Embryos mit Brustkrebsrisiko werden in Holland legal aussortiert

08.07.08 06:59 #1
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Embryos mit Brustkrebsrisiko werden in Holland legal aussortiert

Oregano ist offline
Beiträge: 62.180
Seit: 10.01.04
Hallo Petra,

Wie kann man so etwas legalisieren, ich versteh es nicht.
Als Abtreibung noch illegal war und viele Frauen aus Deutschland z.B. nach Holland in eine Abtreibungsklinik gefahren sind, um nicht in Deutschland bei einem Kurpfuscher zu landen, war das auch keine gute Lösung.
Deshalb wurde über eine Legalisierung von Abtreibung unter bestimmten Voraussetzungen nachgedacht und dann auch gesetzlich verabschiedet.
Der Kampf um den "Abtreibungsparagraphen 218" war lange und heftig. Ich bin froh, daß er durchkam.
Das heißt nicht, daß ich Abtreibungen gut finde, aber ich finde es trotzdem als Möglichkeit in manchen Fällen gut. Vor allem finde ich gut, daß es diese Entscheidungsmöglichkeit gibt und Frau damit nicht automatisch etwas Illegales tut.

Der Abtreibungsparagraph 218
06.06.2006: Vor 35 Jahren: 374 Frauen bekennen "Wir haben abgetrieben!" - Stichtag - WDR.de
wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=13491690&top=SPIEGEL
www.aliceschwarzer.de/324.html

Gruss,
Uta

Embryos mit Brustkrebsrisiko werden in Holland legal aussortiert

Petri ist offline
Themenstarter Beiträge: 5.315
Seit: 27.10.07
Hallo KimS,

Es ist egal ob "dürfen" oder "müssen". Allein daß es möglich ist, ist schrecklich.
Daß die Regierung dazu noch überwiegend christlich sein soll, ... . Ehrlich gesagt verwundert mich das nicht

Embryos mit Brustkrebsrisiko werden in Holland legal aussortiert

Petri ist offline
Themenstarter Beiträge: 5.315
Seit: 27.10.07
Hallo Uta,

ich kann nur für mich sprechen. Ich könnte kein Kind abtreiben.
Wie es sein würde wenn ich vergewaltigt werden würde und dann schwanger wäre, weiß ich nicht.

Embryos mit Brustkrebsrisiko werden in Holland legal aussortiert

Oregano ist offline
Beiträge: 62.180
Seit: 10.01.04
Hallo Petri,

Es ist egal ob "dürfen" oder "müssen".
Ich finde, es ist ein großer Unterschied zwischen dürfen und müssen.
Dabei denke ich z.B. an China, das ja schon lange die Ein-Kind-Familie propagiert, was für die Menschen dort sehr schwer und schwierig war/ist.
Dort müssen die Frauen abtreiben, wenn sie schon ein oder auch zwei Kinder haben.
Hier dürften sie abtreiben, wenn sie meinen, sie könnten dieses Kind nicht bekommen.

Wie gesagt: die individuelle Entscheidung, ob Abtreibung oder nicht, liegt dann beim Einzelnen.

Gruss,
Uta

Embryos mit Brustkrebsrisiko werden in Holland legal aussortiert

Ursu ist offline
Beiträge: 1.028
Seit: 27.06.08
morgen,

re kims
Zitat von KimS Beitrag anzeigen
Was ich dabei noch als Fraghaft finde ist wie so was zu Stande kommen kann bei einer überwiegend "Christliche" Regierungskoalition, und was das aussagt über die Ethik unserer "Modern westlicher-(Christlicher) Gesellschaft
meinst du jene "Christliche Gesellschaft" die früher in gottes namen blutige kriege ausgefochtenb hat? *ich mein sie sind garnichtso verschieden, vieleicht substiler möglicher weise auch eleganter, aber anders?*

re uta,


ich gebe zu der gedanke mit dem Down-Syndrom ist mir auch gekommen und es stimmt auch das es gut ist das frau die wahl hat,



wie sich eine frau letztendlich auch immer entscheidet ist eine persönliche moralische sache die jeder für & vor sich selbst verantworten muss.

lg,
ursu
__________________
Die Summe der konstanten Fehler nennt man Stil,
... aber ein Rest Unsicherheit bleibt immer.

Embryos mit Brustkrebsrisiko werden in Holland legal aussortiert

RRichter ist offline
Beiträge: 1.312
Seit: 18.12.06
also um mal die kirche wirklich im dorf zu belassen.

es geht hier darum das man im REAGENZGLAS befindliche embryos screent.

also wenn sich nun eine frau künstlich befruchten lässt, warum in aller welt soll
man dann roulette spielen und irgendeinen embryo nehmen?

was ist daran unethisch den voraussichtlich "besten" dafür heranzuziehen?


macht ja die natur auch nicht anders. und das seit milliarden von jahren.

man nennt das selektion.


hätte sich nicht der moderne mensch so entwickelt dann würden alle kurzsichtigen auf dieser welt nicht sein. die hätte die natur schon längst aussortiert.

oder kennt jemand von euch einen kurzsichtigen seeadler?


also schön mal die kirche im dorf lassen und nicht gleich in das so angesagte
geschrei nach "ethik" mit einfallen. zuerst denken.
und der erste gedanke kann ja nur sein: ein embryo wird ja eingesetzt, dann bitte gleich den besten.

oder schmeisst ihr jetzt alle eure brillen weg? das wäre wenigstens konsequent, wenn auch blöd.

beim embryo soll man aber genau so verfahren? kann ich nicht verstehen.



schöne grüße
richter

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Oregano ist offline
Beiträge: 62.180
Seit: 10.01.04
oder kennt jemand von euch einen kurzsichtigen seeadler?
Ich habe noch keinen fragen können....

Gruss,
Uta

Schöne neue Welt!

Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Jedenfalls gibt es kurzsichtige Menschen - und das meine ich nicht auf die optische Sehschärfe bezogen.

Ich könnte manchmal das Heulen kriegen, wenn ich die ethische Entwicklung unserer westlichen, ach ja und auch der östlichen, Gesellschaften betrachte! Diese unerträgliche Philosophie des Machbaren ... .

Genetische Tests sind schon lange möglich, die althergebrachte Fruchtwasseruntersuchung für "Risikoschwangere", um die Geburt von behinderten Kindern auszuschließen, ist aus meiner Sicht ebenso bedenklich.

Ich frage mich: Wiie mag es Menschen mit Krankheiten, Einschränkungen und Behinderungen gehen, wenn sie erfahren: Aha - ich ich habe dieses und jenes und die Gesellschaft hält dies für "aussortierwürdig"?

Nachdenkliche Grüße von
Leòn

Schöne neue Welt!
Männlich Bodo
Zitat von Leòn Beitrag anzeigen
Ich frage mich: Wiie mag es Menschen mit Krankheiten, Einschränkungen und Behinderungen gehen, wenn sie erfahren: Aha - ich ich habe dieses und jenes und die Gesellschaft hält dies für "aussortierwürdig"?
Beschissen.


Grüße, Bodo

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Oregano ist offline
Beiträge: 62.180
Seit: 10.01.04
Du hast völlig Recht, Leon: es ist grausam, daß manche Menschenleben weniger wert zu sein scheinen als andere. Darüber braucht man gar nicht zu diskutieren, finde ich.

Trotzdem:
Es ist ja jetzt schon so, daß es bei bestimmten Indikationien erlaubt ist, eine Abtreibung machen zu lassen. Und es gibt jetzt schon Fruchtwasseruntersuchungen, Ultraschall usw.

Die Entscheidung ist also jetzt schon nötig: will ich bei einem Risiko, daß das Kind behindet sein wird, das Kind haben oder lieber nicht?
Ich bin froh, daß ich diese Entscheidung nie treffen mußte. Denn wenn man sieht, wie schwer es sein kann, ein behindertes Kind aufzuziehen, dann ist das wirklich nicht gerade mutmachend.
Wenn sich Eltern oder Mütter (oft trennen sich Paare, wenn ein behindertes Kind zur Welt kommt) dann total überfordert sind, ist das auch nicht gerade toll für das Kind. Und vom Staat oder den Kirchen kommt da nicht allzu viel Hilfe.

Gruss,
Uta


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