Morphin-Entzug

01.10.12 10:32 #1
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Sugababe ist offline
Beiträge: 5
Seit: 01.10.12
Hallihallo

Ich habe mich nun also auch hier registriert. Mein Problem scheint momentan unlösbar, ich brauche Ratschläge .... :(

Also angefangen hat alles vor ca 1,5 Jahren, als ich aufgrund von starker Rückenschmerzen nicht mehr wusste wohin. Damals gab mir eine Bekannte ein paar Tropfen Tilidin, die Schmerzen waren wie weggeblasen. Von da ab bekam ich eigentlich regelmässig, erst so alle 2-3 Tage, später auch jeden Tag ein paar Tropfen, später Tabletten von ihr.

Da sie an Krebs erkrankt ist, wurde sie nun umgestellt auf Morphin 30mg. Auch hiervon nehme ich jetzt jeden Tag 2 Tabletten.

Meine Bekannte bekommt aufgrund diverser anderer schlimmer Erkrankungen noch andere Schmerzmittel, sodas sie momentan noch gut auf die Morphin verzichten kann.

Ich muss dazu sagen, sie ist der einzigste Mensch der davon weiss.

Ich bin verheiratet, mein Mann hat jedoch von meinem Problem keinen blassen Schimmer. :(

Hinzu kommt das ich 3 Kinder habe, denen ich einfach wieder eine normale Mama sein möchte, sprich, ich möchte weg von dem Zeug.

Nun ist es so, das ich gestern keine Tabletten hatte, weil meine Bekannte frühmorgens zu ihrer Familie gefahren ist und erst gestern Abend wiederkam.

Ich habe gestern bis um 13:30Uhr (!!!) geschlafen, ich war einfach nur fertig. Hinzu kam tränende Augen, eigentlich hätte man auch denken können, ich würde heulen, so haben die getränt. Ich habe geschwitzt wie sonstwas und gleichzeitig gefroren.

Ich brauche einfach euren Rat!

Ich muss (!!) und will(!!!!!!) ALLEINE von dem Zeug weg. Gibt es ratschläge, wie man das am sinnvollsten macht? Ich möchte einfach nicht,das mein mann davon erfährt. Ich habe gestern eine mögliche Erkältung vorgeschoben. :/

Wie lange halten diese Symptome an? Schwitzen, tränende Augen, Frieren, totale Müdigkeit... etc ?

Und wie komme ich am schnellsten davon los?

Danke für eure Hilfe!

Morphin-Entzug

Kayen ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 14.03.07
Hallo Sugababe,

ich werde Dir nur meine Gedanken dazu aufschreiben, Dein "Problem" kannst Du nur selbst lösen.

Aus welchem Grunde hast Du mit Morphin hochdosiert? Diesen Grund würde ich versuchen zu lösen, ansonsten bekommst Du kaum Stabiltät in Dein Leben.

Warum kannst Du Deinem Mann diese Situation nicht erklären, warum fehlt das Vertrauen? (Kannst Du Dir selbst beantworten)

Alternativ könntest Du Dich einem Arzt anvertrauen, am besten auf Empfehlung, und gemeinsam mit ihm eine Strategie zur ausschleichenden "Runterdosierung" entwickeln.

Du kannst auch selber ausschleichen, jeden Tag etwas weniger von den Opiaten. (Tabletten erstmal teilen, dann vierteln u.s.w., ebenso Tilidin) somit dürfte der Entzug sich in Grenzen halten.

Falls die "Selbstrunterdosierung" nicht funktioniert, bleibt Dir garnichts anderes übrig, als Dich einem Arzt anzuvertrauen.

Wichtig ist Dein Ursprungsproblem zu lösen.

Herzlichst
Kayen
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Geändert von Kayen (01.10.12 um 10:48 Uhr)

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Morphin-Entzug

Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Zitat von Sugababe Beitrag anzeigen
Hallihallo
Also angefangen hat alles vor ca 1,5 Jahren, als ich aufgrund von starker Rückenschmerzen nicht mehr wusste wohin. Damals gab mir eine Bekannte ein paar Tropfen Tilidin, die Schmerzen waren wie weggeblasen. Von da ab bekam ich eigentlich regelmässig, erst so alle 2-3 Tage, später auch jeden Tag ein paar Tropfen, später Tabletten von ihr.
Hallo Sugababe
Sind die Rückenschmerzen nie mehr aufgetaucht ?
Die Reaktionen die Du hast sind Entzugserscheinungen auf die verschiedenen Substanzen-dass Du einen Entzug ganz alleine schaffst glaub ich nicht, zumindest ist ja da die Bekannte, die Dir die Mittel gibt.
Versuche eine langsame Reduktion der Drogen, aber wirklich langsam, wenn Du zu viele Probleme bekommst, suche Dir einen guten Arzt der Dich bei der Reduktion begleitet. Wäre schön wenn Du Deinem Mann Vertrauen schenken könntest, und ihm von Deinen grossen Sorgen erzählen könntest, das würde das Ganze etwas leichter machen.
Aber wie mir scheint war das Vertrauen schon nicht da als Du Rückenschmerzen hattest, und anfingst Medikamente zu nehmen.
Versuche ehrlich mit Dir und ihm zu sein.
Alles Liebe
KARDE
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Morphin-Entzug

Sugababe ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 01.10.12
Hi

danke für die schnelle Antwort! Das ganze Übel hat eigentlich nur angefangen weil ich die Spritzen die ich damals vom Arzt gegen die Rückenschmerzen bekam, leid war.

Tilidin war eine einfache Lödung muss ich zugeben....

Auf Morphin umsteigen musste ich eigentlich zwangsweise, weil das Tilidin meiner Bekannten nicht bekam, also wurde sie auf Morphin umgestellt.

Und nu sitze ich halt hier mit meinem Problem.

WArum ich mit meinem Mann nicht rede? Ich glaube das hat viele gründe....In unserer Ehe ist viel schief gelaufen, er ist mir u.a. fremdgegangen. Das Urvertrauen in ihn ist irgendwie weg. Obwohl ich ihn sehr liebe.

Er würde mich auch nochmal heiraten, daher schließe ich wohl mal, das er mich auch mag. )

Zu meinem Problem zurück....

Ich habe genau 3 Tage zum runterdosieren, meine Bekannte hat nur noch solange Tabletten für mich (was eigentlich nicht besser sein kann, denn ich will ja weg davon), da sie am Donnerstag ins Krankenhaus muss und die Ärzte ihr die Tabletten bis dahin eingeplant haben.

ich weis das diese ganzen schlimmen Begleiterscheinungen wieder kommen werden, gibt es denn Dinge, womit ich das ganze mindern kann? Ich bin tagsüber mit meinen Kids alleine, mein Mann arbeitet, ich kann also nicht vegetierend auf der Couch liegen. :(

Danke für eure schnelle Hilfe! )

Morphin-Entzug

Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Zitat von Sugababe Beitrag anzeigen
Hi

danke für die schnelle Antwort! Das ganze Übel hat eigentlich nur angefangen weil ich die Spritzen die ich damals vom Arzt gegen die Rückenschmerzen bekam, leid war.

Tilidin war eine einfache Lödung muss ich zugeben....

Auf Morphin umsteigen musste ich eigentlich zwangsweise, weil das Tilidin meiner Bekannten nicht bekam, also wurde sie auf Morphin umgestellt.

Und nu sitze ich halt hier mit meinem Problem.
Du warst in Behandlung bei einem Arzt-der Deine Rückenbeschwerden ernst nahm, auch wenn Du mit der Behandlung die er Dir gab nicht zufrieden warst-da Du die Spritzen leid warst.
----gibt es denn nicht eine Möglichkeit, dass Du da über Deinen Schatten springst, und diesen Arzt über das was Du gemacht hast informierst, und ihn darum bittest Dich in einem "Entzug" zu begleiten, allenfalls wenn er Dich versteht wird er Dir sicher geben was Du brauchst ?
__________________
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Morphin-Entzug

Sugababe ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 01.10.12
Ich sehe das ganze so, das ich den Mist, den ich mir da eingebrockt habe, selber auslöffeln muss und auch möchte!

meine Bekannte kann mich nach ihrem Krankenhaus Aufenthalt nicht mehr mit Tabletten versorgen, sie kommt in eine 2 monate Reha Massnahme, diese Seite des Rückfalls ist also beiseite!

Ich bin eine Kämpfer Natur, ich habe diesen verdammten Ehrgeiz meinen Körper endlich wieder normal machen zu wollen. Ich habe halt nur horrende Dinge gelesen.... Der Entzug würde Wochen dauern, man geht fast kaputt da dran. Dann habe ich von einem Mädel gelesen, die viel Obst ... also vitaminreich etc gelebt hat, der gings nach 5 Tagen besser.

Was stimmt denn nun? :(

Morphin-Entzug

Sugababe ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 01.10.12
UND (!!!) ich wills alleine schaffen

Morphin-Entzug

Kayen ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 14.03.07
Hallo Sugababe,

in 3 Tagen, allein, ohne angemessene Runterdosierung, kann es zu diversen Entzugserscheinungen kommen.

Diese können ca. 2-3 Monate oder auch länger anhalten.

Liebe Grüße
Kayen
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Morphin-Entzug
LieberTee
Hallo Sugababe,

ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass ein Entzug in drei Tagen zu schaffen ist. Dir wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als mit Deinem Arzt zu reden und sicher auch mit Deinem Mann. Denn in der Zeit Deines Entzugs muss ja jemand für die Kinder da sein.

Ich habe keine Ahnung von Morphin-Entzug (war nur mal kurze Zeit auf Benzos), schätze aber, das es ziemlich hammerhart ist. Du könntest alternativ versuchen, Dich an eine Drogenberatungsstelle zu wenden. Da gibt es ja Schweigepflicht und sie müssten Dich auch anonym beraten, denke ich zumindest. Versuche das, denn allein wird es sehr schwer für Dich. Ansonsten kann ich mich nur Kayen und Karde anschließen, finde den Grund heraus. Nur Rückenschmerzen allein als Grund für Morphinsucht kann ich mir nicht vorstellen.

Alles Gute und einen guten Weg wünsche ich Dir bei Deinem Entzug
LieberTee

Morphin-Entzug

Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
schliesse mich dem Vorschlag von Lieber Tee an, rufe evtl. eine Drogenberatungsstelle an, zum Ausschleichen der Opiate brauchst Du davon. Wie lange es geht..... weisst Du erst wenn Du es hinter Dir hast.
Jeder Mensch ist anders. Auch wenn Du eine Kämpfernatur bist (was ich kenne) bedeutet manchmal wahre Stärke eine Schwäche einzugestehen.

LG KARDE
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