Toter Zahn, was tun?

19.08.07 17:33 #1

Zahnprobleme aus anderen Gründen: Zahnbehandlungen oder alternative Füllmaterialien zu Amalgam
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papaya ist offline
Beiträge: 38
Seit: 15.07.07
hallo,

hier ist die Papaya nochmal.
Über das Thema "tote Zähne und Wurzelbehandlung" wurde schon viel geschrieben, trotzdem möchte ich nochmal fragen:

Da bei mir ein Zahn (14 oben rechts) wegen zuviel Schleifens (für die Krone)sehr wahrscheinlich abstirbt (es tat sehr weh, dann plötzlich nicht mehr, Vitalitättest negativ: ist der Zahn sicher tot?) frage ich Euch: was tun? Ist vielleicht der Zahn noch zu retten? Wie?

Kann ich ein bisschen warten bis der Zahn sich "meldet" oder müßte ich gleich den Zahn ziehen? Der Zahn ist eigentlich im Frontbereich und ich bin noch relativ jung........Kann man nicht abwarten und in regelmäßigen Abständen röngten oder testen, um zu sehen, ob sich störende Herden bilden?



Die Wurzelbehandlung für die Zahnerhaltung ist auch sehr umstritten.....

Sorry für das Ansprechen bekannter Themen aber ich möchte nochmal Eure kompetente Meinungen hören und.....ich bin so verunsichert!

Liebe Grüße


Papaya

Toter Zähn...was tun?

zorro59 ist offline
Beiträge: 367
Seit: 12.11.06
Hallo Papaya,

nach meiner Einschätzung hast Du in dieser Situation immer nur die Wahl zwischen Regen und Traufe oder Teufel und Belzebub. So wie Du den Verlauf beschreibst, gehe ich davon aus, daß der Zahn durch das Schleiftrauma abgestorben ist.

Ohne Behandlung gammelt der abgestorbene Zahnnerv vor sich hin und bildet Leichengifte. Das kann relativ schnell zu einer sehr schmerzhaften Entzündung führen, mit der Du „freiwillig“ und sofort zum Zahnarzt gehst oder fast unbemerkt über einen längeren Zeitraum zu Beschwerden an ganz anderen Stellen führen, bei denen kaum einer mehr an Zähne denkt. Je länger Du symptomfrei abwarten konntest, um so weniger wirst auch Du selber die Ursache in den Zähnen suchen. Wenn der Zahn richtig wehtut, ist das der günstigste Fall, weil dann die Ursache unübersehbar ist. Die jährliche oder halbjährliche Kontrolle hilft wenig, weil Schäden im Röntgenbild erst zu erkennen sind, wenn schon ca. 40 % des umgebenden Kieferknochens geschädigt sind.

Bei abgestorbenen Zähnen gibt es schulmedizinisch Ziehen oder Wurzelbehandlung.

Bei der Wurzelbehandlung wird versucht, den abgestorbenen Zahnnerv und seine Zersetzungsprodukte möglichst vollständig aus dem Nervenkanal heraus zu bohren, zu feilen und zu kratzen. Dann wird versucht, vorhandene Bakterien abzutöten.
Wenn die Bakterien nicht vollständig getötet wurden, ist die nächste Entzündung vorprogrammiert. Wenn sie wider Erwarten vollständig abgetötet wurden, dann ist durch das Abtötungsmittel auch der umgebenden Kieferknochen geschädigt, so daß sich dort eine Knochen- Nekrose bilden kann.
Würde man es in seltenen Fällen schaffen, genau die Grenze zwischen „alle Bakterien tot“ und „Kieferknochen noch nicht vergiftet“ zu treffen, dann erfolgte die Vergiftung durch das nun fällige Wurzelfüllmaterial, welches Formaldehyd und anderen Dreck enthält.
Wenn Du jung und kerngesund bist, und ein sehr gutes Immunsystem hast, dann kannst Du vielleicht noch 10 oder 20 Jahre scheinbar beschwerdefrei mit einem wurzelgefüllten Zahn kauen, aber Du trägst immer eine Zeitbombe mit Dir herum. Und möglicherweise wirst Du dann wegen merkwürdigen Krankheiten fehlbehandelt, weil die meisten Ärzte gar nicht auf die Idee kommen, daß diese was mit Deinen Zähnen zu tun haben könnten. Vielleicht bildet sich aber auch schon nach wenigen Monaten eine neue schmerzhafte Entzündung. Dann werden sie Dir die Wurzelspitzenresektion empfehlen, um die Ruine zu erhalten. Auch hier sind Schmerzen am betroffenen Zahn der Gutfall, weil sie Dich daran erinnern, wo das Problem liegen könnte. Wenn Du wegen Trigeminusneuralgie in einer Schmerzklinik bist, wirst Du ohne sehr viel Glück nicht mehr nach den scheinbar angemessen versorgten Zähnen gefragt.

Letztlich ist es eine Abwägung zwischen zwei Rechts- oder Unrechtsgütern.

• Die einen sagen: Der Verlust an Kaukomfort und Ästhetik bzw. der Umgang mit einer Teilprothese ist einem so jungen Menschen noch nicht zuzumuten.
• Die anderen sagen: Behandlungen, die so weitreichende und so schwere Nebenwirkungen haben können, sind einem so jungen Menschen noch nicht zuzumuten.

Ganz schlaue schlagen Dir dann eine Brücke vor – damit weitere Zähne durch Schleiftrauma absterben können – oder sie empfehlen Dir Implantate, die in ihren Auswirkungen mit Wurzelfüllungen vergleichbar sein können.

Literaturempfehlung zum Thema:
englisch: „Root Canal Cover Up“ von George E. Meinig
deutsch: „Energieverlust und Krankheit durch Zahnherde“ von Thomas Klein

Liebe Grüße von zorro59, der vier WF, vier WSR und schließlich vier Extraktionen von toten Zähnen über sich ergehen lassen hat, bevor er zu dem Entschluß kam: Nie wieder tote Zähne im Mund.

Toter Zähn...was tun?

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 20.571
Seit: 26.04.04
Hallo Zorro -

oder sie empfehlen Dir Implantate, die in ihren Auswirkungen mit Wurzelfüllungen vergleichbar sein können.

hast Du darüber nähere Informationen bzw. Beweise?

LG,
uma

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Toter Zähn...was tun?

Anne S. ist offline
Beiträge: 4.214
Seit: 28.03.05
Hallo zorro,

eigentlich wollte ich auch was zum Thema tote Zähne schreiben.
Aber deine Beiträge sind wie toll und treffend, dass ich dem nichts mehr hinzuzufügen hätte.

@uma

Zu Implantaten


Neue erweiterte Auflage von Thomas Klein"Energieverlust und Krankheit durch Zahnherde

Liebe Grüße
Anne S.

Toter Zähn...was tun?

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 20.571
Seit: 26.04.04
Bei Wurzelfüllungen und Implantaten handelt es sich um zwei verschiedene Dinge, also würde ich "vergleichbare Auswirkungen" ausschliessen.

Wurzelfüllungen werden an kranken Zähnen vorgenommen, Implantate werden (so sollte es sein) in einen gesunden Kiefer eingebracht und haben mit Krankheitskeimen oder abgestorbenen Zähnen nichts zu tun.

LG,
uma

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Toter Zähn...was tun?
Silvia P
Das Einwachsen des Implantates ist immer eine Abstoßungsreaktion des Körpers. Dieser versucht das Fremdmaterial vom körpereigenen Gewebe abzugrenzen und "ummantelt" es, mauert es sozusagen ein.
Dieses Ummanteln wird dann so beschrieben: Das Implantat wurde "angenommen".

Trotzdem ist ein Implantat meiner Meinung nach noch die bessere Lösung.
Immer noch besser als einen toten Zahn im Kiefer vor sich hinmodern zu lassen.

Mit Wurzelfüllungen setzt man regelrechte Zeitbomben und der Kieferknochen wird irreversibel geschädigt. Die absolute Krönung sind dann darauf noch die Wurzelspitzenresektionen. Hierbei wird die Zahnwurzelspitze abgeschnitten und die im toten Zahn entstandenen Gifte können dann auch noch ungehindert in den Kieferknochen diffundieren.

Wie Zorro schon sagte: Wer dann sofort Schmerzen bekommt hat noch Glück gehabt, weil ein schmerzender Zahn läßt sich nicht einfach ignorieren.

Leider hatte ich kein Glück. Meine 5 wurzelbehandelten Zähne haben jahrelang Ruhe gegeben. Einen hatte ich sogar 15! Jahre drin.
Meine Gesundheit wurde dadurch schwer geschädigt. Auf die Zähne als Verursacher bin ich lange Zeit nicht gekommen.

Meistens läuft es aber leider so wie bei mir ab: Man spürt jahrelang nichts und lebt ganz gut mit den wurzelbehandelten Zähnen.
Hat man dann gesundheitliche Probleme bringt man diese natürlich nicht mit den Zähnen in Verbindung.

Die meisten kommen sogar nie darauf, weil man Kieferherde einfach nicht spürt!
Man hat keinerlei Schmerzen, das ist ja das heimtückische.
Zähne wurzelbehandeln zu lassen kann ich jedenfalls niemanden empfehlen!

Liebe Grüsse

Silvia

Toter Zähn...was tun?

papaya ist offline
Themenstarter Beiträge: 38
Seit: 15.07.07
Hallo zusammen,

Danke für Eure Beiträge!

Ich tendiere auch dazu zu denken, dass ein Implantat (auf einen gesunden Knoochen) jedenfalls besser ist als ein toter Zahn ....aber besser als eine Brücke....? Oh je,die Entscheidung ist so schwierig!


Ich habe jetzt insgesamt einen "neuen toten" Zahn und 4 wurzelbehandelte Zähne (seit mindestens 10 Jahren!), also 5 tote Zähne. Einige (die meisten) Zahnärzte sagten mir, "die Wurzelfüllungen sehen aber gut aus", und ich spüre in der Tat gar nichts!

Auch gesundheitlich geht es mir relativ gut, außer eine Hashimoto Tyreoiditis (Autoimmunkrankheit der Schilddrüse), die aber z. Zeit nicht mehr behandlungsbedürftig ist (dank auch meiner sehr gesunden Ernährungs- und Lebensweise).

Keine Ahnung, man müßte eine Hexe sein und in die Zukunft schauen können um richtig zu entscheiden!!!!

Schönen Abend wünscht

Papaya

Toter Zähn...was tun?

Horaz ist offline
Beiträge: 5.731
Seit: 05.10.06
Hallo papaya,

es soll dir kein Maßstab sein, aber ich habe wurzelbehandelte Zähne seit 30 Jahren im Mund. Nicht jeder, nicht jede reagieren gleich. Es gibt aber sehr unterschiedliche Meinungen im Forum. Ich sehe im Moment keine Zeitnot bei dir. Brücken halte ich für problematisch. Auf solche Kunstprodukte habe ich mich nie eingelassen.

Viele Grüße, Horaz

Toter Zähn...was tun?

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 20.571
Seit: 26.04.04
Hallo papaya -

eine Hashimoto Tyreoiditis (Autoimmunkrankheit der Schilddrüse), die aber z. Zeit nicht mehr behandlungsbedürftig ist (dank auch meiner sehr gesunden Ernährungs- und Lebensweise)
.

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Schilddrüse nach und nach geschädigt und im schlimmsten Fall zerstört wird - aus diesem Grunde sollte immer behandelt werden . Wie sehen denn Deine Werte aus?

Solltest Du Dich irgendwann für ein Implantat entscheiden, dann wenn möglich aus Keramik und nicht aus Titan - aus gesundheitlichen Gründen.

Bei einer Brücke wäre zu bedenken, dass dazu zwei (meist gesunde) Nachbarzähne ordentlich beschliffen werden müssen...

Liebe Grüsse,
uma

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Toter Zähn...was tun?

papaya ist offline
Themenstarter Beiträge: 38
Seit: 15.07.07
Hallo Horaz,

danke für Deine Meinung. Ich denke auch, ich bin (noch nicht) im Zeitnot (für eine Entscheidung diesbezüglich). ( Zuerst müssen alle alten Metallkronen + evtl. Amalgam raus! Oh Gott, Probleme über Probleme).

Vielleicht warte ich da noch ein bisschen, zwischendurch bleibe ich aufmerksam und schaue, ob mir weiter so gut geht (und mache regelmäßige Kontrollen wegen möglichen Veränderungen- Herden).
Momentan geht es mir körperlich recht gut, trotz privatem Stress.....
(die Rohkost hat mir unhemlich geholfen).

Eine Brücke habe ich gerade einsetzen lassen auf Rat von Dr. Kreger.
Da war seit ewig Langem eine Lücke (der beherdete Zahn wurde auf Rat von allen Zanhärzte die ich konsultiert hatte, weggezogen).

Warum siehst Du eine Brücke "wg. Kunststoff" kritisch?
(Gut, ok, der Nachbarzahn wurde natürlich abgeschliffen, aber er meint, eine Brücke wäre besser als ein Implantat....)

Die Brücke ist aus Vollkeramik, eingereichert mit EM (Essentiellen Mikroorganismen), angeblich soll das die Verträglichkheit erhöhen.

Dr. K. hat die Keramik und auch den Zement getestet.
Also, ich hoffe, zumindest da war es für mich die richtige Entscheidung.


Liebe Grüße


Papaya


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