Bundesverfassungsgericht entscheidet über Funk-Rauchwarnmelder...

11.01.16 15:35 #1
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AW: Bundesverfassungsgericht entscheidet über Funk-Rauchwarnmelde

Kate ist offline
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Hallo zusammen,

bei der Recherche zu diesem Thema wird der eine oder andere auf diesen Artikel stoßen:

Der Spion unter der Decke - Bremen Stadtreport - WESER-KURIER

Dieser scheint zwar interessant, aber ich habe Hinweise, dass hier Aussagen - u.a. der niedersächsischen Datenschutzbeauftragten - nicht korrekt wiedergegeben werden. Siehe dazu auch einen der Kommentare zum Artikel:
Wie sich zwischenzeitlich herausgestellt hat, sind die Angaben der Landesbeauftragten für Datenschutz Barbara Thiel und deren Pressesprecher Michael Knaps so nicht richtig.

Richtig ist, dass das Kontrollverfahren noch nicht abgeschlossen ist.

Richtig ist weiterhin, dass die erhobenen Daten teilweise Auskunft über räumliche Zustände bzw. Veränderungen im Umfeld des Rauchwarnmelders geben und damit insbesondere sachliche Verhältnisse i.S.d. § 3 Abs. 1 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) betreffen uns somit personenbeziehbar i.S.d. § 3 Abs. 1 BDSG sein können.

Die Nutzung dieser Geräte ist daher datenschutzrelevant.
http://www.weser-kurier.de/bremen/br...,1208031.html#

Das Verfahren ist wohl inzwischen abgeschlossen, allerdings befand die LfD diesen konkreten RWM (bwz. die eingesetzen Verfahren) u.a. aufgrund der Zeitabstände der Datenauslesung für ok, die bei anderen (auch baugleichen) RWM anders sein können (siehe hierzu das o.g. Doku "BösesErwachen" zum Techem RWM).

---

Leute, mir fällt noch was anderes ein: Wir könnten uns hier dazu austauschen, wie man sich legal zumindest vor Funk- (und evtl. Ultraschall-, was aber wohl schwieriger ist) Wellen schützen könnte - z.B. im Bett. Da Bett-Baldachine nicht in jeder räumlichen Situation gut verwendbar sind (z.B. mangelnde Erdungsmöglichkeit, stärkere Dachschrägen, sehr kleine Räume, die dadurch stark "verunstaltet" würden, Behinderung des Tageslichteinfalls vom Fenster durch einen Baldachin), würde mir eine Lösung vorschweben, die den Melder als solchen "teil-abschirmt" (so dass die Funkstrahlen in bestimmte Richtungen nicht mehr durchkommen).

Zu berücksichtigen dabei:

- die Grundfunktion "Rauchmelden" darf keinesfalls beeinträchtigt werden
- bei Einbauten im Radius von ca. 60 cm wird die Abstandskontrolle Alarm machen
- wenn der Funkverkehr zum Betreiber unterbunden wird, wird dies mehr oder minder schnell auffliegen (und der Bewohner bekommt "Hausbesuch" und evtl. Ärger)

Gruß
Kate
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Meine Aussagen basieren auf eigenen Erfahrungen/Recherchen und stellen keinen medizinischen Rat dar.

Geändert von Kate (16.01.16 um 11:39 Uhr) Grund: Schreibfehler

Bundesverfassungsgericht entscheidet über Funk-Rauchwarnmelde
Clematis
Hallo,

bezüglich der möglichen Daten, die ein Funk-Rauchwarnmelder übetragen könnte, dürften folgende Ausführungen relevant sein, die u.a. Photoframes und Frames betreffen. Hier werden die Möglichkeiten des Datensammelns und -übertragens, ungeschützt, in die Daten-Cloud bzw. zu den Servern der Geräteanbieter oder Installateure aufgezeigt.

Einige der Punkte, die genannt werden - Übersetzung:

Derzeitiger Stand von Verbraucher-Smart-Geräten:

Viele Hersteller, kleine Anfänger, Novizenprogramme
Niedrige Leistung der Hardware, zu wenige Sicherheitsprotokolle
Die meisten Daten gehen zu einem Online-Server über die Cloud
Begrenzte Verschlüsselungsmöglichkeiten
Begrenzte Speicherkapazität (RAM/ROM)
Begrenzte Zeitsynchronisation
Programme müssen von Zeit zu Zeit aktualisiert werden.

Ohne Sicherheitsaktualisierung gefährden sie die Privatsphäre während des Netzverkehrs:
Geben Nutzerdaten weiter
Identifizieren das Gerät selbst
Kann laufende Aktivität und Verhalten des Anwenders identifizieren.

IP Kamera: Traffic-Analyse
Gesamter Traffic in Klartext über HTTP Port 80, obwohl das Ansehen der Daten ein Login-Passwort erfordert.
Aktivitäten werden über HTTP GET URI Strings gesendet
Videos werden als Image/jpeg oder Image/gif unverschlüsselt übermittelt
FTP Anfrage ebenfalls in Klartext über Port 21, und FTP Daten werden in Klartext ebenfalls über viele Ports oberhalb 30.000 verschickt.
DNS Anfrage - in diesem Beispiel: www. sharxsecurity. com

Im nächsten Bild wird der Ablauf graphisch dargestellt, wobei hier ein Computer zwischengeschaltet ist, was bei einem Rauchmelder jedoch nicht erforderlich ist, da er direkt Kontakt aufnimmt.

Weitere Einzelheiten hier:
http://www.cs.princeton.edu/~sgrover...016-grover.pdf

Die zugehörige Erläuterung als Vortrag:
Sarthak Grover - The Internet of Unpatched Things - PrivacyCon 2016
https://www.youtube.com/watch?v=-778aD_XVKI

Gruß,
Clematis

Geändert von Clematis (25.01.16 um 17:51 Uhr)

AW: Bundesverfassungsgericht entscheidet über Funk-Rauchwarnmelde

Kate ist offline
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Das BVerfG hat entschieden (die Klage nicht anzunehmen): https://www.bundesverfassungsgericht...bvr292115.html

Gruß
Kate
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Bundesverfassungsgericht entscheidet über Funk-Rauchwarnmelde
Clematis
Hallo,

bei einem Aufenthalt in einem Hotel hatte ich jetzt das zweifelhafte Vergnügen mit diesen neuen Rauchmeldern konfrontiert zu werden. Mal abgesehen davon, daß das gesamte Hotel ein WLAN-Hotspot ist, steckte ein Rauchmelder an der Zimmerdecke, der ständig kurze, sehr starke, intensive Lichtblitze sprühte. Tagsüber bemerkte ich das nicht, sah es erst wenn ich einschlafen wollte. Die Lichtblitze machten mich nervös - Folge Einschlafstörungen.

Zunächst versuchte ich das Licht unsichtbar zu machen und überklebte nur das Licht, doch es blieb sichtbar. Dann bemerkte ich, daß der Rauchmelder verschoben werden konnte, offenbar an einer Magnetplatte haftete und zog ihn ganz ab. Er blitzte noch ca. 5 Tage weiter, jetzt aber unter einem dicken Polsterkissen, für mich unsichtbar und nicht mehr spürbar.

Ich rechnete damit, daß jemand herbeigestürmt käme, um nachzusehen, doch nichts geschah. Vermutlich sendete er also immer noch. Vor meiner Abreise steckte ich ihn wieder an die Decke...

Vielleicht nutzt jemandem diese Erfahrung und kann sich dann ebenfalls vor diesen Schlaf störenden Lichtblitzen schützen, denn ich nahm sie auch ganz offensichtlich im Schlaf wahr.

Gruß,
Clematis

Bundesverfassungsgericht entscheidet über Funk-Rauchwarnmelde

Kate ist offline
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Hallo,

weil es vielleicht missverständlich sein könnte und damit Leser, die hier ohne Vorinformationen landen, nicht in eine falsche Richtung denken:
Zitat von Clematis Beitrag anzeigen
... mit diesen neuen Rauchmeldern konfrontiert zu werden. Mal abgesehen davon, daß das gesamte Hotel ein WLAN-Hotspot ist, steckte ein Rauchmelder an der Zimmerdecke, der ständig kurze, sehr starke, intensive Lichtblitze sprühte. Tagsüber bemerkte ich das nicht, sah es erst wenn ich einschlafen wollte. Die Lichtblitze machten mich nervös - Folge Einschlafstörungen.
Ich weiß ja nicht genau, was Du mit "diesen" meinst... aber es gibt verschiedenste Rauchwarnmelder, von Modellen, die nur das können, was sie müssen (Rauch erkennen und laut piepsen) bis hin zu Modellen, die für verschiedene Zwecke(!) Funk- (z.B. für eine Vernetzung untereinander in großen Gebäuden oder zu Fernwartungszwecken, wie z.B. der Techem Funk-RWM 2), Ultraschall- (z.B. für die sog. Umfeldkontrolle) und/oder Infrarottechnologie (z.B. für den Verschmutzung-Selbsttest) nutzen. Manche haben keinen Funk, senden aber ein regelmäßiges Lichtsignal (wie z.B. mein alter Testsieger von Ei Electronics für ca. 15 Euro, der alle 40 Sek. ein rotes Signal sendet, das auch mich an der Stelle sehr empfindliche Person nicht beim Schlafen stört) oder sie haben Funk und senden keinerlei Lichtsignal (wie z.B. der o.g. Techem RWM, der nach meiner Recheche wohl um die 200 Euro kostet). Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und so ein Lichtsignal muss als solches auch nicht zwangsläufig stören.

Ich rechnete damit, daß jemand herbeigestürmt käme, um nachzusehen, doch nichts geschah. Vermutlich sendete er also immer noch.
Ist halt die Frage, ob er überhaupt "sendete" (s.o.)...

Gruß
Kate
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Geändert von Kate (15.03.16 um 17:21 Uhr)


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