Fentanyl: immer mehr Tote durch Mißbrauch

16.09.17 08:39 #1
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Fentanyl: immer mehr Tote durch Mißbrauch

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... Die Europäische Drogenbeobachtungsstelle EMCDDA warnt in ihrem Report für 2017: "Es ist besorgniserregend, dass sowohl in Europa als auch in Nordamerika in jüngster Zeit hochpotente neue synthetische Opioide, vorwiegend Fentanylderivate, auf den Markt gekommen sind."

Die neuen Fentanyle spielten zwar derzeit eine untergeordnete Rolle auf dem Drogenmarkt – " sie sind jedoch hochpotent und stellen eine ernstzunehmende Bedrohung für den Einzelnen und die öffentliche Gesundheit dar."

Und weiter: "Über das Frühwarnsystem gehen immer mehr Meldungen über Todesfälle und nicht tödliche Vergiftungen ein, die darauf schließen lassen, dass hochpotente synthetische Opioide in Europa zunehmend Probleme verursachen." Zu diesen Drogen gehören auch die neuen Fentanylsorten.

Fentanyl-Hochburg Deutschlands: München

In Deutschland ist Fentanyl noch lange nicht so weit verbreitet wie in manchen anderen Staaten. Aktuelle bundesweite Zahlen gibt es nicht. Im Jahr 2015 war Fentanyl am Tod von 87 Menschen schuld oder mitschuld. Das entsprach sieben Prozent der Drogentoten.

Im Lagebericht des Bundes zur Rauschgiftkriminalität hieß es allerdings, dass die wahren Fallzahlen höher liegen könnten. Fentanyl sei als Todesursache nur schwer festzustellen.

Während nach Angaben von Polizei und Drogenberatungen Fentanyl in Berlin und Hessen mit seiner Metropole Frankfurt nur in Einzelfällen eine Rolle spielt, gibt es einen Hotspot des Fentanyl-Missbrauchs in Deutschland: Bayern.

Dort starben laut Landeskriminalamt vergangenes Jahr 24 Menschen an Fentanyl, bei 49 Toten war Fentanyl mit im Spiel. In den Jahren zuvor lagen die Zahlen noch viel höher, es starben pro Jahr bis zu 70 Menschen an Fentanyl.

Olaf Ostermann von der Drogenberatung Condrobs kann nur mutmaßen, warum Fentanyl in Bayern offenbar so viel verbreiteter ist als anderswo. "Unsere Theorie ist, dass man in Bayern relativ schwer an Heroin herankommt", sagt er der HuffPost. Die Szene habe immer wieder auf andere Substanzen zurückgegriffen, in den 90ern auf Kodein, ab 2012 auf die berüchtigten "Badesalze".
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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.


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