Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

05.04.12 18:04 #1
Neues Thema erstellen
Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet
LieberTee
Hallo Ben,

interessanterweise habe ich sowohl Zolpidem und Zopiclon auf einer Seite über die Wirkung von Benzodiazipinen gefunden. Das gibt mir doch sehr zu denken. Ich habe bisher Zolpidem nicht genommen. Vorsichtshalber, denn ich denke, es macht ebenso süchtig.


Hallo fate,

vielen Dank für diese Seite, die Du verlinkt hast. Sie ist wirklich sehr informativ!
Ich frage mich immer mehr, was war zuerst da, die Henne oder das Ei?

Lieben Gruß
LieberTee

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

Ulli987 ist offline
Beiträge: 53
Seit: 28.05.12
Hallo Ben, Liz und alle anderen,
ich habe mich die letzten Wochen etwas zurückgezogen; mir geht es relativ gut. Ich habe mittlerweile die 6.te Woche komplett ohne Tetras hinter mir. Ben, ichn kann alle Symtome bestätigen. Ich versuche mein Leben zu leben und werde immer wieder von Schwitzen, Panik , Herzklopfen Kopfweh etc. realtiv spontan geplagt. Ich sage mir dann immer wieder, dass das so sein muss und dass ich diese Zustände akzeptieren und sogar schätzen muss, sind sie doch ein Ausdruck meines Weges zur Befreiung. Ich arbeite derzeit voll und gehe nahezu jeden Abend weg. Dumm ist, dass fast jedes 2.te mal -auch mit den besten Freunden - diese Attacken kommen. Ich glaube einfach dass man da durch muss und dass alles so sein muss. Ih habe keine Erwartung an mich, ausser dieses Jahr zu bewältigen. Alles andere, was ich sond so an Plänen habe stelle ich heute und die nächtsen Monate zurück. Wenn ich wieder frei bin denke ich auch viel leistungsfähiger zu sein, und auch wieder aktiv auf Leute zugehen zu können und Freundschaften zu pflegen. Das kann ich heute nicht. Ich brauch Zeit und wenn ich ich weiß, dass diese Zustände kommen will ich schon nichts mehr unternehmen - mache ich ja aber doch. Ich schreibe ja dass ich jeden Abend was mache. Aber gut gehts mir eben dabei nicht.
Ich habe aber eine grosse Befürchtung - auch bei Dir Ben: Was uns quält ist ja nicht nur der Faktor Sucht. Wir haben das Problem, dass uns jetzt alle Zustände massiv einholen, die wir bereits vorher hatten und die jetzt massiv ungedämpft wieder hochkommen. Ich meine dass in uns schon ein Grundproblem steckt. Und ich weiss nicht wie diese menschliche Baustelle angehe. Ich hab mich schon mit allen möglichen Büchern zu diesen Themen beschäftigt. Und ich hasse es mich einem Therapeuten gegenüber auzuschütten. Ich komme mir da so unbeholfen vor. Komisch: ich habe Geld, guten Beruf, bin glücklich verheiratet , 2 prima Kinder mit tollen Noten. Alles passt eigentlich....Und ich befürchte dass es mit dem Entzug nicht getan ist...Will Euch jetzt aber nicht demotivieren.

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
mehr
Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

fate ist offline
Beiträge: 93
Seit: 25.06.12
hallo ben und liebertee,
freut mich, dass euch die seiten helfen.

@to ulli987
hallo ulli,
erstmal glückwunsch zu den sechs wochen ohne....
das mit dem weggehen ist eine gute sache, auch wenns schwerfällt, es beruhigt doch irgendwie das ewige kopfkino.

das, was du schreibst, stimmt haargenau. die sucht ist die eine baustelle, die erste. die zweite ist der grund, warum man da überhaupt reingeraten ist, was sehr viel schwieriger ist. und wahrscheinlich ist der entzug auch deswegen so schlimm, weil das gedämpfte brutal auf einen einprasselt. vielleicht solltest du doch den weg einer begleitenden p-therapie wählen. aber es ist sehr schwierig, einen guten thera zu finden. und den entzug und thera stelle ich mir auch anstregend vor. dennoch kannst du froh sein, zumindest in vielen punkten ein relativ gesichertes leben zu haben, also nicht allzu aussenbaustellen. äussere stabilität ist ganz wichtig im entzug.

wünsche dir und den anderen weiterhin viel kraft und erfolg,
lg fate
__________________
Lieber ne Zicke als ne Zecke!

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet
LieberTee
Zitat von Ulli987 Beitrag anzeigen
Was uns quält ist ja nicht nur der Faktor Sucht. ...
Ich meine dass in uns schon ein Grundproblem steckt....
Und ich weiss nicht wie diese menschliche Baustelle angehe. Ich hab mich schon mit allen möglichen Büchern zu diesen Themen beschäftigt.
Das Grundproblem ist wohl bei jedem anders. Bei allen scheint aber eine Angst zugrunde zu liegen. Die entstand meistens in der Kindheit.
Bücher helfen nur bedingt, da nur in der Beziehung die "gestörte Beziehung der Kindheit" entdeckt, erlebt und be- und verarbeitet, oder nachgeholt werden kann (je nach Therapieansatz).

Und ich hasse es mich einem Therapeuten gegenüber auzuschütten.
Ich komme mir da so unbeholfen vor.
Verständlich, denn genau dieses Gefühl von "Unbeholfenheit" war es vielleicht, dass Dir den Weg zeigt. Blöderweise scheuen viele diesen Schritt, weil ja das Vertrauen eben gestört wurde. Versuch mal hinzuschauen, wo ist dieses Gefühl von "Unbeholfenkeit" das erste mal in Deinem Leben aufgetaucht. Deine Stragegien, es zu überwinden, haben Dir wahrscheinlich geholfen, Dein Leben, so wie es ist, aufzubauen. Insofern waren sie genial, jetzt aber holen sie Dich ein, weil Du siehst, es ist nur ein Fassade, die Du errichtet hast, um zu überleben. Hast Du Angst, wenn die Fassade verschwindet, verschwindest Du selbst?

Mir geht es oft so.

Zitat von fate Beitrag anzeigen
den entzug und thera stelle ich mir auch anstregend vor.

äussere stabilität ist ganz wichtig im entzug.
Kurzzeittherapie dient dazu, das Ich zu stabilisieren. Erst in der Langzeittherapie kannst Du auf den Grund tauchen. Dazu musst Du erstmal ziemlich stabil sein, weil Dich das sehr erschüttern kann. Es geht nur, wenn eine gute, vertrauensvolle Beziehung entsteht, sonst kannst Du die Angst, abzusaufen, nicht überwinden. Das sind die früher mal lebenswichtigen Abwehrmechanismen, die Dich hindern, hinter die Fassade zu schauen.

Wieviel Energie allerdings damit gebunden wird, ständig den Deckel drauf zu halten! Ich möchte diese Energie frei für mich zur Verfügung haben! Aber ich musste mich auch erst mal wieder stabilisieren. Geduld ist wohl wichtig.

Ich habe in meinem Beitrag vergessen, den Link reinzustellen:
Benzodiazepine - praktische Tipps

Gebt nicht auf!

Lieben Gruß
LieberTee

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet
LieberTee
Hallo Mitsüchtige und Entziehende,

Wie geht es Euch bei beruflichen Belastungen? Ist es der Entzug, der mich in Angstschweiss ausbrechen läßt oder ist es die Angst, die sowieso hinter der ganzen Suchtgeschichte steht? Ist es normal, seinen Job nur noch mit Medikamenten bestehen zu können?

Ich muss gestehen, bei mir kommt ein bißchen Eifersucht auf. Ich habe nämlich nicht das zweifelhaft "Glück", in gesicherten und stabilen (sowieso immer nur scheinbar...) Verhälntnissen zu leben. Also anspruchsvoller Job bei geringer Bezahlung. Das Leben ist klasse. Nun, ich sollte es einfach als Herausforderung ansehen. Ohne Herausforderungen ist das Leben ja auch langweilig, oder?

Würde mich nur interessieren, wie es Euch damit geht. Oder läuft bei Euch im Leben alles glatt, bis auf die Angst oder das, was Euch sonst in die Abhängigkeit getrieben hat?

Bin immer noch "clean", bis auf die Internetsucht. Ansonsten lebe ich ja im Moment fast gesund. Das wird sich nun ändern, weil ein Stresspaket eben angekommen ist. Aber wie gesagt, ich versuche es einfach als Herausforderung, die ich annehme, zu sehen.

Alles Liebe und weiterhin Euch allen Kraft und Durchhaltevermögen!

LieberTee

Geändert von LieberTee (11.07.12 um 14:47 Uhr)

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Hallo Kämpfer
Ich wünsche Euch allen ganz viel Kraft, den Weg zu Euch, den ihr eingeschlagen habt durchzuhalten bis zum Ziel.
Habe nicht alles hier gelesen, aber ich nahm Benzo bereits mit 16 1/2, später immer wieder, da ich nicht gelernt hatte mit Trauer und Schmerz umzugehen. Immer nahm ich mich zusammen, und damit ich arbeiten und schlafen konnte, brauchte ich in schweren sehr gefühlsintensiven Zeiten immer wieder Benzo. Mit 27 nahm ich dann sehr viel miteinender...war 2 Tage auf der Intensivstation und hatte da sehr sehr tiefe Erlebnisse. Die Woche im Spital rechtfertigte ich am Arbeitsort und der Familie mit "Kreislaufzusammenbruch"
Ich war damals Spielsüchtig, jahrelang, es kostete mich all mein Geld das ich verdiente... und mehr. Da ich immer ein Mensch war, der unabhängig sein wollte, fragte ich mich nach dem Spital Aufenthalt, was mir das Spiel ausser Schulden bringt. Ich stellte fest, dass es der einzige Ort ist, wo ich die Wahl hatte auszudrücken was ich wollte. STOP, Rot, Zahl, ... etc. es ging bei mir um das auszudrücken was ich wollte. Ich nahm mir vor, mir von nun an gutes zu tun, und erlaubte mir auch im Leben zu spüren was ich brauchte, es umzusetzen wenn ich konnte.
Meine Spielsucht... mit vielen vielen Tausend Fr.Verlust hatte ich für mich behoben, und ich spielte nicht mehr.
Vor 12 Jahren nach langem Stalking und einem Zusammenbruch nahm ich wieder Benzo, stellte aber fest, dass ich das einfach nicht vertrug. Ich entfernte mich wieder von mir, der Nebel rund um mich hielt ich fast nicht aus. Mittlerweilen weis ich dass es ein grosser Fehler war, damals erneut diese Art von Medis zu nehmen.
Mein Krankheitsbild ist ein anderes, und wenn ein Arzt es nicht kennt, verschreibt er gerne Benzo, denn es ist einfacher zu sagen "es ist psychisch".
Lernt Eure Gefühle wahrzunehmen, sucht einen Weg sie auszudrücken in irgend einer Form von Kreativität. Schaut gut zu Eurem Körper und versucht auch herauszufinden was braucht Eure Seele.
Vielleicht habe ich Sachen Geschrieben, die nicht hierzu gehören, hoffe aber, das meine Zeilen doch jemanden berühren und Mut machen.
Viel Glück Euch allen
Herzlich KARDE

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet
LieberTee
Hallo Karde,

herzlichen Dank für Deine Offenheit und Deine ermutigenden Zeilen!

Auch Dir viel Kraft auf Deinem Weg!

Lieben Gruß
LieberTee

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Lieber Tee

Manchmal half mir, mich einfach ins JETZT zu holen, mit allen meinen Sinnen.
Die starken Gefühle haben mit Bedürfnissen zu tun, die befriedigt werden oder nicht.
Das Hirn denkt unglaublich viel, leeres Zeug und arbeitet hart, völlig unnötige Energieverschwendung, die einem dann sehr nach unten zieht.

Auch wenn es am Anfang sehr schwer war, es geht immer besser.

Alles LIEBE - niemand ist allein, wir sind alle eins

KARDE

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet
LieberTee
Zitat von Karde Beitrag anzeigen
Das Hirn denkt unglaublich viel, leeres Zeug und arbeitet hart, völlig unnötige Energieverschwendung, die einem dann sehr nach unten zieht.

Auch wenn es am Anfang sehr schwer war, es geht immer besser.

Alles LIEBE - niemand ist allein, wir sind alle eins
Liebe Karde,

mein Problem ist eher, dass das Hirn nicht funktioniert, jedenfalls nicht im Alltag und im ganz alltäglichen Berufsalltagsstress. Es ist völlig chaotisch. Ich weiß die einfachsten Dinge nicht mehr, die ich wirklich wissen müsste, dem Alter nach jedenfalls. Ich habe einfach nur tierische Angst, zu versagen. Das nimmt mir den Atem und setzt mich tierisch unter Druck. Egal, ich nehme den Druck an. Sollte ich zusammenbrechen, dann breche ich zusammen. Was soll mehr passieren? Es ist eigentlich nur peinlich. Oder? Vielleicht auch doch mehr. Es scheint meine letzte Chance? Ich weiß auch nicht. Ich bin ziemlich durcheinander. Aber egal! Ich packe es an!

Danke! Ganz lieben Dank für Dein Mitgefühl!

LieberTee

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

Ben Diaz ist offline
Themenstarter Beiträge: 227
Seit: 12.03.12
Zitat von Ulli987 Beitrag anzeigen
Hallo Ben, Liz und alle anderen,
ich habe mich die letzten Wochen etwas zurückgezogen; mir geht es relativ gut. ......
Ich habe aber eine grosse Befürchtung - auch bei Dir Ben: Was uns quält ist ja nicht nur der Faktor Sucht. Wir haben das Problem, dass uns jetzt alle Zustände massiv einholen, die wir bereits vorher hatten und die jetzt massiv ungedämpft wieder hochkommen. Ich meine dass in uns schon ein Grundproblem steckt. Und ich weiss nicht wie diese menschliche Baustelle angehe. Ich hab mich schon mit allen möglichen Büchern zu diesen Themen beschäftigt. Und ich hasse es mich einem Therapeuten gegenüber auzuschütten. Ich komme mir da so unbeholfen vor. Komisch: ich habe Geld, guten Beruf, bin glücklich verheiratet , 2 prima Kinder mit tollen Noten. Alles passt eigentlich....Und ich befürchte dass es mit dem Entzug nicht getan ist...Will Euch jetzt aber nicht demotivieren.
Lieber Ulli, da gebe ich dir absolut recht.
Nach dem Entzug bzw. auch während dessen, muss die Ursache behandelt werden.
Ich selbst bin schon vor dem Absetzen zu einer Psychotherapeutin gegangen um mich erst mal zu stabilisieren. Die Ängste, die eine Einnahme des Diazepam verursachten, müssen abgebaut werden. Auf dem Weg bin ich. Die Therapie wird noch 20 weitere Sitzungen in Anspruch nehmen. Ich mache eine Verhaltentherapie, auch wenn vieles aus Büchern zu lesen ist, irgendwie fehlt noch etwas Unterstützung um von A nach B zu kommen. Weiterhin ist Meditation, Biofeedback und Sport geeignet um das Selbstvertrauen wieder aufzubauen.
Ich habe keine Probleme mich dem Gegenüber mitzuteilen. Ich vertraue darauf, dass er Schweigepflicht hat und als Hilfe da ist.
Mein Beruf, mein Haus, meine Frau, meine 2 Kinder....ja ja, passt bei mir auch. Alles super und trotzdem in die Sackgasse geraten. Bei mir war vor ca. 12 Jahren eine über Jahre hinweg sehr hohe Arbeitsbelastung, familiäre Probleme und Herzrhythmusstörungen die Auslöser für die Krise.

Aktueller STAND:
85 Tage ohne Benzo oder ähnliches. Mirtazapin nur noch 7,5 mg. Körperliche Symptome beschränken sich auf gelegentliches Schwitzen, Unruhe und hin und wieder Angstsymptomatik. Laut Psychiater ist der Entzug wohl durch, er rechnet nicht damit, dass es noch weitere Schübe gibt. Ich muss nun noch die Angst in den Griff bekommen, bin auch dabei. Tätigkeitsfeld wird immer größer, Belastungen immer höher. Die Hauptangst ist die Angst vor der Angst und eine Cardiophobie, außerdem teilweise Agoraphobische Anteile, vlt. auch Hypochondrie......wenn ich das so schreibe, oha viele Baustellen auf dem "Befreiungsweg".

Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft und Erfolg auf euerem WEG!
BEN
__________________
Willst du andere Gedanken, so musst du dein Gefühl beeinflussen, damit es sich verändert!

Geändert von Ben Diaz (11.07.12 um 01:08 Uhr)


Optionen Suchen


Themenübersicht