Wurzelbehandlung - Schmerzen...

23.01.18 00:42 #1
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Kekskruemel ist offline
Beiträge: 64
Seit: 09.09.10
Hallo ihr Lieben,
sicherlich habt ihr das Thema schon oft genug gelesen. Ich selbst habe mehrere Themen gefunden im WWW, wo es um eine Wurzelbehandlung und Schmerzen geht. Dennoch möchte ich mir einfach mal ein paar Worte einholen und hoffentlich ein paar aufmunternde Worte.

Vorweg: Ich kenne mich nicht damit aus, welcher Zahn wie nummeriert ist etc, deswegen versuche ich etwas zu beschreiben.

Vor ca. 2 Wochen hat einer meiner Zähne, und zwar wenn man vom mittleren Schneidezahn aus zählt, der 5. Zahn rechts, angefangen zu schmerzen und extrem empfindlich bei Kälte zu reagieren, genauso wie beim kauen zu schmerzen. Zimmerwarmes Wasser konnte ich nicht mehr trinken ohne Schmerzen. Direkt zum Zahnarzt, wo ein großes Karies gefunden wurde, sehr dicht am Zahnnerv. Die Ärztin versuchte es dennoch erstmal nur mit Karies entfernen, Medikament rein, provisorische Füllung.
Leider war es eine Woche später nicht wirklich besser, und deswegen wurde dann eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Dank Betäubung habe ich davon quasi gar nichts gemerkt, hinterher wurde dann wieder ein Medikament eingesetzt mit provisorischer Füllung (Zement und Ledermix) und ich sollte abwarten.

Das habe ich auch getan bis heute, und obwohl der Zahn zuerst gut war und quasi auch nach der Behandlung gar nicht schmerzte, fing er nach ein paar Tagen wieder an leicht zu drücken und zu ziehen, ab und zu gab es stechende Schmerzen. Vor Allem während der Nacht, und beim vorne rüber beugen. Die Schmerzen waren nun nicht schlimm, und durchaus aushaltbar, halt nur nervig. Da ich mir nicht sicher war, ob das so bleiben kann (wollte nicht, dass es sich entzündet) bin ich heute nochmal beim Zahnarzt gewesen.

Sie hat dann die Füllung wieder entfernt und auch das Medikament rausgeholt, und die Kanäle nochmal gereinigt. Dieses mal doch recht grob, habe ich so im gefühl gehabt, wobei ich keinerlei Schmerzen während der Behandlung hatte, aber bemerkt habe, dass sie ordentlich 'gekratzt' hat. Und tief rein gegangen ist in die Kanäle und auch dort ordentlich geruckelt und geputzt hat.
Danach gab es ein sehr scharf schmeckendes und auf der Zunge brennendes Medikament in den Zahn sowie eine 'weichere' provisorische Füllung, wo sie nochmal sagte, 'dass ich das Medikament die nächsten Tage schmecken werde, da die Füllung poröser ist'. Ich gehe also mal davon aus, dass sie Medikamententechnisch jetzt erstmal 'die volle Breitseite' rausgeholt hat sozusagen um alles zu desinfizieren. Sie meinte auch, dass der Zahn die nächsten 2-3 Tage schmerzen kann wegen der Behandlung, da das aber bei der vorherigen Behandlung kaum der Fall war, habe ich nicht so sehr daran gedacht.

Jedoch begann mein Zahn bereits im Auto auf der Rückfahrt dann sehr zu schmerzen. Die Schmerzen waren viel stärker als vor der allerersten Behandlung, starkes Stechen, starkes ziehen und Druckgefühl. Habe Zuhause eine Ibu 400 genommen, damit ließ es sich aushalten. Jedoch sind nun die Schneidezähne daneben und der Backenzahn hinten empfindlich, wirken gereizt, und ich habe bei den Zähnen inklusive behandelter Wurzelzahn auch Aufbissschmerzen. Kauen auf der Seite ist nicht möglich.

Jetzt meine Frage - ist das normal, dass das nach einer etwas 'gröberen' Säuberung sein kann? Auch, dass die anliegenden Zähne schmerzen beim Beißen / bei Druck? Da es bei der allerersten Wurzelbehandlung nicht so war, bin ich mir nun unsicher. Es ist halt wirklich unangenehm... als wären eben alle Zähne nun sehr gereizt und sensibel.

Was meint ihr? :(
Ich fühle mich so blöd, weil der Zahn nur leicht geschmerzt hate und nun tut er noch mehr weh als sogar ganz zu Anfang bevor überhaupt irgendwas gemacht wurde...
Ich habe Donnerstag jetzt natürlich auch noch Geburtstag, habe Abends zum Essen gehen eingeladen, und auch Samstag gehen wir nochmal essen... seufz...

Wurzelbehandlung - Schmerzen...

Kekskruemel ist offline
Themenstarter Beiträge: 64
Seit: 09.09.10
Guten Morgen,
nun ist es so, dass die umliegenden Zähne nicht mehr schmerzen, aber der wurzelbehandelte Zahn dafür sehr weh tut beim Aufbeißen. Schon von unten mit der Zunge dagegen drücken tut weh, und gibt stechende, ziehende Schmerzen.
Nun bin ich mir unschlüssig ob ich noch einen weiteren Tag warten soll (habe gerade eine 400er Ibuprofen genommen) oder direkt heute Nachmittag nochmal beim Zahnarzt anrufen und nachfragen soll - die Behandlung war ja erst gestern und ich weiß nicht so recht, was 'normal' ist. :(

Wurzelbehandlung - Schmerzen...

Kekskruemel ist offline
Themenstarter Beiträge: 64
Seit: 09.09.10
Mittlerweile wurde der Zahn erneut 'auf gemacht' und nochmal gesäubert, gespült, die Wurzelkanäle mit einem Gerät in Länge und Breite gemessen, sowie ein Medikament + weitere provisorische Füllung rein gemacht. Trotz Klopfschmerz war die Zahnärztin zufrieden und meinte, in 14 Tagen kann die entgültige Füllung gemacht werden.

Das war letzten Donnerstag. Nun tut der Zahn immer noch weh beim 'dagegen klopfen' und ich weiß nicht, was das jetzt noch sein könnte...
So kann man den ja wohl nicht fertig füllen?!
Ist ja noch 1 1/2 Wochen bis zum Fülltermin, aber ich habe irgendwie Bedenken, dass es bis dahin weggeht... :( Ich finde auch absolut nichts zum Thema 'Klopfschmerz' und 'Wurzelbehandelter Zahn' im Internet. Kann also auch nicht nachforschen, was die Ursache sein könnte...
Und hier antwortet mir auch keiner - weiß also wohl auch niemand weiter...
:(

Wurzelbehandlung - Schmerzen...

Oregano ist offline
Beiträge: 63.186
Seit: 10.01.04
Hallo Kekskrümel,

es tut mir leid für Dich, daß Du immer noch Schmerzen hast und Dich quälen lassen mußt. Hoffentlich bessert sich das ganze bald - so oder so...

Wurzelbehandlungen sind umstritten. Die können lange Zeit ein gutes Ergebnis bringen und Ruhe im Kiefer.
Es kann aber genau so gut sein, daß die Wurzelbehandlung nicht gelingt und deshalb anhaltende Schmerzen entstehen, die auf einer Entzündung von übersehenen oder nicht erreichbaren Wurzeln beruhen. Oder aber eine Entzündung war schon im Kiefer angekommen und ist durch die Wurzelbehandlung nicht behoben worden.

Wurzelbehandlungen – Ursache vieler Krankheiten - Naturheilpraxis J. Rinne
http://www.umweltbedingt-erkrankte.d...g59spx_002.pdf

Es gibt Patienten, die nach sehr schlechten Erfahrungen keine Wurzelbehandlungen mehr machen. Als Alternative bleibt: Zahn ziehen lassen und dann ein Implantat setzen lassen. Die gibt es inzwischen aus Titan und aus reiner Keramik.

Die Schulmedizin empfiehlt nach einer Wurzelbehandlung, die nicht wirklich Ruhe geschaffen hat, eine Wurzelspitzenresektion. Die Risiken bleiben, daß Entzündungen zurück bleiben oder entstehen, und letztlich wird der Zahn dann gezogen.

Es ist zu überlegen, ob Du mit einem gezogenen Zahn besser dran wärst. Aber das mußt Du selbst entscheiden; leider kann Dir das niemand abnehmen.

Grüsse,
Oregano
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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Wurzelbehandlung - Schmerzen...

Kekskruemel ist offline
Themenstarter Beiträge: 64
Seit: 09.09.10
Hallo Oregano,
danke dir. Vor dieser Wurzelspitzenresektion habe ich mächtig Angst und auch schon sehr oft gelesen, dass diese Behandlung in den meisten Fällen nicht zum Erfolg führt und nur zusätzliche Schmerzen und Komplikationen bedeutet, bevor der Zahn dann doch gezogen wird.

Die Schmerzen sind nun nicht stark - und durchaus aushaltbar - aber ich mache mir eben Gedanken. Weiß nicht, ob man einen schmerzenden Zahn Wurzelfüllen lassen sollte. Habe auch das Gefühl, dass er wieder Kälteempfindlich ist, also so etwas spürt, aber kann es schlecht einschätzen ob es wirklich der Zahn ist... und auch keine Ahnung wie ich das rausfinden soll, ohne dass es auf den ganzen kiefer strahlt, weil ich generell recht kälteempfindliche Zähne habe...

Liebe Grüße,
Keks

Wurzelbehandlung - Schmerzen...

Oregano ist offline
Beiträge: 63.186
Seit: 10.01.04
Hallo Kekskrümel,

ist der betreffende Zahn schon einmal mit einem Panoramabild angeschaut worden nach der Wurzelbehandlung oder wenigstens mit einem Einzelröntgenbild? Am Ende steckt da noch irgendetwas in einer der Wurzeln? - Noch mehr sieht man auf einem DVT, aber das muß man selbst bezahlen.

Du könntest Dir folgendes Vorgehen überlegen:
wenn der Zahn immer noch so empfindlich ist in einer Woche, sagst Du der Zahnärztin, daß Du einfach Angst hast, ihn jetzt endgültige zuzumachen. Du möchtest noch warten (1 Woche, 2 Wochen...). Wenn sie da mitspielt, hast Du ein bißchen Zeit gewonnen.
Aber irgendwann mußt Du Dich wohl oder übel entscheiden, wie es weiter geht.
Du kannst einer Wurzelspitzenresektion zustimmung. Du kannst sie ablehnen und für die Extraktion des Zahns stimmen. Wie schon gesagt: die Entscheidung liegt bei Dir.
Natürlich kannst Du Dir auch noch eine zweite Meinung einholen. Im Zweifelsfall würde ich das auf jeden Fall tun.

Hypericum D6 ist ein homöopathisches Mittel gegen Nervenschmerzen. Einen Versuch wäre es wert, denke ich.
https://www.globuli.de/einzelmittel/...s-i/hypericum/

Grüsse,
Oregano
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Wurzelbehandlung - Schmerzen...

Pegasus ist offline
Beiträge: 1.124
Seit: 06.11.04
Hallo Kekskruemel

ca. 4 Fingerbreiten über deinem rechten Ohr müsstest du am Schädel eine Stelle finden, die bei Fingerdruck schmerzt. Massiere diese Stelle immer wieder. So sollte die allfällige Entzündung im Wurzelbett innert weniger Tage abklingen.
Ich habe am toten 5er oben links an der Wurzelspitze einen kleinen Entzündungsherd, der von Zeit zu Zeit das Beissen etwas empfindlich macht und ich bringe das schnell wieder weg.
Viel Erfolg wünscht dir,

Pegasus
__________________
Ich vermute, dass viele Symptome entstehen, weil die Reflexzonen zu wenig stimuliert werden.

Wurzelbehandlung - Schmerzen...

Kekskruemel ist offline
Themenstarter Beiträge: 64
Seit: 09.09.10
Vielen Dank ihr beiden.

Ich denke auch, ich werde soweit möglich bis zum termin (15.2.) warten und die Ärztin dann einfach fragen, ob sie vllt nochmal einen Kältetest machen kann und wenn bis dahin weiterhin die Klopfschmerzen da sind, sie evtl nochmal warten kann. Sie machte bisher immer einen netten Eindruck, ich denke, wenn ich sie darum bitte, nicht zu füllen, wird sie das bestimmt auch nicht machen und vielleicht nochmal einfach ein Medikament rein und erneut provisorisch füllen.
Ich hoffe zumindest, dass meine bisherige Füllung bis dahin hält... die löst sich irgendwie in wohlgefallen auf. Hält bei mir wohl nicht lange.

Achja - es wurde nur einmal vor der Behandlung geröngt, wo man eben auch den Karies gesehen hat. Seitdem wurde kein Röntgen mehr gemacht (kein Einzel- und auch kein Panoramaröntgen). Vielleicht denkt meine ZÄ, dass das nicht nötig ist, solange nicht entgültig gefüllt wird? :/

@Pegasus
Ich habe da tatsächlich eine Stelle, die druckempfindlich und leicht schmerzend ist. Bin gerade erstaunt darüber, dass dem so ist! Ich versuchs einfach mal. Schaden wird es ja bestimmt nicht.

Liebe Grüße,
Keks

Wurzelbehandlung - Schmerzen...

Kayen ist offline
Beiträge: 4.996
Seit: 14.03.07
Zitat von Pegasus Beitrag anzeigen
ca. 4 Fingerbreiten über deinem rechten Ohr müsstest du am Schädel eine Stelle finden, die bei Fingerdruck schmerzt. Massiere diese Stelle immer wieder. So sollte die allfällige Entzündung im Wurzelbett innert weniger Tage abklingen.
@ Pegasus, gilt dieser Punkt für alle Zähne oder hast Du eine Zahn-Akupressurgraphik?

Hallo Kekskrümmel,

ich würde dem Zahn, nach so einem schon relativ großen Eingriff, 2-3 Wochen gönnen, sich zu beruhigen.

Ich vergleiche das mit einer einfachen Kariesentfernung, die ich hatte, ohne Wurzelbehandlung, da tat der Zahn noch 1 Woche weh bis es wieder gut war.

Liebe Grüße von Kayen
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Hollmann ist offline
Beiträge: 780
Seit: 22.10.06
Wurzelbehandlung, Spitzenresektion,

Hallo zusammen,
Ist immer der gleiche Mist, habe es auch gerade mal wieder durch.
Irgendwann wird einen dann Wurzelfüllung empfohlen, Extraktion eher nicht. Extraktion ist nicht Leitlinien gerecht, der Zahnarzt wird es nicht als 1. empfehlen obwohl es die sauberste Lösung ist. Also wird Wurzelspitzenresektion empfohlen. Bekanntlich haben die Wurzeln mehrere Seitenkanäle und diese kann man nicht wirklich sauber bekommen. Darüber gibt es Abbildungen, zum Beispiel auf [http://www.naturheilpraxis-hollmann.de/Zahnherde.htm
Jetzt ist es so, dass man aus irgend einem Grund geneigt ist, einen faulen Kompromiss zu machen und wenn man Glück hat, hat man einen sehr sorgfältig arbeitenden Endodontologen, der sich pro Wurzel durchaus 20 und mehr Minuten Zeit nimmt. Bei den Molaren könnn ja bis zu 3 Wurzeln vorliegen, manchmal auch 4 in seltenen Fällen und das ist schon richtig viel Arbeit. Danach ist jeder stolz und zufrieden, es wird noch mal geröntgt, ob auch alles gut ist... Patient wird nach Hause geschickt und hat, wenn er/sie Glück hat nach 2-3 Tagen keine Schmerzen mehr. Die nächste Stufe wäre die Rückkehr der Schmerzen, entweder nach ein paar Tagen oder nach ein paar Wochen. Als 1. wird dann wieder geröntgt, und man hofft, an der Wurzelspitze ein Granulom zu entdecken, also eine kleine Eiterbildung. Dummerweise zeigte sich die (trotz Bestehens!) aber nicht in allen Fällen und ist trotzdem da. Der Leitlinien Patient bekommt nun eine Wurzelspitzenresektion empfohlen, das ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, bei dem von außen ein 2-3 mm großes Knochenstück an der WurzelSpitze herausgefräst wird.
Gesagt getan, bei 3 Wurzeln ist das schon ganz schön viel Arbeit und danach sind natürlich Wundheilung Schmerzen für ein bis 2 Wochen vorhanden, je nachdem es gibt auch Glückliche, die gar keine Schmerzen haben. Ibuprofen kann helfen.
So, Ende der Fahnenstange was ist, wenn jetzt wieder Schmerzen entstehen? Tja dann bleibt wirklich nur noch die Extraktion und bei der Gelegenheit sollte man das Wurzelfach auch richtig sauber machen.
Danach ist in der Regel das Thema erledigt. Manche stehen nun auf dem Standpunkt, diesen Schritt direkt als 1. zu gehen, um sich viel Stress und viel Zeit zu ersparen, wenn das von der Zahn- Umgebung her und der Kompensation des übrigen Gebisses her möglich ist, würde ich persönlich es immer so machen, ist aber nur meine persönliche Meinung. Die meisten Patienten haben nicht die Kraft sich gegen die Leitlinien aufzunehmen und sich direkt durchzusetzen also werden Sie wochenlang leiden. Übrigens geht diese gut gemeinten Hilfsmittel wie Hypericum D6 wirkt nicht über Placebo hinaus es gibt auch keine oralen oder apparativen Mittel und Maßnahmen, mit denen man diese Problematik heilen könnte.
Ich möchte betonen, dass ich hier keine Therapievorschläge gebe, es handelt sich um meine ureigensten Erfahrungen und die Vorgehensweise ist abgestimmt mit der von mir sehr geschätzten Klinik im Ruekarree, Essen.... ganzheitliche Zahnärzte die diese Sichtweise vertreten. Euch alles Gute, lG T
__________________
Multisystemerkrankungen: 7 Fachrichtungen zusammen an einem Tisch. Gibt´s das denn überhaupt?


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