{"id":2392,"date":"2013-12-03T08:22:33","date_gmt":"2013-12-03T07:22:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.symptome.ch\/blog\/?p=2392"},"modified":"2020-03-26T20:48:26","modified_gmt":"2020-03-26T19:48:26","slug":"jung-bleiben-laenger-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/jung-bleiben-laenger-leben\/","title":{"rendered":"Longevity: Jung bleiben, l\u00e4nger leben"},"content":{"rendered":"<p>Biologen haben sich schon immer dar\u00fcber gewundert, dass Tiere in freier Natur bis an ihr Lebensende ihr wundersch\u00f6nes Fell, Feder- oder Schuppenkleid behalten. Unter dem Mikroskop sehen die Zellen eines alten K\u00e4nguruhs ebenso unversehrt und jung aus wie jene eines Jungtieres. \u00dcppig, gut gen\u00e4hrt und vollgepumpt mit N\u00e4hrwasser. Auch von Pflanzen k\u00f6nnen wir Menschen viel lernen. Selbst das scheinbar k\u00fcmmerlichste Unkraut am Stra\u00dfenrand saugt solange Wasser aus dem Erdreich, bis der Widerstand der Zellw\u00e4nde so stark wird, dass kein Molek\u00fcl Fl\u00fcssigkeit mehr in die Zellen passt. Dann steht so ein Pfl\u00e4nzlein aufrecht und jung da. Wir Menschen ern\u00e4hren uns leider sehr ungesund, deshalb sind unsere rund 70 Billionen K\u00f6rperzellen oft ausgetrocknet wie D\u00f6rrobst. Die Folge: Der Zellstoffwechsel ist gedrosselt, wir f\u00fchlen uns m\u00fcde, lustlos, neigen zu Beschwerden \u2013 und nehmen an Gewicht zu, weil Zellen zu wenig Triglyzeride (Fettmolek\u00fcle) zu Verbrennung und Energiegewinnung anfordern.<\/p>\n<p>Wasser ist das elementare Geheimnis unserer Jugendlichkeit. Unsere Zellen enthalten bis zu 85 Prozent Wasser, dementsprechend besteht die ideale Ern\u00e4hrung aus wasserreichem Obst und Gem\u00fcse, wie z. B. \u00c4pfel, Birnen, Beeren, Trauben, Melonen, K\u00fcrbis, Tomaten, Gurken oder Blattgem\u00fcse. Das darin hoch konzentrierte Mineral Kalium schleust die an Vitaminen, Spurenelementen und anderen Vitalstoffen reiche N\u00e4hrfl\u00fcssigkeit in die Zellen hinein und kurbelt auf diese Weise ihren Stoffwechsel an. Salz hingegen, das aus Natrium und Chlorid besteht, entzieht den Zellen ihre kostbare Fl\u00fcssigkeit. Die gegens\u00e4tzliche Wirkung aufgeladener Kalium- und Natrium-Ionen bestimmt den Wassergehalt der Zelle.<\/p>\n<p>Wenn immer ein Natrium-Ion aus der Zelle ausgesto\u00dfen wird, schl\u00fcpft ein Kalium-Ion hinein. Wenn Kalium in der extrazellul\u00e4ren Fl\u00fcssigkeit fehlt (weil die Nahrung zuwenig Obst oder Gem\u00fcse enth\u00e4lt), bleibt diese lebensnotwendige Versorgungspumpe stehen, die Zelle verliert an Leistungsf\u00e4higkeit. Wie gesundheitssch\u00e4dlich unser Kochsalz ist, k\u00f6nnen wir beobachten, wenn wir eine trockene Rettichscheibe mit Salz bestreuen. Die Rettichscheibe w\u00e4ssert dann sehr stark, ein Vorgang, der als Osmose bezeichnet wird. Derselbe Vorgang vollzieht sich in unseren Zellen, wenn wir salzreich essen, Zellen trocknen dann aus, werden welk und altern vorzeitig. Dass bestimmte Naturv\u00f6lker, wie z. B. die Hunzas im Karakorum-Gebirge Pakistans oder die Menschen im Vilcabamba-Tal in den Anden ein so erstaunlich hohes Alter erreichen, liegt daran, dass sie sich mit naturbelassenen, wasserreichen Lebensmitteln ern\u00e4hren, die extrem hohe Konzentrationen an Biostoffen enthalten. In diesen Regionen, aber auch im Kaukasus oder auf Okinawa, werden Menschen nicht selten \u00fcber 110 oder 120 Jahre alt.<\/p>\n<h2>Schlanke Menschen bleiben l\u00e4nger jung<\/h2>\n<p>Eine besondere Rolle bei der Lipolyse (dem Fettabbau) und bei lebensverl\u00e4ngernden Kalorienrestriktionen spielen so genannte Sirtuin-Gene, die von Wissenschaftlern als Silence Information Regulators (kurz: sir) bezeichnet werden. Sie wirken auf telomerische Gensequenzen im Zellkern. Telomere sind Schutzkappen der Chromosomen, sie verk\u00fcrzen sich bei Zellteilung und f\u00fchren bei Fehlern\u00e4hrung, sowie bei Bewegungs-, Schlaf- und Sauerstoffmangel zu einem vorzeitigen Stillstand der Zelteilung bzw. auch zum Zelltod. Sir-Gene in S\u00e4ugetieren, also auch in uns Menschen, werden mit Sir1 bis Sir7 bezeichnet. Eine nur geringf\u00fcgige \u00dcberexpression von Sir2-Genen kann die Lebenserwartung um bis zu zehn Prozent verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p>Professor David A. Sinclair, vom Department for Genetics der weltber\u00fchmten Harvard Medical School in Boston (USA) gilt als renommierter Experte der internationalen Forschung an Sir2-Genen , die K\u00f6rpergewicht abbauen und den Alterungsprozess verlangsamen. Sie werden als Longevity Regulators bezeichnet (Quelle: Sinclair, D.A., North, B.J.: The Intersection Between Aging and Cardiovascular Disease. Circulation Research, Harvard Medical School, 2012) . Selbst kleine Tiere wie z. B. W\u00fcrmer schalten diese Gene ein, um ihre Zellen im t\u00e4glichen Stress gegen Sch\u00e4den zu panzern. Sie ver\u00e4ndern auch ihre Stoffwechselrate, um d\u00fcnner, fitter und ges\u00fcnder zu werden. Schon seit 70 Jahren ist bekannt, dass Tiere durch Kalorienreduktion weniger rasch altern, somit l\u00e4nger jung bleiben.<\/p>\n<p>Sir2-Gene codieren in jeder Minute f\u00fcr den Aufbau von Ribosomen, den winzigen Proteinwerkst\u00e4tten der Zellen. Die Telomere, spezielle Nucleotidsequenzen, werden durch Langlebigkeitsgene aktiviert. Professor Sinclair: \u201eWie wir meinen, geschieht dies durch die Nahrung. Diese Molek\u00fcle verschaffen uns den Nutzen einer Schlankheitskur, ohne dass wir eine Di\u00e4t eingehen m\u00fcssen. Jetzt k\u00f6nnen wir \u00e4ltere und kranke Menschen behandeln, die Probleme haben ihren Speiseplan zu \u00e4ndern. Wenn wir beispielsweise Fruchtfliegen mit Resveratrol in roten Trauben f\u00fcttern, leben sie l\u00e4nger. Wenn ihre Kalorienaufnahme zus\u00e4tzlich gedrosselt wird, erh\u00f6ht sich ihre Lebenserwartung noch weiter.\u201c Die moderne Genforschung er\u00f6ffnet jetzt v\u00f6llig neue Einsichten in die Grundlagen unserer Gesundheit und die biochemischen Zusammenh\u00e4nge im Innersten unserer Zellkerne.<\/p>\n<p>Die wichtigsten lipolytischen (Fett schmelzenden) und verj\u00fcngenden Vitalstoffe sind Vitamin C (in Obst und Gem\u00fcse), Fols\u00e4ure, Zink (beide in Vollkornprodukten) sowie unges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren wie Omega-3- oder Alpha-Linolens\u00e4ure in fettreicher pflanzlicher Nahrung wie Avocado, Oliven, N\u00fcssen, Kernen, Keimen oder auch in Pflanzen\u00f6len. In Biokost sind diese N\u00e4hrstoffe oft bis zu 20 Mal h\u00f6her konzentriert als in Lebensmitteln aus konventionellem Anbau. Menschen, die in Alltag oder Beruf sehr unter Stress stehen, haben einen weitaus h\u00f6heren Bedarf an Vitaminen, Eiwei\u00df oder Mineralstoffen als solche, die vergleichsweise ruhigere Lebensbedingungen haben. Ihnen empfehlen Wissenschaftler: umsteigen von hellen Mehlprodukten (in Pasta, wei\u00dfem Reis oder Wei\u00dfbrot) auf Getreideprodukte (z. B. in Vollkornbrot, Naturreis, Dinkelnudeln). Ebenso ratsam: eine 30-Tage-Kur mit einem hochwertigen Nahrungserg\u00e4nzungsmittel, das m\u00f6glichst alle lebensnotwendigen Vitalstoffe enth\u00e4lt.<\/p>\n<h2>Warum Schlaf und Bewegung so wichtig sind<\/h2>\n<p>Um \u00fcppig und gut gepolstert zu sein, brauchen unsere Muskeln Glucose und Sauerstoff. Mein Tipp: Aufz\u00fcge und Rolltreppen grunds\u00e4tzlich nur nach unten benutzen, jede Treppenstufe, die wir aus eigener Kraft erklimmen, ist Minitraining f\u00fcr die oft arg verk\u00fcmmerten Muskeln. Ideal sind Spazierg\u00e4nge auf feuchten Wiesen- oder Waldwegen mit ihrem hohen Sauerstoffgehalt. Muskeln, speziell der enorm kr\u00e4ftige Herzmuskel, verbrauchen dann zun\u00e4chst bei der Energiegewinnung ihre Glucosedepots. Die werden aber \u2013 daheim angekommen \u2013rasch wieder ersetzt, und es wird mehr Glucose in die Muskelfasern eingebaut (und zwar nicht nur in den Beinmuskeln). Weil jedes Glucose-Molek\u00fcl drei Molek\u00fcle Wasser bindet, formen sich so kr\u00e4ftig-elastische Muskelpakete. Au\u00dferdem produzieren Zellen bei solchen Spazierg\u00e4ngen oder Wanderungen zus\u00e4tzlich Mitochondrien, winzige Energiebrennkammern, in denen Glucose oder sp\u00e4ter auch Fett zu Energie verheizt werden. Je mehr wir uns bewegen, desto mehr solcher Mitochondrien bilden sich, und desto gr\u00f6\u00dfer und leistungsf\u00e4higer werden sie. Mitochondrien saugen Sauerstoff an, wodurch das Gewebe besser durchblutet wird. Diese Sauerstoffatmung ist besonders f\u00fcr den Herzmuskel so au\u00dferordentlich wichtig.<\/p>\n<p>\u201eSchlaf ist ein Teil der Ern\u00e4hrung\u201c, erkl\u00e4ren uns Physiologen. Unter Stress regiert das sympathische Nervensystem, Gef\u00e4\u00dfe verengen sich, der Blutdruck steigt, und die N\u00e4hrstoffversorgung der Zellen ist gedrosselt. Im Schlaf oder in Ruhephasen hingegen dominiert das parasympathische vegetative autonome Nervensystem. Die Magen-Darmt\u00e4tigkeit ist angeregt, Adern sind erweitert \u2013 so kommt es zu einem kr\u00e4ftigen Zustrom von Eiwei\u00df, Fetts\u00e4uren, Vitaminen und anderen Biostoffen in die Zellen. Schlafdefizite f\u00fchren zwangsl\u00e4ufig dazu, dass ein Teil der Nahrungsbestandteile nicht optimal im Stoffwechsel verwertet wird. Auch in diesem Punkt k\u00f6nnen wir Menschen von Tieren viel lernen. Nach einer ausgiebigen Mahlzeit wird erst mal in Ruhe verdaut. Typisches Beispiel: der L\u00f6we, der satt und tr\u00e4ge in der Astgabel h\u00e4ngt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum sehen die Zellen alter Tiere immer noch unversehrt und jung aus, wie jene eines Jungtiers? Was haben Natrium und Kalium mit dem Altern zu tun? Welches sind die verj\u00fcngenden Vitalstoffe?<\/p>\n","protected":false},"author":78,"featured_media":2398,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1,99,932,7,97,5,61,8,19],"tags":[126,594,592,593,595,596,597],"class_list":["post-2392","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-alltagstipps","category-augenkrankheiten","category-bewegung","category-buecher-gesundheit-leben","category-ernaehrung","category-herz-kreislauf","category-nahrungsergaenzung","category-umgang-mit-stress","tag-altern","tag-fettabbau","tag-gesunde-ernaehrung","tag-jugendlichkeit","tag-kalorienreduktion","tag-resveratrol","tag-telomere"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2392","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/78"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2392"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2392\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4096,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2392\/revisions\/4096"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2398"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2392"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2392"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2392"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}