Down-Syndrom

06.01.08 19:51 #1
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Down-Syndrom ist eines der verbreitetsten angeborenen Syndrome. Man findet Menschen mit Down-Syndrom überall auf der Welt sowie bei allen ethnischen Gruppen und Bevölkerungsschichten. Alle drei Minuten kommt ein Baby mit Down-Syndrom zur Welt, insgesamt leben weltweit zirka fünf Millionen Menschen mit Down-Syndrom. Die Häufigkeit des Auftretens ist dabei mit etwa 1 auf 800/1000 Geburten überall gleich. In Deutschland werden jährlich zirka 1200 Kinder mit Down-Syndrom geboren.
Erste Beschreibung durch Dr. Langdon Down

Der englische Arzt John Langdon Down (1828 – 1896) war der Erste, der im Jahre 1866 ausführlich Menschen mit den „klassischen Merkmalen” dieses Syndroms beschrieb und sie als abgrenzbare Einheit (Syndrom) erkannte. Damit unterschied er diese von anderen Menschen mit geistiger Behinderung.
Dr. Down wies damals schon auf die Lernfähigkeit der Kinder hin.
Genetische Ursache

1959 entdeckte Jérome Lejeune in Paris, dass Kinder mit Down-Syndrom in jeder Zelle 47 Chromosomen statt der üblichen 46 haben, wobei das Chromosom Nr. 21 dreifach in jeder Zelle vorhanden ist, statt üblicherweise zweimal. Diese Entdeckung führte zur Bezeichnung Trisomie 21.
Zellteilung

Bei der Befruchtung vereinigen sich die Keimzellen der Eltern. In einer Keimzelle befinden sich nur halb so viele Chromosomen wie in den anderen Zellen: 23 in der Eizelle und 23 in der Samenzelle. Die erste Zelle des Kindes hat somit 46 Chromosomen und beginnt sich dann zu teilen und zu vermehren. Jede neue Zelle hat 46 Chromosomen.
Zellteilung bei Trisomie 21

Es kommt vor, dass eine der Keimzellen ein zusätzliches Chromosom enthält (insgesamt 24 Stück). Dann entsteht bei der Befruchtung eine neue Zelle mit 47 Chromosomen. Ist dieses zusätzliche Chromosom eines der Nr. 21, kommt ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt.Oben beschriebene Trisomie wird freie Trisomie genannt, das Extra-Chromosom „schwebt frei herum?. 95 % aller Menschen mit Down-Syndrom haben diese so genannte freie Trisomie 21.
Besondere Formen des Down-Syndroms

Translokation
Bei der Translokation ist auch Extra-Chromosomenmaterial vorhanden. Ein Abschnitt eines zusätzlichen Chromosoms 21 schwebt nicht frei herum, sondern hat sich mit einem anderen Chromosom verbunden, meistens mit der Nr. 13, 14, 15 oder 22.
Bei dieser Variante des Down-Syndroms kann ein Elternteil „Überträger? sein. Es besteht eine erhöhte Chance, dass weitere Kinder auch mit dieser Form des Down-Syndroms zur Welt kommen. Translokation kommt bei zirka 3 % der Kinder mit Down-Syndrom vor.
Mosaik
Bei der Mosaik-Variante findet ein Nichtauseinandergehen (Nondisjunktion) der Chromosomen erst nach der ersten Zellteilung statt. Das Kind weist dann sowohl Zellen mit 46 als auch Zellen mit 47 Chromosomen auf. Trisomie-21-Mosaik kommt nur bei 1 bis 2 % der Kinder mit Down-Syndrom vor.
.....
Down-Syndrom –Â*Was ist das?

Die ältesten Zeugnisse für das Down-Syndrom sind Ton- und Steinfiguren aus der Olmec-Kultur vor 3000 Jahren.
Auf zwei Madonnenbildern von Andrea Mantegna (1431 – 1506) weisen die Kinder jeweils charakteristische Züge des Down-Syndroms auf. Auch auf einem Altarflügel in Aachen, der ungefähr 1505 gemalt worden ist, sowie auf Gemälden von Jacob Jordaens, Manet oder Degas hat man Menschen entdeckt, die die typischen Merkmale des Down-Syndroms erkennen lassen.

www.medizin-netz.de/kind/trisomie.htm
Elternbericht über Joanna Rohner
Kinder mit Down-Syndrom - Seite 3 - INTAKT Forum
ARBEITSKREIS DOWN-SYNDROM e.V. - Conny Rapp - Außergewöhnlich - Buchbesprechung - Presseberichte // außergewöhnlich [von conny rapp]

Uta

Geändert von Oregano (06.01.08 um 20:14 Uhr)

Down-Syndrom

Oregano ist gerade online
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Früher hieß das Down-Syndrom "Mongolismus". Diese Bezeichnung wurde aber abgeschafft:
Mongolismus" ist eine rassistische Verunglimpfung der Mongolen; Mongolismus wurde (und wird) in rassistischem Kontext gebraucht; mehrfach haben sich (s.u.) Vertreter der Mongolischen Volksrepublik gegen die Verwendung des Begriffs "Mongolismus" gewandt;
"Mongolismus" ist zugleich eine Verunglimpfung der Menschen mit Down-Syndrom durch die Gleichsetzung mit „Mongoloidem Schwachsinn“ bzw. durch Gleichsetzung von Menschen mit Down-Syndrom mit angeblich minderwertigen, nicht voll Mensch gewordenen Wesen;
1961 veröffentlichten 19 Unterzeichner in einem Artikel in „The Lancet“ die Aufforderung, den Begriff „Mongolismus“ nicht mehr zu verwenden: Darunter war ein Nachfahre von J.L.H. Down, Herr W. Langdon-Down und L. S. Penrose, die anmahnten, die Bezeichnung "Mongolismus" müsse zugunsten von "Langdon-Down-Anomalie", "Down-Syndrom" oder "Down-Anomalie", oder "kongenitale Akromik“ fallengelassen werden;
Erst 1965, als sich die mongolische Delegation bei der 18. Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegen den auch vom damaligen WHO-Präsidenten benutzten Begriff „Mongolismus“ gewandt hatte, wurde er in den Veröffentlichungen gemieden....
Trisomie 21 - Infos: Menschen mit Down-Syndrom, Eltern & Freunde

Ein anderer Namen für das Down-Syndrom ist Trisomie 21.

Uta

Down-Syndrom

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Der Spracherwerb bei Kindern mit Down-Syndrom gestaltet sich häufig deutlich verzögert, wobei hierfür in der Vergangenheit vor allem kognitive Defizite verantwortlich gemacht worden sind. In den letzten Jahren hat sich aber gezeigt, dass eine andere bedeutende Ursache einer verzögerten bzw. gestörten Sprachentwicklung in einer Hörverminderung liegen kann, die oft unbemerkt, als verborgene bzw. nicht unmittelbar erkennbare und auffallende Behinderung auftritt. Als häufigste Ursache einer Hörstörung bei Kindern mit Down-Syndrom gelten chronische bzw. rezidivierende Paukenergüsse, die mit einer Häufigkeit von etwa 60 % beobachtet werden. Aus dieser Beobachtung sind für diese Patientengruppe Empfehlungen für ein engmaschiges otologisches Screening alle drei Monate innerhalb der ersten drei Lebensjahre abgeleitet worden. Obwohl Balkany et al. berichten, dass eine seriöse Otitis media schon bei 15 % der Neugeborenen mit Down-Syndrom nachgewiesen werden kann, hat dies offensichtlich noch zu keinen Konsequenzen einer frühzeitigeren Patientenüberwachung geführt.
...
Hörstörungen müssen bei Menschen mit Down-Syndrom mit einer Häufigkeit von 50 % bis mehr als 70 % angenommen werden. Es ist hervorzuheben, dass dies schon im ersten Lebensjahr, vor allem aber in den ersten drei Lebensjahren (der Zeit der Sprachentwicklung), beobachtet werden kann. Die meisten Hörprobleme sind Schallleitungsstörungen, die zum größten Teil korrigiert bzw. verbessert werden können.

Ein frühzeitiger Nachweis und eine Behandlung dieser Hörstörungen sind gerade bei behinderten Kindern von größter Bedeutung, da sowohl ein einseitiger als auch beidseitiger milder bis mäßig ausgeprägter Hörverlust einen nicht unbedeutenden Einfluss auf den Spracherwerb und -gebrauch nehmen kann.
.........
Durch fehlende adäquate Stimulation des Hörsystems vom Beginn des Lebens an können sich morphologische und funktionelle Eigenschaften der Neuronen im Verlauf der Hörbahnen nur suboptimal ausprägen, sodass der Erwerb und das Verstehen von Sprache beeinträchtigt werden. Wie eine frühzeitige Diagnose und nachfolgende Therapie (eventuell medikamentöse, d.h. antibiotische Therapie, Parazentese, Paukenröhrchen, vorübergehende Hörgeräteanpassung, plastische Rekonstruktion der äußeren Gehörgänge) einer Hörstörung zusammen mit habilitativen Maßnahmen das Sprachvermögen schon im Säuglingsalter bei Kindern mit Down-Syndrom verbessern können, lassen Erfolge eines derartigen Therapieschemas erkennen. Ein aktives Vorgehen nach Fortbestehen eines Paukenergusses von länger als sechs Wochen scheint dabei angemessen.

Neben einem kardiologischen (angeborenes Vitium) und ophthalmologischen (angeborener Katarakt) Screening sollte bei Neugeborenen mit Down-Syndrom zusätzlich auch eine otologische Frühuntersuchung zum Nachweis bzw. Ausschluss eines Seromukotympanons etabliert werden.
Paukenergüsse bei Neugeborenen mit Down-Syndrom

Uta

Down-Syndrom

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Um genau zu sein müßten ohne eine Hypothese die Gene eine Kodierung für eine reduzierte Wachstumsrate, für eine reduzierte Kopfgröße und reduzierte Körpergröße bis zur Reife vornehmen. Es gibt keine vorgeschlagene Behandlungsbasis für diesen Zustand und das obwohl so etwas dringend gebraucht würde.Eine alternative Hypothese wäre, daß die reduzierte Wachstumsrate mit einem progressiv degenerativen Zustand zusammenhängt, bei dem Kinder mit Down-Syndrom einen abnormalen Stoffwechsel zeigen, der durch die zusätzlichen Gene bei Trisomie 21 verursacht wird. Dieser veränderte Stoffwechsel ist vermischt mit einer ungewöhnlichen Verdauung, welche aus spezifischen Ernährungsmängeln resultiert. Eine gut ausgewogene normale Ernährung ist leider nicht genug.

Vor allem auch deshalb, weil die meiste Nahrung bei essentiellen Vitaminen Mängel aufweist. Wir essen schon nicht genug gesundes Essen, und Kinder mit Down-Syndrom haben noch dazu diese abnormale Verdauungsbahn. Blutanalysen haben bei Kindern mit Down-Syndrom Defizite bei Vitamin B sowie einigen Aminosäuren gezeigt und auch der Folsäurenstoffwechsel ist unterschiedlich zu unserem.
SOD-1 wird vom 21. Chromosom chiffriert und tatsächlich gibt es bei Kindern mit Down- Syndrom eine 50 %ige Überproduktion von SOD-1 und eine 50 %ige Überproduktion eines Vorläuferproteins, welches in Zusammenhang mit Alzheimer steht.

Alle diese Faktoren produzieren hohen oxidativen Streß und das Peroxydniveau im Blut ist bei Kindern mit Down-Syndrom höher als üblich. Durch diese Stoffwechselfaktoren kommt es zu Aktivitäten von freien Radikalen, welche Zellschäden verursachen, daraus resultieren dann das abnormale Wachstum während der Kindheit, die verzögerte Entwicklung und ein beschleunigtes Altern in späteren Jahren. Dies wiederum ist der Beweis, daß diese Hypothese richtig ist. Antioxidative Therapien gemeinsam mit Nahrungsergänzung ist die Behandlungsbasis für diesen Zustand. Aber Hypothesen und Aussagen von Eltern allein genügen nicht, die Wissenschaft braucht statistische und überprüfbare Beweise. Daher wird zur Zeit ein zweijähriges medizinisches Forschungsprojekt, welches von der Down-Syndrom Forschungs-Stiftung gesponsert wird, durchgeführt.
....
Derzeit verwenden ungefähr 15.000 Kinder mit Down-Syndrom das TNI Programm, ein Nahrungsergänzungsprogramm, welches speziell dafür geschaffen wurde, Zellschäden zu verhindern und normaleres Wachstum und Entwicklung sicherzustellen. TNI beinhaltet eine weite Palette von Antioxidantien zusammen mit Vitaminen, Mineralien, einigen Aminosäuren, Ernährungsenzymen und Fettsäuren. Es wurde so konstruiert, daß jegliches Problemfeld ergänzt werden kann. Beinahe alle Eltern, die das TNI Programm verwenden, haben von verbesserter Gesundheit mit weniger Krankheitszuständen und einer schnelleren Genesungszeit - falls eine Krankheit auftritt - berichtet. Andere Berichte erzählen von einem beinahe normalen Wachstum und einem viel besseren Status in der Schule. Wie auch immer ist ein verbesserter IQ nicht der Hauptzweck bei diesem Programm und sowohl Forscher als auch Eltern sind sich sehr wohl der übermäßigen Betonung auf diesem Gebiet bewußt.

Andere Programmausgaben schließen die Verwendung von Piracetam als eine Droge, die zur Verbesserung der Gehirnfunktion beiträgt, ein. Hier berichtet man von vermehrtem phantasievollem Spiel und einer vermehrten Einbeziehung anderer Kinder. Man sagt, daß Piracetam die zwischenhemisphärische Kommunikation verbessert, welche ja bei Kindern mit Down-Syndrom ein Problem darstellt, und daß es ebenso das Gedächtnis verbessert. Diejenigen Kinder, deren Trisomie 21 bereits im Mutterleib erkannt wurde und deren Mütter sich selbst nach dem TNI Programm ernährten, wurden nahezu normal geboren. Es gibt eine Vermutung wonach der Mangel an Folsäure Trisomie 21 verursachen könnte, und dies bedarf einer Untersuchung durch ein weiteres Projekt. Zu wissen, daß es etwas gibt, das man tun kann ist ein erster Schritt und jede Intervention mit Antioxidantien ist besser als nichts zu tun, vor allem wenn es einen richtigen Beweis dafür gibt, daß es zu einer Zellschädigung durch die Aktivitäten freier Radikaler bedingt durch die genetische Überbetonung der Gene bei Trisomie 21 kommt.
www.down-syndrom.at/medizin/nahrung.html

Uta

Down-Syndrom

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Eine immer auftretende Frage bei Kindern/Jugendlichen mit einer Behinderung wie z.B. dem Down-Syndrom, vor allem, wenn es eine starke Ausprägung hat, ist die Sexualität, Aufklärung, Verhütung.
Das hat nun mit dem Thema "Genetik" nicht viel zu tun; es bezieht sich mehr auf Behinderungen.
Wenn das Thema hier nicht richtig ist: bitte verschieben.

Da das Down-Syndrom vererblich ist, ist es nicht einfach, darüber zu entscheiden, ob ein Down-Syndrom-Kind auch wieder Kinder bekommt. (Ich weiß nicht, ob man feststellen kann, ob ein Mädchen wieder ein Down-Syndrom-Kind bekommen würde). Also ist sind Aufklärung und Verhütung hier besonders wichtig - und schwierig.

Dadurch wird das Thema Verhütung aktuell. Als Mittel der Wahl gilt für nichtbehinderte wie behinderte Frauen die Antibaby-Pille. Sie ist die sicherste Verhütungsmethode, und es gibt mittlerweile so viele Präparate, dass der Arzt sie ganz individuell auf die Konstitution der Frau abstimmen kann.

Allerdings: In Zusammenhang mit anderen Medikamenten kann die Pille Wechselwirkungen haben, zum Beispiel mit Präparaten, die eine Epileptikerin nehmen muß. Auch durch Erbrechen oder Durchfälle und bei Einnahme von Antibiotika oder Abführmitteln kann - wenn auch selten - der Empfängnisschutz der Pille unterbrochen werden.

Als genauso sicher, aber als noch "praktischer" gilt die Dreimonatsspritze, weil man an die Verhütung nur viermal im Jahr denken muß. Diese Methode wird deshalb bei geistig behinderten Frauen in Wohnheimen am häufigsten angewandt. Allerdings ist sie umstritten, denn durch die Hormone können Schmierblutungen und Zyklusstörungen auftreten. Viele Frauen bekommen ihre Regel gar nicht mehr, was manche Betreuer als Vorteil ansehen, was aber zu Lasten der Gesundheit der Frau gehen kann.

Die Spirale wird bei geistig behinderten Frauen nur in Ausnahmefällen gelegt, denn Nebenwirkungen wie Rückenschmerzen und andere Beschwerden werden häufig gar nicht oder zu spät erkannt, weil die Frauen oft ein eingeschränktes Schmerzempfinden haben und nicht über Beschwerden klagen, obwohl sie weiche haben.

Und was gibt es für geistig behinderte Männer?

Bislang leider nur das Kondom. Da mit der Anwendung schon viele nichtbehinderte Männer ihre Probleme haben, ist es für geistig behinderte Männer nur in Ausnahmefällen zu empfehlen. Die »Pille für den Mann« wird es sobald nicht geben, sondern eventuell eine Spritze. Sie enthält das männliche Hormon Testosteron und senkt die Samenproduktion für drei bis sechs Monate. Aber noch gibt es keinen Pharmakonzern in Deutschland, der diese Spritze herstellen und vermarkten will.

Weil es die ideale Verhütungsmethode nicht gibt, wollen viele Eltern ihre Töchter - fast immer sind es die Töchter - sterilisieren lassen.

Sterilisation ist nur möglich mit Einwilligung des Behinderten und sollte nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn feststeht, daß ein geistig behinderter Mensch einen Partner oder eine Partnerin gefunden hat und mit ihm oder ihr tatsächlich Sex hat.

Vielen geistig Behinderten genügt das Schmusen, das Zusammengehörigkeitsgefühl. Nur etwa 15 bis 20 % der mittel- bis schwerbehinderten Menschen sind in der Lage, den Geschlechtsverkehr tatsächlich durchzuführen.

Was die Eltern von Söhnen mit Down-Syndrom interessieren wird: In der Medizingeschichte war lange kein Fall bekannt, in dem ein Mann mit Down-Syndrom ein Kind gezeugt hätte. Man glaubte also mit Fug und Recht, dass Männer mit Down-Syndrom keine Kinder zeugen können. Zwar wird nun aber doch in der Fachliteratur von einem 29 Jahre alten Mann mit Down-Syndrom berichtet, der mit einer Frau, die einen normalen Chromosomensatz hatte, ein chromosomal nicht verändertertes Kind gezeugt haben soll. Doch der Nachweis der Vaterschaft ist nicht eindeutig. Es gilt also: Die Fruchtbarkeit von Männern mit Down-Syndrom ist deutlich eingeschränkt. Eltern, deren Sohn ein Down-Syndrom hat, brauchen sich im allgemeinen nicht zu ängstigen, dass ihr Sohn Vater wird.

Frauen mit Down-Syndrom gelten als "normal" fruchtbar. Ihre Kinder sind - ein gesunder Vater vorausgesetzt - zu 50 Prozent gesund. 50 Prozent sind vom Down-Syndrom betroffen. Prof. Joachim Walter2 zitiert aus der Literatur von 1990 dazu: Bei 29 genau untersuchten Schwangerschaften bei 26 Frauen mit Down-Syndrom wurden 10 Kinder mit der gleichen Behinderung geboren, während 18 Kinder einen normalen Chromosomensatz aufwiesen.

Damit sind wir an einem wichtigen Punkt: Die Ängste der Eltern. Ich kann die Eltern gut verstehen, die Angst davor haben, dass ihre Tochter schwanger wird, ihr Sohn ein Kind zeugt. Dass sie nun, nachdem sie ihr behindertes Kind grossgezogen haben, sich nun auch noch um ein - vielleicht - behindertes Enkelkind kümmern müssen. Viele Eltern, gerade von Töchtern, glauben daher, sie könnten erst wieder ruhig schlafen, wenn ihre Tochter sterilisiert ist.

Vor dem Inkrafttreten des neuen Betreuungsgesetzes 1992, das auch die Sterilisation regelt, wurden pro Jahr rund 1000 geistig behinderte Menschen, meist minderjährige Mädchen, ohne ihre Einwilligung sterilisiert. Getarnt wurde das durch Eltern und Ärzte als Blinddarmentzündung, als Bauchspiegelung.

Jetzt gilt:

Eine Sterilisation darf nur durchgeführt werden, wenn die oder der Betroffene

- über 18 Jahre alt ist,

- wenn sie oder er einwilligt.

Kann er das nicht, darf ein extra dafür bestellter Betreuer für sie/ihn einwilligen, aber nur

-wenn dies dem Willen des Betreuten nicht widerspricht

- feststeht, daß der Betreute auf Dauer einwilligungsunfähig bleiben wird

- anzunehmen ist, dass es ohne Sterilisation zu einer Schwangerschaft kommen würde

- wenn einig Schwangerschaft eine Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Mutter darstellen würde

- wenn die Schwangerschaft nicht durch andere zumutbare Mittel verhindert werden kann

Das Vormundschaftsgericht muß die Sterilisation genehmigen.

Die Sterilisation darf erst zwei Wochen nach der Genehmigung durchgeführt werden, damit Zeit für einen eventuellen Einspruch bleibt.

Danach ist Sterilisation einwilligungsunfähigen Menschen also nur in Erwägung zu ziehen, wenn zwei Menschen sich gefunden haben, wirklich miteinander schlafen wollen und können und wenn die Frau die Pille nicht verträgt....
down-syndrom-netzwerk.de/bibliothek/achilles.html

Ein schwieriges Thema, finde ich.

Gruss,
Uta

Down-Syndrom

Oregano ist gerade online
Themenstarter Beiträge: 62.219
Seit: 10.01.04
Je früher die Diagnose "Down-Syndrom" gestellt werden kann, desto früher können sich Eltern/Mütter entscheiden, ob sie das Kind zur Welt bringen werden.

Früherkennung von Down-Syndrom
Nur qualifizierte Ultraschallärzte deuten Nackentransparenz richtig

Hamburg - Ob ein Kind mit einem Down-Syndrom zur Welt kommt, kann ein Arzt häufig schon früh in der Schwangerschaft anhand der sogenannten "Nackentransparenz" im Ultraschallbild erkennen. Die Untersuchung ist jedoch anspruchsvoll und gelingt erst nach intensivem Training. Dies hat eine Studie bestätigt. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) setzt sich deshalb verstärkt für eine mehrstufige Fortbildung der Ultraschallärzte ein.
Die Nackentransparenz im Ultraschallbild entsteht dadurch, dass sich hinter der Haut im Nackenbereich Flüssigkeit sammelt. Ist dieser Bereich dicker als im Durchschnitt, weist dies auf ein Down-Syndrom oder andere Störungen in der Chromosomenzahl hin. "Zusammen mit einer Blutuntersuchung können erfahrene Ärzte solche Trisomien in etwa 90 Prozent der Fälle richtig vorhersagen"
DEGUM: Früherkennung von Down-Syndrom

Uta

Down-Syndrom

Asiate ist offline
Beiträge: 670
Seit: 04.11.06
Menschen mit dem Downsyndrom haben sehr oft biochemische Unausgeglichenheiten wie Histaminschwankungen,Schermetallbelastungen und oder Pyrrolurie.
Das Pfeiffer Treament Center in Chicago behandelt auch solche Menschen orthomolekular und konnte oftmals sehr gute Erfolge erzielen.So verbesserten sich Konzentration,Hyperaktivität und dergleichen oft dramatisch.
Das einizige was nicht zu beeinflußen war ist die geistige Zurückgebliebenheit.
__________________
Lasst euch nicht in die geistigen Käfige anderer sperren! Denke frei, sei frei! Alles ist möglich!

Down-Syndrom
Weiblich KimS
Menschen mit Down-Syndrom sind übermässig betroffen von Atlanto-Axiale Instabilität. Daher werd auch oft abgeraten die Kinder teilnehmen zu lassen an Kontaktsporte, und bei operativen Eingriffe soll extra Vorsicht betrachtet werden bei der Intubation, gerade wegen diese Instabilität.

LG
Kim

PS: Auffällig oder....?

Down-Syndrom

Kathy ist offline
Beiträge: 3.350
Seit: 06.03.07
Hallo Uta

deine Ausführungen sind sehr interessant. Ich wusste nur wenig über das Down-Syndrom.

In einem Vortrag der Anthroposophischen Gesellschaft erklärte der Redner einmal das Down-Syndrom aus geistiger/spiritueller Sicht, was ich auch ausserordentlich interessant fand.

Gruss
Kathy


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