Tilidin-süchtig - will da raus

16.01.09 22:30 #1
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Tilidin-süchtig - will da raus

billotin ist offline
Beiträge: 5
Seit: 28.04.11
hi,
das thema ist zwar schon recht alt, aber ich wollte meine erfahrungen mit dem Umgang mit tilidin mit euch teilen (so viele mits in einem satz ^^)

ich nehme ebenfalls regelmässig tili zu mir, aber mehr zum chillen, beschwerden habe ich glücklicherweise keine, und das jetzt schon über einige jahre hinweg.

jetzt würdet ihr sagen ich bin abhängig. ich sage NEIN! der entscheidende faktor dabei ist selbsbeherrschung und das wissen, dass tili nur probleme verdrängt und nicht behebt. Abhängigkeit fängt im kopf an. würde ich sagen: "verdammt, ich nehme jetzt schon 3 jahre lang jeden 2. tag tili, oh gott ich muss jetzt abhängig sein" dann bin ich das mit sicherheit auch.

zu meiner dosierung:

ich nehme (fast jeden 2. tag) tili (zum chillen) und zwar in einer dosis von 100 max 200mg am tag. toleranz? nein! manche tage merk ich weniger manche tage schepperts wie am ersten tag und das auch nach 3 jahren.

mein entschluss. ich werde meine dosis nicht erhöhen und das tue ich bis dann auch nicht. die gründe dafür liegen finanzieller natur und auch die etwas schwierigere beschaffenheit.

wer sich das fest im kopf verankert und tatsächlich schafft nach jahren nicht die dosis zu steigern (auch nicht, wenns den einen tag mal nicht so gut scheppert wie den tag oder die woche davor) wird damit belohnt eine dauerfreude am tilidin zu behalten und freut sich jeden zweiten tag aufs tili wie ein kind auf einen rummelbesuch. sollten dennoch entzugserscheinungen in kraft treten AUF GAR KEINEN FALL nachlegen. trinkt ein bier, raucht einen joint, trinkt nen kaffee oder meditiert ein bisschen, macht sport, was auch immer. ihr werdet es euch selbst danken, wenn ich das zauberfläschchen das nächste mal wieder in die hand nehmt und euch die euch vorgesetzte dosis (meine empfehlung max 200mg) zu euch nehmt.

was hat das für vorteile?

- eine toleranz, die wirklich NIEMALS so hoch steigt, dass ihr keine freude mehr am tili habt sondern nur entzugssymptome aus der welt schafft
- eure freude am tilidin, die euch erhalten bleibt
- das wissen, dass euch eine unkontrollierte abhängigkeit nicht zum verhängnis wird

denkt daran. tilidin ist etwas sehr kostbares. zum "teufelszeug" wird es erst, wenn der mensch nicht damit umzugehen versteht. jeder mensch kann sich einschätzen. wer glaubt zu den menschen zu gehören, die den hals nicht vollbekommen, sollte ganz die finger davon lassen. aber dann bitte auch von alkohol und zigaretten, denn diese machen genauso schlimm abhängig bei falschem gebrauch und sind dazu noch stark gesundheitsgefährdent.

liebe grüsse

Geändert von billotin (28.04.11 um 14:57 Uhr)

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answer ist offline
Beiträge: 465
Seit: 09.06.09
wenn ich so einen Psychomüll lese, könnte ich platzen.

Till. zum chillen und alles im Griff haben.

Valoron (Till.) ist für Menschen mit starken Schmerzen und du treibst einen solchen Mißbrauch.

Valoron macht leider sehr schnell abhängig und ein Entzug davon ist nicht einfach.

answer

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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billotin ist offline
Beiträge: 5
Seit: 28.04.11
lieber answer

tilidin ist ein opioid d.h. es ist verwandt mit den opiaten und diese wurden weltweit und seid jahrhunderten von menschen konsumiert wie tabak, alkohol und zuckerrüben und das nicht nur von kranken menschen. irgendwann wurde ein verbot ausgesprochen wegen der süchtigmachenden wirkung. warum opiate und kein nekotin, das kann wohl keiner beantworten, ist aber auch egal in dem zusammenhang.
es ist dein gutes recht deine bedenken auszusprechen und wenn du angst oder schlechte erfahrungen vor/mit opioiden gemacht hast, dann verstehe ich deine reaktion. ich hingegen habe dies nicht. ich rühre z.b. kein alkohol an, weil mir das nicht bekommt, genauso wenig zigaretten. statt dessen konsumiere ich tilidin. ich kann damit umgehen und mein leben ist völlig in ordnung. ich habe eine arbeit (bin selbsständig, mediendesigner) eine ehefrau und wir haben haus garten und hund. tilidin begleitet mich in dieser geringen dosis wie gesagt seid jahren und ich hatte niemals irgendwelche beschwerden oder probleme damit. ebenfalls nehme ich niemandem die substanz als schmerzmittel weg, vielmehr helfe ich "armen schweinen", dass sie sich ein brot oder schulsachen für ihre kinder kaufen können. ich tu durch meinem konsum niemandem weh und mir selber hat es noch kein unheil gebracht. tilidin ist für mich etwas ganz kostbares und ich "missbrauche" es nur in den augen derer, die nicht verstehen in was für einem verhältnis ich zu dieser substanz stehe. ja, es ist gefährlich, wenn man nicht versteht damit umzugehen, es kann einen kaputt machen. ich rate niemandem dazu es zu konsumieren. ich sage bloss, dass es menschen gibt die es regelmässig einnehmen und trotzdem ein gutes geordnetes leben führen können. aber was soll ich sagen. es gibt immer menschen die aufgrund schlechten erfahrungen oder vorurteilen zu borniert sind es zu verstehen.
lg

Tilidin-süchtig - will da raus

Bergeversetzer ist offline
Beiträge: 1.143
Seit: 12.04.10
Hallo Billotin,

im ursprünglichen Thema hier ging es um Suchtbefreiung, nicht ihre Erhaltung.

aber was soll ich sagen. es gibt immer menschen die aufgrund schlechten erfahrungen oder vorurteilen zu borniert sind es zu verstehen.
Das ist missverständlich. Ich gehe davon aus, das du nicht deine Vorschreiber damit meinst?

Wenn jemand regelmäßig konsumiert, nennt man das Sucht. Ganz besonders dann wenn:
und freut sich jeden zweiten tag aufs tili wie ein kind auf einen rummelbesuch....zauberfläschchen ....
es sich so äußert.
In diesem Thread geht es also eher darum, loszukommen.
__________________
Nette Grüße
Bergeversetzer

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billotin ist offline
Beiträge: 5
Seit: 28.04.11
ja, tut mir leid, es sollte nicht so herüberkommen, dass tilidin-sucht nichts schlimmes wäre. es sollte viel mehr meinen umgang mit tilidin beschreiben, ohne "süchtig" danach zu sein, d.h. keine entzugssymptome nach dem absetzen, das thema mal von einer anderen seite betrachtet. es sollte tilidin einfach mal nicht als "das böse in form eines fläschchen/tabletten" darstellen. ich schreibe zur Zeit auch ein buch darüber über opiate, deren wirkung und dem umgang, deren gefahren und einiges mehr, aber ist nicht weiter wichtig.
ich finde es schade, dass viele menschen, wenn sie süchtig nach einer substanz sind, die schuld auf die substanz oder den arzt, der sie ihnen verschrieben hat oder sonstwas schieben, als die schuld bei sich selbst zu erkennen und über eine mögliche ursache, warum sie zu dieser sucht neigen, nachdenken.
Ich glaube, wenn jemand ein geregeltes, zufriedenes leben führt und rauschmittel konsumiert, nicht um die schlechten dinge seines lebens zu verdrängen, sondern um die wirkung zu geniessen oder andere bewusstseinsebenen zu erreichen ist vermutlich nur sehr gering von einer körperlichen abhängigkeit betroffen, da die psychische abhängigkeit der körperlichen fast immer vorrausgeht. ich sage "fast", da es auch substanzen in ihrer konsumform gibt, die anders auf den menschlichen körper wirken.

das vom thema-abkommen empfand ich in einem über 2 jahre alten thread nicht als forenwidrigkeit, aber verstehe wenn die ordnung gewahrt werden soll.

um als letztes noch kurz auf deine, von mir zitierten absätze einzugehen:

mit zitat 1 wollte ich die menschen ansprechen, welche mich und den umgang mit rauschmitteln, in diesem fall tilidin, verurteilen und als krank, falsch oder leichtsinnig darstellen, der tatsache zur folge, dass sie die hölle dank einer sucht durchmachen mussten.

mit zitat 2 geht es hier um die freude auf einen zustand, einer wirkung. für mich ist der konsum von drogen ein friedlicher zustand, den man erreichen kann ohne dabei in dem moment von wünschen und vorstellungen hin und her gerissen zu sein. dies ist ein sehr befreiendes, wenn auch nicht ungefährliches gefühl. die freude auf diesen zustand aber schon als sucht zu beschreiben wäre für mich, als würde man einem kind unterstellen süchtig nach rummel oder geburtstag zu sein, nur weil es sich darauf freut.

vielleicht ist meine ansicht nicht gerne gesehen hier und vielleicht hätte ich zu diesem thema nichts schreiben sollen. wenn ich jemanden damit seelisch angegriffen habe tut es mir leid, aber ich fand es angebracht darauf hinzuweisen, dass auch ein konsum (selbst ein nicht-medizinischer) bei einer bestimmten einstellung mit einer bestimmten disziplin nicht immer zur abhängigkeit führen muss, nützlich, wenn auch schwierig für menschen, die zwecks einer krankheit diese droge einnehmen müssen. solange der mensch nicht erkennt, dass die ursache einer sucht bei ihm selbst liegt, wird er nur von einer sucht in die nächste fallen. nachdem tilidin entzogen wurden, geht es mit zigaretten weiter usw.

liebe grüße

Tilidin-süchtig - will da raus

answer ist offline
Beiträge: 465
Seit: 09.06.09
Hallo,
du weißt leider, oder Gott sei Dank garnicht, wovon du sprichst.

Wenn ein Mensch so starke Schmerzen erleiden muss, daß er hohe Dosen Tillidin einnehmen muss, um vielleicht ein bißchen Lebensqualität zu erhalten, wird er leider irgendwann süchtig. Opiate machen sehr schnell abhängig.

Ich möchte dich wirklich bitten, dieses Mittel nicht als harmlose Möglichkeit zum "chillen" zu glorifizieren.

answer

Tilidin-süchtig - will da raus

Bergeversetzer ist offline
Beiträge: 1.143
Seit: 12.04.10
Hallo Billotin,

ich wollte dich nicht in die Position des "zu Kreuze kriechens" drängen.
Deine Ansichten sind deine Ansichten und werden das mit Recht sein.
So wie bei allen anderen auch.
Das ist völlig in Ordnung.

Meiner Erfahrung nach schreiben zu diesem speziellen Thema hier auch in anderen Threads, Menschen, die vornehmlich vom Tillidin weg kommen möchten.
Insofern ist deine Aussage da etwas Heikel.
An anderer Stelle aber möglicherweise durchaus diskutierenswert.
__________________
Nette Grüße
Bergeversetzer

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.676
Seit: 10.01.04
Hallo Billotin,

hast Du denn in diesen zwei Jahren schon über längere Zeit (mindestens 2 Monate) überhaupt kein Tilidin genommen?

Gruss,
Oregano

Tilidin-süchtig - will da raus

billotin ist offline
Beiträge: 5
Seit: 28.04.11
@Bergeversetzer

ich diskutiere gerne über unterschiedliche ansichten und unterschiedliche erfahrungen. kein mensch ist wie der andere, und was für den einen gut ist, kann für den anderen sehr schädlich sein. ich verstehe deine bedenken, betone aber hier wiederrum, dass ich tilidin-süchtigen nicht mut machen möchte. im gegenteil möchte ich meinen erfahrungen zufolge darauf hinweisen, dass die gefahr einer abhängigkeit nicht unbedingt an der subtanz der opiaten/opioiden liegt sondern viel mehr and die herangehensweise an die substanz.

natürlich verstehe ich "answer" sehr gut (habe auch deine anderen beiträge gelesen in denen du über deine brustkrebsbeschwerden schreibst) und die einnahme eines opioids gegen die schmerzen und das darauf resultierende wohlgefühl möchte man schon sehr bald nicht mehr missen. fast vergleichbar wie ein verliebtsein. man bekommt die person nicht mehr aus dem kopf egal was man tut, man verbindet es mit wohlgefühl und flucht vor dem schmerz. ein leidender mensch denkt nicht darüber nach, ob es ihn süchtig machen könnte oder ab was für einer kontinuirlichen dosis die abhängigkeit sich einschleichen könnte. er will einfach weg von dem schmerz und abhängigkeit ist ihm in diesem moment nebensache. eine herangehensweise die mit sicherheit in einer sucht endet.

@oregano
in dem knapp 3 jahren in denen ich tilidin konsumiere hatte ich auch tilidinlose phasen, fairerweise muss ich aber dazu sagen, dass ich in den zeiten andere rauschmittel konsumierte (auch fernab von opiaten). ob ich bisher keinen entzug durchmachen musste, durch die bewusste herangehensweise, oder ob mich zu dieser zeit die erfahrungen anderer rauschmittel vor einem tilidin entzug abgelenkt haben mag ich nicht zu bestimmen.

Tilidin-süchtig - will da raus

Oregano ist offline
Beiträge: 63.676
Seit: 10.01.04
Hallo billotin,

genau das hätte mich interessiert: hast Du schon einmal getestet, ob Du tatsächlich keinen Entzug durchmachst, wenn Du das Tillidin für längere Zeit absetzt.
Ich finde, erst wenn Du das mit Erfolg gemacht hast ohne Ersatzdrogen, kannst Du davon sprechen, daß Du nicht abhängig bist und das ganze in der Hand hast.

Gruss,
oregano


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