Greenpeace-Kampagne Detox - Mode entgiften!

01.07.15 13:22 #1
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damdam ist gerade online
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Hallo Kate,

das hab ich mir schon gedacht, es sah auf der Abbildung auch so aus (und ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein Netzstoff nur aus Wolle ist). Ist der Netzstoff denn nur an der Nase oder auch an dem ganzen Teil innen drin?

Viele Grüße

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Kate ist offline
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Hallo damdam,

der größte Teil ist, wie es ja auch in der Beschreibung steht, innen Netz/außen Trikot. Nur hinten (genau gegenüber von dem Nasenteil) ist ein Längsstreifen von 10 cm Breite Doppel-Trikot (da, wo eh bei den meisten Menschen die Haare sitzen).

Mit dem Netz wird es womöglich so sein, dass ein stabiler Polyamid-Faden mit Wolle ummantelt wurde. Schließlich möchte man ja auch und gerade bei dem Netz (direkt auf der Haut) die "funktionellen" Eigenschaften der Wolle haben (wärmend, auch wenn sie feucht ist, nicht geruchsanfällig, antibaktiell).

Lb. Gruß
Kate
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Meine Aussagen basieren auf eigenen Erfahrungen/Recherchen und stellen keinen medizinischen Rat dar.

Im Wohn-/Arbeitsumfeld kann der Baubiologe hilfreich sein

Die hoch- und niederfrequenten Felder von Telefon, WLAN, Mobilfunk, Babyphone usw. aber auch die häusliche Elektroinstallation sowie Lichtsysteme können nicht nur bei sensiblen Menschen zu gesundheitlichen Problemen führen.

Besonders die Orte, an denen wir uns lange aufhalten, sollten möglichst frei von solchen Störungen sein. Das ist vor allem unser Schlafplatz, wo wir uns normalerweise einen Drittel des Tages aufhalten und zudem ungestört regenerieren und Energie tanken wollen, aber auch unser Arbeitsplatz.

Baubiologen können solche Störungen messen und Lösungen zur Beseitigung empfehlen.
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Kate ist offline
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Das Nachhaken hat inzwischen zu einer netten, kurzen Antwort geführt, mit dem Inhalt, dass meine Mail weitergeleitet wurde zum "out controller" und dass der reinschauen wird ;-) und mir eine gute und informative Antwort geben möchte.

Dann schaun wir mal!

Öko-Test hatte mich ja ermuntert zum Nachfragen, auch weil die Hersteller sonst nicht lernen, dass Verbraucher sowas wissen wollen und ich habe jetzt auch recht detailliert nachgefragt. Evtl. lege ich auch noch nach in punkto Polyamid (z.B. ob es so ist, wie oben von mir vermutet).

Gruß
Kate
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Kate ist offline
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Zum Polyamid: Es erscheint mir nach Kurzrecherche gesundheitlich nicht unbedingt so sehr bedenklich.

Siehe z.B.:
https://blog.materials4me.de/de/der-...ff-polyamid-pa
Demnach hat es u.a. eine hohe Abriebfestigkeit und chemische Beständigkeit - letzteres lässt mich hoffen, dass auch Schweiß und Atemluft nichts herauslösen; auch steht dort etwas von physiologischer Unbedenklichkeit, es werde u.a. bei Zahnbürsten verwendet - womöglich gibt es dazu auch andere Meinungen, werde danach noch schauen. Über eine "Filzfrei-Ausrüstung" bspw. würde ich mir da mehr Gedanken machen - und über die Färbung, was evtl. bei Polyamid wieder besonders relevant sein könnte (s. z.B. http://bonsum.de/magazin/alles-ueber-kleidung: "Polyamid muss zudem durch die geringe Hitzebeständigkeit durch ein aufwendiges Verfahren gefärbt werden").

https://www.allnatura.de/schadstoffe...miefasern.html
Demnach ist es auch beständig gegen Mikroorganismen. Und die auf dieser - nach meiner Einschätzung sehr kritischen - Seite genannten "Problemstellungen" erscheinen mir auch nicht so gravierend:
Eine Bekleidung auf der Haut aus 100 % Chemiefasern zu tragen, ist aus Gründen des Tragekomforts und der Schweißbildung nicht zu empfehlen, da der Schweiß an der Faseroberfläche verdunstet und zu Gerüchen führen kann.
Personen mit Hautproblemen sollten auch auf die sogenannte "Sport-Unterwäsche" verzichten, da durch die mangelnde Atmungsfähigkeit der Kunstfaser die Hautatmung sehr stark beeinträchtigt wird.
Dies aber wird im Falle des Gaiter-Netzstoffes womöglich garnicht relevant sein, eben weil es ein Netzstoff ist (der Schweiß und Atemluft größtenteils durchlässt) und wahrscheinlich auch mit Merino ummantelt.

Die Ökobilanz ist ein anders Thema... sogenannte Funktionsklamotten allerdings wohl bislang immer ein Kompromiss zwischen "Funktionalität" und gesundheitlicher/ökologischer Unbedenklichkeit. Allerdings kann dies u.a. aufgrund der Recyclingfähigkeit auch differenziert gesehen werden (s. z.B. Kleidung und was Du alles darüber wissen solltest | Bonsum)

An manchen Stellen gehe ich diesen Kompromiss inzwischen aus der Erfahrung heraus ein, bei meiner "zweiten Bekleidungsschicht" (unterhalb der wind- und wasserdichten Hardshell) bin ich aber nach wie vor oft ganz "ökologisch & gesund": mit kbT-Wollfleece-Jacken z.B. von Engel- oder Hess-Natur (die gerade ganz tolle Fleecejacken anbieten, die sogar noch gut sitzen/fast "schick" aussehen).

Soweit meine bisherigen Gedanken/Recherchen zum Polyamid-Anteil,
mit Gruß
Kate
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Geändert von Kate (30.01.18 um 14:16 Uhr)

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Kate ist offline
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Zitat von Kate Beitrag anzeigen
Das Nachhaken hat inzwischen zu einer netten, kurzen Antwort geführt, mit dem Inhalt, dass meine Mail weitergeleitet wurde zum "out controller" und dass der reinschauen wird ;-) und mir eine gute und informative Antwort geben möchte.
Tja, das war nun erstmal eine Enttäuschung, wenn auch nicht ganz unerwartet. Im Grunde wurden meine Fragen so gut wie garnicht beantwortet, sondern es wurde mir nur von einer chemischen Behandlung der Wollfasern berichtet, die sich TEC nennt.

Damit würden Teile der Widerhaken auf der Oberfläche der Faser geschliffen - mithilfe von Chemikalien - und beschichtet mit einem Polymer (oft Polyester). Sie nennen mir sogar noch den Hintergrund (den ich nicht recht einsehen mag, Wolle wäscht man ja i.a. höchstens lauwarm und mit der Hand): Die Widerhaken seien es, die die Wolle zum Schrumpfen bringen bei Hitze und mechanischer Bearbeitung (z. B. durch Tumblen), dadurch, dass sie sich ineinander verhaken. So habe ich es zumindest verstanden.

Gefragt hatte ich nach: Dem kompletten Öko-Tex-Prüfbericht mit allen gemessenen Werten; sofern vorhanden weiteren Prüfbereichten, die ihre Aussage belegen, dass die Schafe gut behandelt werden und die daraus hergestellen Produkte keine schädlichen Substanzen enthalten; Informationen zu den verwendeten Farbstoffen und ggf. antibakteriallen, antifungiziden, wasserabweisenen, ... Substanzen (Azofarben, Phthalate, Organozinnverbindungen, Formaldehyd, Schwermetalle u.a.).

Nun ja... zum Teil mögen das Sprachprobleme sein (wobei ich mich meine ich korrekt ausgedrückt habe mithilfe u.a. des G***-Übersetzers). Zum anderen Teil sind es wohl ganz "normale" Missverständnisse wie sie oft auch unter gleichsprachigen Menschen passieren, womöglich allerdings mit einem taktischen Anteil (was - bewusst oder unbewusst - m.E. auch nicht selten ist in solchen Situationen).

Ich denke nach wie vor nicht, dass dies ein besonders "schlimmes" Outdoor-Produkt (oder überhaupt Kleidungsstück) ist - einen "Öko-Tex 100"-Standard muss man ja auch erstmal erfüllen und das tun sicherlich die meisten nicht. Die Kommunikation finde ich dennoch bislang etwas frustran. Ich habe nochmal nachgehakt, zumal ich gefragt wurde, ob Fragen offen blieben (was ja leider auf alle zutrifft).

Derartiges Nachhaken kam schon öfter mal in vergleichbaren Situationen nicht so gut an... also schaun wir mal.

Zur Funktion kann nach ich einen kleinen Vor-Frühlings-Test heute sagen: Die ist überzeugend! Der Atem wird angenehm leicht angewärmt, dabei beschlägt die Sonnen-/Brille nicht oder kaum (sofern man sehr viel warme Luft auf einmal durch den Mund ablässt). Es riecht oder fühlt sich subjektiv nicht unangenehm an, ich habe bislang keinen Hautausschlag, Husten o.ä. entwickelt. Es rutscht nicht, sitzt allerdings momentan noch so stramm, dass die Nase sich etwas plattgedrückt anfühlt und man womöglich zeitweilig einen Abdruck im Gesicht hat.

Gruß
Kate
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Geändert von Kate (30.01.18 um 19:54 Uhr)

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damdam ist gerade online
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Hallo Kate,

hast Du denen auf norwegisch geschrieben?
Ich hätte es englisch versucht, die meisten Skandinavier sprechen ja sehr gut englisch.

Zu den Schafen hätte ich nicht wirklich eine Antwort erwartet, aber zu der Textilienbehandlung und Deinen konkreten Fragen dazu schon.

Sie nennen mir sogar noch den Hintergrund (den ich nicht recht einsehen mag, Wolle wäscht man ja i.a. höchstens lauwarm und mit der Hand): Die Widerhaken seien es, die die Wolle zum Schrumpfen bringen bei Hitze und mechanischer Bearbeitung (z. B. durch Tumblen)
Na ja, dann kannst Du das Teil vermutlich doch im Wollwaschprogramm waschen. Wenn man es häufig nutzt, sicher kein Nachteil.
Aber richtig Wolle ist es ja dann vermutlich auch nicht... Und offenbar ist der Polymer-Anteil nicht mal deklarationspflichtig.

Ich denke aber auch, es ist gut nachzufragen, habe ich auch schon öfter gemacht, aber nicht bei Textilien, sondern bei NEMs (Nanopartikel) und Medikamenten (Gensoja- ist bei Medikamenten übrigens NICHT deklarationspflichtig). Vielleicht ändert es tatsächlich was an deren Bewusstsein, zumindest auf lange Zeit. Man kann schon froh sein, wenn sie antworten. Wenn sie nicht antworten oder nicht auf die Fragen, ist man halt weiter im ungewissen. Wobei, wenn sie gar nicht antworten, hinterlässt das bei mir einen schlechten Eindruck.

Sag mal, mit wem hattest Du Kontakt: Mit Öko-Test oder Öko-Tex?
Falls Ökotest: Ich wusste gar nicht, dass die eine Verbraucherhotline haben, hört sich interessant an. Ich hab früher mal in deren Forum nachgesehen, aber das gibts ja seit der Seitenumgestaltung nicht mehr.

Für mich selbst brauch ich es diesen Winter vielleicht nicht mehr (wenn es nicht noch auf -10°C runtergeht, was ich nicht hoffe). Falls doch: Wie lange hat es bei Dir mit dem Versand gedauert?

Viele Grüße

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Kate ist offline
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Hallo damdam
Zitat von damdam Beitrag anzeigen
...hast Du denen auf norwegisch geschrieben?
Neee... wie oben geschrieben englisch, zumal die ja eine englische Website anbieten! Eine Sprache, die ich überhaupt nicht kann, ist mir auch mit Übersetzer zu riskant, dann kann ich "ihm" ja garnicht mehr "auf die Finger" schauen und mit meinem eigenen Sprachgefühl abgleichen.

Und offenbar ist der Polymer-Anteil nicht mal deklarationspflichtig.
Du sagst es... Ich habe übrigens inzwischen eine weitere Antwort erhalten, in der sie verwendete Chemikalien (alle?) konkret nennen. Da ich von Chemie wenig Ahnung habe, müsste ich allerdings erst recherchieren, was sich hinter den Verbindungen verbirgt (schade, dass Josef S. nicht mehr hier aktiv ist)

Ich denke aber auch, es ist gut nachzufragen, habe ich auch schon öfter gemacht, aber nicht bei Textilien, sondern bei NEMs (Nanopartikel) und Medikamenten (Gensoja- ist bei Medikamenten übrigens NICHT deklarationspflichtig).
Das sind auch heiße Themen, wo oft noch wenig Bewusstsein herrscht (ich habe einen bekannten Öko-Farbenhersteller mal richtig genervt in punkto Titandioxid, das nach meiner Info immer Nanopartikel enthält).
Man kann schon froh sein, wenn sie antworten. Wenn sie nicht antworten oder nicht auf die Fragen, ist man halt weiter im ungewissen. Wobei, wenn sie gar nicht antworten, hinterlässt das bei mir einen schlechten Eindruck.
Das geht mir nicht anders. Leider ist es mir schon öfter passiert, dass an der Frage "vorbei geredet" wird (so wie's oft auch Politiker gegenüber Journalisten versuchen) und ich wenn überhaupt erst mit einer gewissen Penetranz ans Ziel kam.

Den Bericht werden sie mir wohl nicht schicken, verweisen auf die Kriterien und dass deren Erfüllung mit einem nicht schädlichen Produkt gleichzusetzen sei (in meinen Worten zusammengefasst). Wenn dem mal so wäre - siehe oben die Vergleichsliste mit den IVN-Anforderungen. Auch das EGGBI-Doku, das ich kürzlich verlinkt habe, sieht den "Öko-Tex Standard 100" kritisch. Und ich solle doch auf die Öko-Tex-Website schauen. Werde ich noch machen, bin aber ziemlich sicher, dass dort nicht der Prüfbericht zum Gaiter steht.

Bezüglich der Schafe haben sie geantwortet: Der Zulieferer habe unterschrieben, dass er kein Mulesing macht, die Woll-Produktion sei nachverfolgbar und sie hätten einige der Farmen besichtigt.

Sag mal, mit wem hattest Du Kontakt: Mit Öko-Test oder Öko-Tex?
Falls Ökotest: Ich wusste gar nicht, dass die eine Verbraucherhotline haben, hört sich interessant an. Ich hab früher mal in deren Forum nachgesehen, aber das gibts ja seit der Seitenumgestaltung nicht mehr.
Öko-Test (diese Namensähnlichkeit finde ich ziemlich unproduktiv, der Öko-Test sieht das Öko-Tex-Siegel kritisch, wie nicht anders zu erwarten). Die Hotline ist teuer, aber wenn man sich vorbereitet und kurz hält, finde ich es tragbar. Man kann auch - kostenlos - eine Mail hinschicken, damit habe ich aber eine weniger gute Erfahrung gemacht (es liegt in der Natur der Sache, dass sie dann bei von ihnen nicht getesteten Produkten womöglich eher mal sagen, dazu könnten sie nichts sagen). In dem Forum herrschte übrigens teils ein rüder Ton, finde ich, mit ziemlichen "Graben-Kämpfen".

Falls doch: Wie lange hat es bei Dir mit dem Versand gedauert?
Ich hab's wie gesagt im Laden vor Ort gekauft, der wiederum musste es nur aus einer Filiale in einer anderen Stadt zur Ansicht bestellen, was ein paar Tage dauerte. Und einige Internet-Läden (s.o.) scheinen es ja vorrätig zu haben.

Übrigens brauche ich sowas bei längeren Touren (gestern an die 40 km) auch bei plus 5 Grad, zumindest wenn ein derartig heftiger, eisiger Wind herrscht.

Lb. Gruß
Kate
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Geändert von Kate (01.02.18 um 13:23 Uhr)

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Seit: 16.11.04
Eine "voll-ökologische" Alternative für einen Buff oder Neck Gaiter fiel mir gestern wieder ein: https://www.pickapooh.de/kollektion - hier das Bild unten in der Mitte schauen. Es gibt einige Farben, siehe z.B.: https://www.hans-natur.de/pickapooh-...15_v32316.html. Pickapooh ist eine kleine Hamburger Firma für (Klein-)Kinder-Öko-Kleidung, die Größe 3 soll beim Neck Gaiter bzw. "Strunzl" - wie sie das selbst nennen - auch für Erwachsene passen.

Außerdem habe ich von Hess-Natur eine Schalmütze aus kbT-Wollfleece, die auch nicht so schlecht ist als Atemwärmer. Der Fleece sitzt (ggf.) etwas lockerer vorm Mund, so dass sich die Ausatemluft nicht so staut. Außerdem ist eine Kapuze dran, die man prima als Innenkapuze für Hardshelljacken nehmen kann. Das Ding scheint es allerdings momentan nicht zu geben bei Hess.

Bei beiden gibt es kein "Loch" oder Netz für die Ausatemluft, dafür sind die Materialeigenschaften anders. Und Bedenken wegen Schadstoffen muss man da wohl nicht haben.

Ich habe mich übrigens (vermutlich) bei meiner o.g. Tour kräftig erkältet. Womöglich, weil ich zwar (teils) was über dem Mund, aber nicht auf dem Kopf hatte. Von daher kann ich gerade auch keine schwierigen Recherchen, Übersetzungen, Anfragen etc. (in der Aclima-Angelegenheit) machen.

Gruß
Kate
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Geändert von Kate (02.02.18 um 14:17 Uhr)

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Seit: 16.11.04
Die Schrot & Korn schrieb schon 1999 etwas zu Wolle und deren vermeintlichen "Verbesserungen" (Ausrüstungen) - auch zur Auswaschbarkeit fällt ein Satz -, aber auch zu vielversprechenden neuen Ansätzen für die Filzbeständigkeit mit Enzymen:
Wolle ist ein äußerst vielseitiges Material, (...). Durch chemische Behandlung werden ihre natürlichen Qualitäten stark eingeschränkt. Deshalb bieten umweltbewusste Hersteller Alternativen in Öko-Qualität.

(...) Das "Wollsiegel" steht für ein geschütztes Gütezeichen, (...) Über mögliche Schadstoffbelastungen und ökologische Belange sagt es nichts. (...)

Da Schafe anfällig sind für Parasiten, werden sie häufig in Insektizid-Bäder geschickt und kommen so mit Organophosphaten und Pyrethroiden in Kontakt. Die giftigen Chemikalien binden sich ans Wollfett (Lanolin) und werden später weitgehend ausgewaschen. Während die fertige Wolle kaum noch Rückstände aufweist, (...)

Ökologisch hergestellte Wolle ist bisher noch selten, (...) In Deutschland hat sich bisher vor allem der Demeter-Bund für hohe Standards bei Öko-Wolle engagiert. Pestizidbäder sind nach den Demeter-Richtlinien verboten, (...)

Gleichzeitig schützt die Faser dank ihres Lanolingehalts vor äußerer Nässe (...)

Auf herkömmlichen Wollwaren erscheint oft der Hinweis "waschmaschinenfest durch Superwash" oder "filzfrei". Dahinter verbirgt sich fast immer Chemie. Filzfreiheit wird unter anderem durch Silikone oder synthetische Harze erreicht. Da bei solchen Produkten nicht das Wollhaar, sondern Kunstharz mit der Haut in Berührung kommt, (...) andere "Veredelungstechniken" der konventionellen Branche: Umwelt- und faserschädigende Chlorbleiche, gesundheitsgefährdende Farbstoffe und Mottenschutzausrüstungen mit dem Nervengift Permethrin. (...). Auf der Ware steht dann entweder "Eulan" oder "eulanisiert", machmal fehlt die Kennzeichnung ganz.

Naturtextilhersteller haben mit den genannten Bearbeitungsmethoden nichts im Sinn. (...) Bei der Wäsche der Rohware etwa ist die Verwendung von chlorierten Kohlenwasserstoffen untersagt. (...)

Als Hauptproblem des Verbrauchers jedoch nennt Roland Sturm das "Pilling", also die Bildung kleiner Knötchen bei feiner Merinowolle. Naturtextilhersteller hess natur hilft sich hier ausnahmsweise mit leichter Chlorierung. Gegen die Neigung zum Verfilzen hat Living Crafts eine exklusive Lösung gefunden: Man badet das Wollgarn in pflanzlichen Enzymen (zum Teil aus Früchten), die mit der Oberfläche der Fasern reagieren und deren Empfindlichkeit herabsetzen.
Öko-Wolle: Keine Chemie im Schafspelz - Schrot und Korn

Dass Hess chloriert/e(???), ist mir neu... Schade, dass es von Living Crafts keine Neck Gaiter gibt.

Offenbar, liebe damdam, geht das Auswaschen der Chemikalien ("Die giftigen Chemikalien binden sich ans Wollfett (Lanolin) und werden später weitgehend ausgewaschen.") mit einem Funktionsverlust einher ("schützt die Faser dank ihres Lanolingehalts vor äußerer Nässe und lässt Wassertropfen an ihrer Oberfläche abperlen"). Das ist einerseits doof, geht es uns doch hier um Outdoor-Klamotten. Andererseits braucht man Kälteschutz (wzb. einen Neck Gaiter mit integriertem Mund-Nase-Schutz) oftmals dann, wenn es nicht regnet Also dann: Waschen, waschen, waschen (sofern nicht zertifiziertes Naturtextil ohne Chlor) und auf den Nässeschutz verzichten.

Gruß
Kate
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Geändert von Kate (04.02.18 um 13:04 Uhr)

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damdam ist gerade online
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Seit: 02.10.10
Danke Kate, für die vielen Infos. Sehr interessant alles!
Zum Wachs und Outdoor fällt mir grad ein, dass es auch Jacken gibt (aus Baumwolle), die man extra einwachst für die Feuchtigkeitsabweisung. Sind ein Klassiker bei Jägern, gibt es schon Ewigkeiten, z.B. Barbour-Jacken: https://www.the-british-shop.de/Engl...Bedale-in-Oliv
Sind halt relativ schwer, aber eben sehr umweltfreundlich. Wie es da mit Schadstoffen aussieht, kann ich aber nicht sagen.

Viele Grüße


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