Die genetische Ausrede

15.06.06 19:39 #1
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Toks ist offline
Beiträge: 37
Seit: 15.05.05
Hallo,

sehr oft hört man, dass diese oder jene Krankheit/Behinderung/etc. genetische bzw. erblichbedingte Ursachen habe. Komischerweise gibt sich dann der großteil der Menschen mit dieser Erklärung ab ohne weiter nachzufragen. Aber wie entstehen eigentlich gentische Schäden bzw.Schäden am Fetus im Mutterleib.

Genotoxine
Gentoxine lösen gentische Veränderungen in Eizellen oder Spermien aus, die zu Chromosomen-Anomalien führen. Genotoxine schädigen den Fetus damit indirekt durch die Veränderung der Erbsubtanz vor der Befruchtung. Dabei kann es unter anderem zu Gehirnschädigungen des ungebohrenen Kindes kommen. Es besteht der Verdacht das z.B. das Down-Syndrom durch Pestizide wie Ethylen-Dibromid und Blei oder ionisierende radioaktive Strahlung veursacht wird.
Die Erblichen Auswirkungen können auf nachkommende Generationen übertragen werden und betreffen dann die Keimzelle oder betreffen nur die Elterneteile und das Kind (somatisch).

Teratogene
Teratogene lösen Geburtsfehler oder Mißbildungen aus. Teratogene schädigen den Fetus damit direkt. Die schädigenden Substanzen werden meist direkt von dem Mutterleib auf das Kind übertragen. Können aber auch von Einflüssen vor der Befruchtung herrühren (Einlagerung von Schadstoffen in die Körperzellen der Mutter, Alkohol- oder Tabakkonsum).
Schädigende Substanzen können z.B. Alkohol, Zigarettenrauch, Kokain, Blei, Methylquecksilber, Kohlenmonoxid, versch. Pestizide, Dioxin, Lösungsmmittel (Toluol), Benzol(?) und ionisierende radioaktive Strahlung sein.

Es gibt also eine ganze Latte von möglichen Ursachen für genetische oder pränatale (vorgeburtliche) "Störungen". Aber leider ist die Aussage "genetische Ursache" genauso zu einen totschlagargument geworden, wie die Aussage "psychsomatisch".

Grüße Toks

Die genetische Ausrede

Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
Ganz ehrlich, wer will das denn so genau wissen. Ich bin auch Zölli bzw. habe für die ganz bedepperten eine Brotallergie. Natürlich habe ich nur eine Gluten-Intolleranz aber wer kann denn damit was anfangen. Am Ende sage ich ja eh: "Ich bin auf Brot allergisch!" dann verstehen Sie es auch... endlich!

In 10 Jahren (wenn 70% der Bevölkerung eine Allergie hat!) kennt man auch Zölliakie bzw. Glutenintolleranz aber heute ist das für die Ü40 Generation noch nichts. Da hilft das beste erklären nichts. Der Normbürger hat vom Körper (in dem er haust) glaube ich weniger Ahnung als von dem das er tagtäglich macht. Traurig aber ich habe ja bis vor 7 Jahren auch noch zu "denen" gehört.

Aber die Aufklärungswelle rollt. Habe letztens (vor 2 Tagen) bei Avenzio einen 30 Sekunden Spot gesehen in dem ganz knapp gesagt wurde: "Wenn Sie oft Appetit auf Süßes haben dann ist das u.U. eine Hefe in Ihrem Körper. Legen Sie statt Marmelade besser Gemüse auf's Brot"; dabei saß ein Mann am Frühstückstisch uns schmierte sich gerade eine Stulle mit Gurken. Wie gesagt, die Aufklärungswelle rollt, wenn auch langsam und inhaltlich falsch. Aber es muss ja in Häppchen und am besten vorgekaut serviert werden.

Denk immer dran, hier ist die vorderste Front die noch experiementiert.

Die genetische Ausrede

Toks ist offline
Themenstarter Beiträge: 37
Seit: 15.05.05
Zitat von Mike
Ganz ehrlich, wer will das denn so genau wissen.
Jeder der mit dem Gedanken spielt ein Kind zu bekommen und das dann noch möglichst gesund. Früher wurde übrigens sehr viel mit Bleifarbe gearbeitet. Sogar Kinderbetten wurden damit gestrichen. Jetzt bezweifelt niemand mehr das Blei schädlich ist und verherende Auswirkungen auf die Gesundheit und vor allem auf das Gehirn hat.
Und dann sieh dir mal die Eltern an die für ihre Kinder tolle Kinderbetten aus Leimholz kaufen und diese auf einer tollen Schaumstoffmatraze schlafen lassen und davor noch schön Laminat verlegt haben.....

Aufklärung tut not. Und zwar jetzt! Von wegen Aufklärungswelle. Hast du schonmal was von REACH gehört? Tu mir mal den Gefallen und google danach. Dann siehst du was die Industrie so alles verzapft...

Toks

Die genetische Ausrede

maichen ist offline
Beiträge: 394
Seit: 01.03.06
Hallo Tocks ,was ist Leimholz und warum ist Laminat nicht gut ? Ich dachte Laminat besteht auch Holzbrettern die Geölt sind . Oder nicht ?

Die genetische Ausrede

Toks ist offline
Themenstarter Beiträge: 37
Seit: 15.05.05
Hallo maichen.

Leimholz ist ein Holzplatte die aus mehren Holzschichten besteht und mit Leim zusammengehalten wird. Im Leim können mehrere Toxine enthalen sein (Terpene, VOC). Du musst aber aufpassen. Oft wird Laimholz als Massivholz bzw. Massiv-Laimholz deklariert. Was zu Verwirrung führen kann.

Lamit besteht aus Presspan, Kunstoff, Papier und Harzen.... Auf dem Papier ist ein Motiv bedruckt z. B. Holzmotive. Mehr oder weniger also ein Fakeprodukt. Im Laminat können z.B. Aldehyde(Formaldehyd) und/oder Ketone enthalten sein.

Dielen oder Parkett z.B. besteht nur aus Holzbrettern die gewachst oder geölt sind.

Toks

Die genetische Ausrede

maichen ist offline
Beiträge: 394
Seit: 01.03.06
Da hast du natürlich recht ,dann ist Laminat echt Sch...., und man sollte was anderes nehmen. Aber in manchen alten Häusern ist Holzdielenboden ,der ist sehr sehr hellhörig .Darum nehmen manche das Laminat. Was würdest du denen raten ?

Die genetische Ausrede

Toks ist offline
Themenstarter Beiträge: 37
Seit: 15.05.05
Hmm, Ratschläge sind immer so eine Sache. Wenn man sich immer nur auf Ratschläge verlässt und sich nicht selbst informiert besteht immer schnell die Gefahr das man verarscht wird.

Also ich habe nach langem überlegen und abwegen mich für Fliesen und Lufkalkmörtel entschieden. Gegen Teppichboden fanden sich bei jedem Typ immer noch viel zu viel bedenkliche Stoffe und Nachteile und Echtholz-Fussboden kann ich mir einfach nicht leisten.

Ich bin grade noch dabei zu renovieren und verlege grade Spaltplatten im Dickbettverfahren auf Luftkalkmörtel. Warum ich keinen Fliesenkleber nehme sollte wohl klar sein
Der Luftkalkmörtel hat mehrer Vorteile aber auch viele Nachteile.

Er besteht nur aus Calciumhydroxid (eine Base) Sand und Wasser. Ca(OH)3 ist auch bekannt als Löschkalk bzw. Weißkalkhydrath. Er ist billg. Er regiert nicht mit dem PVC auf dem ich die Fliesen lege. D.H. ich kann die Fliesen aus meiner Mietwohnung ohne Probleme wieder entfernen. Er hält trotzdem sehr gut ( der Verbund manchs). Er sorgt für ein angenehmes Raumklima.
Einige Nachteile sind unter anderem das er mit Wasser reagiert (weshalb die Fugen mit einem Wassermörtel (Zementmörtel) abgedichtete werden müssen) und das er sich nicht mit allen Fliesenarten gut verbindet. Z.B. das neue Feinsteinzeug ist zu feinpohrig und zu heiß gebrannt. Deshalb reagiert der Lufkalkmörtel damit nicht optimal. Da es sich hier um eine Base handelt und ätzend vor dem Aushärten ist, reagiert er super mit Haut und Schleimhäute. Also beim anrühren Staupmaske tragen und beim Verlegen unbedingt Handschuhe.

Ich rühre den Mörtel im Verhältnis 3 (bis 4) Teile Sand auf 1 Teil Weißkalkhydrath an. Dazu dann natürlich Wasser. Pass aber auf das es nicht zu viel Wasser ist und die Masse nicht zu breiig wird. Sonst halten die Fliesen nicht. Der Sand sollte gewaschen und feinpohrig sein. Ich habe die Körnung 1-4 mm glaube ich. Das Calciumhydroxid verbindet sich nämlich mit dem Sand und dem Kohlensoffoxid aus der Luf zu einem feinem Kirstallgitter.

Soviel zu meinem kleinem Vortrag....

Toks

Die genetische Ausrede

Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hm, leider ist dieses hochinteressante Thema etwas abgedriftet!

Also vielleicht noch mal zurück: was ist (nach heutigem Wissensstand) tatsächlich genetisch verursacht und was nicht?


Herzliche Grüße von
Leòn

Die genetische Ausrede

Oregano ist offline
Beiträge: 62.210
Seit: 10.01.04
Estmal wieder googeln, damit klar ist, um was es bei genetisch bedingten Krankheiten geht:
Erbkrankheiten
Die gesamte genetische Information eines Menschen ist in der Desoxyribonukleinsäure (DNA) hinterlegt. Bei Erbkrankheiten werden Veränderungen im Aufbau einzelner DNA-Abschnitte, den so genannten Genen, oder größerer Bereiche des DNA-Moleküls von einer Generation auf die nächste vererbt.
Erbkrankheiten - Onmeda: Medizin und Gesundheit
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Multifaktorielle (genetisch mitbedingte, polygene) Erkrankungen
Bei den genetisch mitbedingten, multifaktoriellen Erkrankungen spielen auf Grundlage einer genetischen Disposition Umweltfaktoren entweder auslösend oder modifizierend eine wesentliche Rolle. Hinsichtlich der genetischen Komponente ist meist von einer Vielzahl von Veränderungen in unterschiedlichen Genen auszugehen, deren Wirkung sich summiert.

Sie sind häufig und stellen sich nicht selten erst im Laufe des Lebens ein. Zu den multifaktoriellen Erkrankungen gehören Heuschnupfen mit einer Häufigkeit von 8 zu 100, Diabetes mit 2 zu 100 oder Epilepsie mit 1 zu 200 Personen. Auch einige Fehlbildungen wie z. B. Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten oder Neuralrohrdefekte sind dieser Erkrankungsgruppe zuzurechnen. Diese treten mit Häufigkeiten von jeweils etwa 1-2 pro 1000 auf.
Was sind Erbkrankheiten? Multifaktorielle (genetisch mitbedingte, polygene) Erkrankungen - Onmeda: Medizin und Gesundheit

Gruss,
Uta

Die genetische Ausrede

Holon ist offline
Beiträge: 241
Seit: 04.04.07
hallo,
gene mutieren ständig, sie werden durch vererbung auch weiter gegeben. dies ist erstmal die grundaussage wenns um die genetische ursache geht.
das andere was angesprochen ist meint eine genschädigung. diese ist etwas anderes. kann aber auch wie richtig gesagt wurde zu vielen störungen führen.

psychosomatik ist eben falls eine von vielen möglichkeit für krankheiten und werden sehr erfolgreich z.b. mit (körperorientierter)psychotherapie aber auch homöopathie behandelt.

die eine ursache für alles gibt es eben nicht! wie es auch nicht die eine lösung gibt.

lieber gruß
andreas


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