Benzodiazepin-Entzug "kalt" nicht unmöglich

05.04.14 20:24 #1
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nadja20081982 ist offline
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Seit: 05.04.14
So nun werden wir diese "große Reise" also gemeinsam starten. Ich werde einfach drauf los schreiben, frei Schnauze sozusagen .

Kurz zur Vorgeschichte, ich war 7 Jahre stark Benzodiazepin abhängig, hochdosierte Mengen begleiteten mich Tag ein Tag aus. In diese Sucht kam ich durch Panikattacken.

Ich bekam die Medikamente um ein relativ kleines Leiden zu kurieren, das große Leiden das dann kam erwähnte zu dem Zeitpunkt allerdings niemand, also schlitterte ich Kopf voraus in diese Hölle.

Ich glaube das es gerade bei der Tablettenabhängigkeit, 80% so ergangen ist, man wollte ein kleines Leiden bekämpfen und sitzt nun in einem kleinen Käfig und weiß nich wie man wieder raus kommt.

Aber es ist gar nicht so schwierig. alles was man dazu braucht ist , SICH SELBST und die Tatsache das man raus will.

Aber wie das funktioniert versuche ich so gut wie möglich zu beschreiben, vorallem hoffe ich zumindest einem Leidgenossen helfen zu können, das wäre schon genug um mein Ziel zu erreichen.

Dann werden wir uns mal zurückbegeben , in mein kleines Chaos.



Das ganze begann am 23 Dezember 2013, es war der Tag an dem meine Tabletten wieder einmal ausgingen und ich hätte eben wieder zum Arzt gehen müßen, Rezept holen , ihm erklären warum ich schon wieder da bin usw, ich glaube diese Tortur kennen alle , es ist aber nichts peinliches, es gehört einfach dazu.

Man geht zum Arzt, erfindet wieder einmal eine Ausrede warum und wieso, auch wenn sie noch so absurd klingt nur um wieder das GIFT zu bekommen, das uns ja anscheinend wieder Leben läßt, das uns GUT tut.

Kurz zuvor kam es aber wieder soweit das ich auch einen neuen Befund besorgen sollte, wieder zum Therapeuten, wieder erzählen warum man noch nicht eine Tablette weniger hat, wieder DIE HOSE RUNTER LASSEN, ich bin mir sicher das sich einige schon in diesem Abschnitt wieder erkennen werden, was ich aber nicht schlimm finde, denn so entdeckt man "hey man ist gar nicht alleine damit".

Ich hatte irgendwie keine Lust mehr auf einen neuen Befund, ich hatte auch keine Lust mehr auf ständiges Rezept holen, ständiges rechtfertigen meiner Sucht.
denn zu dem Zeitpunkt war es alles nur keine Sucht. klingt komisch, aber mal ehrlich was ist denn alles schuld an unserem Problem?, die Familie? die Kinder? kein Job? oder vielleicht sogar der böse Nachbar?, ja es ist alles und jeder Schuld nur nicht die kleinen "Helferlein" die wir Tag für Tag in uns reinstopfen, nur nicht die Tatsache das wir einfach schwach waren, alles nur nicht WIR.

was aber völlig normal ist , denn uns selber finden wir automatisch wieder auf dem Weg hinaus aus diesem Wahnsinn, aber Ihr werdet es sehen.

wie gesagt Ich wollte nicht mehr, daher beschloß ich einfach spontan den Entzug zu beginnen.
Ich nahm meine letzte Tablette ein und sagte zu meinem Ex Lebensgefährten ob er bereit wäre mir zu helfen, ich hatte Glück denn er sagte JA , ich war etwas baff denn jeder andere hätte gesagt mach was du willst aber ohne mich.

Aber es kam wie es kommen mußte, er stand mir zur Seite.

also begann ich den heiligen Abend bereits ohne Tabletten, es war ein schöner Tag, wie es eben zu Weihnachten sein soll.
Klarer weise spürte ich nicht den Hauch eines nahenden Entzuges, nur war es ungewohnt das ich nicht regelmäßig zu den Tabletten ging um wieder einmal 3,4,5 oder 6 Stück einzuwerfen.

so vergingen die ersten 2 Tage, am dritten Tag kam aber der Körper auf die Idee mir zu sagen "STOP" was machst du da?!!

Tja ist aber klar, 7 Jahre bekam er diesen Stoff und nun nicht mehr!? , mit dem war er nicht einverstanden.
Es fing mit leichten Kopfschmerzen und Schwindel an, zu dem zeitpunkt googelte ich in Foren um Berichte zu lesen, andere Erfahrunen usw, was ich da zu lesen bekam, war alles nur nicht motivierend.

Ich erfuhr das Benzo sich gleich bzw stärker in den Körper hackte wie Koks oder Heroin, das es nur einen ausschleichenden Entzug gibt und das aber auch dieser nicht immer glückte.

Ich dachte mir " nein das muß gehen" also rief ich eine Psychologin an die bei uns in der Nervenklinik auf der Suchtstation arbeitet.
Auch ihre Meinung war alles andere wie erfreulich "um Gottes Willen nein, das können sie nicht alleine machen , zuerst ein Gespräch und dann genau schauen wie was wann wo".

ICh dachte mir nur " oh mein Gott, was hab ich da angerichtet , schaff ich es überhaupt?"

darauf folgend ging ich zu meinem Hausarzt, wohl bemerkt der beste den ich je kennengelernt habe, er sagte mir nur " frag mich nicht nach meiner Meinung, aber ich wünsche dir alles Gute du wirst das schaffen".

Er gab mir Medikamente zur körperlichen Absicherung damit ich keine Eptileptischen Anfälle usw bekam, er gab mir MEDIZIN, das ist verdammt wichtig das man Tabletten nicht Tabletten sein läßt sondern von nun an unterscheidet, zwischen Medizin und Tabs.

Also fing ich mit der Medizin an und machte weiter.

Der 4 tag war dann schon mühsamer , er war begleitet von starken Kopfschmerzen, starkem Schwindel und es gab eben nichts was das stopte, im haushalt fiel ich komplett aus, ich mußte mich damit beschäftigen den Tag ohne Rückfall zu überstehen. was ja zu diesem Zeitpunkt noch "gut lief"

Ich werde hier nichts verschönern , um es jemandem "angenehm" zu machen, ich schreibe es wie es war. denn nur dann kann man sagen ""ja ich schaff das "und ganz ehrlich man schafft es auch.

also wie gesagt es lief noch ganz gut, bis auf die Tatsache das mich mein Kopf schon zuhause einsperrte, einkaufen sämtliche Sachen außerhalb waren schon nicht mehr möglich, nicht einmal mit dem Müll konnte ich gehen.
deswegen ist es so wichtig in dieser Zeit jemanden zu haben der einem das alles ohne wenn und aber abnimmt, denn man kann das nicht machen, auch wenn man will aber es ist nicht möglich.

Tag 4 überstand ich noch recht gut , es war schon sehr mühsam , aber im Vergleich ein Kinderspiel, ich muß auch dazu sagen das der Höhepunkt Tag 7-9 ist, wenn man das hinter einem hat is der körperliche Entzug gleich mal geschafft . also man hat nen countdown .

Ich weiß noch das ich meinen Arzt fragte wie lang es denn ca dauern würde, er meinte nur ca 2 wochen aber man kann es nie genau sagen.

Ich klammerte mich also an die Tatsache das es nach 14 Tagen um ist. Ich setzte mir unbewußt diese Frist und das ist auch eine enorme Hilfe .

Das schlafen war mittlerweile schwierig, aber klar man hat nichts das einen müde macht, der Körper sollte nun von alleine auf "ich bin müde" schalten aber das kann er nicht, er ist in einem ausnahmezustand.
also war die nacht mindestens gleich Lange wie der Tag.

Ich wälzte mich hin und her, dachte ab und zu ich falle aus dem Bett weil mir so schwindlig war, die Kopfschmerzen wurden nicht weniger, mir standen oft Tränen in den Augen und ich dachte nur heilige scheiße , was tu ich da.
aber weg zurück, NEIN, ich bin schon zu weit gegangen !!!!! und das dachte ich am Tag 4, das ziel ist noch in weiter ferne, aber sehen kann man es .

so verging auch diese nacht und es kam Tag 5.
mittlerweile waren die Schmerzen stark, sie hörten keine Minute auf, es lief den ganzen Tag so, ich bekam meine Kinder nicht mit, ich bekam den alltag nicht mehr mit, weil ich in meinem Kopf gefangen war mit diesen Schmerzen, ich mußte ständig mit mir "reden" mich immer wieder motivieren, nur um nicht einzuknicken, es ist nicht nur eine körperliche belastung auch die psyche wird gefordert.

das einzige was ich normal konnte war essen, zum glück denn das war wichtig damit ich immer wieder Kraft bekam für diesen horror.

Ich weiß es klingt nicht schön, ist es auch nicht, nur wenn man bereit ist zu kämpfen dann schafft man das wirklich, in einer relativ kurzen Zeit vielleicht.

Wie gesagt der Tag dauerte wochen und die nacht monate,und man denkt oft, man steht hinter einer Glasscheibe, man kann alles sehen nur selbst wird man nicht gesehen, man ist kein Teil des alltages, wie auch man ist nur anwesend, aber nicht da.

Man kann sich in nichts einbringen, zuhören wird mühsam, fernsehen ist in dem Moment nicht machbar, so war es bei mir, es ist mit Sicherheit bei jedem anders, ich spreche hier von meinem Entzug , es gibt sicher Muster die gleich sind, lediglich die "feinheiten " werden anders sein.

Ich war so oft den Tränen nah , am verzweifeln, aber mein Entzugsbegleiter und auch mein Stiefvater , trieben mich immer wieder voran. sie sagten mir immer wieder "komm du schaffst das du hast schon 5 Tage, es geht weiter "wir machen das schon"...

ganz ehrlich, bei diesen Sätzen dachte ich ab und zu daran sie an den Pranger zu stellen , denn wie kann jemand sagen "wir schaffen das schon " wenn der nicht einen Funken von dem erlebt was ich durch mache.
Keine Sorge das sind normale Gedanken, aber in dieser Zeit braucht man alles nur KEINMITLEID , das wäre fatal.

man braucht diesen Schupps nach vorne, man braucht diesen Arschtritt,Mitleid würde einen nur wieder dahin zurückbefördern wo man doch schon war. In der ach so "schönen " Opferrolle.

Gespräche sind sehr wichtig , man will das alles erzählen, jeden Schmerz, jedes Gefühl, man will das teilen, man erhofft sich eine Linderung dadurch,natürlich gelingt das nicht aber man fühlt sich besser.

Also egal was ist, redet darüber, quatscht euren begleiter zu, menschen denen ihr vertraut quatscht sie in grund und Boden.
das ist eine wichtige Hilfe.

Begleiter möchten oft helfen uns einen Teil abnehmen aber das geht nun mal nicht, sie können nur DA sein und das ist so enorm wichtig, sie müßen wirklich DA sein 24 Stunden, auch das ist keine leichte Aufgabe , aber ihr müßt kein schlachtes Gewissen haben, Orden kann man später verteilen.

Nun gut Tag/ Nacht 5 vergingen auch irgendwie, ich muß anmerken es kann passieren das einige Dinge vielleicht nicht ganz so übereinstimmen, das kommt daher das man alles neu aufsetzt und da kann es schon passieren das ich mal etwas durcheinander bringe , denn ich schreibe das zu dem Zeitpunkt wo ich 3 Monate ohne Tabs bin.

Ihr werdet sehen was so alles gelöscht wird an Erinnerungen die aber wieder kommen, keine Angst die gehen nicht verloren.

Nun starten wir Tag 6.
Es war ein guter Tag, im Vergleich, wenn ich hier schreibe GUT ist es nicht schmerzfrei oder ähnliches, er ist nur im Verhältniss gut.
Also der Tag fing gut an, weniger Schmerzen weniger Schwindel, ich war froh, das mir eine Pause gegönnt wird.

Ich konnte wieder Lachen, ja es war die drei Tage zuvor nicht möglich, Ich konnte Wäsche abnehmen, ja mir kostet es jetz auch ein grinsen, aber das war für mich WOOOW ich kann wieder etwas machen, der Tag lief gut, wir redeten endlich wieder über andere Dinge wir hatten alle gemeinsam wieder Spaß.

Am Nachmittag dachte ich mir , ich will mal wiedr raus, ein bißchen einkaufen , kann nicht schaden.
Also gingen wir ein wenig shoppen, das gehen war mühsam, jeden Schritt spürte ich wie einen Hammerschlag im Kopf , Ich mußte auch langsam gehen, was ich von mir nicht kannte, aber ich paßte das alles an, wohlbemerkt ging ich nicht ALLEINE, das rate ich jedem ab , zu dieser Zeit geht sowas nicht alleine, das wäre ein fateler Fehler.

Wir kamen beim Geschäft an und ich freute mich, wir gingen rein und keine 5 Minuten später merkte ich unbehagen, ich fing an zu schwitzen ich fühlte mich beobachtet, ich kam mir vor als stünde "ICH BIN AUF ENTZUG " auf meiner Stirn, eine normale reaktion , ehrlich , keine Angst davor haben, es wird nichts passieren, es ist immer wieder das Suchtgedächtniss das sich bemerkbar macht durch solche Sachen, aber das werde ich auch noch näher erklären.

In diesem Geschäft war es furchtbar für mich, der Schwindel kam wieder und ich wollte nur noch raus.
WIr waren 10 Minuten da drinn, mir kam es vor wie Stunden.
Natürlich mußten wir an der Kassa auch noch warten und ich merkte das ich nervös wurde, ich versuchte mit der Atmung alles runter zu schrauben aber es war Grenzwärtig, im Entzug läuft alles grenzwärtig. das gehört dazu .

Wir waren endlich draußen und ich wollte nur noch nach Hause, allerdings meinte mein Begleiter das wir noch ein paar lebensmittel brauchen, Ich sagte nur nein ich geh heim, er meinte das sind 5 Minuten das schaffen wir.
Ich entschloß vor dem Geschäft zu warten, wieder kam die Angst ich dachte mir nur , "wenn ich umkippe" ..."wenn ein eptileptischer anfall kommt" usw, die Gedanken katapultieren einen Richtung Panik.

Ich nahm mein Handy rufte meine mutter an und quatschte mit ihr, ich erzählte ihr meine Angst.,

ganz wichtig in solchen Momenten, nicht auf stark spielen und es unterdrücken und verheimlichen, nein raus damit darüber reden, das hilft so viel.

nach 5 Minuten die mir wieder wie eine Ewigleit vorkamen, gingen wir endlich nach Hause.
zu Hause angekommen , ab in die schlabber Klamotten und wieder in meinen goldenen Käfig, aber da fühlte ich mich sicher.
mein zu hause gab ,mir wieder Sicherheit.

Wir redeten dann auch noch darüber und was man nicht darf , sich Vorwürfe zu machen. auch die Begleitperson darf das nicht, man befindet sich wirklich in einem kompletten ausnahmenzustand.
Wir redeten darüber und ich sagte mir "ok du hast es versucht".

so ging auch dieser "gute " Tag zu ende und am Abend wieder das gleiche Spiel , wie schlafen wir am besten ein.

wir schauten einen Film, beim liegen geht TV schauen vl eher.
Ich war immer ein fan von Horror filmen ich dachte mir schauen wir einen den ich schon kenne, was soll denn sein, ich kannte den Film so gut das ich mit reden konnte.

Ja ...Fehler!
Es kam zu einer Szene wo niur ein Rabe schnell los flog, ich schreckte mich wie nie zu vor, also war das mit dem Film auch abgeschlossen.
Ich will damit nur sagen , das man auf äußere Reize komplett anders reagiert wie zuvor.
Es ist alles sehr sensibel, die Wahrnehmng stark beeinträchtigt, aber es ist OK .
man muß sich nur etwas anpassen
und vorallem uß man SICH akzeptieren, es kommt vieles auf einen zu was man nicht versteht, egal man muß noch nicht verstehen.
NUR AKZEPTIEREN.

also starten wir Tag 7, dieser Tag war wieder Kopfweh Tag, natürlich stärker als die anderen, viel stärker,ich verstand nicht warum sich alles im Kopf abspielte, ich war auch schon etwas genervt, es ging die Kraft schon zu ende , aber ich wußte ZURÜCK gibt es nicht,, in diesem Moment denkt man , man läuft freiwillig gegen eine Wand die aus Eisenspitzen besteht.

Man quält sich selbst, bewußt ging man diesen Schritt, aber man geht ihn nicht umsonst, es klingt alles furchtbar, und das war es auch, aber der Lohn dafür ist enorm.
Ich war schon sehr gereizt , auch meine Familie, so kam es dazu das sich ein Streit entwickelte, ist aber völlig klar, 24 stunden immer zusammen in einer solchen Situation das geht an keinem spurlos vorbei.

ich merkte das auf einmal , Gefühle wie Zorn ,Haß wieder da waren, gefühle die ich lang nicht mehr erlebte.
Ich merkte auf einmal das da schon ein kleiner Funke von meinem alten ICH war und es fühlte sich gut an.
zum ersten mal zeigte sich die "alte nadja" und ich freute mich sie zu sehen.sie blieb nur kurz, aber ich wußte nun wieder wozu ich das alles auf mich nahm. Das alles hatte wieder einen Sinn und es geht nur um das , es geht nur um das eigene ICH, man macht das nicht für andere, man macht es für SICH und ich weiß viele werden jetz sagen NUR für sich.

Ja es ist so, man wird hier lernen sich selbst wieder zu achten zu schätzen und es wird völlig egal werden was andere denken, denn gerade jetzt sind wir dabei Berge zu verschieben, unserem eigenen Drehbuch eine neue Handlung zu geben. Und es wird Oscar verdächtig gut.

Ich sah mich zum ersten mal nach zik Jahren wieder und es war gut ich nahm den Kampf wieder auf und lies mich auf die Schmerzen ein.

ich verfolgte den Schmerz vom Anfang bis zum Ende, wieder zurück Anfang ,Ende, wie verläuft er , welchen Weg geht er usw.
ich mußte nun in mich hören und beobachten.
Ist kein leichtes und kein angenehmes Unterfangen aber es ist ein teil des Weges und man lernt noch viel viel mehr.

dieser Tag brachte viel positives mit sich. endlich wieder mehr Gefühle zu haben, ich lernte wieder Emotionen kennen die weg waren, und ich sah mich wieder,.zugleich brachte er soviel negatives mit sich vielleicht ist negatives eine falsche Bezeichnung , er brachte mich wieder an meine Grenzen.
es wurde Abend und wir lagen im Bett und zum ersten mal bekam ich Muskelzucken, ein leichtes krampfen, Magenschmerzen begleiteten das alles, ich lag da und fragte meinen Begleiter ob ich mir das einbilde oder ob es so ist.

Ja doofe Frage aber man glaubt nichts mehr, weil es auch viele Täuschungen gibt, er antwortete ja, und das war ein harter Knackpunkt, ich hatte Angst , ich hatte angst was noch kommen würde, hilft meine Medizin es kamen tausend fragen, und es ging hin bis zu dem ersten nerven zusammenbruch, ich fiel in eine Attacke aus Angst , hoffnungslosigkeit, WILLENLOSIGKEIT und das war gefährlich.

ich konnte ,mich nicht beruhigen , auch mein Begleiter schaffte es nicht, er hielt mich fest redete mir gut zu, es half nicht , ich mußte mich dieser Situation einfach ausliefern, ja man muß sich selbst ausliefern, wann macht man das schon. ich denke NIE .

dieser Moment erforderte es aber, einfach die Emotionen kommen und gehen laßen ES PASSIERT EINEM NICHTS . ich betone das deswegen damit keiner glaubt das es hier zu ende ist. es geht weiter und es geht gut weiter.

Wie gesagt lies ich all diese grausamen Emotionen über mich ergehn , Gedanken waren komplett wirr und der Körper nicht kontrollierbar.
es dauerte ca eine Stunde, ich heulte durchgehend. ich beschränkte meine "kontolle " auf die atmung und da kam auch zum ersten mal der Satz den ich des öfteren noch sagte , "ich glaube serben ist schöner" .

Ich hatte diesen Satz nie zuvor verwendet , aber in dieser Zeit doch ein paar mal.
ja es war ein bißchen wie sterben , aber bitte nicht mit dem Tot in Verbindung bringen. sondern vielleicht mit dem Spruch "AB UND ZU MUß MAN EIN KLEIN WENIG STERBEN UM WIEDER EIN WENIG MEHR ZU LEBEN"

nach einer Stunde ca , zeitgefühl paßt in dieser Situation sowieso nie ganz zusammen , war es vorbei, wie auf knopfdruck , einfach aus, ich spürte eine erleichterung, wie wenn man einen riesen Stein von der Brust nimmt.
Das erste mal war ich auch wieder müde und das tat so gut. man kann es aum beschreiben wie sehr man sich über solch kleine Dinge freut.
ich machte mir deswegen auch keinen Kopf warum wieso das alles war, ich dachte mir nur "es ist vorbei" und so schlief ich auch ein und das erste mal schlief ich auch wie ein Murmeltier .

die nächsten Tage kann ich nicht genau angeben wann was geschah , das sind eben die Dinge die etwas in vergessenheit geraten, aber ich kann dennoch sagen was war.

die darauffolgenden tage waren immer mit dem grausamen Kopfschmerz dem extrem starken Schwindel begleitet, und das wird auch noch länger so bleiben.
in dieser Zeit kam mein Stiefvater öfter zu Besuch er redete viel mit mir und ermunterte mich immer wieder nicht aufzugeben. das ist sehr wichtig .man braucht kein " ach bist du arm" man braucht das " du bist stark du schaffst das , du hast schon soviel hinter dir"

dann wir man auch keinen schritt zurück wagen.

es gab allerdings auch einen Tag an dem es sehr knapp war.
der Tag begann wie immer , scheiße, es war schon mühsam, das aufstehen zu wissen das es gleich wird , alles einfach nur mehr mühsam.
aber dieser Tag war glaube ich der große Test.

Ich war wieder mal genervt, was aber völlig ok ist , in dieser Zeit braucht man keine rücksicht zu nehmen auf andere, das geht auch nicht, man muß an sich denken sonst funktioniert das nie .
ich war also gereizt und genervt und habe das auch an HJ ( mein begleiter sollte auch einen Namen erhalten ) ausgelassen, er nahm das auch hin , er wußte ja schon warum. mein Stiefdad kam wieder zu besuch und wir haben gemeinsam gegessen.
auch ihn zickte ich an es war einfach , naja es war schon so anstrengend, nach dem essen beim Kaffe erreichgten die Schmerzen den Höhepunkt, ich merkte wie es immer mehr wurde und keine Pause dazwischen war , ich hörte nicht mehr zu , alles war verschwommen und ich dachte mir nur ok jetz kipp ich aus den latschen, aber nein es ist wieder sehr grenwertig aber es passiert einem wieder nichts.

wir saßen am tisch und unterhielten uns bzw mein dad und HJ unterhielten sich und ich fiel in eine Art Trance, ja es klingt komisch aber die Schmerzen kießen mich in diesen Zustand fallen, ich bekam alles sehr verschleiert mit und die Schmerzen waren nun so groß das ich schon bei dem Punkt angelangt bin wo ich mir dachte "egal" ich ließ wieder alles über mich ergehen konzentrierte mich auf Atmung und dachte nur , egal, das war er einzige Gedanke.

das war wieder ein Tag wo man es mir anmerkte das es mir richtig schlecht ging. das Problem das ich hatte, mir merkte man nichts an. Ich bin ziemlich Schmerzresisdent , vl daher, aber an diesem Tag hatte ich Knallrote augen die ich nur ein weinig öffnete also ich sah aus wie jemand mit 5 promille das alles lösten nur diese verdammten Schmerzen aus.

über diesen Tag kann ich auch nicht viel berichten weil ich nicht viel mitbekam.
aber auch dieser Tag verging, man muß sich kleine Ziele stecken, einfach sagen ok , diesen Vormittag, Diese 2 stunden noch usw kleine etappen. dann geht es viel einfacher.
man muß lernen mit babyschritten zu gehen , große Sprünge wird man kaum schaffen, nein nicht kaum, man wird sie nicht schaffen.

In den nächsten Tagen gab es wenig gutes, diese Schmerzen waren aber an diesem einen Tag am stärksten, dannach kam Linderung.
aber die kräfte lassen eben auch nach und man muß motivation finden und das ist das schwierige.

NICHT AUFGEBEN ist der Kampf.
der wirklich denn vollen einsatz fordert .

Die Schmerzen bleiben immer grenzwertig, wirklich wenn man sich mit Medizin gegen die Eptileptischen anfälle absichert , passiert einem nichts, man wird an seine Grenzen gebracht immer und immer wieder, man glaubt gar nicht was man so alles aushält.

Man muß darauf vertrauen, es ist ein Weg ohne Wegweiser , man begiebt sich auf eine reise die vollstes Vertrauen in sich selbst fordert.
Man kann es schaffen wenn man einfach den Willen aufbringt .
das ist das wichtigste an allem, die Grundvoraussetzung.
Es ist egal warum man das macht, man muß es wirklich wollen, dann ergibt sich alles.

Es gibt viele Dinge die einem überrennen in dieser Zeit , es sind die nneuen Emotionen die man nicht mehr hatte. das Wahrnehmen aller Dinge. man hört besser, sieht und schmeckt intensiver. das ist kein SCherz es ist so.

Darum störten mich diese Dinge auch so oder waren anstrengend weil es alles neu ist.
ich erkundigte mich auch bei meiner Gesprächstherapeutin warum ich Kopfschmerzen habe, der Grund ist ganz einfach, durch die Benzodiazepine hat man die natürliche Zufuhr von (ich drück es einfach aus) positiven und negativen Botenstoffen komplett gekappt, und die dangen wieder an zu laufen.
das ist der Grund für Kopfweh, es beginnt der Körper wieder zu laufen.

nach 2 Wochen war der körperliche Entzug wirklich vorbei, natürlich war der schwindel das Kopfweh nicht weg aber es war "ok" ich konnte wieder alles machen, ich ging einkaufen ich machte meinen Haushalt usw.
Naja ich wurde auch ein bißchen dazu gezwungen , da mein achso toller Begleiter (ja nun nehme ich ihm ihn den namen wieder) meinte er braucht nach 3 wochen , Urlaub.

Ich war außer mir vor Wut, wie kann ein Mensch ohne diesen ganzen Wahn einfach auf Urlaub bestehen, ich hab ihn auch gebeten das nicht zu machen, aber er meinte das sei wichtiger und so mußte ich alle Zügel wieder in die Hand nehmen und selber klar kommen.
Es funktionierte. In dieser Zeit war das erste mal das Gefühl von Freiheit da, nicht mehr schauen welcher Arzt hat dienst wie komme ich zu meinen Tabletten usw
Es war ein so großartiges Gefühl man kann es nicht vergleichen, aber da zahlte sich dieser Kampf das 2te mal aus.
das erste mal weil ich mich wieder fand, mich spürte, das 2te mal dieses freie Gefühl.

Es werden noch viele gründe folgen , die ab und zu ganz klein werden , weil der Gedanke kommt "wozu" dann werden sie klein, aber das sind die nicht.
Man hat etwas großes geschafft , etwas riesiges man hat sich selbst aus einer Scheiße befreit die man nicht wirklich beschreiben kann wenn man es nicht selbst erlebt hat.
man gewann einen Kampf der nur gegen sich selbst war.

In dieser Zeit hat man das ICH das frei sein will und das ICH das sagt "komm mit tabletten ging es einfacher" , also gewann man gegen sich selbst.

In der nächsten Zeit wird einen das Suchtgedächtniss auf bemerkenswerte art und weise immer wieder manipulieren wollen.

Bei mir war es auf eine sehr außergewöhnliche Art.

Mir fiel auf das ich extrem oft stark gewürzte Dinge knabberte, chips oder extrem saure sachen.
ich hab gelernt sehr aufmerksam zu sein daher hab ich auch dieses komische ereigniss mit meiner Therapeutin besprochen.
Zuerst war uns beiden unklar warum das so ist.

Bis ich selber erwähnte das meine Tabletten einen starken Geschmack hatten wenn ich sie mal länger im Mund hatte.
daraufhin fragte sie mich wie ich denn die chips usw esse.

und da war die lösung auch schon, ich esse normalerweise solche sachen mit der rechten Hand doch nicht zu diesem Zeitpunkt da war es links.

genauso wie ich meine Tabs nahm mit der linken Hand.
Der intensive Geschmack und auch die art wie ich sie einnahm, waren eine kleine vorführung meines Suchtgedächtniss.
mein Körper beruhigte sich automatisch wenn ich die chips so gegessen habe, weil es das gleiche Muster war, also mußte ich das schnell ändern.

Ich war wieder aufmerksam und jedesmal wenn ich mit links in die chipstüte griff , ermahnte ich mich und änderte auf rechts.
nach drei Tagen war der Heißhunger weg.

Ich gab diesem Suchtgedächtniss ein Bild, es war ein kleiner ekelhafter Kobold, und jedesmal wenn es wieder auftrat sagte ich " sorry keine zeit du hast hier nichts zu suchen" und schob ihn auch gedanklich weg.
das ist eine sehr einfache aber effektive Lösung.

den ganzen entzug schafft man mit einfachen Mitteln. man braucht nichts großartiges kompliziertes.
Was auch etwas erschreckend ist , das man merkt was man alles vergessen hat, die Erinnerung wird kurz mal gelöscht, da ist nicht viel was bleibt,das störte mich weil viele Dinge erst dann wieder kamen als sie mir erzählt wurden.
aber auch da keine Sorge das kommt von ganz alleine wieder.

es werde immer wieder Stolperfallen kommen, aber nie in dem ausmaße die man schon hatte, es trifft auch zu das nach 3 tagen nach 3Wochen und nach 3 Monaten noch mal eine Ohrfeige kommt, aber nie in dem ausmaß.
es geht einen mal nicht gut, bekommt vielleicht grippe und man wird sicher kurz an die Tabletten denken aber es wird nie wieder so schlimm.

Man muß immer wieder durch halten das muß ich auch noch lange Zeit aber den Weg durch die Hölle hat man hinter sich, dieser Weg vor dem alle angst haben dauert 2Wochen, es ist auch in der Statistik so, mein Hausarzt hatte recht. der Körper hat nach 2 Wochen das Gift draußen. und dann kommt die Psyche bei der man aber viel Hilfe bekommt und die muß man auf jedenfall annehmen.
Ich denk mir oft es sind erst 3 Monate , dann wieder es sind schon 3 Monate ,aber egal wielang man braucht für den rest, die 2 wochen sind bei einem kalten Entzug zu 99% stimmig.

Ich beschreibe hier einen Benzo entzug, den sogar Ärzte scheuen wie der Teufel das Weihwasser.In Kliniken wird man damit teilweise nicht aufgenommen.
Tabletten abhängige werden ganz nett Zombies genannt.

Ganz ehrlich es stimmt.
Aber auch wenn alle sagen Oh mein Gott benzo....es ist machbar.

Ich stelle keinen Entzug in den Schatten, egal von welcher Sucht man weg will es ist immer Horror ich rede jetzt aber nicht vom Zigaretten entzug denn der wirkt sich körperlich wirklich gering aus.

Ich glaube nicht das es möglichkeiten gibt solche Dinge ausschleichen zu lassen, oder Tabletten mit Tabletten zu ersetzen.
man kann nicht Wasser mit Wasser bekämpfen, ich wähle bewußt wasser denn Feuer mit feuer funktioniert .

Man muß sich auf jedenfall mit dem Arzt unterhalten sich mit Medizin absichern und auch einen Therapeuten zur Seite holen, aber wenn man der Meinung ist man beginnt heute, dann los, einfach machen.

Planen kann man das nicht wirklich , denn beim planen kommen immer wieder die bösen GEdanken was passiert , was kann sein und die hindern nur daran.

das Schema das viele Kliniken haben , ich kann nicht sagen das es nicht funktioniert, wenn man es dort machen will , auf jeden fall, wenn man den entschluß gefasst hat, dann einfach machen egal ob zu hause so wie ich oder in der klinik , hauptsache man geht diesen Weg.

Ich kann auch nur Erfahrungen weiter geben die ich gemacht habe und das sind eben die das ausschleichen nicht funktioniert hat, es ist einfach zu verführerisch in Momenten in denen man wieder mal eine auf die breitseite bekommt zu den Tabletten zu greifen , ich versuchte es ja selber aber es klappte einfach nicht.

nebenbei war ich auf 10-15 mg Benzodiazepin täglich, ich war aber zu diesem Zeitpunkt schon weit herunten, denn es gab Zeiten da war ich auf 20-30 mg.
Ja ich machte in dieser Zeit sogar Führerschein usw aber ich habe 7 Jahre meines Lebens und das meiner Kinder versäumt, das gibt mir niemand zurück. Ich kann es nur jetzt endlich wieder genießen und die scherben der Vergangenheit aufräumen.

In diesen 2 Wochen kamen viele Dinge auf mich zu die das Muster des Anfangs meiner Sucht zeigten, ich wurde mit Panik konfrontiert.
An einem Abend war es ganz schlimm, ich legte mich hin, machte die Augen zu und da war sie meine alte Freundin die Panik, ich machte die Auggen sofort wieder auf, doch da war nichts, nichts wovor ich Angst haben mußte, ich versuchte es wieder und wieder doch es kam immer wieder Angst, nur das Augen schließen verursachte eine Panikattacke, man kommt da schwer raus, wenn soetwas geschieht ist es am besten "stehen bleiben und atmen" es klingt verrückt, aber man muß sich selber zeigen da passiert nichts, also einfach intensiver hören augen schließen und ruhig atmen, auch nicht stark ein und ausatmen, einfach ruih, durch starkes aus und ein atmen befördert man den körper noch mehr in alarm stellung, also flach atmen. ich kanns nicht so gut umschreiben und ich hoffe es ist verständlich.
bei panik nicht viel umher schauen, nicht viel umhergehen sondern "stehen" bleiben flach atmen und warten, die psyche reagiert dann , in der art "da is gar nix, es passiert nichts , ok alarm war umsonst"

und genau mit solchen Dingen bekämpft man alles was einem widerfährt. einfach Mittel, ohne viel Aufwand.
was natürlich das schlimmste ist, das man keine ausreden mehr finden wird und kann.
man wird mit seinen eigenen Fehlern konfrontiert. das beginnt nach dem körperlichen Entzug, wenn man beim wach werden ist.

man bekommt alles vorgesetzt und ist ab und an am verzweifeln..
Doch dagegen kann man nichts machen, ich war oft den Tränen nache und dachte ,mir nur nein das waar nicht so, DOCH ES WAR SO.
also kann ich nur raten das alles anzunehmen.

Ich hatte dafür einen großen Kelch und legte die ganzen fehler dort mal ab, an gute Tagen nahm ich mir die Zeit und bearbeitete stück für stück.
bearbeiten kann man ja gar nicht viel da alles scon passiert ist, aber es war wie ein hinzufügen zu mir.

Ich nahm das an und sagte mir selbst " es ist ok"
Irgendwie ist ein Entzug ein ausliefern von sich selbst und ein Akzeptieren von sich Selbst. man kommt daran gar nicht vorbei.
Wehrt man sich dagegen , wird es zu großen Problemen kommen.
ja ein Entzug ist eine ganz schön tiefsinnige Sache und deswegen scheitern viele die ihn Anhand von Studien praktizieren wollen.

Die groben Dinge stimmen, das mit den 2 Wochen,. das mit den 3 Tagen , 3 Wochen , 3 Monaten.
Aber für alles andere braucht man Fingerspitzen gefühl und einen enormen Weitblick. wenn man jemanden im Entzug begleiten will. muß man sich auf so manch kuriose Reise einlassen.

Ich weiß nur wie ich meine Schmerzen erzählte , es war so ausführlich, und sprunghaft, ich redete oft stundenlang und das von einem Thema zum anderen. aber das braucht man .
Wenn jemand der Meinung ist helfen zu können indem er vielleicht Anweisungen gibt, oder ratschläge obwohl er selber noch nie einen Entzug gemacht hat, wird so oder so belächelt, denn ist man in einem Entzug nimmt man nur Menschen mit Erfahrung ernst, alle anderen Meinungen werden geduldet.

aber ist auch klar, würden sie den Mount everest besteigen nur unter der Anleitung von jemanden der nur Bücher gelesen hat??
es ist wirklich so, man nimmt klarerweise jeden tip an aber wirklich vertrauen tut man nur auf Erfahrungswerte.

vorallem sind die Erfahrungen die man macht, so fern aller Realität , das man es oft bezweifelt das einem irgendwer versteht.
Viele sagen es ist so ein sensibles Thema, es ist so sensibel wie es der Begleiter macht .
Ja viele werden nun denken "oh Gott sie redet von einem entzug , wie kann sie nur sowas behaupten" ja ich kann weil ich es machte und ich selber merkte.

Hätte man mich mit samthandschuhen angefasst, hätte ich sicherlich länger gebraucht , es wäre vieles schlimmer gewesen, weil man in dem Moment die Schwächen des Begleiters ausnutzt.

Bsp: Ich telefonierte mit meiner Mutter.SIe sagte "ach du arme , aber vl schaffst du es , aber das ist ja wirklich schlimm ..bla bla bla" ..ich kippte sofort drauf rein und dachte mir " JAAAAAAAA ich bin aber sowas von arm, ich heulte und sagte mama ich kann nicht mehr ..usw"

im vergleich ein gespräch mit meinem begleiter: " ich kann nicht mehr"
er antwortete:" du schaffst das , komm du hast schon soviel aufgeben gibt es jetzt keines"

In dem moment dachte ich mir " du verdammtes ******, woher willst du wissen und wie kannst du nur usw."
aber ich gab nicht auf, ich wurde nicht schwach nein , im Gegenteil es motivierte mich und wenns nur darum ging , ihm eins auszuwischen .

Klar war ich kurz sauer , denn wie kann denn er nur behaupten das man das schafft, der weiß doch nix .
aber das war kurz, mit dem reinkippen in die Schwäche mußte ich wieder länger kämpfen.
das ist nun mal der Unterschied und deswegen ist der Entzug nur so sensibel , so sensibel man ihn werden läßt.

Ja auch als Begleiter hat man ein wenig Einfluß.
klar man darf nichts belächeln wenn es um Schmerzen usw geht , da darf man das auf keinen Fall und immer sehr aufmerksam sein. aber wenn es um die Pyche geht, vergleich ich es oft mit dem Film der Exorzist.
Ja man redet durchaus mit einem Besessenen, kranker Vergleich ich weiß aber es ist so. es hat Tage gegeben da habe ich das erzählt was man von mir hören wollte usw. man kann in dieser Zeit jedem vertrauen nur nicht denjenigen der gerade auf Entzug ist, viele werden weniger manipulieren und lügen , ich nutze es fast gar nicht, andere werden auf teufel komm raus versuchen an das Gift zu kommen.

Ich versuche es eben sehr einfach zu erklären und das gelingt mir hoffentlich einigermaßen.

Immerhin legt man etwas ab das der beste Freund wurde, ja man glaubt daran das dieses Gift der beste Freund ist.
es half doch den Schmerz zu lindern, es half auch sofort es zögerte ja nicht.
so sieht ein abhängiger die Tabs.

was man auf jedenfall beachten muß ist die tatsache das ein Süchtiger erst dazu auch ernannt wird , wenn er den Entzug startet.

Ja , denn mal ehrlich, sitzen wir einem Bekannten gegenüber und er erzählt das er Antidepressiva nimmt, wie reagieren wir, mit einem " oh warum denn" dann redet man kurz darüber und gut.

erzählt aber dieser Bakannte das er auf Entzug ist...ja ich denke kurzes nachdenken und jeder hat die Lösung , man reagiert entsetzt, denn er beschreibt mit einem Wort seine Schwäche seine Sucht seine Krankheit und nun eben das er da raus MUß.

deswegen sind Menschen die schon so frei sind zu erwähnen das sie Antidepre oder ähnliches nehmen, etwas genauer zu beobachten denn das ist oft der erste Hilferuf.

also nicht der Entzug ist etwas heikles , sondern alles was davor ist.


Benzodiazepin-Entzug "kalt" nicht unmöglich

Oregano ist offline
Beiträge: 63.690
Seit: 10.01.04
Hallo nadja,

ich habe Deinen Bericht auf einen Ruck gelesen. Den Bericht finde ich hervorragend geschrieben - mit Spannungsbögen und vielen interessanten Einzelheiten, Reflektion, Erfahrung und Weisheit.
Und ich finde es großartig, daß Du diese Zeit des Entzugs durchgehalten hast mit allen Hochs und Tiefs, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren.

Vielen Dank!
Oregano
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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Benzodiazepin-Entzug "kalt" nicht unmöglich

nadja20081982 ist offline
Themenstarter Beiträge: 4
Seit: 05.04.14
Ich dank dir für das positive Feedback, es ermuntert vielleicht viele es einfach zu machen. denn es ist ja wirklich schaffbar, ich bin jetz zwar erst drei Monate ohne aber ich denke, nein ich weiß das ich keinen Rückfall haben werde, da ich eben alles mit meiner Psyche geklärt habe.

es ist immer mühsam und es werden noch viele mühsame tage kommen , aber ich werde auf jedenfall weiter durch halten und hoffen das sich einige diesen weg nun auch zutrauen.

lg

Benzodiazepin-Entzug "kalt" nicht unmöglich

Oregano ist offline
Beiträge: 63.690
Seit: 10.01.04
Hallo nadja,

es gefällt mir, daß Du diese Sicherheit ausstrahlst, daß Du es weiter schaffst. Und drei Monate - diese drei Monate sind ja eine lange Zeit - viel länger als drei Monate für einen "Normalo" .

Hast Du schon einmal daran gedacht, nicht nur über Deine Entzugserfahrungen zu schreiben sondern auch über andere Themen. Ich glaube, Du bist da begabt...

Grüsse,
Oregano
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Benzodiazepin-Entzug "kalt" nicht unmöglich

lupuscamp ist offline
Beiträge: 165
Seit: 21.08.12
Wünsche Dir viel Kraft!
.
Nebenbei: Es gibt viele verschiedene Wirkstoffe in der Gruppe der Benzodiazepine, es wäre interessant um welche es hier ging.
__________________
http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=bgb&datum=19330004&seite=00000569

Benzodiazepin-Entzug "kalt" nicht unmöglich

nadja20081982 ist offline
Themenstarter Beiträge: 4
Seit: 05.04.14
@oregano ich hab ehrlich gesagt nicht daran gedacht das diese schreibart irgendwie ankommen könnte , aber danke ich werde es mir auf jedenfall überlegen.

ähm es war Alprazolam , ich ging nicht weiter darauf ein , mir reichte das wissen das es zu den schlimmeren benzos gehört. ich denke es ist egal welcher benzo entzug es ist, generell welche art von entzug es sein mag, die symptome die man bekämpfen muß sind die gleichen, klar kommen sie weniger stark oder stärker vor.
im grunde ist entzug nun mal entzug, (ich rede nicht von zigaretten ) ich kann nur sagen das nach 2 wochen der körperliche entzug fertig ist danach nur mehr psyche ist, und man kann das auch mit 2 kids usw kombinieren, ich will menschen einfach die angst davor nehmen . und wenn ich nur einen motivieren kann ist es auf jedenfall erfolgreich

Benzodiazepin-Entzug "kalt" nicht unmöglich

nadja20081982 ist offline
Themenstarter Beiträge: 4
Seit: 05.04.14
Ich möchte hier auch eine weitere Erfahrung teilen. da sie auch gerade im Moment geschieht und mich wieder einmal mehr an meine Grenzen bringt.
Tatsache ist das der Tablettenkonsum nicht spurlos an mir vorrüber ging, sondern auch seine Spuren hinterlies, in meinem Fall waren 7JAhre ungesundes Leben und kein achtsames umgehen mit dem Körper das ausschlaggebende dafür das mir nun ein etwas größerer Zahnarzt eingriff bevorsteht, ja jeder haßt den Zahnarzt , in meinem Fall wird es wieder einmal begleitet bzw von diesem netten Suchtgedächniss sogar geleitet.

In meiner ganzen Entzugszeit erlebte ich diesen Drang wieder eine Tablette zu nehmen nie so stark wie nun.
Ich werde in Panik geschmissen ich kämpfe den ganzen Tag schon gegen den Gedanken an das diese Tabletten mir helfen werden.

Dieses "grausame mannerl" so seh ich das ja mittlerweile , sitzt mit einem grinsen auf meiner Schulter und flüstert , "du weißt sie helfen sie werden dich beruhigen, was soll schon an einer Tablette falsch sein" .
es ist so mühsam gegen diese Gedanken zu arbeiten, es wird niemand verstehen der nicht in dieser Situation ist bzw ist es schwer vorstellbar was das heißt.

Ich wurde selber überrumpelt denn es kommt nicht schleichend , nein das ist auf einmal da und so stark das es eine richtige anstrengene Arbeit ist.

Ich schreibe das auch gerade jetzt nieder um diese Emotionen und die Gefahr die da aus geht so gut wie möglich zu erzählen.

Ich sitze hier und rede mit diesen Gedanken ich versuche dauernd auszuweichen.es überrollt einen aber immer und immer wieder .

nun verstehe ich warum die Zeit danach so heikel ist, ich könnte meine Mutter heute nicht besuchen, da sie auch tabletten mit Benzo nimmt und ich kann es heute nicht garantieren das ich stark genug bin um nein zu sagen.
Indiesen Momenten kann man nur auf Distanz bleiben. man darf sich auf keinen Fall überschätzen und glauben nach drei Monaten ist alles vorüber, NEIN ist es bei Gott nicht, die Versuchung kommt immer wieder, bis jetzt hielt ich immer gut stand jetzt kann ich es nur so machen das ich Abstand halte und diesen Test für mich bestehe .

Das ist ein großer Test und das wird auch jeder einmal auf eine ähnliche art erleben, aber dann den womöglichst einfachsten weg finden und eben Abstand halten von möglichen "gefahren" .
Aber nicht aufgeben , denn diese ganzen Versuchungen und Tests bestärken uns nur auf den Weg nach draußen.
Ich hab den Termin erst morgen früh , also noch einige Stunden zum durch halten, aber ich hab mir ein Ziel gesetzt , "OHNE BENZO DIESEN TEST ZU BESTEHEN" , dieses Ziel halte ich mir vor Augen und ich werde es auch schaffen und werde morgen hier das gleiche reinschreiben, ich gebe diese Erfahrungen weiter , damit andere in so einer Situation dann wissen "ok diese Tests wird es geben , keine Angst das ist ok, es gehört dazu"

Ich war heute den Tränen nah vor Wut , Verzweiflung, und ja alles nur wegen einem ZAhnarzt besuch, es klingt so banal, aber mit der Gesamtsituation kann das ganz schnell eine "Gefahr" werden .
denn nur eine Tablette und alles war umsonst, man wird in Panik geschmissen das is irre.

Ich saß heute schon hier und dachte mir nur WHAT THE FUCK, ganz ehrlich, ich habe viel erlebt in den drei Monaten aber nicht einmal diesen starken Drang,es ist aber klar das angst sofort ausgenutzt wird.
Man ist schwach und der Kopf setzt sofort an und sagt " hey gibt ne einfache Lösung, die TABS" .

Es ist wieder ein Moment wo ich mich sehr motivieren muß und wo ich Stärke beweisen muß , ich gebe mein bestes und ich hab mir vorgenommen das einfach so zu meistern . Ich schreibe das auch hier rein um Menschen mit dem selben Problem zu sagen "hey ihr seid damit nicht allein , das gehört dazu" ich habe leider niemanden der mir das aus Erfahrung sagen kann. aber ich werde diesen in erster Linie natürlich für mich machen, aber ich hoffe das ich jemandem helfen kann.

wir werden oft in versuchung geführt . es ist ein Tanz mit dem Teufel. das Gift ist wahrhaftig teuflisch aber man kann es schaffen, der Wille muß stark bleiben und wenn man in so eine Situation kommt, nicht ablenken und wegschauen sondern wieder stehen bleiben , sich dem ganzen stellen.
einfach alles andere einmal links liegen lassen und sich darauf konzentrieren, beobachten was macht es was will es uns sagen , und das einzige was dieses Spiel bewirken will ist der Griff zu den Tabletten, und daher wirklich sorgsam sein , aufpassen und sich sagen "hey NO GO du bekommst mich nicht klein" , und wenn man das hinter sich hat , hat man sich erneut bewiesen wie stark man ist.

also egal wann das alles auftritt, immer wieder stehen bleiben und sich dem ganzen stellen, hinschauen auf dieses Gefühl , auf keinen Fall wegschieben denn dann kommt es überraschend und es kann sein das man dann einfach reagiert (tabs nimmt) und dann?? ja dann is die scheiße wieder am dampfen und es gibt nichts auf dieser Welt was es wert wäre wieder in diese Sucht zurück zu kehren.

Ich bin auch grad neben der Spur und kämpfe in Gedanken mit diesem grausamen Suchtgedächniss, ja ich konzentriere mich auf das, weil ich nicht davon laufen will, und es schon gar nicht belächel.
ganz ehrlich heut ist wirklich ein TAg wo ich nicht weiß ob ich standhaft bliebe, deswegen halte ich mich heute von leuten fern die ähnliche medikamente zu hause haben, weil es nicht sinnvoll ist sich mehr dem ganzen auszusetzen wie notwendig.

Viele werden sich denken , was für ein aufstand wegen so einer Kleinigkeit, ja was für ein langer Kampf wegen ein paar Tabletten

Man muß sich immer wieder daran erinnern das der Körper entgiftet ist, der Kopf aber noch dran arbeitet .
ein kleiner schritt zurück und alles war umsonst, also heißt es jetzt einfach stark bleiben und sich in diese Situation begeben um dann sagen zu können "HA ICH HAB ES WIEDER EINMAL MEHR GESCHAFFT"

Benzodiazepin-Entzug "kalt" nicht unmöglich

Danywhere ist offline
Beiträge: 17
Seit: 14.04.08
Hallo Nadja

Du bist ja ziemlich einen radikalen Weg gegangen, was das Absetzen von Benzos anbelangt.

Ich hoffe sehr, dass du weiter durchgehalten hast und es bergauf geht.

Wäre schön, zu erfahren, wie es dir ergangen ist und wie es dir zurzeit geht.

LG
Dan


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