Bleivergiftung und Porphyrie durch Keramiktasse aus Griechenland

21.01.12 12:12 #1
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Bleivergiftung und Porphyrie durch Keramiktasse aus Griechenl

Kate ist offline
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Hallo zusammen,

ich habe vorsichtshalber für ein weiteres Haushalts-Produkt aus ("Diamant-")Glas abgefragt, ob es Blei enthält: Laut Aussage der Firma Emsa (und nach Rücksprache mit dem Produktmanager) enthalten die Clip & Close-Glasdosen (siehe z.B.
Emsa 508105 Clip und Close Glas: Amazon.de: Küche & Haushalt Emsa 508105 Clip und Close Glas: Amazon.de: Küche & Haushalt
) kein Blei.

Gruß
Kate
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Meine Aussagen basieren auf eigenen Erfahrungen/Recherchen und stellen keinen medizinischen Rat dar.

Bleivergiftung und Porphyrie durch Keramiktasse aus Griechenl

Kate ist offline
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Hallo zusammen,

dieses Mal geht es mir um Gewürzmühlen mit Glasbehälter.

Ich hatte mir ein Gewürzmühlenset ausgesucht, dessen Glasbehälter zu 30% aus Recyclingglas besteht, von einer Versandfirma, die sich ein bisschen "öko" gibt. Das Glas sieht recht unregelmäßig aus.

Nachdem ich von der Firma eine sehr allgemein gehaltene Antwort bekam zum möglichen Bleigehalt (können keine Bleifreiheit garantieren, haben kein "Zertifikat oder ähnliches", können aber trotzdem sagen, dass ihren "Informationen zu Folge kein Blei enthalten ist", achten sehr darauf mit welchen Lieferanten und Herstellern sie zusammenarbeiten, die Ware wird soweit geprüft, wie es ihnen möglich ist - was ja gerade bei Produkten sehr wichtig ist, welche mit Lebensmitteln in Berührung kommen) und danach auf meine Frage nach Konkretisierungen für dieses Produkt (welche Art Informationen? was wurde geprüft? wer ist der Hersteller? in welchem Land wurde sie hergestellt?) gar keine mehr..., habe ich mal ein bisschen recherchiert. Zum einen fand ich heraus, dass der Lieferant eine "Top-Versand-Werbung GmbH", die mit allem möglichen handelt. Ob man da belastbare Ausagen bekommt? Hm.

Zum anderen hat offensichtlich die Behälterglasindustrie ein Problem mit recht hohen Blei- (und sonstigen Schwermetall-)Gehalte ihrer Erzeugnisse.

Glas lässt sich zu 100 Prozent recyceln und leistet so einen bedeutenden Beitrag zum Umweltschutz. Denn beim Glas gibt es einen geschlossenen Verwertungskreislauf („cradle to cradle“). Altglas ist zum Beispiel der wichtigste Rohstoff für neue Glasverpackungen. So besteht jede Flasche heute im Schnitt zu rund 60 Prozent aus „Alt“-Scherben, bei einigen Farben sogar aus bis zu 90 Prozent. Zudem lässt sich Glas beliebig oft einschmelzen und zu neuen, hochwertigen Glasverpackungen verarbeiten, ohne dabei den geringsten Qualitätsverlust zu erleiden. Dies ist bei kaum einem anderen Verpackungsstoff der Fall. Wesentlich dabei ist das ausgefeilte Sammel- und Rücknahmesystem für Altglas.
Glasrecycling*:: Bundesverband Glasindustrie e.V.

Eine weitere Grundvoraussetzung für die Rückführung von Behälterglas in den Schmelzprozess zur Herstellung neuer Flaschen und Gläser ist die Sortenreinheit der gesammelten Glasmengen. Hier ist eine Vorsortierung beim Verbraucher unbedingt erforderlich. Fensterglas, Autoglas, Kristallglas und vor allem hochfeuerfeste Gläser wie Laborglas, Ceran®, Pyrex® usw. lassen sich bei der Altglasaufbereitung nur schwer aussortieren und können zu signifikanten Produktionsausfällen oder zur Anreicherung von Schwermetallen im Behälterglaskreislauf führen, zum Beispiel bei Bleikristallglas. Der mittlere Scherbeneinsatz betrug 2006 bei der Herstellung von Braunglas 40 %, Weißglas 57 % sowie Grünglas 63 %. Die Spitzenwerte liegen bei einzelnen Schmelzwannen in Abhängigkeit von der Glasfarbe und der Schmelztechnik bei etwa 70 % (Weißglas und Braunglas) oder etwa 90 % (Grünglas).
Daten zur Umwelt

Lest auch hier mal die Seite 6: Glasrecycling*:: Bundesverband Glasindustrie e.V.. Dort geht es um Grenzwerte für Schwermetalle nach EU Verpackungsrichtlinie, eine "unbefristete Ausnahmeregelung" (Stand 2007) für Behälterglas für durch den Sekundärrohstoff Altglas eingebrachte Schwermetalle. Der Grenzwert ist hier mit 250 ppm 2,5 mal so hoch wie sonst, ab 200 ppm bestehe immerhin eine Meldepflicht. Selbst die sichere Einhaltung dieses Sonder-Grenzwertes bereite u.a. in Deutschland Probleme.

Eine Recherche zu den Begriffen "Gewürzmühlen bleifrei" brachte mich zur Serie "Grand Cru" von Rosendahl. Die ist leider etwas kostenintensiver. Aber bevor ich Gewürze in zweifelhaftem Glas lagere (und die werden ja i.a. jahrelang aufbewahrt), bleiben sie vorerst lieber in den Plastikstreuern und werden Stück für Stück umgestellt auf bleifreie Mühlen.

Gruß
Kate
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Im Wohn-/Arbeitsumfeld kann der Baubiologe hilfreich sein

Die hoch- und niederfrequenten Felder von Telefon, WLAN, Mobilfunk, Babyphone usw. aber auch die häusliche Elektroinstallation sowie Lichtsysteme können nicht nur bei sensiblen Menschen zu gesundheitlichen Problemen führen.

Besonders die Orte, an denen wir uns lange aufhalten, sollten möglichst frei von solchen Störungen sein. Das ist vor allem unser Schlafplatz, wo wir uns normalerweise einen Drittel des Tages aufhalten und zudem ungestört regenerieren und Energie tanken wollen, aber auch unser Arbeitsplatz.

Baubiologen können solche Störungen messen und Lösungen zur Beseitigung empfehlen.
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Oregano ist offline
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Hallo Kate,

danke für Deine Recherchen. Daß z.B. in Gewürzmühlen auch Schwermetalle enthalten sein könnten: auf die Idee muß man erst einmal kommen ...

Trinkwasser darf höchstens 10µg/Liter Blei und Arsen enthalten, während Mineralwasser bis 50µg Arsen und 40 µg Blei pro Liter enthalten darf. Es wird leider immer noch oft belastetes Trinkwasser für die Zubereitung von Getränken (Kaffee, Tee, Säfte) und als Kochwasser verwendet.
Trinkwasser vs. Mineralwasser

Ich werde mich wohl erkundigen müssen, wie das Trinkwasser hier in der Gemeinde aussieht.

Grüsse,
Oregano
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kopf
hallo ,

ich hab auch alles ausgetauscht ,ich mein in Glas, tassen und so .
was mir noch nicht gelang, war das Tellerproblem !

LG

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Kate ist offline
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Zitat von Juliette Beitrag anzeigen
Glas stellt eher kein Problem dar, weil Alltagsgegenstände nicht aus Bleikristal angefertigt werden.
Das sehe ich inzwischen etwas kritisch (siehe mein letzter Beitrag), Juliette , da das alte Bleikristall und andere bleihaltige Gläser eben offenbar peu-a-peu in den Sammelcontainern landen, nicht zuverlässig aussortiert werden und so wiederverwertet werden für "Behälterglas".

Für die tatsächliche Bleiabgabe an den Inhalt spielt sicherlich der Inhalt eine Rolle (siehe Startbeitrag, saure Flüssigkeiten scheinen besonders viel Blei rauszulösen), aber ein gutes Gefühl habe ich da bei keinem Lebensmittel, das länger dort drin gelagert wird.

Gruß
Kate
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Oregano ist offline
Beiträge: 63.734
Seit: 10.01.04
Hallo,

Gläser und Karaffen aus Bleikristall sollten nicht für Lebensmittel verwendet werden, da sie Gesundheitsrisiken darstellen. Die Ausmaße der Risiken hängen davon ab, wie oft das Bleikristall für den Lebensmittelgenuss verwendet werden und wie alt der Verbraucher ist.

Selbst kleine Mengen Blei, die beim Herstellungsprozess verwendet wurden können gesundheitsgefährdend sein. Blei ist gefährlicher für Kinder, da ihre Körper noch im Wachstum sind. Glücklicherweise gibt man Kindern selten ein Trinkglas aus Bleikristall in die Hand, aus Angst, sie könnten es zerbrechen. Bei Erwachsenen kann das Blei sowohl beim Mann als auch bei der Frau Unfruchtbarkeit verursachen. Daneben kann Blei Bluthochdruck, Nervenstörungen, Muskel- und Gelenkschmerzen verursachen. Es kann auch Konzentrationsstörungen auslösen und das Gedächtnis beeinflussen.

Werden Lebensmittel in Bleikristallgefäßen aufbewahrt, gehen kleine Mengen Blei in die Nahrung über. Besonders gefährlich ist es, Wein über einen längeren Zeitraum in einer Glaskaraffe aus Bleikristall aufzubewahren, da beständig geringe Mengen Blei in den Wein übergehen können.

Säurehaltige Lebensmittel absorbieren Blei leichter, das beinhaltet Fruchtsäfte, Limonaden und Wein. Feste Nahrung, die von einem Bleikristallteller gegessen wird, enthält meist weniger Blei als der vorgeschriebene Grenzwert. Bei Flüssigkeiten liegt die absorbierte Menge Blei oft bis zu einhundertmal höher als der Grenzwert. Blei wird im Körper gespeichert und kann über Jahre hinweg zu Reduzierung der roten Blutkörper führen und damit gesundheitliche Probleme hervorrufen.
...
Wie ungesund ist Bleikristall

Wenn man davon ausgeht, daß im Recycling-Glas nur kleine Anteile an Bleikristallglas drin sind, scheint das harmlos. Auf der anderen Seite: warum sollte man das Risiko eingehen, Blei abzubekommen, wenn es auch ohne geht?

Grüsse,
Oregano
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Juliette ist offline
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Seit: 23.04.06
Danke Kate,

für die Info. Wieder etwas schlauer. Bald weiß man wirklich nicht mehr was man machen soll. Naja, wie immer den goldenen Mittelweg versuchen zu finden.

@Auch danke an Oregano für die Info.

Man fragt sich, ob die überhaupt noch irgendetwas im Griff haben. Wenn ich daran denke, dass man früher die schönen Teverisgläser benutzt hat oder Lametta mit Blei verwendet hat, was mein Großvater eigenhändig gebügelt hat, bevor es an den Christbaum kam. Und das man hobbymässig fleißig gelötet hat, was ja viele heute noch machen, auch beruflich, dann ist man da noch lange nicht über den Berg.

Grüsse von Juliette

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Kate ist offline
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Seit: 16.11.04
Hallo Kopf, hallo Juliette, hallo Oregano,

danke für Eure Gedanken

Ich stimme Dir zu, Juliette, dass man wohl versuchen sollte, abzuwägen, an welcher Stelle (und evtl. auch bei welchem Gesundheitszustand) das wie schädlich sein könnte. Ich kam bei diesen Gewürzmühlen drauf, weil Recycling öfter mal gesundheitlich problematisch ist (bei Papier z.B. auch, ich hörte mal, dass Raufasertapeten für MCSler umso problematischer sind, je mehr Altpapieranteil drin ist). Und diese Gewürzmühlen haben einen Preis, der schon ein paar Gedanken rechtfertigt, werden dann evtl. Jahre/Jahrzehnte benutzt und die Gewürze werden auch lange drin gelagert (und enthalten teils ätherische Öle, wer weiß, vielleicht sind das auch prima Blei-löser).

Außerdem fand ich die gemessenen Bleigehalte und auch die Grenzwerte (das hatten wir weiter oben schon mal) für normales "Behälterglas" nicht so niedrig.

Diese Werte findet man übrigens im dritten Link aus meinem letzten Beitrag:

Zitat von Kate Beitrag anzeigen
Lest auch hier mal die Seite 6: Glasrecycling*:: Bundesverband Glasindustrie e.V.. Dort geht es um Grenzwerte für Schwermetalle nach EU Verpackungsrichtlinie, eine "unbefristete Ausnahmeregelung" (Stand 2007) für Behälterglas für durch den Sekundärrohstoff Altglas eingebrachte Schwermetalle. Der Grenzwert ist hier mit 250 ppm 2,5 mal so hoch wie sonst, ab 200 ppm bestehe immerhin eine Meldepflicht. Selbst die sichere Einhaltung dieses Sonder-Grenzwertes bereite u.a. in Deutschland Probleme.
Ich meine, die Messwerte standen auch auf Seite 6 oder 7.

Grüße
Kate
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Geändert von Kate (10.12.12 um 16:53 Uhr)

Bleivergiftung und Porphyrie durch Keramiktasse aus Griechenl

ExLukas ist offline
Beiträge: 1.597
Seit: 27.08.09
Hallo,

ich habe auch alles Mögliche aus Glas, auch Teller, Pfannen und Kochtöpfe... und Katzenfutternäpfe. Aber jetzt habt Ihr mich verunsichert, ob das überhaupt eine gute Wahl war...

Grüße
Lukas

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Kate ist offline
Themenstarter Moderatorin
Beiträge: 10.485
Seit: 16.11.04
Ja, Lukas , das kann ich verstehen. Bin auch gerade etwas ratlos.

Glas wird ja i.a. gerade für Allergiker, Chemikalienempfindliche usw. oftmals als Non-Plus-Ultra angepriesen. Ich habe gerade von Tupperdosen größtenteils auf Glasdosen umgestellt - bekam dabei immerhin von Emsa, s.o., die Rückmeldung, diese seien "bleifrei" (Achtung: Zur Definition dieses Begriffes siehe oben, das bedeutet wohl auch nur die Einhaltung von Grenzwerten). Bei Waschbär habe ich wegen des dort gekaufen Glasdosen-Sets noch nicht nachgefragt. I.a. müssen die dann auch erst beim Hersteller nachfragen (den sie aber nicht unbedingt preisgeben, wohl weil man dann schauen könnte, ob es sie woanders preiswerter gibt).

Was die Gewürzmühlen betrifft, weiß ich nun auch nicht mehr recht, was ich nehmen soll... Kunststoff ist kritisch aus den bekannten Gründen, evtl. wird auch hier ein Recyclinganteil verwendet, so dass unbekannte Stoffe enthalten sind, obwohl bewusst z.B. nur PP verwendet wurde. Ist das Teil schwarz, kommen evtl. PAK dazu. Dosen aus Weißblech, die von einem Öko-Gewürz-Händler verwendet werden, setzen meines Wissens bei Sauerstoffzufuhr (die man ja bei einem Gewürz ständig hat) Zinn frei. Bei mir wurde mal per LTT eine Zinn-Allergie/-Sensibilisierung festgestellt, das ist von daher auch nicht ideal. Übrigens haben die oben erwähnten "bleifreien" Mühlen von Rosendahl ein schwarzes Kunststoff-Teil um das Mahlwerk herum. Dort fasst man beim Mahlen an. Tja - wie man's dreht und wendet...

Ich möchte hier aber wirklich keine Panik verbreiten - letztlich können wir die toxische Gesamtsituation mit vielfach unbekannten Auswirkungen wohl sowieso immer nur versuchen, etwas abzumildern -, sondern nur ein paar Gedanken mit Euch teilen, was es hier für - vielleicht bessere - Optionen gibt

Liebe Grüße
Kate
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Geändert von Kate (11.12.12 um 10:27 Uhr) Grund: Ergänzung


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