Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

05.04.12 18:04 #1
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Ben Diaz ist offline
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Zitat von Ulli987 Beitrag anzeigen
Hi Ben ,ich glaub Dir gehts wie mir. .... ausser dass ich weder Benzo noch Alk noch Zigaretten konsumiere. Du hast das Rauchen ja auch hinter Dir.
Manchmal glaub ich es wäre besser wenn man uns einschläfert. ... wird das alles wirklich nochmal besser?
Scheissegal , je mehr wir den Focus auf uns selbst legen umso weniger lösen wir unsere Probleme.
Manchmal denke ich es wäre das beste alles hinter mir zu lassen. Aber von Familie über Job,Geld ,alles passt. Das ist doch pervers dass ich bei diesen Bedingungen schwächle. ...Mir fällt im Moment echt nichts ein. AberBenzos sinds glaub ich nixht mehr. .. Man darf nicht alles darauf schieben.
Hallo Ulli, ich habe die Benzos auf Bedarf über 12 Jahre genommen. Laut meinem Psychiater und auch laut Ashton kann eine Normalisierung des Nervensystems und des Gehirns ca. 6-9 Monate oder sogar länger als ein Jahr dauern. Ich denke, dass ist nicht zu unterschätzen. Gerade wenn man es so lange eingenommen hat. Es sieht wohl anders aus, wenn hohe Dosen in einem kürzeren Zeitraum konsomiert wurden.
Wie auch immer, ich gehe davon aus, dass sich die psychische Stabilität verbessern wird und gebe mir hier einfach Zeit.
Wie du geschrieben hast, je mehr wir in uns hinein horchen, um so schlechter wird es. Ich versuche einfach aktiv zu sein. Hobby, Musik, Sport, weg gehen... die Aufmerksamkeit nach draußen zu legen. Für den Fall, dass es mir mal wieder schlecht geht und ich zu viel im "Gedankenwahn" bin, habe ich mir einige Zettel geschrieben, auf denen steht, wie ich denke, wenn ich nicht gerade voller Angst bin. Darauf mache ich mir klar, dass es um eine rein psychische Angst geht und dass ich durch das durchleben dieser Angst wieder zur Normalität gelangen werden. Dass die Symptome keine Krankheit sind, sondern Angstsymptome, die ungefährlich sind. Wir haben einen geistigen Krieg zu gewinnen und haben diverse Schlachten zu bestehen. Die Dinge, die uns schwerfallen, sind genau die Baustellen, die wir zu bearbeiten haben. Auch wenn wir mal eine Schlacht verlieren, kein Problem, Hauptsache wir gewinnen den Krieg.... den inneren Krieg.
WIR SCHAFFEN DAS!!! WEIL WIR ES UNBEDINGT WOLLEN!!!
Vertraue auf deine Kräfte, sie sind da, du musst sie nur einsetzen lernen!!!

@ Lieber Tee: Bei mir geht es vordergründig nicht wirlich um Sucht. Die Kriterien habe ich nie wirklich erfüllt. Bei mir ist vordergründig die Angstproblematik das Problem, das Benzo hat dies kompensiert (Bedarfsmäßig). Natürlich war ich dann auch Abhängig (ohne es zu wissen, kaum zu glauben aber wahr). Meine Gedanken haben sich nicht um das konsumieren von dem Benzo gedreht. Das bei mir keine Suchtproblematik im eigentlichen Sinn besteht, hat die Psychosomatische Klinik auch noch einmal bestätigt.
Die AD, die ich nehme, sind nicht vergleichbar mit einem Benzo. Im Grunde merke ich nicht wirklich viel davon. Zumindest ist es mir nicht bewusst. Sobald es mir besser geht und ich es mit meinem Psychiater abgestimmt habe, werde ich es versuchen wieder loszuwerden.
Klar ist es eine Krücke, aber für eine kurze Zeit......man erfährt durch dieses AD auch keinen angstfreien oder glücklichen Zustand.

Meine Alkoholangabe irritiert vielleicht etwas.... ich habe kein Alkoholproblem. Ich habe lediglich versucht mal zu eruieren, wie viel ich so trinke. Damals hatte ich einen Schnitt von über einem Liter, an Feierlichkeiten zum Teil bis zu 4 Liter Bier...... Dies veranlasste mich, dass erheblich zu reduzieren, ganz bewusst, damit der Alkohol nicht das Benzo ersetzt!!!
Ich habe kein Problem keinen Alkohol zu trinken. Ich habe genügend Tage ohne, in der Klinik-Zeit 2 1/2 Wochen ohne. Ich trinke seit diesem Jahr an Feierlichkeiten nicht mehr als 5 kl. Bier (1,66 Liter, ehemals bis zu 4 Liter). Im Schnitt (Menge im Monat durch die Tage) sind es nur noch 0,5 Liter (ehemals 1,2 Liter). Ich trinke nicht, weil nun eine Situation kommt, die mir schwer fällt. Ich weiß, dass ich die Situationen bewusst ohne Hilfsmittel durchleben muss, damit ich die Angst verliere!

Ich bin, trotz der schwierigen Phase, optimistisch, dass es weiterhin bergauf geht. Es braucht halt immer wieder Überzeugung, Optimismus und Geduld!!!

Das alles wünsche ich euch auch, auf euerem WEG!
BEN

Ergänzung:
Ich habe noch etwas ganz wichtiges vergessen!!! Ja Beruf, Familie, Haus,...... alles da, alles gut..... ABER: Wie ist denn das Gefühlsleben denn so? Fühlt ihr euch einsam? Seid ihr traurig?
Bei mir ist es so .... deshalb ist es für mich ganz ganz wichtig meine Beziehung zu meiner Partnerin zu verbessern. Mehr miteínander reden, für einander da sein. Sich einfach nahe sein, damit die Herzen sich wieder berühren.... Denn das ist für mich sehr wichtig und ich glaube, dass eine gewisse "Entfremdung" für die Probleme mit verantwortlich war! Ich war früher sehr emotional und habe dann versucht alles mit dem Kopf zu lösen und mich so zu verhalten, dass ich ja nicht unkontrolliert bin....dabei ist mein Gefühlsleben verkümmert!
Das Gefühlspendel muss schwingen (negative wie positive Gefühle). Dadurch, dass ich negative Gefühle vermeiden wollte (unkontrolliertes Verhalten), haben sich leider auch die positiven Gefühle verabschiedet.
ES MUSS IMMER BEIDES VORHANDEN SEIN!
Es gibt keinen Tag ohne Nacht, es gibt kein Gut ohne Böse, etc. etc. etc.
ES GIBT KEINE SCHÖNEN EMPFINDUNGEN/EMOTIONEN; WENN DIE NEGATIVEN UNTERDRÜCKT WERDEN !!!
Das ist meine feste Überzeugung geworden und wohl die größte Erkenntnis, die ich in den letzten Monaten gewonnen habe!
Befriedigt euere Bedürfnisse und euch wird es besser gehen....mit der Zeit!!!
__________________
Willst du andere Gedanken, so musst du dein Gefühl beeinflussen, damit es sich verändert!

Geändert von Ben Diaz (11.09.12 um 13:00 Uhr) Grund: Ergänzung!!!

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LieberTee
Lieber Ben,

danke dafür, dass Du hier von Deinen Gefühlen schreibst. Ich glaube inzwischen auch, dass sie sehr wichtig sind. Und das was Du über die Kontrolle, bzw. Unterdrückung der negativen Gefühle und dass sich damit auch die positiven Gefühle verabschiedeteten, geschrieben hast, kann ich verflixt gut nachvollziehen. Bei mir mündete das in einer "Gleich-Gültigkeit", die ich immer als richtig und gut empfand.

Weit gefehlt. Nun ja, Irrtum erkannt, aber einen neuen Weg einschlagen, ist schwer. Ich empfinde es jedenfallst so. Ich habe was in dem anderen Sucht-Thread geschrieben. Ich verlinke mal, weil ich nicht alles wiederholen will. http://www.symptome.ch/vbboard/rund-...tml#post850119

Ein Zitat des eben von mir auf meinem Weg 'gefundenen' Chuck Spezzano will ich hier noch zum Thema 'Angst' reinsetzen:

: "Von der psychologischen Dynamik her gibt es nur zwei Gefühle: Liebe und Angst. Alle anderen Gefühle stammen von diesen ab. Alles, was nicht Liebe ist, ist Angst. Diese Angstgefühle öffnen uns dann für weitreichendere negative Einflüsse. Um glücklich zu werden, müssen wir eine Haltung der Liebe einnehmen. Diese erreichen wir, indem wir die Einstellung der Reinheit des Herzens und danach die der Vergebung einnehmen. Heilung kommt von Vergebung, Vertrauen, Integration, Verstehen, Annehmen, Engagement und Loslassen."
Ich meine nicht, dass man immer nur in der Vergangenheit rumwühlen soll, um sich in alten Verletzungen genüsslich zu suhlen, sondern es geht vielleicht eher darum die Muster der Vergangenheit erkennen, um sie überwinden zu können. Wenn ich mir selbst vergeben kann, kann ich mich vielleicht so annehmen wie ich bin, und dann kann ich vielleicht auch denen vergeben, die diese Muster in mir geprägt haben. Oder ist es umgekehrt?

Vielleicht gibt es sogar gar kein 'gut' und 'böse'. Wenn ich mich liebevoll auch den negativen Gefühlen zuwende, dann kann ich verstehen und vergeben, benötige die Scheinsicherheit der Fassade nicht mehr so dringend. Die Frage stellt sich doch immer wieder: Was sind meine wirklichen Bedürfnisse? Erst dann kann ich sie auch befriedigen. Solange ich nur die Scheinbedürfnisse meiner Fassade erkennen, befriedige ich nur scheinbar meine Bedürfnisse und daraus entsteht ein Suchtcharakter, denn ich bin niemals befriedigt, es ist nur ein Verlangen nach immer mehr da. Es hat was mit diesem Besonderssein wollen zu tun, da bin ich mir fast sicher. Da muss ich aber noch mal in mich gehen. Setzte diesen Satz hier sozusagen für mich als Lesezeichen, um es nicht zu vergessen. Heute abend vielleicht, jetzt gehts erst mal arbeiten.

Alles Gute und Liebe Dir und allen anderen auf Eurem Weg.

LieberTee

Geändert von LieberTee (11.09.12 um 13:54 Uhr)

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Ben Diaz ist offline
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Hallo Libbi,

da kann ich dir aus meiner Sicht bei fast allem zustimmen!

Gibt es traurige Dinge oder ist es einfach nur so, dass wir sie als traurig empfinden. Gibt es gut und böse oder hat irgend jemand für irgend etwas Schuld!?

Ja, vergebe dir und vergib denen, die in der Vergangenheit mit verantwortlich für dein "Bewertungssystem" waren.
Ich denke, als Kind hast du keine Wahl (aber auch unsere Eltern hatten keine... als Kind, und und und), die Ursache liegt außerhalb von dir und die Wirkung passiert in dir. Wenn du aber erkennst, dass es das Prinzip Ursache und Wirkung gibt und du es beeinflussen kannst, dann kannst du an deiner Veränderung arbeiten... die Ursache liegt dann in dir und die Veränderung geschieht um dich herum.

Alles leicht gesagt, aber schwer umzusetzen. Aber genau das ist es, was ich lernen will. Herr meiner Welt, Herr meiner Gedanken werden!
Ich hoffe es gelingt mir künftig. Und wenn auch gemählich, so wäre die Richtung aber gut und richtig, dann spielt das Tempo doch eher eine untergeordnete Rolle.

Wenn du kein Ziel hast, spielt das Tempo überhaupt keine Rolle, auch wenn du noch so schnell unterwegs bist. Mit Ziel bis du langsam immer noch schneller als der Ziellose!!!

Liebe Grüße
BEN
__________________
Willst du andere Gedanken, so musst du dein Gefühl beeinflussen, damit es sich verändert!

Geändert von Ben Diaz (11.09.12 um 19:36 Uhr)

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LieberTee
Zitat von Ben Diaz Beitrag anzeigen
Gibt es traurige Dinge oder ist es einfach nur so, dass wir sie als traurig empfinden. Gibt es gut und böse oder hat irgend jemand für irgend etwas Schuld!?

Ja, vergebe dir und vergib denen, die in der Vergangenheit mit verantwortlich für dein "Bewertungssystem" waren.
Lieber Ben,
vielleicht ist es erst mal wichtig, dieses Bewertungssystem zu erkennen. Oder das, was Du immer wiederholst in deinem Leben. Bei Dir ist es die Angst. Hast du sie möglicherweise irgendwie gelernt?

Ich weiß, dass ich sie gelernt hatte, durch Vorleben eines Elternteils, als Teil dieses Bewältigungsmechanismus. Da gab es offenbar keine andere Möglichkeit. Ich habe sie mir anscheinend regelrecht abgeschaut. Ich weiß nicht, wie es bei Dir war.
Ich denke, als Kind hast du keine Wahl (aber auch unsere Eltern hatten keine... als Kind, und und und), die Ursache liegt außerhalb von dir und die Wirkung passiert in dir. Wenn du aber erkennst, dass es das Prinzip Ursache und Wirkung gibt und du es beeinflussen kannst, dann kannst du an deiner Veränderung arbeiten... die Ursache liegt dann in dir und die Veränderung geschieht um dich herum.
Veränderungen brauchen Zeit und ich glaube, es könnte wichtig sein, sich die Gefühle dabei einmal anzuschauen, sie zu fühlen. Vielleicht kann man sogar mit ihnen "kommunizieren". Ich hatte früher sehr viele Herzholperer und oft Panikzustände mit Atemnot und einem Wahnsinnspuls. Dann hat mir mal ein Therapeut geraten, ich soll mit meinem Herz sprechen. Ich soll ihm sagen, dass ich völlig Vertrauen habe, dass es weiterschlägt und dass es nicht schlimm ist, wenn es mal holpert, dass es ja trotzdem immer die "Kurve kriegt". Bei mir waren keine organischen Ursachen feststellbar und es war auch für mich sehr wichtig, dass diese ausgeschlossen waren. So hat dann dieses Sprechen mit dem Herzen geholfen, weil ich das Vertrauene hatte, es könnte helfen.

Inzwischen ist es so, dass ich keine Angst mehr vor dem Tod habe und seitdem plagt mich das Herz nicht mehr. Nur noch manchmal, wenn mich etwas sehr aufregt im Gespräch. Dann holpert es manchmal und der Blutdruckt steigt. Aber er geht auch wieder herunter, wenn die Situation vorbei ist.
Alles leicht gesagt, aber schwer umzusetzen. Aber genau das ist es, was ich lernen will. Herr meiner Welt, Herr meiner Gedanken werden!
Ich hoffe es gelingt mir künftig. Und wenn auch gemählich, so wäre die Richtung aber gut und richtig, dann spielt das Tempo doch eher eine untergeordnete Rolle.
Warum sollte das Tempo überhaupt eine Rolle spielen. Es wird Dir stetig besser gehen und auch wenn Du ein paar Rückfälle hast, spielt das keine Rolle. Vertraue Dir selbst und Deinem Körper.

Warum stören Dich Deine Gedanken? Meine stören mich nur, wenn sie nur negativ sind und verzweifelt. Aber wenn ich sie so lasse, wie sie nun mal sind, kann ich weinen und danach geht es mir meistens besser. Also waren die Gedanken wohl nur das Versteck für traurige Gefühle, die raus wollten, gefühlt werden wollten.
Wenn du kein Ziel hast, spielt das Tempo überhaupt keine Rolle, auch wenn du noch so schnell unterwegs bist. Mit Ziel bis du langsam immer noch schneller als der Ziellose!!!
Du kannst Dich vielleicht darüber freuen, ein Ziel zu haben. Ich weiß es nicht. Ich habe keins, manchmal setze ich mir eins, damit ich irgendeine Richtung gehe. Damit ich mich bewege. Wenn ich mich bewege, geht es mir besser. Wenn ich spazieren gehe, gehe ich gerne einfach drauflos, ohne Ziel, das finde ich viel schöner, denn wenn ich ein Ziel habe, achte ich nur auf das Ziel und nicht mehr auf den Weg. Ohne Ziel empfinde ich sowas wie Abenteurerlust. Mit Ziel empfinde ich oft Druck.

Ganz ohne Ziel und ohne Druck geht es vielleicht nicht. Keine Ahnung. Aber Freude macht mir das selten, auf eine Ziel zuzusteuern. Ich bin meistens einfach nur froh, wenn ich es dann erreicht habe. Wirklich glücklich macht es mich nur, wenn ich mit dem Ziel etwas sehr Schönes verbinde, wie z.B. an eine bestimmte Stelle am Meer zu fahren.

Wenn es für Dich wichtig ist, Ziele zu haben, dann wünsche ich Dir immer schöne Ziele, die Du gerne erreichst und auf die Du Dich freuen kannst.

Lieber Gruß
LieberTee

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Ben Diaz ist offline
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Seit: 12.03.12
Zitat von LieberTee Beitrag anzeigen
Du kannst Dich vielleicht darüber freuen, ein Ziel zu haben. Ich weiß es nicht. Ich habe keins, manchmal setze ich mir eins, damit ich irgendeine Richtung gehe. Damit ich mich bewege. Wenn ich mich bewege, geht es mir besser. Wenn ich spazieren gehe, gehe ich gerne einfach drauflos, ohne Ziel, das finde ich viel schöner, denn wenn ich ein Ziel habe, achte ich nur auf das Ziel und nicht mehr auf den Weg. Ohne Ziel empfinde ich sowas wie Abenteurerlust. Mit Ziel empfinde ich oft Druck.
Du schreibst, dass du dir manchmal ein Ziel setzt, damit du dich bewegst und dass es dir dann besser geht. Also ist für dich die Bewegung ein gutes Ziel, wohin ist dann erst mal egal.

Wenn das Ziel deinem inneren Wesen entspricht, dann glaube ich, dass alles was sich zu dem dazugehörigen WEG ergibt Freude entwickeln wird. Denn es entspricht deinem Wesen.


Zitat von LieberTee Beitrag anzeigen
Ganz ohne Ziel und ohne Druck geht es vielleicht nicht. Keine Ahnung. Aber Freude macht mir das selten, auf eine Ziel zuzusteuern. Ich bin meistens einfach nur froh, wenn ich es dann erreicht habe. Wirklich glücklich macht es mich nur, wenn ich mit dem Ziel etwas sehr Schönes verbinde, wie z.B. an eine bestimmte Stelle am Meer zu fahren.

Lieber Gruß
LieberTee
..... das aufsuchen von schönen Orten ist doch ein schönes ZIEL!

Ich glaube, du meinst den äußeren Weg, ein geographisches Ziel. Ich meine das "innere Ziel", das Ziel, welches unserem Wesen entspricht. Ich möchte es auf jeden Fall für mich herausfinden, dann wird sich der dazugehörige WEG von selbst finden. Dieser Weg wird dann positiv sein, auch wenn mal schlechtere Tage kommen, aber dass gehört zur Entwicklung dazul. Ich glaube, dass Schwierigkeiten unsere Aufgaben sind, welche wir zu lösen haben. Wenn ich weiß, wer ich bin und das passende Ziel habe, werde ich bestimmt auch die notwendige Kraft haben um die Aufgaben zu bewältigen.

Yep, daran glaube ich! .... immer mehr....

Liebe Grüße
BEN
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Willst du andere Gedanken, so musst du dein Gefühl beeinflussen, damit es sich verändert!

Geändert von Ben Diaz (19.09.12 um 12:40 Uhr)

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LieberTee
Lieber Ben,

danke für Deine Antwort. Du hast mich mit Deinem Posting heute in einer Stimmung erwischt, die nicht besonders schön ist. Ein Rückfall in depressive Stimmung. Ich weiß es und versuche dagegenzusteuern, aber manchmal fällt mir das schwer.

Die Vergangenheit ist unwiederbringlich vorbei mit allen positiven und negativen Erfahrungen. Warum kettet sie mich dann an? Warum schaffe ich es nicht, die alten Ängste loszulassen?

Na ja, die Fragen wird hier jeder wohl kennen.

Was Du schreibst, ist sehr ermutigend und ich freue mich sehr darüber.

Zitat von Ben Diaz
Ich meine das "innere Ziel", das Ziel, welches unserem Wesen entspricht. Ich möchte es auf jeden Fall für mich herausfinden, dann wird sich der dazugehörige WEG von selbst finden. Dieser Weg wird dann positiv sein, auch wenn mal schlechtere Tage kommen, aber dass gehört zur Entwicklung dazul. Ich glaube, dass Schwierigkeiten unsere Aufgaben sind, welche wir zu lösen haben. Wenn ich weiß, wer ich bin und das passende Ziel habe, werde ich bestimmt auch die notwendige Kraft haben um die Aufgaben zu bewältigen.

Yep, daran glaube ich! .... immer mehr....
Das was Du zum Thema Ziel schreibst, erinnert mich an diese Videos aus einem anderen Thread.

Entdecke Deine Gabe! 1/2 - YouTube
Entdecke Deine Gabe! 2/2 - YouTube

Das Thema begegnet mir immer wieder und ich bin seit zwei Jahren auf der Suche (wahrscheinlich schon länger, aber nicht so sehr bewusst) nach meiner Gabe, oder meinem Ziel oder meiner Lebensaufgabe.

Wozu bin ich hier?

Manchmal denke ich, ich weiß jetzt, um was es geht, dann aber verliere ich es wieder und finde mich im Alltagsstress, in Schmerzen und depressiven Anwandlungen wieder. Ich frage mich dann manchmal, ob die Depression wohl mein inneres Wesen einfach überlagert, es verdunkelt, so dass ich es nicht sehen kann.

Es reicht manchmal schon ein winziges Ereignis und ich nehme es persönlich, fühle mich unfähig....eben all die negativen Gedanken, die man sich da antut, ich will sie gar nicht im Einzelnen anführen, da ziehe ich mich noch mehr mit runter, was ich nicht will.

Ich weiß ja eigentlich, woher der Mist kommt und doch nimmt er mich immer wieder in seine Ketten und ich kämpfe gegen die schon so lange. Ich bin müde geworden. Ich habe aber jetzt eine Gruppe gefunden und hoffe einfach, dass mich das ein wenig weiter bringt. Beziehung scheint alles zu sein.

Ja, die Bewegung. Ich bin oft einfach dankbar, dass ich mich bewegen kann, dass ich laufen kann, dass meine Beine mich einfach tragen. Ich hatte mal eine Zeit eine schlimme Entzündung am Knie, da konnte ich kaum laufen, so weiß ich es zu schätzen, wenn ich ohne Schmerzen laufen kann.

Die Suche nach dem was meinem Wesen entspricht, meine Gabe, mein Selbst, mein Sinn....ich suche weiter...

Aber ich gebe nicht auf, weil es mir auch immer wieder begegnet. So heute hier in Deinem Beitrag. Danke dafür.

Alles Gute Dir auf Deinem Weg!

Lieber Gruß
LieberTee

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LieberTee
Lieber Ben,

ich habe übrigens ein Zitat gefunden, dass wohl dem entspricht, was Du immer sagst über die Zeit und das Ziel.


Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt.

Gotthold Ephraim Lessing

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LieberTee
Hallo Mitsüchtige und Nichtmehrsüchtige,

wie geht es Euch allen? Schade, dass niemand mehr von sich schreibt im Moment. Ich hoffe, Euch geht es allen gut oder Ihr seid auf dem Weg der Besserung.

Ich glaube, meine Diazepamgeschichte überwunden zu haben. Trotz immer wieder reichlicher Verfügbarkeit, lass ich es locker liegen. Das finde ich erstaunlich. Es erfüllt mich allerdings nicht mit Stolz, sondern es ist nur immer wieder ein Staunen. Wenn ich es mit dem Rauchen auch so schaffen könnte, mit dieser relativen Leichtigkeit, das wäre wunderbar.

Es geht mir nicht immer gut, aber es ist meistens ok. Ein wirkliches Ziel habe ich auch immer noch nicht gefunden und ich weiß auch immer noch nicht, wozu ich hier bin.

Aber ich lebe. Und ich traue mich wieder viel mehr, als noch vor zwei Jahren. Ich gehe wieder mehr auf das Leben zu, mit Angst teilweise, aber ich gehe. Rückschläge gibts auch in die zeitweilige Hoffnungslosigkeit oder in die Verwirrung. Ich überwinde sie immer wieder, manchmal mit Tränen, manchmal mit Trotz, manchmal mit Beharrlichkeit, manchmal mit scheinbarer Leichtigkeit. Dann traue ich mir selbst oft nicht. Bin ich das, die mit Leichtigkeit und sogar einem Hauch von Freude sich bewegt?

Ich gebe einfach nicht auf, ich gehe weiter, auch wenn es weh tut, ich halte inne, wenn es zu sehr schmerzt, aber ich stehe immer wieder auf und versuche es erneut.

Und doch habe ich ein Ziel. Ich möchte eines Tages, wenn ich sterbe die Gewissheit haben, dass mein Leben so wie es war, gut war. Ich möchte gerne glücklich sterben.

Diese Gewissheit habe ich noch immer nicht. Ich kritisiere zuviel an mir herum. Ich bin zu oft noch unzufrieden mit mir. Ich habe mein Potential noch nicht erschöpft. Welches das ist, in welche Richtung es sich noch entwickeln kann, das weiß ich nicht. Geht es in die Höhe, die Tiefe, die Weite oder in die Zentriertheit. Aber eines weiß ich und das hat sich verändert: ich will leben. Ich sage JA zum Leben.

Und das ist ein großer Fortschritt. Ich spüre sogar ein bißchen Glück dabei.

Ich wünsche Euch Kraft und Lebendigkeit!

LieberTee

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Ben Diaz ist offline
Themenstarter Beiträge: 227
Seit: 12.03.12
Liebe Libbi,

ja, hier ist es echt sehr ruhig geworden...

Ich finde es sehr schön, dass du trotz deiner Schwierigkeiten die Veränderung geschafft hast!!!
Kein Benzo mehr, den Willen zu LEBEN!!!

Das ist doch schon ein sehr gutes Fundament für eine weitere positive Entwicklung! Es braucht halt alles eine grundlegene innere Änderung und dann Geduld bis die Veränderungen ins Leben treten!

Danke für die tollen Links (Entdecke deine Gabe)! Ja, das ist es, wovon ich geschrieben habe.

Ziel.... hmmm
Im Moment kann ich das auch nicht so richtig auf den Punkt bringen, aber ich glaube, dass ich trotzdem einen Schritt weiter bin.
Der WEG ist das ZIEL. Ich denke, im Moment ist es wirklich die Vertiefung der Erkenntnisse, dass jeder eine Wahl hat, ob er das Leben als Aufgabe ansieht und versucht Lösungen zu finden oder ob er das Leben als Problem ansieht und darüber klagt.
Ich möchte mehr Liebe, Harmonie und Gelassenheit in meiner Welt finden, also muss ich erst einmal bei mir selbst anfangen und auch anfangen so zu leben. Es kommt nicht von alleine, aber es kommt, wenn man es lebt.
Ich denke, dass ich da vor einiger Zeit schon angefangen habe. Mein Leben verändert sich in der letzten Zeit in die, für mich, richtige Richtung.
Ich hoffe und glaube, dass es so weiter geht, auch wenn es mal wieder so aussieht, als ging es bergab, aber das genau sind die Momente, in welchen wir die Veränderung durchführen können.
Es ist leicht zu leben, wenn man sich gut fühlt. Die Aufgabe ist es die schwierigen Zeiten bewusst zu durchleben. Die positiven, wie auch die negativen Gefühle zuzulassen.
Es sind gerade die schwierigen Zeiten, in welchem wir erlerntes umsetzen können.... wenn wir mutig, vertrauensvoll und zuversichtlich genug sind. Genau diese Momenten lassen uns wachsen!!!
Es sind die kleinen und naheliegenden Dinge im Leben, die unser Leben entscheidend beeinflussen.
Es ist schön zu wissen, dass wir selbst es in der Hand haben unsere Welt zu verändern... und das in jedem Moment!!!

Ich wünsche dir, dass du deinen WEG weitergehst, dass du auf dein neues Fundament mit Geduld eine dir entsprechende Welt schaffst!

Liebe Grüße
BEN

Ach ja: Benzoentzug.... hatte es fast vergessen.... gutes Zeichen ;o)
Aktueller Stand:
Alle Symptome sind rückläufig bis nicht mehr vorhanden.
Die Neigung zur Angst ist stark zurückgegangen.
Die innere Anspannung ist stark zurückgegangen.
Die Grundstimmung hat sich angehoben.

Ich bin mit diesem Stand sehr zufrieden und gehe davon aus, dass es auch wieder schwierigere Tage geben wird, aber dass es tendenziell weiterhin besser wird.
Ich bin sehr sehr froh und versuche diese Zeit zu genießen und weiterhin dass zu tun, was mir Freude macht.
Außerdem bin ich seit ca. 3 Wochen sportlich noch aktiver geworden und meditiere jeden Tag! Soziale Kontakte sind ca. 3-4 mal Woche vorhanden und auch ein wichtiger Baustein!
Seit 5 1/3 Monaten "BENZO-FREI"!!!

ALLEN BENZOGESCHÄDIGTEN VIEL ERFOLG AUF DEM WEG DER BEFREIUNG ! ! !
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LieberTee
Lieber Ben,

danke für Deine Rückmeldung. Es tut gut, mal was voneinander zu hören. Ich freue mich sehr für Dich, dass Du es bis jetzt durchgehalten hast und sogar schon soweit bist, den Benzostand zu vergessen.

Ich habe mal eine etwas merkwürdige Frage an Dich, weil Du ja geschrieben hast, dass Du jeden Tag meditierst. Ich habe das bisher alleine (ohne Gruppe) nie wirklich gut hinbekommen. Aber auch in der Gruppe kann ich zwar wunderbar still sitzen und es macht mir auch nichts aus, selbst die Beine schlafen kaum noch ein. Ich werde auch garnicht ungeduldig oder warte dringendst auf den Gong, nur in meinem Kopf tummelt sich ein Film nach dem anderen, nicht zu stoppen.... Ich nehme es einfach hin und lasse den Kopf halt denken und Filme ablaufen. Mehr habe ich nicht hinbekommen.

Heute aber, habe ich es mal wieder alleine versucht und da ist mir etwas Unheimliches passiert. Ich habe das erste Mal nichts gedacht und bin dann erschrocken, weil ich auf einmal merkte, dass ich nicht mehr atme. Das war sehr unangenehm und hat mich sehr verwirrt und das Loch in meiner Magengegend (flaues Gefühl, Soggefühl) wieder aktiviert. Ich war dann den ganzen Abend gar nich wirklich bei mir.

Hast Du so etwas auch schon erlebt? In der Gruppe habe ich keine Angst, aber alleine geht es mir jetzt doch etwas komisch damit.

Danke fürs Lesen und Teilen.

Lieber Gruß
LieberTee


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