{"id":2341,"date":"2013-11-05T00:07:11","date_gmt":"2013-11-04T23:07:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.symptome.ch\/blog\/?p=2341"},"modified":"2020-01-18T06:22:47","modified_gmt":"2020-01-18T05:22:47","slug":"ads-adhs-ursache-kpu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/ads-adhs-ursache-kpu\/","title":{"rendered":"ADHS\/ADS &#8211; Kryptopyrrolurie als oft verkannte Ursache"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vom Jahr 1993 bis 2011 stieg der Verbrauch von Methylphenidat (Ritalin \u00ae) von 34 Kilogramm auf 1791 kg pro Jahr an \u2013 das ist eine Zunahme von \u00fcber dem 50-fachen in nur 18 Jahren!<\/strong><br \/>\n<strong> \u201eDas Ende der Symptombek\u00e4mpfung\u201c ben\u00f6tigt genaues Wissen um Krankheitsursachen gerade bei der ADHS\/ADS, da hier viele Kinder und Jugendliche betroffen sind.<\/strong><\/p>\n<p>ADHS\/ADS steht unserer Erfahrung nach sehr h\u00e4ufig in einem engen Zusammenhang mit einer nicht erkannten Kryptopyrrolurie.<\/p>\n<h2>Was genau ist ADHS\/ADS?<\/h2>\n<p>ADHS steht f\u00fcr Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivit\u00e4tssyndrom bzw. ADS f\u00fcr Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Sie betrifft Kinder und Jugendliche gleicherma\u00dfen wie Erwachsene.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df ICD-10 (International Code of Diseases) kommt es bei der ADS\/ADHS in einem Zeitraum von mindestens 6 Monaten zu folgenden Symptomen:<\/p>\n<ul>\n<li>Unaufmerksamkeit<\/li>\n<li>\u00dcberaktivit\u00e4t<\/li>\n<li>Impulsivit\u00e4t in einem Ausma\u00df, welches mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht vereinbar ist<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die deutschen Leitlinien zur Behandlung dieser Erkrankung beinhalten medikament\u00f6se Ma\u00dfnahmen (in erster Linie Methylphenidat) sowie psychologische und p\u00e4dagogische Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<h2>Zu schnell diagnostiziert<\/h2>\n<p>Nach unseren Erfahrungen wird die Diagnose allerdings oftmals sehr schnell, viel zu schnell gestellt. <strong>Wie kann es sein, dass bis zu 40% aller Grundschulkinder betroffen sein sollen?<\/strong><\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen des \u201eunruhigen, hyperaktiven Kindes\u201c ist nicht neu. Bereits im 19. Jahrhundert beschrieb der Frankfurter Kinderarzt Dr. Heinrich Hoffmann in seinem Klassiker \u201eStruwwelpeter\u201c den \u201eZappelphilipp\u201c sowie den \u201eHans-Guck-in-die-Luft\u201c. Was ist allerdings eine Auff\u00e4lligkeit bei einem Kind und was ist Krankheit?<\/p>\n<p>Der Wirkstoff Methylphenidat, der in Deutschland unter das Bet\u00e4ubungsmittelgesetz f\u00e4llt, wird in vielen F\u00e4llen schnell verschrieben; die anderen Ma\u00dfnahmen scheitern hingegen h\u00e4ufig an fehlenden Therapiepl\u00e4tzen oder der Einsicht der Erziehungsberechtigten zur Mitarbeit.<\/p>\n<p>Patienten, also Eltern mit ihren Kindern oder Jugendlichen stellen sich aus drei Gr\u00fcnden in unseren Praxen vor:<\/p>\n<ol>\n<li>Sie mu\u00dften die medikament\u00f6se Therapie aufgrund starker Nebenwirkungen unterbrechen oder gar abbrechen<\/li>\n<li>Die Therapie zeigte keinen zufriedenstellenden Erfolg<\/li>\n<li>Es wurde eine alternative, ursachenorientierte Behandlungsm\u00f6glichkeit gew\u00fcnscht<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>H\u00e4ufige Ursache Kryptopyrrolurie<\/h2>\n<p>Unsere Aufgabe besteht in solchen F\u00e4llen prim\u00e4r darin, die wirkliche(n) Ursache(n) des Symptomenkomplexes zu finden, der als ADHS\/ADS bezeichnet wird. <strong>In ca. 50% der von uns untersuchten F\u00e4lle, weisen die Betroffenen eine Kryptopyrrolurie auf.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2346\" alt=\"Kryptopyrrolurie Kreislauf\" src=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/symptome_kryptopyrrolurie-kreislauf2.jpg\" width=\"598\" height=\"572\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/symptome_kryptopyrrolurie-kreislauf2.jpg 598w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/symptome_kryptopyrrolurie-kreislauf2-200x191.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 598px) 100vw, 598px\" \/><\/p>\n<p>Abb.: Der KPU-Kreislauf nach Hoffmann\/Kauffmann<\/p>\n<p>Die Kryptopyrrolurie (KPU) ist eine in erster Linie genetisch bedingte, famili\u00e4r geh\u00e4uft auftretende St\u00f6rung des H\u00e4m-Stoffwechsels, die sich durch zwei Merkmale zeigt:<\/p>\n<h3>1) Verlust der lebensnotwendigen Mikron\u00e4hrstoffe Vitamin B6, Zink und Mangan<\/h3>\n<p>Durch die gest\u00f6rte H\u00e4m-Synthese kommt es \u2013 <strong>stressbedingt <\/strong>\u2013 zu einer unbemerkten Ausscheidung freier Pyrrole. Dabei werden Vitamin B6, Zink und Mangan unbemerkt \u201emitgerissen\u201c und gemeinsam mit den Pyrrolen \u00fcber den Urin ausgeschieden. Dies kann u.a. zu einer St\u00f6rung des Hirnstoffwechsels f\u00fchren.<\/p>\n<p>Das chronische Defizit an den o.g. Mikron\u00e4hrstoffen kann den Hirnstoffwechsel nachhaltig beeintr\u00e4chtigen. Insbesondere finden wir labordiagnostisch einen gest\u00f6rten Katecholaminstoffwechsel, mit teilweise stark erh\u00f6htem Dopamin- und erniedrigten Adrenalinspiegel. Zudem sind die Serotoninspiegel h\u00e4ufig stark vermindert. Durch das Chaos im Hirnstoffwechsel k\u00f6nnen Konzentration, Motorik und Stimmung stark beeinflusst werden.<\/p>\n<h3>2) Entgiftungsst\u00f6rung der Leber<\/h3>\n<p>Diese andersartige H\u00e4msynthese f\u00fchrt \u2013 neben dem Mikron\u00e4hrstoffdefizit &#8211; zu einer erschwerten Entgiftungsleistung der Leberentgiftungsenzyme der Phase I. Dies erkl\u00e4rt, warum Patienten mit KPU oftmals an Medikamenten \u2013 und Alkoholunvertr\u00e4glichkeit leiden. Dar\u00fcber hinaus finden wir bei Betroffenen oftmals erh\u00f6hte Gifte &#8211; insb. Schwermetalle &#8211; im K\u00f6rper.<\/p>\n<h2>Basistherapie: Ausgleich der Mikron\u00e4hrstoffe<\/h2>\n<p>F\u00fcr einen Ausgleich dieser KPU-bedingten N\u00e4hrstoffdefizite setzen wir \u2013 je nach Auspr\u00e4gung der Symptomatik und im Blut gemessenen Laborwerten\u2013 folgende Stufendiagnostik ein:<\/p>\n<h3>1) Ern\u00e4hrungstherapie<\/h3>\n<p>Nach unserer Erfahrung profitieren Betroffene von einer anti-entz\u00fcndlichen, biologisch-organischen, histaminarmen Kost, die Wert legt auf die Zufuhr von Zink, Mangan und Vitamin B6. Hierzu erhalten Patienten in unseren Praxen eine entsprechend individuelle Ern\u00e4hrungsempfehlung.<\/p>\n<h3>2) Ern\u00e4hrungstherapie mit zus\u00e4tzlicher oraler Substitution<\/h3>\n<p>Zus\u00e4tzlich zur optimierten Ern\u00e4hrung ist es h\u00e4ufig notwendig und auch empfehlenswert, mangelnde Mikron\u00e4hrstoffe zus\u00e4tzlich zuzuf\u00fchren.<\/p>\n<h3>3) Ern\u00e4hrungstherapie, orale Substitution plus individueller Infusionstherapie<\/h3>\n<p>In schweren F\u00e4llen ist erg\u00e4nzend eine Infusionstherapie hilfreich. Diese kann die Therapiedauer erheblich verk\u00fcrzen. Durch Infusionen erreichen wesentlich h\u00f6here Konzentrationen an Substanzen den Organismus, da der Verdauungstrakt umgangen wird. Somit nimmt der Patient eine deutlich sp\u00fcrbare Besserung wahr. Dieses Gef\u00fchl kann f\u00fcr die Therapiebereitschaft des Patienten und somit f\u00fcr den langfristigen Therapieerfolg sehr hilfreich sein.<\/p>\n<h2>Ohne Stressabbau geht es nicht!<\/h2>\n<p>Der entscheidende Faktor, der eine Kryptopyrrolurie ausbrechen l\u00e4\u00dft, ist Stre\u00df. Hiermit ist Stre\u00df in all seinen Auspr\u00e4gungen gemeint: Psychosozialer Stre\u00df kann ebenso die Kaskade der KPU in Bewegung setzen, wie emotionaler oder biochemischer Stress durch beispielsweise Umweltgifte.<\/p>\n<p>Stre\u00dfreduktion auf m\u00f6glichst vielen Ebenen ist daher neben der Ern\u00e4hrungsumstellung und dem Mikron\u00e4hrstoffausgleich eine entscheidende Therapies\u00e4ule!<\/p>\n<p>Die Kryptopyrrolurie ist eine komplexe Stoffwechselst\u00f6rung, die nicht alleine durch Mikron\u00e4hrstoffgabe nachhaltig zu therapieren ist. Wir empfehlen grunds\u00e4tzlich bei einer KPU die Hilfe eines erfahrenen Therapeuten in Anspruch zu nehmen. Eine Liste entsprechender Therapeuten finden Sie unter anderem in unserem Ratgeber, der im Januar 2014 erscheinen wird (siehe Autorenprofil). Von einer Selbsttherapie bzw. Eigenmedikation raten wir ab, da eine entsprechende Labordiagnostik notwendig ist.<\/p>\n<p>Bei der hier beschriebenen Methode handelt es sich um ein Verfahren, welches nicht zu den allgemein anerkannten Verfahren im Sinne einer Anerkennung durch die Schulmedizin geh\u00f6rt. Alle getroffenen Aussagen \u00fcber Eigenschaften und Wirkungen sowie Indikationen des vorgestellten Verfahrens beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungswerten in der Therapierichtung selbst, die von der herrschenden Schulmedizin nicht geteilt wird. Die Autoren \u00fcbernehmen keine Haftung. Bei Beschwerden ist auf jeden Fall der Rat eines Arztes\/Heilpraktikers einzuholen.<\/p>\n<h2>Literaturhinweise<\/h2>\n<p>Weiterf\u00fchrende Literatur zum Thema:<\/p>\n<ul>\n<li>Badzun, Matthias: Kryptopyrrolurie, Orthomedis Labor Schweiz, Oktober 2007<\/li>\n<li>Eichinger, Uschi\/Hoffmann, Kyra: Der Burnout-Irrtum, 4. Auflage 2013<\/li>\n<li>Gr\u00f6ber, Uwe: Mikron\u00e4hrstoffe, 3. Auflage, Stuttgart 2011<\/li>\n<li>Hoffmann, Kyra: Kryptopyrrolurie, Comed 06\/2010<\/li>\n<li>Hoffmann, Kyra\/Kauffmann, Sascha: Kryptopyrrolurie \u2013 Ein Ratgeber f\u00fcr Betroffene und deren Angeh\u00f6rige, 1. Auflage 2013<\/li>\n<li>Hoffmann, Kyra\/Kauffmann, Sascha: Vitalstoffe \u2013 Information f\u00fcr gesunde Pr\u00e4vention, 1. Auflage 2013<\/li>\n<li>Hoffmann, Kyra\/Kauffmann, Sascha: ADHS\/ADS \u2013 Rationale Alternativen zur Methylphenidat-Therapie, Comed 1\/2013<\/li>\n<li>Nature 224, 1969, 811-813: Irvine, D.G. et al: Identification of Kryptopyrrole in Human Urine and its Relation to Psychosis<\/li>\n<li>Kuklinski, Bodo: Das HWS-Trauma, 2006<\/li>\n<li>Pfeiffer, Carl. C.: Nutrition and Mental Illness \u2013 An Orthomolecular Approach to Balancing Body Chemistry, Rochester 1987<\/li>\n<li>Pfeiffer, Carl C.: Zinc and other Micro Nutrients, New Canaan 1978<\/li>\n<li>Strienz, Joachim: Leben mit KPU \u2013 Kryptopyrrolurie, Ein Ratgeber f\u00fcr Patienten, Germering\/M\u00fcnchen 2011<\/li>\n<li>Walsh, William J.: Nutrient Power \u2013 Heal your biochemistry and heal your Brain, New York 2012<\/li>\n<li>Journal of Orthomolecular Medicine, Volume 25, Number 1,2010: James Jackson et al.: Urine Pyrrole and Other Orthomolecular Test in Patients with ADD\/ADHD<\/li>\n<li>British Journal of Psychiatry, 1965 August; 111:741-4: O\u2019Reilly Po et al.: The Incidence of Malvaria<\/li>\n<li>International Review of Neurobiology 1974; 16:145-82: Irvine DG: Kryptopyrrole and other monopyrroles in molecular neurobiology<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>40% aller Grundschulkinder sollen von ADS\/ADHS betroffen sein? Was wir in unserer Praxis feststellen und dass ca. 50% unserer F\u00e4lle eine Kryptopyrrolurie aufweisen, wird in diesem Artikel aufgezeigt.<\/p>\n","protected":false},"author":73,"featured_media":2355,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[66,1,5,24,17,81,8,19],"tags":[569,568,771,573,567,570,572,566,565,576,574,585,443,571,577,575],"class_list":["post-2341","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ads-adhs-autismus","category-allgemein","category-ernaehrung","category-familie-und-erziehung","category-gesundheit-babys-und-kinder","category-kryptopyrrolurie-hpukpu","category-nahrungsergaenzung","category-umgang-mit-stress","tag-adhs","tag-ads","tag-ernaehrung","tag-haem-stoffwechsel","tag-hpu","tag-hyperaktiv","tag-impulsiv","tag-kpu","tag-kryptopyrrolurie","tag-mangan","tag-mikronaehrstoffe","tag-ritalin","tag-stress","tag-unaufmerksam","tag-vitamin-b6","tag-zink"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2341","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/73"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2341"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2341\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3984,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2341\/revisions\/3984"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2355"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2341"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2341"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2341"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}