Cannabis und Folgen

11.04.07 18:36 #1
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Cannabis und Folgen

Holon ist offline
Beiträge: 241
Seit: 04.04.07
hallo,
mir ist nochwas wichtiges eingefallen zum thema "stoffgebundene" süchte allgemein.
ein ganz wichtiger faktor in bezug auf abhängikeit ist die soziale einbindung. so ist es z.b. ein grundlegender unterschied ob man sich bisweilen auf festen mit freunden mal bekifft /betrinkt oder ob man dies alleine tut . das soziale netz hat offenbar sowas wie eine sicherungfunktion die oft vor dem absturz in die verelendung bewahrt.
natürlich hilft es nicht bei den körperlichen folgen wie krebs ect.
beim kiffen kann es eine unterstützung sein das menschen sich nicht in isolation begeben und dort dann völlig abstürzen.
z.b. in einem dorf in meiner nähe kann man (muß man ;-)) erleben wie fast alle männlichen bewohner im kollektiven totalrausch sind beim schützenfest.
was aber anders ist als beim einsamen quartalstrinker ist das diese leute alle ohne ausname am andern tag brav wieder bei ihrer arbeit zu sehen sind. neben der sozialen kontrolle ist sicher ein wichtigerpunkt das der rausch nicht als rückzug erlebt wurde sondern sie im kontakt blieben. (rückzug führt tendenziel eher in richtung antriebslosigkeit, depression).
ähnliches ließe sich auch von leuten berichten die kiffen.
die die es in ihr leben einbauen können und weiter funktionieren sind wohl immer eher die welche es gemeinsam praktizieren.
aber wiegesagt es ist nur ein teilaspekt. psychosen u. Krebs ect. bleiben davon wohl unberührt. es ging hier mehr um differenzierung und den abhängikeits/verelendungs aspekt.
lieber gruß andreas

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Done ist offline
Beiträge: 169
Seit: 15.02.07
Zitat von soullove Beitrag anzeigen
hi Uta,


wenn sich die folgen sich herausstellen ist auch der verantwortnung bei denen.

lg brigit.
Hi Soullove, das sehe ich anders, wenn sich Folgen des Mißbrauchs einstellen, bekommen plötzlich die anderen dafür die Verantwortung, die Gesellschaft, die Familie leidet mit und die nähere Umgebung bekommt dadurch mehr Verantwortung. Es ist schon vorgekommen, dass nach dem Genuß von Cannabis "Flashs" - die sehr unangenehm sind entstanden sind oder jemand, der schisophren war anschließend einen Schub bekommen hat.
Dann ist derjenige, der sich das Zeug reingezogen hat aus der Verantwortung und die Gesellschaft und die Familie müssen es richten.
Cannabis ist bei weitem nicht mehr so "harmlos", wie es vielleicht noch vor 20 Jahren war.
Wenn jemand verantwortlich handelt, dann wird er es nicht ausprobieren.

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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RRichter ist offline
Beiträge: 1.312
Seit: 18.12.06
hallo!

laut untersuchungen wurde festgestellt das die konzentrazion der wirkstoffe in cannabis sich in den letzten 15 jahren verdreifacht hat.

also das harmlose kraut wie es früher gerne bezeichnet wurde ist es sicher nicht.

auch vertrete ich die auffassung das der zugang zu anderen drogen leichter ist wenn man schon (angenehme) erfahrung mit cannabis gemacht hat.


grüße
richter

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human ist offline
Beiträge: 969
Seit: 20.01.06
wenns dreimal so stark ist, dann macht man halt weniger rein. wodka trinkt man schliesslich auch nicht wie weisswein.

wenns kontrolliert abgegeben werden würde, würde man wissen, wie stark es ist. dass DAS gras insgesamt stärker geworden ist, ist natürlich blödsinn.

das ALLE kiffer schnarchige zeitgenossen sind, ist ebenso blödsinn.

sorry, aber die letzten beiträge erinnen mich stark an die formulierung der größten österreichischen zeitung.

neben kiffen kann so ziemlich jedes andere hobby, etc folgekosten für die gesellschaft verursachen, oder?

auf der anderen seite pfeiffen militante cannabisgegner aber gemütlich songs von den beatles, bob marley, steppenwolf, rolling stones etc nach, fühlen sich durch diese klänge viel besser, sie bereiten ihnen nen schönen abend durch dessen musikinterpretationen u wissen am ende nicht mal wie diese töne entstanden sind.
oder noch besser: sie wissen, dass die stones dauerdruff waren u denken sich typisch kleinbürgerlich: na die haben ja dürfen, waren ja die stones.

dieses gegen cannabisgequatsche ist für mich purer mainstream, weil der staat vor 50 jahren "njet" dazu gesagt hat. genutzt wurde diese pflanze aber schon sooo lange, entweder um zb seile anzufertigen oder um sich zu berauschen, ja mei. this opinion is just mainstream

wer nicht will, braucht nicht.

so jetzt hab ich mal meinen dampf so richtig abgelassen....

...würde genauso schreiben, wenn es dem staat auf einmal einfallen würde, jetzt kaffee oder bier zu kriminalisieren. for what?

greetz
human

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oli
Zitat von human Beitrag anzeigen
dass DAS gras insgesamt stärker geworden ist, ist natürlich blödsinn.

das ALLE kiffer schnarchige zeitgenossen sind, ist ebenso blödsinn.
Warum soll das Blödsinn sein ?
Wenn die Stichproben eine dreifache Erhöhung des THC-Gehalts aufgewiesen haben, ist das doch kein Blödsinn.

In den Siebzigern wurde jedenfalls kein super höchgezüchtetes oder gen-manipuliertes Superskunk geraucht.

Hollandgras wird in quasi-industriellem Maßstab mit der entsprechenden Professionalisierung angebaut. Da macht man halt Fortschritte.

Was aber stimmt: Alle Kiffer sind schnarchige Zeitgenossen, genauso wie alle Arbeitslosen faul oder alle Amalgamvergifteten Bekloppte sind. So ist das nun mal, sieh es einfach ein.

Ansonsten wusste ich garnicht, dass Du so leidenschaftlich und mit Pfeffer schreiben kannst. Kenne Dich nur "östereichisch-laid-back"

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chiara ist offline
Beiträge: 259
Seit: 22.02.07
Hallo zusammen,

ich habe die Beiträge jetzt nur überflogen, aber ich denke, es spiegelt sich dort auch das wieder, was ich immer wieder schon gehört habe. Einige verharmlosen das kiffen, andere verteufeln es. Ich persönlich gehöre zu letzteren Sorte. Ich bin der Meinung es ist eine Einstiegsdroge. Ich selbst habe einen gehörigen Respekt vor allen Drogen, konnte es mir jedoch nicht verkneifen zweimal zu kiffen. Bekommen ist es mir nicht, es wurde mir regelmäßig schlecht und einen besonderen Kick verspürte ich nie. Gut, ich kenne dafür umso mehr Menschen die gekifft haben, da ich aus einer Generation komme, wo das kiffen so gehandelt wurde, wie heute der Alkohol - nämlich locker. Manch einer meiner früheren Freunde zog sich seinen Bedarf im Hinterhof oder auf der Fensterbank. Früher dachte ich, nun gut - was soll`s - Leben und leben lassen. Dann machte ich eine Ausbildung beim Arzt und dort hatten wir einige Drogenabhängige zu betreuen. Ich stellte damals schon fest, dass für alle die "Karriere" über Cannabis begonnen hatte. Später arbeitete ich ehrenamtlich in der Jugendbetreuung des DGB und bei der Drogenberatung. Dort habe ich dann die richtig harten Fälle kennengelernt... Einstiegsdroge auch hier Cannabis. Ich sah mich oftmals schier ohnmächtig und die Verzweiflung ob der aussichtslosen Fälle nahm manchmal Überhand. Ich sah einige meiner Freunde sterben im Drogenrausch, einige erhängten sich "nur" zugekifft. Ein absoluter Sumpf aus dem es kaum ein Entkommen gab. Und dann hieß es der Drogenkonsum soll liberalisiert werden. Welcher Hohn! Klar verstehe ich die Beweggründe - man wollte der Drogenmafia die Grundlage entziehen... aber so? Ich denke, eine Legalisierung des Canabiskonsums ist nicht diskutabel, denn für mich ist es der Einstieg. Im Leben hat vieles mit Grenzen und Grenzüberschreitung zu tun. Und wenn die eine Grenze vermeintlich gefahrlos überschritten wird, dann kann man doch die nächste Grenze auch mal ins Auge fassen - oder? In diesem Fall ist es egal um was es sich handelt, ob es nun um Alkohol, Zigaretten, Gewalt an Kindern, Frauen u. Eifersucht geht - es geht um die natürlichen Grenzen die für viele Menschen noch existent sind, jedoch für Süchtige einfach nicht mehr existieren. Die meisten Süchte sind zumindest kurzfristig nicht existentiell. Der Canabiskonsum kann jedoch sehr schnell existentiell werden...

Viele Grüße

Chiara

Geändert von chiara (21.04.07 um 22:06 Uhr)

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Oregano ist gerade online
Themenstarter Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Ich erlebe zur Zeit eher Leute, die regelmäßig kiffen, sagen wir mal mindestens jeden zweiten Tag einen Joint. Natürlich sagen sie alle, daß sie jederzeit aufhören können damit, daß es sie in keiner WEise einschränkt oder isoliert, daß dieses ganze Geschwätz von der Gefährlichkeit des Kiffens Blödsinn ist.
Ich sehe dagegen, daß sie alle langsam aber sicher doch aus dem Freundes-Kreis herausfallen und in einen Kreis hineingehen, der eben auch kifft. In einem Fall finde ich das besonders bedauerlich, weil dieser Mann nach dem STudium von Jura - endlich !!! - einen Job hatte in einer Kanzlei. Er hat ihn nach 4 Wochen aufgegeben mit der Begründung, das liege ihm einfach nicht. Ich denke, daß es ihm einfach nicht lag, morgens um 8 im Büro sein zu müssen und abends den geliebten Joint nicht rauchen zu können, weil dann der nächste Morgen um 8 mit einem immer noch leicht vernebelten Kopf anfing... _Aber natürlich hat er mit seinem Abbruch dieser ersten Stellung nichts zu tun - es ist die böse Kanzlei, die solche Anforderungen stellt.

Uta

Geändert von Oregano (22.04.07 um 10:03 Uhr)

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RRichter ist offline
Beiträge: 1.312
Seit: 18.12.06
hallo!

ich möchte meinen beitrag noch etwas präzisieren.


wie gesagt denke ich das cannabis die klassische einstiegsdroge ist, habe ich oben schon geschrieben.

aber was noch hinzukommt ist,daß, und das kann man drehen wie man will, es immer mehr menschen gibt die sich zugekifft hinters steuer eines fahrzeuges setzen. ob es gesetzlich verboten ist oder nicht spielt keine rolle, denn es wird immer einen prozentsatz geben (und ich befürtche der ist noch höher als beim alkohol) die dieses verbot einfach ignorieren.
das menschliche leid und die folgekosten die durch derartige unfälle passieren ist meiner meinung nicht akzeptabel. der staat weiß genau was passieren würde wenn cannabis legalisiert wird.
nur alleine die folgen für den starssenverkehr wären eine katastrophe.
welcher jugendliche autofahrer könnte es sich leisten vor seinen freunden zu sagen, jetzt lasse ich mein auto stehen, denn ich habe gekifft. lächerlich!
das ist wunschdenken und hat mit der realität nichts zu tun.


und was mich noch generell an drogen stört ist die tatsache das einige wenige ein schweinegeld mit abhängigen verdienen.

gut, dasselbe könnte man von alkohol und tabak auch behaupten, der unterschied ist allerdings das sehr viele arbeitsplätze bestehen (produktion, vertrieb, usw.) und nicht zu vergessen steuern damit eingehoben werden, was bei drogen nicht zutrifft.

ich verteufel drogen nicht (und schon gar nicht süchtige), aber ich persönlich kann keinen einzigen positiven aspekt in der ganzen drogenthematik erkennen, also stehe ich diesem thema logischerweise negativ gegenüber.


grüße
richter

achja und nochwas human:

wenns dreimal so stark ist, dann macht man halt weniger rein. wodka trinkt man schliesslich auch nicht wie weisswein.
was passiert wenn man vodka doch wie weißwein trink (weil´s eben dort normal ist), kannst du am beispiel russland sehen. dort liegt ein halbes volk in dauerargonie. schöne aussichten, vielen dank!

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Holon ist offline
Beiträge: 241
Seit: 04.04.07
hallo human,
pauschal an tatsachen vorbei gehen ist nicht hilfreich wenn man sich wirklich ein urteil bilden will.
der thc-gehalt ist in der tat um ein vielfaches gestiegen, es gibt schon sorten bei denen es um einen 10 fach gesteigerten gehalt geht.
antriebs armut ist auch eine der häufigsten folgen, psychosen ect. ect.
ich mag garnicht alles wieder aufkochen was man heute weiß. das hat doch nix mit mainstream zu tun.
oder gilt für dich unser satz aus den 70ern:
die realität ist nur was für leute die mit drogen nicht zurechtkommen? ;-))
lieber gruß
andreas

Cannabis und Folgen

Oregano ist gerade online
Themenstarter Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
ServiceZeit Verkehr 11. November 2003: Drogen im Straßenverkehr
Drogenvortest ein, der ähnlich dem Alkoholtest direkt an Ort und Stelle ein Resultat liefert.

So funktioniert der Test:
Mittels zweier Pads wird Hautschweiß aufgesaugt, zum Beispiel von der Stirn eines Autofahrers. Anschließend werden diese Pads in Wasser getaucht. Nach einer Ruhezeit von circa fünf Minuten steht dann das Ergebnis fest. Taucht ein zusätzlicher roter Streifen auf dem Testgerät auf, besteht der Verdacht des Drogenkonsums. Dabei muss der Verdacht sich auf eine bestimmte Droge lenken. Die Polizisten verfügen über einen so genannten „Twin-Test“, mit dem sich Cannabis- (also Haschisch oder Marihuana) oder Amphetaminkonsum (also Ecstasy und Speed) nachweisen lassen. Außerdem gibt es einen Test zum Nachweis von Heroin- oder Kokainkonsum.

Die Folgen
Anders als bei Alkohol: So etwas wie eine „Promillegrenze“ gibt es nicht. Ist das Testergebnis positiv, folgt unabhängig von der Menge der festgestellten Drogen immer eine Blutprobe, die zum Beispiel im Düsseldorfer Institut für Gerichtsmedizin analysiert wird. Feinste Untersuchungsmethoden erlauben es den Spezialisten, auch kleinste Mengen aufzuspüren. Stellen sie Drogen im Blut fest, drohen dem Erwischten zunächst einmal die gleichen Strafen wie Alkoholsündern:

Ein bis drei Monate Fahrverbot
250 bis 750 Euro Bußgeld
Vier Punkte im Verkehrszentralregister
Während für Alkoholsünder hier das Verfahren endet (nur bei einem Promillewert von 1,6 wird angenommen, dass der betroffene Autofahrer süchtig ist), informieren Polizei oder Bußgeldstelle bei Drogenkonsumenten die Straßenverkehrsbehörde. Diese kann dann sofort die Fahrerlaubnis entziehen. Denn im Unterschied zu Alkohol gibt es bei solchen Drogen keine festen Richtwerte für die Behörden. Und einem aufgefallenem Drogenkonsumenten wird beinahe regelmäßig Sucht unterstellt.

Die Grenzen zwischen regelmäßigem und gelegentlichem Konsum sind bisher nicht gesetzlich verankert. Bei harten Drogen, beispielsweise Ecstasy, Heroin, Kokain, Amphetamine usw., gilt schon der als süchtig, der nur ein einziges Mal aufgefallen ist. Bei Cannabisprodukten (Haschisch, Marihuana) sucht man seit Jahren nach einem Richtwert. Denn wer regelmäßig und häufig Cannabis konsumiert, der gilt ebenfalls als süchtig und als nicht geeignet, am Straßenverkehr teilzunehmen.
Es lohnt also nicht, sich mit Drogen im Auto erwischen zu lassen

Ich frage mich gerade, wie lange z.B. ein Joint so nachzuweisen ist?

Gruss,
Uta


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