Krank durch ererbte Viren? - Enzym-Defekt durch uralte Virusteile

29.08.13 22:28 #1
Neues Thema erstellen

hitti ist offline
Beiträge: 1.896
Seit: 26.02.12
Ich habe einen interessanten Artikel gelesen und möchte ihn gerne im Forum einstellen:

journalMED - Krank durch ererbte Viren? - Enzym-Defekt bringt Forscher auf uralte Viruselemente

Auszüge:

Die Arbeitsgruppe von Prof. Axel Roers am Institut für Immunologie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU-Dresden untersucht deshalb im Rahmen der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Klinischen Forschergruppe 249 die Auswirkungen der Enzymdefekte im Mausmodell. In der aktuellen Ausgabe des Fachblattes "Cell Reports"berichtet die Gruppe, dass Mäuse mit genetischem Defekt des Enzyms SAMHD1 spontan eine antivirale Immunantwort in Gang setzten - ohne aktuelle, nachweisbare Virusinfektion. Die Dresdner Immunologen vermuten fossile virale DNA-Sequenzen als mögliche Ursache. Da bekannt ist, dass eine unkontrollierte, chronische Aktivität der antiviralen Immunität entzündliche Erkrankungen hervorrufen kann, spiegelt dieser Befund wahrscheinlich einen entscheidenden Mechanismus der Krankheitsentstehung wider.

....

Eine attraktive Erklärung für dieses Rätsel könnten fossile virale DNA-Sequenzen darstellen, die in sehr großer Zahl das Erbgut von Säugetieren bevölkern. Während die meisten Kopien dieser endogenen Retroviren und Retrotransposons durch Mutationen im Laufe der Evolution ihre Funktionstüchtigkeit eingebüßt haben, sind einige jedoch noch aktiv und in der Lage, sich im Genom zu vervielfältigen. Eine wichtige Funktion von SAMHD1 könnte darin bestehen, die Aktivität dieser ererbten viralen Elemente zu unterdrücken.

Der Verlust von SAMHD1 könnte zu unkontrollierter Aktivität der Viruselemente führen und die für das Aicardi-Goutières Syndrom und Lupus erythematodes typische chronische antivirale Immunantwort induzieren, welche letztlich die Gewebsentzündung verursacht. Die von der Dresdner Arbeitsgruppe entwickelte SAMHD1-defiziente Mauslinie, wird eine große Hilfe bei der Überprüfung dieser Hypothese darstellen.
Ich finde das sehr interessant, würde es doch im Ansatz viele bisher unerklärbaren Symptome und Krankheiten zumindest eine Daseinsberechtigung geben können und anderes vielleicht denkbar.

Vielleicht kommt hier auch eine Erklärung für ererbten Miasmen, wie es sie in der klassischen Homöopthie gibt.

Grüße

hitti

P.S.: Die Hervorhebungen im Zitat sind von mir.


Geändert von hitti (29.08.13 um 22:40 Uhr)

Krank durch ererbte Viren? - Enzym-Defekt durch uralte Virusteile
Clematis
Hallo Hitti,

interessant was da so alles entdeckt werden soll bzw. vermutlich wurde. Doch leider steht diese Forschung von Anbeginn auf tönernen Füßen! Zitat aus deinem Link:

Die Frage, wie das antivirale Immunsystem bei diesen Patienten und in Mäusen mit Aicardi-Goutière Syndrom-assoziierten Gendefekten aktiviert wird, steht im Mittelpunkt internationaler Forschungsanstrengungen. SAMHD1 hat bekanntermaßen antivirale Aktivität und unterdrückt wirksam die Vervielfältigung der Erbinformation von HI-Viren (HIV) bei betroffenen Patienten. Der Defekt dieses antiviralen Faktors führt im Mausmodell der Dresdner Arbeitsgruppe um Prof. Roers auch zu einer spontanen Aktivierung des antiviralen Immunsystems, obwohl keine Infektion mit einem Virus nachweisbar ist.
Da dieser HI-Virus noch nie gefunden wurde, was ja inzwischen ganz offen, auch von Wissenschaft und Politik, zugegeben wird, beginnt diese Forschung schon von vornherein mit falschen Annahmen. Das Ergebnis, wie immer es dann aussehen mag, ist daher in jedem Falle höchst zweifelhaft - denn sie können gar nicht wissen, daß SAMHD1 diesen Virus "wirksam unterdrückt" - dazu müßte er erst mal sequenziert werden und zuvor auch gefunden worden sein.

Diese Forschung sieht daher eher nach Beschäftigungstherapie aus....

Gruß,
Clematis

Krank durch ererbte Viren? - Enzym-Defekt durch uralte Virusteile

Tarajal ist offline
Beiträge: 4.451
Seit: 12.05.13
Nun, zumindest geht die klassische Homöopathie von vier Grundnosoden in der Geschichte der Menschheit aus:

Luesinum (Syphillis), Psorinum (Krätze), Medorrhinum (Tripper), Tuberkulinum (Tuberkulose)

Von diesen Grundnosoden aus entstanden nach Ansicht der klassischen Homöopathie im weiteren Verlauf alle anderen Erkankungen.

Das heißt, auch jede heutige Erkrankung ist auf zumindestens eine dieser vier Nosoden zurück zu führen.
So, wie das Stammbaumprinzip, dass alle Menschen einen gemeinsamen Ursprung haben, hat auch das Krankheitsprinzip einen gemeinsamen Ursprung in Form der vier Grundnosoden.

Liebe Grüße Tarajal :-)

Krank durch ererbte Viren? - Enzym-Defekt durch uralte Virusteil

Rota ist offline
Beiträge: 2.561
Seit: 22.07.08
Hallo Tarajal,

QUOTE]]Nun, zumindest geht die klassische Homöopathie von vier Grundnosoden in der Geschichte der Menschheit aus:

Luesinum (Syphillis), Psorinum (Krätze), Medorrhinum (Tripper), Tuberkulinum (Tuberkulose)[/QUOTE]

Darf ich kurz mal dazwischen gehen?

Nosoden sind die Mittel, die heute aus dem Material einer bestehenden Krankheit hergestellt werden und gegen die ganz spezielle Krankheit eines bestimmten Patienten zurückinjiziert werden um zu heilen. Man schickt das Material z.B. an eine diebezügliche Firma (Namen nenne ich jetzt mal nicht) und läßt die Nosode herstellen. Neuerdings gibt es Nosoden auch schon ohne das persönliche Material, ob die aber so gut helfen weiß ich nicht.

Die 4 Grundkrankheiten nach Hahnemann heißen Misamen, naturheilkundlich auch Urübel genannt. Darüber hinaus gibt es noch die Erbkrankheiten, die ein Feld für sich darstellen, wobei aber auch die Miasmen Platz finden.

Liebe Grüße
Rota
__________________
Alles Gelingen hat seine Gründe, alles Mißlingen hat sein Geheimnis Joachim Kaiser, Musikkritiker


Optionen Suchen


Themenübersicht