong><br \/>\n<\/strong>(Schatalova 2002 &amp; 2006, grafische Gestaltung durch: Wirnitzer 2015)<\/p>\n<p>Alle weiteren Bilder k\u00f6nnen unter Ber\u00fccksichtigung der Urheber- &amp; Copyright-Rechte gerne f\u00fcr journalistische Zwecke verwendet werden, jeglicher Weiterverkauf und Weitergabe ist aber untersagt.<\/p>\n<p>Autor \u2013 Quelle : adventure<em>V<\/em>.com \u2022 change2<em>V<\/em>.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erkenntnisse f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Bewegung anhand der Experimente und Forschungsergebnisse von Dr. Galina Schatalova kompakt aufgearbeitet &#8211; eine \u00dcbersicht<\/p>\n","protected":false},"author":287,"featured_media":2891,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1,99,7,97,71,73,282,5,61,65,80,94,8,92,6],"tags":[759,754,753,752,757,758,755,756],"class_list":["post-2888","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-alltagstipps","category-bewegung","category-buecher-gesundheit-leben","category-demenz-alzheimer","category-diabetes","category-entgiftung","category-ernaehrung","category-herz-kreislauf","category-krankheitsbilder-allgemein","category-krebs","category-nachdenken","category-nahrungsergaenzung","category-rheumatische-erkrankungen","category-saeure-basen-haushalt","tag-abhaertung","tag-artgerechte-ernaehrung","tag-bewegung","tag-galina-schatalova","tag-lebenserwartung","tag-natuerliche-atmung","tag-natuerliche-gesundung","tag-vegetarische-ernaehrung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/287"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2888"}],"version-history":[{"count":28,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2888\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4008,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2888\/revisions\/4008"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2891"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}