{"id":2065,"date":"2013-06-24T10:00:51","date_gmt":"2013-06-24T08:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.symptome.ch\/blog\/?p=2065"},"modified":"2020-01-18T06:22:51","modified_gmt":"2020-01-18T05:22:51","slug":"vegetarische-ernaehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/vegetarische-ernaehrung\/","title":{"rendered":"Vegetarische Ern\u00e4hrung \u2013 ein Beitrag zur Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"<h2>Vorbemerkungen<\/h2>\n<p>Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt zur Rettung der Erde. Vegetarische Ern\u00e4hrung kann einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten, denn sie basiert auf einem ganzheitlichen Konzept, das weit \u00fcber die Auswahl und Zubereitung von Lebensmitteln hinausgeht. Vegetarismus ist Teil eines Lebensstilkonzeptes, das neben eigener Gesundheit auch Tierrechte, Perspektiven der Weltern\u00e4hrung und Umweltanliegen beachtet. Die \u00dcberlegungen, Einstellungen und Verhaltensweisen eines Vegetariers unterscheiden sich erheblich von denen der Fleischesser. Vegetarier wurden daher bis vor kurzem noch bel\u00e4chelt und als Sektierer betrachtet, ihre vermeintlich asketische Lebensweise erweckte Misstrauen.<\/p>\n<p>Derzeit leben etwa sechs Millionen Vegetarier in Deutschland und erheblich mehr Menschen haben ihren Fleischkonsum reduziert, wie sich am R\u00fcckgang des Fleischverzehrs bei uns in den letzten Jahrzehnten zeigt. Die steigende Tendenz der vegetarischen Lebensweise wird besonders die eher j\u00fcngeren, \u00fcberwiegend weiblichen, meist gebildeten Menschen bewirkt. \u00dcberzeugte Vegetarier aus Wissenschaft und Kunst, Religion und Politik, Sport und Medien haben schon immer zu dieser Entwicklung beigetragen und eine Vorbildfunktion ausge\u00fcbt. Auch Lebensmittelskandale, die weitaus \u00fcberwiegend bei tierischen Produkten auftreten, f\u00f6rdern den Trend zum Vegetarismus.<\/p>\n<h2>Die Varianten der vegetarischen Ern\u00e4hrung<\/h2>\n<p>Der Vegetarismus kennzeichnet im urspr\u00fcnglichen Sinne eine \u201elebendige\u201c und \u201ebelebende\u201c Ern\u00e4hrungs- und Lebensweise, in der neben pflanzlichen Lebensmitteln nur solche Produkte verzehrt werden, die vom lebenden Tier stammen, wie Eier, Milch und Honig und daraus hergestellte Produkte.<br \/>\nEntsprechend der unterschiedlichen Entwicklungen, Motive und Ziele von Vegetariern gibt es keine einheitliche Form des Vegetarismus, sondern eine Vielzahl von Ern\u00e4hrungs- und Lebensweisen, die f\u00fcr sich in Anspruch nehmen, vegetarisch ausgerichtet zu sein. Neben der allgemeinen Lebensf\u00fchrung, die f\u00fcr viele, wenn auch nicht f\u00fcr alle Vegetarier, eine ebenso bedeutsame Rolle spielt wie die Ern\u00e4hrung, ist eine ern\u00e4hrungsphysiologische Klassifikation der verschiedenen Auspr\u00e4gungen des Vegetarismus \u00fcblich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2083\" alt=\"selbst Gem\u00fcse anbauen\" src=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_gemuse-anbauen.jpg\" width=\"480\" height=\"360\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_gemuse-anbauen.jpg 480w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_gemuse-anbauen-200x150.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>Bei der Einteilung vegetarischer Ern\u00e4hrungsweisen wird als Kriterium die Lebensmittelauswahl zugrunde gelegt. Gemeinsamkeit aller vegetarischen Kostformen ist das Meiden von Nahrungsmitteln, die von get\u00f6teten Tieren stammen. Dies sind Fleisch, Fisch, andere Meerestiere sowie daraus hergestellte Produkte wie Wurstwaren. Die Einbeziehung von Lebensmitteln, die von lebenden Tieren stammen, unterscheidet die Hauptformen des Vegetarismus, Lakto-ovo-, Lakto- und Ovo-Vegetarismus.<\/p>\n<p>Die konsequenteste Variante einer vegetarischen Lebensweise praktizieren die Veganer, die s\u00e4mtliche Nahrungsmittel tierischer Herkunft meiden, einschlie\u00dflich Honig. Au\u00dferdem verwenden viele Veganer auch keine von Tieren stammenden Gebrauchsgegenst\u00e4nde oder Materialien. Eine Untergruppe der Veganer stellen die meisten Rohk\u00f6stler dar. Diese praktizieren dieselben Einschr\u00e4nkungen bei der Lebensmittelauswahl, meiden aber zus\u00e4tzlich jede erhitzte Nahrung. Ein Teil der Rohk\u00f6stler verzehrt auch (rohe) tierische Produkte.<\/p>\n<h2>Die Stellung der Vegetarier in der Gesellschaft<\/h2>\n<p>Bis vor kurzem be- und verurteilte besonders die Wissenschaft eine Ern\u00e4hrung ohne tierisches Protein als Mangelern\u00e4hrung. Diese Einsch\u00e4tzung wurde von der allgemeinen Bev\u00f6lkerung bereitwillig geteilt, denn der Mensch \u00e4ndert nicht so gerne seine Ern\u00e4hrungsgewohnheiten. Dabei beruhte die Ablehnung der Wissenschaftler weniger auf wissenschaftlichen Untersuchungen, als auf \u00fcberwiegend theoretischen Berechnungen, Annahmen oder gar Vorurteilen.<br \/>\nInzwischen hat sich die Situation deutlich ver\u00e4ndert, unter anderem durch die zahlreichen wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen zum Vegetarismus.<\/p>\n<p>Die Daten mit Vegetariern lieferten den wissenschaftlichen Beweis, dass sich in fast allen F\u00e4llen das Gegenteil von dem zeigte, was zun\u00e4chst erwartet, bef\u00fcrchtet oder gar gew\u00fcnscht wurde. Dabei war es schon immer leicht, anhand der recht gro\u00dfen Bev\u00f6lkerungsgruppen in Asien, die sich vornehmlich aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden teilweise seit Jahrtausenden vegetarisch ern\u00e4hren, zu erkennen, dass bei ausreichender Nahrungsverf\u00fcgbarkeit keine Gesundheitsgefahren durch eine lakto-ovo-vegetarische Ern\u00e4hrung bestehen.<\/p>\n<p>Im Gegenteil: in einer Vielzahl von teilweise gro\u00df angelegten Studien konnte die Wissenschaft \u00fcberzeugend nachweisen, dass eine gut zusammengestellte lakto-ovo-vegetarische Ern\u00e4hrung eine optimale Versorgung mit allen N\u00e4hrstoffen in allen Lebensabschnitten sichern kann. Etwas anders verh\u00e4lt es sich bei den Veganern, da sie mit ihrer rein pflanzlichen Ern\u00e4hrung nur Spuren von Vitamin B12 aufnehmen. Das f\u00fcr den Menschen geeignete Vitamin B12 wird ausschlie\u00dflich von Mikroorganismen synthetisiert, findet sich in allen tierischen Produkten und kann in sehr geringen Mengen in Algen und fermentierten pflanzlichen Lebensmitteln vorhanden sein. Die Bedarfsdeckung von Vitamin B12 ist bei veganer Ern\u00e4hrung unsicher. Dieses kann auch f\u00fcr Eisen, Zink und Calcium zutreffen, sofern die Kost einseitig zusammengestellt ist.<\/p>\n<h2>Motive f\u00fcr eine vegetarische Lebensweise<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2075\" alt=\"Gefl\u00fcgelfarm Tierproduktion\" src=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_geflugelfarm.jpg\" width=\"480\" height=\"320\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_geflugelfarm.jpg 480w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_geflugelfarm-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>Die am h\u00e4ufigsten genannten Motive der Vegetarier, kein Fleisch von Tieren zu verzehren, haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte erweitert und ver\u00e4ndert. Derzeit lassen sich neben einer Reihe weiterer Anliegen die drei wichtigsten Beweggr\u00fcnde nennen, die bei Vegetariern im Vordergrund stehen:<\/p>\n<ol>\n<li>Aus ethischen, moralischen, religi\u00f6sen oder spirituellen Motiven m\u00f6chten viele Menschen nicht l\u00e4nger hinnehmen, dass f\u00fcr sie Tiere ausgebeutet, gequ\u00e4lt und get\u00f6tet werden. Die zunehmende Transparenz \u00fcber die tats\u00e4chlichen Zust\u00e4nde bei Aufzucht, Mast, Transport und Schlachtung unserer Nutztiere brachte viele ehemalige Fleischesser zu der Entscheidung, den Verzehr von Produkten von get\u00f6teten Tieren zu meiden. Dieses Anliegen wird von der Mehrheit der Vegetarier vertreten. Manche dieser sensibilisierten Menschen finden einen Ausweg aus diesem Dilemma im Kauf und Verzehr von Erzeugnissen von Tieren, die artgerecht gehalten werden, wie in der \u00f6kologischen Landwirtschaft.<br \/>\nDie Veganer setzen ihre Ern\u00e4hrungs- und Lebensform am konsequentesten um. Da sie versuchen, jede Ausbeutung von Tieren zu vermeiden, lehnen Veganer nicht nur den Verzehr aller tierischen Lebensmittel, sondern auch die Verwendung von Gebrauchsgegenst\u00e4nden und Konsumartikeln ab, die ganz oder teilweise aus tierischen Rohstoffen hergestellt wurden wie Wolle, Leder, Daunen, Haare, Gelatine und Perlen.<br \/>\n.<\/li>\n<li>Aus gesundheitlichen, hygienischen oder toxikologischen Gr\u00fcnden m\u00f6chten viele Menschen ihre Ern\u00e4hrungs- und Lebensweise so gestalten, dass sie m\u00f6glichst lange ohne Krankheiten und dabei k\u00f6rperlich und geistig fit bleiben. Die Erfahrung zeigt, dass dieses besonders gut mit einer von Pflanzen gepr\u00e4gten Kost gelingt. Inzwischen wird auch von der etablierten Medizin erkannt, das eine vegetarische Ern\u00e4hrung in erheblichem Ma\u00dfe dazu beitragen kann, ern\u00e4hrungsassoziierten Erkrankungen vorzubeugen, wie Fettsucht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Hypertonie, Gicht und verschiedenen Krebsarten. Diese Erkenntnisse haben mittlerweile dazu gef\u00fchrt, dass entsprechend informierte Mediziner aus prophylaktischen Gr\u00fcnden eine ausgewogene lakto-ovo-vegetarische Ern\u00e4hrung ausdr\u00fccklich empfehlen.<br \/>\nDie bedenkliche Zunahme vieler Zivilisationskrankheiten belastet nicht nur den einzelnen Menschen und seine Angeh\u00f6rigen, sondern unser gesamtes Gesundheitssystem in bisher nicht gekanntem Ausma\u00df. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben die Zusammenh\u00e4nge zwischen diesen Erkrankungen und der Lebensweise des bewegungsarmen Wohlstandsb\u00fcrgers weltweit aufgezeigt, bei denen die Ern\u00e4hrung eine entscheidende Rolle spielt.<br \/>\nDie Behandlung ern\u00e4hrungsassoziierter Krankheiten erfordert in Deutschland etwa ein Drittel des Gesundheitsbudgets. Hier k\u00f6nnte allein durch eine vollwertige Ern\u00e4hrungsweise mindestens die H\u00e4lfte dieser Ausgaben und durch eine lakto-ovo-vegetarische Ern\u00e4hrung noch mehr eingespart werden. Gesundheitspolitisch besteht der wichtigste Faktor bei vegetarischen Kostformen durch das pr\u00e4ventive Potential gegen\u00fcber Krankheiten.<br \/>\n.<\/li>\n<li>Aus \u00f6kologischen, sozialen oder politischen Gr\u00fcnden kommen viele Menschen zu der \u00dcberzeugung, dass es einer Korrektur der Lebensweise in unserer Gesellschaft bedarf. Deshalb findet inzwischen eine von vielen Experten und Organisationen gef\u00fchrte gesellschaftliche Diskussion \u00fcber einen nachhaltigen oder zukunftsf\u00e4higen Umgang mit den verbliebenen Ressourcen und der bereits in Mitleidenschaft gezogenen Umwelt weltweit statt. Die Datenlage zeigt, dass besonders die Menschen in den wohlhabenden L\u00e4ndern ihren Lebensstil \u00e4ndern m\u00fcssen, bevor durch ein zu sp\u00e4tes Handeln wesentlich schmerzhaftere Kurskorrekturen notwendig werden.<br \/>\nDie Besorgnis erregenden Anzeichen globaler Probleme h\u00e4ufen sich und nehmen an Sch\u00e4rfe zu. So ist die Anzahl der weltweit an Hunger leidenden Menschen auf \u00fcber eine Milliarde angestiegen und die allgemeinen Umweltbelastungen haben bereits irreversible Sch\u00e4digungen verursacht. Die von Menschen verursachte Klimaver\u00e4nderung schreitet voran und kann zu kriegerischen Auseinandersetzungen um die begrenzten Ressourcen der Erde, inklusive Lebensmittel und Wasser, f\u00fchren.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Vegetarismus als eine zeitgem\u00e4\u00dfe und nachhaltige Ern\u00e4hrungsweise<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2076\" alt=\"Dicke Frau isst Junkfood\" src=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_dicke-frau-isst-junkfood.jpg\" width=\"480\" height=\"332\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_dicke-frau-isst-junkfood.jpg 480w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_dicke-frau-isst-junkfood-200x138.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>Studien belegen mit \u00fcberzeugenden Daten, dass sich durch einen vegetarischen Lebensstil auf verschiedenen Ebenen Verbesserungen erreichen lassen. So wird immer deutlicher, dass die Situation vieler Menschen in materiell armen L\u00e4ndern, die zu mittellos sind, um sich die vorhandenen Lebensmittel zu kaufen, auch mit unserem Lebensstil und besonders mit unserer Ern\u00e4hrungsweise sowie den derzeitigen Bedingungen der Weltwirtschaft zusammenh\u00e4ngen. Unsere Nutztiere werden teilweise mit Ackerfr\u00fcchten aus diesen L\u00e4ndern gef\u00fcttert, die den Menschen dort als Grundnahrungsmittel dienen, wie Sojabohnen und Maniok.<\/p>\n<p>Die weltweiten Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft stammen weitaus \u00fcberwiegend aus der Tierproduktion. Neben dem Einsatz von Hormonen und Tierarzneimitteln, die teilweise in die Umwelt gelangen, f\u00fchrt die Entsorgung der Tierexkremente zu erheblichen Belastungen des Grundwassers. Der Aussto\u00df von Treibhausgasen in der Tierproduktion, insbesondere Lachgas aus Mist und G\u00fclle sowie Methan durch Wiederk\u00e4uer, tr\u00e4gt weltweit genau soviel zur Sch\u00e4digung des Klimas bei, wie der gesamte globale motorisierte Verkehr.<\/p>\n<h2>Ern\u00e4hrungssicherung durch eine vegetarische Ern\u00e4hrung<\/h2>\n<p>Die Leistungsf\u00e4higkeit der Erde ist mehr als ausreichend, um alle Menschen derzeit und in Zukunft bedarfsgerecht zu ern\u00e4hren. Allerdings werden durch den Anbau von Futtermitteln etwa ein Drittel der Weltackerfl\u00e4che ver(sch)wendet. Diese Fl\u00e4chen k\u00f6nnten f\u00fcr den Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln dienen und so einen entscheidenden Beitrag zur weltweiten Nahrungssicherheit leisten. Die weltweit zur Verf\u00fcgung stehenden Gras- und Buschfl\u00e4chen w\u00fcrden zusammen mit der \u00f6kologischen Landwirtschaft ausreichen um alle Menschen mit moderaten Mengen an Fleisch, Eiern und Milcherzeugnissen zu versorgen.<\/p>\n<p>Der Einsatz von Ressourcen wie Energie f\u00fcr die Produktion und Verarbeitung tierischer Nahrungsmittel liegt um ein Vielfaches h\u00f6her als f\u00fcr pflanzliche Lebensmittel. Gleiches gilt f\u00fcr den Wasserbedarf. Schon heute gibt es ernste Auseinandersetzungen bei den Nutzungsrechten der vorhandenen Wasservorr\u00e4te. Zukunftsforscher sehen in diesen Entwicklungen die Ursachen f\u00fcr B\u00fcrgerkriege und milit\u00e4rische Konflikte mit den entsprechenden Fl\u00fcchtlingsbewegungen.<\/p>\n<h2>Die Praxis der vegetarischen Ern\u00e4hrung<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2084\" alt=\"Einkauf Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse am Markt\" src=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_gemuse-einkaufen.jpg\" width=\"480\" height=\"361\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_gemuse-einkaufen.jpg 480w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_gemuse-einkaufen-200x150.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/>Fundierte Ern\u00e4hrungsempfehlungen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung werden von der Ern\u00e4hrungswissenschaft auf Grundlage des wissenschaftlichen Kenntnisstandes ausgesprochen unter Ber\u00fccksichtigung gesundheitspolitischer Erw\u00e4gungen. Dabei soll eine ausreichende N\u00e4hrstoffversorgung sichergestellt sowie chronischen Erkrankungen vorgebeugt werden. N\u00e4hrstoffempfehlungen sind aber f\u00fcr den Verbraucher nur bei entsprechenden Fachkenntnissen von Nutzen. Dagegen sind Empfehlungen auf Lebensmittelbasis f\u00fcr den Verbraucher verst\u00e4ndlich und nachvollziehbar. Bei den Empfehlungen zu einer vegetarischen Ern\u00e4hrung werden alle zur Verf\u00fcgung stehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse einbezogen.<\/p>\n<p>Neben den allgemeinen Empfehlungen, die sich an gesunde Personen richten, gibt es spezielle Ern\u00e4hrungsempfehlungen f\u00fcr Menschen, die bereits ein oder mehrere Risikofaktoren f\u00fcr bestimmte chronische Erkrankungen aufweisen oder schon erkrankt sind. Dabei ist beruhigend, dass weltweit sowohl die Ern\u00e4hrungsempfehlungen f\u00fcr die Allgemeinbev\u00f6lkerung als auch die Empfehlungen f\u00fcr Risikogruppen den Prinzipien einer vorwiegend vegetarischen Ern\u00e4hrungsweise entsprechen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass Vegetarier ein deutlich geringeres Risiko f\u00fcr die meisten chronisch-degenerativen Erkrankungen aufweisen. Aber auch therapeutische Erfolge mit vegetarischen Kostformen r\u00fccken das gesundheitliche Potential einer pflanzenbasierten Ern\u00e4hrungsweise ins Interesse der Ern\u00e4hrungsmedizin. Aktuelle Berichte wissenschaftlicher Institutionen zeigen, dass der \u00fcberwiegende Verzehr pflanzlicher Lebensmittel und eine Reduktion des Konsums von rotem Fleisch als pr\u00e4ventiv gelten.<\/p>\n<h2>Die Lebensmittelauswahl f\u00fcr Vegetarier<\/h2>\n<p>Die vorliegenden Ern\u00e4hrungsempfehlungen nationaler Gremien, etwa der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung, beinhalten auch den Verzehr von Fleisch, Fisch und anderen tierischen Lebensmitteln und sind somit f\u00fcr Vegetarier und Veganer nicht hilfreich. F\u00fcr diese Zielgruppen sind spezielle Empfehlungen erforderlich, die den besonderen Erfordernissen einer lakto-ovo-vegetarischen oder veganen Ern\u00e4hrungsweise Rechnung tragen. Dies umso mehr, als sich auch nicht wenige Vegetarier aufgrund einer nicht optimalen Lebensmittelauswahl ung\u00fcnstig ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>Eine zeitgem\u00e4\u00dfe vegetarische Ern\u00e4hrung sollte den N\u00e4hrstoffbedarf sicher decken und das Risiko f\u00fcr chronische Erkrankungen minimieren. Dabei sollten auch Aspekte der Nachhaltigkeit ber\u00fccksichtigt werden. Auf Grundlage der wissenschaftlichen Datenlage ergeben sich die Empfehlungen zur Lebensmittelauswahl, die sich in einer neu entwickelten vegetarischen Lebensmittelpyramide finden. Dabei sind die Lebensmittel im unteren Bereich der Pyramide besonders empfehlenswert und sollen h\u00e4ufiger gegessen werden. Ern\u00e4hrungsphysiologisch weniger empfehlenswerte Lebensmittel stehen an der Spitze der Pyramide und sollten sparsam verzehrt werden. Die Pyramide besteht aus zehn Lebensmittelgruppen. Die prozentual zugeordneten Fl\u00e4chen in der Pyramide verdeutlichen, welche Mengen an Lebensmittel aus den einzelnen Lebensmittelgruppen verzehrt werden sollten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2086\" alt=\"sehr gesunde N\u00fcsse\" src=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_sehr-gesunde-nusse.jpg\" width=\"480\" height=\"318\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_sehr-gesunde-nusse.jpg 480w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_sehr-gesunde-nusse-200x132.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>Bei kritischen N\u00e4hrstoffen und Risikogruppen kann es bei einer entsprechenden Unterversorgung sinnvoll sein, vorr\u00fcbergehend auf angereicherte Lebensmittel zur\u00fcckzugreifen, um die N\u00e4hrstoffversorgung zu verbessern bzw. sicherzustellen. Hierzu z\u00e4hlt bei Vegetariern aber auch bei Fleischessern beispielsweise Vitamin D, besonders in den sonnenarmen Monaten sowie Jod, das mit jodiertem Salz zugef\u00fchrt werden kann. Veganer m\u00fcssen au\u00dferdem f\u00fcr eine zuverl\u00e4ssige Vitamin-B12-Zufuhr sorgen, die in Form von angereicherten Produkten oder Supplementen erfolgen kann. Auch der Verzehr von mit Kalzium angereicherten Produkten, wie bestimmte Sojagetr\u00e4nke, kann f\u00fcr Veganer sinnvoll sein.<\/p>\n<p>Supplemente (Nahrungserg\u00e4nzungsmittel) sollten nur dann verwendet werden, wenn der Bedarf einzelner N\u00e4hrstoffe durch den Lebensmittelverzehr (einschlie\u00dflich angereicherte Lebensmittel) nicht ausreichend gedeckt werden kann und eine unzureichende Versorgung zuverl\u00e4ssig diagnostiziert wurde. Der vor\u00fcbergehende gezielte Einsatz von Monopr\u00e4paraten ist der Verwendung von oft ung\u00fcnstig zusammengestellten Multi-Vitamin- und Mineralstoffpr\u00e4paraten vorzuziehen.<\/p>\n<h2>Umstellung auf eine vegetarische Ern\u00e4hrung<\/h2>\n<p>Wie bei allen anderen Ern\u00e4hrungsformen sollte auch bei vegetarischer Ern\u00e4hrung auf eine Individualisierung der wissenschaftlichen Ern\u00e4hrungsempfehlungen geachtet werden. Jeder sollte sich durch Ausprobieren eine Eigenkompetenz erarbeiten, um am eigenen K\u00f6rper zu erfahren, welche Lebensmittel in welcher Zubereitungsform bek\u00f6mmlich sind. Dieses gilt besonders f\u00fcr Menschen, die empfindliche Verdauungsorgane haben oder krank sind.<\/p>\n<p>Wenn \u00fcber lange Zeit eine ballaststoffarme Durchschnittskost verzehrt wurde, kann eine pl\u00f6tzliche Umstellung auf eine vegetarische Ern\u00e4hrung zu einer physiologischen \u00dcberforderung f\u00fchren. Das Verdauungssystem sollte nicht \u00fcberfordert, aber auch nicht unterfordert werden. J\u00fcngere Menschen haben meist keine Probleme mit der Umstellung, \u00e4ltere oder empfindliche Menschen sollten sich Zeit f\u00fcr die Gew\u00f6hnung nehmen. Kranke Menschen sollten vor einer Umstellung auf pflanzliche Kost ihren Arzt konsultieren, um den Einfluss auf die Wirkung von Medikamenten abzukl\u00e4ren. Das allm\u00e4hliche Meiden des Verzehrs von Fleisch kann und darf \u00fcber Monate andauern.<\/p>\n<h2>Schlussbemerkungen<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2078\" alt=\"Vegetarisch essen ist gesund\" src=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_gesunde-vegetarier.jpg\" width=\"480\" height=\"319\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_gesunde-vegetarier.jpg 480w, https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/symptome_gesunde-vegetarier-200x132.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>Vegetarische Kostformen sollten nicht nur nach gesundheitlichen Aspekten bewertet werden, sondern sollten auch den mit einer vegetarischen Lebensweise verbundenen weitergehenden Nutzen einbeziehen. Die vorliegenden wissenschaftlichen Daten belegen mit gro\u00dfer Deutlichkeit, dass sich der Vegetarismus im Vergleich zur konventionellen Ern\u00e4hrung ausgesprochen nachhaltig auswirkt und gute Chancen besitzt, die \u00fcberwiegende Ern\u00e4hrungsweise der Zukunft zu werden. Die Entwicklungen im Gesundheitsbereich, der Umweltbelastung und der Ressourcenverf\u00fcgbarkeit werden die Geschwindigkeit dieses Wandels bestimmen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Akzeptanz einer vegetarischen Ern\u00e4hrungsweise ist entscheidend, dass sie schmackhaft und zielgruppengerecht zubereitet wird. Ideelle oder pragmatische Entscheidungen f\u00fcr den Vegetarismus f\u00fchren zu einem dauerhaften Wechsel wenn Genuss und Freude am Essen erhalten oder gar gesteigert werden. Vielf\u00e4ltige Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass es nach der Umstellung f\u00fcr Vegetarier einen Gewinn an Lebensqualit\u00e4t geben kann, nicht nur weil sie l\u00e4nger leben.<\/p>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<p>Der Vegetarismus ist eine Ern\u00e4hrungs- und Lebensweise. Langj\u00e4hrige Erfahrungen und robuste wissenschaftliche Daten belegen, dass sich eine vegetarische Ern\u00e4hrung g\u00fcnstig auf unsere Gesundheit, Mitwelt, Umwelt und Nachwelt auswirkt. Der Vegetarismus kann zur Pr\u00e4vention von Krankheiten, zum nachhaltigen Umweltverhalten und zur Verbesserung der Situation der Menschen in armen L\u00e4ndern beitragen.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<ul>\n<li>Hoffmann I, Schneider K, Leitzmann C<br \/>\nErn\u00e4hrungs\u00f6kologie \u2013 Komplexen Herausforderungen integrativ begegnen, 223 S.<br \/>\nOekom Verlag, M\u00fcnchen 2011<\/li>\n<li>Leitzmann C<br \/>\nVegetarismus: Grundlagen, Vorteile, Risiken, 125 S.<br \/>\nCH Beck Verlag, M\u00fcnchen (1. Aufl. 2001), 4. Aufl. 2012<\/li>\n<li>Koerber K v, M\u00e4nnle T, Leitzmann C<br \/>\nVollwert-Ern\u00e4hrung: Konzeption einer zeitgem\u00e4\u00dfen und nachhaltigen Ern\u00e4hrungsweise, 420 S.<br \/>\nHaug Verlag, Stuttgart (1. Aufl. 1981), 11. Aufl. 2012<\/li>\n<li>Leitzmann C, Keller M<br \/>\nVegetarische Ern\u00e4hrung, 372 S.<br \/>\nUlmer Verlag, Stuttgart (1. Aufl. 1996), 3. Aufl. 2013<\/li>\n<li>Leitzmann C<br \/>\nDie 101 wichtigsten Fragen zur gesunden Ern\u00e4hrung, 154 S.<br \/>\nCH Beck Verlag, M\u00fcnchen (1. Aufl. 2010), 2. Auflage 2013<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manch einer ist sich nicht bewusst, wieviel Vegetarismus nicht nur auf die Gesundheit, sondern auch auf Tierrechte, Weltern\u00e4hrung und Umweltanliegen Einfluss nimmt.<\/p>\n","protected":false},"author":62,"featured_media":2082,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1,73,5,24,17,15,16,18,28,61,65,80,85,94,8],"tags":[771,526,530,527,528,344,529,532,531,524,523,521,522,525],"class_list":["post-2065","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-diabetes","category-ernaehrung","category-familie-und-erziehung","category-gesundheit-babys-und-kinder","category-gesundheit-frauen","category-gesundheit-maenner","category-gesundheit-tiere","category-gifte","category-herz-kreislauf","category-krankheitsbilder-allgemein","category-krebs","category-laktose-intoleranz","category-nachdenken","category-nahrungsergaenzung","tag-ernaehrung","tag-fleisch","tag-klimaveraenderung","tag-mangelernaehrung","tag-naehrstoffe","tag-rohkost","tag-tierhaltung","tag-tierproduktion","tag-umweltbelastung","tag-vegan","tag-veganer","tag-vegetarier","tag-vegetarismus","tag-welternaehrung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2065","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/62"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2065"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2065\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3993,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2065\/revisions\/3993"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2082"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2065"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}