Psychedelika / Halluzinogene

01.08.07 10:12 #1
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Psychedelika

Sine ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Auch wenn A. Hofmann der Entdecker des LSD war, behaupte ich mal, dass die von mir genannten drei Herren wenig von synthetisch hergestellten Psychedelika halten.
Ich bitte um Korrektur, wenn ich mich irre.
Deshalb kann man ihnen auch keine wirtschaftlichen Interessen vorwerfen.
Christian Rätsch hat einen Aufsatz zum Thema:
Schamanismus vs. halluzinogen-unterstützte Psychotherapie
verfasst.
Wer sich dafür interessiert, kann hier lesen:
Dr. Christian Rätsch - Article
Auch ich finde das Thema hochinteressant und ich freue mich, dass wir mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl darüber diskutieren können!
Sine

Psychedelika/alles kann mißbraucht werden

Valentin ist offline
Beiträge: 349
Seit: 11.09.06
Hallo Sine,
schön, dass du dieses Thema zur Sprache bringst.
In meiner Vorgeschichte bin ich zwei Mal mit Halluzinogenen in Kontakt gekommen, innerhalb eines halben Jahres. Das erste Mal war wahrscheinlich sehr "normal" (erst warten, dann viel gekicher und gelächter über die vielen bunten Farben, später Unzufriedenheit, Traurigkeit, Alleingelassensein aber auch außerkörperliche Reisen und Wahrnehmungen).
Das zweite Mal war nicht normal. Erst: gar nichts, dann ganz unmerklich nimmt die Gedankenaktivität zu und das Ausdrucksvermögen (Sprache) ab. Ich sass also irgendwann da, mit versteinertem Gesicht, und habe nicht mehr sprechen können. Aber ich hatte eine ganz subtile Wahrnehmung. Der Zustand hielt drei Tage an. Ich war außer Stande mich zu irgendwas zu äußern, nur ja sagen ging, oder ganz einfache Sätze.
Dann stand es an, dass ich wieder zur Arbeit gehe, da habe ich mich selbst in die Psychiatrie eingewiesen. "In die Hände des Feindes." Ich dachte die machen mich zum Versuchskaninchen. Drei Monate später kam ich wieder raus, richtig "gesund" habe ich mich zweieinhalb Jahre später wieder gefühlt.


Mit großer Wahrscheinlichkeit werde ich nie mehr in meinem Leben Halluzinogene zu mir nehmen. Trotzdem halte ich diese Mittel für sehr potent, wenn es um die Erforschung der eigenen Psyche geht. In der Schweiz gibt es verschiedene Psychiater, die eine Lizenz haben, mit Substanzen wie LSD oder Psylozybin zu arbeiten, und ich kenne eine Frau, die regelmäßig mit einem erfahrenen Arzt solche "Sessions" macht. Auch das kann ich unterstützen.

Ich finde es aber völlig unangemessen, wenn der Rahmen, in dem die Einnahme von Halluzinogenen stattfindet nicht genügend geschützt ist, und wenn die nötige Führungsqualität beim Leiter nicht vorhanden ist (es womöglich gar keinen Leiter gibt). Das sind dann zum Beispiel Partys, wo aus Laune-Gründen Trips eingefahren werden, o.ä.

Ich plädiere für einen Verantwortungsbewußten Umgang mit solch hochpotenten Mitteln, und für die Einstellung: im Zweifelsfall sein lassen.
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Egal was du tust, tu es bewußt.

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Psychedelika

Sine ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo Valentin.
Danke für deinen Erfahrungsbericht!
Mich würde interessieren, wie du in der Psychiatrie behandelt worden bist.
Und was du nachher noch unternommen hast, bis du dich wieder gesund gefühlt hast.
Liebe Grüsse, Sine

Psychedelika

Valentin ist offline
Beiträge: 349
Seit: 11.09.06
Ich weiss nicht genau, was dazu geführt hat, dass ich mich wieder gesund gefühlt habe, aber ich habe mich drei Tage hintereinander mit dem Clark-Zapper behandelt, als ich zu einem Freund fuhr, um ihm das Ding zu zeigen, hatte ich sozusagen eine Eingebung: das Gefühl, das ich da hatte, war eines, dass ich nur von VOR meiner ersten Pilzeinnahme kannte.

In der Psychiatrie habe ich Risperdal bekommen, ein Antipsychotikum und anfangs noch Tawor, ein starkes Beruhigungsmittel. Was mir am meisten geholfen hat, waren meine Mitpatienten, sie haben mir gezeigt wie schlecht es mir gehen KÖNNTE.
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Egal was du tust, tu es bewußt.

Psychedelika

Sine ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo an diesem schönen Sonntagnachmittag!
Dr. Wolf - Dieter Storl hat freundlicherweise eine Stellungnahme zum Thema geschrieben. Ich zitiere daraus:
Als physisch inkarnierte Wesen auf dieser Erde ist es vor allem richtig und wichtig unsere Welt, die Natur und Mitwelt kennenzulernen, in dem man hinausgeht und seine realen Erfahrungen macht
und die Lebensabenteurer durchlebt. Bewußtseinsverändernde Substanzen werden in vielen indigenen Gesellschaften zur Einstimmung auf die gesistigen Hintergründe eingesetzt und um die Geistwesen kennenzulernen. Das geschieht im sozial-santionierten (gesellschaftlich getragenen) Rahmen von Initiation, etwa Jugendinitiationen, jahreszeitlichen Stammesfesten, oder bei Visionssuche und Heilritualen der schamanischen Heiler. Diese Aspekte fehlen weitgehend in unserer heutigen Industriegesellschaft. Der Trip ist oft Fluchtversuch aus einer tristen, überregulierten Welt in eine "andere" virtuelle Realität; oder ein cooler Kick in der gelangweilten Spassgesellschaft. Leute mit Kifferwahn und Koksegoismus, LSD-Avatare kurz vor dem Kurzschluss begegnen mir immer wieder, oder Jugendliche, deren Seelen nach Ayahuasca wehrlos offen ("blown open) sind, die man dann rupfen kann wie Käfighühnchen. Der soziale Kontext ist also ein ganz anderer.
Ihr seht also, kein abgehobener Freak, sonder ein auf dem Boden gebliebener Mensch, trotz jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema.


Quelle: Peyote y San Pedro - Plantas y alcaloides visionarios

Liebe Grüsse, Sine

Psychedelika

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Sine

Als physisch inkarnierte Wesen auf dieser Erde ist es vor allem richtig und wichtig unsere Welt, die Natur und Mitwelt kennenzulernen, in dem man hinausgeht und seine realen Erfahrungen macht
und die Lebensabenteurer durchlebt.

Hier kommt zum Ausdruck, auf das was ich hingewiesen habe. Das Einstehen für sogenannte Psychedelika hat mehr mit Glaube/Religion zu tun, als mit Wissenschaft. Es beruht zB wie zitiert auf dem Glauben, das wir physisch inkarnierte Wesen sind. Auf diesem Glauben (der dunkle Kräfte in einem drinnen im geistig schutzlosen "Rausch" unbemerkt bewirkt haben, wird dann aufgebaut.

eingesetzt... um die Geistwesen kennenzulernen.
Genau, die Geistwesen die einem wunderbar täuschen können, während diejenigen schutzlos ihnen ausgeliefert sind, was man an vielen Abstürzen, Persönlichkeitsveränderungen, Suizide, etc mit künstlichen wie natürlichen Drogen feststellen kann. Zumindest letzteres ist unwiederlegbar. Zu meinen, wenn man die Droge in der materiellen Welt nimmt, sei das materielle Umfeld in der Lage, die drogennehmende Person auch geistig zu schützen, ist wirklich ein Witz. Das wäre in etwa so, wie man man meinen würde, durch ein Funkgerät jemanden helfen zu können, der im tiefsten Urwald wilden Tieren begegnet.

Das geschieht im sozial-santionierten (gesellschaftlich getragenen) Rahmen von Initiation, etwa Jugendinitiationen, jahreszeitlichen Stammesfesten, oder bei Visionssuche und Heilritualen der schamanischen Heiler. Diese Aspekte fehlen weitgehend in unserer heutigen Industriegesellschaft.
Dieser Aspekt fehlt tatsächlich immer mehr in unseren Gesellschaften. Dies kann aber leicht anderweitig angegangen werden, ohne Drogen.

LSD-Avatare kurz vor dem Kurzschluss begegnen mir immer wieder, oder Jugendliche, deren Seelen nach Ayahuasca wehrlos offen ("blown open) sind, die man dann rupfen kann wie Käfighühnchen.
Zu meinen, man könne die geistigen Wesen hindern einem nicht zu rupfen wenn sie es wollten, bzw wenn diese Wesen in der bisherigen Existenz des Drogenkosumenten keinen Vorteil mehr sehen, ist sehr naiv.
Nochmals es ist bekannt, was Drogen bewirken und wie sie Leben zerstören können. Zu meinen, wir könnten weltlich die geistigen Irrfahrten durch Drogen im Griff haben und die geistigen Mächte kontrollieren, ist unbewusster Grössenwahn. Das sich diese Mächte einige menschliche Vertreter als Vorzeigeobjekte halten, damit immer mehr Menschen zu solchen Sachen verführt werden, ist eigentlich logisch und kennen wir von der Werbung etc zur genüge. Also seid wachsam und Hände weg von solchen Sachen
__________________
Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

Psychedelika

phil ist offline
Beiträge: 1.702
Seit: 25.01.05
Paranoia (Verfolgungswahn) ist eine der angeblich durch Drogenkonsum hervorgerufene Folge. Vielleicht wird diese aber auch durch den abhanden gekommenen Realitätssinn, bzw. verzerrte Wahrnehmungsfähigkeit ausgelöst. Und da sind beileibe nicht stoffliche Drogen alleine die Ursache. Da dürften Politik, Religion und wirtschaftlich indoktrinierte Existenzängste die weitaus grössere Zahl an Opfern fordern - auch wenn jedes Opfer, gleich aus welchem Grund - eines zu viel ist.

Psychedelika

Sine ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Lieber Beat.
" Inkarnation " kann man meiner Meinung nach mit " Fleischwerdung " am ehesten übersetzen. - Ein Wort, das dir vielleicht weniger fremd ist.
Wenn du den Rest des Satzes noch einmal in diesem Zusammenhang durchliest, kannst du die gemachte Aussage vielleicht besser einordnen.
Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass in diesem Thread niemand dazu aufgefordert werden soll, irgendwelche Drogen auszuprobieren und kann deinen letzten Satz nur unterstreichen:
Also seid wachsam und Hände weg von solchen Sachen
Wir hier in der europäischen Wohlstandsgesellschaft sollten uns tunlichst daran halten.
Dass wir aber nicht das Mass aller Dinge sind, sollte man bitte nicht vergessen.
Sine

Psychedelika

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Phil

Paranoia (Verfolgungswahn) ist eine der angeblich durch Drogenkonsum hervorgerufene Folge. Vielleicht wird diese aber auch durch den abhanden gekommenen Realitätssinn, bzw. verzerrte Wahrnehmungsfähigkeit ausgelöst. Und da sind beileibe nicht stoffliche Drogen alleine die Ursache.
Genau das was ich ja schrieb. Dies ist nicht (immer) rein stofflich zu betrachten sondern hat mit (Wesen) der geistigen Welt zu tun
__________________
Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

Psychedelika

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Sine

" Inkarnation " kann man meiner Meinung nach mit " Fleischwerdung " am ehesten übersetzen. - Ein Wort, das dir vielleicht weniger fremd ist.
Mir sind beide Worte nicht fremd und in beiden wird gesagt, das etwas geistiges Mensch( oder vieleicht noch Tier) wird, dh vorher etwas geistiges da war.

Wenn du den Rest des Satzes noch einmal in diesem Zusammenhang durchliest, kannst du die gemachte Aussage vielleicht besser einordnen.
Denke habe mich da zu unklar ausgedrückt. Kann die Aussage einordnen, weiss was damit gemeint ist. Wollte nur darauf hinweisen, das für die Aussage des Rest des satzes, es eine (die obgenennte) Glaubenshaltung braucht.

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass in diesem Thread niemand dazu aufgefordert werden soll, irgendwelche Drogen auszuprobieren und kann deinen letzten Satz nur unterstreichen:
Mit meinem Hände weg meinte ich eben auch bei angebliche überwachten Bedingungen, da dies eben wie erwähnt nicht möglich ist, oder auch unter praktisch allen anderen Umständen gilt.

Wir hier in der europäischen Wohlstandsgesellschaft sollten uns tunlichst daran halten.
Dass wir aber nicht das Mass aller Dinge sind, sollte man bitte nicht vergessen.

a das ist so. Ich lehne es sowohl unter "kontrolliertzen" Bedingungen im Westen, wie auch unter zB schamatischen (okkulten) Bedingungen in anderen Welten ab.
Begründung: Man kommt oft wie der Autor erwähnt, eben mit den geistigen Wesen in Kontakt, welche einen negativen Einfluss haben werden, sei dieser latent oder offen (suizid), merklich oder mit Zuckerguss überdeckt.
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Liebe Grüsse
Beat

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